Yana Zschiedrich ist Medienkünstlerin und künstlerische Forscherin. In ihren Arbeiten verbindet sie Materialentwicklung, Rauminstallation und Zukunftsforschung. Ausgangspunkt ihrer Praxis sind häufig reale Transformationsprozesse, die sie in künstlerische Versuchsanordnungen überführt. Dabei entstehen Installationen, Objekte, Videos und performative Formate, die Fragen nach Kontrolle, Verantwortung und dem Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt verhandeln.
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Forschungsinitiative HYBRIS. Seit 2019 untersucht sie gemeinsam mit wissenschaftlichen Partner*innen die biologische Zersetzung von EPS-Dämmstoffen durch Bakterien im Darm des Mehlwurms und die Weiterverarbeitung der entstehenden Rückstände zu dem Materialsystem GEOBRIS. Die Materialforschung versteht sie dabei als Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Zukunftsnarrativen, Ressourcen sowie gesellschaftlichen Vorstellungen von Fortschritt und Kontrolle.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt Zschiedrich durch ihre Forschungsinitiative HYBRIS. Das Projekt wurde 2025 für den S+T+ARTS Prize der Europäischen Kommission nominiert und 2026 als Falling Walls Science Breakthrough of the Year Nominee ausgewählt.
Zu ihren Auszeichnungen zählen der VNG Kunstpreis 2024 sowie der WIRKMÄCHTIG Culture4Climate Preis 2024. Arbeiten der Forschungsinitiative wurden in die Sammlung des Futurium Berlin aufgenommen.Zschiedrich studierte Innenarchitektur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sowie Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit Oktober 2025 lehrt sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Klasse von Prof. Joachim Blank. Sie lebt und arbeitet in Leipzig.























