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Dayoung Jung erhält den VNGart-Preis 2026

Dayoung Jung erhält den VNGart-Preis 2026
Zugehörige Ausstellung „Present Collective II“ in der Werkschauhalle der Spinnerei noch bis 16. Mai zu sehen

Die VNG-Kunstinitiative VNGart und die VNG-Stiftung haben zur Eröffnung der Ausstellung „Present Collective II“  Dayoung Young mit dem VNGart-Preis 2026 ausgezeichnet.  Bei der zweiten Auflage des jeweils mit 3.000 dotierten Kunstpreises wurden zwei Arbeiten gewürdigt, die sich intensiv mit dem Thema „Gemeinschaft im Wandel – künstlerische Perspektiven des Zusammenhalts“ auseinandersetzen und aktuelle Diskurse künstlerisch reflektieren. Neben Dayoung Jung hat David Kind von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle die Auszeichnung erhalten.

Dayoung Jung (*1992 in Suwon, Südkorea) ist Medienkünstlerin und Studentin der Klasse Installation und Raum an der HGB Leipzig. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Räumen als Träger sensueller, emotionaler und historischer Narrative. In der für den VNGart-Preis eingereichten Video und Installationsarbeit „Du neben uns“ sowie der Forschungsarbeit „We, We, We and We“ setzt sie sich mit kollektiver Erinnerung und marginalisierten Perspektiven auseinander. Ihre Arbeit verbindet persönliche Erzählungen mit archivierten Fotografien und macht Formen gemeinsamer Geschichte sichtbar, die lange übersehen wurden. Im Zentrum steht die Frage, wie Erinnerung bewahrt, vermittelt sowie historisiert werden kann und wessen Stimmen dabei Teil einer gemeinsamen Erinnerungskultur sind. In diesem Kontext bringt Jung Vergangenheit und Gegenwart in einen sensiblen Dialog zueinander und begreift Gemeinschaft als vielstimmiges und offenes Narrativ. Ihre Arbeiten laden das Publikum dazu ein, bestimmte Räume und Sinne von Erinnerung selbst zu durchlaufen.

„Die prämierten Arbeiten haben die Jury vor allem aufgrund ihrer konzeptionellen Tiefe, formalen Präzision und hohen gesellschaftlichen Relevanz begeistert. Sie greifen aktuelle Fragestellungen mit großer Sensibilität auf und finden dafür eine jeweils eigene, prägnante und berührende Bildsprache. Die Arbeiten von David Kind und Dayoung Jung verbinden ästhetische Konsequenz mit inhaltlicher Vielschichtigkeit und eröffnen so neue Perspektiven auf prägende Themen unserer Zeit“, erläutert Dr. Jenny Graser, Kuratorin des Museums der bildenden Künste (MdbK) in Leipzig.    

Ausgeschrieben wurde der Kunstwettbewerb an Studierende sowie Absolvent*innen im ersten Jahr nach ihrem Abschluss an renommierten mitteldeutschen Kunsthochschulen. Insgesamt sind knapp 100 Bewerbungen eingegangen. Die beiden prämierten Studierenden konnten mit ihren Werken eine Fachjury aus acht Expert*innen der Region überzeugen. Der VNGart-Preis wird im zweijährlichen Turnus vergeben und zählt zu den wenigen Kunstförderpreisen in Mitteldeutschland. 

Die ausgezeichneten Arbeiten sind Teil der Ausstellung „Present Collective II: Umbrüche. Impulse aus Mitteldeutschland“ in der Werkschauhalle auf dem Spinnerei Gelände. Die von Juness Beshir kuratierte Ausstellung zeigt eine Vielzahl an Werken der Preisträger*innen aus den Jahren 2024 und 2026, aus der VNGart-Sammlung sowie weitere künstlerische Positionen zum Thema Umbrüche. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Mai 2026 kostenfrei zugänglich (Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 12 bis 17 Uhr; Samstag 11 bis 17 Uhr).