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Andrėja Šaltytė mit dem Bundespreis für Kunststudierende ausgezeichnet

Zu den diesjährigen Preisträger*innen des Bundespreises für Kunststudierende gehört die HGB-Studierende Andrėja Šaltytė. Seit 2018 ist sie Meisterschülerin bei Clemens von Wedemeyer. Zuvor schloss sie bereits ihr Diplom an der HGB im Bereich Medienkunst in der Klasse Bildende Kunst von Helmut Mark ab und studierte Malerei in Vilnius und Grenoble.

Ausgezeichnet wurde sie für ihre Videoarbeit „Der 7.Fall“ und ihre filmische Arbeit in progress „Kiewer Zunge: du sprichst, doch die Sprache gehört dir nicht“. Für „Kiewer Zunge“ war eine Sitzung des Ukrainischen Parlaments im Mai 2019 zu dem Sprachgesetzentwurf 5670d “Über die Funktion der ukrainischen Sprache als Amtssprache“ der Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit der Sprache. Nach den Bürger*innenprotesten auf dem Maidan im Jahr 2014 ist die Sprache in der Ukraine besonders schuldig geworden. Der Klang deiner Sprache ist nun dein Gesicht. Der sich im Mittelpunkt der politischen Landschaft befindende russisch-ukrainische Konflikt wird auf die Sprache übergelagert.

„Šaltytė greift mit den Skripten und Konzepten ihrer Filme subtil in die vorgeschriebene Ordnung sprachlicher Strukturen ein und demonstriert dies anhand der Sprachdifferenzen, etwa in der Ukraine. Sie will Hierarchien, Machtstrukturen, Traditionen oder Rituale des Alltags hervorheben und herausfordern und dem performativen Sprechakt neue Dimensionen geben. Zwischen dem Dokumentarischen und der Fiktion gibt es keine eindeutige Grenze. Die soziale Situation in den Filmen von Šaltytė entspricht einem politischen und kulturellen Setting, das von den inszenierten Handlungen aufgebrochen wird“, so Dr. Sebastian Baden in der Jurybegründung.

Acht Kunststudierende werden beim Bundeswettbewerb „Bundespreis für Kunststudierende“ jeweils mit Preisen und Produktionsstipendien ausgezeichnet. Die Preisträger*innen teilen sich zu gleichen Teilen insgesamt 30.000 Euro Preisgeld sowie 18.000 Euro Produktionsstipendien. Letztere sollen es ihnen ermöglichen, gezielt Werke für die Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn zu erarbeiten.

Die feierliche Preisverleihung und Ausstellungseröffnung findet am 11. November 2021 in der Bundeskunsthalle statt. Hier werden die Werke der acht Studierenden vom 12. November 2021 bis 30. Januar 2022 gezeigt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lobt den Wettbewerb seit 1983 aus und organisiert wird er durch das Deutsche Studentenwerk. Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt die Werke der Kunststudierenden exklusiv.

Die Mitglieder der diesjährigen Jury waren: Dr. Sebastian Baden, Kurator zeitgenössische Kunst und Skulptur, Kunsthalle Mannheim, Milan Ther, Direktor Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft und Franciska Zólyom, Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig.

Weitere Infos finden Sie unter:
http://www.kunst-wettbewerb.de/
https://www.studentenwerke.de/de/content/25-bundespreis-f%C3%BCr-kunststudierende-acht-0