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"Deculturalize" von Ilse Lafer erscheint bei Mousse Publishing

Bei Mousse Publishing ist die Publikation "Deculturalize" von Ilse Lafer erschienen. Die Kuratorin leitet seit Februar 2018 die Galerie der HGB .

Die radikal-feministische Praxis der italienischen Kunsthistorikerin, Kunstkritikerin, Poetin und Feministin Carla Lonzi (1934 –1982) und deren mögliche Beziehbarkeit auf historische als auch gegenwärtige Kunstpraxen bildet den thematischen Rahmen für die vorliegende Publikation „Deculturalize“. Die im Buchtitel anklingende und auf Carla Lonzi rekurrierende Forderung zur „deculturizzazione“ basiert auf Lonzis Diagnose, dass die Inklusion der Frau in die Gesellschaft als konstante Kolonialisierung zu identifizieren sei. Die damit einhergehende „Machtlosigkeit, Geschichtslosigkeit, Kulturlosigkeit“ und „Bedeutungslosigkeit“ von Frauen könne demgemäß nur mit der Etablierung einer „unerwarteten“ (weiblichen) Subjektform gebrochen werden: Statt weiterhin Objekt historisch-sozialer Dynamiken der Macht zu sein, solle die Frau über eine kontinuierliche Bewegung des Sich-der-(patriarchalen) Norm-Entziehens zum Subjekt ihrer eigenen Lebenspraxis werden.

Ob und inwieweit dieser radikal-feministische Ansatz der italienischen Kunsthistorikerin sich auf Begriffe und Konzepte der Kunst stützt, bzw. über künstlerische Praktiken zu historischen bzw. aktualisieren ist, befragen die Autor*innen dieser Publikation. Den Anlass hierfür lieferte die von Ilse Lafer kuratierte Ausstellung „Doing Deculturalization“ (Museion, Bolzano 2019) und das damit verbundene Anliegen die (historisch ambivalente) Beziehung zwischen (italienischer) weiblicher Kunst und feministischer Theoriebildung zu thematisieren. Dem widmen sich insbesondere die Textbeiträge von Sabeth Buchmann, Laura Iammuri, Marco Scotini/ Elvira Vannini und Giovanna Zapperi in ihrer Auseinandersetzung mit den Arbeiten von Künstlerinnen, deren Praxis auf den Begriff der „deculturizzazione“ beziehbar ist. Die Beiträge der Künstlerinnen Claire Fontaine, Ariane Müller, Margherita Morgantin (im Gespräch mit Lia Cigarini) und Suzanne Santoro (im Gespräch mit Ilse Lafer) lassen sich als spezifische Reflexionen auf Carla Lonzis feministisches Erbe begreifen, das stets mit der je eigenen künstlerisch-feministischen Praxis in einem Verhältnis steht. Dem gegenüber steht die von Marc Rölli und Annarosa Buttarelli geleistete philosophisch-analytische Begriffsarbeit, die Lonzis Konzept der „deculturizzazione“ auf Basis ihrer historischen Bezugspunkte rekonstruieren und für die Gegenwart aktualisieren.

Deculturalize
Edited by Ilse Lafer

Texts by Sabeth Buchmann, Annarosa Buttarelli, Claire Fontaine, Laura Iamurri, Ilse Lafer, Margherita Morgantin in conversation with Lia Cigarini, Ariane Müller, Letizia Ragaglia, Marc Rölli, Suzanne Santoro in conversation with Ilse Lafer, Marco Scotini and Elvira Vannini, Giovanna Zapperi

2020
Englisch/Deutsch/Italienisch
350 Seiten
Softcover, 13.8 × 21 cm
ISBN 978-88-6749-428-6
30 Euro

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