Tobias Löffler | Alexander Stephan + Susanne Hinrichs: ENDLESS, 2009
Die Eigenschaft der Endlosigkeit wird Zuständen zugeschrieben, die einen (oft nicht mehr erkennbaren) Anfang, auf keinen Fall aber ein Ende aufweisen. Als Variante können (Endlos-)Schleifen gelten, die sich durch die Verschmelzung von Anfang und Ende auszeichnen. Die in gleichförmigen oder zyklischen Schleifen variierenden Wiederholungen verweisen nicht zuletzt in ihrem Symbol der liegenden Acht auf die immer mitgedachte Unendlichkeit.
Die Arbeit Springbrunnen von Tobias Löffler ermöglicht eine unmittelbare visuelle und akustische Wahrnehmung eines Wasserkreislaufs, der durch eine permanente Wiederholung nur scheinbar gleicher Zustände gekennzeichnet ist. Denn liegt nicht in jeder Wiederholung eine Differenz verborgen, die schleichend und meist für uns unmerklich Zustände verändern kann? Der skulpturale Charakter des Brunnens erfährt durch die Verwendung von Pappkarton eine Unschärfe, die die Skulptur ununterscheidbar von ihrem eigenen Abbild werden lässt.
Mit Wellenphänomenen setzt sich auch die Arbeit 7,83Hz von Alexander Stephan auseinander. Ausgangspunkt der Arbeit ist eine akustische Übersetzung der als Schumann-Resonanz bezeichnete elektromagnetische Welle, die bei einer Frequenz von 7,83HZ mit der Erde im Einklang steht. Die modifizierte Mechanik des Plattenspielers transportiert die Nadel beim Erreichen der Leerlaufrille an den Anfang, das rhythmische Klangmuster der elektromagnetischen Welle wird innerhalb dieses Systems als Schleife (unendlich) reproduzierbar.
Beide Arbeiten werfen in ihrer ästhetischen Umsetzung und durch ihre Einladung zur höchsten Konzentration Fragen nach Beständigkeit und Veränderlichkeit auf, nach Möglichkeiten der Wahrnehmung minimaler Differenzen in den endlosen, scheinbar immer gleichen Wiederholungen.