intermediales ausstellungsprojekt der hgb // 30.01. - 13.02.2009

Stefan Hurtig

»public piece«

Video

Die Ver-Dichtung des Bildmaterials durch Schnitt und Struktur sucht die Nähe zu unseren heutigen Sehgewohnheiten, bestimmt durch das digitale Bild. Denn in einer visuell dominierten Gesellschaft erfahren wir die Wirklichkeit vorrangig über einen "Schirm kulturell vermittelter Bilder". Die öffentlichkeitswirksame Inszenierung von Identitäten (YouTube, MySpace,...), politischen Ereignissen (Entführervideos, Kriegsberichterstattung...) aber auch Kulturinstitutionen mit Hilfe von Bildern/Images ist heute Voraussetzung für deren Wahrnehmung und gesellschaftliche Relevanz. Public Piece stellt die Frage nach der Möglichkeit eines subversiven Umgangs mit öffentlichen Bildern in Zeiten der geforderten unbeschränkten Sichtbarkeit.

Nein, die Arbeit Public Piece ist keine bloße Dokumentation der Leipziger Gemüseschlacht bzw. Kissenschlacht. Vielmehr will das bewegte Bild bezeugen, dass gerade solche "cultural performances" auf spielerische Art und Weise Wirklichkeit herstellen bzw. aufführen, z.B. die Phantasien einer Subkultur oder die Entwicklungen einer Stadt. Denn letztlich kann man die vorerst zweckfreie Spaßschlacht durchaus als kollektive Wiederaneignungs- Strategie des zunehmens privatisierten und ökonomisierten öffentlichen Raumes, als eine Art Gegen-Image, lesen.

www.sichtsimulator.de