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Stefan Riebel
künstl. Mitarbeiter für Medienkunst

Kunst begreife ich als eine Unternehmung zwischen gesellschaftlich Unmöglichem und individuell Unumgänglichem. Künstlerisches Handeln und Lehren ist dabei ein Spagat zwischen kontinuierlichem Erforschen, Ausprobieren, Scheitern, Neustarten, Wiederholen, Verändern inzwischen einer Vielzahl drängender Faktoren und Bedingungen. Die Kunsthochschule bietet dafür den institutionellen Rahmen und eröffnet notwendige Freiheiten und Räume, in denen individuelle ästhetische Bedürfnisse und Befähigungen entdeckt, freigelegt und befördert werden können und müssen.

Das Kunststudium ist für Studierende ein besonderer Schutzraum, in dem es gilt auf experimentelle, spielerische und praktische Weise den eigenen Handlungs- und Wirkradius zu erkennen, zu erforschen und zu erweitern. Die Erweiterung der Praxis in den öffentlichen Raum sehe ich als essenziellen Prozess der künstlerischen Entwicklung und Identitätsbildung, dem mit besonderer Sensibilität begegnet und der mit entsprechender Verantwortung begleitet werden muss. Ich verstehe es als besondere Herausforderung mit Studierenden an diesem Entwicklungsprozess zusammenzuarbeiten und gemeinsam Werkzeuge herzustellen, mit denen sie in Zukunft das eigene künstlerische Tätig-Sein entwickeln, präzisieren und verhandeln können. Besonders wichtig erscheint mir dabei die Verbindung von praktisch handwerklicher Befähigung, einer kontinuierlichen Erweiterung des theoretischen Wissens und der Entfaltung eines individuellen künstlerischen Freigeistes.

Meine wichtigste Aufgabe sehe ich im engagierten und anregenden Begleiten von Studierenden und Projektgruppen auf ihrem individuellen Weg hin zu einer eigenen Ausdrucksform und künstlerischen Praxis sowie im Erzeugen einer fruchtbaren Umgebung, in der zweckfreies Experimentieren und konzentriertes Arbeiten eine geschlossene Einheit bilden und in der Studierende und Begleitende in gegenseitiger Wechselwirkung einander bereichern und voneinander lernen. Es gilt, unter Einbeziehung vielfältiger Medien und Technologien, Situationen zu erzeugen und Plattformen zu erschaffen, auf denen die individuelle künstlerische Position entworfen und ausprobiert, sowie das eigene künstlerische Handeln entfaltet, reflektiert und kontextualisiert werden kann. Interdisziplinarität, Interkulturalität und Internationalität sind dabei wesentliche Grundzüge meiner Lehrtätigkeit, die ich als einen festen Bestandteil meiner erweiterten künstlerischen Praxis begreife.

Mai 2018

Vita

Stefan Riebel ist Medien- und Konzeptkünstler und lebt und arbeitet in Berlin und Leipzig. Riebels künstlerische Tätigkeit ist ausschließlich seriell und den Bereichen Konzept- und Performancekunst zuzuordnen. Schwerpunkte bilden dabei die Setzungen von Informationen, Behauptungen und Beschreibungen sowie die Konstruktion von sozialen und künstlerischen Räumen und interaktiven Ereignissen. Seit 2013 ist Stefan Riebel künstlerischer Mitarbeiter für Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

www.stefanriebel.de

Projekte

2018
gründungsmitglied, organisation des klangkunstfestivals „noiselab”, berlin

2011 – 2014
gründungsmitglied, organisation des „monat der performance kunst”, berlin

seit 2010
gründung und künstlerische leitung des „institut für alles mögliche”, berlin

seit 2009
gründungsmitglied der „700 megabyte gallery”, internet

seit 2008
gründungsmitglied der organisation für flüchtige kunst „plusnull e.v.”, leipzig / berlin

2007 – 2015
gründungsmitglied des ausstellungsprojektes „gedanken zur revolution”, leipzig

seit 2007
gründung der „arterasa group”

2005 – 2008
gründungsmitglied, organisation des kunstraumes „kuhturm”, leipzig

Ausstellungen

2018
gs | noiselab | institut für alles mögliche / dots gallery | berlin, germany 
gs | ”, ”, ”, — footnotes / wiels | brussels, belgium 

2017
gs | a ditto, ditto device. | angewandte innovation laboratory | wien, östereich
gs | räume sozialer produktion | halle 14 | leipzig

2016
gs | lightworks 2016 | nelson house | grimsby, uk
gs | speeding and braking: navigating acceleration | goldsmiths, university of london | london, uk

2015
gs | 2.5.0. - object is meditation and poetry | grassi museum | leipzig
gs | rtfm (read the fucking manual) | kunsthalle münster | münster

2014
gs | medialer ausnahmezustand | nationalmuseum stettin | stettin, polen
gp | ONS2 | kw - institute for contemporary art | berlin
gs | this page intentionally left blank | akbank sanat | istanbul, türkei

2013
gs | democroscope | videotage | hong kong, china
gs | origo (am nullpunkt des standpunkts) | kunsthalle exnergasse | wien, österreich

2012
gs | hyperkult xxi - die normalität des digitalen | leuphana universität lüneburg | lüneburg
gs | cage100: opening spaces for action | gfzk | leipzig
gs | invisible time | muu gallery | helsinki, finnland

2011
gs | tracing mobility | haus der kulturen der welt | berlin
gs | 15th international conference on information visualisation | london, uk

2010
sp | untitled | okto tv | television, internet | wien, österreich
gp | media facades europe 2010 | collegium hungaricum | berlin

2009
gs | experimental media series 2009 | maryland institute college of art, baltimore, the phillips collection,
hirshhorn museum and sculpture garden | baltimore, washington dc, usa
gs | international film festival | congress center | rotterdam, niederlande

2008
gs | freewaves festival | public city busses | atlanta, chicago, los angeles, milwaukee, orlando, usa
gs | urban screens melbourne 08 | federation square | melbourne, australien

2007
gs | how does it feel? | gallery jan winkelmann | berlin

2006
gs | auflösung iii - entgrenzung | ngbk | berlin