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Meisterschüler*innen

Diplomand*innen

Holding pattern

Mihai Șovăială

Die Bilder, die zwischen 2017 und 2019 entstanden sind, zeigen die Umgebung eines Flughafens und seiner Landebahn in Brasov, Rumänien.
Die Landebahn wurde 2014 aufgebaut, seitdem wurden jedoch alle Bauarbeiten wie das Terminal, die Parkplätze oder der Kontrollturm aus verschiedenen Gründen eingestellt.

Holding pattern

Holding Pattern, Buchaufnahme, Umschlag

Holding Pattern, Buchaufnahme, Inhalt

Holding Pattern, Buchaufnahme, Inhalt

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Rauminstallation mit Stühlen und Sound

Rauminstallation mit Stühlen und Sound

Rauminstallation mit Stühlen und Sound

Im Jahr 2014 wurde einige Kilometer westlich von Braşov in Zentralrumänien eine Landebahn als Einweihungsphase eines internationalen Flughafens gebaut. Aus verschiedenen Gründen, politische aber auch wirtschaftliche, ist ein halbes Jahrzehnt später der Flughafen noch nicht gebaut. Ein Grund davon ist motiviert durch die Tatsache, dass Bukarests Wirtschaft darunter leiden wird, weil es nicht länger ein Transitpunkt sein wird. Aber natürlich lag der Hauptgrund in der Unterfinanzierung. Obwohl eine riesige Menge Geld für den Bau aus der Europäischen Union kam, ging es in den Geschäften des Korruptionssystems verloren. Nachdem die Bauarbeiten gestoppt wurden, wurde die halbverlassene Landebahn von Aktivität überflutet. Landwirtschaftliche Maschinen nutzten den Landstreif, um die Felder zu überqueren. Liebhaber der Geschwindigkeit kamen zum Autorennen. Kinder aus der nahe gelegenen Stadt Ghimbav kamen zum Spielen auf die Landebahn. Das Paradoxon einer unvollendeten Konstruktion, die noch aktiv war, löste meine Faszination für diesen Ort aus und brachte das Projekt auf den Weg.

In der Umgebung des Landstreifens befinden sich eine Helikopterfabrik und ein Segelflugverein. Bei meinem ersten Besuch Ende 2016 war die Landebahn bereits von Stacheldraht umgeben und stark bewacht. Angesichts des geschlossenen Landebahnbereichs begann ich, „draussen“ um die Landebahn herum Bilder zu machen. Zwischen 2016 und 2019 bin ich wiederholt nach Braşov zurückgekehrt, um den Ort zu fotografieren und die Umgebung, die Strukturen und alle Objekte, die ihn füllen, zu betrachten.

Als ich angefangen habe, den Ort zu dokumentieren, betrachtete ich alle möglichen Objekte, Trümmer, halb gebaute Konstruktionen, die in der Zeit feststeckten. Die ganze Szene sah eher wie ein Flughafen aus, der abgebaut wird, als eine in Arbeit befindliche Konstruktion. Indem ich diese Überbleibsel fotografierte, versuchte ich, ein Wörterbuch der Formen und ein Vokabular dafür zu erstellen, wie diese Formen miteinander in Beziehung stehen. Jedes Bild führte mich zu einem anderen. Auf diese Weise war ich in der Lage, verschiedene Formen und Situationen zu assoziieren, um das oben erwähnte Vokabular zu erreichen. In diesem Sinne sind die Bilder im Buch verso und recto nach Formen gepaart, so dass ein Echo zwischen Land und Himmel, Organischem und von Menschenhand Geschaffenen, Neuem und Altem entsteht und so ein zeitliches Gefühl erzeugt wird. Innerhalb des Buches breitet sich die Assoziation von einzelnen Objekten und Situationen aus, die einst dekontextualisiert wurden und einen neuen Raum des aktuellen Flughafenstandes schufen.

Zwischen 2017 und 2019, als ich ständig von Deutschland nach Rumänien hin und her geflogen war, um den Flughafen zu fotografieren, habe ich erfahren, dass Rumänien nach Syrien die zweitgrösste Migrationsrate in Europa hatte. Unter Berücksichtigung, dass in Rumänien kein Krieg ist. Über 5 Millionen Rumänen leben und arbeiten im Ausland. Kurz darauf habe ich begonnen, diesen Flughafen als einen versprochenen Wunsch für die Menschen zu betrachten, die irgendwann in ihr Land zurückkehren könnten. Was der erste Flughafen im postkommunistischen Rumänien sein sollte, ist heutzutage ein perfektes Beispiel für ein korruptes System. Kürzlich wurden neue Gerüchte verbreitet, dass der Flughafen bis Ende 2021 fertiggestellt sein wird. Ziel des Flughafens ist es, mehr Tourismus zu generieren und die westeuropäischen Unternehmen in der Region zu unterstützen, indem ihnen eine Plattform für den Warentransport und die Geschäftsausweitung zur Verfügung gestellt wird.

Das Buch enthält 70 Bilder, die aus fast 200 ausgewählt wurden. Durch die Verwendung von Schwarz-Weiß wollte ich das atemporale Gefühl stärken und alles auf die Grundebene der Formen reduzieren. "Holding Pattern" schliesst mit zwei breiten Luftaufnahmen aus einem Flugzeug, die den Inhalt kontextualisieren. Der erste zeigt den Streifen selbst, eine weiße Naht in der Landschaft. Die zweite fokussiert den Betrachter auf Braşov, indem sie den Bezirk der Wohnblöcke des späten 20. Jahrhunderts darstellt. Für mich war es wichtig, diese beiden Bilder zu erhalten, die auf eine Weise ein besseres Verständnis des Kontextes bieten, gleichzeitig aber mehr Fragen aufwerfen und Sie dazu zwingen, zurück zu gehen und noch einmal zu betrachten, was Sie gerade gesehen haben.

"Holding pattern" ist ein Luftfahrt verwendetes Manöver, mit dem ein bereits im Flug befindliches Flugzeug verzögert werden soll, während es innerhalb eines bestimmten Luftraums gehalten wird. Das Verfahren beinhaltet ovale Flüge, die von Flugzeugen durchgeführt werden und somit auf neue Informationen bezüglich der Landeverfügbarkeit warten.

Fachklasse: Klasse für Fotografie und Medien von Joachim Brohm

Studiengang: Fotografie

Abschlussarbeiten 2020

▸ Meisterschüler*innen

Name Titel
Paula Ábalos Santibáñez THE INVISIBLE CLOTH
Nico Curian Schimmer
Katarína Dubovská Intertwined Conditions
Martin Haufe Freundschaft
Juliane Mahler Reliefs
Kirill Gluschenko Architect and The Countryside. Estonia ’66–’89
Silas Mücke On Point
Larissa Mühlrath memoriae
Mihai Șovăială Holding pattern
Julia Debus VIA
Manuel Cornelius dry end, food dye
Jennifer König Coming back to where I started
Kai-Hendrik Windeler Territorial Objects
Barbara Proschak SO LANG UND ETWAS LÄNGER - Anhaften von Fremdmaterial
Stefan Wartenberg Als ich wie ein Vogel war

▸ Diplomand*innen

Name Titel
Lina Ehrentraut Melek und ich – Interdimensional Love Affairs
Maren Oehling Kühn & Nägel
Hjördis Lyn Behncken Bold, slick, simple, clear, my mind
Sibel Beyer A System of Objects
Hans Morsa Die Bakenstadt
Sabrina Asche Textiles
Maximilian Hillerzeder Poison Paradise
Franz Impler Out of Bounds
Lea Loos Widerstand ist zwecklos. Nein!
Friedericke Lehmann Sinem Maliqi - Leben in Paris
Monika Micevičiūtė Wer bin ich? – Identität in Bildern
Toni Minge o.T.
Marco Dirr Aporía
Rebekka Bauer Die Aufstellung
Tim Deniz Heide The Joy of Missing Out
Philip Kanwischer Äußere Vorzeichen, innere Ahnungen
Oscar Lebeck Fundament
Christian Nappert presque rien/tout
Alexander Pannier The Housefly
Silke Berg unter Farben
Manuela Dathe Zeichnungen
Luca De Sousa Oliveira Schupp
Elena Kovylyaeva Flow
Jens-Martin Triebel Die Dinge in Bewegung
Yve Riedinger Ohne Titel
Galamb Thorday all my past and futures
Annika Stoll Hyperfluid Circumstances
Jessica Arseneau Serie "The Screen Under My Eyelids"
Changan Son o.T.
Bernhard Bormann Diplomzertifikat
Beatrice Schuett Moumdjian Forensic Excavations Inventory or The Total Deconstruction of an Eurasian Family
Nadine Rangosch Cold Glass Doesn't Flow
Boa Cha Das Rascheln des Vergehenden
Ho Man Law The Noblest Pain/Mare Nostrum/Burial at Sea/Pateras
Zeno Gries Die Zweitbesetzung Jahr: 2020
Andrea Garcia Vasquez Palms And Our Hands
Evij CHROMATIC
Moritz von Schurer experiences
Jana Ritchie Familie Ritchie
Taemen Jung Alles, was ich habe, trag ich bei mir
Maria Cebula The Ritual The Vanity The Look
Paul Zech EPHEMERAL UNION (EU106)
Thomas Spieler Depth of Field
Ramona Schacht Togetherness is not a state
Yasamin Saffarian Taken at Home
Paul Wilting /Fleck/
Friedrich Günther Tales from the Crypt
Jakob Limmer call for submission
David Rank In a Coded World, There is Nothing Like Normcore
Yana Zschiedrich Hybris
Malte Urban Home is Castle - Playing Jenga in Bed
Martin König o.T.
Yoonjung Lee Wovon Frau Lee lebt
Felix Bielmeier o.T. (Die Möglichkeit eines Mammuts)
Jakob Zander