image2

 

 

 

image1

Images by Andrea Garcia Vasquez

 

Ein 24h-Ausstellungsprojekt der Klasse Installation und Raum am Lindenauer Hafen in Leipzig.

Jessica Arseneau, Johanna Blank, Jens Dickemann, Hyunjung Han, Martin Haufe,Taemen Jung, Jakob Limmer, Lisa Kottkamp, Jihee Moon, Toni Mosebach, Andrea Garcia Vasquez, vonbrota, Kay Yoon, Kai-Hendrik Windeler

Öffnungszeiten: Freitag, 29.6.2018 18.00 Uhr bis Samstag, 30.6.2018 18.00 Uhr

 

In IT’S JUST A MATTER OF UTILITY steht die Auseinandersetzung mit einem nicht kunst-institutionellen Ort im Vordergrund, speziell mit einer Brachfläche im Außenraum. Der französische Philosoph und Gärtner Gilles Clément bezeichnet in seinem Manifest den Zustand der Brache als „dritte Landschaft“. Er beschreibt diese als einen Ort der Vielfalt und Komplexität. Oderist die Ruine die Rache der Natur für die Vergewaltigung durch den Geist – wie es Hartmut Böhme in seiner ästhetischen Theorie der Ruine formuliert hat?

Der zeitgenössische Kunstbetrieb in seiner Vielfalt wird zunehmend als ein relevanter Akteur von Raumpolitiken verstanden. Als Folge der Digitalisierung unserer Welt beobachten wir einen Kosmopolitismus, der zu einer beschleunigten Diversivierung von Körpern, Räumen und Territorien führt. Die daraus folgenden Restrukturierungen in lokalen städtischen Lebensräumen werden für ihre Bewohner*innen unmittelbar erfahrbar. Davon sind betroffen Künstler*innen, die als Stadtforscher*innen mit ihren „seismographischen“ Fähigkeiten urbane Transformationsprozesse aufspüren und sich ihre Lücken nutzbar machen. Zugleich ist der vielfältige Betrieb der zeitgenössischen Kunst ein konstitutiver Teil dieser Entwicklungen: manchmal zufällig und oft organisiert.Ob nun im Neuen Berlin nach der Jahrtausendwende, der Shrinking City Leipzig, dem Hype-zig der Gegenwart und in der Nach-Documenta-Stadt Athen, eine kritische Reflektion der Rahmenbedingungen von städtischem Zerfall, Wiederbelebung, Freiraum, Raumknappheit und Krise erscheint dringend notwendig zu sein.

Ein Ausgangspunkt des Ausstellungsprojekts ist der Begriff der Transformation als ein Verweis auf Zwischenzustände von Orten, die im Übergang von einer Nutzbarmachung zu einer anderen stehen. Speziell die Reaktion auf die Begebenheiten der einmaligen, historisch vielfach beschriebenen Brache um das Gebäude am Lindenauer Hafen in Leipzig soll eine Beschäftigung mit der Vergangenheit, dem Status Quo dieses spezifischen Orts und vor allem seiner möglichen Zukünfte spielerisch ermöglichen. Das schließt sowohl die Flexibilität in der künstlerischen Praxis als auch die Organisation der formalen Situation, wie Stromerzeugung und Licht ein.

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Klasse Installation und Raum

Prof. Joachim Blank, Klara Meinhardt

info@klasseblank.de

http://www.hgb-leipzig.de/klasseblank