Projekt 3 - Kunst im Verhältnis zur Konstruktion von Arbeit

Mai 2001 bis April 2002

Andreas Siekmann und /D/O/C/K Projektbereich
IN WELCHER HALTUNG ARBEITEN SIE BEVORZUGT?
Kunst im Verhältnis zur Konstruktion von Arbeit

Ausstellung und Veranstaltungen in der Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Academy of Visual Arts Leipzig,
16. Jan. - 14. April 2002
Öffnungszeiten Di-Fr 12:00-18:00 / Sa 10:00-14:00
in den Semesterferien gesonderte Öffnungszeiten

Eröffnung: 15. Jan., 19:00 Uhr
Begrüßung: Beatrice von Bismarck
Eröffnungsrede: Stephan Schmidt-Wulffen (Hamburg)

Das produktivistische Verständnis von "Arbeit" wird in den letzten Jahren zunehmend durch einen Arbeitsbegriff ersetzt, der konzeptionelle Prozesse, kreatives Denken und persönliche Flexibilität in den Mittelpunkt rückt. In dem Maße wie dabei die Selbstverwaltung der eigenen Arbeitskraft zur Schlüsselqualifikation wird, gewinnen künstlerische Arbeitsprozesse Vorbildfunktion für ökonomische Zusammenhänge.

Die Ausstellung und die sie begleitenden Veranstaltungen, die sich aus der Zusammenarbeit von Andreas Siekmann mit dem /D/O/C/K Projektbereich entwickelten, stellen Fragen nach den Konsequenzen einer solchen Verschiebung innerhalb der "Konstruktion von Arbeit" und deren Bedeutung für die künstlerische Praxis: nach den Möglichkeiten der Selbstbestimmung, nach emanzipatorischen Aspekten sowie nach den Risiken von Selbstökonomisierung und Selbstausbeutung.

Verschiedene künstlerische Annäherungsweisen markieren Wegmarken einer historischen Entwicklung von Produkten zu Prozessen, die sich ebenso explizit wie implizit in künstlerischen Praktiken niedergeschlagen hat. Zugleich spiegeln Ausstellung und Veranstaltungsprogramm einzelne Aspekte der diskursiven Bewegung wider, welche die Arbeitsgruppe des /D/O/C/K Projektbereiches in Zusammenarbeit mit Andreas Siekmann während der vergangenen Monate vollzog.


/D/O/C/K-Karteikasten

Karteikarten mit theoretischen und künstlerischen Positionen, Literatur- und Veranstaltungshinweisen zum Thema Arbeit >>


Veranstaltungsprogramm:

16. Jan. 2002
Tagung

9:30 Uhr
Beatrice von Bismarck
Einführung

10:00 Uhr
Holger Kube Ventura (Berlin/ Werkleitz)
"Von real work zur Zugewinngemeinschaft - Arbeiten für die Werkleitz Biennalen"

11:30 Uhr
Renate Lorenz (Berlin)
"Reproduktionskonten online banking. Heterosexualität, Greencard und die Liebe zur Arbeit."

15:00 Uhr
Ulf Wuggenig (Hannover/ Lüneburg)
"Arbeit, Managementphilosophie, Kunst"

16:30 Uhr
Marion von Osten (Zürich/ Berlin) feat. Faith Wilding (New York)
"Das Laborpowerbook oder die Produktivität des Unsichtbaren"


22. Jan. 2002, 19:00 Uhr
Videoabend mit künstlerischen Beiträgen zum Begriff und zu den Bedingungen von Arbeit in den 90ern.

Judith Hopf: "Hey, Produktion", 2001, 5 min.
Pauline Boudry/ Renate Lorenz: "Blaumann", 2000, 15 min.
Stefan Hayn: "Ein Film über den Arbeiter", 1997/98, 18 min.
u.a.


29. Jan. 2002, 19:00 Uhr
Kurzfilmabend "out of work" - Kurzfilme über Konstruktionen von Arbeit und Nichtarbeit.

"Das Avon-Projekt"
Dokumentarfilm von Alexandra Sell
Deutschland, VHS, 1998, 45 min

"Alter égaux"
Dokumentarfilm von Sandrine Dryvers
Belgien, OmU, VHS, 1999, 12 min 26'


30. Jan. 2002, 17:00 Uhr
Vortrag

Gunter Henn
"Architektur und Arbeitsprozesse"
Der Architekt Gunter Henn (Autostadt Wolfsburg/ Gläserne Manufaktur Dresden) spricht zum Thema Architektur, Urbanismus, Kommunikation und Arbeitsprozesse.


9. April 2002, 19:00 Uhr
Filmabend

"Made in India"
Dokumentarfilm von Patricia Plattner, Schweiz / Indien, OmU, 1999, 45 Min. (short version)
Bericht über ein neuartiges Modell einer von Frauen gegründeten Gewerkschaft im Staat Gujarat. (SEWA Self Employed Women Association).


10. April 2002, 19:00 Uhr
Vortrag

Britt Schlehahn (Leipzig/ Darmstadt)
"Der Zirkus um die Arbeit: Die Architektur von Arbeitsämtern."
Die Kulturwissenschaftlerin Britt Schlehahn spricht über die Ideologisierung des Arbeitsbegriffes und dessen Einschreibung in die Architektur von Arbeitsämtern.


Beteiligte:

/D/O/C/K Projektbereich: Beatrice von Bismarck, Francis Hunger, Katia Klose, Alexander Koch, Verena Landau, Tasja Langenbach, Regine Mueller-Waldeck, Britt Schlehahn, Sascha Schniotalla, Inga Schwede, Andreas Siekmann, Clemens von Wedemeyer, Juliane Wenzl.

sowie in der Ausstellung: Carl Andre, Alice Creischer, Douglas Huebler, El Lissitzky, Marion von Osten, Martha Rosler, Wilhelm Rudolph, Michaela Schweiger, Ingo Vetter, Annette Weisser, Faith Wilding.

Andreas Siekmann, geboren 1961, lebt und arbeitet in Berlin
Ausstellungen/ Ausstellungsbeteiligungen:
Wir fahren für Bakunin, Frankfurt/ Hamburg/ Wien 1992-95 +++ Platz der permanenten Neugestaltung, Sonsbeek 1993 +++ Messe 2ok, Köln 1995 +++ Park Fiction 3 _, Hamburg 1996 +++ Krumme Pranke (mit J. Strau, A. Wulffen, A. Creischer), Roter Salon, Berlin 1997 +++ Öffentlicher Raum, Salzburg 1998 +++ Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Portikus, Frankfurt/ Main 1999 +++ Gouvernementalität: Kunst in der Auseinandersetzung zwischen Hyperbourgeoisie und nationalem Kleinbürgertum, Alte Kestner Gesellschaft Hannover 2000 +++ Du bist die Welt, Kunsthaus Wien 2001 +++ Am 17. Jan. eröffnet die Ausstellung "Gewalt ist der Rand aller Dinge", kuratiert von Alice Creischer und Andreas Siekmann, in der Generali Foundation Wien, 18. Jan. - 21. April 2002


Bilder aus der Ausstellung:


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