H
G
B

Sophia Eisenhut unter den Gewinner*innen des Edit Essaypreis 2019

Edit, die Literaturzeitschrift aus Leipzig, hat den Essaypreis dieses Jahr zum fünften Mal vergeben
Nach intensiver Diskussion hat die fünfköpfige Jury am Sonntag, den 27. Oktober einstimmig beschlossen, den Edit Essaypreis zu teilen und an zwei Autor*innen zu vergeben: Sophia Eisenhut & Mazlum Nergiz. Den Radio Essaypreis hat Lisa Krusche für ihren Text "Heul doch" gewonnen.

Edit hat den Essaypreis dieses Jahr zum fünften Mal vergeben, erstmals in einem zweistufigen Verfahren. Zum ersten Mal wurde außerdem der Radio Essaypreis verliehen, an einen Text, der besonders geeignet scheint für eine Inszenierung im Radio. Die Jury, bestehend aus Dr. Hanna Engelmeier, Dr. Michael Lissek, Steffen Popp, Senthuran Varatharajah und Martina Wunderer, hat in einer geschlossenen Sitzung am 23. August in Berlin aus den über zweihundert Einsendungen zunächst die Shortlist ermittelt. In einer öffentlichen Sitzung im Rahmen des Literaturfestivals "Literarischer Herbst" hat sie in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig über die Preisträger*innen entschieden.

Zum Auftakt der Veranstaltung hielt Juror und Lyriker Steffen Popp unter dem Titel „Könnte poetisch werden! Vom Sprengen der Prosa im Essay“ eine Keynote zur Lage des Essays. Im Anschluss wurden die fünf Shortlist-Texte von Sophia Eisenhut, Natascha Gangl, Lisa Krusche, Eva Maria Leuenberger und Mazlum Nergiz von je einem Jury-Mitglied vorgestellt und dann diskutiert. Dass sich die Jury letztlich dazu entschloss, den Edit Essaypreis zu teilen, begründet Jurorin Hanna Engelmeier wiefolgt:

"Die Texte von Sophia Eisenhut und Mazlum Nergiz verdienen es beide, ausgezeichnet zu werden, weil sie in der Wahl ihrer Themen und ästhetischen Verfahren ideal verwirklichen, welche Spannbreite der Essay als Gattung hat."

Sophia Eisenhut und Mazlum Nergiz werden sich das von der Schreib-App Ulysses gestiftete Preisgeld in Höhe von 1000 EUR teilen. Lisa Krusches Text, der mit dem von SWR2 gestifteten Radio Essaypreis ausgezeichnet wurde, läuft am 16. Dezember in einer Radiofassung auf SWR2 in der Sendung "Essay". Sie erhält ein Sendehonorar. Alle drei Gewinner-Texte werden außerdem als E-Book bei Matthes & Seitz Berlin erscheinen und sind in der aktuellen Ausgabe der Edit 78/79 nachzulesen.

Die Preisträger*innen

Sophia Eisenhut, geboren 1995 in Regensburg, lebt in Leipzig, hat Kunstgeschichte und Typographie studiert, studiert seit 2019 bildende Kunst in der Klasse von Michael Riedel. Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Auslandsstipendium des Oberpfälzer Künstlerhauses im Bereich Literatur. In ihrer Schreibpraxis spielt die mediale Reflexivität ebenso eine Rolle wie eine Überwindung der Grenze zwischen Theorie und Fiktion, wie ein Interesse für das Historische als Ort des Utopischen.

Lisa Krusche, geboren 1990, lebt in Braunschweig. Sie hat Kunstwissenschaften & Literarisches Schreiben studiert. Zuletzt veröffentlichte sie in Mindstate Malibu. Kritik ist auch nur eine Form des Eskapismus und Metamorphosen Magazin Nr. 23 & 24. Sie war Stipendiatin des 23. Klagenfurter Literaturkurses.

Mazlum Nergiz wurde 1991 in Diyarbakir/Türkei geboren. Studierte Komparatistik, Kulturanthropologie und Religionswissenschaft in Berlin. Seit dem Sommersemster 2019 studiert er Medienkunst an der Bauhaus Universität Weimar. Als Dramaturg konzipierte er Stücke am Maxim Gorki Theater. Das Stück »Stören« in der Regie von Suna Gürler wurde zum Radikal jung 2017 und zum Theatertreffen der Jugend 2017 eingeladen. Zur Zeit arbeitet Mazlum an seinem ersten längeren Hörspiel.

Die Jury

Hanna Engelmeier forscht nach einer Station am Graduiertenkolleg "Schreibszene Frankfurt" nun am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Nebenbei schreibt sie für die taz, die Süddeutsche Zeitung und die ZEIT.

Michael Lissek ist Redakteur bei SWR2 und betreut dort den "Essay". www.swr2.de/essay

Steffen Popp ist Lyriker und Romanautor. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Dresden und Berlin, sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Zuletzt erschien von ihm der Lyrikband »118« bei Kookbooks.

Senthuran Varatharajah, studierte Philosophie, Theologie und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. Unter anderem für seinen Roman »Von der Zunahme der Zeichen« erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Bremer Literaturförderpreis, den Kranichsteiner Literaturförderpreis und das Arbeitsstipendium des Berliner Senats.

Martina Wunderer ist Lektorin für deutschsprachige Literatur im Suhrkamp Verlag und bloggt außerdem für das Logbuch Suhrkamp.