"Napster und die Folgen"
BLOCKSEMINAR
von Volker Grassmuck
vgrass@rz.hu-berlin.de
Do & Fr, 25. & 26.1.2001
für alle Fachbereiche und Semester
Teilnahme von Nicht-HGB-Angehörigen ist möglich
Neu: Napster-Seminar-Mailingliste subscribe | unsubscribe
Konzept
TeilnehmerInnen
Fahrplan
Zu vergebende Themen
Symposion
Referenzen
| "Geistiges Eigentum" ist eine seltsame Sache. Rechtsgeschichtlich
ist es vergleichsweise jung. Sein Status ist schwammiger als der anderer
Eigentumsformen -- genaugenommen ist es gar keines, sondern nur ein "Quasi-Eigentum".
Kaum ein anderes Rechtsgebiet wandelt sich so rasch im Sog der beschleunigten
Medientechnologieentwicklung. Schwammig sind auch Begriffe wie "Informations-"
oder "Wissensgesellschaft". Ein mögliches Definiens ist, daß
Verwertungsrechte an "geistigen Werken" zur zentralen Ware dieser Gesellschaften
werden. Sie sind die Verfügung über den "Content", der die Kanäle
vom Web bis zu UMTS füllt. Die mächtigsten Industrien sind heute
nicht mehr diejenigen, die Autos oder Konsumelektronik herstellen, sondern
diejenigen, die Nutzungen von Werken an Dritte (Plattenindustrie, Fernsehstationen,
Merchandizer usw.) und an die "Endverbraucher" lizenzieren.
Als kreativ Schaffender steht man auf beiden Seiten der Medaille. Kein Mensch ist eine Insel. Jede, die etwas schöpft, bereichert sich dabei an den Werken anderer. Doch wie lang darf ein Musik-Sample aus der letzten Scheibe von Madonna maximal sein, bevor ich für seine Verwendung eine Lizenz erwerben muß? Wie viele Photoshop-Filter muß ich auf ein Zeitschriftenfoto anwenden, damit es mein eigenes Werk wird? |
Wenn ich nicht ein ganzes Foto, sondern nur ein Bildelement
daraus in mein eigenes Werk übernehme, ist das doch erlaubt, oder?
Ich arbeite an einem Semesterprojekt mit Shockwave; die Software kostet
so viel wie mein ganzer Computer: ist es OK, wenn ich mir eine Kopie der
HGB-Version für meinen PC zuhause ‘ausleihe'?
Wo hört die Inspiration auf, wo beginnt das Plagiat? Und dann gab es da doch noch Künstler, wie die Situationisten, LLoyd Dunn oder John Oswald, die ihre eigenen Werke unter ein dezidiertes Anti-Copyright stellen und offensiv für das Recht eintreten, fremde Werkelemente anzueignen. Und was ist mit meinen eigenen Arbeiten, wenn ich sie in's Netz stelle
und sie anderswo ganz oder in Teilen wieder auftauchen? Wenn ich mein Werk
an ein Online-Magazin verkaufe und ein Nachrichten-Portal zitiert daraus,
habe ich dann Anspruch auf eine Vergütung von meiner Verwertungsgesellschaft
Bild / Wort / Ton? Ich habe einer Freundin einen Drum ‘n' Bass- Track komponiert;
es freut mich, wenn andere an der Schule das Stück hören und
um eine Kopie bitten, aber jetzt ist es in Napster aufgetaucht und meine
Verhandlungen mit einem Indi- Label sind geplatzt -- was kann ich dagegen
tun?
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| Anempfohlene Lektüre:
Volker Grassmuck, Kapitel "Copyright" aus dem Abschlußbericht
des DFG-Projektes "Von
der Ordnung des Wissens zur Wissenordnung digitaler Medien" von Wolfgang
Coy, Hugo Pflüger und vgrass: pdf,
471 kB (sorry, right now for internal use only)
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| Fahrplan
VORBEREITUNG TREFFEN oder Anmeldung und Themenvergabe per eMail an vgrass@rz.hu-berlin.de
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| BLOCKSEMINAR Do & Fr, 25. & 26.1.2001 HGB, Wächterstr. 11 1. Tag |
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| 10 - 12:00 | Stefan Zeilner: Napster, was ist es, wie funktioniert es? incl. Demo vom CD-Rippen bis zum Austausch (s. Referenzen) |
| 12 - 13:00 | Pause |
| 14 - 15:00 | Sebastian Uhlig / Mariele Jansen: OpenNap, Gnutella, Freenet; incl. Demo (s. Referenzen) |
| 15 - 17:00 | Kai Kauerhof / Andreas Ullrich: Urheberrecht: Geschichte, Konzept der "Balance", Wandel durch neue Medientechnologien (s. Referenzen) |
| 17 - 18:00
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| 2. Tag |
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| 10 - 11:30 | Francis Hunger: Plagiarismus, Plunderphonics und Anticopyright der 80er und 90er: "PhotoStatic/Retrofuturism", "YAWN", "VAGUE" Tape Beatles u.a. (s. Referenzen) |
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11:30 - 12:00 |
Tamas Szakal / Alexander Sperrle: Technische Rechteverwaltungssysteme: Wasserzeichen, Tracking, Kryptografie (s. Referenzen) |
| 12 - 13:00 | Pause |
| 13 - 15:00 | Andreas A. Milles: Die Rechteindustrie: Player, Verflechtungen, Reichweite (s. Referenzen)
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| 15 - 17:00 | Jirka Pfahl: Lizenzen: proprietäre und frei, für Software und für Content (s. Referenzen & Referenzen) |
| 17 - 18:00 | Abschluß- und Vorbesprechung für die Moderation des folgenden Symposions |
| 18 - 20:00 | Pause |
| 20:00 | -> Symposion |
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