dX-Website im Internet

Allgemeine Informationen

Die website der documenta X enthält unter der Adresse http://www.documenta.de sowohl Informationen über die Ausstellung und die eingeladenen Künstler als auch speziell für das Internet konzipierte Kunstprojekte. Herausragendes Merkmal von www. documenta.de sind die für die documenta X neu erstellten web-Projekte. Die Auswahl dieser Projekte und die Konzeption der website erfolgten durch Kurator Simon Lamunière in enger Zusammenarbeit mit Catherine David.

In einem klaren und übersichtlichen Design präsentiert die website die gesamte Veranstaltung, Künstlerprojekte und Diskussionsforen. Die site ist zweisprachig englisch/deutsch angelegt. In ihrem dreispaltigen Aufbau (Frames) zeigt sich links eine Leiste von Pictogrammen, die jeweils, einmal angeklickt, mit dem "X" des documenta-Logos markiert werden. Über diese Pictogramme erfolgt der Einstieg in die Bereiche: Surfaces & Territories; Cities & Networks; Groups & Interpretation; News & Programme; Information & Credits; Contacts & Forums; links zu anderen websites.

Auf der rechten Seite findet sich jeweils eine zweite Menüleiste mit Zugriff auf Kunstprojekte, Texte der eingeladenen Gäste der "100 Tage" , das Filmprogramm oder Gesprächsforen. Im mittleren, großen Rahmen erscheinen die jeweiligen Inhalte.

Das Veranstaltungsprogramm

Das Ziel dieses Bereiches ist es, über einen einfachen Einstieg den Zugriff auf aktuelle Veranstaltungsdaten der documenta X wie etwa die Reihe "100 Tage-100 Gäste" oder das Filmprogramm zu ermöglichen. Suchfunktionen und Visualisierungen des parcours werden den Besuchern bei der Orientierung und der Vorbereitung eines Besuches der documenta X helfen.

Die Kunstprojekte auf der dX-website

Acht Künstler oder Künstlergruppen realisieren speziell für die documenta X ihre Projekte im Netz. Das web ist nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Produktivsphäre. Dort gibt es Künstler, die informationstheoretische Aspekte aufgreifen und herausragende Projekte schaffen, die ausschließlich im Medium Internet entstehen können. Andere Künstler haben für das neue Medium spezifische Ausdrucksformen gefunden.

Die Mehrzahl der Projekte ist neu, in der Entstehungsphase, manche existieren nur während der hundert Tage der Ausstellung. Eingebunden sind auch Projekte, die passionierten websurfern vielleicht schon bekannt sind.

Die website der documenta X wird eine eigene Semantik entwickeln und nicht mit endlosen Biographien oder abgescannten Bildern langweilen.

Dialoge

Die dem Medium eigene Interaktivität erlaubt dem Besucher selbstverständlich, alles Beobachtete und Vorgefundene zu kommentieren oder sich an Diskussionsgruppen zu bestimmten Themenbereichen zu beteiligen. Die Möglichkeiten zum Dialog sind über die site verteilt, übergreifend zwischen den Kunstprojekten, den Informationszugriffen und den news-Gruppen, mit denen die documenta X zusammenarbeitet.

Die Struktur der site ist durch die Auswahl nach thematischen Gesichtspunkten geprägt, die künstlerische wie nicht-künstlerische Projekte von unterschiedlicher Art nicht-hierarchisch koexistieren läßt. Projekte, die sich in ihrer Form, Herkunft oder Typus unterscheiden, werden thematisch gruppiert: Seite an Seite mit bereits existierenden oder neuen Kunstprojekten finden sich Texte der "100 Gäste" (Schriftsteller, Kritiker, Filmemacher, Architekten, Philosophen, Kulturschaffende), andere websites, Diskussionsgruppen und Verweise auf Informationen. Catherine David und Simon Lamunière war daran gelegen, eine nicht-lineare Struktur zugrunde zu legen, in der eine dekonstruktivistische Strategie sichtbar wird.

Inhaltsübersicht

Information & Credits: Alle Fragen bezüglich der documenta X, Wegbeschreibungen, das Archiv, die Organisation, die Sponsoren

News & Programme: Veranstaltungsübersicht, Details zur Ausstellung, aktuelle Daten

Surfaces & Territories: Der Rahmen des Computermonitors zeigt einen Ausschnitt aus den unendlichen Zugriffsmöglichkeiten. Vergleichbar mit einer Landkarte, die nur eine Abstraktion der Wirklichkeit ist.

Groups & Interpretation: Die unmittelbare Reaktion, die direkte Äußerung zu einer langen Skala von Themen, ist ein wichtiges Phänomen im Netz. Kleine Gruppen schaffen große Gemeinschaften.

Cities & Networks: Das Urbane hat oft als Metapher für das Verständnis von Netzwerken gedient. Inwieweit stimmt die Analogie und welche anderen Verständnismodelle gibt es?

Contacts & Forums: Interne Verweise zu interaktiven Bereichen: Foren, e-mail, credits, news, Künstlerprojekte

More: Verweise auf websites von documenta-Künstlern oder -Gästen

More links (standards): Künstler-sites, Institutionen, thematische sites, andere web-sites.

http://www.documenta.de

 

artist projects in development

Joachim Blank / Karl-Heinz Jeron (D): "Without addresses"

Philip Pocock / Felix S. Huber / Florian Wenz / Udo Noll (D-CAN-CH): "A Description of the Equator and Some OtherLands"

Matt Mullican (with Martin Dörbaum) (USA-D): "Up to 625"

Hervé Graumann (CH): "Lost"

Martin Kippenberger+ (AUT-D): "METRO-Net"

Antoni Muntadas (USA-ESP): "On Translation"

Eva Wohlgemuth / Andreas Baumann (AUT): "Location Sculpture System"

Holger Friese (D): "Unendlich, fast..."

Heath Bunting (GB): "Visitors Guide to London"

Joan Heemskerk / Dirk Paesmans (NL-ESP): "jodi.org"

Website Kunstprojekt "A Description of the Equator and Some OtherLands"von Felix Stephan Huber, Udo Noll, Philip Pocock, Florian Wenz

Ein experimentelles Internetprojekt aus Worten und Film und allem dazwischen, zusammengestellt und "geschnitten" von den Besuchern der documenta X-website.

Es entsteht eine sich täglich neu anordnende Serie von hypermovies, die nicht durch ein Manuskript und redaktionelle Autorität gelenkt wird, wie dies bei Filmen normalerweise der Fall ist, sondern durch die Spuren derjenigen, die sich auf der website bewegen. Ihre Beiträge werden durch ein neuronales Netz gefiltert, das auf dem Server installiert ist. Der Benutzer (das Publikum) schlüpft in das "screenplay" und in neue Rollen als global kooperierender Autor. Als Autor kann jeder Szenen aus seinem realen oder fiktiven Leben eingeben und auf die Geschichten oder Lebensläufe der anderen reagieren, um damit eine on-line-Welt aus "lesbaren Einheiten" zu schaffen. Ihre Worte unterstreichen die Szenen wie Zwischen- oder Untertitel mit fließendem Übergang zwischen news-Gruppe und Film.

"OtherLands" ist eine Fortsetzung von Huber und Pococks früheren web-Kunstprojekten - "Arctic Circle" und "Tropic of Cancer". Beide Projekte beziehen sich auf reales Reisen; einmal durch den Norden Kanadas und zum anderen als Touristen durch Mexiko. "Other Lands" selbst ist auch eine travel-as-art Schleife, wiewohl diesmal das Reiseziel eher interpersonellen Charakter hat. Wie seine beiden Vorgängerprojekte ist "Otherlands" eine doppelte Reise. Auf der einen Seite geht die Reise in die virtuelle Realität als ein symbolischer Austausch zwischen Autoren und Benutzer im Netzwerk. Auf der anderen Seite ist es eine Reise in die reale Welt nach Entebbe, zum Äquator, nach Ostafrika und zu anderen Orten der Welt (Quito, Equador, die Galapagosinseln, Singapur und Borneo).

Von besonderem Interesse wird diese Bewegung, wenn die Autoren miteinander reisen und sich besuchen, um Szenen zu produzieren und diese auf der documenta-website sichtbar machen und dem Dialog freigeben. Und so entsteht ein (Schau-)Spiel. Was wie ein klassischer Experimentalfilm beginnt, ein Film vor allem aus Worten, fusioniert mit einer spielähnlichen Dramaturgie. Die entsteht dadurch, daß Zuschauer zu Autoren werden und Autoren und Benutzer und Story sich nicht mehr voneinander unterscheiden lassen.

Der Äquator, wie er hier beschrieben wird, ist die "Identität in der heutigen globalen Gesellschaft". Identität als bestärkende Verbindung zwischen zwei Ganzheiten, die jedoch niemals völlig identisch sind. Somit ist die Erinnerung Identität; die Verbindung zwischen mental gespeicherten Ereignissen und die realen Erfahrungen, die sie enthalten. Der Film ist ebenfalls eine gültige Identität, die direkt verbunden ist mit Ereignissen in unserem realen und virtuellen Leben, formend und informierend.

 

Philip Jackson Pocock (CAN-IRL), geb. 1954, lebt in Karlsruhe

Felix Stephan Huber (CH), geb. 1957, lebt und arbeitet in Köln

Weitere Projekte von Felix Stephan Huber & Philip Pocock: Black Sea Diary. Edition Patrick Frey, Zürich 1993, Arctic Circle; Tropic of Cancer

Udo Noll (D), geb. 1967, lebt und arbeitet in Köln, <http://king.dom.de>

Florian Wenz (D-CH)´, arbeitet und lebt in Zürich

Webprojekt: !hello_world?

Kunstprojekt Website "without addresses" Joachim Blank und Karl Heinz Jeron (Berlin) - eine sich selbst schreibende Website.

Ausgehend von Roland Barthes Text zur Orientierung in der Stadt Tokio bedeutet ein erster Besuch dieser Stadt den Beginn, sie zu schreiben: Tokio hat keine Adressen. Dadurch wird die visuelle Erfahrung und nicht, wie gewohnt, deren Repräsentation zu einem entscheidenden Element der Orientierung. Orientieren heißt sich bewegen. Bewegung läßt Wegesysteme entstehen. Wegesysteme, die uns bei diesem Projekt interessieren, sind ungeplante, zweidimensionale Strukturen, die sich auf einer immateriellen Oberfläche einschreiben. Es gibt keine übergeordnete Wegeführung, die den Besuchern die Richtung vorgibt.

Die Besucher der Website hinterlassen Spuren, die sich zu Pfaden erweitern und Wege erzeugen. Sie schreiben sich ein. Die Gesamtheit der Besuche bildet die Struktur, das Wegesystem. Die sich selbstschreibende Website hat keine Adressen, keinen Index. Der einzelne Besucher erhält keine Kenntnis über den gesamten Aufbau der Website.

Die Startseite aktiviert neben dem ersten Dokument zwei Applikationen. Die erste Applikation öffnet ein einfaches Texteingabefeld in einem eigenen Fenster. Hier erhält der Besucher die Möglichkeit, den Vorgang des Einschreibens zu starten. Er/sie wird aufgefordert: "Sag mir, wer du bist ?". Der eingegebene Text wird als Suchmuster für eine Online- Recherche im Internet benutzt. Aus dem Ergebnis der Recherche wird eine individuelle HTML-Seite erzeugt. Der Besucher hinterläßt eine Spur in "without addresses". Das Abfrageergebnis wird durch verschiedene Layoutvorlagen gestalterisch manipuliert. Dabei wird Text handschriftlich repräsentiert und Bilder werden in Graustufen umgewandelt.

Die zweite Applikation erzeugt eine Karte aus den HTML-Seiten, die durch Punkte repräsentiert werden. Die HTML-Seiten der Besucher sind auf der Karte in einer zeitlichen Abfolge angeordnet. Der Besucher wählt Punkte an, um sich bereits generierte Seiten anzusehen. Diese Bewegung erzeugt Wege beziehungsweise Verbindungen zwischen den Punkten. Dadurch entsteht erst eine Struktur. Sie wird in Echtzeit erweitert und der persönlich gewählte Weg wird visualisiert. Über die Karte bewegt sich der Besucher durch die Website. Die zweidimensionale Karte, bestehend aus Knoten und Verbindungen ist die einzige Instanz zur Orientierung im virtuellen Raum von "without addresses".

 

Joachim Blank, geb.1963 in Aachen, lebt in Berlin und Leipzig

Karl Heinz Jeron , geb.1962 in Memmingen, lebt in Berlin

 

1993-94: "Handshake"

http://www.icf.de/handshake (mit Aselmeier, Haase)

1995: Gründung und Entwicklung "Internationale Stadt"-"International City Federation": http://www.icf.de (mit Aselmeier, Haase, Kunkel, Kaulmann, Schmitz)

1996: "Even a stopped clock tells the right time twice a day":

http://www.icf.de/clock


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