[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

frfr@hgb-leipzig.de
Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Psychiatrie und Kunst

Museum Gugging
Museum Gugging
(?), Zeichnung, Johann Garber
(?), Zeichnung, Johann Garber
Ausstellungansicht, Johann Garber
Ausstellungansicht, Johann Garber
(?), Zeichnung, Johann Garber
(?), Zeichnung, Johann Garber
Reiter auf Pferd(?), Johann Garber
Reiter auf Pferd(?), Johann Garber
Giraffe(?), Johann Garber
Giraffe(?), Johann Garber
Flugzeug(?), Franz Kernbeis
Flugzeug(?), Franz Kernbeis
Burg, 19.9.1990, Franz Kernbeis
Burg, 19.9.1990, Franz Kernbeis
Kopf, 1969, Johann Hauser
Kopf, 1969, Johann Hauser
Der Mond, 1976, Bleistift, Wachskreiden, Rudolf Limberger
Der Mond, 1976, Bleistift, Wachskreiden, Rudolf Limberger
90 Kühe, 1983, Bleistift, Wachskreide, Franz Kamlander
90 Kühe, 1983, Bleistift, Wachskreide, Franz Kamlander
Zahnbürste im Becher, 2003, Bleistift, Günther Schützenhöfer
Zahnbürste im Becher, 2003, Bleistift, Günther Schützenhöfer
Schirme, 1990, Bleistift, Wachskreide, Heinrich Reisenbauer
Schirme, 1990, Bleistift, Wachskreide, Heinrich Reisenbauer
Familie, 1987, Bleistift, Farbstifte, Philipp Schöpke
Familie, 1987, Bleistift, Farbstifte, Philipp Schöpke
Elefant, 1968, Aquarellfarben, Franz Gableck
Elefant, 1968, Aquarellfarben, Franz Gableck
Hubschrauber, Johann Hauser
Hubschrauber, Johann Hauser
Foto mit Vondal, Wei, Arbeit, Bleistift auf Boden, Zigarette in Hand
Foto mit Vondal, Wei, Arbeit, Bleistift auf Boden, Zigarette in Hand
[Aufenthalt in Wien] Psychiatrie und Kunst Art brut Ausstellung gugging meisterwerke.! Museum Gugging Museum Gugging gugging-1-k.jpg Installation Zimmer Johann Garber (?), Zeichnung, Johann Garber gugging-2-k.jpg Blume auf Wand gemalt Ausstellungansicht, Johann Garber gugging-4-k.jpg (?), Zeichnung, Johann Garber gugging-7-k.jpg Zeichnung Reiter auf Pferd(?), Johann Garber gugging-9-k.jpg Giraffe(?), Johann Garber gugging-10-k.jpg Installationsansicht Flugzeug(?), Franz Kernbeis gugging-12-k.jpg *1935, entstammt einer Bauernfamilie Rudolf Horacek, Ohne Titel, undatiert, Bleistift, Farbstifte Rudolf Horacek in Mannswörth, 1984, Acryl auf Holz, Rudolf Horacek Burg, 19.9.1990, Franz Kernbeis gugging-19-k.jpg Kopf, 1969, Johann Hauser gugging-20-k.jpg Der Mond, 1976, Bleistift, Wachskreiden, Rudolf Limberger gugging-22-k.jpg Ohne Titel, undatiert, Bleistift, Farbstifte, Wachskreide, Rudolf Limberger 90 Kühe, 1983, Bleistift, Wachskreide, Franz Kamlander gugging-26-k.jpg Kuh, undatiert, Bleistift, Wachskreide, Franz Kamlander Zahnbürste im Becher, 2003, Bleistift, Günther Schützenhöfer gugging-30-k.jpg Schirme, 1990, Bleistift, Wachskreide, Heinrich Reisenbauer gugging-32-k.jpg Papier mit Knicken, Schmutz, verwischt Familie, 1987, Bleistift, Farbstifte, Philipp Schöpke gugging-37-k.jpg 44J Fraulein 74J Frau 51J Mann, 1980, Bleistift, Philipp Schöpke Elefant, 1968, Aquarellfarben, Franz Gableck gugging-41-k.jpg Nach Breughel "Blumen in blauer (?), 1981, Bleistift, Wachskreiden, Anton Dobay Ohne Titel 1975, Tusche, Deckfarben, Oswald Tschirtner Signatur Vondal Hubschrauber, Johann Hauser gugging-53-k.jpg Preis 9050 EUR Haus der Künstler Tag vom Gugginger Standpunkt [handschriftliche Notizen] Die sind so unglaublich … natürlich. Einen im Untergeschoss getroffen. Sind schnell in Gespräch über Graffiti gekommen. Sehr neugierig. Stellt viele Fragen. Konnten gut miteinander reden. Wollte zuerst eine Zigarette (hat sie später von Aufsicht unter Protest bekommen [scheint häufig andere zu fragen]). Haben was getrunken und uns draußen auf Bank weiter unterhalten über seine Graffiti und Erfahrung mit der Polizei. Karl Vondal kam dazu. Hatte Stift und Arbeit dabei. Auf Boden gelegt. Und hat uns (konnte nur leise und undeutlich reden) mit Händen gezeigt, dass er das ist, der auf dem Plakat mit Namen gezeigt wird* Hat viel geredet, ich verstand fast nichts. Zwei andere kamen dazu. Einer übersetzte für uns. Vondal wollte ein Foto von sich und dem Bild haben. Und mit Wei. Ich sollte das Foto machen. Foto mit Vondal, Wei, Arbeit, Bleistift auf Boden, Zigarette in Hand gugging-50-k.jpg Den Graffiti-Künstler, der mir für Leipzig einige Sticker gab, die ich da auf Gegenstände kleben soll (musste es ihm mit Handschlag versprechen), traf ich im Gebäude wieder. Er: Friedrich! Noch da! Arbeiten in Galerie leider zu teuer für mich. Katalog wird in zwei Wochen aber nach Leipzig geschickt. * sichtlich stolz Kamen am Haus der Künstler vorbei. Der mit dem Graffiti und ein anderer winkten uns zu.
Entwurf für Selbstporträt, A4-A3, für Flügeltürrahmen, 30
Entwurf für Selbstporträt, A4-A3, für Flügeltürrahmen, 30
letzte Bildvorlage für Geradenbild
letzte Bildvorlage für Geradenbild
Prosa zu kindlicher Zeichnung vom 30.8.2016 , Janine Schneider
Prosa zu kindlicher Zeichnung vom 30.8.2016 , Janine Schneider
Geradenbild um kontrollierter Ergebnisse zu erzielen, Schritt für Schritt dokumentiert Versuch durch Rauschentfernung flächiger zu werden fehlgeschlagen zukünftig am Anfang mit kurzen Geraden arbeiten, um Details besser ausarbeiten zu können ohne Bearbeitung, nur Andeutungen erkennbar Rauschen reduziert Linienlänge verkürzt Kontrast erhöht Ränder entfernt, Kontrast weiter erhöht, Haare entfernt Bereiche weiter bearbeitet weiter bearbeitet, Pupillen zum Betrachter hin verschoben allgemein Kontrast erhöht weiter bearbeitet, Haare entfernt Linienlänge, Dicke, Häufigkeit verändert 260 statt 220 Grad Menge Linien erhöht für weniger weiße Bereiche Schulter-Brustbereich bearbeitet, Ränder entfernt, Porträt zentriert Entwurf für Selbstporträt, A4-A3, für Flügeltürrahmen, 30 blatt15_fertig-m.jpg Hals weiter bearbeitet, Kinn letzte Bildvorlage für Geradenbild blatt15-k.jpg Haare weiter bearbeitet, allgemein Gesamtzeit ca. 80 Minuten Kinderzeichnung Prosa zu kindlicher Zeichnung vom 30.8.2016 , Janine Schneider janine_schneider-m.jpg erhalten am 14.10. Psychiatrie und Kunst Antwort Mark Helmut Mark auf Frage, warum er Bilder psychisch Kranker sammelt: sammeln kann man das nicht nennen. ich habe vor ca. 15 jahren in gugging - dort gab es im haus der künstler auch eine verkaufsgalerie - einige arbeiten von damaligen und ehemaligen insassen gekauft (u.a. von tschirtner, garber, reisenbauer, hauser, walla), weil mir das projekt und die arbeiten einfach gut gefallen haben. Diplom Modulprüfung Hauptstudium noch im 9. Semester machen, 10. Semester für Theoriearbeit und 11. Semester für Arbeit
Gelbe Nonnen, Tapete/Dispersionsfarbe, 106x304cm, Klaus Mücke
Gelbe Nonnen, Tapete/Dispersionsfarbe, 106x304cm, Klaus Mücke
Hafen Bremen, 1989, Papier/Dispersionsfarbe, 43x61cm
Hafen Bremen, 1989, Papier/Dispersionsfarbe, 43x61cm
Zauber, 1989, Papier/Dispersionsfarbe, 43x61cm
Zauber, 1989, Papier/Dispersionsfarbe, 43x61cm
o.T., 1992, Papier/Filzstift, 29.5x40.0cm, Gerd Maron
o.T., 1992, Papier/Filzstift, 29.5x40.0cm, Gerd Maron
o.T., 1990, Packpapier/Tusche, 39.0x57.5cm, Bruno Ophaus
o.T., 1990, Packpapier/Tusche, 39.0x57.5cm, Bruno Ophaus
o.T., 1990, Papier/Bleistift, Buntstift, 30.5x43.0cm, Bruno Ophaus
o.T., 1990, Papier/Bleistift, Buntstift, 30.5x43.0cm, Bruno Ophaus
o.T., Papier/Bleistift, Deckfarbe, 30.0x41.5cm, Bruno Ophaus
o.T., Papier/Bleistift, Deckfarbe, 30.0x41.5cm, Bruno Ophaus
o.T., Papier/Blei-, Bunt-, Filzstift, 30.5x37.5cm, Gerd Schippel
o.T., Papier/Blei-, Bunt-, Filzstift, 30.5x37.5cm, Gerd Schippel
o.T., 1987, Papier/Deckfarbe, 42x61cm, August Vibert
o.T., 1987, Papier/Deckfarbe, 42x61cm, August Vibert
o.T., 1987, Papier/Bleistift, Deckfarbe, 33x35cm, August Vibert
o.T., 1987, Papier/Bleistift, Deckfarbe, 33x35cm, August Vibert
Reinhold im Boot, 1987, Papier/Filzstift, 30.5x43.5cm, Reinhold Wlotzka
Reinhold im Boot, 1987, Papier/Filzstift, 30.5x43.5cm, Reinhold Wlotzka
o.T., Papier/Filzstift, 30.5x43.5cm, Reinhold Wlotzka
o.T., Papier/Filzstift, 30.5x43.5cm, Reinhold Wlotzka
Psychiatrie und Kunst (7) Klaus Mücke Gelbe Nonnen, Tapete/Dispersionsfarbe, 106x304cm, Klaus Mücke muecke-k.jpg malt überall und mit Allem auf Allem hauptsächlich großflächige Arbeiten Hafen Bremen, 1989, Papier/Dispersionsfarbe, 43x61cm muecke2-k.jpg Ordnet um Hauptmotive viele andere Motive Hauptmotive = u.a. Herr und Frau, Apfel und Apfelbaby, Herr und Frau Schlagzeug, Tante Lene Nebenmotive = u.a. Luftballon, Lutscher, Fahne, Kreuz, Waschbecken, Regenschirm, Fische Zauber, 1989, Papier/Dispersionsfarbe, 43x61cm muecke3-k.jpg Motive wiederholen sich ständig teilweise fast unendliche Bildreihen (siehe Gelbe Nonnen) (8) Gerd Maron Schriftstück Wie ich arbeite Früh Morgens nie ganz nüchtern [d.h. ohne Getränk (Kaffee) und Smoke] Nicht vorm Rasieren. / Erst das Werkzeug in die Hand und dann mit Elan und, mehr oder weniger, spontan! Mann könnte sagen: Auf's gerade Wohl. Am liebsten bunt. Ab und zu fallen mir neue Techniken ein: wie Aquarell mit Filzstift. / Jeden Tag, wenn möglich, immer wieder neue, originelle Originale und Phantastisches o.T., 1992, Papier/Filzstift, 29.5x40.0cm, Gerd Maron maron-k.jpg Linien umgrenzende Flächen Flächen mit strenger oder lockerer Struktur gefüllt (9) Bruno Ophaus o.T., 1990, Packpapier/Tusche, 39.0x57.5cm, Bruno Ophaus ophaus1-k.jpg nach 40 Jahren im Haus Kannen 1983 mit Zeichnen angefangen anfänglich mit Vorlagen gearbeitet (Tiergestalten wie Dinosaurier oder Enten nach Tierkundebücher) o.T., 1990, Papier/Bleistift, Buntstift, 30.5x43.0cm, Bruno Ophaus ophaus2-k.jpg Wiederholung wie bei Klaus Mücke anscheinend wichtig Was bewirkt wiederholtes Darstellen eines Motivs? Ist es ein sich der Gegenwart eines Motivs überzeugen? Sicher sein, dass es wirklich existiert? Eine verzeitlichte Darstellung? o.T., Papier/Bleistift, Deckfarbe, 30.0x41.5cm, Bruno Ophaus ophaus3-k.jpg (10) Gerd Schippel o.T., Papier/Blei-, Bunt-, Filzstift, 30.5x37.5cm, Gerd Schippel schippel-k.jpg Bildschrift: Der Jesus Jesus Krisdus hat Deuchfall / Ich daf nix meer essen wal der Jesus Jesus Krisdus Deuchfall hat / Nachtz um 12 hat der Jesus Jesus Krisdus Deuchfall schreibt auf, was ihn bewegt, malt dazu (Ärger / Liebe zu Mitpatienten, Gedanken und Gefühle zu Alltagserlebnissen) (11) August Vibert o.T., 1987, Papier/Deckfarbe, 42x61cm, August Vibert vibert1-k.jpg anfänglich aus Kreisen und Quadraten Formen gebildet reihte sie in Zeilen auf Blättern aneinander (wieder Wiederholung als unbewusst gesetztes Thema!) Lieblingsmotive neben Häusern und Bäumen: Vögel, Kühe und Pferde (Erinnerungen an auf Bauernhof verlebte Zeit) o.T., 1987, Papier/Bleistift, Deckfarbe, 33x35cm, August Vibert vibert2-k.jpg (12) Reinhold Wlotzka Reinhold im Boot, 1987, Papier/Filzstift, 30.5x43.5cm, Reinhold Wlotzka wlotzka1-k.jpg o.T., Papier/Filzstift, 30.5x43.5cm, Reinhold Wlotzka wlotzka2-k.jpg verkleidet sich gerne, tanzt, singt, spielt auf Mundharmonika vor skizziert meistens mit Filzstift Strichzeichnungen stellt Personen und Dinge des Alltags zusammen, karikiert Mitmenschen zeichnet sich immer wieder selber in verschiedenen Rollen, schreibt seinen Namen dazu
Signatur von Karl Bergenthal oder Bildunterschrift (keine weiteren Informationen zum Hintergrund gefunden)
Signatur von Karl Bergenthal oder Bildunterschrift (keine weiteren Informationen zum Hintergrund gefunden)
o.T., 1993, Papier/Filzstift, Farbstift, 43x61cm, Karl Bergenthal
o.T., 1993, Papier/Filzstift, Farbstift, 43x61cm, Karl Bergenthal
Tom Duli, Leinwand/Dispersionsfarbe, 120x120cm, Peter Boenicke
Tom Duli, Leinwand/Dispersionsfarbe, 120x120cm, Peter Boenicke
Karneval, 23.2.1987 gezeichnet angefangen, 22.1.1988 (beendet), Papier/Filzstift, Deckfarbe, 39.5x55.0cm, Robert Burda
Karneval, "23.2.1987 gezeichnet angefangen", 22.1.1988 (beendet), Papier/Filzstift, Deckfarbe, 39.5x55.0cm, Robert Burda
Zigaretten, 1993, Papier/Wachskreide, 43x61cm, ?den .10.2.1993? / ?Hans-Jürgen Fränzer?, Hans-Jürgen Fränzer
Zigaretten, 1993, Papier/Wachskreide, 43x61cm, "?den .10.2.1993? / ?Hans-Jürgen Fränzer?", Hans-Jürgen Fränzer
Bild 1, 1992, Papier/Wachsmalkreide, 30.7x43.3cm, Hans-Georg Kastilan
Bild 1, 1992, Papier/Wachsmalkreide, 30.7x43.3cm, Hans-Georg Kastilan
Kunst 1 0
Standpunkt Geradenbild Kinderzeichnung 2016-08-23.mp3 Nachtrag: bei Patienten wird oftmals Hilfestellung gegeben ich weiß nicht, inwiefern Kursleiter auf Stil und Inhalt Einfluss haben Vorlesungsverzeichnis WS 16 notiert entweder noch nicht fertig zusammengetragen oder dieses Semester sehr wenige Kurse Bildmusik und Plastisches Gestalten leider am Dienstag (Klassentreffen) Bildmusik versuchen dennoch zu besuchen (ohne Vortrag, nur als Zuhörer) (1) Die Zeitkapsel, Projekt, Alba D'Urbano Andy Warhol Andy Warhol: nannte Dinge, die er nicht vergessen wollte als Leftover, legte sie in Zeitkapseln in Archiven befinden sich materielle und sichtbare Dokumente von Ereignissen Ausgangspunkt für Rekonstruktionen von Vergangenheit Erzählungen und Narrationen nehmen unterschiedlichste mediale Formate an Was nehmen wir in den Archiven auf und welche Bedeutung geben wir diesen Dingen, Ereignissen, Prozessen dadurch? (2) Bildmusik, Dieter Daniels Dieter Daniels und Jan Thoben Seminar, Dienstag 14:00-18:00, Raum: 3.04, 14-täglich ungerade Wochen, Beginn: 11.10.2016 seit Antike stehen Malerei und Musik in Wechselbeziehung in Renaissance diskutierte man Wettstreit der Künste als Paragone Seminar untersucht Themenfeld anhand von Theorien und künstlerischen Praktiken Bsp. Richard Wagner und Max Klinger Max Klinger suchten idealisiertes Gesamtkunstwerk Anfang 20. Jhd. Moderne Musik und abstrakte Malerei hatten Interesse an Klangfarben und Farbklängen (Arnold Schönberg, Wassily Kandinsky, Francis Picabia, Robert Delaunay) in 2. Hälfte 20. Jhd. entstehen Kollaborationen von Komponisten und bildenden Künstlern (John Cage, Jasper Johns, Robert Rauschenberg Robert Rauschenberg) elektronische Medien ermöglichen hybride Künstlerlaufbahnen (Nam June Paik, Laurie Anderson, Carsten Nicolai) Motive wie Johann Sebastian Bach’s Kunst der Fuge spiegeln sich in Formensprache der Moderne (František Kupka, Georges Braque, Paul Klee) und aktuell in Zeichnung und Malerei (Jorinde Voigt, Ute Pleuger, David Schnell) Klangkunst (Max Neuhaus, Bernhard Leitner, Christina Kubisch) skulpturale’ Musik (Terry Fox, Brian Eno, Ari Benjamin Meyers) (3) Plastisches Gestalten I / Kopf-Intensivkurs, Steffen Bachmann Wahlpflichtkurs, Dienstag 10:00-17:00, wöchentlich, Bildhauerwerkstatt Trufanowstraße, 11.10.2016-6.12.2016 Einführung in bildhauerisches Denken und Arbeiten modellieren Kopf nach Modell beobachten formaler und anatomischer Zusammenhänge Psychiatrie und Kunst Patienten des Alexianer-Krankenhaus, Münster (1) Karl Bergenthal (1993 55 Jahre alt), Down-Syndrom Signatur von Karl Bergenthal oder Bildunterschrift (keine weiteren Informationen zum Hintergrund gefunden) bergenthal-signatur-k.jpg mit 15 in Kinder- und Jugendpsychiatrie aufgenommen, später weitere Einrichtungen, ab 1957 im Alexianer-Krankenhaus spricht schwer verständlich beim Malen und Theaterspiel Ausdrucksfähigkeit gefunden durch Kunsttherapie innere Ordnung, Selbstversicherung, Selbstbewusstsein, Stabilität für Zusammenleben o.T., 1993, Papier/Filzstift, Farbstift, 43x61cm, Karl Bergenthal bergenthal-k.jpg Farbe wichtiges Element: "o.T.", Papier/Buntstift, Ölkreide, 31x43cm zuerst Umrisszeichnungen, benennt er als Haus, Mensch, Blume, Hexe, Baum (erinnert an Kinderzeichnungen) "o.T.", Papier/Ölkreide, 31.5x43.0cm Übermalungen erzeugen Transparenz und Vielschichtigkeit sonnig leuchtende Farben spiegeln […] gemütvolle und zugewandte Persönlichkeit wieder (2) Peter Boenicke zeitweise völlig zurückgezogen freundliche und humorvolle Primärpersönlichkeit durch Kunsttherapie hervorgetreten zeichnete u.a. Tiere und Menschen mit verdrehten Gliedern Tom Duli, Leinwand/Dispersionsfarbe, 120x120cm, Peter Boenicke boenicke-k.jpg Häuser und Bäume mit verkehrten Ansichten große Fahrzeuge mit kleinen, kleine mit großen Rädern (3) Robert Burda seit 1976 in Maltherapie, seit 1984 in Kunsttherapie fängt mit Zeichnung an, hebt Einzelheiten mit Farbe hervor eidetische Veranlagung (von sehr genauer, anschaulicher Erinnerung) kann sich über Situation erheben, malt aus Vogelperspektive tritt selber in Szenen vor Zeichnungen mit zeitlichem und räumlichen Abstand zum Dargestellten entstanden schreibt Namen hin, als wollte er sagen: Ich bin dabeigewesen Karneval, "23.2.1987 gezeichnet angefangen", 22.1.1988 (beendet), Papier/Filzstift, Deckfarbe, 39.5x55.0cm, Robert Burda burda-k.jpg Karneval-Szene: Kreis von 18 Mann, Nr. 19 Bewegungstherapeutin, Zuschauer hinten an Tischen (4) Hans-Jürgen Fränzer Ich hab' die Welt gemacht. War viel Arbeit! Zigaretten, 1993, Papier/Wachskreide, 43x61cm, "?den .10.2.1993? / ?Hans-Jürgen Fränzer?", Hans-Jürgen Fränzer fraenzer-k.jpg neben alltäglichen Dingen wie Kaffee, Zigaretten und Geld auch Tiere, Menschen, Himmelskörper versichert sich durch Wiederholung aufs Neue vom Vorhandensein der Motive Signieren und Datieren immer wiederkehrende Vergewisserung seiner selbst und der Zeit, in der er lebt Hübsch, nicht? (5) Hans-Georg Kastilan Bild 1, 1992, Papier/Wachsmalkreide, 30.7x43.3cm, Hans-Georg Kastilan kastilan-k.jpg "Westerwald", 1992, Papier/Wachsmalkreide, 30.7x43.3cm "Flugzeugträger", 1992, Papier/Wachsmalkreide, 30.7x43.3cm 20 abgezählte Blätter werden auf Stapel gelegt und nacheinander ohne Unterbrechung bemalt Reise durch Zeit und Raum wird in zeichnerischer Kurzschrift festgehalten Biographisches wird ovn Hans-Georg Kastilan durch auf das Wesentliche reduzierte Symbole zu allgemein Bedeutsamem (6) Josef König, taubstumm "o.T.", 1990, Papier/Wachskreide, 43x61cm, Josef König freundlicher und zufriedener Mensch, fröhlicher Natur verfolgt häufig draußen Geschehen auf Krankenhausgelände fegt, hält Ordnung im Stationsgarten, kümmert sich um Stationshund Moppel
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31
Arnulf Rainer, 1953, Foto © Atelier Rainer
Arnulf Rainer, 1953, Foto © Atelier Rainer
Standart, 1971, Acryl auf Leinwand, A. R. Penck, © VG Bild-Kunst
Standart, 1971, Acryl auf Leinwand, A. R. Penck, © VG Bild-Kunst
Hausarbeit ausgedruckt in Daniels Dieter Daniels Postfach gelegt Standpunkt Keine Mission / kein Thema / keinen Standpunkt über die Kunst verdeutlichen sondern einfach machen, was kommt: vielleicht der bessere Weg, auch im Hinblick auf die Nichtigkeit des Seins? Nur wie schaffe ich das? Selbst die kindlichen Zeichnungen folgen einer Idee und nicht dem einfachen Leben. Wie würde ich normalerweise zeichnen, wenn ich nichts explizit verdeutlichen will? Kinderzeichnung weitere Emma-Zeichnungen auf A2 (4 x A4-Blätter) umgesetzt 1 A4-Blatt: liniertes Papier mit Löchern Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31 kinderzeichnung2-m.jpg Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31 kinderzeichnung3-m.jpg dicker Auftrag der Buntstifte nachträglich mit Händen verwischt Psychiatrie und Kunst Arnulf Rainer (*1929, österreichischer Maler) Arnulf Rainer, 1953, Foto © Atelier Rainer arnulf-rainer-k.jpg Arnulf Rainer, Schön und Wahn, 1967: Fast alles, was wir sind, ist geordet aus dem Irrsaldschungel… Noch mehr ist es, so lange Sauerstoff reicht, hinabzutauchen in jene Tiefsee, wo auch der Wahnsinn haust. Unendlicher Reichtum, konvulsive Schönheit, unglaubliche Wesen…, Architekturen, Edelstein, Wolkenkinder, alles prächtiger als in Eurer Kultur, habe ich dort gesehen. im Unterbewussten nach ursprünglichen kreativen Kräften suchen: Anspruch vieler Künstler der Nachkriegszeit wie abstrakte Expressionisten um Jackson Pollock , Tachisten , Cobra-Künstler in bildnerischer Äußerung psychisch Kranker entdeckte er Wahrhaftigkeit des Ausdrucks Einheit von Erleben und Gestalten frühe Arbeiten u.a. in Blindmalerei entstanden (Gestaltungstechnik des Surrealismus) Fotoübermalungen als intensive Beschäftigung mit Kunst des Wahns sammelte und kommentierte Zeichnungen Kranker seit 1963 führte Drogenexperimente durch, um über Halluzinationen totale psychomotorische Selbstdarstellung zu erzielen u.a. Fuß- und Fingermalerei Versuch Kommunikationsmittel der Urzeit menschlicher Kulturentwicklung aufzuarbeiten Standart, 1971, Acryl auf Leinwand, A. R. Penck, © VG Bild-Kunst penck-k.jpg A. R. Penck (Ralph Winkler) Erkenntnis- und Orientierungssuche über Strichmännchen viele Künstler als Inspirationsquelle Art brut Kunst von Künstlern und Kranken teilweise kaum mehr unterscheidbar
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31
Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31
Heilanstalt Waldau, 1921, Adolf Wölfli
Heilanstalt Waldau, 1921, Adolf Wölfli
Campbell’s Tomato Soup, Collage, 1929, Adolf Wölfli
Campbell’s Tomato Soup, Collage, 1929, Adolf Wölfli
Kunst 1 0
Kinderzeichnung Zeichnung von Emma versucht zu kopieren auf A2-Format (4 A4-Blätter, insgesamt 42.0x59.4cm) Blätter hinten mit kurzen Klebestreifen vorbefestigt danach mit langem Klebeband komplett aneinander befestigt Kindliche Zeichnung (frei nach Emma), 42.0x59.4cm, 31 kinderzeichnung1-m.jpg dicke Buntstifte verwendet fehlt: Filzstift und Stempel umsetzen dicke Filzstifte, große Stempel (Fußabdruck, Frosch) kaufen Marmelade-Flecken fehlen noch mit Handcreme statt Lippenpflegestift großflächig eingerieben Psychiatrie und Kunst Das Haus Kannen Buch. Bilder aus der Psychiatrie, Alexianer-Krankenhaus (1) Über Kunsttherapie, Wulf Becker-Glauch Nicolas Poussin zu Porbus, als Frenhofer nach 10 Jahren Arbeit am Bild jenes zeigt: Ich sehe nichts als ein wirres Durcheinander von Farben, die von einer Fülle bizarrer Linien zusammengehalten werden - wie eine Mauer aus Malerei. (aus "Das unbekannte Meisterwerk", Honoré de Balzac) siehe auch Notiz vom 6. April 2013 nur undurchdringliches Chaos von Farben und Linien zu sehen, anstatt genaue Nachahmung der Realität Patienten im Alexianer-Krankenhaus: chronisch schizophren und geistig behindert, häufig mehrfahc durch Lähmung und Anfällen behindert seit 1976 im Rahmen der Beschäftigungstherapie gemalt seit 1983 in Kunsttherapie einige Patienten seit Jahren oder Jahrzehnten sprachlich nicht mehr geäußert Ausdruck und Stil entfalten sich in Kommunikation mit Therapeuten Ausdruck der Primärpersönlichkeit (Persönlichkeit vor psychischer Störung) Kunsttherapie leistet archäologische Arbeit im Bereich der Primärpersönlichkeit primäre Möglichkeiten treten in gegenwärtige Wirklichkeit des Bildes Kunsttherapie stellt nicht Defizit in Mittelpunkt Nietzsche Friedrich Nietzsche: paradoxe Verschränkung von Krankheit als Stimulanz der Kunst / Kunst als Therapie Nietzsche Friedrich Nietzsche: Gesundheit ist nicht Fehlen von Krankheit, sondern Befähigung mit Krankheit fertig zu werden Balzac über Frenhofer: ebensosehr Wahnsinniger… wie Maler Träume sprechen in Bilder, wenig in Sprache (?) Sprache hat bildhaften Grund Hauptthemen (wie bei Kinderzeichnungen): anfänglich Baum und Haus, später Sonne, Menschen und Tiere Es gibt keine Grenze, wo die Kunst anfängt und die Kunsttherapie aufhört. (2) Kunst im Urzustand, Gerda Wendermann Adolf Wölfli (1864-1930, Schweizer bildender Künstler, Komponist und Schriftsteller, Vertreter Art Brut) Heilanstalt Waldau, 1921, Adolf Wölfli woelfli-k.jpg im Bereich "Bildnerei der Geisteskranken" Eingang mit Adolf-Wölfli-Raum in documenta 5, 1972 1895 in Nervenheilanstalt Waldau bei Bern eingeliefert, 35-jähriger Aufenthalt bis zum Tod 1899 begann Wölfli zu zeichnen und zu schreiben insgesamt rund 1460 Zeichnungen, 1560 Collagen und 25.000 zu Heften gebundenen Seiten mit Erzählungen, Gedichten und Musikkompositionen 28.020 Ergebnisse / (35 Jahre * 12 Monate * 30 Tage) = schuf rund 2,223809523809524 Blätter pro Tag überwiegend in 7-Quadratmeter-Kammer mit Bunt- und Bleistiften auf dünnem, holzhaltigem Makulaturpapier entstanden Ich sehe: es bedarf keines großen Raumes oder vielen unterschiedlichen Techniken um etwas zu schaffen, was bedeutungsvoll erscheint. zeigen seine Eindrücke aus Schangnau, Bern, Waldau und Emmental Campbell’s Tomato Soup, Collage, 1929, Adolf Wölfli woelfli2-k.jpg lange vor Andy Warhols Arbeit von 1962 zeigt er Dose von Campbell’s Tomato Soup (morgen weiterbearbeiten)
Psychiatrie und Kunst Kunst-Psychotherapie intensiverer Umgang durch künstlerische Produktion mit schizophrenen Kranken alleine schon Therapie nach Hans Strotzka (Psychoanalytiker): vermutete, dass Wirkung spezifischer Psychotherapiemethoden in Ausmaß und Art der Wirkung den unspezifischen Methoden völlig gleichstehen bzw. nicht wesentlich darüber hinausgehen Beginn und Kennzeichen Psychose: Realitätsverlust Katanonie = psychomotorisches Syndrom, "Anspannung von Kopf bis Fuß", Begleiterscheinung katanone Erscheinungen: Stereotypien, Automatismen, Manieren Fritz Morgenthaler (Psychoanalytiker) setzte Zeichnen anderen Katanonien gleich seien nicht nur Krankheitssymptome sondern auch Selbstheilungsversuche Versuch in Chaos Ordnung zu bringen Ersatzrealität vertiefe Krankheit nur (Freud Sigmund Freud) Schizophrene gelangt zu innerem Gleichgewicht wird dadurch jedoch nicht gesund sondern chronisch krank Unabhängigkeit von kultureller Kunst durch Isolierung in Anstalt und Realitätsverlust der Psychose
Fall 50, Frau am Tisch (Buntstift)
Fall 50, Frau am Tisch (Buntstift)
Patient Paul B zeichnet Sonn in (a) der Manie, (b) nach Injektion neuroleptisches Medikament, (c) nach weiterer neuroleptischer Medikation
Patient Paul B zeichnet Sonn in (a) der Manie, (b) nach Injektion neuroleptisches Medikament, (c) nach weiterer neuroleptischer Medikation
Studium 1 0
Hausarbeit gestern wegen Seitenzahlen in Bibliothek gefahren, fertig fehlende Stellen einfügen: (a) 1976, tritt Krauss Vorwurf entgegen, jede Selbstdarstellung mit Video habe eine narzisstische Konstellation zur Voraussetzung (S. 28) (b) Wilhelm Waetzold, Die Kunst des Portraits, Leipzig, 1908, S. 329 (Zitat anderes Buch von S. 133) Psychiatrie und Kunst Fall 50, Frau am Tisch (Buntstift) fall50-k.jpg Man kann […] die kindliche Unfähigkeit des Zeichners darin sehen, dass er die Tischplatte nicht perspektivisch verkürzt darstellt, sondern in die Bildfläche klappt. Aber hier wie sonst ist darauf zu erwidern, der Charakter der Unfähigkeit könne nur dann entscheidend in Rechnung gestellt werden, wenn das Individuum sich bewusst ist, solche perspektivische Verkürzung sei richtig und zu erstreben, aber nicht imstande, dieser Absicht nachzukommen. Verkauf von Arbeiten für Patienten wichtig, kommen auf diese Weise mit realer Welt in Verbindung Hinzuverdienst für Zubesserung zur Anstaltskost, Privatkleidung, Ausflüge und Urlaubsreisen bei zu hohem Gewinn Probleme mit Finanzamt und Verpflegskostenstelle Hintergrund Veröffentlichung: hospitalisierte Patienten in sozialem Ansehen und Selbstwertgefühl zu rehabilitieren Thema medikamentöse Therapie Beeinflussung künstlerischer Kreativität durch Psychopharmaka 1 Injektion eines neuroleptischen Medikamentes in geringer Dosis kann Stil einer Zeichnung völlig verändern Expressivität wird herabgesetzt, Präzision und Expansivität der Zeichenbewegung werden eingeschränkt Kraft Bleistift auf Papier wird vermindert Wirkung verstärkt sich parallel zur antipsychotischen Wirkung des Medikamentes Patient Paul B zeichnet Sonn in (a) der Manie, (b) nach Injektion neuroleptisches Medikament, (c) nach weiterer neuroleptischer Medikation medikament-k.png Abbildung (a): Strich zügig und krafvoll, Umfang Sonne groß Strahlen reichen bis an Blattrand Eindruck gesteigerter Energie und Kraft Abbildung (b) entstanden 1 Stunde nach intramuskulärer Injektion eines neuroleptischen Medikamentes (5 mg Perphenazin) Umfang Sonne kleiner, Linien schwächer Kraft und Sicherheit der Bewegung geschwunden anstatt kräftiger Striche finden sich zahlreiche zarte, kürzere, gekrümmte Linien Zustand ebenfalls im Befinden des Patienten bemerkbar, Denken nicht mehr beschleunigt und Verhalten wirkt gedämpft (c) Medikament in Tablettenform weitergegeben nach 2 Tagen gehobene Stimmung, motorische Erregung, Redefluß, Ideenflucht geschwunden Sonne klein, in Ecke gerückt, Strahlen kurz und ohne Entschiedenheit Zeichnung wirkt arm und ausdruckslos
Fall 326, Figuren an Tisch (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 326, Figuren an Tisch (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 309, Saal-Inneres (Bleistift), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 309, Saal-Inneres (Bleistift), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 13, Kinderkopf (Kreide), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 13, Kinderkopf (Kreide), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 85, Kindliche Zeichnung (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken
Fall 85, Kindliche Zeichnung (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken
Hausarbeit Narzissmus Narzissmus und Kunst E-Mail von Thomas Neumann (Arbeit Narziss #1 siehe ): Bei der Version in der Ausstellung war es so: Die Kameras und Blitze werden [zufällig] von einer Steuerung gesteuert. […] Es gibt also keine Bewegungssensoren etc. Der Betrachter hat keinen Einfluss auf den Ablauf. Für mich ist es so, dass das Kamera-System (die Fotografie) unabhängig von dem arbeitet, was da gerade vor der Linse passiert. So kann man es auch aus der Ferne betrachten und beim Arbeiten zusehen. Wenn der Betrachter im Kreis steht, sieht er die Kameras auf ihn gerichtet und die Blitze, die auf ihn losgehen. Mal mehr, mal weniger. Ist eine Bühnen-Situation, der man sich ausliefern möchte oder nicht. Was die Kameras im Display zeigen, hängt ein wenig vom Modell ab. Meist haben Sie ein Liveview, d.h. dass sie das momentane Geschehen vor der Kamera zeigen. Nach einer Aufnahme zeigen die meist für ein paar Sekunden das soeben gemachte Bild. […] Derjenige, der sich im Kreis befindet, wird sein eigenes Bild in den meisten Fällen nicht sehen können. Es ist mehr das Bewusstsein, dass die Bildproduktion stattfindet, vielleicht auch die Imagination des eigenen Bildes. Psychiatrie und Kunst Ausstellung und Verkauf Arbeiten psychiatrischer Patienten Navratil bisher nur im Rahmen medizinischer Kongresse ausgestellt als psychopathologische Dokumente gegolten, nicht als Kunstwerke mit Reißnägel an Stellwände geheftet in Galerie (1970, Kunstgalerie nächst St. Stephan) nicht mehr als Kinder- oder Schülerzeichnungen behandelt […] sie wurden wie die Vernissagegäste bewirtet, Verwandte und Freunde waren gekommen, um sie zu begrüßen und zu beglückwünschen. bei späterer Ausstellung u.a. Ankauf 8 Arbeiten von Johann Hauser für 15.000 DM Ankauf von Arbeiten durch Collection de l'Art brut Jean Dubuffet Meinung, dass Art brut von professioneller Kunst und Kunsthandel ferngehalten werden sollte Fall 326, Figuren an Tisch (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken fall326-k.jpg Tisch von oben gesehen, Fuß im Profil auf unterem Bildrand rechtssitzende Person zurückgeklappt Papier wird von Patient nach Belieben gedreht, jeder freie Raum ausgefüllt Fall 309, Saal-Inneres (Bleistift), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken fall309-k.jpg System bei Handwerkern als Patienten sichtbar Fall 13, Kinderkopf (Kreide), von schizophrenem Zimmermann, aus Bildnerei der Geisteskranken fall13-k.jpg Mischung kindlicher und greisenhafter Züge Unterschrift: Oft Original-Kopf gesehen in E., dagegen der Charakter Mixtum Dezemberfreude ich bin dein Tod. Kind aus E. sagt zu mir dabei kopfschüttelnd Fall 85, Kindliche Zeichnung (Bleistift), aus Bildnerei der Geisteskranken fall85-k.jpg Ein typisches Beispiel für die Zeichenweise eines Idioten gibt […]: pedantische Aufreihung von kindlich aufgefaßten Gegenständen nach Art eines Bilderbuches Es wurden ihnen kein materieller Wert zugemessen; und sie hatten ja tatsächlich keinen Wert, solange ich ihnen selbst keinen Wert beimaß. da Kranke oft entmündigt waren und einen Kurator oder vom Gericht bestellten Sachwalter hatten, musste deren Zustimmung zu Ausstellung und Verkauf eingeholt werden manchmal um Zustimmung des Pflegeschaftsgerichtes (Vormundschaftsgericht) mit öffentlicher Ausstellung, Signierung der Arbeiten durch deren Schöpfer und Verkauf angesucht Genehmigung erfolgte dann durch Gerichtsbeschluss oft mit Pseudonym veröffentlicht, erst nachträglich teilweise durch richtige Namen ersetzt
Flugzei(?)g, 1971, Bleistift, Farbstifte und Kugelschreiber auf Papier, Josef Bachler
Flugzei(?)g, 1971, Bleistift, Farbstifte und Kugelschreiber auf Papier, Josef Bachler
(keine Infos gefunden), Johann Hauser
(keine Infos gefunden), Johann Hauser
Hubschrauber, 1967, Bleistift und Farbstift auf Papier, Johann Hauser
Hubschrauber, 1967, Bleistift und Farbstift auf Papier, Johann Hauser
Löwe, Franz Nebel, 1968, Kaltnadelradierung
Löwe, Franz Nebel, 1968, Kaltnadelradierung
Mann, Johann Hauser, 1973, Radierung, nach Reproduktion Bildnis eines jungen Mannes, Ambrosius Holbein, 1518
Mann, Johann Hauser, 1973, Radierung, nach Reproduktion Bildnis eines jungen Mannes, Ambrosius Holbein, 1518
Mann, Johann Hauser, 1974, Radierung, ebenfalls nach Ambrosius Holbein
Mann, Johann Hauser, 1974, Radierung, ebenfalls nach Ambrosius Holbein
Hausarbeit weiter bearbeitet, mit Änderungsvorschlägen von Hans neue Version umsetzen Seitennummer von Schubiger und Weinhart fehlen noch (in Bibliothek nachschlagen!) Standpunkt Antwort von Hans auf Frage wegen Wort Reife: Dachte ich mir schon, dass diese Stelle zum Gespräch herausfordert. Meines Erachtens ist die gesamte Veranstaltung, also Urknall und danach, völlig sinnlos. Wer versucht, darin einen Sinn zu entdecken, macht sich m.E. bloß etwas vor. Der Mensch hat allerdings ein Bedürfnis nach einem sinnvollen Dasein. (Vermutlich erhöht es die Überlebenschance des Menschengeschlechts.) Also redet er sich einen Sinn ein (Religion), auch wenn er den nicht versteht, oder versucht selbst, dem ganzen einen Sinn zu geben. Wir produzieren in unseren Hirnen ja alles Mögliche, u.a. Kunst, warum nicht auch Sinn? Außerdem kann man auch ohne sich viel Gedanken zu machen gut leben. Worauf es ankommt ist OPTIMISMUS. Optimismus sei Pflicht, hat einst Herr Karl Popper angemahnt. Da hat er recht. Den braucht man zum Leben. Deswegen ziehe ich eine heitere Kunst einer düsteren, gequälten vor, die nur das Schreckliche sieht. Das Wort Reife hat leider etwas Wertendes, deswegen habe ich Flucht in die Reife vorgeschlagen, weil man bei einer Flucht keine Wahl hat. Um nicht intellektuell einzugehen wird man halt reif. Eigentlich wollte ich nur, dass der Passus einen positiven Touch erhält. Das mit der Reife wäre ein neuer Gesichtspunkt. Sollte man vielleicht weglassen. Eigentlich geht es um Optimismus, eine Absage an die lähmende Schwermut. Psychiatrie und Kunst […] die zu Künstlern werden können, dann darf man sie nicht unter den […] nur leicht kranken […] Patienten suchen, sondern im Gegenteil, man muss sich an die am schwersten gestörten, manisch angetriebenen, hallzuinatorisch erregten, schwer fixierbaren Patienten wenden […]. Flugzei(?)g, 1971, Bleistift, Farbstifte und Kugelschreiber auf Papier, Josef Bachler bachler-k.jpg Gugginger Künstler umsetzen Ausstellung Johann Hauser , bis Januar 2017, Maria Gugging (keine Infos gefunden), Johann Hauser hauser-k.jpg Johann Hauser (1926-1996, österreichischer Maler des Art brut) Hubschrauber, 1967, Bleistift und Farbstift auf Papier, Johann Hauser hauser2-k.jpg Parameter: Kontur, Ordnung, Struktur Buntstifte und Malkreiden schlug er auf Bildfläche, dicht und heftig Signaturen in Großbuchstaben: Analphabet Johann Feilacher (Psychiater und Bildhauer): Kunst heilt nicht […] In der Kunst zählt Qualität, nicht der psychische Zustand. Die Psychose bestimmt vielleicht was, aber nicht, wie die Herren malen. Patienten, die schon in Schulzeit gute Zeichner waren und später dilettantische Zeichner wurden hätten keine Aussicht eigenständig Künstler zu sein Künstlerisch Interessantes können meist nur solche Patienten schaffen, die nicht schon vor ihrer Erkrankung gute Zeichner waren. Patienten, die gerne zeichnen: in der Regel nur Konventionelles, aber keine authentischen Produkte Zeichen- oder Sprachtalent kann […] hinderlich sein, weil es unter Umständen zu banalen konventionellen Wiedergaben verleitet Gugginger-Künstler: unbeeinflusst von kultureller Kunst ahmen keine stilistischen Eigentümlichkeiten anderer Künstler nach Werke ohne Vorgänger, stehen in keiner Tradition Das Fehlen jeder Information über Kunst […] verleiht dem persönlichen Stil des Art brut-Künstlers ein Maß an Authentizität, das der informierte Künstler nur selten erreicht. Löwe, Franz Nebel, 1968, Kaltnadelradierung nebel-k.jpg Künstler-Patienten meist hospitalisiert, leiden an manisch-depressiven Störungen oder chronischen schizophrenen Psychosen bei schwerer Depression nicht geeignet, da zu gehemmt Johann Hauser: kennt genaue Zahl der Finger nicht gibt in Manie manchmal 6 oder 7 phallische Finger an Hand in Depression manchmal nur 3 Finger Mann, Johann Hauser, 1973, Radierung, nach Reproduktion Bildnis eines jungen Mannes, Ambrosius Holbein, 1518 holbein-k.png Aufgabe von Navratil an Hauser, Holbein auf Platte zu gravieren Er saß lange vor der Platte und Vorlage, nahm die Radiernadel in die Hand, aber er getraute sich nicht anzufangen. Nach langem Zureden machte er den ersten Strich. In der dritten Sitzung hat er mit etwas mehr Aktivität das Werk vollendet. Mann, Johann Hauser, 1974, Radierung, ebenfalls nach Ambrosius Holbein hauser10-k.jpg entstanden auf Höhepunkt manischer Phase an Stelle der Genauigkeit und Sparsamkeit: ausgedehnte und teilweise zu dichte Gravierung in manischer Psychose: Näherrücken der Gegenstände sichtbar ausdrucksvolles Gesicht, mächtiger Hut, nehmen ganzen Bildraum ein, Beiwerk weggelassen (es gibt auch Beispiele für selbstständig künstlerisch tätige Patienten mit guten Ergebnissen)
Erinnerung an ein Erlebnis im Delirium tremens
Erinnerung an ein Erlebnis im Delirium tremens
Zeichnungen im Behandlungsverlauf einer rezidivierenden endogenen Depression, Patient Lorenz E.
Zeichnungen im Behandlungsverlauf einer rezidivierenden endogenen Depression, Patient Lorenz E.
Zeichnungen eines Tieres im Behandlungsverlauf einer Manie, Patient Johann M.
Zeichnungen eines Tieres im Behandlungsverlauf einer Manie, Patient Johann M.
Franz Kauer zeichnete naturalistisch vor Ausbruch der Psychose
Franz Kauer zeichnete naturalistisch vor Ausbruch der Psychose
Franz Kauer, Zeichnung in der aktuen Psychose
Franz Kauer, Zeichnung in der aktuen Psychose
Psychiatrie und Kunst Modifikation und Erweiterung der Methode von Karen Machover Navratil verwendete weißen Karton (Postkartenformat) statt Schreibpapier Begründung: (1) Karton hat größeren Aufforderungscharakter als Schreibpapier (2) Schreiber bemühe sich mehr (3) kleines Format überfordert nicht reine Bleistiftzeichnung, auch Verwendung von Tusche und Feder bei Patienten, wo ihn künstlerische Möglichkeiten interessierten: von A6 > A5 > A4 > 30x40cm > ganze und halbe Bögen weißes Packpapier weitere Aufgabenstellungen, wie Tier und Sonne zeichnen am Schluss nur noch: Zeichnen Sie bitte irgend etwas! Erinnerung an ein Erlebnis im Delirium tremens patient21-k.jpg Beschreibung vom Patienten: in Luft hingen Ringe, Männer seien gekommen, hätten lange Stangen getragen, die Aufgabe gehabt, mit den Stangen in die Ringe hineinzufahren Delirium tremens: ernste und potenziell lebensbedrohende Komplikation bei länger Alkoholkrankheit dar Halluzinationen haben starken Realitätscharakter, keine kritische Distanz erlebten Sinnestäuschungen sind von höchster Evidenz (Wahrheitsanspruch) nach Delirium bleiben Erlebtes für einige Tage in Erinnerung, werden noch danach für objektive Wirklichkeit gehalten (Residualwahn) bei akuten Psychosen Stellung der Aufgabe täglich dadurch Bild des Behandlungs- und Heilungsverlaufes sichtbar Zeichnungen im Behandlungsverlauf einer rezidivierenden endogenen Depression, Patient Lorenz E. patient22-k.png endogen: innen entstanden; infolge veränderter Stoffwechselvorgänge im Gehirn (1) im unbehandelten Zustand: menschliche Figur nur wenige Millimeter großer Kopffüßler (2) nach Einleitung antidepressiver Behandlung: Figur wuchs langsam (3) Depression geschwunden: größe Figur Kleinheit allerdings kein obligates Merkmal Depression Zeichnungen eines Tieres im Behandlungsverlauf einer Manie, Patient Johann M. patient23-k.png Abklingen der Manie durch Motivwahl erkennbar Tiere wurden immer kleiner und harmloser Stier > Schwein > Ziege > Katze > Taube Patient wurde nach Entlassung jedoch depressiv und brachte sich um rückblickend betrachtet: Depression kündigte sich in Zeichnungen an laut Navratil kündigen sich seelische Veränderungen in Zeichnungen an, bevor sie klinisch erfassbar sind Franz Kauer zeichnete naturalistisch vor Ausbruch der Psychose patient24-k.jpg Franz Kauer, Zeichnung in der aktuen Psychose patient25-k.jpg Patient taubstummer Analphabet vor Ausbruch einer langdauernden akuten halluzinatorischen Psychose, während Behandlungs- und Heilungsverlauf und nach Abklingen Psychose beobachtet zunächst zeichnete Patient nach Vorlagen und Natur nach Ausbruch Psychose wandte er sich von Realität ab, zeichnete ausschließlich aus Fantasie heraus hoher Symbolgehalt, originelle Formen, große Expressivität nach Heilung wieder Motive seiner Umwelt eingeflossen im Abschlussbericht: Der Künstler in ihm war die Psychose
Mensch, Patient W.J., 67 Jahre alt
Mensch, Patient W.J., 67 Jahre alt
Mensch, Karl H.
Mensch, Karl H.
Zeichnungen eines alkoholkranken Mannes
Zeichnungen eines alkoholkranken Mannes
Zeichnungen eines alkoholkranken Mannes
Zeichnungen eines alkoholkranken Mannes
Psychiatrie und Kunst Versuchsanordnung (nach Machover) Personality Projection in the Drawing of the Human Figure, Karen Machover betrachtet Zeichnung menschlicher Figur, auf Aufforderung hergestellt, als provozierte kreative Leistung nimmt an, dass individuelle Nöte und Konflikte zum Ausdruck kämen Versuchsanordnung: (1) Person erhält Blatt Papier und mittelweichen Bleistift Bitte zeichnen Sie eine menschliche Figur! (2) Frage nach Geschlecht, Bekleidung etc. keine Stellung einnehmen (3) nach Fertigstellung Aufforderung anderes Geschlecht zu zeichnen (für interessante Interpretationsmöglichkeiten) Gisela Schmeer, Psychoanalytikerin: Das bildnerisch Gestaltete sieht nämlich stets anders aus als das, was wir uns beim Zuhören vorgestellt hatten […]. Kein noch so versierter Analytiker kann exakte Voraussagen machen darüber, was sein Patient aufs Papier bringen wird Mensch, Patient W.J., 67 Jahre alt patient1-k.jpg Patient W.J. nach Selbstmordversuch eingeliefert, Diagnose Alkoholhalluzinose wollte sich mit Veredelungsmesser (Weingartenarbeiter) Leben nehmen Patient hatte hochgradige Angst, fühlte sich verfolgt, hörte Stimmen, die drohten, ihm die Zunge umzudrehen und Augen auszustechen Alkoholkranke: oft Schluckakt und somit Hals mit Schuldgefühlen besetzt in Zeichnung durch langen Hals sichtbar Mensch, Karl H. patient2-k.jpg Zeichnung im akuten schizophrenen Zustand hergestellt Schizophrenie Symptome u.a.: Wahn, Hallzuinationen, Störungen des Ich-Erlebens (u.a. eigene Handlung wird als von außen gesteuert empfunden), desorganisiertes Sprechen, formale Denkstörungen, desorganisiertes Verhalten schizophrene Patienten geben manchmal bei Zeichnungen auch innere Organe wieder Merkmal kommt fast nur bei psychotischen Patienten vor (mit zeitweiligem weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs) Bild Zeichnung eines schizophrenen Mörders, der den Auftrag hatte, einen Menschen zu zeichnen. Reine Umrisszeichnung, geisterhaft, gemisches Profil. alkoholkranke Patienten: (1) meist weiche, schwache, abhängige Menschen (2) Mutter in Partnerin gesucht, evtl. sexuell versagt (3) fehlende Anerkennung, in Männergesellschaft gesucht (4) fehlende mütterliche Verwöhnung durch Alkohol Alkohol ersetzt Zeichnungen eines alkoholkranken Mannes patient4-k.png weibliche Figur in Zeichnungen meist größer, stärker, schmollend, schimpfend oder strafend, jedenfalls dominierend wiedergegeben viele Patienten Meinung, dass Ehe sehr gut sei, wogegen deren Frauen Scheidungsgedanken tragen auf Nachfrage: Ehefrau habe ein gutes Mundwerk, immer das letzte Wort haben müsse, zu Hause das Regiment führe eigene Einschätzung: gutmütig und nachgiebig Ich schlucke lange Zeit alles hinunter, dann nehm ich meinen Rock und geh' Zeichnung eines alkoholkranken Mannes (Frau schaut recht bösartig aus, Mann zart) Zeichnungen eines alkoholkranken Mannes patient6-k.png Patient gab männliche Figur als Kind, weibliche als erwachsene Person wieder Zeichnungen Alkoholkranker unterscheiden sich in Art der Ausführung nicht von Zeichnungen Gesunder Neurose ruft keine gewaltigen Veränderungen im bildnerischen Ausdruck wie Psychose hervor Neurose: seit Freud Sigmund Freud als leichtgradige psychische Störung verstanden, durch Konflikt verursacht Psychose: schwere psychische Störung, zeitweiliger weitgehender Verlust des Realitätsbezugs Die Neurose äußert sich im Inhalt, die Psychose in der Form der Zeichnung Neurotiker verleugnet Realität nicht, deshalb behält Zeichnung koventionelle Formen bei Psychotiker verleugnet Realität, in Zeichnungen können widersprechende neue Formen und Deformationen auftreten
Gedicht von Ernst Herbeck, mit Zeichnung von Oswald Tschirtner
Gedicht von Ernst Herbeck, mit Zeichnung von Oswald Tschirtner
O.T. (Regen), 1984, Oswald Tschirtner
O.T. (Regen), 1984, Oswald Tschirtner
Kunstmarkt notiert Preisvorschlag für "Landschaft mit Kühen", Öl auf Pappe, 1975, Per Sigfrid Bengtsson akzeptiert (100 Euro; bei 90 Euro automatisiert abgelehnt) Psychiatrie und Kunst umsetzen Collection De l'Art brut in Lausanne besuchen (Nähe Genf) weiterhin Einblick in die Sammlung, Teil II, Kunsthaus Kannen in Münster , bis 30.10., Di-So 13-17 Uhr von Münster Hbf - Ludgeriplatz B laufen, Bus 1 bis Davertstr. B, bis Davertstr. A laufen, Bus T1 bis Alexianer-Krankenhaus (alle 60 Minuten) Die Gugginger Methode. Kunst in der Psychiatrie, Leo Navratil Behandlungsziel: (1) Besserung psychischer Zustand (2) Stärkung Selbstbewusstsein (3) Verbesserung Umgang mit äußerer und innerer Realität der Kranken neuer Zustand soll neue Entfaltungsmöglichkeiten und neue Sinngebung eröfnnen Künstler im psychiatrischen Patienten: Künstler ohne jede künstlerische Ausbildung, ohne genauerer Kenntnis zeitgenössischer und traditioneller Kunst nach Jean Dubuffet: Art-brut-Künstler Art brut: Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien, Kindern oder Menschen mit Geisteskrankheit oder geistiger Behinderung Jean Dubuffet (1901-1985, französischer Maler, Bildhauer, Collage- und Aktionskünstler) Hauptvertreter der Art brut, Vertreter französischer Nachkriegskunst Bildnerei der Geisteskranken, Hans Prinzhorn besuchte schweizer Anstalten, sah Werke der schizophrenen Patienten Adolf Wölfli, Heinrich Anton Müller, Aloise Corbaz Eigenschaften: (1) ohne Beziehung zu künstlerischen Vorbildern, (2) fern vom Kunstbetrieb Kunst repräsentierte extremen Individualismus, frei von sozialen und kulturellen Zwängen notiert Motiv Sonne bei Kinderzeichnungen: Strahlen erst durch Aufforderung (Eltern, Kindergarten) in Zeichnungen eingebracht? eigentlich sind Kinderzeichnungen von Erwachsenenwelt kontaminiert: Vorstellungen des Dargestellten (wie Sonne), Papier (Untergrund), Stifte (Farben, Dicke Miene, Buntstift / Filzstift / …), Zeit (wann Kind zeichnen soll/darf) für Bezeichnung Art brut von Dubuffet verlangt: (1) Unabhängigkeit von kultureller Kunst, (2) etwas Überraschendes, (3) selbst Erfundenes Standpunkt (4) Schaffen aus einer inneren Notwendigkeit, einer extremen Spannung, einem 'hohen Fieber' Echtes künstlerisches Schaffen habe immer etwas mit Wahnsinn und Manie zu tun, sei niemals normal Gedicht von Ernst Herbeck, mit Zeichnung von Oswald Tschirtner herbeck-k.jpg Trennung zwischen Art brut und kultureller Kunst gefordert, ersteres für Dubuffet aber höchster Bewunderung wert Navratil: Unterscheidung zwischen (1) Arbeiten auf Anregung und (2) spontanen Zeichnungen zu (1): können originell sein, Spontanes enthalten zu (2): vermissen oft jeden künstlerischen Reiz, klischeeartig = Kreativität <> Spontaneität Voraussetzung für künstlerisch interessante Arbeiten im Sinne Art brut: (1) Schizophrene oder manisch-depressive und hypomanische Patienten, (2) manche epileptisch und hirnorganisch Kranke O.T. (Regen), 1984, Oswald Tschirtner regen-k.jpg teilweise ständige äußere Anregung nötig (wie Ernst Herbeck und Oswald Tschirtner ) noch lesen: Der unterschätzte Naive Standpunkt Mich ärgert gerade, dass ich niemals wie von der Kunst unbefleckte Kranke zeichnen werden kann. Ich kann kopieren, versuchen den Stil nachzumachen, aber ich werde nie so zeichnen können. Dafür habe ich schon zuviel gesehen und ausprobiert. Wie gerne würde ich den Regen wie Oswald Tschirtner darstellen! Für kindliche Zeichnungen könnte ich einmal probieren die rechte Hand zum Zeichnen zu verwenden, mit der bin ich noch ungeübt. Hausarbeit E-Mail von Hans: Die Lou Andreas-Salomé habe ich gelesen. Psychoanalyse Sigmund Freud ist nicht mein Ding, muss ich gestehen. Es klingt interessant und liest sich schön, aber ist m.E. bloßes Geschwätz. Die Psychoanalyse Sigmund Freud ist halt keine Naturwissenschaft, was nicht heißt, dass sie völlig nutzlos ist. Habe trotzdem ein Zitat von der Frau untergebracht. Ich habe versucht, Deine sehr negative Allen-Ansicht ins Positive zu wenden. Das ist m.E. ein wichtiger Punkt: Man kann Sinn produzieren! Die Sinnkrise ist nicht das letzte Wort! Deshalb auch das eingefügte Thomas-Mann-Zitat mit dem Trotzdem.