Angesichts des gegenwärtigen Erstarkens rechtsextremer Bewegungen in Deutschland und weltweit, stellt sich auch an Kunsthochschulen die Frage nach der Geschichte des Nationalsozialismus mit neuer Dringlichkeit. Welche Möglichkeiten gibt es, künstlerisch und wissenschaftlich forschend mit fragmentierten Überlieferungen, Leerstellen in Archiven und blinden Flecken in der Geschichtsschreibung zur eigenen Institution umzugehen? Welche Formen lassen sich finden, um aus Bruchstücken Bilder zu machen, die nicht nur den Komplexitäten historischer Konstellationen, sondern auch der Unabschließbarkeit von Erinnerungsarbeit Rechnung tragen und für Kontinuitäten bis in die Gegenwart sensibilisieren?
Die dritte Ausgabe des HGB Magazine greift Fragestellungen auf, die in Seminaren an der HGB Leipzig und der Kunsthochschule Kassel zu rechten Kontinuitäten an Kunsthochschulen verhandelt wurden. Neben Aufsätzen, die gegenwärtige völkisch-nationalistische Tendenzen in historische Kontexte setzen und ideologische Muster untersuchen, werden erste Ergebnisse der Recherchen zur Geschichte der HGB zwischen 1933 und 1945 vorgestellt und in eine Chronologie eingebettet, die diese in Beziehung zur nationalsozialistischen Politik und vorrangig kulturellen Aktivitäten in Leipzig setzt. Exkurse zu verwandten Initiativen in Dresden, Halle und Wien, zum Stand der Forschungen im Museum den Bildenden Künste Leipzig sowie zu früheren Projekten in der HGB, ergänzen die Darstellungen. Drei künstlerische Positionen vervollständigen als Ergebnisse der Seminare das Magazin.
Redaktion: Julia Blume, Nanne Buurman und Julia Kurz
Grafisches Konzept und Design: Emil Kowalczyk und Merle Petsch
Leipzig, 2026, 228 Seiten, 235 x 325, 4 fbg.
Schutzgebühr: € 15,- | HGB-Beschäftigte: € 10,- | (HGB-)Studierende: 5 €
Bestellung: presse@hgb-leipzig.de
Die zweite Ausgabe des HGB Magazine erscheint — seit Februar 2019 wurde das Magazin in einem kollektiven und interdisziplinären Prozess erarbeitet. Das Redaktionsteam entwickelte und organisierte für jeden Bogen spezifische Workshops als partizipative Plattformen, in denen die Inhalte exklusiv für das Magazin entstanden sind. In sieben eigenständigen Bögen wird jeweils ein Bereich der Hochschule durch die Bearbeitung einer bestimmten Thematik – konzeptuell, experimentell oder diskursiv – vorgestellt. Anstelle eines Release-Events wird das Magazin nun auf einer Website präsentiert. Auf dieser kann das Heft durchgesehen, gelesen und bestellt werden. Darüber hinaus werden sukzessive Interviews mit verschiedenen Akteur*innen erscheinen, in denen der Entwicklungsprozess beleuchtet und die Inhalte vor dem Hintergrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation besprochen werden.
Konzept, Redaktion & Gestaltung: Ludovic Balland, Anne Dietzsch, Louis Hay
Leipzig, 2020, 108 Seiten, 235 x 325 mm, 4 fbg., Fadenheftung
Website zum Magazin
Bestellung: presse@hgb-leipzig.de
In der ersten Ausgabe des HGB Magazine berichten Studierende und Lehrende der HGB von den unterschiedlichsten Aktivitäten, Projekten und Ausstellungen. Neben Informationen zum Studienangebot werden künstlerische Arbeiten von Studierenden präsentiert, begriffliche Fragestellungen erörtert und neue Kolleg*innen vorgestellt. Der Begriff des Fremden spielt für diese Ausgabe eine wesentliche und vielgestaltige Rolle. So präsentiert das HGB-Magazin die Kunst- und Gestaltungshochschule als einzigartigen Ort, an welchem sich unter besonderen Bedingungen – der Freiheit, der Verantwortung und des individuellen wie allgemeinen Interesses – etwas entwickelt, was unter den bestmöglichen Bedingungen von der Norm abweicht oder dem Bestehenden etwas Neues hinzufügt.
Konzept
Markus Dreßen, Meike Giebeler, Lamm & Kirch, Benjamin Meyer-Krahmer, Maureen Mooren, Heidi Specker
Art Direction & Gestaltung
Lamm & Kirch
Leipzig, 2018, 96 Seiten, 235 x 325 mm, 4 fbg.
Die gesamte erste Ausgabe HGB Magazin#1 steht hier als PDF zur Verfügung.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.
