Rundgang 2026 – Das Programm
Das Wintersemester an der HGB schließt traditionell mit dem Rundgang ab: In einer Vielzahl von Ausstellungen, Performances, Installationen und Werkpräsentationen zeigen die Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden woran sie im aktuellen Studienjahr gearbeitet haben. Präsentiert werden Arbeiten und Projekte aus den vier Fachrichtungen Buchkunst/ Grafikdesign, Fotografie, Malerei/Grafik und Medienkunst, begleitet von einer Reihe von Veranstaltungen. Für die Ausstellungen und Präsentationen wird auch in diesem Jahr wieder das gesamte Hochschulgebäude genutzt, d.h. der Festsaal, die Flure und Klassenräume. Das Faltblatt mit Gebäudeplan steht demnächst an dieser Stelle zum Download zur Verfügung.
Parallel zum Rundgang wird der Studienpreis 2025/26 des Freundeskreises und der Sparkasse Leipzig wird verliehen.
Öffnungszeiten: Do. 18:30, Ausstellungen bis 22 Uhr geöffnet, Haus bis 24 Uhr, Fr & Sa 14-21 Uhr, So 12-18 Uhr
Die Abendakademie lädt zu einer umfassenden Ausstellung der neun Kurse des Wintersemesters ein. Die Abendakademie der HGB bietet jedes Semester Kurse für Buchkunst/Grafik-Design, Fotografie, Malerei/Grafik und Medienkunst an. Das Angebot ist offen für alle Interessierten ab 16 Jahren, die gern malen, zeichnen, fotografieren, filmen, illustrieren, Schrift gestalten oder gebrauchsgrafisch arbeiten. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht, so dass die Gruppen von den Erfahrungen und dem Wissen aller profitieren können. Meisterschüler*innen der Hochschule stehen den Teilnehmer*innen als professionelle Kursleiter*innen zur Verfügung.
Der Studienpreis des HGB-Freundeskreises und der Sparkasse Leipzig 2025/26 wird um 16:30 Uhr verliehen und die Ausstellung der Preisträger*innen in der HGB Galerie eröffnet.
Preisverleihung & Ausstellungseröffnung: Do. 12. Februar 2026, 16:30 Uhr, HGB Galerie
Es sprechen: Steffen Woyth (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Dr. Harald Langenfeld, Vorsitzender der Sparkasse Leipzig
In der HGB Galerie stellen die Preisträger*innen des Studienpreises 2025/26 ihre prämierten Arbeiten aus. Die Ausstellung ist nach dem Rundgang noch bis zum 27. Februar in der Galerie zu sehen. Mehr Informationen...
Raum: 0.23, Freitag und Sonntag 14–18 Uhr
Während der Arbeit an ihrem Roman GRM sprach Sybille Berg über zwei Jahre hinweg mit Expertinnen aus den verschiedensten Disziplinen – mit Systembiologinnen, Neuropsychologinnen, Kognitionswisschenschaftlerinnen, Meeresökologinnen, Knflikt- und Gewaltforscherinnen. Über den Zustand in ihren Fachgebieten. Und über Ideen für eine Zukunft, die sich nicht wie ein Albtraum ausnimmt. [Aus: Sybille Berg: Nerds retten die Welt. Gespräche mit denen, die es Wissen. Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2020]
Die Interviews aus Nerds retten die Welt sind der Ausgangspunkt für eine typografische und gestalterische Umsetzung in den Kursen Typografie und Handsatz, sowie Desktop Publishing. Die Arbeit im Handsatz wurde mit dem Kurs Radierung von Robert Schmiedel und den Studierenden des 2. Studienjahr Buchkunst Grafik Design verknüpft, welche zu den Interviews Illustrationen druckten.
Der Stand der Dinge* zeigt [2] Dinge als Ausgangspunkt für die Auseinander~setzung* und befragt [die] Dinge im Zusammenhang des Angewandten – nach Erscheinung und Funktion, Form und Geschichte, Handhabung und Materialität, (Un-)Nützlichkeit und Gebrauch und dem Potential, im Wesentlichen der Ausgangspunkt einer Erzählung* zu sein.
*gestalterisch = praktisch + inhaltlich
Räume / spaces:
[ in situ ] 1.30 und Flurbereich
[ remote ] GRASSI Museum für angewandte Kunst, Foyer 1.OG
[ online ] outputin.de
Bosch, Fritzi mit: Notizbuch; Plüschdino, blau
Daferner, Johanna mit: Etui; Sternkarabiner
Dahlke, Coco mit: Tasse; Syphon Kaffeebereiter
Goerner, Hannes mit: Schlüsselbundring; Schlüsselbundanhänger
Graf, Luisa mit: Haftnotiz; Thorax-Bügel
Gröper, Henriette mit; Boule Kugeln; (Plastik-)Tragetasche
van Handel, Mimi mit: Nilpferd, getont; Stricknadeln)
Lindenberg, Diva mit: Zahluhr; Wanduhr
Olarescu, Anita mit: Behälter (no name); Ohrringe
Rühl, Hannes mit: Feuerzeug; Babykopf
Sander, Ricardo mit: Bialetti; Nokia
Van Volxem, Anton mit: Schloss, Regal
Wendland, Samuel mit: Gabel (aus Salz); Streichhölzer
Willsch, Winni mit: Kaffeelöffel; Tagebücher (1957)
Winkler, Kyra mit: Brieföffner; Stofftier (Hund)
Mit „(ge)schichten — mehrfach spürbar“ erproben wir die Anwesenheit und Abwesenheit von Gedanken, Erinnerungen und Zukunftsentwürfen.
Was bleibt sichtbar, was verschwindet?
Verschwindet etwas, weil es nicht mehr sichtbar ist?
Was passiert, wenn Altes von Neuem überschrieben wird?
Wir laden dazu ein, die Entstehung eines sich verändernden Bildes gemeinsam zu beobachten.
Embodied Analogies entfaltet sich als eine Konstellation von Arbeiten, die das Archiv nicht als Speicher der Vergangenheit, sondern als einen lebendigen, atmenden Körper begreifen.
Erinnerung ist hier nicht fixiert; sie wird gebacken, performt, gescannt, angezogen, codiert, fermentiert und neu inszeniert. Die Studierenden der Klasse Ehrenstein verstehen Geschichte als etwas Nasses, Instabiles und Relationales: als ein lebendiges Archiv, das durch Freundschaft, Ritual, Popkultur, Fiktion und Fürsorge zirkuliert. Anstatt mit einem Thema zu beginnen, entstand Embodied Analogies aus einem relationalen, kollektiven kuratorischen Prozess, der Bedeutung zwischen den Arbeiten entstehen ließ. Im gesamten Ausstellungsraum treten Körper als Interfaces hervor. Sie sind technisch und posthuman, ritualhaft und verletzlich, spielerisch und widerständig. Kleider werden zu Performances, Nabelschnüre zu Grenzen, Bällebecken zu somatischem Gedächtnis, QR-Codes zu verführerischen Portalen. Der Körper ist kein zu repräsentierendes Subjekt, sondern ein Medium, durch das Daten, Emotionen, Ökologie und Politik verhandelt werden. Zeit in Embodied Analogies ist queer. Sie ist geologisch, glitchy, zyklisch und mythologisch statt linear. Intimität ist hier keine Beichte; sie vermittelt sich über Objekte, Archive, Rituale, Algorithmen und Freundschaften und trägt eine beharrliche Forderung nach Gerechtigkeit sowie eine Weigerung gegenüber jenen Formen von Gewalt in sich, die bestimmen, wessen Leben als schützenswert gilt und wessen nicht. Was diese Arbeiten verbindet, ist nicht Gleichheit, sondern ein gemeinsames Commitment zum Worlding: zur Erfindung ästhetischer Formen, die Komplexität, Widerspruch und Zärtlichkeit zugleich halten können.
Mit Beiträgen von Genesis Kahveci, Charlie Breisig (Jungfrau), Max Grund, Sarah Letalik, Luki Haak, Viyan Kalayci, Toto wolsky, Nikita Serebriakov, Liva Voigt, Jonna Baumann, Irem Özkürkcü, klara stangl, Okezi Iteire, Raga Rahman, Florence Kallenborn, Leif Klinger, Nadine Aber, Elina Averbukh, Lis Schmidt
Ausgangspunkt der gezeigten Arbeiten ist der dreitägige Workshop „Recollecting Futures“ mit der Künstlerin Vanessa Opoku. Im Rahmen des Workshops wurde in zwei Tagen der Botanische Garten der Stadt Leipzig erkundet und darüber gesprochen, wie diese Institution ordnet und erzählt. Botanische Gärten sammeln, stellen aus und bedienen Narrative – wie Museen, wie wir als Künstler\*innen auch. Sie erzählen Geschichten mit dem was und wie sie sammeln, ordnen, zeigen. Doch wer entscheidet was gesammelt wird? Wessen Geschichten werden erzählt? Auch die Technologien, die wir nutzen – Kameras, Scanner, digitale Archive – wurden oft für Überwachung und Kontrolle entwickelt. Wie können wir diese Tools umdeuten und für andere Narrative einsetzen? Was bedeutet Sammeln in Zeiten von Zusammenbruch, Krise und Regeneration? Welche Geschichten können wir erzählen, die nicht bestehende Machtdynamiken verstärken, sondern von anderen Zukünften sprechen und diese erproben?
Teilnehmende Studierende: Toto Wolsky, Fine Schröter, Jule Ehlenz, Mascha Breuer, Sarah Crameri, Lea Petry, Carla Maruscha Fellenz, Zina Bluhm, Shary Talebian, Haru Li Wdo, Nadine Aber, klara stangl, Sophie George, Dimitrios Mavroudis, Sally Alhindawi
Eine materielle Masse, die sich ausdehnt, widersetzt und wächst. Die Bilder entstehen aus wiederholten Setzungen innerhalb bestehender Zustände und aus der fortlaufenden Auseinandersetzung mit dem bereits Sichtbaren. In Schichtungen, Übermalungen und Materialerprobungen werden Malerei, Grafik und Zeichnung als offene, erfahrungsbasierte Prozesse verhandelt.
Every painting I've done has like 100 paintings under it. – Amy Sillman
Das Spiel beginnt pünktlich am Donnerstag um 18:30 Uhr im Raum 3.20. Wer seinen Turnbeutel vergessen hat, meldet sich im Raum 3.40. Die Linien umreißen das Spielfeld.
Wir spielen gemeinsam und zielen nicht auf den Kopf. Die Wasserflaschen können an der Bar aufgefüllt werden. Bei Unklarheiten stehen die Coaches vor Ort zur Verfügung.
Niemand klettert auf den Mattenstapel.
Wir untersuchen die Beziehung, die unsere Bilder zu dem Raum eingehen, der sie umgibt. Raum wird dabei nicht als leerer Behälter verstanden, sondern als das, was darin vor sich geht: wie wir darin sind, uns bewegen und fühlen - was wiederum bestimmt, wie wir die Kunst darin erfahren. Durch künstlerische Eingriffe in den Raum wird die Ausstellung selbst zu einem Um- und Neu-Räumen.
Hier haben wir Glück!
Hier spielen wir und gewinnen!
Hier sind wir füreinander da!
Und hier teilen wir Fortuna mit dem Staffel Verlag: Präsentation der originalgrafischen Mappe PASSAGE, die zum Rundgang 2026 als Ergebnis eines dreitägigen Hochdruck-Workshops der Klasse Reinbothe erscheint.
Und hier machen wir wieder ein Café für alle.
Verschiedene Zeitverständnisse überlagern sich dazwischen. Spuren, die im Entstehungsprozess hinterlassen werden – Zögern, kurze Pausen
kleine Verschiebungen sind teils im Gewebe verborgen, teils sichtbar, und teils dürfen sie sich selbst verbergen.
Für den diesjährigen Rundgang präsentieren die Studierenden des 2. Jahres Medienkunst eine kollaborative Arbeit auf Stoff.
»un/common ground« verbindet individuelle Arbeiten und ein Gemeinschaftsprojekt der Klasse für Künstlerisches Handeln und Forschen. Ausgehend von den Begrifflichkeiten (un)common, common ground und commons werden Fragen nach Zugehörigkeit, Zugang und Ausschluss und Praktiken des Zusammenkommens verhandelt.
Im Spiegel: Visuelle Kultur, Bildkunst, Lichthof, White Cube, Europa
Den Hörsinn umgibt die Aura des Anderen, Untergeordneten, Übersehenen
light shift
night view
Schwerkraft
eine Gruppe sucht sich zusammen, sucht das Einzelne, kommt zusammen, vereinzelt sich, sucht zusammen
bis plötzlich etwas anderes passiert
(live)On air and the ground
das Körperliche zwischen uns spricht
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news fade
in conversation
it's in the air tonight (live)
Draußen bebt und demonstriert die Zeit
Question & Sound macht Sinn und lärmt
Wie klang seine Stimme?
Expanding sideways
A group is present
hello?
Die Klasse für performative Künste lädt das Publikum in soziale, physische und klangliche Situationen ein – am Feuer, im Fahrstuhl, im Klassenraum. Solos und Gruppenperformances geben Einblick in Arbeitsprozesse von Performance als Medienkunst und fordern die Wahrnehmung von Körper, Raum und Zeitlichkeit heraus. Eine Radioübertragung streut auditive Spuren der live Performances on air. Über die Dauer des Rundgangs entspinnt sich ein Netz aus performativen Momenten, die in ihrer Flüchtigkeit weder greifbar noch wiederherstellbar sind.
Programm, R. 2.08:
Donnerstag, 12.02.
19:30 Karaoke
21:30 Unexpected Services // Heather Koen
Freitag. 13.02.
14:00 Group Scores // self-organized class project
15:00 (live) on air // transmission group, Anna Zeit & guests
16:00 Dinner // Soschka
18:00 2 works: Dead Angle (work-in-progress) // Lotta Beckers +++ training unit(y) // Kaya Pilsner
20:00 Lose enden // DJ set: dots and lines
Samstag, 14.02.
12:00 place(less)ness / Ort werden // To Fabek
14:00 Group Scores // self-organized class project
14:30 Karaoke of Silence // Asya Volodina
15:30 (Half Dark Half Gold) // Aseem
16:30 A little demonstration // Andolie Marguerite
17:30 A Valley By The Red Shore // Heather Koen
18:00 Fireplace [oder Feuerstelle] im Innenhof // Frida Schramm
18:00-19:30 Workshop: Echo West – Chor der Zugezogenen // Véra Marie Deubner, Luca Diebold
19:30 Performance: Echo West – Chor der Zugezogenen // Véra Marie Deubner, Luca Diebold
20:00 Lose enden // DJ set: Kaya + Soschka
Sonntag, 15.02.
12:00 Nowness II // Rahel Scharabi
13:00 GIFT FOR HGB // Frida Schramm
14:00 Group Scores // self-organized class project
15:00 3 works: BÄRformance // Caro Otto +++ hysteric parade // Ziska +++ for arachne // Emma Toschka
17:00 Enden // Klasse für performative Künste
Outside + Ongoing
Ongoing: Fahrstuhlinstallationsdienst // Andolie Marguerite
a connection
disappearing
stay with me
to release what still holds us.
we drift through contradictions,
longing for closeness in an atomized world,
where memory is filtered,
where feeling is flattened by code.
feel held
carried
lost
while existing in an atmosphere of nostalgia, we are haunted by the outlines of a future
we never asked for.
Would you stay with me?
Die Klasse für Expanded Cinema hat einen gemeinsamen Film produziert, der eine Reflexion über Bilder der Welt im Umbruch darstellt. In „We Are Making Good Progress“ wurden drei verbundene Szenen im Videostudio der HGB umgesetzt. Sie zeigen Menschen beim Betrachten, Bearbeiten und Reflektieren von Bildern und Tönen. Die Bilder, über die verhandelt wird, sind dabei nicht zu sehen. Vielmehr geht es um die Kontexte und die Wirkung von Bildern im künstlerischen Prozess sowie um Affekte und Bildpolitiken in einer Zeit digitaler Bildveränderung, beispielsweise durch künstliche Intelligenz, (Selbst-)Zensur und Identität. Die Bilder scheinen dabei immer weiter zu verschwinden, bis schließlich sogar die Sprache infrage gestellt wird. Von der Idee über das Drehbuch bis zu Regie und Schauspiel wurden alle Aufgaben in der Klasse verteilt.
Im HGB-Vortragsraum 2.34 wird dieses Kollektivprojekt groß projiziert, während im als Filmstudio inszenierten Saal auf Monitoren weitere individuelle filmische Arbeiten zu sehen sind. Es handelt sich um Videos, die im letzten Jahr aus individuellen Forschungen und Experimenten entstanden sind. Sie reflektieren über KI und die chinesische Kulturrevolution oder den traditionellen koreanischen Trauergesang und porträtieren den letzten Hausmeister eines verlassenen Hochhauses in Belgrad.
Im Expanded-Cinema-Klassenraum 2.40 werden weitere Arbeiten gezeigt. Unter dem Titel „There is no future” sind abstrakte Werke, Soundskulpturen und Fotografien, Texte, Objekte und Videoinstallationen ausgestellt. Auf Bildern sind die Trümmer einer abgeschossenen russischen Kriegsdrohne zu sehen. Man kann eine Kurzgeschichte über das Ende des 20. Jahrhunderts lesen. Im Video wird kolumbianische Kohle kontextualisiert und eine Skulptur schwebt wie explodiert im Raum.
