H
G
B

Qualitätssicherung

It's a Book 2014
Künstlerische und gestalterische Prozesse an Kunsthochschulen sind schon immer geprägt durch Selbstevaluation. Diese vollzieht sich in projektbegleitenden Diskussionen der Arbeitsergebnisse mit Studierenden und Kolleg*innen, beim Austausch mit externen Institutionen und öffentlichen Partnern. In diesem Sinne unterliegt die Lehre an der HGB einer ständigen Qualitätskontrolle. Das Qualitätsmanagement an der HGB dient der Sicherung des hohen Niveaus der künstlerischen Lehre und der damit verbundenen Standards und der kontinuierlichen Verbesserung struktureller sowie organisatorischer Abläufe. Wichtigstes Ziel ist es dabei, die der Kunst immanenten interdisziplinären Grenzüberschreitungen zwischen Medien, Artikulationsformen sowie Arbeitsprozessen zu beachten, denn diese bedingen bereits eine kontinuierliche Wandlung und Weiterentwicklung der Lehrformen. Das Qualitätssicherungssystem der HGB ist korrespondierend mit der spezifischen künstlerischen Lehrpraxis und entsprechend flexibel angelegt.

Evaluation

Die Qualität in der Lehre wird an der HGB durch eine spezifische Evaluationspraxis gesichert. Diese umfasst: Studierendenbefragungen und alternative Formen von Feedback, Kritik und Reflektion sowie den Lehrbericht des/ der Geschäftsführenden Professors*in. Evaluation wird dabei speziell verstanden in Bezug auf Prozesse, nicht allein auf Ergebnisse. Die Ergebnisse von Evaluationen dienen deshalb ausschließlich der internen Kommunikation, um Gestaltungsprozesse in der Hochschule voranzutreiben. Sie finden in Diskussionen der Studiengänge, in Senats- und ggf. Hochschulratssitzungen probate Verwendung, um eine breite Auseinandersetzung zu gewährleisten. Befragungen zur Evaluation spezifischer Probleme oder der Einrichtungen der HGB stellen ein Hilfsinstrument zur Verbesserung der Lehre an der HGB dar. Sie dienen der Möglichkeit der Stellungnahme der Studierenden und bieten ihnen zudem die Möglichkeit zu Kommentaren, Anregungen und Kritik. Sie geben kein objektives Bild wieder, sondern sind als ein Element unter vielen zur Evaluation der Qualität der Arbeit an der Hochschule gedacht. Deshalb dienen sie im Regelfall ausschließlich der Diskussion zwischen den einzelnen Professor*innen und Studierenden. Die Evaluationspraxis an der HGB orientiert sich an folgenden Fragestellungen:

  • Wie lassen sich Theorien der Verbesserung in Taten umsetzen?
  •  Wie kann man lernen, länger zu schauen?
  • Sollte man vermehrt kollaborativ arbeiten?
  • Wie kann Kritik gelernt und angewandt werden?
  • Gibt es in der Kunst keine Fehler?
  • Warum soll man nicht immer sofort analysieren, wenn man Kunst macht?
  • Wie kann man glücklich sein?
  • Wie kann man die (eigenen) Regeln verletzen?
  • Wie kann man der Qualität Raum geben, ohne sie durch Organisation (Zeit-, Selbstorganisation, etc.) zu zerstören?
  • Was ist ein gutes Studium?
  • Wie können wir administrative Arbeit verschlanken, um mehr Zeit für die Studierenden und die Betreuung ihrer Entwicklung zu haben?
  •  Wie können wir eine Identifikation mit dem jeweiligen Studiengang / der HGB erhöhen?
  • Wie können wir die Studienzeit der Studierenden effektiv gestalten?
  • Wie können wir den Austausch zwischen Studierenden, Lehrenden und Verwaltung verbessern?
  • Wie können die Vorschläge und Ideen der Studierenden gemeinsam konkretisiert werden?

Die HGB ist ein gemeinsamer Lernort und bestimmt durch den engen Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden. Die Inhalte, die Ziele und Wege zur eigenen gestalterischen bzw. künstlerischen Position sind individuell und entsprechend vielfältig. Kritik, Beurteilung oder auch projektbezogene Rückmeldungen sind in diesem Sinne immer auch auf die Person, das bestehende Verhältnis und die Situation bezogen und bedürfen eines besonderen Vertrauens.