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Meisterschüler*innen

Diplomand*innen

Wer bin ich? – Identität in Bildern

Monika Micevičiūtė

In einem andauernden Portrait-Prozess befragt sich die Künstlerin selbst und begibt sich auf die Suche nach der eigenen Identität. Die systematisch-forschende Methode erweitert ihr foto-/grafisches Vokabular ständig weiter. Die Mindmap dokumentiert; verknüpft neu, eröffnet einen dreidimensionalen Denkraum. Die sechs Archiv-Ordner zeigen den vollständigen Arbeitsprozess, während die sechs Ringordner ergänzend zu betrachten sind.

Wer bin ich? – Identität in Bildern

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Wer bin ich? – Identität in Bildern

Wer bin ich? – Identität in Bildern


Wer bin ich? – Identität in Bildern


Wer bin ich? – Identität in Bildern

In meiner Theorie-Arbeit »Lebendige Erinnerungen – leblose Dokumente« setzte ich mich mit Archivmaterial meines Großvaters (Familienfotos, Briefen, seiner KGB-Akte aus dem Litauischen Sonderarchiv), einem Interview mit meiner Mutter auseinander. Meinen Großvater lernte ich leider nie persönlich kennen und so fühlte ich mich angeregt, mir ein fiktives Bild bzw. eine Erinnerungsnarration herzuleiten.
Durch die »theoretische« Beschäftigung mit meinem Großvater wurde mein Blick bald auf mich selbst zurückgeworfen und ich stellte mir Fragen zu meiner Identität: Wer war ich, wer bin ich? – und, wo fühle ich mich verwurzelt bzw. wo kann ich mich verorten?

In der praktischen Arbeit meines Diploms entschied ich mich deshalb für das Medium der Fotografie. Denn die Fotografie, als methodisch-prozesshafte Bild und Erinnerungstechnik verstanden, gibt mir unbegrenzte Möglichkeiten, mich selbst zu spiegeln. Über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten konstruierte ich von mir eine Fülle von Portraitserien: Momentaufnahmen, »Erinnerungsstücke«, Deutungsversuche;… – und ordnete diese in einem zweiten Prozess in Form einer Mindmap an: Um so auch wechselseitige Beziehungen und Assoziationen zwischen den ausgewählten Portraits und Serien stärker herausstellen zu können. Ich druckte diese Bilder in unterschiedlichen Größen aus, platziere sie seriell und als Cluster an der Wand, sowie im Raum. Durch die räumlichen Anordnungen werden für mich die Bezüge zwischen den Fotografien sichtbarer, sie erhalten nun zusätzliche Ebenen, und können so aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten werden.

Dieses Portrait-Mapping zeichnet meine systematisch-forschende Arbeitsmethode, meine fotografischen Versuchsanordnungen nach – jedes Portrait, jede Serie, jedes Cluster steht stellvertretend für die Suche nach meiner eigenen Identität und bildet diese facettenreich visuell ab. Doch wie ich mir auch kein vollständiges Bild meines Großvaters (re-)konstruieren vermag, gibt es für mich auch nicht »das eine Bild«, dass mein Identitätsgefühl vollständig abbildet. Durch die Fülle an Abbildern entsteht eine Vielzahl von Bezügen, Schichtungen, Wahrnehmungseindrücken und -möglichkeiten meiner Person. Dabei sind es vor allem die Kontraste zwischen den Bildern, Bildserien, die eine stimmige, erschöpfende Darstellung meiner Identität erschweren. – Denselben Eindruck hatte ich während der Bearbeitung des vielfältigen Erinnerungsmaterials von und über meinen Großvater, sodass in meiner Wahrnehmung seiner Identität, diese sich in einem andauernden fluiden, (»fließenden«) Zustand befand ... Mein foto-/grafisches Verfahren zeigt den Versuch auf, mich über einen andauernden Portrait-Prozess immer weiter und wieder neu zu befragen, mich selbst neu zu entdecken. – Die systematisch-forschende Methode erweitert das foto-/grafische Vokabular ständig weiter, ist aber zugleich andauernde Methode der Befragung und demgemäß eines Erkenntnisgewinns. – Die Mindmap dokumentiert; verknüpft neu, eröffnet einen dreidimensionalen Denkraum. Dennoch wird auch dieser immer nur einen Ausschnitt abbilden, weil auch dieser von der kontinuierlichen (auch imaginierten) Erweiterung der Bild-Cluster lebt; – und damit immer wieder neue Rückschlüsse auf Identität/en gezogen werden können.

Fachklasse: Klasse für Typografie von Ludovic Balland

Studiengang: Buchkunst/Grafik-Design

Abschlussarbeiten 2020

▸ Meisterschüler*innen

Name Titel
Paula Ábalos Santibáñez THE INVISIBLE CLOTH
Nico Curian Schimmer
Katarína Dubovská Intertwined Conditions
Martin Haufe exemplarische kämpfe
Juliane Mahler Reliefs
Kirill Gluschenko Architect and The Countryside. Estonia ’66–’89
Silas Mücke On Point
Larissa Mühlrath memoriae
Mihai Șovăială Holding pattern
Julia Debus VIA
Manuel Cornelius dry end, food dye
Jennifer König Coming back to where I started
Kai-Hendrik Windeler Territorial Objects
Barbara Proschak SO LANG UND ETWAS LÄNGER - Anhaften von Fremdmaterial
Stefan Wartenberg Als ich wie ein Vogel war

▸ Diplomand*innen

Name Titel
Lina Ehrentraut Melek und ich – Interdimensional Love Affairs
Maren Oehling Kühn & Nägel
Hjördis Lyn Behncken Bold, slick, simple, clear, my mind
Sibel Beyer A System of Objects
Hans Morsa Die Bakenstadt
Sabrina Asche Textiles
Maximilian Hillerzeder Poison Paradise
Franz Impler Out of Bounds
Lea Loos Widerstand ist zwecklos. Nein!
Friedericke Lehmann Sinem Maliqi - Leben in Paris
Monika Micevičiūtė Wer bin ich? – Identität in Bildern
Toni Minge o.T.
Marco Dirr Aporía
Rebekka Bauer Die Aufstellung
Tim Deniz Heide The Joy of Missing Out
Philip Kanwischer Äußere Vorzeichen, innere Ahnungen
Oscar Lebeck Fundament
Christian Nappert presque rien/tout
Alexander Pannier The Housefly
Silke Berg unter Farben
Manuela Dathe Zeichnungen
Luca De Sousa Oliveira Schupp
Elena Kovylyaeva Flow
Jens-Martin Triebel Die Dinge in Bewegung
Yve Riedinger Ohne Titel
Galamb Thorday all my past and futures
Annika Stoll Hyperfluid Circumstances
Jessica Arseneau Serie "The Screen Under My Eyelids"
Changan Son o.T.
Bernhard Bormann Diplomzertifikat
Beatrice Schuett Moumdjian Forensic Excavations Inventory or The Total Deconstruction of an Eurasian Family
Nadine Rangosch Cold Glass Doesn't Flow
Boa Cha Das Rascheln des Vergehenden
Ho Man Law The Noblest Pain/Mare Nostrum/Burial at Sea/Pateras
Zeno Gries Die Zweitbesetzung Jahr: 2020
Andrea Garcia Vasquez Palms And Our Hands
Evij CHROMATIC
Moritz von Schurer experiences
Jana Ritchie Familie Ritchie
Taemen Jung Alles, was ich habe, trag ich bei mir
Maria Cebula The Ritual The Vanity The Look
Paul Zech EPHEMERAL UNION (EU106)
Thomas Spieler Depth of Field
Ramona Schacht Togetherness is not a state
Yasamin Saffarian Taken at Home
Paul Wilting /Fleck/
Friedrich Günther Tales from the Crypt
Jakob Limmer call for submission
David Rank In a Coded World, There is Nothing Like Normcore
Yana Zschiedrich Hybris
Malte Urban Home is Castle - Playing Jenga in Bed
Martin König o.T.
Yoonjung Lee Wovon Frau Lee lebt
Felix Bielmeier o.T. (Die Möglichkeit eines Mammuts)
Jakob Zander