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Digitale Schriftplattform "Forgotten Shapes"

„Forgotten Shapes“ – Archäologische Perspektiven der Schriftgestaltung

Wie eine Schrift aussieht und sich verhält wird durch den ästhetischen Diskurs der Zeit sowie durch die Bedingungen des Mediums – wie Blei-, Foto- oder Digitalsatz – beeinflusst. Die Haltungen der involvierten Gestalter*innen und Verleger*innen sind ebenso entscheidend für die Entwicklung und den Entwurfsprozess: Der gesamte Entstehungskontext schreibt sich einer Schrift ein.

Die gängige Praxis der Schriftgestaltung bewegt sich – mit fließenden Übergängen – zwischen Neugestaltung, Überarbeitung und Rekonstruktion. Das Spektrum an verfügbaren (digitalen) Satzschriften befindet sich in einem permanenten Wandel. Die entsprechenden Referenzen, die einer Schrift zugrunde liegen, sind dabei oft nicht erkenn- und nachvollziehbar, insbesondere im Umgang mit schrifthistorischen Vorlagen.

Die Schriftenplattform „Forgotten Shapes“ publiziert digitale Rekonstruktionen vergessener Schriften unter dem Prinzip der Werktreue. Dies geschieht in Auseinandersetzung mit schöpferischer Aneignung und in dem Bewusstsein, dass es die Rekonstruktion nicht geben kann.
Umfangreiche Recherchen in Archiven, privaten Sammlungen sowie der Dialog mit (einst) involvierten Akteur*innen, bilden den Ausgang eines jeden Projektes. In korrespondierenden Artikeln wird die historische Position einer Schrift aufgearbeitet und nachvollziehbar gemacht. Diese Artikel münden in einem Archiv, in dem Schriftgestaltung Fragmente ihrer Geschichte reflektiert, nicht zuletzt um den Diskurs gegenwärtiger Gestaltung zu erweitern.

„Forgotten Shapes“ wird von Stephan Müller, Professor für Type-Design, HGB und den beiden HGB-Absolventen Pierre Pané-Farre und Reymund Schröder betrieben

Forgotten Shapes GbR
Stephan Müller, Pierre Pané-Farré, Reymund Schröder
Kolonnadenstraße 1, 04109 Leipzig
Email: info@forgotten-shapes.com
Mailing list: newsletter@forgotten-shapes.com
Twitter: @FoSh_Foundry
forgotten-shapes.com
typographica.org

Foto oben: Der Biologe Maclyn McCarty begrüsst beim Waterford Biomedical Science Awards 1979, die beiden Molekularbiologen Francis Crick und James Watson, die Entdecker der Doppelhelix-Struktur der DNA (1953).
Foto: Robert Skull