[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

frfr@hgb-leipzig.de
Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Kurs Marcel Duchamp und die Folgen

3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp/ADAGP
3 Stoppagen, Duchamp, © Succession Marcel Duchamp/ADAGP
Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp
Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp
Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle © The estate of Niki de Saint Phalle
Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle © The estate of Niki de Saint Phalle
Kunstgeschichte Kurs Marcel Duchamp Marcel Duchamp und die Folgen Zufall bei Duchamp Marcel Duchamp (siehe auch 29.10.2012) ohne kausaler Erklärung, Verzicht auf Erklärung "Was nicht produziert wird, ist immer besser als das, was produziert wird" Kunst ist nicht das, was man sieht "Ich will voller Gedanken und zugleich gedankenlos sein", Max Stirner (These, man sei alleine auf der Welt, alles andere nur Vorstellung) das Rationale lässt nichts Unvorhergesehenes zu Natur und Zufall / Wechselwirkung "Das Wort Gesetz ist gegen meine Prinzipien und daher mußte ich den Dingen eine andere Erklärung geben, eine Art Pseudoerklärung." Duchamp Marcel Duchamp'sche Zufall: etwas passiert, was nicht planbar ist Zufall = gültiger Wert zieht diese Form der Wissenschaft vor "fröhliche Physik": Entwurf der Realität, die möglich wird, sobald physikalsiche und chemische Gesetze gelockert werden "Die Akademie des Flaneurs" sich durch den Raum bewegen für Inspiration Schönheit der Indifferenz Werke mit Bezug zum Zufall 3 Stoppagen, Duchamp Marcel Duchamp, © Succession Marcel Duchamp Marcel Duchamp/ADAGP stoppagen.jpg Glasscheiben (Träger) mit draufgeklebten Streifen Leinwand (Träger der Malerei), darauf Faden hat 1 Meter Fäden von 1 Meter Höhe auf Leinwand fallen lassen, danach fixiert Lineale aus Holz modifiziert mit neuer Linienform der Fäden (Schablonen) gewelltes Lineal (weiterhin 1 Meter) als neue Maßeinheit Netzwerk der Stoppagen, 1914 fixer Punkt, gewellte Lineale angesetzt, Linie gezeichnet, 9 x nummerierte Punkte 2 Aktfiguren von älterer (kubistischer) Arbeit ("young man und girl in spring", 1911 ) als Träger verwendet Verbindung von männl. und weibl. Wesen Stoppagen verbunden, verwissenschaftlicht Draft Pistons, Fotoserie, 1914, Duchamp Marcel Duchamp draftpistons.jpg Stoff mit gepunktetem Muster vor geöffnetem Dachausstieg (Luftzug erzeugt neue Form, fotografisch fixiert) geplanter Zufall "Das große Glas" u.a. (1) 3 mögliche durch Wind veränderte "Blicke" in Wolke integriert (2) 9 x mit Spielzeugpistole gegen Glas geschossen, zufällige Positionen markiert und gebohrt Verbindung Junggesellen mit Produktionsstätte Köpfe der 9 Junggesellen durch schräg fotografiertes Stoppagen-Netzwerk positioniert (Tiefenstaffelung) Musik Komposition "Erratum Musical", 1913 Noten zufällig aus Hut gezogen Nachbau Cage über Duchamp Marcel Duchamp: "Für mich war Schach ein Vorwand, um in seiner Nähe zu sein." 15. Jhd.: Leonardo da Vinci: Traktat der Malerei (in Stein und Mauern schon Figuren in sich) 17. Jhd.: Florentiner Mosaik (vorgefundene Struktur geordnet zu Motiven) 18. Jhd.: Alexander Cozens, Publikation über Landschaftskompositionen, Tintenfleck als AUsgangspunkt 19. Jhd.: Aufkommen Klecksografie u.a. Victor Hugo, Justus Kerner durch avandgardistische Künstlergruppen wie Dadaisten Dadaismus oder Surrealisten wird Zufall als Methode schnell wichtiger Bestandteil in Kunst Max Ernst durch Zufall zum Bild gefunden, Entwicklung Kompositionen John Cage notiert Orgelprojekt Halberstadt aufsuchen akzeptiert nicht präexistenten Zufall stellt "Fragen", die Prozess mit unklarem Ausgang auslösen "I Ching" ("Buch der Wandlungen", chinesische Orakelsammlung) Ursprung: durch Zufallsoperationen wie Münzwürfe bestimmte Orakeltexte und Handlungsmöglichkeiten ermittelt Point-Drawing-Method (Unebenheiten im Notenpapier eingefärbt, in Noten umgewandelt) "Drip Paintings", Jackson Pollock Farbe wird auf Leinwand geschleudert körperliche Bewegung erzeugt "kontrollierten Zufall" (Unschärfe) Shooting Picture, 1961, Niki de Saint Phalle © The estate of Niki de Saint Phalle shootingpaintings.jpg Niki de Saint Phalle (1930-2002, Malerin und Bildhauerin) "Shooting Paintings" bewusste Farbwahl, nur Schießen (und damit Menge Farbe) zufällig Gerhard Richter Gerhard Richter übermalte Fotografien benutzte Privatfotos, wegen u.a. Unschärfe aussortiert Mischung Ölfarbe und Fotopapier einziges Auswahlkriterium = Auswahl Foto Farbtafeln Geradenbild [t=]Papier für Pen-Plotter Aquarellpapier (mit glatten und abgerissenen Rändern), 48x62,5 1,30 EUR Glitzerpapier (Fotopapier), gold/silber, 50x70 6 EUR unterschdl. Farbpapier, u.a. gepunktet/sichtbaren Fasern, 50x70 6 EUR gold/silber Glanzpapier matt/glänzend (Spiegel) 4,50 EUR/6 EUR 3d-Folie (glatt, kleine runde Verzerrungen), 50x70 3,50 EUR Blümchen-/ Punktepapier A4 Farbpapier mit sichtbarer Struktur, 0,20 EUR farb. Filzplatten 30x45 2,50 EUR Kunstgeschichte Kurs Marcel Duchamp Marcel Duchamp und die Folgen Vortrag Quantenphysik / Determinismus Kausalitätstheorie Demokrit: beschreibt Gesamtnatur als riesige Maschine, lückenlos erklärbar / voraussagbar Kant: "Alle Veränderungen geschehen nach dem Gesetz der Verknüpfung von Ursache und Wirkung" Determinismus: "keine Freiheit" impliziert, dass sich Welt nur auf eine Weise weiter entwickelt kann weicher Determinismus: ohne Handlungsalternativen (am Ende nur eine möglich), aber Wahl der Handlung frei Zusammenfall freier Wille und Notwendigkeit Libet-Experiment Benjamin Libet (Physiologe), Versuchsreihen 1979 Messung zeitl. Abstand zw. Nervenaktivität im Gehirn (geht Handbewegung voraus) und erst danach erfolgenden Bewusstwerden Quantentheorie Doppelspaltexperiment / Verschränkung Quanten = natürliches Phänomen (u.a Verantwortlich für zufälligen Verfall von Atomen) können mehrere Zustände gleichzeitig haben Eigenschaften von Wellen (wie Ausbreitung von Licht) und Teilchen im unscharfen Zustand (Ort und Zustand nicht messbar) Wahrscheinlichkeit Zufall in d. Kunst Versuch menschl. Handlungs- und Bewusstseinsspektrum um einen Faktor zu erweitern außerhalb des menschl. Vermögens menschl. Zufall: Überschneidung von Kausalketten Vortrag Marcel Duchamp Marcel Duchamp und die (Para-)Wissenschaft TOM TIT, La Science Amusante Wissenschaft Duchamps: Willkühr und Laune Grundstock pseudo-wissenschaftl. Aufbau "Das Rad" damals in physikalischen Versuchsanordnungen verwendet (Fliehkräfte demonstriert, mit gerader Gabel) [gedankl. abwesend] Abhängigkeit der Wissenschaft von der Gesellschaftsform Darstellung einer vermeintl. chaotischen Wirklichkeit mit Hilfe mathematischer Modelle auf philosophischer Ebene: Entmystifizierung durch Wissenszuwachs Tom Sachs (*1966, US-amerik. Künstler) Christoph Keller (*1967, dt. Künstler) Kurs Warum Denken? Charles Sanders Peirce (1839-1914, US-amerik. Mathematiker, Philosoph, Logiker) "Exhibiting Reasoning - Zur graphischen Praxis Charles Sanders Peirce", Meyer-Krahmer Zeichnung als Darstellungsmethode im philosophischen Bereich Bedeutung Schriftbild auf Bedeutung von Inhalt Bsp: 1 Gedicht in 6 unterschdl. Handschriften geschrieben, um Wirkung herauszubekommen Vortrag Zeichenbegriff bei Charles S. Peirce Pragmatizismus Erkenntnistheorie Pragma = Handlung Gedanken zu Grundsetzen des Erkennenkönnens Semiotik: Wissenschaft von Zeichensystemen Semiotisches Dreieck: (1) (materielles) Zeichen <=> (2) Objekt, auf das sich Zeichen bezieht <=> (3) Interpretant <=> (1) Zeichen es gibt kein Wissen ohne Repräsentation (Darstellung) "Die Kunst des Räsonierens", aus "Semiotische Schriften" 3 verschd. Geisteszustände (1) Zustand Gefühl (im träumerischen Zustand) (2) Sinn für Reaktion (entsteht durch Unterbrechung von Gefühl durch ein anderes) (3) Geisteszustand Denken 3 Weisen, in denen "wir an einem Ding interessiert sein können" (1) primäres Interesse (2) sekundäres Interesse (wegen seiner Reaktion auf andere Dinge) (3) vermitteltes Interesse (insofern es dem Verstand Idee von einem Ding vermittelt) 3 Arten von Zeichen (1) Similes oder Ikons dargestellte Dinge werden nachgeahmt (Fotografie) (2) Indikatoren oder Indizes zeigen etwas über Dinge, weil physisch mit ihnen verbunden (wie Wegweiser) (3) Symbole oder allg. Zeichen mit ihrer Bedeutung durch ihre Verwendung verknüpft [überfordert] alles ist zeichenhaft abhängig davon, wie es wahrgenommen wird [gedankl. abwesend]
TV Interventionen Kurs Televisionen in Kunst, Technik und Ökonomie Einführungsveranstaltung Themen u.a. Prähistorie des Fernsehens im 19. Jahrhundert Fernsehen, Film und Radio in den 1920-1930er Jahren Künstlerexperimente im Kampf mit der Kiste in den 1960er Jahren Konstellationen von Theorie und Praxis bei McLuhan und Paik Formate und Sendungen zwischen Kunst und Massenmedium Kooperationsmodelle von Kunst und Massenmedium (Gerry Schum, Samuel Beckett, Nam June Paik, Dara Birnbaum) aktuelle Hybridisierung von TV und Internet hist. Künstlerpositionen u.a. Gerry Schum (TV Sendungen der "Fernsehgalerie"), Samuel Beckett ("Fernsehspiele"), Dara Birnbaum ("Wonder Woman"), General Idea ("Pilot") kl. Schein mit Vortrag, gr. Schein zzgl. Hausarbeit Ausstellungsgespräch am 16.10. um 17:00 Uhr mit Kai-Hendrik Windeler zur Installation "1985", ehem. Sowjetischer Pavillon 19:00 Uhr Videoscreening "Videogramme einer Revolution, 1993", KV Leipzig Klasse Bildende Kunst Frühstück Exkursionen Berlin (18.11.-19.11.) / Venedig (11.5.2015) zu nächstem Klassentreffen aktuelle Arbeit (Original) mitbringen evtl. Geradenbilder auf A0 plotten 2.12. und 16.12. Atelierbesuche Kommilitonen HGB-Rundgang "Künstlerstatement/-haltung" Wie verhalten sich Künstler im aktuellen gesellschaftl. Umfeld? "Alles eilt: Wie wir Zeit erleben" Kurs Marcel Duchamp Marcel Duchamp und die Folgen Einführungsveranstaltung (wegen ungeplant langem Klassentreffen verpasst) Blockveranstaltung vom 26.-28.11. Einführung in Werk und Ideen sowie Wirkungsgeschichte Themengruppen (1) "Große Glas", Ende oder Neuanfang der Malerie, Zerstörung als (Un-)Vollendung (2) Readymades, Komplexität einer einfachen Idee, "Zeitbombe" in Kunst 20./21. Jhd. (3) (Präzisions-)Optik und Kinetik, Dimensionen des Sehens, Perspektive, Physiologie und Augentäuschung (4) Zufall als Methode, Unvorhersehbarkeit als Kreativität, Indifferenz, Autorschaft (5) (Para-)Wissenschaft, Referenzen zu Physik, Mathematik, Geometrie und Experiment in Naturwissenschaft (6) Rrose Selavy und die Junggesellen, Kunst & Gender, Transformationen des Selbst (7) Blickregime und Körperabformung, Taktilität, Pornografie, Etant donnes (8) Schachteln und Notizen, Reproduktionen und Repliken, Selbstdokumentation als Künstlerstrategie (9) Künstler als "Lebenskunstwerk" - höchste Form der Kunst? Kurs Zur Aktualität von Gründungsmythen der Kunst Einführungsveranstaltung antike Gründungsmythen der Kunst und ihr Fortwirken in Mittelalter und Renaissance u.a. Naturkunde des Plinius (Malerei als Augentäuschung und der Ursprung der Malerei im Schatten) Metamorphosen Ovids (Erfindung der Skulptur durch Pygmalion) (siehe 14.5.2013)