VVZ WS 17

Hauptstudium

Im Hauptstudium erwerben die Studierenden kunstgeschichtliches Grundwissen, das von den Anfängen bis zur aktuellen Gegenwartskunst reicht und so unterschiedliche Sparten wie Buchkunst, Fotografie, Malerei und Medienkunst umfasst. In Philosophie lernen und erarbeiten sich die Studierenden den Umgang mit Grundfragen philosophischer Ästhetik, Ethik und Gesellschaftstheorie und erweben das methodische Rüstzeug, die philosophische Dimension ihrer eigenen künstlerischen Arbeit zu thematisieren. Dies geschieht sowohl in Vorlesungen wie auch in Seminaren und / oder Blockveranstaltungen.

Montag
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Christina Natlacen


Seminar

Montag     14:00 — 17:00

Raum: 3.04

14-täglich gerade Wochen
Beginn: 16.10.2017
Ende:   22.01.2018

Film Diaries. Filmische Beobachtungen des Lebens in Tagebuchform

Auf der diesjährigen Documenta 14 standen mit Jonas Mekas und David Perlov zwei Filmemacher im Zentrum von Retrospektiven, die sich intensiv mit dem Tagebuchfilm beschäftigt haben. Wir wollen uns gemeinsam diesem Genre annähern und nach weiteren Arbeiten suchen. Gleichzeitig wird der Kontext zu anderen Filmen, in denen das Tagebuch eine narrative Rolle spielt, erweitert. Neben diesen filmischen Beispielen werden außerdem auch ausgewählte schriftliche Künstlertagebücher im Fokus der Auseinandersetzung stehen.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Kurs ist die Vorbereitung der Pflichtlektüre, die Wahrnehmung der zusätzlichen Screening-Termine sowie die Bereitschaft zur regelmäßigen Anwesenheit.

Vorbesprechung am 16. 10. 2017 von 14.00-15.30 Uhr in Raum 3.04.
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Marc Rölli


Seminar

Montag     17:00 — 19:00

Raum: 3.05

wöchentlich
Beginn: 16.10.2017

Zeitgenössisch / Unzeitgemäß – Theorien der Gegenwartskunst

Schwierigkeiten mit der Moderne schlagen sich in der Kunsttheorie prominent in der Auffassung von Zeit und Zeitstrukturen nieder. In welchem Sinne ist Kunst aber eine zeitbezogene Angelegenheit? Wie ist ihr Verhältnis zur Vergangenheit – und wie ihre Orientierung am Neuen, nie Dagewesenen beschaffen? Kann der emphatische Bezug auf Gegenwart vom Geschichtsverständnis der Moderne entlasten? Wie zeitgemäß oder unzeitgemäß ist das ‚Zeitgenössische‘ – und wie funktionieren Zeitregime aktuell? Diese Fragen werden im Seminar mit Blick auf einige kleinere Texte zum Thema der Gegenwartskunst erläutert und ziemlich offen debattiert (s. Handapparat in der Bibliothek der HGB, ein elektronischer Reader wird bereitgestellt). Trotz dieses Theorie-Hintergrundes wird mit einem Seminarformat experimentiert, das sich vom Text löst und mit praktischen Beispielen aus der Kunstwelt arbeitet. Die zu vergebenden Referate sind als Mini-Inszenierungen gedacht, die sich offensiv selektiv mit einzelnen Aspekten, herangezogener Kunst, philosophischen Ideen, politischen Implikationen und tagesaktuellen Bezügen beschäftigen.  
Dienstag
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Beatrice v. Bismarck


Seminar

Dienstag   10:00 — 14:00

Raum: 3.04

14-täglich ungerade Wochen
Beginn: 24.10.2017

Trans-... – Figuren des Fluiden

Trans-... – Figuren des Fluiden
Transgender, Transkulturalität, Transmedialität – die Vorsilbe "trans" hat in aktuellen Diskussionen zunehmend diejenige des "inter" abgelöst, wenn es darum geht, die Auflösung von klar definierten Abgrenzungen zwischen Künsten, Disziplinen, Kulturen oder Geschlechtern zu beschreiben. Dabei sind sowohl Übersetzungs- und Überschreitungsmetaphern angesprochen, als auch räumlich-metaphorischen Gegenüberstellungen eines Dies- und Jenseits. Zudem beinhaltet es Vorstellungen kontinuierlicher, nicht abschließbarer Veränderungsprozesse von Erscheinungsformen und Bedeutungszuweisungen. In der Kunst finden die Perspektiven des "Trans-" sowohl produktions- wie rezeptions-ästhetisch ihren Niederschlag. Künstlerische Arbeitsweisen vollziehen Prozesse der Überschreitung, Übersetzung, Transformation zwischen Disziplinen oder ganz unterschiedlich bestimmten Orten und Zeiten; die spezifischen Eigenschaften der eingesetzten Materialien und Medien setzen diese Prozesshaftigkeit um und thematisieren zugleich deren Effekte; sowohl in künstlerischen Arbeiten selbst, als auch in dem Umgang mit ihnen in Kunstkritik, Kunsttheorie und Ausstellungspraxis werden Perspektiven von Transkulturalität und Transgender aufgegriffen, kritisch auf ihr Bedeutungsspektrum hin befragt und kontrovers diskutiert. Das Seminar nimmt diese Debatte, die mit einem gewissen Facettenreichtum nicht zuletzt sowohl in den Exponaten, als auch den Präsentationsweisen auf der derzeitigen documenta 14 zum Ausdruck kommt, auf. Anhand exemplarischer künstlerischer Positionen und ihrem diskursiv- theoretischen Umfeld soll den ästhetischen, aber darin miteinbegriffen nicht selten notwendigerweise auch sozialen und politischen Problemstellungen nachgegangen werden, die die Verwendung des Präfix "trans" im Kunstfeld implizieren kann.
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Marc Rölli


Seminar

Dienstag   11:00 — 13:00

Raum: 3.05

wöchentlich
Beginn: 17.10.2017

Geben und Nehmen

Das Seminar widmet sich einem berühmten Text zur Ethnologie des Gabentauschs, der von Marcel Mauss vor knapp hundert Jahren geschrieben wurde. In ihm wird anhand von Feldforschungen in Südostasien und Nordwestamerika das Modell einer ‚anderen Ökonomie‘ entworfen. Dieses Modell hat in unterschiedlichen Kontexten Karriere gemacht, z.B. vermittelt über die Thesen zur exzessiven Verschwendung (Bataille) oder im Rahmen der Entwicklung einer strukturalen Anthropologie (Lévi-Strauss) und Philosophie (Derrida). Einigen dieser Spuren werden wir nachgehen; ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in der Diskussion ethnographischer Ressourcen der Kapitalismuskritik, wie sie in letzter Zeit in den Auseinandersetzungen um das Konzept der ‚Nomaden‘ bzw. der ‚Nomadologie‘ verfolgt werden konnte. 
Mittwoch
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Andreas Broeckmann


Seminar

Mittwoch   10:00 — 13:00

Raum: 3.04

14-täglich gerade Wochen
Beginn: 18.10.2017
Ende:   24.01.2018

Fluch und Segen der Anonymität

Vertr. Prof. für Kunstgeschichte und Medientheorie

Anonymität ist eine zentrale Dimension moderner Gesellschaften, in positiver wie in negativer Hinsicht: Anonymität schützt vor ungewünschter Beobachtung und vor Verfolgung, und sie kann einen Deckmantel bieten für Verbotenes und Verwerfliches. Im Zuge der gegenwärtigen Digitalisierung wird das Recht auf Anonymität grundsätzlich in Zweifel gezogen und Fragen bezüglich Sichtbarkeit, Identität und Identifizierbarkeit auch jenseits digitaler Systeme neu verhandelt.
Im Seminar "Fluch und Segen der Anonymität" beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Situationen, in denen Anonymität eine Rolle spielt, und versuchen das Phänomen, seine positiven und negativen Aspekte zu verstehen. Wir befassen uns mit künstlerischen Werken und Projekten, die das ambivalente Thema Anonymität untersuchen, und erkunden auf praktische und theoretische Weise verwandte Aspekte wie Autorschaft, Verantwortung oder Reziprozität in sozialen Beziehungen.

Termine:

1. Sitzung, 18. Oktober
(Einführung, "anonyme Situationen")

2. Sitzung, 1. November
(vorbereitende Lektüre: Thorsten Thiel: "Anonymität und der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit." 2016, besonders S. 10-13)

3. Sitzung, 15. November
(vorbereitende Lektüre: Florian Dombois: "Kunst als Forschung. Ein Versuch, sich selbst eine Anleitung zu entwerfen." Bern, 2006.)

4. Sitzung, 29. November
(Aufgabe zur Sitzung am 29.11.: Formulieren Sie in einigen Sätzen eine (zunächst) hypothetische Forschungsfrage zum Thema Anonymität, die Sie gern auf künstlerische Weise bearbeiten (untersuchen, erforschen) würden. (Oder überlegen Sie sich zumindest eine Situation, ein Szenario, einen beispielhaften Fall von Anonymität, der Sie interessiert und dem Sie gern weiter nachgehen würden.))

5. Sitzung, 13. Dezember
Vorbereitende Lektüre für alle: Julie Ponesse: "Navigating the Unknown: Towards a Positive Conception of Anonymity" (2013)
(Aufgabe: Bitte, formulieren Sie eine Forschungsfrage zum Thema Anonymität, zu deren Beantwortung Ihr Projekt beitragen könnte! – Zur Erläuterung: In der 3. Sitzung haben wir den Text von Florian Dombois gelesen, der betont, dass künstlerische Forschung von einem 'formulierbaren Erkenntnisinteresse' ausgeht; wir nehmen nun an, dass Ihr Projekt zum Thema Anonymität ein solches künstlerisches Forschungsprojekt ist, das der Untersuchung des Themas Anonymität dienen soll.)

Forschungsfragen, die vorgetragen wurden (meine Formulierungsversuche, bitte korrigieren! A.B.):
- wie kann eine visuelle Darstellung von Anonymität aussehen? Gibt es typische visuelle Metaphern für Anonymität?
- wie verändern sich die Kräfteverhältnisse in Beziehungen vertikaler Anonymität durch die technischen Möglichkeiten des Whistleblowing bzw. von anonymem Aktivismus à la Anonymous?
- wie ist das Verhältnis von Anonymität und Pseudo-Identitäten, bzw. welche Rolle spielt Anonymität in der Konstruktion virtueller Identitäten?
- ist Anonymität in Verwandschaftsverhältnissen möglich?
- welche Identifikationsmerkmale spielen für wen eine Rolle?
- was ist die Rolle des Umfelds in der Aufrechterhaltung von Anonymität?
- welche Form von Schutz kann Anonymität bieten?
- kann es Anonymität von abwesenden bzw. von verstorbenen Personen geben?
- gibt es so etwas wie eine "historische Anonymität (durch Vergessen)"? (vgl. analog Ponesses Konzept der "third-party anonymity")
- was kann in Zeiten von Home-Assistants (wie Alexa) "Anonymität in den eigenen vier Wänden" bedeuten? (oder ist das eine Frage von Privatheit?)


6. Sitzung, 10. Januar
Aufgabe: Bitte, formulieren Sie, wie Ihr Projekt zur Behandlung der von Ihnen selber formulierten Forschungsfrage (oder einer anderen) beiträgt; beschreiben Sie anhand des Themas und Ihres methodischen Vorgehens, welche Erkenntnisse aus der Durchführung und anschließenden Betrachtung Ihres Projekts zu erwarten sind. Was läßt sich anhand Ihres Projekts über Anonymität lernen, verstehen, beobachten?

(Sehen Sie sich nochmal die Texte von Thiel und Ponesse an, oder andere Texte zum Thema der Anonymität: gibt es dort Aspekte, Thesen, Begriffe, Überlegungen, die sich auf der Grundlage Ihres künstlerischen Forschungsprojekts untersuchen, bestätigen, kritisieren, ergänzen lassen? – Wie z.B. die Idee, in Anlehnung an Ponesse (S. 334) den neuen Begriff einer "historischen Anonymität (durch Vergessen)" zu prägen...)

Bringen Sie, bitte, Skizzen, Vorstudien, Bilder u.a. Materialien mit, die Ihr Vorhaben anschaulich machen und an denen man die praktische Umsetzung Ihres Vorhabens weiter diskutieren kann.

Optionale Lektüre (zum Verhältnis von Anonymität und Privatheit): Gertraud Koch & Anna Henke: "Disentangling Anonymity and Privacy. Theoretical reflections in the light of the conceptual history of both terms” (2017)


* 7. Sitzung, 24. Januar

Wir setzen die Besprechung Ihrer Projekte und Materialien fort und versuchen zu klären, wie solche Projekte "künstlerischen Forschens" zu Erkenntnissen über Anonymität beitragen können.

* Lektüre zum Thema der "teilnehmenden Beobachtung" (welche Probleme entstehen, wenn man "anonyme" Situationen studieren will, an denen man selber teilnimmt):

- Breidenstein u.a.: Ethnografie (2013), Abschnitt: "Teilnehmende Beoachtung" (S. 66-80)

- William Foote Whyte: Street Corner Society (1943), Abschnitt: "Training in Participant Observation", S. 299-309
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Marc Rölli


Seminar

Mittwoch   11:00 — 13:00

Raum: 3.05

wöchentlich
Beginn: 18.10.2017

Orientalismus oder ‚die Anderen‘

Hatte Simone de Beauvoir im feministischen Kontext vom "anderen Geschlecht" gesprochen, so ist es in der postkolonialen Literatur üblich, von der kolonial bestimmten Konstruktion des (kolonisierten) Anderen zu sprechen. ‚Exotismus‘ und ‚Othering‘ – so lauten an dieser Stelle die bekanntesten Stichworte. Das Seminar widmet sich in der ersten Hälfte der Rekonstruktion der Entstehung postkolonialen Denkens, indem es einige der klassischen Texte (Fanon, Said) zur Diskussion stellt und den diskursiven Status der Rede vom Anderen besonders berücksichtigt. In der zweiten Hälfte werden neuere, kontrovers diskutierte Positionen vorgestellt, die in den gegenwärtigen Debatten um Dekolonisierung und die "Dämonisierung der Anderen" eine wichtige Rolle spielen (Spivak, Mignolo, Bauman u.a.). 
Donnerstag
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Julia Blume


Seminar

Donnerstag 14:00 — 16:00

Raum: 3.04

wöchentlich
Beginn: 12.10.2017

Kunst.Macht.Menschen. Zur russischen Kunst zwischen 1905-1935

Die Überzeugung, dass mit einer modernen, umfassend erneuerten Kunst Menschen radikal (um-)erzogen und für die Revolution begeistert werden können, prägte die russische Avantgarde in den Jahren ab 1905 stärker und mit viel weiterreichenden Konsequenzen als zeitgleiche Projekte in Westeuropa. Die Lehrveranstaltung verhandelt beispielhaft Konzepte und Projekte der Erneuerung in allen künstlerischen Genres und fragt dabei aber zugleich danach, wie diese mit den ebenso radikalen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Umbrüchen in den Jahren seit der ersten russischen Revolution bis zum Machtantritt Stalins verbunden gewesen sind. Ziel ist es, die Kunst der russischen Avantgarde nicht nur als eine bis heute faszinierende und Spuren hinterlassene künstlerische Aufbruchsbewegung zu betrachten, sondern neben ihren grandiosen Eröffnungs- und Ermöglichungsqualitäten auch deren zerstörerischen und gewaltsamen Potentiale neu in den Blick zu nehmen. 
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Andreas Broeckmann


Seminar

Donnerstag 16:00 — 19:00

Raum: 3.04

14-täglich gerade Wochen
Beginn: 19.10.2017
Ende:   25.01.2018

Post-Internet Art und digitale Ästhetik

Vertr. Prof. für Kunstgeschichte und Medientheorie

Das Seminar unter dem Titel "Post-Internet Art und digitale Ästhetik" beschäftigt sich mit der Rolle elektronischer und digitaler Medien in der zeitgenössischen Kunst. Es wird hierbei vor allem um heutige künstlerische Praxen gehen, die mit digitalen Medien arbeiten, diese aber nicht – wie dies in der Medienkunst der 1970er-2000er Jahre der Fall war – in der Fokus der künstlerischen Reflexion stellen. Während für die historische Medienkunst die Auseinandersetzung mit den sogenannten "Neuen Medien" kritische Differenz zum Betrieb der zeitgenössischen Kunst signalisierte, gehört in "postdigitalen" Zeiten die Arbeit mit digitaler Bildbearbeitung, Virtual Reality und 3D-Druck zu diesem Betrieb wie selbstverständlich dazu.
Das Seminar rekonstruiert anhand einiger ausgewählter künstlerischer Beispiele und Texte den historischen Zusammenhang von Kunst und Medien im 20. Jahrhundert und untersucht dann Werke zeitgenössischer Künstler*innen wie Simon Denny, Cécile B. Evans, Camille Henrot, Jon Rafman, Hito Steyerl, und anderer, für die die Arbeit mit digitalen Medien alltägliche Praxis und kein Distinktionsmerkmal darstellt. Dennoch bieten ihre Werke wichtige Anlässe für ein Nachdenken über die Bedeutung dieser Medien in der zeitgenössischen Kunst im besonderen, und in der heutigen Gesellschaft im allgemeinen. Wir beschäftigen uns mit dieser Konstellation, indem wir anhand exemplarischer Künstler_innen und Werke die Verschränkung von künstlerischen Fragestellungen, technologischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Bedingungen herausarbeiten.


Termine:
19. Oktober: Einführung (Post-Internet, post-digital, post-media)
2. November: Post-Internet Ausstellungen; vorber. Lektüre: Connor 2014
16. November: Werkbetrachtungen und gemeinsame Lektüre: Kolja Reichert: "Für einen neuen Zirkulationismus. "Post-Internet" und Kritik." In: Kunstforum International, Band 242 (Postdigital 1), 2016.

(keine Sitzung am 30. November – Termin muss verschoben werden auf 18.1.2018)

14. Dezember: Bilderansammlungen, Bildobjekte, Greenscreen
vorbereitende Lektüre: Seth Price: "Dispersions." (2016)
optional: Hito Steyerl: "In Defense of the Poor Image." (2009)
• Camille Henrot: The Pale Fox
• Camille Henrot: Grosse Fatigue – https://vimeo.com/86174818
• Katja Novitskova (Blog, Bildobjekte)
• Seth Price
• knowbotiq
o Hito Steyerl, How Not to Be Seen..., 2013 – https://www.artforum.com/video/id=51651&mode=large&page_id=14
o Mark Leckey, Green Screen Refrigerator, 2010 – https://www.youtube.com/watch?v=8X1QkseVjIY
o Cecile B. Evans: Hyperlinks Or It Didn't Happen, 2014 – http://cecilebevans.com/index.php/hyperlinks-or-it-didnt-happen/

11. Januar: Virtuelle Realität; Lektüre: Stefan Münker: "Was heißt eigentlich: ‚Virtuelle Realität’? Ein philosophischer Kommentar zum neuesten Versuch einer Verdopplung der Welt." (1997); Referate: Filip Krause / Leon Galli: Historische Betrachtung von VR. Entwicklung der Technik und Rückblick auf verschiedenen VR-Techniken in der Vergangenheit; Fabian Lehmann: Die Simulationstheorie von J. Baudrillard


* 6. Sitzung, 18. Januar (Ausweichsitzung für 30.11.): popkulturelle Bezüge, CGI, evtl. Nachtrag VR

* vorbereitende Lektüre: Florian Cramer: "Nach dem Koitus oder nach dem Tod? Zur Begriffsverwirrung von "postdigital", "Post-Internet" und "Post-Media"", Kunstforum International, Bd. 242, 2016

Referate:
• Luisa Hohlfeld: Vaporwave
• AP/Thomas Spieler/nn: CGI
• evtl. Oliver Laric, Versions


7. Sitzung, 25. Januar: 3D-Druck, Skulptur, usw.

• Evgenij Gottfried: skulpturale Qualität technischer Geräte
• Materialismus / New Materialism


Texte zur Lektüre und Seminarplan/Liste mit Themen, Motiven, Materialien, Medien/Techniken im Seminarordner auf hgb-leipzig.de/theorie-reader
Freitag
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Andreas Broeckmann


Kompaktseminar

Freitag    12:00 — 18:00

Raum: 2.41

laut Aushang
Beginn: 20.10.2017
Ende:   17.11.2017

Harun Farocki – Film, Video, Installation

Termine:
Freitag, 20.10.17, 27.10.17 (Exkursion Berlin), 10.11.17, 17.11.17

Vertr. Prof. für Kunstgeschichte und Medientheorie

Harun Farocki (1944-2014) gilt als einer der wichtigsten Künstler der letzten Jahrzehnte. Von den frühen Experimental- und Essayfilmen der 1960er und 70er Jahre bis hin zu den installativen und multimedialen Projekten, die ihn bis zu seinem frühzeitigen Tod beschäftigten, war Farocki einer Ästhetik verpflichtet, die ihren Gegenständen politisch engagiert und ebenso realistisch wie experimentell begegnete. Hierbei entwickelte Farocki einen bestimmten "Stil", den wir durch eine detaillierte Betrachtung ausgewählter Arbeiten herausarbeiten wollen.
Das Seminar "Harun Farocki – Film, Video, Installation" beschäftigt sich anhand von Farockis Arbeiten mit Fragen der Medialität von Bildern (Film, Video, Fernsehen, interaktive Medien, Computerspiele, Installation) und mit den Möglichkeiten einer kritischen, eingreifenden Ästhetik, einer Ästhetik der kritischen Analyse und des fragenden, skeptischen Blicks.

Der Termin am 27. Oktober findet als Exkursion in Berlin statt; wir besuchen die Ausstellungen im Neuen Berliner Kunstverein ("Harun Farocki: Mit anderen Mitteln – By Other Means") und in der Galerie Barbara Weiss ("Harun Farocki und die Musik").

Empfohlen wird auch der Besuch der Ausstellung "El Usman Faroqhi Here and a Yonder – On Finding Poise in Disorientation" bei Savvy Contemporary (Plantagenstraße 31, 13347 Berlin, bis 21. Oktober 2017) und der Veranstaltungen im Rahmen von "Farocki Now: A Temporary Academy", 18.-21. Oktober 2017, HKW & silent green, Berlin. https://www.harun-farocki-institut.org

3. Sitzung – 10. November (HGB Leipzig, Raum 2.41)

Werkbetrachtungen, Referate und Seminargespräche: "wie arbeitet Farocki?"

Referate
• Kovalenko / Bauer: grafische Einblendungen
• Papay über "Nicht löschbares Feuer"
• anon über Autorenschaft, Text, Kommentare

weitere mögliche...
• Themen: z.B. Arbeit/Handarbeit; Maschinen; Bildproduktion; Bildanalyse (operative Bilder); Pornografie; usw.
• Methoden: z.B. Materialien (Fotografie, abgefilmte Buchseiten, Found-Footage-Film, Dokumentarfilm, Text, Stimme, Zeichnung, Diagramm, Computersimulation, usw.); Montage/Filmschnitt; Wiederholung; Ein-Kanal-Filme vs. Multi-Screen-Installationen
• Autorschaft / persönlicher Stil (z.B. wie ist HFs Autorschaft in den Arbeiten "markiert"? wann ist HF zu sehen (Gesicht, Hände) oder zu hören (Stimme)?)


* 4. Sitzung – 17. November (HGB Leipzig)

* Werkbetrachtungen, Referate und Seminargespräche: "Kontexte"

* Vorbereitende Lektüre (s. theorie-reader): Walter Benjamin: "Was ist das epische Theater? (2)", 1939 (Gesammelte Schriften, Bd. 2, S. 532-539)

ergänzend/optional: V. Pantenburg: Film als Theorie (2006), Kapitel zum "Essayfilm"

Referate:
• Hart/Schell: Ein Bild
• Nesterova/Wetscher: Auge/Maschine & Erkennen und Verfolgen
• Oscar Lebeck über Pasolini
• Terhechte: was war 1967 an der DDFB los?
• evtl. über Peleschjan


• Filme und RegisseurInnen: Jean-Luc Godard (Numéro Deux, 1975), Pier Paolo Pasolini (Notizen für eine afrikanische Orestie, 1970), Chris Marker (Beschreibung eines Kampfes, 1961; Sans Soleil, 1983), Artawasd Peleschjan, Alexander Kluge (Abschied von Gestern, 1966; Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit, 1985 [https://www.youtube.com/watch?v=IM7gJkO0jAk]), ... und als "SchülerInnen" Hito Steyerl und Carmen Losmann (Work Hard, Play Hard, 2012)
• TheoretikerInnen und SchriftstellerInnen: Bertolt Brecht, Hannah Arendt (u.a. Vita Activa), Peter Weiss (u.a. Ästhetik des Widerstands), Theodor W. Adorno (u.a. Noten zur Literatur)
• Produktions- und Präsentationskontexte: Kino, Fernsehen, bildende Kunst (Installationen, u.a. Schnittstelle, 1995; Auge/Maschine I, II, III, 2001-2003; Deep Play, 2007; Ernste Spiele I, II, III, IV, 2009-2010, Parallel I, II, III, IV, 2012-2014), Internet (Eine Einstellung zur Arbeit, 2012-2014)
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Andreas Broeckmann


Kompaktseminar

Freitag    12:00 — 18:00

Raum: 3.04

laut Aushang

Medienaktivismus – Medienhandeln zwischen Widerstand und 

Vertr. Prof. für Kunstgeschichte und Medientheorie

Freitag, 15.12.17, 12.1.18, 19.1.18, 26.1.18

Als unter "Medien" zumeist noch Massenmedien wie TV, Radio, Presse usw. verstanden wurden, meinte man mit dem Begriff des "Medienaktivismus" diejenigen Formen zivilgesellschaftlicher Kritik und politischen Aktivismus, die zugleich das System dieser Massenmedien kritisierten und sich vorrangig elektronischer und anderer Medientechniken bedienten, um in gesellschaftspolitische Prozesse einzugreifen. In den heutigen Zeiten der umfassenden Digitalisierung aber verschwimmen die Grenzen des "Medialen", denn es sind nicht nur alle möglichen Bereiche des Lebens medientechnisch durchdrungen – von Kühlschränken und Autos bis zu den RFID-tags auf Lebensmitteln –, sondern durch das Smartphone ist auch ein Großteil der Menschen ständig online und medial präsent.
Das Seminar "Medienaktivismus – Medienhandeln zwischen Widerstand und Affirmation" geht dem Mythos des Medienaktivismus nach und versucht anhand einiger Schlüsseltexte und exemplarischer Praxen zu klären, wie sich in unterschiedlichen historischen Phasen und in bezug auf unterschiedliche Medientechniken entsprechend vielfältige zivilgesellschaftliche und medienaktivistische Praktiken herausgebildet haben. Besonderes Augenmerk richten wir hierbei auf die entsprechenden Arbeiten von Künstler*innen. Wir wollen über das Verhältnis von Medienaktivismen zu den jeweils herrschenden politischen, medientechnischen und kunsttheoretischen Regimen sprechen und (mehr oder weniger realistische) Ideen dafür entwickeln, wie kritische mediale Praxen unter der Bedingung von Plattformkapitalismus, Big Data, Alternative Facts und Quantified Self aussehen könnten.

15.12.2017: Einführung

12.01.2018: u.a. Referate zu Indymedia (K. Dziwis), Christoph Schlingensief & Zentrum für polit. Schönheit (M. Wühler); vorbereitende Lektüre: Wolfgang Sützl: "Medien des Ungehorsams. Zur Geschichtlichkeit von Medienaktivismus." (medienimpulse 1/2011)


* 19. Januar 2018: u.a. Hambacher Forst / Fotografie (E. Keimeyer), Farocki & Ujica, "Videogramme einer Revolution" (Jonathan McNaughton)

* Lektüre: Eric Kluitenberg: Legacies of tactical media. Amsterdam, 2011


26. Januar 2018: u.a. alt-right (E. Gräbeldinger)
Blockveranstaltung
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Gesa Foken


Kompaktseminar


Raum: 3.05

Blockveranstaltung
Beginn: 12.10.2017

Das offene Kunstwerk – Umberto Ecos ästhetische Theorie

Kompaktseminar, Termine:
Einführungsveranstaltung: 12.10.2017, 17-19 Uhr, Raum 3.05
1. Block: 17./18.11.2017, 10-17 Uhr, Raum 3.05
2. Block: 1./2.12.2017, 10-17 Uhr, Raum 3.05


1962 beginnt Umberto Eco mit der Zusammenfassung mehrerer kunstphilosophischer Artikel unter dem Titel "Opera aperta" – in der deutschen Übersetzung von 1973 "Das offene Kunstwerk". Eco reagiert mit seiner Schrift auf die Umbrüche in der ihm zeitgenössisichen Kunst, Wissenschaft und im Lebensgefühl sowie auf das angesichts dessen von ihm konstatierte Ungenügen der ästhischen Theorien. Er proklamiert eine neue, besonders offene Kunst, die sich von einer grundsätzlich der Kunst eigenen Offenheit unterscheidet. Dieses Frühwerk erringt große Aufmerksamkeit, wird einerseits als das Manifest zeitgenössischer Kunst gefeiert, andererseits in seiner Logik kritisiert. In dem Sinne, wie Umberto Eco in seiner Folgeforschung die wichtigste These von "Opera aperta" fallen lässt, wird in der Sekundärliteratur die Stichhaltigkeit der vorgebrachten Argumente selten umfassend überprüft. Dennoch ist das Werk wichtiger Ausgangspunkt für viele uns zeitgenössische Kunsttheorien, wobei in erster Linie Peter Weibels Konzept vom offenen Handlungsfeld und damit einhergehend die Infragestellung des Werkbegriffs in der Kunst zu nennen ist.

Das Seminar setzt sich das Ziel, die Argumentationsstränge Umberto Ecos zu erkennen und nicht zuletzt in Hinblick auf die gegenwärtigen Debatten zu überprüfen. Da der Autor vor dem Hintergrund eines vielfach aufgefächerten Materials moderner Kunst und Wissenschaft arbeitet, ermöglicht die gedankliche Annäherung an "Opera aperta" zudem die Auseinandersetzung mit informeller Malerei, atonaler Musik, Avantgardeliteratur und -film sowie mit den – im Sinne Ecos – kritischen Potentialen der Fernseh-Live-Sendung. Wichtige Bezugspunkte können zudem die semiotischen Theorien sowie die kybernetische Informationstheorie sein.
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Julia Kurz
Angelika Waniek


Seminar


Raum: 3.05

Blockveranstaltung
Beginn: 03.11.2017
Ende:   13.01.2018

LIVE/LIFE – Performance, Performativität und das Subjekt zwischen kollektivem Happening und permanenter Selbst-Aufführung

Blockseminar – TERMINE:

Vortreffen: 3.11.17, 17.30 Uhr (R. 3.05), in Anschluß gemeinsamer Besuch von Ivana Müller – Conversations out of Place, Residenz Schauspiel Leipzig, 20 Uhr (Bitte selbst Karten reservieren!)

Blöcke:
Fr. 8./Sa. 9.12.17, 10-17 Uhr, R. 3.05
Fr. 12./Sa. 13.1.18, 10- 17 Uhr, R. 3.05

Im Blockseminar "LIVE/LIFE" wollen wir theoretisch auf den weiten Themenfeldern rund um die Begriffe Performance und Performativität grasen.

Einerseits werden wir uns anhand von intensiver Lektüre begriffliche Grundlagen erarbeiten, gleichzeitig aber auch anhand künstlerischer und kuratorischer Praxen unterschiedliche Verfahrensweisen mit und Perspektiven auf Körper, Raum, Zeitlichkeit, Identität, Prozessualität, Analog, Digital, Avatare, Feminismus, .... diskutieren.

Dabei verhandeln wir genauso die politische Ansprüche der 1960er an die Performance als ephemere und damit nicht kommodifizierbare künstlerische Praxis als auch das omnipräsente Performance-Diktat im Neoliberalismus.
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Christina Natlacen
Zeynap Sayin


Seminar


Raum: 3.05

Blockveranstaltung

Gehen – Fliegen – Sterben. Künstlerische Reisen in die Welt des Schamanismus

Wir möchten uns in diesem Seminar unter dem Gesichtspunkt von drei verschiedenen Modi der menschlichen Existenz – dem Gehen, Fliegen und dem Sterben – dem Diskursfeld Schamanismus annähern. Es gilt, das vertikale Prinzip der aufrechten Natur im Gehen zu erkunden, das Fliegen als Ekstasetechnik zu verstehen und das Sterben als Übergang in eine andere Welt anzusehen – allesamt Themen, die von Künstlerinnen und Künstlern auf verschiedenste Weise aufgegriffen wurden.

Ein Gemeinschaftsseminar von Prof. Zeynep Sayin und JProf. Christina Natlacen.

Die Veranstaltung wird als Block abgehalten. Bitte merken Sie sich dazu folgende Termine vor: Freitag, 10. 11. 2017 und Samstag, 11. 11. 2017 sowie Donnerstag, 7. 12. 2017 und Freitag, 8. 12. 2017 jeweils 10-17 Uhr.
nach Absprache
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Zeynap Sayin


Seminar


Raum: 3.05

laut Aushang

Fälle des Bildes: Das Mimetische/ das Indexikale/ das Unheimliche/ Archivische (Album/ Atlas)/ Dialektische/ Dynamogramm….

8.11 ganztaegig

9.11 ab 19:00 Uhr

6.12 ganztaegig

9.12 ganztaegig

Die Veranstaltung möchte nicht nur die Faelle/ Flexionen des Bildes/ der Bilder als das Mimetische, Indexikale, Archivische, Animistische etc. mitverfolgen, möchte darüberhinaus dazu verleiten, über das juristische und gesellschaftliche Recht des Imago in der Kultur- und Bildgeschichte nachzudenken. Das Bild als Mimetikum und Index ist meistens eine Frage eines Rechts und Vorrechts gewesen. In Rom war das Vorrecht des Bildes ausdrücklich mit dignitas verbunden, Jesus Christus war das Imago Gottes und das Recht auf das Bild wurde ab einem bestimmten Zeitpunkt Würdentaegern des Islam nicht mehr gestattet, das Imago wurde zu einer Entehrung. In diesem Sinne sollen die verschiedenen Operations- und Funktionsweisen der verschiedenen Faelle des Bildes sowie die Beziehung der Macht und Maechtigen mit dem Bild in den Blickpunkt rücken. Wer darf wie gesehen warden und wer darf wie nicht gesehen werden? Was bedeutet Portrait, was bedeutet Gruppenportrait und seit wann? Was bedeutet der Sohn Gottes als indexikales Bild, doch was bedeuten die Spuren von Menschen, die in Babi Yar in einem Massengrab ermordet und deren abgelegte Kleider von dem Wehrmachtphotografen Johannes Haehle photografiert wurden?

Die Problemstellung der Bilder-Polizei und die damit verbundenen Archivs und des Bildes als Dokument, sowie die des An-archivs bishin zu dem Paradigma Auschwitz ist in dieser Diskussion enthalten.

Es soll nicht in einer Vorlesungsform, sondern interaktiv über die Teilnahme verlaufen.
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Julia Blume
Heidi Specker


Seminar


Raum: DLL Deutsches Literaturistitut

14-täglich gerade Wochen
Beginn: 10.10.2017

EXIL

Studierende der Literatur (DLL), Grafik/Buchkunst und Fotografie (HGB) erarbeiten im Diskurs mit Künstlern, die sich in Deutschland im Exil befinden, Beiträge, die den Themenbereich Künstler und Exil grundsätzlich, aber auch spezifisch in der persönlichen Begegnung und Auseinandersetzung reflektieren. Abschließend werden die Ergebnisse in einer Buchpublikation und einer Ausstellung präsentiert.
Die Lehrenden Blume, Haslinger und Specker begleiten den Prozess im Seminar und einem Workshop. In das Seminar ist eine Vortragsreihe integriert, bei der internationale Künstler im Exil, Politiker und Kulturwissenschaftler ihre Zugänge zum Thema darlegen werden. Was Exil bedeutet wird historisch und beispielhaft für die Gegenwart aufgefächert. In der Praxis erarbeiten die Studierenden in der Begegnung und im Diskurs mit Künstlern, die sich schon länger, bzw. aktuell im Exil in Deutschland befinden, Texte und Fotografien.