intermediales ausstellungsprojekt der hgb // 30.01. - 13.02.2009

Marlene Morgenstern

»Sklave«

Installation

Für das Projekt, welches die Künstlerin rein virtuell am Computer ausübt, nahm sie die Rolle einer professionellen Domina an.
Ihre Arbeit, mit der sie auch Geld verdient, besteht haupsächlich darin, dass sie einem Sklaven, der sich Wessisklave Bimbo nennt und sie als seine stolze Sachsenherrin anspricht, so genannte Neigungsemails schickt, deren Inhalt hauptsächlich aus Demütigungen und Beschimpfungen bestehen. Teilweise bedient sie sich dabei fiktiver Szenarien, in die sich ihr Sklave hineinversetzt, zum Beispiel thront sie auf seinem Rücken, während er auf Knien kriechend in aller Öffentlichkeit als ihr Transportmittel für diverse Einkäufe herhalten muss.
Anfänglich war es eine weitere Aufgabe von ihr, ihm am Wochenanfang einen Arbeitsplan zukommen zu lassen. Sie teilte seine freie Zeit mit diversen Nebenjobs ein und von jeder dieser Arbeitsstunden erhielt sie einen finanziellen Anteil. Aufgrund eines gesundheitlichen Problems stellt sie ihm mittlerweise körperlich weniger beanspruchende Aufgaben, wie beispielsweise in der Fußgängerzone nach Geld betteln.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Projekt findet in einer Art Dokumentation statt, die den bisherigen Verlauf des Experiments darzustellen versucht.