| |
Arte a Full – Galerie Empraxis
Die „Galerie Empraxis“ wird innerhalb des internationalen Kunstfestivals „Arte a Full“ vom 18.-20. Januar 2008 im Westwerk Leipzig mit folgenden Veranstaltungen präsent sein:
Samstag, den 19. Januar:
14.00 Uhr: Oswaldo Macia (Künstler): „Politische Aspekte in der Kunst“
16.00 Uhr: Dr. habil. Udo Tietz (Philosoph): „Die Grenzen des Wir“.
Sonntag, den 20. Januar:
14.00 Uhr MA Ralph Richter (Soziologe): „Stadt und Identität in Zeiten des Schrumpfens“
15.30 Uhr Dr. habil. Peter Gärtner (Politikwissenschaftler): „Lateinamerikanische Identitäten“ 17.00 Uhr Abschlussdiskussion für alle Interessierten.
serhumanos.org
Im Wesentlichen geht es um die Frage, wann und wo Grenzen sowohl im gemeinschaftlichen Leben von Menschen als auch von dem Menschen als Individuum bestehen oder gezogen werden. Aus verschiedenen Blickwinkeln der Wissenschaften soll danach gefragt werden, was uns als Menschen an gemeinsamen oder auch an verschiedenen Orten verbindet. Es ist die Frage nach lat.: religio, nachdem nicht erst Nietzsche, sondern bereits der junge Hegel 1803 feststellte, dass Gott tot ist. Was kann uns die uns vereinigende Macht des Glaubens an „Gott“ ersetzen? Es handelt sich hier um die Frage nach menschlicher Zusammengehörigkeit, nach Identitäten und den jeweiligen Werten, die als Bindungsfaktoren z.B. in einer Gemeinschaft funktionieren. Woran lassen sich gemeinsam geteilte Werte erkennen, die eine WIR-Gemeinschaft konstituieren?
Eine bloß auf die Grundrechte der Menschen fixierte Gesellschaft kann kein Äquivalent für die vereinigende Macht der Religion darstellen. Der Philosoph Udo Tietz, dessen Buch „Die Grenzen des Wir“ den Ansatz, dass zur Lösung dieser Problematik z.B. eine identitätsstiftende gemeinsame Konzeption des Guten sei, die eine Orientierung am Gemeinsinn, dem Gemeinwohl der Gemeinschaft ist. Diese Konzeption macht wesentlich das aus, was kollektiv verbindend und verbindlich der Wert- und Verständnishorizont einer Gemeinschaft ist, der allen individuellen Interessen normativ vorgeordnet ist und diesen ihre Grenzen setzt. Wie ist nun eine solche gemeinsame Orientierung möglich?
Diese und weiterführende Problemfelder sollen sowohl mit den Einzelvorträgen thematisiert als auch im Anschluss an sie diskutiert werden, um einer möglichen existenziellen Orientierung, die wir als Individuen für uns selbst und als Individuen in den verschiedensten Formen von Gemeinschaften für unser Leben finden und künstlerisch gestalten können, auf die Spur zu kommen.
Konstanze Schwarzwald & Hagen Wiel
|
|