intermediales ausstellungsprojekt der hgb // 30.01. - 13.02.2009

Front Deutscher Äpfel

Installationsansicht



Die Kunstinitiative Front Deutscher Äpfel wurde 2004 in Leipzig gegründet. Anlass waren die regelmäßig stattfindenden Nazi Demonstrationen, initiiert von Christian Worch. All das geschah vor dem Hintergrund der Landtagswahl, bei der die NPD erstmals in den sächsischen Landtag gewählt wurde. Ihr Vorsitzender wurde Namenspate: Holger Apfel. Mit ebendieser Frucht versucht die F.D.Ä. die bürgerlichen Umtriebe der neuen Rechten auf satirische Art und Weise offenzulegen. Sie versteht sich primär als eine Reaktion auf die Übernahme von ehemals emanzipatorischen Symbolen durch die Rechten. Die Motivation der Nazis von heute ist dabei schnell erklärt: durch die Betonung auf das vermeintlich Sozialrevolutionäre innerhalb ihrer Ideologie sollen vor allem Jugendliche angesprochen werden, die schon eine gewisse rebellische Attitüde mitbringen. Der "Schafspelz", der sich in der Szene nicht mehr als plumpe Bomberjacke plus Glatze plus Springerstiefel darstellt, wird von der Apfelfront wieder auf des Pudels Kern (Ausländerhass, Intoleranz, Gleichschaltung aller Teile der Gesellschaft) herunter gebrochen. Mithilfe von roten Armbinden, Fahnen, Fähnchen, anderen Devotionalien, die alle mit dem schwarzen Apfel im weißen Kreis versehen sind, und einem waschechten "Führer" wird der Nationalismus im Schafspelz der heutigen Rechten wirkungsvoll entlarvt. Die Front Deutscher Äpfel spielt genau mit diesem Element, in dem sie die allseits bekannten Symbole der Nazis in den Vordergrund rückt. Die einzelnen Gestaltungselemente werden dabei parodiert bzw. mit sinnentleerten Inhalten rund um das Thema Obst gefüllt. Denn hinter der Fassade sog. Autonomer Nationalisten und zum Beispiel auch einer anwachsenden rechten Graffitibewegung stehen selbstverständlich die altbekannten reaktionären Ansichten.