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Trauer um Prof. Gerhard Kurt Müller

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig trauert um Gerhard Kurt Müller, der am 16. Oktober 2019 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Gerhard Kurt Müller wurde 1926 in Leipzig-Probstheida geboren. Er studierte an der HGB Leipzig bei Prof. Elisabeth Voigt und Prof. Kurt Massloff. 1954 nahm er seine Lehrtätigkeit an unserer Hochschule auf, ab 1961 trat er eine Professur als Leiter der Abteilung für Freie Grafik, sowie Leiter der Klasse für Freie Grafik und Illustration an, die er bis 1968 innehatte. Zusätzlich amtierte Müller von 1964 - 66 als Rektor der HGB Leipzig und leitete in dieser Funktion die Zweihundertjahrfeier der Akademie. 1968 verließ er den Hochschuldienst, um fortan als freischaffender Maler und Grafiker in Leipzig zu arbeiten.

Als Künstler belebte er die Technik des Holzstichs neu, die er von 1954 nutzte, um Illustrationen zu Werken Friedrich von Schiller, Heinrich Heine, Heinrich von Kleist, Nikolai Gogol, Honoré de Balzac sowie Bertolt Brecht anzufertigen. Seit den 1960er Jahren entwickelte er monumentale Historiengemälde, so etwa die Hamburger Trilogie, entstanden in den Jahren 1979 und 1980, seit 1973 schuf er Holzskulpturen.

Gerhard Kurt Müller gehörte zu den Schlüsselfiguren der Leipziger Schule. Wichtige Gemälde und Skulpturen befinden sich in Museen, z. B. in der Galerie Neue Meister Dresden, dem Museum der bildenden Künsten Leipzig, dem Angermuseum Erfurt, dem Kloster Unser lieben Frauen Magdeburg sowie in Privatbesitz.
2004 gründete Gerhard Kurt Müller mit Frau Ilse Stein die gemeinnützige Gerhard-Kurt-Müller-Stiftung Leipzig mit einer ständigen Ausstellung von Malerei, Skulptur, Zeichnung und Druckgrafik.
Wir werden Prof. Gerhard Kurt Müller in guter Erinnerung behalten.

(Fotoaufnahme von 2002, mit freundlicher Genehmigung von Prof. Timm Rautert)