
Prof. Dr. Hans Dieter Huber
Interkontextualität und Kompetenz
Zu Beginn des Vortrages soll eine kurze begriffsgeschichtliche Klärung
stattfinden, was die Begriffe bedeuten und aus welchen Kontexten sie
ursprünglich stammen. Es zeigt sich, daß es sich bei den Begriffen
Kompetenz und Interkontextualität um abstrakte Konzepte handelt,
die nur im Rahmen einer jeweiligen Theorie von Kompetenz bzw.
Interkontextualität Geltung besitzen, aber nicht direkt empirisch
beobachtbar sind. Kompetenz und Interkontextualität sind also
abstrakte Termini, wie man in der analytischen Philosophie sagt.
Abstrakte Konzepte wie Kompetenz und Interkontextualität sind nur
indirekt über spezifische, vermittelnde Modelle beobachtbar, welche
eine Brücke zwischen den abstrakten, unanschaulichen Termini der
Theorie und der empirischen Beobachtung bilden, indem sie diese
abstrakten Konzepte anschaulich interpretieren.
In der Kunst - und hier komme ich wieder auf das Thema des Symposiums
zurück - stellen die künstlerischen Werke mögliche Modelle dar, mit
deren Hilfe ein Beobachter die abstrakten Termini Kompetenz bzw.
Interkontextualität beispielhaft beobachten und empirisch interpretieren
kann. An den Werken des Künstlers können wir also Kompetenz oder
Interkontextualität beobachten und beschreiben. Am Schluß des
Vortrages soll argumentiert werden, daß die Begriffe Kompetenz und
Interkontextualität für eine Theorie der künstlerischen Produktion
alleine unbrauchbar sind. Es wird vielmehr für eine strategische
Dialektik von Kompetenz und Inkompetenz sowie von Interkontextualität
und Dekontextualisierung plädiert.