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Hannah Witte erhält Meisterschüler*innenpreis der G2 Kunsthalle

Im Rahmen der Eröffnung der M26 Ausstellung der Meisterschüler*innen der HGB haben Steffen Hildebrand, Sammler und Geschäftsführer der G2 Kunsthalle, sowie Leo Wedepohl, Direktor der G2, den Meisterschüler*innen-Preis 2026 verliehen.

Die diesjährige Preisträgerin ist Hannah Witte. Für ihre Abschlussarbeit Queering Dis/ability Design erhält sie das Preisgeld in Höhe von 10.000 € und einen Arbeitsraum für den Zeitraum von 12 Monaten. Der Preis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgelobt.

Hannah Witte ist Grafikdesignerin und lebt in Leipzig. Sie studierte Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste in Essen und schloss ihr Studium 2020 ab. 2024 folgte das Diplom an der HGB Leipzig und 2026 ebenfalls dort das Meisterschüler*innen-Studium in der Klasse für Typografie bei Prof. Anna Lena von Helldorff.

In ihrer gestalterischen Praxis liegt der Schwerpunkt auf Printmedien, experimenteller Typografie und visuellen Identitäten – überwiegend im Kunst- und Kulturbereich. Dabei erforscht sie queerfeministische Strategien, um diskriminierende Strukturen und Leerstellen in Designprozessen sichtbar zu machen und zu dekonstruieren.

Ihr Buch „Typohacks – Handbuch für Typografie und gendersensible Sprache“ erschien 2021 im form Verlag. Seit 2022 ist sie außerdem Mitgründerin von FLINType, einer Online-Plattform und einem lebendigen Archiv, das Schriften von FLINTA-Personen aus aller Welt sichtbar macht.

In der Jurybegründung heißt es: „Die 1993 in Herdecke geborene Hannah Witte entwickelt mit „Queering Dis/ability Design“ ein praxisorientiertes Handbuch für Gestalter*innen, das sich mit Barrierefreiheit, Zugänglichkeit und Inklusion im Grafikdesign auseinandersetzt. Die Arbeit vereint queere, feministische und be_hinderte Perspektiven und überführt diese in eine konkrete gestalterische Praxis. Dabei setzt sie nicht erst bei der nachträglichen Anpassung von Gestaltung an, sondern versteht inklusives Denken als grundlegenden Bestandteil des Entwurfsprozesses. Witte verbindet Designpraxis mit künstlerischer Forschung und Theorie. Dabei geht es nicht allein darum, bestehende Barrieren zu beseitigen, sondern auch darum, sie sichtbar zu machen, zu hinterfragen und neue Perspektiven auf Gestaltung zu eröffnen. Ergänzt wird die Publikation durch eine Workshopreihe, in der Gestalter*innen experimentelle und partizipative Strategien entwickeln und erproben. Die Publikation versteht Barrierefreiheit nicht als ergänzende Maßnahme, sondern als zentrale Gestaltungsaufgabe und eröffnet damit Impulse für eine zugänglichere und inklusivere Zukunft. Ihre Relevanz reicht dabei über die Designpraxis hinaus und versteht sich als Einladung für die gesellschaftliche Öffentlichkeit sich mit Themen des Barriereabbaus zu beschäftigen.“

Die Mitglieder der Fachjury 2026 waren: 
Steffen Hildebrand (Sammler und Geschäftsführer G2 Kunsthalle), Stephan Koal (Leiter Kunstverein Ost Berlin), Dr. Barbara Cueto (Kuratorin Transmediale) und Leo Wedepohl (Direktor G2 Kunsthalle)

Voraussetzung für die Bewerbung war der erfolgreiche Abschluss der Meisterschüler*innen-Prüfung an der HGB im Jahr 2026. Eingereicht wurden Arbeiten aus den Bereichen Buchkunst/Grafik-Design, Malerei/ Grafik, Fotografie und Medienkunst. Mit der Stiftung des medien- und klassenübergreifenden Meisterschüler*innenpreises fördert die G2 Kunsthalle gezielt und direkt junge Künstler*innen, die am Beginn ihrer Laufbahn stehen. Ziel ist die Unterstützung der Entwicklung zeitgenössischer Kunstproduktion vor Ort. Ausgelobt wird der Preis einmal jährlich unter allen Meisterschüler*innen der HGB eines Jahrgangs.