intermediales ausstellungsprojekt der hgb // 30.01. - 13.02.2009

Guillermo Fiallo Montero

»Verdrängung«

Installation

Unsere heutige Gesellschaft beruht auf Grenzen. Wie nie zuvor zerteilt der Mensch den Raum. Diese Zerspaltung scheint in erster Linie sozio-politisch und kulturell begründet, ist aber in Wirklichkeit viel mehr durch wirtschaftliche Phänomene bedingt. Ähnlich wie Menschen werden auch Produkte, Tiere oder Pflanzen, je nach Herkunftsort, unterschiedlich akzeptiert.
Die Installation Verdrängung besteht aus zwei gegenüberliegend angeordneten Teilen. An einer Wand befindet sich ein Zeitungsausschnitt, der über die drohende Verdrängung einheimischer Flora durch exotische Gewächse berichtet. Alle Hinweise, dass es sich bei dem Artikel um Pflanzen handelt, wurden geschwärzt - zurückbleibt ein Bericht über Bedrohung, der sich ebenso gut auf Menschen bezogen lesen lässt.
Dem gegenüber befinden sich fünf aus dem Interieur des Landgerichtes stammende, auf Podesten präsentierte Büropflanzen. Eine Beschilderung gibt Auskunft über den deutschen Namen, den Originalstandort im Gerichtsgebäude, die Herkunft und das Jahr der Importierung der einzelnen Pflanzen, wie z.B. "Geldbaum aus Raum 219", Herkunft: Madagaskar, Importiert: 1821.

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