Projects /

Alternative Zukünfte / Alternate Futures

„Es ist keinesfalls irrationaler Glaube, dass wir in einer zukünftigen Existenz das, was wir für unser gegenwärtiges Dasein halten, als einen Traum empfinden werden.“      Edgar Allan Poe

 

“Es wird sich dann herausstellen, dass die Welt Dinge lang erträumt hat, die sie hätte besitzen können, wenn sie nur eine klare Vorstellung von ihnen gehabt hätte.”          Karl Marx in einem Brief an Arnold Ruge (1843)

 

“Das Beste, was eine Utopie tun kann, ist den negativen Zweck zu erfüllen, uns unseren mentalen und ideologischen Einschränkungen bewusst zu machen; daher sind die besten Utopien jene, die am umfassendsten scheitern.”                               Fredric Jameson (2005)

 

 

„Die Zukunft ist bereits hier – sie ist nur nicht gleichmäßig verteilt.“

________________________________

Projekte über Utopien und Fiktionen in (Grafik-)Design und visueller Kultur

________________________________

 

         Schlüsselwörter:

Utopie, Dystopie, Uchronie, Alternative, Fantasie, Fortschritt, Opposition, Transformation, projizierte Geschichte, Fiktion, Traum

 

Visuelle Kultur (visual culture) ist unmittelbar verbunden mit dem Verlangen über das gemeinhin Wahrnehmbare hinauszugehen und zu einer Startbahn mutiger Gedanken und Ideen zu werden, beredsames Vehikel zu sein für scheinbar unmögliche Möglichkeiten oder Reflexionen über (noch) nicht existente Situationen und deren Psychologien.

Dieses Feld schöpferischer Arbeit ist voller historische Artefakte, die utopische Impulse gesetzt oder gar utopische Programme grafisch formuliert haben.

Und neben der Lösung aktueller Probleme verkörpert Design als wichtiger Teil dieser visuellen Kultur die Kapazität das Nicht-Existente zu imaginieren, nämlich zu gestalten, und Modelle in unvermessenen Raum zu projizieren. Gedankengebäude finden in Visualität – und Text – ein Zuhause.

Schließlich sind Formen von Design ambivalenter Gestalt – ambivalent in Intention und Affekt. Der Begriff der Funktionalität ist hier weit zu öffnen. Auch grafische Formen mögen doppelte Böden eingezogen haben oder gar aufs Glatteis führen, Spekulation sichergeglaubten Paradigmen vorziehen. Einzig eine Zukunft ohne Design ist nicht vorstellbar. (Or is it?)

 

 

Launchpad / Reader:

(Bücher und Referenzen, die im Laufe des Projektes eine Rolle spielen werden)

 

         Philosophie:

Fredric Jameson, Archeologies of the Future (2005)

Quentin Meillasseux, Nach der Endlichkeit [...] (2008)

         siehe: Spekulativer Materialismus

Walter Benjamin, Geschichtsphilosophische Thesen (1939)

Charles Fourier, Theory of the Four Movements and the General Destinies (1808)

 

         Literatur:

Thomas Moore, Utopia (1516)

Philip K Dick, The Man in the High Castle (1962)

J G Ballard, Super-Cannes (2000)

 

         Kunst, Design, Visuelle Kultur:

Yasep Drozdovich (1872–1942)

Winfried Nerdinger (Hg.), Architektur wie sie im Buche steht (2006)

Buckminster Fuller, I Seem To Be A Verb (1970)

David Ogilvy, Ogilvy On Advertising (1983)

Cedric Price (1934–2003)

Victor Papanek, Nomadic Furniture (1973)

Eduardo Paolozzi (1924–2005)

Pontus Hulten, Utopier & Visioner (Ausstellung), (1971)

Grandville / Jean Ignace Isidore Gérard (1803–1847)

Archigram (1960s)

Olaf Stapledon, Last and First Men (1930)

Quay Brothers

David Pelham

 

 

                  „Die Zukunft ist bereits hier – sie ist nur nicht gleichmäßig verteilt.“   William Gibson, The Economist, December 4 (2003)

 

 

single.php