[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Kunstbegriff

Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
Kunstbegriff Anfänge der Kunst bei Höhlenmalereien aus ausklingender Altsteinzeit findet Trennung statt (zwischen magischer und mitteilender Kunstrichtung) in Südfrankreich und Nordspanien mit religiös-zauberischem Gehalt haben optisch-ästhetische Seite betont an ostspanischen Felswänden wollten eher etwas mitteilen zeigt 2 Möglichkeiten der Kunstbetätigung, mit Eigenarten bestimmter Völker weniger ein Fortschritt zu erkennen, als ein nebeneinander starker Kunstreiz geht von Behandlung Toter aus in mexikanischer Kultur wurde Asche des Toten oder Gebeine mit verarbeitet daraus sind Kunstgebilde, Figuren, Statuen entstanden Unzahl an Ritualen entstanden in Mexiko u.a. kleine Holzstatüttchen von Totem geschnitzt, verbrannt und beerdigt Schnitzwerk und Puppen u.a. als Ornamente verwendet Figuren sind oft Mischwesen behandeln Vorstellung von Mythen oder Auffassungen von Beziehung Mensch zu Tier weiterhin soziologische Anlässe als Auslöser für Kunstbetätigung wie Erntefeste, Siegesfeiern, Huldigungen von Häuptlingen, Fürsten und Königen Verehrung persönlicher Macht und Einfluss lebender und toter Herscher gehört zu stärksten Anreizen für Schaffen von Kunst soziologische Faktoren in höheren Gesellschaften mehr entwickelt als bei niedrigeren Gesellschaften, wo Zauberische größerer Einfluss hat daran knüpft Ästhetisierung des Schaffens an hat erst in Hochkulturen zur Verselbstständigung der Kunst als Leistung geführt nicht bewusst dazu entschlossen, eher durch Reize geweckt, ausgebildet, befördert Frage, ob das, was wir Kunst nennen, für Naturvölker auch Kunst ist frühere Ansicht, Kunst wäre aus dem Spiel hervorgegangen heute eher Zauberei als Auslöser für Kunst angesehen für Naturvölker war Kunst kein Spiel oder Zauberei Zauberei wird etwas bezeichnet, was im nachhinein als nicht logisch(?) bezeichnet wird im Moment Moment des Schaffens ist es etwas verständliches Begriffe wie Familie, Geld, Religion, Staat etc. müssen immer im Verhältnis zum Kultur- und Wirtschaftsleben einer Personengruppe gesehen werden Begriff Kunsthorizont und Kunstspähre Kunsthorizont: Ergebnis aus Zusammenwirken technischer Bedingtheit als Ergebnis aus Möglichkeiten der Kunstgestaltung in einer technischen Fortschrittsstufe zu betrachten Kunstspähre: konkrete Kunstgestaltung tritt als Ergebnis von Wechselbeziehungen in Erscheinung entscheidend bei Kunstspähre ist historisch einmalige individuelle Gestaltung traditionelle Techniken immer von geographischen Umweltbedingungen abhängig (weiter ab S. 259) Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Kann sein. Ja. Ist so. Ja.
  • Und er hatte dann aber bestimmt eben KEIN Geschäftsmodell dahinter. Und er hatte … weißt du, was du da so gesagt hattest …
  • Wovon hat er denn gelebt?
  • Ähm der hat von seinem Bruder glaube ich gelebt, der ihm immer wieder Geld gegeben hatte. Theo van Gogh Vincent van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh Vincent van Gogh theovangogh-k.jpg
  • Und das ist das, was ich gesagt hatte. Wenn …
  • Und er hat zurückgezogen dann gelebt. Das ist aber kein Geschäftsmodell. Da kann ich Hartz 4 auch als Geschäftsmodell …
  • Ja, wenn jemand keine … wenn jemand keine anderen Geldquellen hat …
  • Ja.
  • Ja? Dann ist er gezwungen mit dem was er schafft … mit seinen Händen schafft …
  • Mhm.
  • … auch Geld zu verdienen. Seinen Unterhalt zu verdienen.
  • Dann kommt er aber in eine Zwickmühle. Dann will er zum einen hochwertig … also Kunst schaffen, die sozusagen …
  • Der muss das in Einklang bringen. Ja. Genau.
  • Das kann man gar nicht glaube ich. Du bist dann da immer im-im-im…
  • Ich glaube man kann es wohl. Er konnte es.
  • Ich kann es nicht.
  • Aber Jeff Koons Jeff Koons konnte es.
  • Der hat aber das als Thema glaube ich genommen.
  • Das mag ja sein. Aber …
  • Und wenn du das als Thema nimmst, dann verarbeitest du das so.
  • Er hat … Das passt in unsere Zeit rein.
  • Ich meine, Richter hat das am Ende ja auch gemacht.
  • [lacht]
  • Weil er eben … weil es vielleicht doch ein Stück weit Berechnung ist. Also … auch der Markt ist berechenbar. Kunst = Kapital, Joseph Beuys Joseph Beuys, 1979 kunstkapital-k.jpg
  • [kurze Pause]
  • Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Robert Rauschenberg
  • Wollen wir kurz Gerhard Richter Gerhard Richter noch nehmen?
  • Ähm. Wir können über MEIN Bild sprechen.
  • Na das meine ich. Genau das … White Painting Robert Rauschenberg von Rauschenberg Robert Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung wohnungbild3-k.jpg
  • Du möchtest ja da auch ein Foto von machen.
  • Du hast ja hier zwei zwei Sachen. Du hast ein White Painting Robert Rauschenberg von …
  • Ja. Gerhard Richter Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung wohnungbild1-k.jpg
  • … von von von Rouschenbörg. Und du hast ein … ein ein wie heißen die Bilder von dem? Äh diese großen … Haben die irgendeinen Übertitel? Rakelbilder oder so?
  • Nein, es ist auf jeden Fall eine Rakeltechnik.
  • Rakeltechnik von Gerhard Richter Gerhard Richter. YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus rakeltechnik-k.jpg
  • Genau.
  • Zwei Originale hast du hier. Aber … naja, man sieht ja den Unterschied …
  • [lacht]
  • … anscheinend nicht. Außer das jetzt die Größe ein bisschen unterschiedlich ist. Vielleicht.
  • Vielleicht.
  • Du hast ja mal Gerhard Richter Gerhard Richter gesehen.
  • Ja.
  • So. Da war so ein großes Bild. Oder?
  • Ja.
  • Was … was … so in deiner Erinnerung … Was hat das bei dir so ausgelöst. Oder oder warum … oder was steckte dahinter. Was war dein … Zugang.
  • Das Kuriose war, das war auch in einer einer äh äh in der Tate Gallery in in London …
  • Mhm.
  • … war das. Ähm.
  • Großer Streit mit Christian. Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1 christiancollage-k.jpg
  • UND äh … auch wieder die SCHIERE Größe. Also anders. Ich muss sagen, ich kannte Gerhard Richter Gerhard Richter vorher gar nicht. Ich wollte in dieses Museum. Dieses Museum hat halt eine Dauerausstellung und äh eine äh Ausstellung ähm … für … bestimmte … also …
  • Ja.
  • … Themenausstellungen.
  • Ja.
  • So. Und ähm ich bin mit meiner Karte äh für die Dauerausstellung NICHT in seine Ausstellung reingekommen. OBWOHL es im selben Haus war.
  • Mhm.
  • Großes Bild von Richter
  • Sondern ich bin nur äh in den Vorraum gekommen, wo äh seine Kunst auf Postkarten und Plakaten und äh seine gedruckten Bücher äh ähm … Und im Foyer hing EIN einziges Bild.
  • Mhm.
  • Von ihm. Abgesperrt.
  • Mhm.
  • Äh äh ähm mit einer Kordel.
  • Mhm.
  • Und die Leute haben gekauft WIE VERRÜCKT! Und die Plakate die waren auch relativ teuer glaube ich. Zwanzig… dreißig Euro. Eins. Und das war mäßig klein, muss ich mal sagen. Ähm. Also äh äh diese Farbdrucke äh die haben überhaupt nicht so gewirkt wie das Original. Und ich hab mich gefragt: Mensch Leute, warum gebt ihr soviel Geld für etwas aus, was gar nicht wirkt?
  • Mhm.
  • Und ich stand vor diesem RIESIGEN Bild. Äh an dem übrigens viele vorbei gelaufen sind. Ich konnte es nicht verstehen. Weil es war wie so ein Kassenbereich äh gestaltet. Und ich war so beeindruckt. Von der GRÖSSE. Und, dass man Farbe über die Leinwand geschoben hat. Und das war äh wie Drei-De hat sich das angefühlt. Weil diese vielen vielen Farbschichten haben halt äh so Höhen und Tiefen abgebildet. Ähm. Dass man das so SEHEN konnte. Das war fass-bar. Gerhard Richter Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011 rakeltechnik2-k.jpg
  • Mhm.
  • Ähm. Äh und und diese Kombination … diese Farbigkeit … diese Größe … äh … dann noch, dass es Öl ist. Also ich mag einfach Öl unheimlich gerne. Ich würde Ölfarbe IMMER Acrylfarbe vorziehen. Äh. Ähm. Oder auch ähm Buntstiften. Oder was auch immer. Ähm. Äh. Und ich war so begeistert, dass ich … als ich nach Hause … ich hab mir seinen Namen gemerkt … Als ich nach Hause bin, dass ich mehr über ihn erfahren wollte.
  • Gerdie! Gerdie! Gerdie!
  • GEEEERDI! GERDIE! GERDIE! Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich autogrammkarte_508-k.jpg
  • Und ich bin in die äh Bibliothek gegangen, um mir dort eine DVD über ihn auszuleihen.
  • Da gabs … also da … du meinst aber nicht die letzte Dokumentation. Die hatte ich dann nämlich auch gesehen. Wo er in seinem Atelier ist, in dem neuen großen schönen …
  • NE. Nene.
  • Wo er dann geplant hat, die Ausstellung.
  • Ja. Nene. Ähm spannend war … das ist ja jetzt schon ein paar Jahre her … Äh ich hab geguckt, wer sind seine äh äh Kunstschüler. Weil äh er ist ja auch MEISTER. Und hat … ich weiß nicht, wie man das nennt, glaube ich … Meisterschüler oder sowas …
  • Könnt i och noch werden!
  • Und ich hab sofort ähm im Internet nach den ihren Arbeiten gesucht. Weil ich wollte schauen…
  • Ja.
  • … inwiefern SEINE Technik sich in IHRER Kunst wiederspiegelt.
  • Gabs da was? [2:20:00]
  • Norbert Bisky Norbert Bisky
  • Ähm. Äh nicht wirklich. Aber wo ich es gefunden habe, war äh äh von … ähm… von Norbert Bisky Norbert Bisky. Norbert Bisky Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann norbertbisky-k.jpg
  • Mhm.
  • Er war ja auch äh Meisterschüler von Baselitz . Glaube ich. Und der hat …
  • HA-GE-BE LEIPZIG.
  • Und der hat äh … auch Japaner sind dabei. Und da gibts welche, die eigenartiger Weise ähnliches machen wie äh Norbert Bisky Norbert Bisky.
  • Du kannst jetzt aber nicht sagen, ob das … Sondern es kann ja sein, dass sie gleichzeitig damit angefangen haben. Das passiert in der Kunstgeschichte auch manchmal, dass sie …
  • Sie waren zur selben Zeit …
  • … gleichzeitig …
  • … glaube ich sogar Meisterschüler bei bei Baselitz waren.
  • Okay.
  • Meisterschüler von Baselitz
  • Äh und äh dann hab ich geschaut, ob Baselitz diese spezielle Technik hat. Und habe sie auch nicht wiedergefunden. Und war aber trotzdem beeindruckt, dass scheinbar zwei Musterschüler äh…
  • Meisterschüler.
  • … so … oder Meisterschüler… äh in die ähnliche Richtung gegangen sind. Das hat mich total fasziniert. Ähm und das hab ich bei Gerhard Richter Gerhard Richter auch gesucht. Ähm und ich muss auch sagen, dass ich dann auch äh gesehen äh geguckt habe, was Gerhard Richter Gerhard Richter aktuell macht. Äh zum Beispiel diese kleinen äh farbigen Quadrate, die da aneinandergesetzt sind und sowas … Und ich …
  • Richter-Fenster am Kölner Dom
  • Pixel.
  • … muss sagen … mh?
  • Pixel, die in dem Dom … Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking richterpixel-k.jpg
  • Pixel, ja genau.
  • … auch sind.
  • Und ich muss sagen, dass mir… dass mich das weniger berührt hat. Das äh das das ich dachte: Okay. Mach was du willst. Aber wenn du mir einen Gefallen tun willst, mach weiterhin die Rakeltechnik. Bis an dein Lebensende. Mehr musst du nicht mehr machen. Damit begeisterst du mich. [kurze Pause]
  • Okay. Ganz kurz. Wieder Technik, das Material, die Größe war wieder irgendwie ein … Das finde ich schön! Dass wir sozusagen …
  • Das ist mein Zugang, ja.
  • Materialität im Vordergrund
  • Na das ist doch schön! Wir haben jetzt [unverständlich, 2:22:05] Jetzt frage ich dich … äh dass hat jetzt zwar nichts mehr mit dir zu tun, aber was denkst du darüber. Ähm denkst du, dass der Künstler, der das schafft, wie Richter auch, die MATERIALITÄT im Vordergrund sieht? So wie du das jetzt als Besucher siehst? Oder oder kannst du dir vorstellen, der Katalog ist so dick, weil da noch irgendwie tausend andere äh Gedankengänge drinne stehen. Die du als Besucher aber nie mitbekommst. Außer du ließt dir das extra durch. Und denkst du, dass das wichtig ist, das zu wissen, wenn du einen ganz anderen Zugang zu seiner Kunst gefunden hast?
  • Was war jetzt … was ist jetzt die Frage?
  • DAS KLANG SO SCHÖN! Mit Kommas und so!
  • [lacht]
  • Die FRAGE war: Denkst du, dass der Künstler, wie jetzt Gerhard Richter Gerhard Richter, ähm diese Rakelbilder auch NUR macht … jetzt nicht negativ gesehen … nur macht, weil sie so groß, so schön …
  • Um damit Geld zu verdienen?
  • Nein nein! Weil sie so groß, so schön aussehen. Und mehrere Schichten haben. Und das ist ja spannend so mit dem Material zu arbeiten. Oder kannst du dir vorstellen, wie bei dem Uecker … da kannst du mir gleich noch einmal sagen, was du gehört hast … äh ähm … ob es da noch eine andere Intention Intention gab. Also eine etwas äh etwas etwas AUSZUDRÜCKEN. Weil bei Uecker weiß ich, das war irgendwie nach dem Krieg oder so. Der hatte irgendwas erlebt und … Oder sowas. Und und … Oder bei Beuys Joseph Beuys. Das mit dem Fett und und äh mit dem äh äh und mit dem Filz. Wo er da mal selbst irgendwie Soldat war und es kalt war und er musste sich … Weißt du? Da gibts ja so Geschichten darüber.
  • Ja.
  • Denkst du, das gibt es bei solchen Bildern auch? Interessiert dich das überhaupt? Oder oder reicht dir dein eigener Zugang?
  • Rakeltechnik
  • Also ich … aus den Videos von von Gerhard Richter Gerhard Richter weiß ich, dass er lange gesucht hat. Äh nach einer Technik, äh die … mit der er sich anfreunden kann. Und dass er sich immer noch auf der Suche befindet. Also er experimentiert viel.
  • Ja. Aber aber was sucht der da.
  • Äh.
  • Was.
  • Ähm.
  • Das weiß ich jetzt nicht.
  • Genau. Ähm. Ich weiß, dass er ähm gerade bei den Rakelbildern, dass er sie auch als sehr körperlich empfindet. Er muss da auf eine Leiter steigen.
  • Mhm.
  • Er äh zieht, was sehr profan aus sieht, zieht Farbe über die Leinwand. Äh man muss erst einmal darauf kommen, nicht mehr traditionell den Pinsel zu nehmen, sondern auf einmal ähm eine Schiene zu nehmen, die man bestreicht und ganz glatt über über eine Leinwand zieht. Das ist etwas untypisches. Ja? Also ähm also ich weiß, dass es Spachteltechnik gibt.
  • Mhm.
  • Aber Rakeltechnik ist für mich mehr als einfach nur Spachteltechnik. Ähm.
  • Es gibt aber auch andere Beispiele, wo Künstler anders… nicht mit dem Pinsel, sondern dass dann die Farbe geschmissen haben oder es gibt…
  • Ja. Aber er hat das eben… also ich… also gerade Spachtel. Spachtel sind für mich immer ein bisschen kleiner. Ja?
  • Mhm.
  • Also maximal so dreißig Zentimeter.
  • Aus dem Baumarkt meinst du jetzt. LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi spachtel-k.jpg
  • Ja so Baumarktspachtel sind mir bekannt. Aber er schafft ja … hat ja ein neues Werkzeug geschaffen, was so groß wie seine Leinwand ist. Also teilweise über drei Meter.
  • Das ist doch bloß eine Leiste. Oder nicht?
  • Ja aber das muss man erst einmal schaffen! Diesen Sprung vom Pinsel hin zum Spachtel. Die Spachteltechnik gabs ja schon.
  • Ja.
  • Aber von der Spachteltas… äh Spachteltechnik WEG, hin zu dieser drei Meter langen Schiene, die dann auch mit Öl zu bestreichen. Öl hat ja… Öl ist ja ein ganz fantastisches Werkstoff an dieser Stelle. Weil es sich so leicht verarbeiten lässt. Und und so langsam trocknet. Ja?
  • Mhm.
  • Also nicht jedes Material ist geeignet für diese Technik.
  • Acrylfarbe würde zu schnell trocknen drauf.
  • Ja. Und natürlich auch, man muss gucken, wie schnell die Farben durchtrocknen. Ja? Also damit man dann das selbe Ergebnis produziert. Und da hat er auch glaube ich ganz lange experimentiert. Das heißt er hat eigentlich auch für mich vielleicht ein neues Handwerkszeug in dem Moment Moment gefunden. Und äh hat dann gemerkt: Das passt zu mir. Dann… in dem Video konnte ich beobachten, dass er nicht jeden Tag das selbe macht. Sondern es kommt auf seine Verfassung an. Und äh wenn er da jetzt eine Farbe drübergezogen hat, nimmt er sich die Zeit … er nimmt sich die Ruhe… er sucht den Abstand… und überlegt: Gefällt ihm das. Passt das zu ihm. [2:25:51]
HGB Rundgang 2017 verhüllt Arbeit verhüllt mit 4 Nägeln Holzplatte biegt sich dazwischen umsetzen morgen Kleber und Schraubzwingen (oder einfach Holzwerkstatt ausleihen) mitnehmen, kleben, danach wieder Nägel reinschlagen Herme Werkstatt Plastisches Gestalten Büste weiter mit Ohme und Bachmann bearbeitet Kunstbegriff Anfänge der Kunst aus Anfänge der Kunst (Konferenzbeitrag) von Richard Thurnwald, 1928 (a) Leitsätze (1) Kunst unterliegt Möglichkeiten Materialbewältigung hängt vom Stand der Technik ab (2) Kunst ist an soziale Bedingungen geknüpft Vertiefung und Spezialisierung hat Muße zur Voraussetzung Menschen müssen Kunst wünschen und schätzen Menschen, die nach Ansehen durch Prunk streben, kommen Kunst zugute (3)+(4) Ausgangspunkt [nicht verstanden] (5) u.a. in handwerkliche Erzeugnisse wird auch Gedanke künstlerischer Betätigung getragen künstlerischer Gehalt wird von sozialer Lebenslage und Geistesverfassung getragen (6) bei Kunst muss immer Kultursystem des jeweiligen Volkes berücksichtigt werden (b) Aufmerksamkeit auf primitive Kunst gerichtet expressionistische Kunst hat primitive Kunstmotive aufgenommen Psychoanalyse Sigmund Freud untersucht u.a. Sagen und Mythen moderne Tänze wie Gesellschaftstänze knüpfen u.a. an Negertänze, an ägyptische oder indische Motive an primitive Kunst im soziologischen Bereich untersucht heißt nicht sie ästhetisch zu betrachten untersucht wird soziologische Bedingtheit der Kunst Frage: Was sind überhaupt Anfänge? Anfangen setzt gewisses Fortschreiten voraus Frage, ob Kunst nicht selbst fortschreitet, sondern nur durch etwas anderes Technischer Fortschritt: wie bei Wissen wird Altem Neues hinzugefügt es entstehen Veränderungen, es wächst, vermehrt sich Beispiel primitiver Technik: Pflug anfangs Hacke vor Tier gespannt Abfolge des Fortschritts: Grabstock > Hacke > Pflug Pflug setzt auch Zähmung von Tier voraus Beispiel Flugzeug: Fahrrad > Konstruktion für Automobil > Benzinmotor > Flugzeug Fortschritt = irreversibel, unumkehrbarer Prozeß Kunst ist (vor allem) von Technik abhängig Malereien: Felswände müssen geglättet werden (wie in Höhlen in Nordspanien und Südfrankreich) heute notwendig Farben herstellen zu können bei primitiven Malereien meistens blaue Farbe nicht vertreten andere Frage bei primitiver Kunst: Woher kommt Andersartigkeit jender? Nur auf technische Unzulänglichkeit zurückzuführen? dazu kommt Betrachtung seelische und gesellige Formen des Lebens voneinander abhängig: gesellige Formen und Geistesleben auch erheblich von Technik abhängig Autor versucht Anlässe und Reize, die zu Formgebung und zu Kunststil führen, anzudeuten Gegenstand selbst betrachtet: das Materielle Gegenstände mit bestimmten Zwecken: mit funktioneller Überbetätigung sozialer Prozess immer im Hintergrund führende Einzelpersonen (wie bei Naturvölkern) schlägt neues Verfahren ein, findet Anklang, wird nachgemacht heutiges Beispiel: irgendein hervorragender Maler tritt mit etwas Neuem auf, wird bewundert, findet Anklang, wird nachgeahmt daraus ensteht Kunststil Entstehung sind soziale Prozesse, diesen gehen psychische Anlässe voraus Beispiel bei primitiver Kunst: Behandlung Leichen, Zauberei, totemische Vorstellungen über Abstammung vom Tier, über Verhältnisse zum Tier, … Mitteilungscharakter der Kunst ist nicht zu unterschätzen Mitteilungen können sich auf Hervorrufen von Gefühlen und Stimmungen beziehen oder über Umwege mit Beschreibung von Szenen erwecken Wirkungen von Mensch zu Mensch, von Gruppe zu Gruppe Zweiteilung: magische und mitteilende Kunstrichtung nur bei primitiver Kunst gehen sie vielfach ineinander über (weiter S. 254)
Diplom Theorie in Einleitung Daniels Dieter Daniels mit reinbringen (E-Mail vom 15.11.2016) Kunstbegriff Ich würde nur vor der Frage der Definition von Kunst warnen - das ist ein komplexes und widersprüchliches Gebiet, für ein HGB Diplom nicht geeignet! Am Anfang der Recherche ploppt im E-Mail-Postfach eine Warnung auf. Der Professor schreibt. … Seine E-Mail endet immerhin mit bin gespannt!. Vor dem Kunststudium an der Hochschule war klar: Natürlich, ich bin Künstler! Ein verkanntes Genie! Ein Unentdeckter! Die Sorte von Künstler, die im Kämmerlein tüftelt, nie gesehen wird, sterben muss, bevor sie entdeckt wird. Im Studium fiel ich tief. Verdammt tief. Ich war nicht nur kein verkanntes Genie, ich war einer von vielen. Eine riesige Masse an Studenten mit unendlich vielen Ansichten. Erst mit Ende des Grundstudiums begann ich mich zu fangen. Jetzt war ich halt nur noch eins: ein Kunststudent mit vielen Fragen. Doch schauen wir nun, was … Oma ist aufgeregt. Immerhin geht es hier um ihr Kunstverständnis. Kenner oder Kunstbanause! Ich beruhige und schiebe den Kecksteller in ihre Richtung. Ich mache mich auf den Weg zu Alexander. Vor Jahren als Steuerberater unterwegs, heute irgendwas mit Krankenkasse. Sein Motto: Mach doch mal sowas wie der [Gerhard] Richter! Mir schien es bei bisherigen Gesprächen so, als wäre für ihn Kunst nur das, was Geld bringt. Schließlich muss die Wohnungsmiete bezahlt werden. Kunst ist sowas wie Handwerk Handwerk. Mit einem kreativen i-Pünktchen. Mehr nicht. Ich drücke auf die Klingel. Es summt, ich drücke. An der Wohnungstür erwartet mich Alexander. weitere Zitate "Der Künstler lebt vom Einfall, die Ratte vom Abfall und der Schlüsseldienst vom Zufall." Erhard Horst Bellermann (*1937), deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker [Z2][Bellermann, Dümmer for One, BoD 2003] "Kunst ist oftmals nur kodierte und zur Schau gestellte Frustration" Gerald Dunkl (*1959), österreichischer Psychologe und Aphoristiker [Z2] "Staphi über Newcomer: 'Sein künstlerisches Schaffen sprudelt nur so aus den finanziellen Quellen seines Vaters…'" Elmar Kupke (*1942), deutscher Aphoristiker und Stadtphilosoph [Z2][Kupke, Der Stadtphilosoph 1, 1985] "L'art pour l'art ist längst abgelöst durch la science pour la science." Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer (*1940), Professor für Interkulturelle Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz [Z2][Kohlmayer, Die Schnake, Ausgaben 15+16] "Modern Art ist, so zu handeln, daß man hoch gehandelt wird." Klaus Klages (*1938), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger [Z2] "In jedem Menschen steckt ein Künstler – aber wehe, wenn er rauskommt." Klaus Klages (*1938), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger [Z2] "Irgendwann im Leben hat jeder Mensch die Vorstellung Künstler zu sein. Ein Glück, daß die meisten ihre »Werke« gut versteckt halten." K. Michael Mühlfeld, Bonn [Z2] "An meinen Bildern müßt ihr nicht schnüffeln, die Farben sind giftig." Rembrandt [Z2] "Sobald Kunst bloß gefällt wird es Zeit, daß sie fällt." Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker [Z2] "Die meisten Gemälde verdienen es nicht, aufgehängt zu werden, wohl aber ihre Maler." Unbekannt [Z2] "Gemalte Blumen duften nicht." Deutsches Sprichwort [Z2] "Was wäre denn der Künstler, wenn ihn gleich jeder Narr verstünde?" Adalbert Stifter (1805 - 1868), österreichischer Erzähler, Romanschriftsteller, Novellist und Maler [Z2] "Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht und einer, der sie braucht." Ernst Barlach (1870 - 1938), deutscher expressionistischer Maler, Graphiker, Dichter und Dramatiker [Z2] "Es gibt keine 'Gegenstände' und keine 'Farbe' in der Kunst, sondern nur 'Ausdruck'." Franz Marc "Politische Kunst vergewaltigt den Betrachter." Alfred Selacher (*1945), Schweizer Lebenskünstler [Z2] "Dem Kunstbanausen bleibt doch immer noch der Teufel an der Wand." Peter E. Schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist [Z2] "Schöne Rahmen haben manch unbedeutendes Bild gerettet." Pavel Kosorin (*1964), tschechischer Schriftsteller und Aphoristiker [Z2] "Der wahre Künstler stellt sich die Frage gar nicht, ob sein Werk verstanden werden wird oder nicht." Adalbert Stifter (1805 - 1868), österreichischer Erzähler, Romanschriftsteller, Novellist und Maler [Z2][Stifter, Der Nachsommer. Eine Erzählung, 1857] "Kunst ist Plagiat oder revolutionär." Paul Gauguin Paul Gauguin [Z2] "Ich wollte die Natur kopieren, aber ich konnte es nicht. Ich war jedoch mit mir zufrieden, als ich entdeckte, daß man die Sonne nicht wiedergeben kann, sondern daß man sie mit etwas anderem darstellen muß … mit der Farbe." Claude Monet Claude Monet [Z2] "Hätte Gott Jesus keine Frauenbrüste gemacht, wäre ich vielleicht nie Maler geworden." Auguste Renoir [Z2] "Schlechte Maler beklagen den Mangel an guten Modellen." Pavel Kosorin (*1964), tschechischer Schriftsteller und Aphoristiker [Z2] "Abstrakte Kunst wird immer beliebter, weil sie der inneren Wirklichkeit des Betrachters nahe kommt." Erhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler [Z2] "Gehn wir in die Galerie, Bilderrätsel lösen!" Manfred Hinrich (1926 - 2015), Dr. phil., deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller [Z2] "Es muß an der Unsterblichkeit der Künstler liegen, weshalb man sie zu Lebzeiten so schlecht bezahlt." Martin Gerhard Reisenberg (*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor [Z2] "Die wahre Erkenntnis mancher moderner Kunst ist diese, daß man nicht erkennen kann, welche Erkenntnisse der Künstler kannte." Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. [Z2] "Ich bin immer noch der Meinung, daß Kunst von Können herkommt; käme es von Wollen, hieße sie Wulst." Max Liebermann [Z2] "Kunst ist ziemlich nutzlos. Ein exaktes Spiegelbild des Lebens." Wolfgang Mocker (1954 - 2009), deutscher Journalist und Autor [Z2] "Nicht die Dadaisten Dadaismus, Nonkonformisten etc. gefährden die Kunst, die größte Auszehrung bereiten ihr die Realisten." Martin Gerhard Reisenberg (*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor [Z2] "Kunst ist der jämmerliche Versuch, die Schönheit der Natur nachzuahmen." Benjamin Stramke (*1984) [Z2] "Der Sinn der Kunst ist nicht, Übereinstimmung hervorzurufen, sondern zu erschüttern." Walter Hasenclever (1890 - 1940 Freitod), deutscher expressionistischer Lyriker und Dramatiker [Z2] "Kunst fängt nie bei Null an." Uli Löchner deutscher Aphoristiker [Z2] "Künstler ist einer, der aus einer Lösung ein Rätsel machen kann." Karl Kraus (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker [Z2][Kraus, Nachts, 1924] "Schlechte Kunst ist immer autobiographisch." Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker [Z2] "Kunst ist ein Kräutlein, nicht für alle Leutlein." Deutsches Sprichwort [Z2]
Kunstkritik Kunstbegriff Der Künstler und seine Zeit Kunst kann verlogener Luxus sein deshalb möchten einige Künstler zur Wahrheit zurückfinden L’art pour l’art L’art pour l’art übersteigt in Themen und Stil das Verständnis der Massen kann nichts von ihrer (der Massen) Wahrheit ausdrücken Menschen wollten, dass Künstler von der Masse für die Masse spricht Ideal einer unmittelbaren, allumfassenden Verständigung schwebt vielen Künstlern vor Kunst kann kein Monolog sein selbst unbekannte, einsame Künstler appellieren an Nachwelt um von und zu allen sprechen zu können, muss das Gemeinsame genommen werden was alle verbindet: Meer, Regen, Bedürfnis, Verlangen, Kampf gegen den Tod Künstler sollte Realist sein der einzig realistische Künstler wäre (würde er existieren) Gott Jesus alle anderen Künstler sind dem Wirklichen untreu Infolgedessen befinden sich die Künstler, die die bürgerliche Gesellschaft und ihre formale Kunst ablehnen, die von der Wirklichkeit und einzig und alleine von ihr sprechen wollen, in einer schmerzlichen Ausweglosigkeit. Sie müssen Realisten sein und können es nicht. Sie wollen ihre Kunst der Wirklichkeit unterordnen, aber man kann die Wirklichkeit nicht beschreiben, ohne eine Wahl zu treffen, die sie ihrerseits der Originalität einer Kunst unterordnet. Wirklichkeit kann nicht ohne Auswahl wiedergegeben werden über sozialistische Kunst: Ästhetik, die realistisch sein wollte, wird zu einem neuen Idealismus ebenso unfruchtbar für wahre Künstler wie bürgerlicher Idealismus Kunst hat da keine Bedeutung mehr, sie dient Lüge des L’art pour l’art L’art pour l’art: kennt das Böse nicht, übernimmt dafür Verantwortung realistische Lüge: erkennt zwar gegenwärtiges Unglück der Menschen an verherrlicht aber ein kommendes Glück, das niemand kennt beide Lügen: völlige Ablehnung der Aktualität sind fern von der Wirklichkeit, Kunst wird abgeschafft Was ist denn Kunst? Jedenfalls nichts Einfaches. einerseits verlangt der Mensch, dass Genie in einsamem Glanz erstrahlt andererseits soll sich Genie nicht von Allgemeinheit unterscheiden Balzac: Das Genie gleicht allen, und keiner gleicht ihm. Wie kann Kunst auf das Wirkliche verzichten und gleichzeitig ihm unterwerfen? Kunst als Auflehnung gegen Flüchtige und Unvollendete der Welt gesehen Künstler will Wirklichkeit veränderte Gestalt geben muss dabei Wirklichkeit beibehalten, da sie Quelle darstellt Kunst <> Ablehnung noch Zustimmung Kunst ist ein stets neues Hin- und Hergerissenwerden Zwickmühle: unfähig, Wirklichkeit zu leugnen, aber dazu getrieben, in unvollendeten Aspekt anzugreifen Und wenn die Formen nichts sind ohne das Licht der Welt so tragen sie doch ihrerseits zu diesem Licht bei. Frage nach genauer Dosis an Wirklichem in der Kunst Problem löst jeder Künstler für sich selber Künstler darf sich von seiner Zeit nicht abwenden, gleichzeitig aber nicht in ihr verlieren Prophet darf absolut urteilen Kunst hingegen verfolgt nicht Ziel Gesetze zu erlassen oder zu herrschen Kunst will verstehen Kunst ist nicht Richter, sondern Rechtfertiger Geheimnis des Lebens ist eins mit dem Geheimnis der Kunst. Kunst: ständige Spannung zwischen Schönheit und Schmerz freie Künstler: schafft sich seine Ordnung selbst Kunst kann nicht gelenkt werden an fremdem Zwang Zwang stirbt die Kunst Solange sie sich der Bequemlichkeit der Kurzweil oder des Konformismus hingeben, den Spielereien des L’art pour l’art L’art pour l’art oder den Predigten der realistischen Kunst, so lange bleiben ihre Künstler Nihilisten und unfruchtbar. Zeit (Ende 1950er geschrieben) der verantwortungslosen Künstler sei vorbei Freiheit der Kunst nicht viel wert, wenn sie keinen anderen Sinn hat, als Behaglichkeit des Künstlers zu sichern (kurzer Abschnitt über Nietzsche Friedrich Nietzsche und Lou Salomé)
Tonio Kröger Kunstbegriff im Gespräch mit Lisaweta über Verhältnis von Kunst und Leben Tonio: […] eine Art von Mitleid faßt mich an gegenüber der begeisterten Naivität, die aus den Zeilen [der Lob- und Dankschreiben] spricht, und ich erröte bei dem Gedanken, wie sehr dieser redliche Mensch ernüchtert sein müßte, wenn er je einen Blick hinter die Kulissen täte […] Künstler als Gegenteil von rechtschaffener, gesunder und anständiger Mensch über den wahren Künstler: … Einen Künstler, einen wirklichen, nicht einen, dessen bürgerlicher Beruf die Kunst ist, sondern einen vorbestimmten und verdammten […] wahrer Künstler mit Gefühl der Separation, Unzugehörigkeit Aber was ist der Künstler? Vor keiner Frage hat die Bequemlichkeit und Erkenntnisträgheit der Menschheit sich zäher erwiesen als vor dieser. Antwort braver Leute, die unter Wirkung von Künstlern stehen: Gabe Künstler leicht verletzlich bei Menschen mit gutem Gewissen und solidem Selbstgefühl nicht zutreffend Beispiel: ein nicht krimineller, unbescholtener und solider Bankier, welcher Novellen dichtet, kommt nicht vor zum Dilettanten: hat warmes Herz, ehrlichen Enthusiasmus Kälte und Einsamkeit bringt wahres Künstlertum mit sich Wir Künstler verachten niemand gründlicher als den Dilettanten, der Lebendigen, der glaubt, obendrein bei Gelegenheit einmal ein Künstler sein zu können. Horatio im Gespräch mit Hamlet, aus Hamlet, William Shakespare: Die Dinge so betrachten, hieße, sie zu genau betrachten. Lisaweta: Übrigens wissen Sie sehr wohl, daß Sie die Dinge ansehen, wie sie nicht notwendig angesehen zu werden brauchen… Der ist noch lange kein Künstler, meine Liebe, dessen letzte und tiefste Schwärmerei das Raffinierte, Exzentrische und Satanische ist, der die Sehnsucht nicht kennt nach dem Harmlosen, Einfachen und Lebendigen, nach ein wenig Freundschaft, Hingebung, Vertraulichkeit und menschlichem Glück […] Tonio innerlich zerrissen Lisawetas Antwort auf Tonios Monolog: Sie sind ein Bürger auf Irrwegen, Tonio Kröger, - ein verirrter Bürger. (?)
Friedrich Fröhlich, Dr.
Friedrich Fröhlich, Dr.
(Paris, kein Titel gefunden), Fotografie, Eugène Atget
(Paris, kein Titel gefunden), Fotografie, Eugène Atget
Friedrich Fröhlich, Dr. dr-friedrich-froehlich.jpg Tonio Kröger Kunstbegriff Tonio Kröger, Thomas Mann [Tonio Kröger] arbeitet nicht wie jemand, der arbeitet, um zu leben, sondern wie einer, der nichts will als arbeiten, weil er […] nur als Schaffender in Betracht zu kommen wünscht und […] unauffällig umhergeht, wie ein abgeschminkter Schauspieler, der nichts ist, solange er nichts darzustellen hat. […] [sind die von ihm Verachteten] unwissend darüber, daß gute Werke nur unter dem Druck eines schlimmen Lebens entstehen, daß, wer lebt, nicht arbeitet, und daß man gestorben sein muß, um ganz ein Schaffender zu sein. Kunst und – ja, was ist das andere? Sagen Sie nicht, Natur, Lisaweta, Natur ist nicht erschöpfend. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit Kunstlehre Fotografie als Extrembeispiel für Verdrängung von Kultwert durch Ausstellungswert letzter Kultwert in Fotografie: Menschenantlitz Porträt steht im Mittelpunkt früher Fotografie letzter Zuflucht des Kultwerts: Kult der Erinnerung an ferne oder verstorbene Personen wenn Mensch aus Fotografie verschwindet: Ausstellungswert überwiegt (Paris, kein Titel gefunden), Fotografie, Eugène Atget atget-k.jpg Eugène Atget (1857–1927, französischer Fotograf) hielt Pariser Straßen um 1900 in menschenleeren Aspekten fest werden zu Beweisstücken im historischen Prozess Streit zwischen Malerei und Fotografie im 19. Jhd. um Kunstwert ihrer Produkte Kunst wurde von kultischen Fundament gelöst Schein ihrer Autonomie erlosch Vergleich Film mit Hieroglyphen, Abel Gance: […] wieder auf die Ausdrucksebene der Ägypter angelangt … Die Bildsprache ist noch nicht zur Reife gediehen, weil unsere Augen ihr noch nicht gewachsen sind. Theoretiker wollten kultische Elemente im Film sehen (damit es Kunst wird) durfte nicht verloren gehen (u.a. auch Alexandre Arnoux Sollten nicht all die gewagten Beschreibungen, deren wir uns hiermit bedient haben, auf die Definition des Gebets hinauslaufen?) auch heute wird noch von reaktionären Autoren (halten an nicht mehr zeitgemäße Verhältnisse fest) versucht Sakrales oder Übernatürliches im Film zu sehen über Stummfilm, Luigi Pirandello (1867-1936, italienischer Schriftsteller): Der Filmdarsteller fühlt sich wie im Exil. Exiliert nicht nur von der Bühne, sondern von seiner eigenen Person. Mit einem dunklen Unbehagen spürt er die unerklärliche Leere, die dadurch entsteht, daß sein Körper zur Ausfallserscheinung wird, daß er sich verflüchtigt und seiner Realität […] beraubt wird, um sich in ein stummes Bild zu verwandeln, das einen Augenblick auf der Leinwand zittert und sodann in der Stille verschwindet […] mit Film kommt Mensch in Lage, seine gesamte Person zu zeigen, unter Verzicht auf deren Aura (an Hier und Jetzt gebunden) Aura kennt kein Abbild Schauspieler versetzt sich in eine Rolle Filmdarsteller ist das oft versagt, da Leistung nicht einheitlich ist, besteht aus vielen einzelnen Leistungen Befremden des Darstellers vor Apparatur = Befremden des Menschen vor Erscheinung im Spiegel Spiegelbild wird ablösbar, transportabel wird vor Publikum transportiert fehlende Aura bei Filmdarstellern wird durch künstlichen Aufbau der personality ersetzt Starkultus konserviert Zauber der Persönlichkeit besteht nur noch aus fauligen Zauber ihres Warencharakters
Standpunkt handschriftlich niedergeschrieben (2 Sätze fehlen ungewollt), 10 A4-Blätter, 31
Standpunkt handschriftlich niedergeschrieben (2 Sätze fehlen ungewollt), 10 A4-Blätter, 31
Kunst 3 1
Standpunkt Standpunkt handschriftlich niedergeschrieben (2 Sätze fehlen ungewollt), 10 A4-Blätter, 31 standpunkt-k.jpg Muss mich nun ein paar Tage von der Kunst erholen. Neben der eigenen Arbeit, die nicht vorankommt, bin ich wieder von der Fülle an Künstlern und Ausgedrücktem überfordert. Die von mir gelesenen Kunstbücher betrachten ja vor allem die westliche Kunst. Wie groß ist aber die Welt! Wie viele Künstler gibt es noch, die in anderen Ländern dieser Erde Erwähnung finden! Und wie viele, die Schaffen und nicht beachtet werden! Wieviele haben eine Mission, ein Verlangen etwas auszudrücken… Kann man Kunst ohne Mission schaffen? Bleibe ich beim Hinterfragen von Kunst? Ist das mein Antrieb fürs Schaffen? Mein Zweifel Zweifel an Bedeutung in der Kunst und am Leben an sich ständig neu ausgedrückt in Selbstporträts, in denen ich mich meiner Existenz bestätigt sehen möchte? Diplom Arbeit umsetzen alle Standpunkte handschriftlich auf Papier bringen und an Wand kleben A4-Blätter aneinander kleben je nach Größe des Textes erweitern oder Standpunkte in Normalgröße schreiben, einscannen und unterschiedlich vergrößern dadurch auch je nach Format richtig fette Schrift wirkt distanzierter und gleichzeitig gefestigter als Originalpapier evtl. mit ja/nein-Karte, siehe 14.1.2015 davor Friedrich-Herme, bis zur Decke Zweifel Zweifel Den Zweifel Zweifel am eigenen künstlerischen Schaffen, an der Kunst allgemein und am Leben an sich zum Ausdruck zu bringen, stärkt mich. Vielleicht ist tatsächlich der Zweifel Zweifel mein Thema. Kunstbegriff Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert, Uwe M. Schneede Tendenzen der Kunst Ende 20. Jhd. nach Primitivismus früher Avantgarde, Utopien der 1920er, Erkundungen in den 1960er Tendenz erkennbar oder kolossale Unübersichtlichkeit? (1) modusübergreifend 1990er: viele Künstler arbeiten uneingeschränkt und intensiv auf allen Sektoren bis 1950er Gattungen noch medial und nach Fertigkeiten klar getrennt Gattungen und mit ihnen die Kategorien hatten sich verzahnt Malerei blieb immer noch präsent 1990er keine Grenzen mehr, auch nicht zu Musik, Poesie, Jugendkultur, Architektur, Design, Mode modusübergreifend gilt auch für Kulturen Impulse aus ursprünglichen Kulturen in westliche Kunst hineingebracht aber keine Globalisierung im Sinne internationaler und kulturübergreifender Einheitlichkeit (2) Benutzbarkeit Künstler entwarfen Wohnwagen, Museumsshops, Museumssäle, richteten Ausstellungen ein nicht als Nebentätigkeit gesehen, sondern als Kunst Partizipation am Bsp. von Gonzalez-Torres Felix Gonzalez-Torres (Partizipation am Schmerz) manifestiert: Künstler und Betrachter gehören ein- und derselben Welt an weit entrückt dagegen Bohème, Extravaganz, Vereinzelung und Außenseitertum der frühen Avantgarden Avantgarde und ihrer Nachahmer (gerade die gefallen mir aber!) (3) Durchdringung des Alltags Prozeß von (1) Darstellung von Aspekten äußerer und innerer Wirklichkeiten, über (2) Ding und Material in den 1960er, zur (3) künstlerischen Durchdringung des Alltags in den 1990er ästhetische Distanz auf ein Minimum geschrumpft (bei allen Tendenzen: immer aber mit vielen Künstler-Ausnahmen) (4) Entfremdeter Körper Body Art entdeckte Körper selbst als Aktionsfeld und Material Weg über (1) Picasso Pablo Picasso mit Zerstörbarkeit des Körpers, (2) Bacon mit menschlicher Körper als Fleisch wie anderes Fleisch in 1990er wurden Haar und Haut, Blut und Körper unmittelbar Werkmaterialien Marc Quinn Marc Quinn als Bsp. Bedürfnis nach Ermittlung der Rolle des Körpers am Ende distanziert betrachtet, durchgehend fremd gewordene Körper Schlussworte: 20. Jhd. begann mit radikalen Vorstößen der Avantgarden Avantgarde als Eliten der Kunst endete mit grenzenloser Ausdehnung des Künstlerischen (bisher allgemeinste Definition von Kunst): "ästhetischer Deuter der Welt mit je subjektiver Moral"
adio, 2016, Reflexion Farbe auf Wand, Goache auf Wellpappe, 700x160cm, Evgenij Gottfried
adio, 2016, Reflexion Farbe auf Wand, Goache auf Wellpappe, 700x160cm, Evgenij Gottfried
Klasse +1 +0
Werkstatt Holzwerkstatt notiert im Wintersemester bei Alberti Wolfgang Alberti weiteren Flügeltürrahmen herstellen ersten Flügeltürrahmen hinten mit Holzplatte verstärken Arbeit muss eigentlich nicht mit Glas geschützt werden zwingt sogar zum Schließen leichte Erhebung bei Blättern einplanen (damit Blätter auch in den Flügeltüren bewusst gesetzt wirken) Paravent bauen (für Kinderzeichnung) Narziß und Goldmund Kunstbegriff Denn wenn die Schönheit jener unnennbaren Dinge [wie Goldgeleucht unterm Wasser] ohne jede Form war und ganz nur aus Geheimnis bestand, so war es ja bei Werken der Kunst gerade umgekehrt, sie waren ganz und gar Form, sie sprachen vollkommen klar. Nichts war unerbittlich klarer und bestimmter als die Linie eines gezeichneten oder in Holz geschnittenen Kopfes oder Mundes. Es wurde ihm nicht klar, wie es möglich sei, daß das denkbar Bestimmteste und Geformteste ganz ähnlich auf die Seele wirke wie das Ungreifbarste und Gestaltloseste […] weil sie das Verlangen nach Höchstem erweckten und es doch nicht erfüllten, weil ihnen die Hauptsache fehlte: das Geheimnis. (Narziß und Goldmund, Hermann Hesse) Schatten (wegen Gespräch gestern mit Evgenij über seine Installationen ) adio, 2016, Reflexion Farbe auf Wand, Goache auf Wellpappe, 700x160cm, Evgenij Gottfried adio-k.jpg Schatten in Theorie schwarz, da von Lichtquelle abgestrahlte Photonen nicht um Objekt herum gehen Farbe der Lichtquelle unerheblich für Farbe des Schattens Reflexionsmaterial (wie andere Objekte) reflekiert jedoch Farbe ihres Körpers deshalb Schattenbereich je nach umgebenden Objekten gefärbt
Laut Postmoderne-Definition bin ich hiermit aus den 1960er Jahren (u.a. Licht in Beton, Autogrammkarten, Visitenkarte) in die Moderne gerutscht (Geraden-Konstellationen mit Idee der Aufschlüsselung). Wenn ich so weiter mache, bin ich bald schon Realist (19. Jhd.), danach beantrage ich die griechische Staatsbürgerschaft (Antike). notiert Willi Sitte Willi Sitte Galerie, Merseburg aufsuchen (u.a. Arbeit "Chemiearbeiter am Schaltpult") Kunstbegriff Postmoderne anzusehen als Gegenbewegung zur Moderne Moderne: als steril und totalitär empfunden Begriff Postmoderne bereits Anfang 20. Jhd. gebraucht Jean-François Lyotard (1924-1998, frnz. Philosoph und Literaturtheoretiker) mit "La Condition postmoderne" ("Das postmoderne Wissen"), 1979 Lyotard widmete sich u.a. nicht-rationalen, triebhaften Strukturen des menschlichen Wissens und Verhaltens mit Einführung der Postmoderne wird Moderne erstmals als abgeschlossene historische Epoche definiert geistige Grundlagen der Moderne: Glaube an stetiges Fortschreiten Erfassbarkeit der Welt und Annäherung an vollkommene Erkenntnis Wunsch der Moderne: ständig Neues schaffen Postmoderne: lehnt Fortschrittglauben / Innovationsstreben der Moderne ab ebenfalls Existenz einer objektiven Realtität alle Erkenntnis, Wahrnehmung, Bewusstsein, Dasein = relativ Schlüsselbegriff / kleinster gemeinsamer Nenner: Pluralität Neues schaffen: gilt in Postmoderne als automatisiert, etabliert und überholt Grundsatz nichts Neues schaffen = Anwendung von Zitaten mögl. = ist wesentliches Stilmerkmal postmoderner Kunst Offenheit eröffnet unbegrenzte Möglichkeiten häufig angewandte Technik: Collage (u.a. raumgreifende Installationen, filmische Techniken, musikalische Kompositionsverfahren) Graben zw. elitärem Kunstverständnis und Massenkultur überwinden = wesentl. Aspekt postmoderner Ästhetik viele Werke sollen als Versuchsanordnung verstanden werden, als Triologien oder Serien ausgegeben Werke können alleine, zusammen oder in beliebiger Kombination wahrgenommen werden Einfluss Dekonstruktivismus: es gibt keine Einheit von Wort und Sinn Dekonstruktivismus in der Kunst: Zeichen und Codes müssen keine Einheit bilden Begriff Postmoderne wird in Bildender Kunst meistens abgelehnt narrative und mythologische Strukturen werden u.a. mit einbezogen (von Moderne noch abgelehnt) insgesamt: Forderung nach Pluralismus, Subjektivität, Abkehr von Abstraktion, Einbeziehung der Massenmedien, Verwischung von Gattungsgrenzen und Akzeptanz des Zitats als künstlerisches Mittel Einzelgespräch Ohme LED mit Datenstrom: WS2811, "NeoPixel" u.a. Lauflicht mgl., bunte Konstellationen etc. Lüsterklemmen statt Löten verwenden (4x nebeneinander) zwischen Controller und 1. LED-Streifen Verbindungskabel gelötet Bachmann: "Und du heißt wirklich Friedrich Fröhlich?" Geradenbild Konstellation h-h-f-s im Klassenraum installiert Kabel zwischen LED-Streifen noch nicht gekürzt bis zum nächsten Klassentreffen so belassen und eventuell neuere Leistenideen umsetzen (leicht abgehende Leistenenden, Licht radikal "schneiden", Lüsterklemmen)
Tagträumer, 2 Plotterzeichnungen, Tusche auf Papier, Blattgröße jw. 29.7×42.0 cm, 30
Tagträumer, 2 Plotterzeichnungen, Tusche auf Papier, Blattgröße jw. 29.7×42.0 cm, 30
Bewerbung zum Studienpreis Studienpreis 2015 fertig mit Arbeit Tagträumer (Bespielter Möglichkeitenraum) Tagträumer, 2 Plotterzeichnungen, Tusche auf Papier, Blattgröße jw. 29.7×42.0 cm, 30 tagtraeumer-k.jpg Geradenbild weitere Ergebnisse von Konstellationen auf Platten mit Holzleisten stabilisiert umsetzen überlegen, wie ich jetzt m. Konstellationen weiter verfahre 256 Konstellationen (Quadrat) plotten weitere aus 3 o. 4 gleichlangen Geraden bestehende geschlossene Formen berechnen Knete in kurzen u. längeren Bahnen auf Holz plazieren u. übersprayen ("Schattenwurf" beobachten, scharfe u. verwischende Ränder) Geraden aus Holz heraussägen, Platte leicht von Wand abheben lassen, Wirkung beobachten (realer Raum wird in Geradenform in Arbeit plaziert, Geraden = Materie, umgebende Platte = Nichts bzw. Kunstraum) Kunstbegriff kunst:dialoge: "Was ist Kunst?" Schönheit: kein Kriterium f. gute Kunst, liegt eh im Auge d. Betrachters Preis: Wert entscheidet nicht über gute Kunst "Kunst muss nicht immer teuer sein. Kann allerdings ein Indikator dafür sein." eigensinnig u. ausgefallen: Kunst muss keine Eigenarten haben besondere Werke (inhaltlich, formal u. technisch) fallen jedoch durch ihre Eigenheiten auf Kunst sollte auffallen (dazu eignen sich Eigenarten o. der Erste zu sein)
Standpunkt Anscheinend verzweifel nicht nur ich an zeitg. Kunst. Diese Meinung hindert mich jedoch immer wieder daran, etwas entstehen zu lassen. Ich hinterfrage die Arbeit im Vorfeld auf seine Bedeutung hin u. komme meist zu dem Ergebnis, dass sie nichts zu sagen hat. Zu diesem Ergebnis komme ich allerdings auch bei Arbeiten anderer Kunststudenten u. Künstler (es wirkt oft beliebig herausgegriffen o. aufmerksamkeitsheischend). Vielleicht weil es nichts (mehr) zu sagen gibt? Hier fallen mir die vor einiger Zeit von mir verhüllten Arbeiten wieder ein. Sehr konzeptionell, sehr selbstkritisch. Ich müsste es schaffen, dieser 'verwissenschaftl.' Kunst zu entkommen u. etwas schaffen, was (a) für den Betrachter beim ersten Blick nachvollziehbar erscheint (weil er etwas sieht, was er einordnen kann), (b) dennoch genug 'Geheimnis' inne hat (was aber verschwommen bleibt u. nicht durch Kritiker kaputt interpretiert werden kann) u. (c) für den weiteren Verlauf d. Kunstgeschichte wirklich wichtig ist (vlt. etwas zu hochgegriffen? Aber waren das nicht viele Manifeste?). Die Geradenbilder scheinen mir dafür ein guter Anfang zu sein. Kunstbegriff [t=](1) Moderne Ende Mittelalter Emanzipation Künstler zum autonomen Subjekt Ende barocker Feudalismus (davor Epoche d. Renaissance, danach Klassizismus) Emanzipation Kunstwerk selbst im Zeitalter v. Maschinen, Arbeitsteilung u. Automatisierung verändert sich Status v. handwerklicher Tätigkeit Kunst existiert nicht mehr in Funktionszusammenhängen, sondern aus sich heraus (L'art pour l'art) nicht von Funktion befreite Kunst: Angewandte Kunst (Kunstgewerbe) in Stilkunde: Epochenbezeichnung normalerweise nachträgl. eingefügt Künstler erschafft Bezeichnung selber (eher kurzzeitige Stil-Begriffe als Epochenkonzepte) bis Aufklärung war Klerus, Adel, reiches Bürgertum d. Adressat d. Kunst durch frei zugängl. Kunstmarkt erweiterte sich Publikum zur Förderung d. Kunstmarktes fanden öffentliche Ausstellungen (Salons) u. öffentliche Debatten über Kunst statt künstl. Auseinandersetzung konzentrierte sich immer stärker auf Untersuchung d. eigenen Entstehungsbedingungen Metakunst: reflektiert über Bedingungen v. Kunst u. künstlerischem Schaffen (u.a. Appropriation Art) verlohr Interesse breiter Schichten Gegenmoderne als Protest gegen Prinzipien ? moderner bzw. zeitgenössisch Kunst: bewusst neoklassizistische, historistische, anachronistisch ? ausgerichtete Kunst extreme Form d. Protests: "Entartete Kunst" (u.a. Berufsverbote, höhnische Präsentationen, physische Vernichtung) (2) Postmoderne stellt. u.a. Ideen von Freiheit u. Originalität wieder ? in Frage bewusst Zitate anderer Künstler eingesetzt verbindet historische u. zeitgenössische Stile, Materialien, Methoden u. unterschdl. Kunstgattungen Kunstbetrieb u. Ausstellungsorte werden aus Metaebene heraus hinterfragt Grenzen zw. Design, Popkultur, Subkultur u. Hochkultur verschwimmen zeitg. Kunst ignoriert (scheinbar) alle akadem. Regeln, Einteilungen, Kunststile, kulturelle Grenzen (siehe Globalisierte Kunst, 31.5.) nimmt sich die Freiheit je nach Bedarf Regeln, Einteilungen, Kunststile etc. zu reflektieren, zu bearbeiten u. zu nutzen zeitg. Kunst = global u. interkulturell funktionierendes System vereint verschd. Kulturen Kunstgeschichte wird zum theoretischen Fundament v. Kunst (antike Philosophie soll aktuell noch historische Basis f. abendländische Kunst sein) Wird Kunst damit im Extremfall beliebig? Gibt es irgendwann keine Unterscheidung mehr zw. zeitgenössischer Kunst u. allem Anderen? Vergleich Wissenschaft u. Kunst: umfassendes Verständnis / Bedeutungen von Werken nur durch eingehende Beschäftigung mgl. Wenn aus vormals verständl. Kunst "verwissenschaftl." Kunst wird: wieso darf diese noch im öffentlichen Raum ausgestellt werden, obwohl anscheinend viele Betrachter nichts mehr verstehen (können)? Wo ist die Gegenbewegung, die (a) verständlich u. (b) dennoch zukunftsweisend ist? Arbeiten je nach Betrachter u. je nach Interesse d. Kritiker anders interpretiert "Diese Kunst ohne Richtung, ohne Vorstellung von Morgen, ohne Perspektive und Zukunft und Wut und Utopie […]"
Studienreise Athen 2015 Kunstbegriff Standpunkt In Griechenland fragten wir uns, als wir die Arbeiten zeitgenössischer Künstler in der Kommunalen Galerie Athen betrachteten, ob es überhaupt einen Unterschied zw. griechischer Kunst und Kunst anderer europäischer Länder gibt. Die Arbeiten hätten - so unser erster Eindruck - genauso gut in Leipzig entstehen können. Ist das nun gut? Oder schlecht? Wird Kunst - örtlich betrachtet - beliebig? Gibt es keine Techniken, die in einigen Regionen vermehrt genutzt werden? Themen, die nur hier funktionieren? Symbole, die hier Bedeutung bekommen und woanders deplaziert wirken würden? Wenn sich ein griechischer Künstler - vorausgesetzt, er hat keinen persönlichen Bezug zu Afrika - um afrikanische Gesundheitsthemen bemüht: Ist das glaubwürdig? Verliert die Kunst nicht an Reiz, wenn alle überall alles machen und regionale Besonderheiten außer Acht gelassen werden? Wäre es auf der anderen Seite aber nicht auch zu einfach, wenn wir bei den Arbeiten griechischer Künstler ständig antike Säulen entdecken würden? Vielleicht ist in heutiger Zeit nicht mehr das Thema entscheidend (denn das scheint global zu sein), sondern die Art, wie es bearbeitet wird. Mit welchen Formen gespielt und welche Farben eingesetzt werden. Oder wäre auch das noch zu plump? Globalisierte Kunst "Globalisierung: Das Ende der Modernen Kunst?", Peter Weibel im Katalog zur Ausstellung "German Art of the 20th Century", 1957, MoMA wurde formuliert, dass nur im Westen die Kunst als Ausdruck von Freiheit u. Individualität existiere (Hintergrund Hitler u. "Entartete Kunst") Abstrakten Expressionismus bei Darmstädter Gesprächen als einziges Ausdrucksmittel von Demokratie u. Freiheit angesehen Realismus in d. Kunst wurden totalitaristischen Systemen zugeschrieben während Kaltem Krieg moderne Kunst durch "ideologische Blase" geschützt, die jede Kritik verhinderte seit 1989 Öffnung / u.a. asiatische u. arabische Welt nehmen Einfluss auf d. Kunst festgesetzte Ordnung moderner Kunst (mit europäisch-nordamerikanischer Achse des Westens verbunden) beginnt sich aufzulösen "Vielleicht müssen wir uns an der Schwelle des 21. Jahrhunderts von der Epoche der Kunst der Moderne verabschieden […]" Folge d. Globalisierung: in globaler Kunstwelt wird nicht länger von "modern" sondern von "zeitgenössisch"/"Gegenwart" geredet Kunst, auch in Asien o. Afrika produziert ist nicht in unserem Sinne modern, aber zeitgenössisch Globalisierung fing 1492 mit Entdeckung d. Neuen Welt an 1. Manifest gegen Globalisierung von Marx und Engels (1848): "Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muß sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen." Kolonisation führte zur Entdeckung ethnischer Kunst (insb. im 19. Jhd.) Interesse an visueller Formsprache v. afrik. Stammeskunst Bücher wie "Negerplastik", Carl Einstein (1885-1940, dt. Kunsthistoriker u. Schriftsteller) zeigen, wie Interesse an afrik. Kunst u.a. Kubismus, Expressionismus, Surrealismus mitermöglichten um 1913 Ablösung klassisches Programm d. Kunst (von da Vinci als "Sichtbarmachung des universalen Wesens der Dinge" mit den Mitteln der Wissenschaft der Malerei unter Verwendung von Linie, Fläche, Volumen, Schatten u. Licht definiert) 2 gegensätzliche Darstellungsstrategien: Darstellung d. künstl. Mittel u. Darstellung von Dingen Denkrichtung (1): Verbannung d. realen Objekts von Leinwand, Beschränkung auf formale Elemente (wie Linie, Punkt, Fläche) = abstrakte Kunst Denkrichtung (2): tatsächlichen Gegenstand in Welt d. Kunst einführen (siehe Duchamp Marcel Duchamp) alles was zuvor Darstellung war wurde durch Realität ersetzt gemalte Landschaften => Land Art gemalte Stillleben => Collagen, Assemblagen, Installationen, Environments von realen Dingen gemalte Porträts => Body Art Genremalerei (gemalte Abbildung einer Alltagsszene) => Performances, Ereignissen, Happenings gemalte Wasserfälle => durch "echte", künstliche Wasserfälle ersetzt / gemaltes Feuer => echtes Feuer / gemalte Luft => echte Luft / gemalte Tiere => echte Tiere Denkrichtung (3): Einführung der "Medienrealität" widersprach Doktrin moderne Kunst (Fotografie, Film u. Video waren weiterhin darstellende Medien) Techniken konnten mit echten Dingen u. Menschen in Installationen verbunden werden Kluft zw. Darstellung künstl. Mittel u. Darstellung v. Objekten mit Medienkunst überbrückt ? Fotografie = "stille Vorherrschaft" in Kunst d. 20. Jhd. bspw. Francis Bacon, Gerhard Richter Gerhard Richter u. Andy Warhol Andy Warhol malten Fotografien o. leiteten ihre Bilder aus Fotografien ab Constantin Brancusi, Man Ray u. Erwin Wurm als Bildhauer durch Fotografie beeinflusst Fotografische Dokumente = Überbleibsel von u.a. Land Art u. Performancekunst neues Paradigma d. Kunst d. 21. Jhd: "das globale Netz" "Anybody anything anytime anywhere" Medienerleben wird universal "Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien." (Niklas Luhmann, "Die Realität der Massenmedien") Einzug der neuen Medien, neuer Materialien und neuer Technologien hat zeitgenössische Kunstproduktion enormen beeinflusst zeitgenössische Künstler haben Ausdrucksmittel in alle Richtungen u. auf alle Medien erweitert Gleichwertigkeit von allen Materialien u. Medien = künstlerische Gleichung unserer Zeit Phase (1) fast abgeschlossen: jedes Medium hat sein eigenes, intrinsisches Material sowie konzeptuelle Merkmale u. Möglichkeiten entwickelt Bsp. (a) Malerei mit Fließ- und Dripping-Techniken den ihr inhärenten Wert von Farbe gezeigt Bsp. (b) Fotografie Fähigkeit, Objektwelt auf realistische Weise abzubilden, unter Beweis gestellt Bsp. (c) Film hat seine narrativen Möglichkeiten offenbart Bsp. (d) digitale Kunst hat ihr Vorstellungsvermögen im Hinblick auf virtuelle Welten bewiesen Phase (2): Mixen u. Kreuzen von Medien Bsp. (a) Videokunst bedient sich narrativer Kraft d. Films durch Mehrfachprojektionen Bsp. (b) Sprache auf LED-Bildschirmen kann ein Bild, ein Buch und eine Skulptur sein Bsp. (c) Malerei verweist auf Fotografie o. digitale Grafikprogramme Bsp. (d) Netz kann sich selbst generierende Bilder und Wörter produzieren Vermischung heißt: kein einzelnes Medium hat noch die Vorherrschaft alle Medien beeinflussen u. bestimmen einander = universales Medium entsteht Bezugnahmen (Medien beziehen sich auf andere Medien) sind anstelle von Realität getreten Heißt das, dass sich zeitgenössische Kunst nur noch mit sich selbst beschäftigt? Kann denn diese Art von Kunst Menschen ohne Kunstbezug erreichen? Gleichung für Kunst d. 20. Jhd. / moderne Ästhetik d. industriellen Gesellschaft: "Maschinen, Materialien, Menschen" (Frank Lloyd Wright, Architekt, 1930) Gleichung für Kunst d. 21. Jhd.: "Medien, Daten, Menschen" (P. Weibel) ? moderne Kunst u. moderne Welt u. kapitalistische Welt-Ökonomie stehen zu einander in logischer Verbindung
Kunstbegriff Gute Kunst "Was ist gute Kunst", Hrsg. Wolfram Völcker Unterschiede gute / schlechte Kunstwerke Anziehungskraft einiger Kunstwerke (1) reine Geschmackssache, (2) gute Kunst im Museum, (3) Qualität der Kunst nicht definieren / messen "Und doch - es gibt Indizien. […] Immer dieselben Namen. Oft dieselben Werke. Meistens die gleiche Meinung. […] Ausstellungsbesucher stehen vor denselben 'Bildern' und bewundern Dürer, Matisse oder Baselitz." (a) keine Begründung, da Menschen (auch Kuratoren, Galeristen, …) von Natur aus auf Bewährtes zurückgreifen und somit einige Namen / Werke hervortreten (b) als Ausstellungsbesucher muss ich das sehen, was ausgestellt wird / was bereits gehypt ist 1. Eindruck: (1) Originalität d. Arbeit, (3) Neuartigkeit, (2) Geschmackssache danach: (1) Kraft, Impulse zu geben, (2) nach Jahren noch Neues / Ungesehenes offenbaren, (3) Stringenz, (4) Glaubwürdigkeit, (5) Konsequenz Künstler allg. ebenfalls: (1) stringent / schlüssig, (2) glaubwürdig, (3) konsequent immer: subjektiv, vom eigenen Betrachtungswinkel abhängig (u.a. bei Skulpturen Verhältnis zum umgebenden Ort) bei zeitgenössischer Kunst: Software (Intervention, die Künstler in unserem Denken vornimmt) wichtiger als Hardware (Werk an sich / Handwerk Handwerk) Qualität Videokunst Frage nach Qualität am Anfang (um 1965) für Künstler nicht wichtig (Spielzeug, erweitert Skizzenbuch) Qualität (neben histor. und themat. Trends) auch durch Umgang mit techn., ästhetisch., emotional. Details bestimmt vorteilhaft: "Das kann ich am besten mit einem Videotape ausdrücken" (siehe 4.9.) Präsentation mit entscheidend: (1) Projektion im Raum, (2) Monitor, (3) als skulpturales Ensemble / mehrere Monitore Technik sollte Inhalt verpflichtet sein, Nachbearbeitung sinnvoll genutzt werden Kunstkritik Kurs Pullmann & Muse "Die Pose", 30/30 gedankl. / weltanschauliche / künstl. Position / Haltung / Gesinnung im Kunstraum beziehen Nachfrage nach Veränderung und Stillstand konsequente Verfolgung nicht mgl. / führt zum Gegenteil des Gewollten Progressiver Künstler = mit blindem Eifer sich verändernder / nach vorne strebender Künstler jeder Unsinn kann als große Offenbahrung dem Kunstraum angedreht werden (siehe Höhepkt. Duchamps Pissoirbecken) Künstler als verhaltensauffälliger Systemkritiker = eigentl. harmlos / Unterhaltungswert Meinung Publikum bestätigen oder ablehnen = als Event angesehen 100 Jahre später wird "Dummes" zur großen Kunst erhoben "Solange hab ich aber nicht Zeit, Frau Muse."
Kreideschwünge auf einer Schultafel, 1981, Hermann Glöckner
"Kreideschwünge auf einer Schultafel", 1981, Hermann Glöckner
Ausstellung Kunsthalle im Lipsiusbau, Dresden Architekt / Busdriver / Zwei Brücken Standpunkt Ergebnis: Ratlosigkeit / Desinteresse bei Betrachtern moderner Kunst nicht verübelbar "Kreideschwünge auf einer Schultafel", 1981, Hermann Glöckner schultafel.jpg "Meisterwerke der modernen Kunst #1" Hermann Glöckner (siehe 11.9.) Olaf Holzapfel zu "Zwei Brücken": "[…] die Arbeit selber gar nicht für hier gemacht wurde, sagt sie trotzdem was über das Verhältnis von Landschaft und Technik aus." Kunstbegriff Interviewreihe "Lebenselexier zeitgenössische Kunst" u.a. (2) Wie sind Sie zur Kunst gekommen? (3) Wie wichtig ist Ihnen zeitgenössische Kunst? (4) Können Sie beschreiben, was gute Kunst für Sie ist? Martin Rieckmann, Mitglied GMKD (3) "Zeitgenössische Kunst ist für mich so wichtig, dass die Beschäftigung damit zu meiner Leidenschaft geworden ist […]" (4) "Gute Kunst ist für mich zeitlos. Egal, von wann sie ist und von wem, egal, ob ich sie vor langer Zeit gesehen habe, jetzt oder in Zukunft, sie muss mich zu jedem Zeitpunkt berühren, in mir etwas auslösen." Frank Lehmann, Galerist (4) "Gute Kunst sollte vor allem sichtbar sein. Egal ob bei privaten Sammlern, in Museen oder Galerien. Es ist kaum zu beschreiben, was ein gutes Kunstwerk ausmacht. Die Kunstgeschichte findet mit dem gehörigen zeitlichen Abstand die richtigen Kategorien. Mich erfasst es direkt körperlich in einem Künstleratelier, wenn ich das Glück habe, etwas Außergewöhnliches zu sehen oder bei einem Prozess involviert zu sein." Hedwig Döbele, Galeristin (4) "Ein gutes Kunstwerk ist in erster Linie eines, das über die Jahre hinweg Bestand haben wird und seine Gültigkeit jenseits eines Zeitgeistes bewahrt. Zum einen sollte es objektivierbaren Qualitätskriterien genügen, zu denen für mich beispielsweise die handwerkliche Leistung zählt. Zum anderen muss ein Kunstwerk authentisch sein, in seiner Entstehungszeit, für den Erschaffer. […]" Patrick-Daniel Baer, Galerist (4) "Gute Kunst beschäftigt, verstört, berührt auch über die Ausstellungsbegegnung hinaus." Klaus F.K. Schmidt, Mitglied (3) "Die zeitgenössische Kunst ist für mich ein Lebenselexier. Ohne Kunst kann ich nicht leben. Sie dient der Erkenntnis, nicht der Unterhaltung. Sie macht den Kopf frei […]" (4) "Bei 'guter Kunst' ist die Abbildung, das Dargestellte mit einem dauerhaften Geheimnis verbunden. […]" Margareta Noeske, Galeristin (4) Was gute Kunst ist, ist immer schwer zu beschreiben. Leichter ist es zu bestimmen, was keine Kunst ist. Also: Gute Kunst ist für mich wie ein Freund, der ehrlich ist und nicht ein Schmeichler […]. Gute Kunst täuscht nicht und ist nicht Effekthascherei - sie fordert heraus zum ehrlichen Dialog und stößt manchmal vor den Kopf […]" Ausstellung Galerie Alte Meister Dresden (Notizen verlorengegangen)
Gordon Matta-Clark (1943 - 1978)
Gordon Matta-Clark (1943 - 1978)
Splitting, Gordon Matta-Clark, 1972
"Splitting", Gordon Matta-Clark, 1972
Window Blowout, 1976
"Window Blowout", 1976
Kurs Bibliothek Eigenschaften Künstler-Kataloge Bibliothek (a) gelber Aufkleber Buchrücken, verpixelte Schriftart, Bsp "4:3288 Fronius", (b) Aufkleber letzte Innenseite unten: "HGB Leipzig", "00010168", Strichcode, (c) letzte Papier-Innenseite: runder Stempel mit "Hochschule für Grafik und Buchkunst" sowie "Bibliothek", 14.2.86, z 10168, 4 3288, 150.60; Zahlenbedeutung herausfinden, stattfindende Bibliotheks-Inventur? Ausleihquittung vom ehemaligen Studenten "Raffler, Marko" in Buch "Hans Fronius" gefunden notiert originale Ausleihquittungen nachempfinden mit falschen Namen und in Bücher der Bibliothek legen (Ausleiher vlt. aktuelle berühmte Künstler oder unbekannte Menschen, die ein fiktives Buch von mir ausgeliehen haben) Kunstbegriff Buch "Kunst und Wirklichkeit", Udo Kultermann Conrad Fiedler strebte dahin - laut Wilhelm von Bode -, Kunstwerke so zu lesen, wie sie geschrieben waren Bedürfnis, nicht den Launen des Publikums nachgeben Förderer einiger Künstler: Hans von Marées (deutscher Zeichner, Grafiker und Maler des Idealismus ), Adolf von Hildebrand (Bildhauer), Arnold Böcklin (schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus ), Hans Thoma (deutscher Maler und Graphiker) Fiedler musste nicht unter Zwang Zwang einer Anstellung arbeiten notiert Universität Leipzig: in Studiengänge wie Medizin, Philosophie, Jura, Psychologie einschreiben; später in eigener Biografie nur mit "bis"-Angabe arbeiten: "bis 2014 Studium der Medizin, bis 2018 Studium der Psychologie" (Nachteile wegen BAföG?) Schönheit nicht länger ein Kriterium der Kunst Fiedler sucht nach dem "Eigentlichen der Kunst selbst", Verhältnis Kunst und Natur, Ursprung der künstlerischen Tätigkeit Neukantianismus: philosophische Bewegung, auf Schriften von Immanuel Kant gründend kunsttheoretische Schriften Goethes (mit Fragezeichen und Unkonzentriertheit abgebrochen) Treffen mit Simon wegen Container-Bespielung am Donnerstag Kurs Vortrag 1 Minute zu spät Gordon Matta-Clark (1943 - 1978) gordon-matta-clark.jpg "Öffnungen in der Stadt: Gordon Matta-Clark", Philip Ursprung Architekt und Konzeptkünstler Auseinandersetzung mit urbanem Raum und politischen Transformationsprozessen / Intervention und Dekonstruktion mit Beginn Künstlertätigkeit Namesänderung zu "Matta-Clark" als Abgrenzung vom Vater (davor nur Gordon Matta) Karriere geplant / Galeristenkontakte Karriereende angekündigt notiert Anfang und Ende Berufsbezeichnung eigener Person planen und verkünden (auch in Biografie mit zum Bsp.: 2013 - 2020 bildender Künstler, 2020 - 2021 Mathematiker) Geschenke an die Kunstwelt verschickt (die meisten schmissen sein Geschenk an sie weg :-)) 1.1.1971 Ausstellungsraum: er wollte das Fundament vom Gebäude freilegen (da das nicht geht, Baum gepflanzt) "Splitting", Gordon Matta-Clark, 1972 splitting.jpg Haus (Vermittlung einer Galeristin) zersägt und eine Hälfte leicht geneigt (3 Monate später abgerissen) "Window Blowout", 1976 window-blowout.jpg Beteiligung an Ausstellung "Idea as Model", 1976 "The Wall": wollte Berliner Mauer "durchschneiden", von Aktion abgeraten (stattdessen Bierwerbung an Mauer angebracht mit Schriftzug "FROM USSR MIT LOVE" 20 x selbstkasteit Peter Eisenman: "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" (Stelen bröckeln und müssen restauriert werden) 9 x selbstkasteit
Kunstbegriff Kurs Zufall – Beifall – Abfall Fragen aus Email diskutiert Aussage: "Die Menschheit hat außer dem künstlerischen Bild nichts uneigennützig erfunden"; Frage: künstlerische Akt - zweckfrei und uneigennützig? Andrei Tarkowski scheint "zweckfrei und uneigennützig" nur in Hinblick auf Immaterialität verstanden wissen "Was ist künstlerische Qualität?" Das Geheimnis wichtiger Bestandteil von guter Kunst? Was ist mit der Kunstrichtung "konkrete Kunst"? Was mit vieler Neuer Musik, die häufig keine fassbare emotionale Regung im Menschen erzeugt? Zum Faktor der Qualität gehört auch der Gebrauch der Technik: versteht es ein Künstler eine Technik für seine Zwecke einzusetzen, oder ist sie wahllos verwendet worden? Vorstellung von Arbeiten zum Thema "Erfolg und Scheitern" Filmkomposition Zwei alte Damen spielen mit Puppen wie Kinder (Verlauf ausgedacht von einer der Damen); gefilmt mit zwei Kameras Buch "Was ist gute Kunst?" von Wolfram Völcker Qualität in der Videokunst "Als die erste tragbare Videokamera 1965 auf den Markt kam und Künstler sich damit auf den Weg machten, stellte sich ihnen die Frage nach Qualität nicht." Qualität unabhängig von historischen und thematischen Trends: zeitlos Aussage: "Das kann ich am besten mit einem Videotape ausdrücken" Präsentation Video als Projektion im Raum oder auf einem oder mehreren Monitoren (skulpturales Ensemble) Technik sollte dem Inhalt verpflichtet bleiben Nachbearbeitung sinnvoll nutzen (nicht nur des Effektes wegen)
Andrei Arsenevich Tarkovsky
Andrei Arsenevich Tarkovsky
Diagonale, Anja Kempe, Rauminstallation, 2008
"Diagonale", Anja Kempe, Rauminstallation, 2008
Kurs Zufall – Beifall – Abfall 1 Minute zu spät Ebbo Demant: "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Andrej Tarkowskijs Exil und Tod." Dokumentarfilm, 1988 u.a. auch von Andrei Tarkowski: "Stalker" Kunstbegriff Andrei Arsenevich Tarkovsky tarkowskij.jpg "Jeder Künstler ist bestrebt das Innenleben des Menschen so überzeugt wie möglich darzustellen" Themen Andrei Tarkowski: inneren Zwiespalt des Menschen darstellen; widersprüchliche Situation zwischen Geist und Materie; zwischen geistigen Idealen und der Notwendigkeit in der materiellen Welt zu überleben "Was ist überhaupt Kunst? Das Gute oder das Böse? Kommt sie von Gott Jesus oder vom Teufel? Ist sie Kraft des Menschen oder aus seiner Schwachheit?" "Die Menschheit hat außer dem künstlerischen Bild nichts uneigennützig erfunden. Und vielleicht besteht tatsächlich der Sinn der menschlichen Existenz in der Erschaffung von Werken der Kunst." Künstlerische Akt: zweckfrei und uneigennützig(?) "Nostalghia", 1983: "Wir müssen zurückkehren zu den wichtigsten Prinzipien des Lebens, ohne das Wasser zu verschmutzen." während Filmvorführung: Schnarchgeräusche hinter mir notiert Erfolg und Scheitern: Waage für Mittelweg; Aufnahme vom Üben von Klavierstücken; Alle meine bisherigen Ideen sind noch zu platt/oberflächlich; wie anderen Zugang zum Thema finden? Was macht Kunst zu "guter" Kunst? Was heißt "künstlerische Qualität"? Kurs Positionen Vorstellung Anja Kempe und Max Schneider Anja Kempe "Diagonale", Anja Kempe, Rauminstallation, 2008 diagonale.jpg "Diagonale" aus Absperrbändern, Installation durch zwei Stockwerke Schwerpunkt: Bewegung / Installation "Säulenwald", 2009 und "Treppe", 2008 "Loser Raum", 2002/2004, interaktive Installation, ünterstützt durch einen Physiker für Berechnungen 11 x selbstkasteit Max Schneider: RESONANZEN Julia Krause, "Ein Sprechstück mit Zuschauern" 7 x selbstkasteit
Benutzt und gesteuert
"Benutzt und gesteuert"
Kurs Zufall – Beifall – Abfall "Kunst und Politik" Theodizee von altgriech. theós = Gott Jesus und díke = Gerechtigkeit "kann man von einem guten Schöpfergott ausgehen, der Katastrophen zulässt?" / eher "sadistischer" Gott Jesus? Frage kam nach Erdbeben in Lissabon (1755) auf Kant, Nietzsche Friedrich Nietzsche etc. beschäftigten sich mit diesem Problem Kunstbegriff Kunst soll das Gute/Schöne im Menschen fördern > Maxime der Kunst Kunst = "Weltverbesserungskampagne" Kunst in der Moderne: befasst sich aber auch mit Tabubrüchen und dem Bösen Was ist die moralische Implikation (logische Verknüpfung) beim Thema "Kunst und Politik"? Rüdiger Safranski: "Das Böse" (Ausschnitte vorgelesen) Künstler als neuer Nichts-Unternehmer, "Seinsflüchter" F. Schiller: "Über das Schöne und die Kunst. Schriften zur Ästhetik." Eduard Beaucamp: Verteidiger der Ost-Kunst nach 1989 Durchmischung von Ost- und Westkunst wäre gut; nicht nur westliche Kunst übernehmen und eigene fallen lassen "Benutzt und gesteuert" benutztundgesteuert.jpg ARTE: "Benutzt und gesteuert"
Kurs Zufall – Beifall – Abfall Kunstbegriff Was ist Kunst? sobald eine Person etwas als Kunst bezeichnet? Kunst hat der Mensch erfunden zeitabhängig Ausdrucksmittel Heute: Inflation der Künstler Verstehen / Code / Grammatik »habs kapiert« > bringt nicht voran Kunst ist subjektiv für Betrachter zum Teil verstehbar menschl. Befindlichkeiten werden verarbeitet Massentauglichkeit? Kunstbetrieb = elitär (geheimnisumwittert) Vermeidungsstrategien: Kitsch, Verständlichkeit, … Gibt es Grenzen? Morden Sterben im Museum: Tabu? Darf man Kunst verbieten? Entartete Kunst? Man kann heute alles tun Ist Popmusik Kunst? Fragerunde: Was beschäftigt uns gerade? Meine Antwort: Handspindelpresse in Leipzig für Münzprojekt finden und Gummihand-Illussion (soll ich kommenden Montag mitbringen und mit einer Person austesten!) Kurs Positionen Vorstellung Prof. Annette Kisling Fotografie Bilderreihen / Fotoserien Architekturfotografie arbeitet u.a. in Dunkelkammer / Schwarzweißfotografie »Wie ich mit Bildern in Ausstellungen arbeite« Ausstellungsarchitektur: Funktion ist auch Ornament ohne Kunstlicht Langzeitbelichtung