VVZ SS 18

Hauptstudium

Im Hauptstudium erwerben die Studierenden kunstgeschichtliches Grundwissen, das von den Anfängen bis zur aktuellen Gegenwartskunst reicht und so unterschiedliche Sparten wie Buchkunst, Fotografie, Malerei und Medienkunst umfasst. In Philosophie lernen und erarbeiten sich die Studierenden den Umgang mit Grundfragen philosophischer Ästhetik, Ethik und Gesellschaftstheorie und erweben das methodische Rüstzeug, die philosophische Dimension ihrer eigenen künstlerischen Arbeit zu thematisieren. Dies geschieht sowohl in Vorlesungen wie auch in Seminaren und / oder Blockveranstaltungen.

Montag
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Beatrice v. Bismarck


Seminar

Montag     10:00 — 19:00
Dienstag   10:00 — 19:00

Raum: 3.04

Blockveranstaltung
Beginn: 18.06.2018
Ende:   19.06.2018

Never Again Again. Wiederholung und Serialität

Never Again Again! Wiederholung und Serialität

Nicht nur haben unterschiedliche Formate des Reenactments, der Rekonstruktion und der Neuinszenierung in den Künsten und in der Ausstellungspraxis in den letzten Jahren eine gewisse Prominenz erlangt, sondern auch in den Wissenschaften finden sie derzeit ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Im Zentrum stehen dabei Fragen, die zunächst noch einmal das Verhältnis von Original und Nachbau adressieren, die vor allem aber den Prozess, den das Wiederholen impliziert, in den Blick nehmen. In dem Zusammenhang geht es um die Bedeutung von Materialität für dynamische Abläufe, um den Stellenwert körperlicher Erfahrung und Handlungen im Rahmen performativer (Wieder-)Aufführungsverfahren, um Veränderungen, Verschiebungen und Überschreibungen von Bedeutung, um Lehr- und Lernerfahrungen im Wiederholen, um Prozesse der Auf- und Abwertung, die die mehrfache Auf- oder Ausführung einer Handlung oder einer künstlerischen Arbeit mit sich bringt, aber auch um die Widerständigkeit, die die unterschiedlichen Verfahren des "Re-Doings" besitzen können. Diesen Perspektiven wird das Seminar am Beispiel ausgewählter künstlerischer Arbeitsweisen und theoretischer Positionen nachgehen.

Die erste Sitzung, in der das Vorgehen im Seminar besprochen wird und die Referate verteilt, findet am Montag, den 14. Mai, um 11:30, im Raum 2.41 statt.
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Beatrice v. Bismarck


Seminar

Montag     10:00 — 19:00
Dienstag   10:00 — 19:00

Raum: 3.04

Blockveranstaltung
Beginn: 04.06.2018
Ende:   05.06.2018

Future Archive

Future Archive

Um die Jahrtausendwende hatte sich, so schien es, die Sehnsucht nach Archivierung nahezu zur Obsession gesteigert: photographische und filmische Dokumentationen, Musealisierung der Städte, institutionelle Neugründungen von Archiven unbd Museen weltweit, sowie allen voran die digitale Datenspeicherung versprachen, gut historisch gerüstet in die Unvorhersehbarkeiten des 21. Jahrhunderts überwechseln zu können. Erneut zeichnet sich heute, knapp 20 Jahre danach, wiederum ein starkes Interesse an der Entwicklung von und Auseinandersetzung mit archivarischen Praktiken ab. Wenn ein solches Interesse um 2000 herum noch als Begleiterscheinung der großen Zäsuren der Zeitzählung gewertet werden kann, so liegen der gegenwärtigen Aktualität andere Motivationen zugrunde. An die Stelle der Vorstellung von möglichst allumfassender Materialsammlung und -bewahrung treten jetzt Fragen nach der Macht, der Verantwortung und dem Potential im Umgang mit Archiven. Einrichtung, Nutzung und Auslegung von Archiven treten nachdrücklich als zukunftsorientierte Verfahren in Erscheinung. Hand in Hand gehen dabei aus der Vergangenheit abgeleitete Utopie-Entwürfe, Manipulationen historischen Materials, Historisierungen der Gegenwart und Neuschreibungen von Geschichte. In dieser komplexen Gemengelage wird das Seminar anhand künstlerischer und theoretischer Positionen verschiedene Navigationsansätze unternehmen.

Die erste Sitzung, in der der Seminarablauf vorgestellt wird und die Referate vergeben werden, findet am Montag, den 14. Mai, um 10:00, Raum 2.41, statt.
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Christina Natlacen


Seminar

Montag     15:00 — 18:00

Raum: 3.04

14-täglich gerade Wochen
Beginn: 09.04.2018
Ende:   25.06.2018

Wege in die Wildnis. Zivilisationsflucht im Anthropozän

Im Anthropozän – jenem Zeitalter, in dem der Mensch zum dominierenden geologischen Faktor geworden ist – erscheint die unberührte Natur, so es sie überhaupt noch gibt, plötzlich als kostbares Gut. Die Wildnis rückt als Gegenentwurf zur Zivilisation mit ihrem utopischen Potenzial erneut in den Blickpunkt; als Ort der Naturromantik und Überlebenskunst vereint sie eine Vielzahl alter Mythen.

Wir möchten uns in diesem Kurs die Zeit nehmen, klassische Texte zum Rückzug in die Natur zu lesen und unsere Bilder der mythischen Topoi anhand von Spielfilmen und ausgewählten fotografischen Arbeiten zu überprüfen. Ein Fokus des Kurses richtet sich auf die Verhandlungen des Naturbegriffs von nordamerikanischen Autoren; unsere Textauswahl schlägt hier den Bogen von Henry David Thoreau bis hin zu Gary Snyder. Der andere Schwerpunkt umfasst Crutzens Theorie des Anthropozän und wird insbesondere Konzepte diskutieren, welche mögliche Auswege aus dem derzeit eingeschlagenen Weg zum ökologischen Kollaps aufzeigen.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Kurs ist die Freude an der Lektüre von unseren literarischen und wissenschaftlichen Referenztexten, die Übernahme eines Referats sowie die Bereitschaft zur regelmäßigen Anwesenheit.

Verpflichtende Vorbesprechung am 9. April 2018 von 15.00-16.30 Uhr in Raum 3.04.
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Marc Rölli


Seminar

Montag     17:00 — 19:00

Raum: 3.05

wöchentlich
Beginn: 09.04.2018

Utopie Demokratie !?

Die Demokratie bezeichnet "unsere" banale politische Realität. Oder nicht? Einerseits dominieren scheinbar fraglos liberale Demokratiemodelle, andererseits werden die politischen Zustände der Gegenwart auch als "postdemokratisch" oder "demokratiemüde" beschrieben. Die zunehmende (kapitalistische) "Ökonomisierung" und der Aufwind rechtskonservativer Nationalismen gelten als antidemokratische Kräfte. Ist aber die Demokratie das Problem oder die Lösung? Welche Demokratie? Im Seminar werden wir die strukturellen Schwierigkeiten der "real existierenden" Demokratien untersuchen – und anspruchsvolle Konzeptionen "radikaler Demokratie" kennenlernen. Dabei können auch ältere Demokratiebegriffe (z.B. nach John Dewey), die Idee der "offenen Gesellschaft" und einige Traditionen des utopischen Denkens hilfreich sein. Die Literatur wird im Handapparat der Bibliothek der HGB und als elektronischer Reader bereitgestellt. 
Dienstag
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Beatrice v. Bismarck


Seminar

Montag     10:00 — 19:00
Dienstag   10:00 — 19:00

Raum: 3.04

Blockveranstaltung
Beginn: 18.06.2018
Ende:   19.06.2018

Never Again Again. Wiederholung und Serialität

Never Again Again! Wiederholung und Serialität

Nicht nur haben unterschiedliche Formate des Reenactments, der Rekonstruktion und der Neuinszenierung in den Künsten und in der Ausstellungspraxis in den letzten Jahren eine gewisse Prominenz erlangt, sondern auch in den Wissenschaften finden sie derzeit ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Im Zentrum stehen dabei Fragen, die zunächst noch einmal das Verhältnis von Original und Nachbau adressieren, die vor allem aber den Prozess, den das Wiederholen impliziert, in den Blick nehmen. In dem Zusammenhang geht es um die Bedeutung von Materialität für dynamische Abläufe, um den Stellenwert körperlicher Erfahrung und Handlungen im Rahmen performativer (Wieder-)Aufführungsverfahren, um Veränderungen, Verschiebungen und Überschreibungen von Bedeutung, um Lehr- und Lernerfahrungen im Wiederholen, um Prozesse der Auf- und Abwertung, die die mehrfache Auf- oder Ausführung einer Handlung oder einer künstlerischen Arbeit mit sich bringt, aber auch um die Widerständigkeit, die die unterschiedlichen Verfahren des "Re-Doings" besitzen können. Diesen Perspektiven wird das Seminar am Beispiel ausgewählter künstlerischer Arbeitsweisen und theoretischer Positionen nachgehen.

Die erste Sitzung, in der das Vorgehen im Seminar besprochen wird und die Referate verteilt, findet am Montag, den 14. Mai, um 11:30, im Raum 2.41 statt.
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Beatrice v. Bismarck


Seminar

Montag     10:00 — 19:00
Dienstag   10:00 — 19:00

Raum: 3.04

Blockveranstaltung
Beginn: 04.06.2018
Ende:   05.06.2018

Future Archive

Future Archive

Um die Jahrtausendwende hatte sich, so schien es, die Sehnsucht nach Archivierung nahezu zur Obsession gesteigert: photographische und filmische Dokumentationen, Musealisierung der Städte, institutionelle Neugründungen von Archiven unbd Museen weltweit, sowie allen voran die digitale Datenspeicherung versprachen, gut historisch gerüstet in die Unvorhersehbarkeiten des 21. Jahrhunderts überwechseln zu können. Erneut zeichnet sich heute, knapp 20 Jahre danach, wiederum ein starkes Interesse an der Entwicklung von und Auseinandersetzung mit archivarischen Praktiken ab. Wenn ein solches Interesse um 2000 herum noch als Begleiterscheinung der großen Zäsuren der Zeitzählung gewertet werden kann, so liegen der gegenwärtigen Aktualität andere Motivationen zugrunde. An die Stelle der Vorstellung von möglichst allumfassender Materialsammlung und -bewahrung treten jetzt Fragen nach der Macht, der Verantwortung und dem Potential im Umgang mit Archiven. Einrichtung, Nutzung und Auslegung von Archiven treten nachdrücklich als zukunftsorientierte Verfahren in Erscheinung. Hand in Hand gehen dabei aus der Vergangenheit abgeleitete Utopie-Entwürfe, Manipulationen historischen Materials, Historisierungen der Gegenwart und Neuschreibungen von Geschichte. In dieser komplexen Gemengelage wird das Seminar anhand künstlerischer und theoretischer Positionen verschiedene Navigationsansätze unternehmen.

Die erste Sitzung, in der der Seminarablauf vorgestellt wird und die Referate vergeben werden, findet am Montag, den 14. Mai, um 10:00, Raum 2.41, statt.
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Marc Rölli


Seminar

Dienstag   11:00 — 13:00

Raum: 3.05

wöchentlich
Beginn: 10.04.2018

Foucault – Gouvernementalität

Michel Foucault hat in seinen Vorlesungen zur Geschichte der Gouvernementalität (1978) seine früheren Überlegungen zum Problem der Macht weiter konkretisiert. Die Vorlesungen sind nicht nur Auftakt einer neuen Rezeptionswelle, die sich um das Konzept der Gouvernementalität (im Sinne einer spezifisch modernen oder kapitalistischen Kunst des Regierens) dreht; sie erläutern auch sehr viel detaillierter, was Foucault bereits im Willen zum Wissen (1976), dem ersten Band von "Sexualität und Wahrheit", als "Bio-Macht" bezeichnet und von der "Disziplin" unterschieden hatte. Ihre Zielscheibe ist die Bevölkerung, ihre Techniken werden in einem Sicherheitsdispositiv gebündelt und ihre wichtigste Wissensform ist die politische Ökonomie. Im Seminar werden wir einen Foucault kennenlernen, der in öffentlich vorgetragener Rede am Collège de France von seinen Forschungen berichtet. Die Vorlesungen wurden mit Kassettenrekordern aufgezeichnet und die Aufnahmen transkribiert. Sie waren nicht an ein bestimmtes Fachpublikum adressiert sondern offen für alle Hörer*innen.
Textgrundlage: Michel Foucault: Sicherheit, Territorium, Bevölkerung, hg. v. Michel Sennelart, übers. v. Claudia Brede-Konersmann u. Jürgen Schröder, Frankfurt a.M. 2006.
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Marc Rölli
Andreas Broeckmann


Workshop

Dienstag   18:00 — 20:00

Raum: 3.05

laut Aushang
Beginn: 17.04.2018

Kolloquium für Diplomand*innen

Das Kolloquium bietet allen Studierenden, die sich mit ihren theoretischen Diplomarbeiten beschäftigen (wollen), ein Diskussionsforum. Es können Skizzen und Entwürfe, Überlegungen zur Themenfindung oder fertig formulierte Textpassagen, Fragestellungen und Probleme vorgetragen werden. Darüber hinaus dürfen theoretische Suchbewegungen initiiert und emotionale Blockaden gelockert werden. In allen Fällen geht es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich untereinander Feedback zu geben.

Die Veranstaltung findet zunächst dienstags an folgenden Terminen statt.

17.4. Präsentationen Clemens / Katharina Wittmann

8.5. Präsentation Josephine Peters

29.5. Präsentationen Beatrice Schuett

19.6. -

26.6. -


Weitere Termine im Oktober 2018.

Falls Sie den Stand Ihrer Vorbereitungen und Überlegungen präsentieren möchten (gern auch in einem frühen, unfertigen Stadium), melden Sie sich gern bei M. Rölli oder A. Broeckmann an – oder kommen Sie einfach vorbei.
Mittwoch
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Christina Natlacen


Seminar

Mittwoch   10:00 — 13:00

Raum: 3.04

14-täglich gerade Wochen
Beginn: 11.04.2018
Ende:   27.06.2018

Auf der Straße. Passanten im Fokus der Nouvelle Vague

Paris als Hauptstadt des französischen Films spielt auch in der Nouvelle Vague eine wichtige Rolle. Jean-Luc Godard, Agnès Varda oder Jean Rouch drehten beispielsweise in dieser Stadt – und begründeten damit gleichzeitig eine neue Sichtweise auf das Leben im öffentlichen Raum. Sie bewegten sich mit ihren Kameras durch die Straßen und filmten mitunter ungefragt die anwesenden PassantInnen. Wir möchten uns in diesem Seminar mit ausgewählten Werken dieser AutorenfilmerInnen, in denen das Alltagsleben der Stadt mit seinen ProtagonistInnen mit ins Bild kommt, beschäftigen und uns über die filmischen Blickweisen und deren Bedeutung Gedanken machen.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Kurs ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats, die Vorbereitung der Pflichtlektüre sowie regelmäßige Anwesenheit.

Verpflichtende Vorbesprechung am 11. 04. 2018 von 10.00-11.30 Uhr in Raum 3.04.
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Zeynep Sayin


Kompaktseminar

Mittwoch   10:00 — 18:00

Raum: 3.05

Blockveranstaltung
Beginn: 11.04.2018

Das Imaginäre der Politik: Todespolitik und politischer Todeskult

Wenn Geschichte durch Leichen (und deren Reliquien, Voti, Effigies etc.) und das Semantische (sema) durch die Zeichensetzung des Todes (sema chrein) erzeugt wird, hat sowohl das Blut als auch der Boden (z.B. anhand von ‘Nomos’, der Verortung und Verordnung Carl Schmitts) Anspruch auf diese Geschichte. Das Seminar geht nicht nur bildanthropologisch der Beziehung zwischen imago und persona, Grab und Haus, Grabesfigur und Spielzeugpuppe nach. Darüber hinaus wird das Bildanthropologische des Todes/ Grabes (von Sophokles’ Antigone über Rom, das heutige Indonesien, Kongo, Türkei) politisch verortet. Das Bild entsteht durch die Differenzierung der ‘unähnlichen Ähnlichkeit’ (Blanchot) des Leichnams: der Unterschied zwischen dem Leichnam und dem Bild ist die bildanthropologische Scheidelinie. Der Leichnam muss begraben werden, damit sein Grab zu einer Kultstätte und die Erinnerung des Verstorbenen zu einem Bild werden kann. Die Politisierung des Todes bedient sich des Grabesverbots und umgekehrt des Totenkults. Das Recht auf das Bild und (auf Abschließen der Trauer) wird verweigert. Die Todespolitik ist eine bewusste Politik des Unbewussten, die auch die Fragestellung des Märtyrers, Selbstmordattentäters und Zeugen impliziert.
In diesem Zusammenhang soll bildgeschichtlich der Frage nach der Beziehung zwischen dem Bild und dem Imaginären der Politik nachgegangen werden.
Das Seminar wird in Blockform abgehalten. Termine: 11.-12. April und 3.-4. Mai jeweils 10 – 18 Uhr.
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Marc Rölli


Seminar

Mittwoch   11:00 — 13:00

Raum: 3.05

wöchentlich
Beginn: 11.04.2018

Autonomie und Avantgarde

Autonomie und Avantgarde stehen traditionell in einem Gegensatz. Das hängt im Kern wohl damit zusammen, dass die in den Avantgarde-Bewegungen in der Zwischenkriegszeit geübte Institutionenkritik auf den Begriff der separierten, von anderen Gesellschaftsbereichen abgehobenen, sich ganz aus sich selbst bestimmenden Kunst zielt. Die Trennung von Kunst und Leben müsse überwunden werden – und diese Überwindung markiere die vorderste Front des modernen Bewusstseins! – Im Seminar werden wir diesem historischen Komplex nachgehen – und ihn auf die Situation der Gegenwart beziehen. Neben einschlägigen Theorieansätzen werden exemplarisch auch Arbeiten und Texte aus Dadaismus, Futurismus, Surrealismus und Situationismus vorgestellt und diskutiert (s. Handapparat in der Bibliothek der HGB, ein elektronischer Reader wird bereitgestellt). Das Seminar bietet die Gelegenheit für experimentelle Referate, die sich vom Text lösen und mit praktischen Beispielen aus der Kunstwelt arbeiten. Sie können als Mini-Inszenierungen gehalten werden, die sich selektiv mit einzelnen Aspekten der besprochenen Texte und Kunstbewegungen, philosophischen Ideen, politischen Implikationen und tagesaktuellen Bezügen beschäftigen. 
Donnerstag
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Andreas Broeckmann


Seminar

Donnerstag 10:00 — 13:00

Raum: 3.04

laut Aushang
Beginn: 05.04.2018
Ende:   28.06.2018

Cyborg, Junggeselle, Ingenieur*in: Gender-Mythen des Technologischen

Termine: 5.4., 19.4., 3.5., 31.5., 7.6., 14.6., 28.6. (nicht 21.6.)

Die fortschreitende Technisierung zahlreicher Lebensbereiche führt zu einer extremen Durchdringung des Alltags mit Systemen, die nicht zuletzt auch Subjektivierungsprozesse formatieren. Zugleich führt das "Black-Boxing" dazu, dass die meisten von uns nur passive Nutzer*innen ohne Kontrolle über die eigenen technischen Geräte sind – eine Einsicht, die mit der modernen Erzählung von der heroischen Beherrschung von Natur und Technik durch den Menschen nicht zusammenpasst. Dabei schien in der modernen und zeitgenössischen Kunst die Beschäftigung mit Technik und Maschinen auf den ersten Blick eine Domäne von Männern zu sein: von der "Maschinenkunst Tatlins" über die absurden Maschinenskulpturen Jean Tinguelys bis hin zu den Installationen von Herwig Weiser. Doch auch Künstlerinnen wie Ljubov Popova, Rebecca Horn, Lynn Hershman Leeson, Seiko Mikami oder Addie Wagenknecht haben künstlerische Maschinen gebaut und stellen die Mythologie einer strikten Gender-Codierung des Technologischen in Frage. – Im Seminar wollen wir uns, ausgehend von Donna Haraways "Cyborg-Manifest", mit der kulturellen Bedeutung von Technologie und ihren Zuschreibungen beschäftigen: wer verfügt über technische Systeme, wer kann sie sich aneignen? Wer kann Technik erfinden, entwerfen, anwenden? Und wo finden sich in der Welt der Cyborgs, der Junggesellen und der Ingenieur*innen jene Brachflächen, auf denen Technik nochmal ganz anders gedacht werden könnte – vielleicht feministisch, oder queer, oder posthuman.
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Julia Blume


Seminar

Donnerstag 14:00 — 16:00

Raum: 3.04

wöchentlich
Beginn: 12.04.2018

Tier-Macht-Mensch

Im Sinne der Human-Animal-Studies werden wir uns der Repräsentation von Tieren in der Kunst und in den Medien zuwenden, Fragen nach deren kulturell-symbolischer Bedeutung stellen, uns mit der Rolle von Tierbildern in Denksystemen befassen und die Interaktionen zwischen Tieren und Menschen zum Thema unserer Untersuchungen machen.
In Vorbereitung einer Tagung werden wir uns u.a. auch mit der aktuellen Zookritik befassen.
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Andreas Broeckmann


Seminar

Donnerstag 16:00 — 19:00

Raum: 3.04

laut Aushang
Beginn: 05.04.2018

"Critical Selfies": Portrait, Profil, Identität

Termine: 5.4., 19.4., 3.5., 31.5., 7.6., 14.6., 28.6. (nicht 21.6.)

Wir wollen uns dem Phänomen des Selfies auf drei Wegen nähern: Zunächst sehen wir uns diese heute so alltägliche Form des fotografischen Selbstporträts genauer an, betrachten seine gestalterischen Varianten, die Techniken seiner Produktion und Verbreitung und die mit ihm verbundenen ästhetischen und sozialen Konvention (medientheoretische Perspektive). Dann nehmen wir anhand ausgewählter Beispiele aus Malerei und Fotografie die lange Geschichte des Porträts und des Selbstporträts in den Blick und besprechen, welchen Platz das Selfie in dieser Geschichte einnimmt (kunsthistorische Perspektive). Und wir überlegen, welche emanzipatorischen Formen der Repräsentation, der Konstruktion und Erfindung von Selbstbildern und Identitäten das Selfie und verwandte, zeitgeössische Formen der Selbstdarstellung bieten könnten (soziologische und kulturtheoretische Perspektive).
Freitag
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Andreas Broeckmann


Kompaktseminar

Freitag    12:00 — 18:00

Raum: 3.04

laut Aushang
Beginn: 20.04.2018
Ende:   29.06.2018

Dematerialization – Les Immatériaux – anonymous materials. Materialitätsdiskurse in der zeitgenössischen Kunst, 1966/1985/2013

Termine: 20.4., 8.6., 15.6., 29.6. (nicht 22.6.)

Konzeptuell, prozessual, relational, virtuell, synthetisch – mit solchen Begriffen wird die formale Qualität zeitgenössischer Kunst oftmals beschrieben. Ihr Bezug zur Materie, ihr Material, ihre Materialität steht dabei in Frage, und zwar anders, existenzieller, als dies in der Malerei Cézannes oder in den Assemblagen von Picasso und Schwitters der Fall war. Das Seminar untersucht anhand von drei markanten Ausstellungs- und Publikationsprojekten die jüngere künstlerische Beschäftigung mit dem Materiellen: Lucy Lippards "Six Years: The Dematerialization of the Art Object from 1966 to 1972" (1973), Jean-François Lyotard und Thierry Chaputs "Les Immatériaux" (1985) und Susanne Pfeffers "Speculations about Anonymous Materials" (2013). Es geht zunächst um den Status der Materialität in der Kunst, berührt aber sind jeweils auch Debatten in Wissenschaft, Gesellschaft und Theorie – zum Beispiel über den Bezug zur Wirklichkeit, zur Erinnerung, zur Ökologie oder zum Körper. Wenn wir uns im Seminar mit solchen theoretischen Diskussionen beschäftigen, dann immer unter der Perspektive, was Kunst in den genannten Ausstellungen für die Theoriebildung, für das Denken über Materialität leistet.
Blockveranstaltung
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Beatrice v. Bismarck


Seminar

Montag     10:00 — 19:00
Dienstag   10:00 — 19:00

Raum: 3.04

Blockveranstaltung
Beginn: 18.06.2018
Ende:   19.06.2018

Never Again Again. Wiederholung und Serialität

Never Again Again! Wiederholung und Serialität

Nicht nur haben unterschiedliche Formate des Reenactments, der Rekonstruktion und der Neuinszenierung in den Künsten und in der Ausstellungspraxis in den letzten Jahren eine gewisse Prominenz erlangt, sondern auch in den Wissenschaften finden sie derzeit ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Im Zentrum stehen dabei Fragen, die zunächst noch einmal das Verhältnis von Original und Nachbau adressieren, die vor allem aber den Prozess, den das Wiederholen impliziert, in den Blick nehmen. In dem Zusammenhang geht es um die Bedeutung von Materialität für dynamische Abläufe, um den Stellenwert körperlicher Erfahrung und Handlungen im Rahmen performativer (Wieder-)Aufführungsverfahren, um Veränderungen, Verschiebungen und Überschreibungen von Bedeutung, um Lehr- und Lernerfahrungen im Wiederholen, um Prozesse der Auf- und Abwertung, die die mehrfache Auf- oder Ausführung einer Handlung oder einer künstlerischen Arbeit mit sich bringt, aber auch um die Widerständigkeit, die die unterschiedlichen Verfahren des "Re-Doings" besitzen können. Diesen Perspektiven wird das Seminar am Beispiel ausgewählter künstlerischer Arbeitsweisen und theoretischer Positionen nachgehen.

Die erste Sitzung, in der das Vorgehen im Seminar besprochen wird und die Referate verteilt, findet am Montag, den 14. Mai, um 11:30, im Raum 2.41 statt.
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Beatrice v. Bismarck


Seminar

Montag     10:00 — 19:00
Dienstag   10:00 — 19:00

Raum: 3.04

Blockveranstaltung
Beginn: 04.06.2018
Ende:   05.06.2018

Future Archive

Future Archive

Um die Jahrtausendwende hatte sich, so schien es, die Sehnsucht nach Archivierung nahezu zur Obsession gesteigert: photographische und filmische Dokumentationen, Musealisierung der Städte, institutionelle Neugründungen von Archiven unbd Museen weltweit, sowie allen voran die digitale Datenspeicherung versprachen, gut historisch gerüstet in die Unvorhersehbarkeiten des 21. Jahrhunderts überwechseln zu können. Erneut zeichnet sich heute, knapp 20 Jahre danach, wiederum ein starkes Interesse an der Entwicklung von und Auseinandersetzung mit archivarischen Praktiken ab. Wenn ein solches Interesse um 2000 herum noch als Begleiterscheinung der großen Zäsuren der Zeitzählung gewertet werden kann, so liegen der gegenwärtigen Aktualität andere Motivationen zugrunde. An die Stelle der Vorstellung von möglichst allumfassender Materialsammlung und -bewahrung treten jetzt Fragen nach der Macht, der Verantwortung und dem Potential im Umgang mit Archiven. Einrichtung, Nutzung und Auslegung von Archiven treten nachdrücklich als zukunftsorientierte Verfahren in Erscheinung. Hand in Hand gehen dabei aus der Vergangenheit abgeleitete Utopie-Entwürfe, Manipulationen historischen Materials, Historisierungen der Gegenwart und Neuschreibungen von Geschichte. In dieser komplexen Gemengelage wird das Seminar anhand künstlerischer und theoretischer Positionen verschiedene Navigationsansätze unternehmen.

Die erste Sitzung, in der der Seminarablauf vorgestellt wird und die Referate vergeben werden, findet am Montag, den 14. Mai, um 10:00, Raum 2.41, statt.
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Zeynep Sayin


Kompaktseminar

Mittwoch   10:00 — 18:00

Raum: 3.05

Blockveranstaltung
Beginn: 11.04.2018

Das Imaginäre der Politik: Todespolitik und politischer Todeskult

Wenn Geschichte durch Leichen (und deren Reliquien, Voti, Effigies etc.) und das Semantische (sema) durch die Zeichensetzung des Todes (sema chrein) erzeugt wird, hat sowohl das Blut als auch der Boden (z.B. anhand von ‘Nomos’, der Verortung und Verordnung Carl Schmitts) Anspruch auf diese Geschichte. Das Seminar geht nicht nur bildanthropologisch der Beziehung zwischen imago und persona, Grab und Haus, Grabesfigur und Spielzeugpuppe nach. Darüber hinaus wird das Bildanthropologische des Todes/ Grabes (von Sophokles’ Antigone über Rom, das heutige Indonesien, Kongo, Türkei) politisch verortet. Das Bild entsteht durch die Differenzierung der ‘unähnlichen Ähnlichkeit’ (Blanchot) des Leichnams: der Unterschied zwischen dem Leichnam und dem Bild ist die bildanthropologische Scheidelinie. Der Leichnam muss begraben werden, damit sein Grab zu einer Kultstätte und die Erinnerung des Verstorbenen zu einem Bild werden kann. Die Politisierung des Todes bedient sich des Grabesverbots und umgekehrt des Totenkults. Das Recht auf das Bild und (auf Abschließen der Trauer) wird verweigert. Die Todespolitik ist eine bewusste Politik des Unbewussten, die auch die Fragestellung des Märtyrers, Selbstmordattentäters und Zeugen impliziert.
In diesem Zusammenhang soll bildgeschichtlich der Frage nach der Beziehung zwischen dem Bild und dem Imaginären der Politik nachgegangen werden.
Das Seminar wird in Blockform abgehalten. Termine: 11.-12. April und 3.-4. Mai jeweils 10 – 18 Uhr.
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Beatrice v. Bismarck


Kompaktseminar


Raum: bitte Aushang beachten

Blockveranstaltung

Promotionskolloquium

Das Kolloquium richtet sich an Promovierende und dient der gemeinsamen Diskussion und der Betreuung der Forschungsvorhaben.
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Christina Natlacen
Steven Black


Seminar


Raum: siehe Info

Blockveranstaltung
Beginn: 13.04.2018
Ende:   22.06.2018

Grundbegriffe der Malerei. Heinrich Wölfflins Formanalyse heute 

1915 erscheint Heinrich Wölfflins Publikation "Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Das Problem der Stilentwicklung in der neueren Kunst". In einer Reihe von Gegenüberstellungen von Kunstwerken aus der Zeit der Renaissance und des Barock entwickelt er sein spezifisches formanalytisches Vokabular. Dieses umfasst zum Beispiel das Lineare versus das Malerische, die Flächen- versus die Tiefendarstellung oder die geschlossene versus die offene Form. Mit seinem deskriptiv-phänomenologischen Zugriff auf die Kunst stellt seine Schrift eine wichtige Position innerhalb der Stilanalyse dar.

Wir möchten uns in diesem Seminar die Zeit nehmen, um Wölfflins "Kunstgeschichtliche Grundbegriffe" in Auszügen zu lesen und intensiv zu diskutieren. Dabei sollen seine Begrifflichkeiten auf ihre heutige Relevanz überprüft und versuchsweise auf zeitgenössische Positionen der Malerei angewandt werden. Ziel ist es zu ergründen, wie hilfreich seine Kategorien heute noch sind, um sich Gedanken über das Tafelbild zu machen.


Der Kurs richtet sich an Studierende aus dem Grundstudium der Malerei sowie generell an alle interessierte Studierende.

Ein Gemeinschaftsseminar von Christina Natlacen (Theorie) und Steven Black (Malerei).

Blocktermine finden an folgenden Freitagen statt:
am 01.06.2018 von 10-17 Uhr in Raum 2.41,
am 08.06.2017 von 10-17 Uhr in Raum 2.41 und
am 22.06.2018 von 10-17 Uhr in Raum 2.41.

Verpflichtende Vorbesprechung am 13.04.2018 von 11-12.30 Uhr (3.04).
nach Absprache
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Christoph Türcke


Übung


Raum: nach Ankündigung

wöchentlich

Doktorandenkolloquium

Für Studierende des Diplomstudiengangs zugänglich.
Nähere Informationen bei persönlicher Anmeldung.
Interessenbekundung an ctuercke@hgb-leipzig.de: für die Teilnahme im Wintersemester bis 30. September, für die Teilnahme im Sommersemester bis 31. März
Die persönliche Anmeldung erfolgt jeweils zu Beginn der Vorlesungszeit. Der Termin wird den Interessenten per mail mitgeteilt.