[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Diplom Theorie

ausgedruckte Diplomarbeit inkl. Umschlag
ausgedruckte Diplomarbeit inkl. Umschlag
Kinderzeichnung E-Mail von Hans mit Spruch von Picasso Pablo Picasso: "Als ich so alt war, konnte ich malen wie Raphael. Aber ich brauchte ein Leben lang um so zu malen wie die Kinder." (nachdem er eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen besucht hatte) Büste Werkstatt Plastisches Gestalten [Notiz nicht von heute] 17 Uhr von Sicherheitspersonal aufgesucht Hochschule schließt am Samstag schon früher Werkstatt verlassen, nicht gefegt Diplom Theorie ausgedruckte Diplomarbeit inkl. Umschlag hgb-leipzig-diplom-k.jpg umsetzen 4 Exemplare heute in Büro der Fachgebiete abgeben in Druckerei heute weiteren Ausdruck bestellt kostet normalerweise ca. 50 EUR, heute für ca. 25 EUR erhalten (exkl. Umschlag, habe noch einen übrig)
Herme, erste Aufstellung im Klassenraum
Herme, erste Aufstellung im Klassenraum
Titelblatt Diplomarbeit
Titelblatt Diplomarbeit
Diplom Arbeit Herme Herme, erste Aufstellung im Klassenraum herme-klassenraum11-m.jpg in Metallwerkstatt Ständer mit 2,5m hohem Stab abgeholt in Werkstatt aufgestellt im Klassenraum Aufstellung getestet am Mittwoch nach 13 Uhr in Metallwerkstatt, Ständer wird hergestellt Diplom Theorie [Notizen von vorgestern] zur Druckerei gefahren Gesamtpreis über 330 EUR (10 Exemplare, farbig) umsetzen heute Daten in Druckerei abliefern -> Katzenstreu bestellen! [Notizen von heute] Titelblatt Diplomarbeit diplomarbeit_titelblatt-k.jpg aktuelle Versionen
Diplom Theorie in Druckerei Testdruck Theorie-Teil Fotos teilweise mit Streifenbildung Kosten für Druck Diplomarbeit Exemplare 1-4 für HGB: 24 * 4 = 96 EUR Hans, Elke, Oma: farbig (Gespräche), schwarzweiß (Theorie) = 20 EUR * 3 = 60 EUR (oder 72 EUR komplett farbig) Alexander, Christian: farbig (nur Gespräche) = 14 EUR Ich: farbig = 24 EUR = ca. 210 EUR, +-20 = 190-250 EUR (nur, wenn Druckerei weniger für Farbdruck verlangt, da kein flächiger Farbauftrag, nur Schwarzweiß-Bilder) grau (40 Seiten) = 5 EUR farbig (40 Seiten) = 10 EUR (Mittelwert, da meist grau, beim Test heute verlangt) grau (80 Seiten) = 6 EUR farbig (80 Seiten) = 12 EUR (eigentlich über 30 EUR, aber weniger, da meist grau) + 2 EUR für Umschlag (farbig?)
[mit Notizen der letzten Tage] Kunstgespräche in Buchform 1. Versuch 12x19cm, Hardcover mit Umschlag Buchprojekt "Aufzeichnungen" aktueller Zustand bei 150 Seiten je 2 Monate = 900 Seiten je Jahr (6 Bücher [letztes Buch nur 1 Semester]) oder ca. 450 Seiten je Semester (11 Bücher) = ca. 3000-5000 Seiten insgesamt aktueller Zustand (ohne Bilder, 2015-2017) Diplom Theorie Kinderzeichung Äußerungen von Picasso Pablo Picasso zur kindlichen Genialität: [1] "Man braucht sehr lange, um jung zu werden." [2] "Im Gegensatz zur Musik gibt es in der Malerei keine Wunderkinder. Was man für frühreife Genialität hält, ist die Genialität der Kindheit. Sie verschwindet mit fortschreitendem Alter. Es kann sein, dass aus einem solchen Kind eines Tages ein wirklicher Maler wird, sogar ein großer Maler …" Kommentar Hans per E-Mail: "Vermutlich ist unsere Bildung größtenteils Verbildung. Wir werden pädagogisch 'gespurt', eingeengt. Und es ist mühsam, das später wieder rückgängig zu machen. Selbst ein Physiker hat geraten, alles Schulwissen zur Physik zu vergessen und wieder neu die Physik zu sehen." und: "Kinder erblicken zuerst den Mond, später erst die Sonne. Die ist einfach zu hell." allgemeine Änderungen in Diplomarbeit: [1] "Ich habe in Klammern noch etwas von pädagogischer Gängelung angefügt" Ich: Finde ich gut. Hab's drinne gelassen. [2] "Die Logik ist in der Behauptung 'So gesehen musste sie ins Individualistische, ja Elitäre abgleiten!' "nicht sofort klar! Spielst Du darauf an, dass die moderne Gesellschaft 'individualistisch' ist, anders ausgedrückt 'asozial'?" Ich: Asozial finde ich nicht richtig, klingt so negativ. Aber ja, natürlich ist die Art der Kunst auf die Gesellschaftsform zurückzuführen. Das ist nicht negativ, aber ich verstehe jetzt, warum es passieren musste. [3] "Eigentlich ist mit Kunstkreis 'Künstlerkreis' gemeint, oder? Vielleicht kann man auch vom 'im Dunstkreis der Kunst befindlich' schreiben." Ich: Unter Künstlerkreis verstehe ich eine Gruppierung, die sich um den Künstler scharrt. Aber ich meine eher ALLE, die irgendwas mit Kunst am Hut haben. Historiker, Kuratoren etc. Sind ja nicht immer direkt mit einem Künstler in Kontakt (sie vertreten ihn halt).
[mit Notizen von dieser Woche] Werkstatt Plastisches Gestalten Herme Einzelgespräch Bachmann [am Mittwoch] Vorgehen bis Diplom besprochen schlägt vor, dass ich noch einen Tonkopf modelliere bisherige Ergebnisse stark beeinflusst von Mitarbeiter kommenden Mittwoch Treff, Vorbereitung Schmetterlinge Gips in Silikonformen gegossen, verhindert weiteres Schrumpfen gleichzeitig zur Stabilisierung mit Binden und Holzwolle gearbeitet evtl. also noch als Büste nutzbar nach letzter Ultraschalltherapiesitzung an Gipsbüsten weiterarbeiten davor schon mit Tonkopf anfangen (beansprucht rechten Arm nicht stark) Friedrich Fröhlich, zufrieden Diplom Theorie [gestern nach Kloster Lehnin gefahren um Korrekturen mit Elke durchzugehen] Anführungszeichen oder kursiv [1] Anführungszeichen führen etwas an wörtliche Rede = Hauptfunktion Gänsefüßchen soll Leser zeigen, dass normale Textebene verlassen / unterbrochen wird wo Erzählstimme nicht unterbrochen wird kein Gänsefüßchen einfügen [2] [a] konventionelles und [b] nicht konventionelles Auszeichnen zu [a]: Textgattung, wo einzelne Texte sich aufeinander beziehen wissenschaftliche und journalistische Texte, Hypertext Personennamen (Name anderer Forscher) immer in Kapitälchen gesetzt Bsp.: \textsc{Albert Camus} zu [b]: einzelne Texte (wie Romane) beziehen sich nicht aufeinander Schönliteratur [3] kursiv setzen, was nicht zu erwarten ist [4] Ironie wird oft in Gänsefüßchen gesetzt aber Wesen der Ironie: Verstellung, nicht Auszeichnung mit Gänsefüßchen = Hohn aktueller Stand (Teil 1) (Teil 2)
Diplom Theorie Korrekturen Hans Gespräche u.a. [1] mehr Kommas setzen [2] Hervorhebungen vereinheitlichen, Vorschlag: g e s p e r r t (\so{text}) [3] bei Interjektionen fehlen Ausrufezeichen, Fragezeichen [4] zur Strukturierung auch " -- " verwenden [5] beim "Der Schrei": Krakatau-Vulkanausbruch (27. August 1883) erwähnen, Himmelsfärbung aufgrund Partikel in Atmosphäre kam es zz Lichtbrechungen auffallende rötliche Färbung im "Der Schrei" soll auf die nach Eruption veränderte Färbung des Himmels zurückzuführen Munch Edvard Munch, Tagebuch: "Plötzlich färbte sich der Himmel blutrot, die Wolken aus Blut und Flammen hingen über dem blau-schwarzen Fjord und der Stadt". [6] Jasmina Reza "Kunst" [7] zu viele "halt" Zwischenstand und umsetzen am 26./27. August Treffen mit letzten Korrekturen in Potsdam
Kommen und Gehen, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi
Kommen und Gehen, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi
Galline, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi
Galline, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi
Der Mythos von Adam und Eva, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi
Der Mythos von Adam und Eva, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi
Francesca, Öl auf Hartfaser, undatiert, Albino Menozzi
Francesca, Öl auf Hartfaser, undatiert, Albino Menozzi
Die schwarze Schlange, Öl auf Karton, undatiert, Pellegrino Vignali
Die schwarze Schlange, Öl auf Karton, undatiert, Pellegrino Vignali
Il fiume Po (mehrere Arbeiten), 1977-1980, Öl/Lack auf Hartfaser/Malkarton, Dino Daolio Duren
Il fiume Po (mehrere Arbeiten), 1977-1980, Öl/Lack auf Hartfaser/Malkarton, Dino Daolio Duren
Il fiume Po (mehrere Arbeiten), 1977-1980, Öl/Lack auf Hartfaser/Malkarton, Dino Daolio Duren
Il fiume Po (mehrere Arbeiten), 1977-1980, Öl/Lack auf Hartfaser/Malkarton, Dino Daolio Duren
Pferde vor dem gelben Haus, undatiert, Tempera auf Karton, Giovanni Concettoni
Pferde vor dem gelben Haus, undatiert, Tempera auf Karton, Giovanni Concettoni
Griechin, undatiert, Öl auf Hartfaser, Albino Menozzi
Griechin, undatiert, Öl auf Hartfaser, Albino Menozzi
Art brut Ausstellung Bella Italia Lindenau-Museum Altenburg (Arbeiten aus Museum Haus Cajeth) Themen u.a.: Frauen, Tiger, Wölfe, Landschaft, Fassaden, Christus Jesus kaum oder gar keine Schulbildung, einfache Arbeiter oder galten als verrückt oft im hohen Alter angefangen zu malen mit Ruß oder Buntstiften, Öl- oder Acrylfarben auf Leinwand, Sperrholz, Papier oder Karton Kommen und Gehen, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi art-brut-italien-1-k.jpg Detail, sehr zart gemalter Augenbereich, Rest plump Albino Menozzi (1915-1999) in Kleinstadt Emilia Romagna als 9. von 10 Kindern geboren wegen schlechter wirtschaftlicher Lage konnte er keine Arbeit finden mit 18 Jahren Straßenbau im Italienisch-Abessinischen Krieg von Engländern interniert bekam Malaria begann in Hospitälern an zu malen in Bildern erinnert er sich an dörfliches Leben in Kindheit Familie, Dorf, Arbeit in Obstgärten, Felder, Pferde, Wagen, Früchte, Markt "Er kehrte in seine Heimatstadt zurück, wo er als alter Mann in zwei armseligen Dachzimmern wohnte" Galline, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi art-brut-italien-7-k.jpg Der Mythos von Adam und Eva, Öl auf Hartfaser, undadiert, Albino Menozzi art-brut-italien-9-k.jpg "Visioni invernali", Öl auf Hartfaser, undatiert, Albino Menozzi "Unter Wölfen", Öl auf Hartfaser, undatiert, Albino Menozzi Francesca, Öl auf Hartfaser, undatiert, Albino Menozzi art-brut-italien-15-k.jpg "Blumenstrauß", Öl auf Hartfaser, undatiert, Albino Menozzi Pellegrino Vignali (1905-1984) in Bergen des Apennin geboren, entstammt bäuerlicher Familie wurde u.a. Furhmann und Landarbeiter Analphabet mit 72 Jahren angefangen mit Bildhauerei erkrankte, begann zu zeichnen (im Schulheft eines Enkels) Motive: Gesichter mit großen Augen, Pflanzen, Tiere, Mischformen, ornamentale Bilder in letzten Jahren Schaffensrausch Die schwarze Schlange, Öl auf Karton, undatiert, Pellegrino Vignali art-brut-italien-21-k.jpg Enrico Benassi (1902-1978) entstammt Bauernfamilie nach Grundschule Feldarbeit mit 20 Jahren Heirat, Vater von 12 Kindern in Freizeit gezeichnet und musiziert u.a. Federsammler, Krankenwärter, Hausierer, Hühnerhändler, Schuster, Friseur, Fischer, Stoffe Geschäft in Geschäft nachts gemalt inspiriert von japanischen Landschaften, byzantinischen Mosaiken und ägyptisches Altertum "[…] inspirieren, weshalb er diese Zeit später seine ägyptische Periode nannte." mit ca. 67 Jahren erste Ausstellungen "Venedig", Tempera auf Karton, undatiert, Enrico Benassi Eintrag im Gästebuch: "Ich finde die Bilder toll und auch das alle die gemalt haben keine Künstler sind die studiert haben" (Luise W Stralsund 4.8.2017 10 Jahre) Dino Daolio Duren (1914-1983) Sohn eines Maurers, Schule unregelmäßig nach 2. Weltkrieg wieder arbeit auf dem Bau kaufte Boot, wurde Fischer auf dem Po erkrankte an Asthma begann zu zeichnen Motiv: Fluss "Il fiume Po" kaufte Farben und Pinsel, malte Fluss in unzähligen Varianten Il fiume Po (mehrere Arbeiten), 1977-1980, Öl/Lack auf Hartfaser/Malkarton, Dino Daolio Duren art-brut-italien-27-k.jpg weitere Arbeit Il fiume Po (mehrere Arbeiten), 1977-1980, Öl/Lack auf Hartfaser/Malkarton, Dino Daolio Duren art-brut-italien-30-k.jpg Giovanni Concettoni (1902-1987) Pferde vor dem gelben Haus, undatiert, Tempera auf Karton, Giovanni Concettoni art-brut-italien-33-k.jpg zu Costante Pezzani: "Pezzani wusste um seinen Status als Künstler und malte sich selbst eine Art Firmenschild, auf dem in gewagter Orthografie zu lesen stand: HIER IM SPITAL LEBT DER NAIVE MALER COSTANTE PEZZANI." Griechin, undatiert, Öl auf Hartfaser, Albino Menozzi art-brut-italien-38-k.jpg Diplom Theorie umsetzen ersetzen: Bild Laokoon-Gruppe mit Postkartenständer (Linenau-Museum Altenburg) Korrekturen Hans zu Teil 2 umsetzen
Diplom Theorie [letzter Tag Basel-Aufenthalt] in 2 Teile gespaltet Zwischenstand Art brut [handschriftliche Notizem von Lausanne] abgerissene Blätter kleine Blätter mit Faden verbunden Knitter, Risse Vor- und Rückseite bemalt Blätterteile draufgeklebt / Bereiche damit korrigiert oder erweitert viel Schrift Folie über Zeichnung und wieder bemalt Fingerabdrücke Blätter aus Notizheft gerissen (Löcher von Spiralbindung)
Studium 1 0
Diplom Theorie [auf der Fahrt nach Basel] umsetzen in Basel die kommenden Tage an Diplom-Arbeit arbeiten Ergebnis Christian, Alexander, Hans und Elke zum Korrigieren zeigen Hans Korrekturen Abschnitt Einzelauswertungen durchgegangen weitere gesehene Arbeiten gesammelt Themen: [1] Höhlenmalerei (Le jardin d'hiver, 1968-1970, Jean Dubuffet, gesehen in Paris, 17.7.2017 / Primordial Earth, Bio Portraet 5, Ile Stefi, 3.9.2016, gesehen in Bukarest) [2] Ägyptische Kunst (L'automne, 1912, Mikhail F. Larionov (1881-1964), gesehen in Paris, 17.7.2017 ) [3] Stühle (von Kosuth und George Brecht, gesehen in Paris ) [4] Marke Künstler (Hans Krüsi, gesehen in Zürich, 15.7.2017 ) [5] Bäume (from "Our Love is Like the Flowers, the Rain, the Sea and the Hours", 2002, Martin Boyce, 2.5.2015, gesehen in Basel / "Die roten Pappeln", Emile Bernard, 1888, Öl auf Leinwand, 98x70cm, gesehen am 26.3.2015, Bremen ) Zwischenstand Friedrich Fröhlich, zufrieden [folgend Notizen von morgen] Art brut umsetzen Jean Dubuffet Schriften lesen [1] Die Malerei in der Falle [2] Wider eine vergiftete Kultur [3] Briefe und kleinere literarische Texte [4] Die Authorität des Vorhandenen Diplom Theorie Zwischenstand
(gestern in Werkstatt Plastisches Gestalten 2. Hälfte Büste hergestellt am kommenden Mittwoch mit Mitarbeiter Hälften zusammenfügen) Diplom Theorie Zusammenfassung geschrieben (1. Fassung ) qualitative: Daten sind nicht-numerische, oft verschriftlichte oder in audiovisueller Form vorliegende Daten Pilotstudie: Studie, die u.a. Tauglichkeit einer These oder Zustimmung der Öffentlichkeit zu Thema durch Anwendung und Erprobung im Kleinen, nachgeht These: zeitgenössische Kunst kann oft nicht mehr verstanden werden und entfremdet sich damit seit der Moderne vom Menschen Botschaft ist Grundelement künstlerischer Werke Auswertung zeigt, dass unbeteiligte Personen, teilweise sehr differenzierte Meinung über Kunst haben anfangs sehr platte Aussagen (wie Das ist doch keine Kunst!) Natürlich ist eine abschließende Klärung, was Kunst sei, nicht möglich. Auch stellen die Sichtweisen meiner drei Gesprächspartner eben nur genau das da: drei von sieben Milliarden Sichtweisen. Standpunkt Die Kunst ist das, was die Gesellschaftsform zulässt. Sie musste individualistisch werden! Sie musste elitär werden! Schlussworte: Vielleicht kehrt sie ja irgendwann einmal wieder zu ihren Ursprüngen zurück. Dahin, wo die Botschaft - sei sie auch noch so geheimnisvoll, sie muss dem Betrachter in einer Form begegnen, die ihn abzuholen bereit ist - ein wichtiger Beweggrund ist. Einige Versuche gibt es ja bereits (siehe Art brut). Letztendlich: Es gilt weiter auszukundschaften! Korrektur von Hans eingefügt
Klasse -1 +0
Klasse Bildende Kunst (Notizenpapier aus Athen mit Skizzen von Kinderzeichnungen aus Ausstellung im Konservatorium mitgebracht) (Notizen aus Erinnerung) Ich versuche mich zu erinnern … Ich versuche mich zu erinnern … 11-13 x Moment Moment abwesend Ich versuche mich zu erinnern … Arbeiten von documenta in Athen wurden gezeigt und besprochen abwesend Ich versuche mich zu erinnern … abwesend Ich versuche mich zu erinnern … vor Mittagspause Wagen aus Werkstatt in Klassenraum gebracht Büste auf Wagen, zum Fahrstuhl defekt, wieder zurückgebracht morgen noch einmal versuchen abwesend Diplom Theorie Einzelgespräch Daniels Dieter Daniels (Treff in einem Café, trinke Holunderschorle) [1] bei Kapitel "Gespräche über Kunst" noch einbringen: kurzer Einleitungstext hinweisen, dass ich kategorisiert habe, mehrere Gespräche verbunden / vermischt habe auf Farben in Sprechblasen hinweisen keine Rasterauswertung, sondern Gespräche gefiltert, sortiert (ganz wichtig, wird dadurch zu eigenständiger Arbeit) [2] Kapitel "Erkenntnisse" ich würde es streichen, er findet es jedoch sehr gut und würde es drinnen lassen statt "Erkenntnisse" > "subjektive Nachwirkungen" o.ä. weiter transkribieren [3] Kapitel "Einleitung" zu "sollte doch auch wissen, was Kunst ist" seine Notiz "-> was heißt 'Wissen' in diesem Fall?" "a) 'abgesichertes Wissen' (z.B. per Definition oder Gesetz) b) 'forschendes/suchendes Wissen' als Überwindung bzw. Überschreitung[?] von a)" heißt: mein Standpunkt, dass es eine Definition von Kunst gibt, etwas zurücknehmen nächsten Absatz etwas umschreiben, damit sich "verbannt" am Ende auf Ausstellungsbesucher bezieht (Zweifel Zweifel sind ja weiterhin bei Künstler vorhanden, nur beim Besucher kommen sie halt nicht an) zu "Es besteht eine Kluft zwischen …": statt Kluft => Dilemma und "meiner Meinung nach" einfügen Dilemma wegen Erwartungshaltung von Betrachtern, Künstler wüssten, was Kunst ist und hätten selbst keine Zweifel Zweifel mehr, was das Gezeigte angeht noch anschauen: [a] Das Kunstfeld – Eine Studie über Akteure und Institutionen der zeitgenössischen Kunst [b] Ulf Wuggenig (Fragen an Ausstellungsbesucher) Exkursion (für kleine Europa-Reise im Juli) Stationen: [1] Leipzig => Wien Fahrzeit 8:17h-8:21h über Dresden und Prag oder Nürnberg Ausstellungen: [x] Galerie Gugging Atelier 20km mit Fahrrad galerie gugging: MO-FR 10:00-18:00 museum gugging: DI-SO 10:00-18:00 [x] Im Rausch des Schreibens. Von Musil bis Bachmann, Literaturmuseum, Wien [2] Wien => Königssee (50min von Salzburg) / Salzburg Fahrzeit 3:24h Ausstellungen: - [3] Salzburg => Zürich 5h Fahrzeit [4] Zürich => Paris 5h Fahrzeit [6] Paris => Calais (2h)
Diplom Theorie Gespräch zwischen anderen #1
  • … Look.
  • [nicht verständlich, 6:40] Aber früher war es wirklich so. Die haben das so angemalt.
  • So heißt das erst seit fünf Jahren.
  • [nicht verständlich] … präsentiert.
  • Ja genau. Die waren auch alle …
  • Mhm.
  • … lackiert. Aber … äh …
  • [kurze Pause]
  • KUNST.
  • [kurze Pause]
  • Wann fängt die Kunst an.
  • [kurze Pause]
  • Hast du eine Nachricht?
  • Ne. Ich frage mich eben immer … Ne. Das ist dieser Auflade… Ich frage mich …
  • Aber stopp. Ich glaube, man kann das auch nicht beherrschen.
  • Wir können das auch wieder löschen.
  • Ich … Ich finde, man kann das auch nicht beherrschen.
  • [nicht verständlich]
  • Wenn jemand … Wenn jemand … äh … Also ich muss zum Beispiel sagen … so … so … äh … dass das Filmschaffen von [Name nicht verständlich] mit seinem Bildhaften, mit seinen … mit seinen Pausen … Die Leute SAGEN etwas in einer stehenden Szene …
  • Mhm.
  • Und dann ist Pause. Dann läuft das Bild noch drei Sekunden. Und dann ist Schnitt. Dann passiert das nächste. Das sind ALLES Bilder. Also der hat im Grunde so ein Stillstand darin. Das finde ich total gut.
  • Mhm.
  • Weil es mit diesem schnell geschnittenen Pop-Cinema aus Amerika total bricht. Und da gibt es auch tolles Pop-Cinema aus … aus Amerika.
  • Und was ist da Kunst für dich dran? Also … wo ist da … Also wo tritt … Ich fand das mit diesem in Kommunikation treten noch mal so spannend.
  • Wie … wie … wie …
  • Was … Wie würdest du das beschreiben? Was da …
  • Es gab …
  • … die Kunst dran ist.
  • Es gab mal so einen Film, den ich total … den ich total GUT fand. Der hieß Sin City. Habt ihr den mal gesehen?
  • Du hast mir glaube ich mal davon erzählt. Ich kann …
  • Das war … äh … das … das … ist letztendlich ein … äh … äh … Das ist ein Anime. Aber kein … kein Computer-Anime. Sondern es ist tatsächlich Zeichentrick. Und das ist … schwarz, weiß und rot.
  • Mhm.
  • Und … äh … Und das war … und … äh … das war nur eine … Rezitiererei. Von irgendwelchen … äh … Brutalo-Comics. Und … äh … Aber hatte dadurch eine ganz große ästhetische Geschlossenheit geschaffen.
  • Mhm.
  • Und … äh … Und … Das fand ich ganz interessant. Aber es waren letztendlich nur bekannte Versatzstücke.
  • [Pause]
  • Und … und deswegen bin ich da auch gar nicht so sicher. Ob ich das unbedingt als … Es ist eher ein Spiel. Ein Spiel mit Formen.
  • [Pause]
  • Und … äh … Wenn ich jetzt so … so … so … sowas wie Autodesign denke … Die … äh … die haben … also ich finde in den letzten zwanzig Jahren gabs … gabs SO viele Fehltritte. Äh …
  • Das stimmt.
  • Und jetzt fahren auch herum … total erfolgreich der Ford Fiesta. Der sieht so …
  • [lautes Geräusch]
  • … sowas von KACKE aus.
  • [Aufnahme Ende]
Friedrich-Büste und Standpunkt im Klassenraum aufgestellt
Friedrich-Büste und Standpunkt im Klassenraum aufgestellt
Diplom Theorie umsetzen für Einzelgespräch am Dienstag mit Daniels Dieter Daniels Zusammenfassung vorbereiten Struktur: (1) kurze Einleitung, (2) Ziel, (3) Methoden, (4) Ergebnisse und Ausblick Übergänge fließend, ohne Unterüberschriften kompletten Text noch einmal durchlesen und Stichpunkte machen, diese dann in Zusammenfassung aufgreifen Ergebnis der Diskussionen betonen und was es für Zukunft bedeutet W-Fragen: Wer hat …? Was …? Wann …? Wie …? Warum …? Weshalb …? Wozu …? Fazit ist eine wertende Zusammenfassung des Geschriebenen, wird oftmals nach Einleitung zuerst gelesen keine neuen Gesichtspunkte einführen möglichst ohne Zitieren erwähnen, was ich in Auseinandersetzung mit Thema erfahren und daraus gelernt habe (evtl. kurz kritische Erkenntnisse mit einfügen?) welche Aspekte sind besonders interessant, warum und mit welchen Thesen bin ich einverstanden / nicht einverstanden verständliche Sprache, sachlich, gradlinig Einleitung und Schluss sollten Einheit bilden in Einleitung Fragestellung, in Zusammenfassung Beantwortung selbstkritisch sein, von übergeordneten Standpunkt aus schreiben offengebliebene Fragen benennen Diplom Arbeit Friedrich-Büste und Standpunkt im Klassenraum aufgestellt bueste_klassenraum2-k.jpg vor einigen Tagen Büste in Klassenraum aufgestellt, später Holzkonstruktion, heute Plakate
Diplom Arbeit Papier auf MDF-Platte mit Tapetenkleister nach Trocknung doch ohne Luftblasen Ränder lediglich schlecht verarbeitet auch bei Sprühkleber und Fixierspray nach Trocknung kleine Papierwellen wieder weg bei Sprühkleber zukünftig Randbereiche besser bedecken (großes Bild in Notiz vom 12.6. von heute) 2 Holzleisten auf MDF-Platte Rückseite geleimt umsetzen fertigen Ständer mit Standpunkt in Hochschule für Einzelgespräch am Montag bringen Diplom Theorie Gespräch zwischen anderen #1
  • … Das ist eine Voraussetzung für alles, was darüber kommt.
  • Aber K… Kunst … äh … Kunst muss doch auch etwas auf… auf… auslösen. Auf einer anderen Ebene. Sonst … äh …
  • Ja. Mein Vater hat zum Beispiel diese ganzen Tüten(?) gemacht und hat gesagt: Er ist Kunsthandwerker. Er ist kein Künstler. Kann er nicht.
  • Mhm.
  • Und hat es dann auch so(?) betrieben. Da hat er seine Sachen perfekt gemacht. Da kann man halt eine Wand mit vollkacheln. Und …
  • Mhm.
  • Das ist gut über dem Ofen.
  • Ja. Jaja.
  • Und dann hat er halt [nicht verständlich, 26.5] verkachelt und … ähm …
  • Mhm.
  • Und damit war er zufrieden. Aber er setzt(?) sich … sah sich nie als Künstler. Ein Künstler macht was anderes. Ein Künstler ist ein bildender Künstler. Das […] ist halt Ideen. Oder er nimmt die Ideen auf und setzt die um.
  • Ja und bricht auch in seiner Kommunikation die Erwartung. Weil …
  • Ja.
  • Er hat … er hat ja im Grunde etwas sehr traviertes wiederholt.
  • Ja. Genau. Das …
  • Und von daher … von daher kann ich das sehr gut nachvollziehen.
  • Kunst kommt von Können … ist blödsinn. Weil man kann vielleicht sagen …
  • Naja. Das war jetzt auch so ein bisschen … bisschen provokant. Weil Kunst kommt von Können ist ja so ein Spruch, der … der … äh … der auch von Leuten gemacht wird, die … äh … die zum Beispiel … äh … Alle mögliche moderne Kunst neben … neben … äh … das stellen, was von vor hundert Jahren als Kunst gesehen wurde.
  • Mhm.
  • Also sozusagen darstellende Kunst. Und Naturalismus. Äh. Schlachtendarstellungen. Oder sowas. Mit Details, die einfach in sich stimmig waren. Und … äh … und wenn du dann … äh … irgendwas siehst, von Paul Klee daneben … dann sagt man doch: Äh. Das eine schaut doch aus wie eine Kinderzeichnung. Und das andere ist total detailiert. Da ist total viel drauf zu sehen! Das ist gut gemacht. Und wenn man dann sagt: Kunst kommt von können, dann sagt man natürlich …
  • [unterbricht, nicht gut verständlich, 1:30] Paul Klee … Jetzt mal mal ein Schlachtenbild! Er hätte dir eins gemalt. Das kann er ja.
  • Ja. Ja! Genau.
  • Natürlich hätte er es gekonnt.
  • Ja genau. Und das ist nämlich … Das ist nämlich die … die … das etwas weitere fassendes des … des ganzen. Weil … äh … man hat … oder das, was jemand KANN, oder das … was die Kunst …, darf man nicht unbedingt an einem … einem TEIL messen. Stell dir mal vor. Man nimmt irgendwie …
  • Mhm.
  • … irgendeine Skizze von … äh … äh … von … von … äh … hier … äh … wie heißt der … Picasso Pablo Picasso! Oder … Dali Salvador Dalí. Und … äh … und sagt dann: Oh, die ist aber so scheiße. Das ist ein Vollidiot gewesen!
  • [jemand zieht Nase hoch]
  • Also wenn man irgendwas vollkommen durchschnittliches … was einer von denen gemacht hat … und sagt: So, daran bemessen wir jetzt die ganze Kunst.
  • Mhm.
  • Das geht natürlich auch nicht.
  • Mhm.
  • Ohne [oder "oder?"] das ganze Können.
  • Stimmt.
  • [kurze Pause]
  • Aber ich finde … ich finde Kunst … Kunst ist immer … immer dann Kunst, wenn die … wenn die auch … ein in der rezeptiven, oder in der … Wahrnehmung … äh … Wenn die einen mit … irgendetwas unerwartetem konfrontiert.
  • [kurze Pause]
  • Und … äh … und … und deswegen … und deswegen den … den … den kommunikativen Prozess gestaltet. Und … äh … und wenn du NUR etwas machst … Zum Beispiel ICH haue jetzt eine Marmorsäule mit einem ionischen Kapitell, dann ist das keine Kunst! Dann ist das für mich NUR Handwerk Handwerk. Noch nicht einmal …
  • Mhm.
  • … Kunsthandwerk. Sondern es ist nur Handwerk Handwerk. Wenn ich die …
  • [unterbricht, laut in Mikrofon] Und ab wann tritt das für dich in Kommunikation?
  • … wenn ich die noch einmal mache. Obwohl es zur Sparte der Kunst gehört.
  • Mhm.
  • Aber … wenn ich das ionische Kapitell … neu interpretiere und … und die Dimensionen ändere. Und ein neues Material anbaue[?] … Und … äh … und die Leute stehen davor: Was ist das? Was … hat der gemacht?
  • Mhm.
  • Dann … äh … Und damit anfange zu spielen. DANN finde ich könnte ich das … würde ich das … bin ich eher bereit das in den Bereich Kunst einzuordnen. Als in den Bereich Handwerk Handwerk. Und man kann … man könnte durchaus auch … äh … äh … harwinger[?] Fliesen-Style künstlerisch interpretieren.
  • [kurze Pause]
  • Wenn man allerdings … Wenn man allerdings … äh … das traditionell … WIEDERHOLT … Und traditionelle Bilder auf traditionelle Art wieder produziert und …
  • Mhm.
  • … und vielleicht sogar … äh … seinen ganzen … Äh … der Tat[?, nicht verständlich 4:02] hat ja bestimmt auch geforscht, wie man es so macht, dass es gut aussieht. Und der hat ja bestimmt auch sich selber gebildet. Dieser Prozess des Experimentierens.
  • Und dann war es Handwerk Handwerk.
  • Ja. Trotzdem ist er … wollte er GENAU dahin kommen, wo die …
  • Mhm.
  • … Leute schon gewesen sind.
  • Mhm.
  • Mhm.
  • Nicht?
  • Stimmt.
  • Und deswegen kann ich das auch gut … gut verstehen. Ich würde das … Wenn ich DAS machen würde … und mir hätte es auch Spaß gemacht es zu machen …
  • [redet mit Bekannten gleichzeitig, deshalb teilweise unverständlich, 4:24]
  • Und es würde mir auch Spaß … das zu machen. Aber es ist … es ist … Handwerk Handwerk. Ich würde es auch genau als das bezeichnen.
  • [zögernd] Ja.
  • [Pause]
  • Und … und ich muss auch sagen: Um im Handwerk Handwerk GUT zu werden … äh … also man … man darf nicht sagen: Ja, ein Hauptschüler, der drei Jahre eine Ausbildung macht ist Handwerker. Das stimmt auch nicht.
  • A…
  • Weil es unter den Handwerkern auch … GRAUENHAFT schlechte gibt.
  • [laut in Mikrofon] Ab wann tritt denn für dich jemand in Kommunikation? Also ein Künstler dann … Ab wann … äh … ist es für dich denn gegeben, dass du sagt, es ist wirklich Kunst.
  • [Pause]
  • Ich nehme das hier übrigens gerade alles auf! Weil das Friedrichs Abschlussarbeit ist und er genau das … Ich frage euch danach dann, ob er das verwenden darf.
  • WIE. Du nimmst das gerade auf.
  • Ja. Das ist … äh … seine Frage! Genau das, was ihr hier besprecht …
  • Wie und dann zeichnest du das jetzt auf?
  • Ja. Das können wir auch wieder löschen.
  • [nicht verständlich, 5:20] … zwischen Kunst und …
  • Können wir auch wieder löschen! Äh … ich wollte es nur sagen. Ich hätte es euch danach auch gesagt. Ich kanns auch so wieder löschen. Es ist genau Friedrichs Frage für seine Abschlussarbeit. Er interviewt immer Leute genau zu diesem Thema.
  • [nicht verständlich, irgendwas mit "Interviewer", 5:31]
  • Ja, er würde dich glaube ich auch mal gerne interviewen. Oder euch mal interviewen. Also Leute, die nichts mit Kunst so ganz … ähm … professionell zu tun haben. Sondern genau das. Und das befasst ihn in seiner Abschlussarbeit. Und ihn interessieren GENAU diese Gespräche. Die wertet er aus.
  • Mhm.
  • Wir können das auch alles wieder löschen, aber es ist total …
  • Mein … mein …
  • … cool, dass ihr das … gerade so macht. Weil …
  • Weißt du … ich … ich habe ja auch so ein bisschen …
  • … das ist genau das Thema.
  • … sowas … äh … äh … Ich habe ja so einen ganz milden … so eine ganz milde Anarchie dadrinne. Ich mag zum Beispiel gerne … so … so alte Möbel. Weil die … äh … weil die … auch mit der … äh … mit der Erwartung von Ikea und von … von was nicht allem brechen.
  • [lacht]
  • Und … äh …
  • Das hast du schön gesagt!
  • Und … äh … aber letztendlich ja … letztendlich ja nur mit was schon längst dagewesen [?, 6:24]. Und das war ja genau so eine Normalität wie Ikea. Und zwar … und dann … auch noch in besonders bürgerlichen Haushalten.
  • Mhm.
  • Oder … oder beim [nicht verständlich, B. unterbricht, 6:32]
  • Mhm.
  • Ja.
  • Und … äh … genau das ist der nächste Schritt.
  • [nicht verständlich, 6:38]
  • Das heißt … Shabby Chic.
  • [6:40]
Diplom Theorie letztes Kapitel nach Telefonat mit Hans abändern meine Kritik an Arbeiten (von mir und anderen) und Überhöhung durch Wörter wie MALEREI (ohne handwerklicher Fähigkeiten) nicht in Diplom-Arbeit verhandeln im letzten Kapitel nur zusammenfassen, was bei Gesprächen herausgekommen ist jedoch aktuelle Erkenntnisse ausdrucken und Daniels Dieter Daniels bei Einzelgespräch geben, damit er sieht, was Gespräche bei mir bewirkten Recherche Schreiben (Notizen von Hans zum besseren Schreiben) (1) Wortwahl: immer besondere Wort, nicht das allgemeine, wählen Schwammworte: Faktor, Element, Moment Moment (2) Wortstellung: Sinnwort verlangt Stelle, die Redeton hat (also Anfang oder Schluß) im Vorfeld wenn es gefühlsbetont oder aufschlußgebend ist im Nachfeld, wenn es vorbereitet oder besonders unterstrichen werden soll Bsp.: "Obgleich er […], so hat er […] gewonnen." besser: "Obgleich er […]: gewonnen hat er […]." (3) in Überschriften zuerst Wesentliche: statt "Die geschichtl. Entw. des dt. Schiffbaus" "Der dt. Schiffbau und seine Entwicklung" (4) Satzbau Grundregel: Hauptgedanke erfordert Hauptsatz; nicht im Nebensatz einsetzen (5) Dass-Sätze: lassen sich teils durch Hauptsätze, teils durch weniger ungelenke Nebensätze ersetzen statt "Ich habe gestern erklärt, dass ich alle Verantwortung übernehme" "Ich habe gestern erklärt: Ich übernehme alle V." (6) bei logischem Zusammenhang zweier Gedanke: statt "weil", "wenn" (Unterordnung) "denn" (Beiordnung) statt "Karl konnte nicht kommen, weil er zu arbeiten hatte." "Karl konnte nicht kommen, denn er hatte zu arbeiten." (7) kurze Sätze (8) logische Bindewörter nur einfügen, wenn für Leser sonst schwer verständlich: denn, zwar, aber, dass, nämlich (9) Doppelpunkt: hilft Bindewörter zu sparen "Würden nur die Juristen schachteln: das wäre zu ertragen." (10) in Verben oder Hauptwörtern schreiben: Charakterfrage Wir hoffen <=> Wir haben die Hoffnung beschlißene <=> Beschlüsse fassen widersprechen <=> Widerspruch erheben "Die Hauptwörterei ist eine geistige Ermüdungserscheinung: die Menschen sehen die Welt nicht mehr in Bewegung, sondern in Erstarrung." (11) unnötige Beiwörter vermeiden, keine allgemeinen Hauptworte verwenden, die noch ein Adjektiv benötigen zusammengefrorene Verbindungen (schlecht): "Die brennende Frage", "die dunkle Ahnung", "der bittere Ernst" richtige Hauptwörter wählen unfähiger Arzt => Quacksalber unaufmerksamer Mensch => Schlafmütze weitschweifige Darlegung => Wortschwall unter uns langen endlose Wolken => unter uns lag ein Wolkenmeer (12) Adjektive nur: (a) wenn unerwartet, da überraschend und doch selbstverständlich wie "grobhaarige Dirne", "kurzgeschorene Sachlichkeit" im Gegensatz: "sanfter Eigensinn", "düsterer Triumph" (b) wenn sie nicht nur verzieren (c) sie differenzieren: "Fettes Fleich dürfen Sie nicht essen" (d) sie Begriff schärferem Umriss geben: "Die (strenge, spielerische, gotische) Architektur des Schlosses ist erlesen." (13) statt Fürwort (wie derselbe, ersterer, letzterer, welcher) Sache noch einmal nennen, oder mit neuem Wort beschreiben (14) statt sein => sich befinden haben => über etwas verfügen können => sich in der Lage sehen von => seitens wegen => anlässlich einerseits - andererseits und/oder => bzw. (15) lebendiger Stil Fragen einflechten Ausrufe: "Gestern kam ein junger Mann zu mir, und richtig!, mit einem Manuskript." (16) abstrakte Begriffe vermeiden Schicksal => Glück und Unglück Einwohner => Männer und Frauen wuchs nichts => wuschs weder Baum noch Strauch noch Gras (17) Abstrakta auf -ung, -heit, -keit vermeiden (18) Klarheit nicht zwei Gedanken auf einmal denken auswählen: Darstellen heißt weglassen Gliedern: Gliederung am Beginn klar ankündigen am Schluss Aufsatz: Welche Frage hat Autor eigentlich beantworten wollen und wie hat er sie beantwortet? zwischendurch Zusammenfassungen geben kleine Schritte: kein Glied aus Kette der Schlussvolgerung darf fehlen (19) Einwände Leser erraten und rechtzeitig widerlegen (20) Zahlen übersetzen: statt "Indien ist 4684000 qkm groß" => "Indien ist zehnmal so groß wie…" Studienreise Athen 2017 Aufzeichnungen aus Athen transkribiert und auf jeweiligen Tag verteilt
Klasse Bildende Kunst (Notizen aus Erinnerung) Ich versuche mich zu erinnern … [ kippe mir vom Klassentreffen übrigen lauwarmen Kaffee in Tasse ] Ich versuche mich zu erinnern … Kommilitone Kommilitone hatte Fahrradunfall, rechter Arm tut weh Ich versuche mich zu erinnern … versehentlich verstanden, dass eigene Arbeiten mit Bezug zu Athen mitgebracht werden sollen verhüllende Kästen vorgestellt in Verbindung mit Athen-Fotos wird schnell getrennt, geht lange Zeit um Kästen findet Kasten mit Fotoausdruck auf Rahmen gut in Mittagspause gehe ich vorzeitig (englischsprachiger Film soll danach gezeigt werden) mein Körper wäre da, mein Kopf aber nicht Ich versuche mich zu erinnern … Texte über Schulden werden herumgereicht, einer laut vorgelesen lächele beim Lesen eines Textes Kommilitonin Kommilitone empfindet Verbergen als … arrogant (oder anderes Wort, fällt mir gerade nicht ein) ich erwähne, dass ich das von zeitgenössischer Kunst allgemein so halte und das meine Reaktion ist meisten Betrachter (nicht im Kunstsystem drinne) verstehen viele Arbeiten nicht Arbeiten/Objekte werden von Kuratoren etc. mit Thema überzogen, das nicht von sich aus ersichtlich wäre meine Haltung, zeitgenössische Kunst allgemein zu kritisieren (und als Quelle eigene Erfahrung nennen), wird beantwortet Ich versuche mich zu erinnern … Mir fällt nichts weiter ein. irgendwie ein guter Tag Mir fällt noch etwas ein. Was war es? Ich versuche mich zu erinnern … meine … meine … nein erwähne, dass ich mich nicht als Maler fühle, nur weil ich Acrylfarbe verwendet habe auch nicht als Objektkünstler Du bist doch aber Künstler! stelle das in Frage Ich versuche mich zu erinnern … Diplom Theorie Zwischenstand Korrekturen von Hans (vergangene Tage erhalten und eingearbeitet) Einleitung Frage / Ziel Vorgehen
wieder ein Tonstreifen um Skulptur herum, Rille eingearbeitet
wieder ein Tonstreifen um Skulptur herum, Rille eingearbeitet
Ansicht von unten
Ansicht von unten
Studium 1 0
Standpunkt "Morgen Kinder wirds was geben" (im Kopf jedoch mit schrillen Kinderstimmen)
  • [ 3 Uhr nachts aufgewacht ]
  • Ich kann nicht mehr schlafen.
  • Bin TOTAL müde.
  • [ kurze Pause ]
  • Aber Gedanken dazu … halten mich wach.
  • [ Pause ]
  • Dazu sch… schwirrt ständig … das Weihnachtslied … Morgen wirds was geben … im Hintergrund in meinem Kopf herum.
  • [ Aufnahme Ende ]
2017-05-17_1.mp3 2017-05-17_2.mp3
Diplom Theorie (die letzten 7 Tage bearbeitet) Zwischenstand neuer Titel: Was würde Oma dazu sagen? Einleitung von Hans korrigiert Beispiele für Interviews / Gespräche eingefügt 1) Befragung Passanten zu Performance 2) Befragung Passanten zum Kunstbegriff 3) Gespräch zwischen 2 Bekannten Erkenntnisse weiter ausgebaut darauf achten, dass es nicht zu negativ rüber kommt Kritik an Arbeiten von Kommilitonen, Erwähnung Professor, überdenken? Herme Werkstatt Plastisches Gestalten Holzkeile etc. entfernt Büste umgedreht steht stabil durch Einguss-Bereich an Nase mit 2 Keilen zusätzlich stabilisiert Tonschicht bis zu Gipskante abgetragen Tonklumpen gereinigt 2 Tonquader hergestellt, für spätere Tonscheiben wieder ein Tonstreifen um Skulptur herum, Rille eingearbeitet silikon19-k.jpg Tonscheiben über gesamte Büste gelegt und geglättet wie bei Vorderseite Einguss-Bereich an hoher Stelle (hier rechtes Schulterblatt) bis zum linken Schulterblatt kleine Tonschiene gebaut, damit später dort kein Hohlraum 1 Entlüftungskanal am Hinterkopf damit Luft entweichen kann wie bei Vorderseite kleine Übergänge an ausgedehntesten Stellen Tonscheiben an Büstenkante gelegt auch dort kleine Rille in Ton gearbeitet dicke Tonschicht unter Büstenkante gelegt, damit Gips nur bis dahin fließt Ansicht von unten silikon24-k.jpg am Ende alles mit Folie abgedeckt versuchen nächsten Mittwoch schon 10:30 Uhr da sein morgen um 9 Uhr in Werkstatt, Mitarbeiter unterstützt mich beim Gipsguss Friedrich Fröhlich, erschöpft und zufrieden versuchen Rölli ab 15 Uhr wegen erneuter Unterschrift zu erreichen nicht angetroffen, heute noch E-Mail schreiben
mit Holzkeilen und Leisten bis zu dieser Höhe Fläche gelegt
mit Holzkeilen und Leisten bis zu dieser Höhe Fläche gelegt
Scheiben aus Ton an Formrand gedrückt
Scheiben aus Ton an Formrand gedrückt
Einguss an Nase
Einguss an Nase
Studium 2 0
Diplom Theorie Zwischenstand Standpunkt 2 Uhr frühs aufgewacht, Gedanken zu gestrigem Klassentreffen (siehe Aufzeichnung; da mitten in Nacht sehr direkt) 2017-05-10.mp3 Herme Werkstatt Plastisches Gestalten von 12-18 Uhr 1. Schale für Silikonform mit Mitarbeiter hergestellt Kopf auf Tisch gelegt breiteste Ausdehnung mit Bleistift markiert mit Holzkeilen und Leisten bis zu dieser Höhe Fläche gelegt silikon1-k.jpg Tonklumpen in 4 große Quader geschlagen Scheiben aus Ton an Formrand gedrückt silikon9-k.jpg 8mm Tonschicht über Folie gelegt, glatt gestrichen 1cm dicke Tonleiste an Rand verlegt, wird später mit kleinem Holzstück noch geformt Einguss an Nase silikon2-k.jpg Entlüftungskanäle an Brust an ausgedehntesten Stellen wie Schulter und Kinn kleine Tonübergänge, damit später Luft entweichen kann Formschlösser für Gipskörper Gips anmischen: 1. Wasser, dann Gips, bis es nicht mehr sinkt Gips langsam einstreuen, nicht umrühren (dann wird Gips schneller fest) Gipsmilch über Form verteilt, mehrere dünne Schichten mit Jute und Holzwolle zur Stabilität vermischt Friedrich Fröhlich, erschöpft aber zufrieden
Modell 1:10 mit Aufstellern
Modell 1:10 mit Aufstellern
Modell Klassenraum von Kommilitone für sein Diplom
Modell Klassenraum von Kommilitone für sein Diplom
Diplom Arbeit vergangene Tage für Diplom Arbeit Modell 1:10 hergestellt 5 Aufsteller, 2 mit Füßen, Ausdrucken von Standpunkten Modell 1:10 mit Aufstellern modell5-k.jpg Standpunkte übereinandergelegt Modell von Kommilitone Kommilitone vom Klassenraum Modell Klassenraum von Kommilitone Kommilitone für sein Diplom modell2-k.jpg Skizze Raumhöhe und Fensterfront Grundriss Klassenraum (Notiz von übermorgen) Sammlung Standpunkte ausgedruckt Diplom Theorie (mit Notizen von morgen) Zwischenstand eingefügt: Einleitung (2 Seiten) Fragenstellung und Zielsetzung (mit Unterpunkten Vorgehen und Gesprächsparnter 1 Seite) Einzelauswertung Interviews (Themenkatalog und Zentrale Kategorien als Unterpunkte, ingesamt 8 Seiten) Zwischenstand
Standpunkt Diplom Theorie Zwischenstand Pausen-Gespräche mit Christian eingefügt Themen #individualistisch und #elitär eingefügt (folgende Notizen von gestern) Diplom Theorie Zwischenstand Schlussworte eingefügt aktuell fehlende Bilder ergänzt nachher noch Readymade Ready-made (Duchamps Pissoir und Feuerlöscher Feuerlöscher) machen (nachmittags) Pissoir, Feuerlöscher Feuerlöscher und Papiereimer eingefügt neuer Zwischenstand E-Mail an Daniels Dieter Daniels geschrieben mit Anhang Zwischenstand umsetzen nachher Modellierzirkel und Papierrolle (1.40x20m) kaufen
Originalbüste
Originalbüste
Holzbüste, aktueller Zustand
Holzbüste, aktueller Zustand
Studium 0 1
Werkstatt Plastisches Gestalten Originalbüste holzb2-k.jpg Holzbüste, aktueller Zustand holzb5-k.jpg Druntersicht, schaut nicht gut aus Seitensicht, schaut nicht nach mir aus Ohne Nasenflügel insgesamt: habe das Holzstück immer weiter verkleinert aktueller Zustand: Kopf kleiner als Original kann eigentlich nichts mehr bearbeiten wenn Büste ganz weit oben ist, dann erkennt man Fehler vielleicht nicht Büste aber ansonsten keine gute Studenten-Arbeit ab kommende Woche mit Mitarbeiter Silikonform aus Gipsbüste herstellen danach kann ich mehrere Büsten gießen und Dinge ausprobieren Diplom Arbeit weiterhin einmal mit ganz leichtem Material abgießen (Acrystal Basic Crystal) dann auf überlangen Ständer befestigen und für Einzelgespräch im Klassenraum aufstellen Silikon rund 30 EUR/kg = 120-200 EUR für Büste (mit freundlicher Unterstützung der FdK F. Fröhlich finanziert) überlegen, was ich an aktueller Gipsbüste noch ändern möchte allgemein: zuerst Wasser, dann Gips reinstreuen bis es nicht mehr sinkt günstigen Gips wie Kommilitone Kommilitone verwenden: Supraduora Friedrich Fröhlich, ernüchtert Diplom Theorie Zwischenstand mit Titelseite und Inhaltsverzeichnis Titel Kapitel geändert in "Der Anfang", "Was ist Kunst?", "#greifbar", "#schön", "#hässlich", "#interessant", "#Spielerei", "#besonders", "#ausdrucksvoll", "#groß", "Expressionismus", "Zeichnen wie ein Kind" und "Schlussworte" umsetzen morgen Schlussworte aller 3 Gespräche sammeln
Diplom Theorie Zwischenstand , PDF (erste Versuche automatisch Sprechblasen zu erzeugen) (abends) (1) Thema Kinderzeichnung (unter Ausdruck) hauptsächlich mit Alexander und Oma mit Mondrian-Vergleich und die "Bei Oma zu Besuch"-Zeichnung zwischendurch Gespräch mit Christian (über kindliche Zeichnung in Galerie) Emma als Beispiel bei Christian (2) Kriterium Größe mit Christian (kindliche Zeichnung groß) mit Alexander (schiere Größe bei Richter und Balloon Dog)
Diplom Theorie Zwischenstand Aufteilung: (1) Einleitung mit Christian (Das kann ich auch!) mit Alexander (Abgrenzung Betrachter vom Kunstraum) mit Oma (oft nicht verständlich) (2) Was ist Kunst? vor allem mit Oma unbeantwortet am Ende (3) Kriterium greifbar mit Oma (Realismus) mit Alexander (Porno) (4) Kriterium schön vor allem mit Christian (Design-Objekt) zwischendurch mit Alexander (Koch) zwischendurch mit Oma (van Goghs Kornfeld) (5) Kriterium hässlich mit Oma ("Der Schrei") kurz mit Christian (Installation Akkuhammer) (6) Kriterium interessant mit Christian (Installation Ventilatoren) (7) Kriterium Spielerei mit Christian (Installation Ventilatoren) (8) Kriterium besonders mit Christian (es muss sich abheben) mit Oma (Technik bei Van Gogh, Geradenbilder) ganz kurz mit Alexander (9) Kriterium Stil als Ausdruck mit Oma ("Der Schrei") (9.1) Expressionismus mit Oma ("Der Schrei") Noch offen: Kriterium harmonisch, Kriterium bleibend, Kriterium Komposition, Kinderzeichnungen, Readymade Ready-made (Duchamps Pissoir, Feuerlöscher Feuerlöscher), Münk. Münich. Munk
Diplom Theorie Zwischenstand versucht alle 3 Gespräche miteinander zu verknüpfen einige Wörter entfernt bzw. hinzugefügt, damit Übergänge flüssig bei Gesagtem immer in Klammern Interviewpartner und Nummer Sprechblase angegeben später nachvollziehbar und ich sehe, was schon verwendet wurde (1) Einleitung fängt mit Fahrt nach Basel zu Christian an "Im Frühling dieses Jahres fuhr ich mit der Bahn nach Basel. Zu Christian, Flugbegleiter und gelegentlicher Museumsbesucher. Um in Galerien, auf der Straße und im Restaurant eines Kaufhauses etwas über seine Meinung zur Kunst zu erfahren." seine These: "Na Kunst sollte ja schon irgendwie was besonderes sein. Oder? (3;13)" Überleitung zu Alexander "Ende letzten Jahres, es ist kalt, aber kein Schnee weit und breit, machte ich mich mit dem Bus nach Potsdam auf, meiner Geburtsstadt. Dort traf ich Alexander. Alexander, eher der Büromensch, ganz selten in Museen anzutreffen, versuchte unlängs Gerhard Richter Gerhard Richter mit einem eigenen Rakelbild nachzueifern." Thema "Wer gehört zum Kunstbetrieb?" Übergang zu Oma "Omas häufigster Ausruf ist 'Mhm'. Deshalb passt das auch ganz gut in Alexanders Gespräch hinein. Oma war kurz vor Neujahr in einer Pension in der Nähe von Senftenberg untergekommen, was für mich eine Gelegenheit darstellte, sie über ihre Ansichten zur Kunst zu befragen." Thema "Zeitgenössische Kunst oft unverständlich" endet mit Beispiel Pissoir > Alexander fordert greifbareres > Oma realistische Bilder (2) Was ist Kunst? kurzes Gespräch mit Oma (3) Greifbare Kunst Realismus und Alexanders Erfahrung im Pompidou (4) Kriterium schön noch machen, mit Christian und Oma (5) Kriterium besonders noch machen (6) Readymade Ready-made noch machen
Emma malt
Emma malt
Emma als Mark Rothko
Emma als Mark Rothko
Diplom Theorie zu Gespräch mit Oma noch ägyptisches Bild anfügen weitere Gesprächsthemen bei Christian Meine Sicht: vieles nicht verständlich Individualismus als Begründung Eingeengte Interpretationsmöglichkeit Kunst ist elitär Der normale Betrachter KANN es halt nicht verstehen Arbeit Ventis Spielerei, ohne Bedeutung, aber lustig Es passt in keine andere Kategorie, also ist es Kunst Funktion von Gegenstand umgedeutet Interessant, nicht schön Also ist es Kunst Feuerlöscher Feuerlöscher im Kunstraum Lustig als Argument dafür, dass man hinguckt Nothämmer im Kunstraum Handwerklich und besonders Es muss eine Bedeutung haben Überhöhte Preisvorstellung Beschreibungstexte zu Arbeiten Er gibt sich Mühe Größe, zeitgenössische Kunst, sagt nichts Feuerlöscher Feuerlöscher Kunst um der Kunst willen L’art pour l’art Ist das der richtige Feuerlöscher Feuerlöscher? Gespräch mit Aufsicht, nicht verständlich Mal "cool", mal "langweilig" Ab wann ist ein Feuerlöscher Feuerlöscher ein Feuerlöscher Feuerlöscher? Richtiger Künstler abgehängtes Regal Alter Mann zum Stuhl: Gehört das hier dazu? Essen-Frage Am Frühstückstsich Markt und Kunst Kunst sollte unabhängig vom Markt sein Big Business Kinderzeichnung nach Lauta zu Emma mit Rolle Papier, dicken Stiften, Pinsel, Acrylfarbe gefahren Papier auf Tisch ausgerollt, 140x240cm erste intuitive Aktion, nachdem ich Emma auf Papier gehoben habe auf Boden zuerst mit Buntstiften weitergezeichnet relativ schnell eine lange Linie von einer zur anderen Seite gezogen ebenfalls mit EMMA signiert mit Armen weit ausgeholt, kein eingeengtes Verhalten Emma malt kinderzeichnung_4-k.jpg umsetzen Papierrolle nach Lauta schicken, damit Emma weiter groß zeichnen kann Emma als Mark Rothko mark-rothko-k.jpg Archiv Friedrich Fröhlich in Lauta
Vorschau Standpunkt für Klassenraum
Vorschau Standpunkt für Klassenraum
Vorschau Standpunkt, handgeschrieben
Vorschau Standpunkt, handgeschrieben
Diplom Arbeit Vorschau Standpunkt für Klassenraum standpunkte1-k.jpg weitere Beispiele für Ausdrucke mehrere solcher Holzkonstruktionen mit Ausdrucken (A2 oder A1?) gegen eine Wand lehnen evtl. mit mehreren Papieren je Konstruktion übereinander, können durch anheben angesehen werden (sind oben mit Nagel oder so an Platte befestigt) Vorschau Standpunkt, handgeschrieben standpunkte6-k.jpg Skizze links und rechts von Herme/Büste Lautsprecher übereinandergelagerte aufgezeichnete Gedanken werden abgespielt, siehe Beispiel geht über 50min auf 10min kürzen, einmal stündlich abspielen bei Diplom-Präsentation: wie lange darf ein Video sein?; daran orientieren Idee mit überlangem Ständer (wie in Werkstatt) und Gipsbüste finde ich gerade besser als Herme Gipsbüste mit Silikon Negativ herstellen, dann mit sehr leichtem Material noch einmal abgießen würde mehr die Idee von Kunststudent wiedergeben (im Lernprozess) umsetzen in Metallwerkstatt(?) nachfragen, ob ich dort Konstruktion bauen kann Skizze Gespräche über Kunst: 3 lange Papierbahnen, A4-Papier aneinandergeklebt gut zusammengefasst: "Was würde Oma dazu sagen?" über den Raum verteilen? Diplom Theorie Gesprächsthemen bei Christian Was ist Kunst? Kriterium Besonderheit / muss sich abheben Graffiti Es hebt sich ab Wo fängt Ungewöhnliches an? Land Art Kunst muss bleibend sein Voyager Golden Record Schönes Objekt ist keine Kunst Toteninsel von Böcklin Besonders = Komposition und gegenständlich Interpretationsmöglichkeiten zu viele Gedankengänge Künstler und Betrachter sollten sich ähneln zu hoher Preis für Kunstwerk Über Kunst laufen Keine Kunst, oder doch? Mit Symbolkraft Nur was besonderes, da im Kunstraum Mehr Kunst, weniger Kunst, Graubereich Kriterium, überhaupt zu fragen, ob es Kunst ist Definition eindeutig Je nach Galerie ist es Kunst oder Geldkunst Repräsentant des Marktes Rote Punkte furchtbar baumarktmäßig Absichtlich unsauber Kann ich selbst machen! Kunst ist, was der Markt als Kunst definiert Wenn ich das sehe, denke ich an meinen Keller verhüllte Arbeit Sinnloses = Kunst Alles was da hängt wird zur Kunst Kindliche Zeichnung Besonders, da groß Sehr furchtbar, furchtbar und nicht so furchtbar Kindliche Zeichnung Intuitive Entscheidung Kinder würden nicht so groß zeichnen Beziehung Kunstmarkt Gesellschaft Baumarktästhetik In Kunst gehen Passt nicht in Wohnung
Studium 1 0
Diplom Arbeit Gespräch mit mir #4
  • (fünf Uhr nochwas aufgewacht, konnte nicht mehr einschlafen)
  • Zur Überlegung wie ich den Klassenraum zu meiner Diplom-Arbeit… ähm… füllen würde.
  • Wie gehabt stelle ich mir die Herme vor.
  • Bis zur Decke!
  • Blickt herab auf die Betrachter.
  • Ähm… Ein Geradenbild. Das Porträt!
  • Allerdings geöffnet. Der Rahmen.
  • Eine Kinderzeichnung!
  • Vielleicht noch die ein oder andere Arbeit. Zwischendurch.
  • Aber: Hauptsächlich TEXT.
  • Und zwar… auf… Pappe.
  • So einer die ziemlich dick ist.
  • Also die… ähm… noch so Abstands… ähm… Leisten… dazwischenhat. Das sie halt nach vorne tritt.
  • Die würde ich… ähm… unterschiedlich zuschneiden. Und darauf… ähm… handschriftlich meine Standpunkte raufschreiben. Das wären sozusagen eine Art von Sprechblasen.
  • Über den gesamten Raum verteilt!
  • DAZWISCHEN… A4-Ausdrucke.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Ebenfalls von meinen Notizen.
  • Zu den Geradenbildern. Zu… den kindlichen Zeichnungen. Zu den verhüllten Arbeiten.
  • Zu der Herme!
  • Also sozusagen ein riesengroßer… ähm… ähm… Denk… Wissen… Meinung… Zweifel Zweifel… RAUM.
  • Dann noch… ähm… die Gespräche mit anderen. Über Kunst! Wo ich ja sozusagen auf der Suche bin.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Und zwar ALLE Gespräche auf… ähm… Also… Auf… Ja. So rollenartig! Also das heißt: Entweder ganz viele A4-Blätter ausdrucken und nacheinander ankleben.
  • Das sie dann… äh… ganz lange Bahnen ergeben!
  • Oder halt wirklich gleich auf… ähm… auf einen langen… Papier… ausdrucken lassen. Im AV-Labor.
  • Das wären… ähm… drei Bahnen.
  • Unterschiedlich lang natürlich!
  • Und dann noch… äh… einmal stündlich am Anfang würde ich gerne das… das… äh… die Aufnahme abspielen lassen. Über zwei Lautsprecher. Links und rechts von der… äh… großen… äh… Pappwand. Also links und rechts von der Herme sozusagen.
  • Ähm.
  • Und zwar die Aufnahme, wo… ich… äh… sch… meine Gedanken…
  • [Krähe krächzt]
  • … aufgezeichnet habe. Hier. Und die ich dann überlapp… überlagert habe. Also wo sozusagen ein Stimmengewirr ist.
  • Zwischendurch kommt auch mal… ähm… kommen auch mal ein paar Klavier… äh… Klänge! Bei heraus.
  • Sozusagen.
  • Ähm.
  • Da WALLT sich was zusammen!
  • Ähm.
  • Genau.
  • Dass das einmal die Stunde… Ich denke mal, das sind fünf Minuten gewesen. Da so abgespielt wird.
  • Ja. So stelle ich mir das halt vor!
  • [kurze Pause]
  • Das setzt natürlich voraus, dass die Holzherme auch wirklich… fertig wird.
  • Also dass sie wirklich… äh… so ist, wie ich es mir vorstelle.
  • Da bin ich jetzt aber jetzt aber sehr gut drauf. Seit gestern. Wo ich mir das noch einmal angeguckt hatte.
  • Das war nämlich gar nicht mal so verkehrt! Das mal mit Alkohol Alkohol zu versuchen!
  • Die Nase ist zwar… ähm… zu klein geworden. Da muss ich… ähm… halt ein Stück Holz… ähm… neu dran befestigen. Dass dann also noch einmal bearbeiten.
  • Die Nasenspitze ist zu kurz!
  • Aber die Wangen finde ich jetzt zum Beispiel besser!
  • Die sehen fleischiger aus.
  • Ähm.
  • Übergang von Nase zur Stirn… der stimmt noch nicht!
  • Also der entspricht nicht meinem Pro… Profil.
  • Die Stirn könnte halt zu… äh… schnell nach hinten gehen.
  • Aber da kann ich halt die gesamte Figur noch nach hinten… äh… schieben.
  • Da der Hals nämlich auch noch viel zu dick ist!
  • Also das heißt, da ist noch genug… ähm… Material da.
  • Hinterkopf könnte dann vielleicht ein bisschen kleiner sein.
  • Aber das ist… ähm… Das ist jetzt noch… Das finde ich jetzt noch nicht wichtig. Vielleicht kann ich da auch noch einmal ein Holzstück dranmachen.
  • Ähm.
  • Ja.
  • Augenpartien und so stimmen jetzt auch noch nicht.
  • Das werde ich heute halt wieder anfangen… ähm… im Profil auszuarbeiten!
  • Aber ruhig ein bisschen gröber!
  • Nicht… äh… Nicht gleich wieder so fein werden. Das habe ich jetzt ja gelernt.
  • Bei der letzten Sitzung!
  • Und auch immer wieder von unten die Herme anschauen!
  • Weil das ist ja im Endeffekt der Blick, der… äh… der der Betrachter dann… äh… den der Betrachter dann einnimmt.
  • [Pause]
  • Das gute halt bei einer solchen Präsentations…form im Klassenraum, ist, dass… äh… ich mich nicht auf eine Arbeit… ähm… konzentriere. Und die dann auseinandergenommen wird.
  • Oder die ich selbst auseinandernehmen muss!
  • Also wo dann eben solche… ähm… Fragen, die mich gerade wirklich nerven… Ähm… Was ist deine Intention Intention? Ähm. Was willst du uns damit sagen?
  • Warum diese Größe?
  • Warum diese Farbe?
  • Warum dieses Material?
  • Blablabla!
  • Ich denke, das fällt… das geht halt eher in den Hintergrund. Weil es dann halt wirklich bei dieser Präsentationsform, also mit den ganzen… äh… Gedanken… äh… ausgedruckt…
  • Mit den… mit den Lautsprechern halt audio… wie heißt das? Audiovisuell. Geäußert.
  • Die Gespräche über Kunst auch einmal einfach… ähm… ausgerollt.
  • Ähm.
  • Da ist die Konzentration jetzt einfach nicht bei der Herme. Sondern auf das Gesamte.
  • Ja!
  • Was ich halt in den letzten fünf Jahren gemacht habe. Und das heißt, ich habe studiert.
  • Das heißt, ich habe gelernt!
  • Und es geht jetzt nicht um diese Herme. Sondern es geht um… äh…, dass die Herme halt Teil meines Studiums war. Dass ich mir dazu Gedanken gemacht hatte. Das ist dann ja auch da. Festgehalten.
  • Ähm.
  • Aber ich muss das eben nicht alles so… so…
  • Glatt!
  • … äh… durchdefinieren. Oder deklinieren. Oder wie das heißt.
  • Sondern es DARF… es MUSS… es DARF Stolpersteine… äh…
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • … haben.
  • [kurze Pause]
  • Denn das ist es ja eben. Ich habe… Ich weiß noch nicht, was ich mache. Ich… äh… probiere halt ständig aus.
  • Und ich denke, das kommt dann in dieser Form sehr sehr gut rüber. Und ich DENKE, da fühle ich mich auch extrem wohl.
  • Das ist jetzt wie bei der… äh… Diplom-Arbeit! Wo ich eben nicht von fremden Leuten mir Bücher durch… äh… lese. Und… äh… daraus zitiere. Und mir zwanghaft sozusagen… ähm… da einen Text zu…
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • … zusammen… äh… suche.
  • Ähm. Auch wenn es vielleicht ein Thema wäre, was mich interessiert hätte. Sondern das ist jetzt aktuell bei der Diplom-Arbeit wirklich so… Die ist so, wie ICH gerade denke.
  • Handel!
  • Und wie auch andere, die ich kenne, denken und handeln.
  • Also einfach deren Meinung dann noch einmal zusammengetragen.
  • Meine Sicht darauf!
  • Meine PLATTE Sicht. Auch manchmal.
  • Ähm.
  • Und dann… Zwischendurch halt eben auch mal… ähm… auf irgendwelche Kunsthistoriker oder andere Künstler halt… äh… verwiesen. Die da auch natürlich ihre Meinung zu hatten.
  • [kurze Pause]
  • Aber hauptsächlich eben es auch hier darum geht, zu zeigen, … So einen Denkprozess.
  • Bei der Diplom-Arbeit wäre das halt… äh… Arbeitsprozesse.
  • Und hier bei der Diplom-Theoriearbeit eben Denkprozesse!
  • Was ist Kunst?
  • Was ist meine Kunst!
  • Warum ist das Kunst?
  • Warum ist es keine.
  • Ähm.
  • Genau.
  • [kurze Pause]
  • Also wenn das so klappt wie bei der Diplom-Arbeit jetzt… bei der Praktischen… dann ist alles bestens.
  • [Aufnahme Ende]
Werkstatt Plastisches Gestalten weiter an Herme gearbeitet wieder ein ganzes Stück nach innen gearbeitet, dadurch wird Hinterkopf kleiner ansonsten hätte ich Stirnbereich mit Holzstück auffüllen müssen später noch Nasenflügel durch Holzstück ergänzen Friedrich Fröhlich, erschöpft und zufrieden (auch wenn Gesicht noch immer nicht ganz getroffen) Diplom Theorie Gesprächsthemen bei Oma (vorgestern angefangen) Zweifel Zweifel an eigenen Arbeiten Ausstellungsbesucher Teilnehmer Kunstsystem Unverständnis bei Besuchern Stuhl als Kunstobjekt Beim Betrachter muss sich etwas regen Definition Kunst Mit Definition schwer tun, da es einzwängt Malerei als Vorläufer von Fotografie Krise der Malerei Landschaft Van Gogh Unterschied realistische und subjektive (krank?) Malerei abartig als Beschreibung Ein Strich kann naturalistisch oder abstrakt sein Natur kopieren vs. empfinden Schön und nicht schön Der Schrei Schön, da echt harmonische / disharmonische Bilder Hässliche Bilder Generationenfrage Auflehnung gegen den Realismus Idealvorstellung im realistischen Porträt Disharmonie = wirklichkeitsfremd Kunstauffassung Realismus Das Bild schreit Münk Munk Munk Expressionismus Alltag in der Kunst "Die Ährenleserinnen" und Harmonie Komposition in naturalistischer Malerei Marke Van Gogh Eigener Charakter in Kunstwerk Jean-Baptiste Camille Corot Naturalistisches Bild entspricht nicht Realität kranker Van Gogh und Munch Edvard Munch Symbolismus Zu ihrer Zeit nicht anerkannt Französischer Salon Neue Wege in der Kunst Toleranz Piet Mondrian Bild vs. Farbkomposition Mondrian und Bettwäsche kein Empfinden beim Betrachten Spielerei Bauhaus Bauhaus Gute Kunst heißt nicht unbedingt schön Pissoir von Duchamp Marcel Duchamp Unbekannter Künstler vs. berühmter Künstler Kunst im weitesten Sinne Abfalleimer im Klassenraum Ich muss etwas empfinden können Omas Kunsterfahrung Loakoon-Gruppe Dresdner Knabe Skulpturen: Wirklichkeit oder Harmonie Größenverhältnisse bei Laokoon-Gruppe Ägyptische Kunst Grabkammer der Nefertari Schön, auch wenn anders als europäische Kunst Nofretete, nicht so schön wie dargestellt Ägyptische Kunst und van Gogh Vincent van Gogh Elke betritt das Zimmer Ägyptische Kunst vs. Picasso Pablo Picasso Japanische Zeichnungen und Afrikanische Kunst Komische Bilder von Picasso Pablo Picasso Entartete Kunst Lustig und kreativ, aber nicht schön Picasso Pablo Picasso ist für mich hässlich Kunstrichtung Mondrian Kein Bild / Bild Ägyptische Kunst Wissen macht Kunst zu Kunst Symbolismus Wissensdurst Picasso Pablo Picasso und ägyptische Kunst El Greco El Greco und Moderne Kunst Bildanalyse Entkleidung Christi, El Greco Realistisch / Unrealistisch / Betont Symphatische Bilder Rembrandt Ich empfinde mehr bei Rembrandt als bei Picasso Pablo Picasso Realistisch / Unrealistisch Rembrandt vs. Picasso Pablo Picasso / Mondrian Technik wird Künstler zugeschrieben Dargestelltes wichtiger als Stil Künstler uninteressant Kunststudenten sollen eigenen Stil entwickeln Mein Geradenporträt Gestaunt Van Gogh vs. Ich Getreide = Linien Picasso Pablo Picasso / Van Gogh vs. Ich Lebendiges Bild durch Blick, Mund, Wangen Bewegung Kinderzeichnungen Zeichnung "Bei Oma zu Besuch" Zugang zu kindlichen Zeichnungen Sonne in kindlicher Zeichnung und bei Mondrian Bild vom Hobbykünstler Hobbykünstler interessant Harmonische und schöne Kunst Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich Ausgesprochen schön Gefühlige Ausdruckskunst Konservativ verhüllte Arbeiten Was ist für DICH Kunst? Alles kann Kunst sein Emmas zerknautschter Zettel Omas Grenzen Alltagsgespräche
Diplom Theorie weiter Schwerpunkte Gespräche ausgearbeitet aktuell bei Alexander: Frage nach Definition von Kunst Bedeutung Betrachter für Kunstsystem Teilnehmer Kunstbetrieb Meinung vom Ausstellungsbesucher, unverständliche Kunst Hobbykünstler Hobbykünstler voreingenommen, Kunst schon definiert? Kunst und Gesellschaft Bildungsauftrag Museum Öffentliche und private Museum Fürs Ausstellen bezahlen Gerhard Richter Gerhard Richter Künstler gestaltet Ausstellung mit Galerien Künstler bezahlen Ausstellen für die Biografie Geldverdienen mit Kunst Kunst als Geschäftsmodell Künstler und Alltagssorgen Beruf Künstler Verkaufskünstler Kritik an meine Interviewführung Sicht aus der Rechtswissenschaft Kunst im Grundgesetz Gesetzgeber kann Kunst nicht definieren Kunstfreiheit Ansichten Gesprächspartner hinterfragen Geschäftsmodell Kunst Handwerk Handwerk und Kunst Begabung und angelerntes Können komische Definition von Künstler Berufsbild Künstler, Eigenschaften Rechtswissenschaftler Ausgangspunkt Begabung oder Handwerk Handwerk Schreiner, Koch, Künstler Koch wirklich Künstler? Intention Intention eines Kochs Koch und Kreativität Hässlich = Kunst Kunst im weiterem und engeren Sinne Metapher Trichter Kunst als Marke Geldverdienen als Ausgangspunkt Anfang und Ende von Kunst Beuys Joseph Beuys Fettecke Erfolg nach Tod des Künstlers Kunstbegriff abhängig vom gesellschaftlichen Wandel Wann ein Markt vorhanden ist Tisch mit Aggregat (siehe Umzugskarton Freiburg) Kunst im öffentlichen Raum Aufschrei Bevölkerung, Banalität Steuergelder Markt als Spiegel für Akzeptanz Kunst Kunst ist, wenn jemand sagt, es ist Kunst Kunst im weitesten Sinne Sicht des Künstlers und Betrachters auf ein Objekt Künstler muss überzeugt sein, Kunst zu machen Formen auch von Kindern umsetzbar, ohne Begabung und Handwerk Handwerk Unterschied zu Kindern: Idee Kritik am Interview Schmähgedicht und Kunstfreiheit Satire / Gratwanderung Schmähgedicht = Kunst, da Gedichtsform? Nicht jeder, der denkt, Kunst zu machen, ist Künstler Unterschied öffentliches und privates Äußern Kunst durch Wiederholung Greifbare Kunst Duchamp Marcel Duchamp Pissoir Überraschungsmomente bei moderner Kunst Porno oder Kunst? Reaktion Besucher Porno = Kunst, da im Museum Pissoir im Kunstraum und in Bahnhofstoilette Wo beginnt und endet Kunst? Kunst braucht Markt, wird ausgestellt, bekommt Wert Markt = Interesse geweckt Gibt es Kunst ohne Markt? Gute Kunst Alltag im Kunstraum Kunst kaufen, da begrenzt, begehrt, teuer Kunst kaufen bei Stiftungen Art Basel Unterschiedliche Interessen von Künstler und Käufer Hohe Verkaufspreise kommen nicht bei Künstler an Ausstellungsvergütung Tee trinken Kunst, da ausgestellt, da öffentliches Interesse Kunst muss berühren Kunst akzeptieren, da ahnungslos Kleiner Kreis bestimmt was ausgestellt wird Und keiner geht hin! Neue Musik Neues (nicht verständlich) = Entwicklung Kunst von Gesellschaft akzeptiert: Stillstand Neue Kunst in 100 Jahren anerkannt Gesetzgeber subventioniert neue Kunst Kunst als Kulturgut Gesetzgeber = Vertreter Volk Steuermittel für Kunst und Fußball Anforderungen von Unternehmen an Kunst Schamgefühl Muss Kunst dich berühren? Voraussetzungen, sich auf Kunst einlassen können Verweilen verändert Wahrnehmung Erst Infokärtchen lesen, dann Kunst sehen Alexander als Aufsichtsperson Kriterium Größe und Maltechnik Erster Eindruck, das Wie und Was White Painting Robert Rauschenberg Weiße Leinwand als Dekoration White Painting Robert Rauschenberg kaufen = Luxusproblem und Mut Genialität Kunst, da Erster Kopie Hätte ich auch gekonnt! Natur im Kunstraum Kunst, da im Kunstraum Objekt in seiner Normalität = Kunst reale Schäbigkeit gemalt = genial Extrem weiter Kunstbegriff Alexanders Tipps für mich Geldwert Meine Zukunft als Künstler Künstler und Hartz 4 Günther Uecker Auf den Zug aufspringen Erwartungshaltung bei Kunst (wie Mona Lisa Hype) Materielle Ebene wichtig Über das Handwerk Handwerk Zugang finden Tate London Jeff Koons Jeff Koons Erste Frage: Material Alltägliche in Kunst transformiert M.C. Escher M.C. Escher Jeff Koons Jeff Koons und der Kunstmarkt Emotionalität kein Grund Große Skulpturen und große Gemälde Kunst = subjektiv Assoziationen aufgrund Größe Jeff Koons Jeff Koons = Geschäftsmodell? Der Künstler arbeitet selber nicht mehr Idee ist entscheidend Neues wird abgelehnt, aber wichtig für Fortschreiten Van Gogh Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Robert Rauschenberg Großes Bild von Richter Gerdie! Gerdie! Gerdie! Norbert Bisky Norbert Bisky Meisterschüler von Baselitz Richter-Fenster am Kölner Dom Materialität im Vordergrund Rakeltechnik Schaffen für Geschäftsidee Alleinstellungsmerkmal Geradenbilder als Marke Meine Angst vor Bekanntheit Geld verdienen, um sich zu verwirklichen Ideal: Kunst soll Künstler überleben Vergänglichkeit in der Kunst aufhalten Angst/Zweifel Zweifel als Antrieb Hobbykünstler Hobbykünstler und deren Potential Einschränkung in Größe wegen fehlendem Atelier Künstler kopieren Muße Geld verdienen, um überhaupt Kunst schaffen zu können Alexanders Erfolgsmodell Niesche suchen Geschäftsmann, kein Künstler Geldkunst Wirklich erst Geschäftsidee und dann Kunst? Alexanders Rat an Kunststudenten Optimal, wenn das, was ich mache, erfolgreich ist Ausdrücken, nicht Geld verdienen wollen Hochschule kann Erfolg garantieren Alexanders Theorie Kunst mißbrauchen Ich rege mich auf Meine Arbeiten Arbeit Herme Alexander über Notizseite Arbeit Geradenbilder Geradenbild Beine und Jesus Jesus Meine neue Sicht auf eigenes Bild Unterschied Schaffender und Künstler Niesche Geradenbilder Größe Geradenbild Verhüllen als Reaktion auf Geschäftsgedanken Geld verändert Kunstwerk Selbstverherrlichung und Zweifel Zweifel bei Herme Kinderzeichnungen Mein Antrieb: Zweifel Zweifel Alexanders Angst Gesamtwerk Fröhlich Lebendig, da Geschäftsmodell verweigert Ich werde arm sterben Gefühl statt Geschäftsidee Größe und Herme verhüllte Arbeiten Ich bestrafe euch! Kinderzeichnungen Kinderzeichnung = Kunst? Einfachheit, Unbekümmertheit, Leben Im hohen Alter wieder kindlich Zeichnen zerstückelte Collagen = Zweifel Zweifel Klassenausstellung HGB Rundgang mit Geradenporträt Schmach von Leipzig Zug fährt bald nach Leipzig ab
Museum Barberini, Potsdam
Museum Barberini, Potsdam
Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994)
Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994)
Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo
Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo
Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin
Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin
Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet
Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet
Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer
Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer
Ausstellung Museum Barberini Museum Barberini, Potsdam barberini-k.jpg über Munch Edvard Munch: mit expressiven, unwirklichen Farbigkeit beeindruckte er Malerkollegen der Brücke Sie boten ihm 1906 […] die Mitgliedschaft an. Diese lehnte er jedoch ab, da er sich in seinem Individualismus beeinträchtigt fühlte. "Mein Muschel-Engel", Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994) weiß grundierte Leinwand Teil der Arbeit Zentrum, traditionell Ort der Bedeutung und Raumtiefe, ungestaltet soll sich auf Seerosenbilder von Claude Monet Claude Monet beziehen Anfänge der Kunst Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994) francis2-k.jpg mehrere Handabdrücke auf Bild entdeckt Abdrücke außerhalb Höhlenmalerei / Felsbilder (eingraviert) wirken immer stark kindlich (durch Farbigkeit?) bei Höhlenbildern überhaupt nicht (evtl. durch Untergrund Stein / Natur?) gravierte Handabdrücke meiner Erinnerung nach auch etwas länglicher, nicht so fleischig Diplom Theorie gesammelte Gesprächsfetzen: Diese Pointilismus-Bilder erinnern mich an Malen-nach-Zahlen. Werde ich mal ausprobieren! Ist das genial! ("Mein Muschel-Engel", Sam Francis) Schau, das mag Hasso Plattner sehr! > Sage mal, betreibst du hier Personenkult? > Ja? zu Bild von Richter: In den neueren Bildern ist der Rand beschmiert! (im Gegensatz zu Arbeiten aus den 1980er) Besucherin: Kann ja jeder! ("Abstraktes Bild", Gerhard Richter Gerhard Richter, 1984) wenig später: Das finde ich dann besser! ("Erstes Sprießen", 1960/61, Öl auf Leinwand) Dieses Hingeschmiere! (Alexander zum selben Bild) Besucher im Ausstellungsraum: (mit Audioguide beschäftigt) (mit fotografieren beschäftigt) (Massage) Vergleich Gemälde ("L'Inondation", 1873, Alfred Sisley) <> realer Ort und Gemälde ("Le Havre", 1885, Eugène Boudin) <> realer Ort Anfänge der Kunst Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo hoehlenmalerei-neu-k.jpg malt in Fläche, nicht in illusionistischem Tiefenraum Sand lässt Farbe matt und stumpf wirken, erinnert so an Höhlenmalerei Herme Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin Auguste Rodin rodin-skulptur-k.jpg übergroße Hände und Füße Gipsausfertigungen dienten Bronzegießern als Vorlage Gesicht extrem fleischig, übertriebene Knochen, Augenhölen "Die Welle", Marmor, Auguste Rodin Auguste Rodin häufig in Marmorskulpturen Figuren nur unvollständig aus Stein herausgearbeitet betont auch Schöpferische des Bildhauers Hier kämpfen sich die Figuren kräftezehrend aus dem Stein frei. Diplom Theorie (zum Gespräch mit Oma) Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet Claude Monet getreideschober-k.jpg bis ins 20. Jhd. schichteten Bauern abgeerntetes Getreide, für Winterzeit Monet Claude Monet bearbeitet Motiv Getreideschober in über 25 Gemälden weniger Motiv als Erfassung wechselnder Lichtverhältnisse stand im Vordergrund im Audioguide: Das Sujet ist für mich von untergeordneter Bedeutung; ich will darstellen, was zwischen mir und dem Objekt lebt. [Der Maler] musste sich […] von seinen Kollegen den Vorwurf anhören, er male nur Serien, um den Kunstmarkt zu bedienen. Tatsächlich verkauften sich die Serien auch sehr gut. Aber nicht nur Monet Claude Monet und seine Galeristen verdienten an den Gemälden der Getreideschober, sondern auch so mancher cleverer Bauer: Denn mitunter kam es vor, dass die Getreideschober abgetragen werden sollten, während Monet Claude Monet sie noch malen wollte. Es kostete den Maler daher einiges, seine Motive zu erhalten. passend zu Gespräch mit Alexander, Hitlergruß: Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer jahrhundertschritt-k.jpg geschichtlicher Hintergrund: rechte Hand mit Hitlergruß, linke Hand zur Faust geballt (mit rotem Band als Zeichen für Arbeiterklasse) zwei Zeichen für zwei totalitäre Weltanschauungen (Faschismus und Kommunismus) Zwei Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts, die mit ihrem totalen Anspruch auf den Menschen scheiterten, treffen aufeinander. Beide in einem Körper gefangen, woran dieser, durch den Riss in der Brust verdeutlicht, zu zerbersten droht. Dies versinnbildlicht den Kampf der Weltanschauungen in ihrer Gegensätzlichkeit und ihrer totalitären Parallele mit den körperlichen und seelischen Konsequenzen für den Menschen dieses Jahrhunderts.
Herme Werkstatt Plastisches Gestalten während Arbeit an Büste Whisky Alkohol getrunken Verlaufsprotokoll Standpunkt 13:07 Uhr: Ankunft in Werkstatt Mitarbeiter verlässt den Raum ich stelle die Whisky Alkohol-Flasche auf den Arbeitstisch weiterhin Thermoskanne mit Kaffee (wasserverdünnt), Nudelsalat in Kunststoffschale, Gabel, Rekorder 13:09 Uhr: Ich stehe vor der Holzbüste und vermerkte im Rekorder aktuellen Zustand 13:12 Uhr: noch nüchtern 13:12 Uhr: Es ist soweit. Ich öffne die Whiskyflasche und trinke einen Schluck Gemisch aus billigem und teurem Whisky Alkohol, durch torfige Note nicht so scharf wie erwartet Warte auf Eintreten der Wirkung 13:14 Uhr: hebe Handfräse, die vor der Büste auf dem Boden liegt, auf und lege sie auf den Arbeitstisch 13:19 Uhr: Mit Zirkel Abstände Augen zu Nasenmitte, Breite Augen, Länge Nase gemessen reale Maße stimmen überhaupt nicht mit Holzbüste überein 13:20 Uhr: Warte auf Wirkung vom Alkohol Alkohol, in 5 Minuten wiederholen 13:25 Uhr: keine Wirkung spürbar, 2 x Schluck Whisky Alkohol 13:26 Uhr: Spiegel mit Nagel an Büste befestigt Anfang Arbeit 13:29 Uhr: mir wird warm, leichtes Pochen im Kopf ich werde freier, schlage einfach einen großen Teil der Nase ab, da Breite nicht stimmt ohne Whisky Alkohol hätte ich das nicht gemacht da Spiegel runterfällt schlage ich eine Schraube in die Büste 13:37 Uhr: ich schwitze, ziehe den Pullover aus schlage freizügiger ganze Partien heraus hoffe, dass ich Büste nicht zerstöre, jedoch keine Hemmungsgefühle 13:43 Uhr: Wirkung lässt wieder nach 13:44 Uhr: 1 x Schluck Whisky Alkohol plötzlich Hitzewallung 13:51 Uhr: beim Schlagen Achselschweiß nach anfänglichem Abmessen nun sehr freies Arbeiten zur Abmessung verwende ich lediglich ungenauen Bleistiftstummel arbeite nach meinem Spiegelbild, nicht nach der Gipsbüste 13:52 Uhr: 1 x kleiner Schluck Whisky Alkohol, Flasche fast leer 13:59 Uhr: weitere Schweißausbrüche Nase nun zu großen Teilen entfernt, muss nun insgesamt nach hinten hin arbeiten verlege wiederholt den Knüpfel, gehe suchend durch die Werkstatt 14:00 Uhr: 1 x Schluck Whisky Alkohol Lippen tuen leicht weh erneut Schweißausbruch Mitarbeiter kommt kurz in den Raum, stellt Holzleim für Befestigung linkes Ohr bereit verlässt wieder den Raum Augen folgen nicht mehr so schnell meinem Tun starker Schweiß, Geruch wahrnehmbar 14:10 Uhr: 1 x Schluck Whisky Alkohol wiederholt Suche nach Knüpfel, immer wieder verlegt 14:22 Uhr: Bandsäge wird im Nebenraum vom Mitarbeiter gestartet Schweißgeruch Arbeiten empfinde ich als sehr befreiend sehr starke Konzentration auf Holzbüste Augen weiterhin schwerfällig Gedanke, dass ich Holzbüste eventuell bei freierem Arbeiten zerstöre, wird nebensächlich mir ist bewusst, dass expressives Arbeiten auch gutes Handwerk Handwerk vorausetzt, was bei mir noch fehlt 14:24 Uhr: 1 x Schluck Whisky Alkohol, in Flasche nur noch ein paar Tropfen Alkohol Alkohol Augen sehr schwerfällig ruheloses Arbeiten (oder arbeiten?) folgt motiviert, ich will es besser machen sehr optimistisch, gleichzeitig mache ich jedoch jede bisher gelungene Form wieder zunichte sehe nicht das Ganze, nur noch Details dadurch wird Büste als Einheit zerstört 14:42 Uhr: Wirkung Alkohol Alkohol lässt nach Mitarbeiter im Raum Optimismus verschwindet langsam wieder 14:44 Uhr: leicht taubes Gefühl, nicht mehr gut reaktionsfähig versuche angestreng Gesamtbild wiederherzustellen Klöpfel bei erneutem Arbeitsbeginn sofort gefunden, für mich bedeutet das nachlassende Wirkung vom Alkohol Alkohol 15:03 Uhr: versuche die letzten 15 Minuten alle intuitiv getroffenen Entscheidungen rückgängig zu machen Büste wird immer kleiner, Gesicht wirkt zerstückelt 15:04 Uhr: überlege das Experiment abzubrechen Nudelsalat verdrücke ich gierig Mitarbeiter verlässt die Werkstatt teilweise arbeite ich ohne Klöpfel, schlage nur noch mit Beitel in Holz 15:42 Uhr: interessanterweise wird mit Nachlass der alkoholischen Wirkung der Eindruck von der weiter bearbeiteten Büste besser zumindestens kann ich nicht behaupten, sie sähe schlechter aus als gestern Schweißausbrüche lassen nach kein Pochen in der Stirn mehr, Umgebung wieder vermehrt wahrgenommen 16:07 Uhr: Abbruch letzter Rest Whisky Alkohol verbleibt in Flasche warte nun auf Reaktion Werkstattleiter und Mitarbeiter ca. 16:30 Uhr: mit dem Fahrrad nach Hause, doch etwas über Ergebnis ernüchtert Diplom Theorie Transkriptionen vom 3.12.2016 , 5.12.2016 , 6.12.2016 kategorisiert Bilder bei zweitem Durchgang ergänzen Daniels Dieter Daniels E-Mail geschickt, da Bestätigung der Betreuung noch unterschrieben werden muss Meyer-Krahmer ebenfalls geschrieben, da Modulbestätigung noch nicht eingetroffen
Studienreise 中国 Diplom Theorie Gespräch mit Wei
  • [im Museum of Contemporary Art, Yinchuan] [wir sehen uns "Salt Flats" von Mao Tongqiang an] [BILD SALZFELD]
  • Das ist jetzt bloß zum Testen, okay?
  • Guten Tag.
  • Nein Wei. Jetzt…
  • Lass uns singen.
  • So [lacht]
  • [lacht]
  • Also wir stehen jetzt hier gerade… vor einem relativ großen Feld. Mit Sand. Traktorspuren. Und Salz drauf. Und irgendwelchen Steinen mit Geo-Daten. Wo man rumgehen kann. Mit Spiegelung. Damit das Feld höchstwahrscheinlich größer wirkt. Was hast du jetzt dazu noch einmal gesagt? Also du jetzt… Weil du hattest gerade gemeint… ähm… für dich ist das jetzt ein… Feld. Und kann das auch schon Kunst sein. So.
  • Warum willkommst du nicht deine Gäste.
  • [kurze Pause]
  • Herzlich Willkommen.
  • MENSCH WEI. Jetzt hör doch mal auf. Ich will jetzt ernsthaft darüber reden.
  • [kurze Pause]
  • Was… Für mich ist das eigentlich ein normales Feld. Weil ich habe schon seit zwanzig Jahren hier gewachsen. Gewachsen? Aus… Aufgewachsen.
  • Ja.
  • Und… äh… Ich habe solche Felder als ein normal gehalten. Und… äh…
  • [kurze Pause]
  • Eigentlich… äh… in meiner Heimatstadt in… in Umgebung eigentlich… dass… wegen diesem Salz… Felder… Das ist eigentlich sehr schwer für Pflanzen zu wachsen.
  • ACH DESHALB ist hier Salz drauf. Auch. Viell… Vielleicht. Ich… Ich… Das war jetzt meine nächste Frage. Warum haben die dann hier aber Salz draufgestreut. Aber… du… du… du meinst, da ist Salz drauf…
  • Wegen…
  • …gewesen.
  • Wegen dieser… äh… Wegen dieser… äh… Sand… äh… dieser Teil oder sowas.
  • Okay.
  • Bestand… Bestandteil. Oder so was. In dieser Sand. In dieser Felder. Das ganz schwer für die Pflanzen…
  • Okay.
  • … zu wachsen.
  • Also hier ist… Also hier ist beim Sand der Bestandteil Salz… äh… höher als woanders.
  • Deswegen kann man in… kann man in meiner Heimatstadt… äh… sehr häufig sehen, dass… äh… Felder… Sie haben viele…
  • [kurze Pause]
  • … Hälfte fertig… äh… Produkt Pflanze. Oder sowas. Direkt in unsere Felder…
  • Okay.
  • Gepflanzen.
  • Okay.
  • Nicht eine… Nicht so eine Sit [Samen?]. In in in…
  • Okay.
  • In Felder. Das reinzutun. Weil das sehr schwer zu wachsen.
  • Okay.
  • Deshalb ist hier Salz drauf. Ich hatte mich nämlich schon gefragt…
  • Ich… Ich… Nicht so viele Salz.
  • Ne. Aber das… Bestandteil… zu zu zu viel Salz sozusagen. Und deshalb kann da eigentlich gar nichts wachsen.
  • Genau.
  • Okay. Und…
  • Nicht gar nicht.
  • Okay. Ne. Aber das zeigt ja das jetzt. Im Endeffekt. Hier. Ne?
  • Mhm.
  • Und deshalb hattest du jetzt gefragt, ähm… also warum das halt schon Kunst sein kann. Bei dir ist das ganz normal auf dem Feld. So. Dass das so aussieht. Also… dass da nichts wachsen kann.
  • Wir gehen jetzt durch ein Feld, was draußen auch ist. Eigentlich.
  • [zustimmendes] Aha.
  • Was halt hier noch dazu ist, sind diese Steine. Ne? Mit diesen Koordinaten drauf. Da wissen wir jetzt aber überhaupt nicht… Oder was denkst du. Warum das…
  • Ich… Ich glaube… Oder jede… jede… jede Felder bedeutet eine verschiedenes Länder. Vielleicht. Das… hier ist… äh… in dieser… in dieser… Region.
  • Na in diesen Quadrat…
  • Oder sowas.
  • Bei diesen Koordinaten. Das sind Koordinaten.
  • Koordinaten. Das steht, dass… Vielleicht diese Felder mit dieser Koordinate steht für eine Lande. Da… Sie haben diese solche… solche Bestandteil das Felder. Und… äh… Anderes Felder besteht anderes Lander. Weil solche… solche Lander gibt es nicht nur in meiner Heimatstadt.
  • Okay.
  • Sondern auch in verschiedenes Heimatstadt… Äh in verschiedenes Länder.
  • Ja. Aber ganz ehrlich. Wenn man das SO einfach aufschlüsseln kann… Also ich hatte mich halt erst wirklich gefragt, warum das Salz hier drauf ist. Aber DU wusstest jetzt, dass das hier ganz ganz normal…
  • Aus meinem Wissen. Ich… weiß nicht, ob…
  • Naja. Aber das… das ist ja logisch. Wir sind ja jetzt gerade in dieser Region. Oder? Und…
  • Aha.
  • Aber das… das klingt für mich jetzt… zu logisch. Also zu… zu einfach. Weißt du? Wenn man… Wir gehen ja hier lang. Und die Koordinaten… Das kann ja alles sein. Aber was ist daran jetzt so, dass man sagen würde, das muss jetzt in einen speziellen Raum. Damit es noch einmal dem Besucher etwas verdeutlicht. Also warum muss das hier rein. Ist das jetzt eine Schule? Wo… Wo man lernt, wie die… ähm… äh… Dass in der Umgebung eigentlich nichts wachsen kann, wegen dem Salz? Oder was.
  • Nein. Ich glaube, dass…
  • Das wäre zu einfach.
  • Das ist auch eine sehr traditionelle… Das Pflanzenweise. Oder sowas. Das ist so mit dieser… dieser… dieser Autos. Das… dieser Spur. Dss kann man auf dieser Land… Feld… diese Autospur sehen.
  • Mhm.
  • Das… diese traditionelle. Diese Pflanzenweise. Das in meinem Heimatland für diese so schwer. Ach… ich weiß…
  • NEIN. Du hast recht. In DIESEM Feld sind diese… äh… Spuren von diesem Traktor. Komm mal mit.
  • [kurze Pause]
  • In DEM Feld… sind diese… äh… diese traditionellen höchstwahrscheinlich. Weißt du? Wo man… Wo man die kleinen… Gräben gemacht hat. Um da die Samen reinzumachen.
  • Achso. Oder das steht eine verschiedenes Prozess. Also die erste Prozess. Die zweite Prozess…
  • Naja. Ne. Ich würde jetzt eher sagen,… Das mit diesen Koordinaten. Dass das woanders ist als hier. Und hier… ähm… hat… hat man das halt noch so gemacht. Mit diesen… äh… mit dem Sähen. Ne?
  • Aha.
  • [Pause]
  • Okay. Aber die Frage ist jetzt halt trotzdem: Warum… wenn man das so aufschlüsseln kann… Warum ist das jetzt hier in einem Museum. Warum ist das jetzt zeitgenössische Kunst.
  • Jaaa.
  • Wir können das genauso gut draußen sehen.
  • [kurze Pause]
  • Das… äh… Eigentlich für viele Leute, sie kennen nicht das… Sie finden… Sie hatten das ganz… als eine ganz normale Dinger. Und sie haben gar keine… Sie wollen gar keine Salz zu beobachten. Oder zu gucken. Wie das funktioniert. Jeder hat das… äh… als eine normale Dinger. Aber das eine… Für eine Künstlersperpektive, das… sie finden das… Das… Wenn niemand das… Wenn niemand… Dieses Feld werde be… beobachtet. Das… das auch… kann man…
  • Also. Also… Also du meinst,… äh… die Kunst besteht eigentlich darin, dass die darauf aufmerksam machen. Dass es so ein…
  • Ja! Ja!
  • … Problem gibt.
  • Ja!
  • Und das man das normaler Weise gar nicht mehr wahrnehmen würde.
  • Mhm.
  • Und deshalb muss es in einem speziellen Raum sein. Damit die Leute wieder darüber nachdenken.
  • Ja. Das auch… aus meinem Wissen.
  • Okay. Ne. Ne. Das verstehe ich jetzt auch. Nur… Das ist für mich dann so eine Art… SCHULE. Also dass dir etwas beigebracht werden soll. Weißt du? Und… Ich weiß…
  • Wie manches Tier. Sie sind…
  • Ausgestorben, oder…?
  • Ja. Ja.
  • Aber das ist für mich jetzt noch nicht… ähm… mit… mit Kunst irgend… Was auch immer Kunst ist. Aber weißt du? Das ist dann im Endeffekt… Dir… Dir soll etwas beigebracht werden.
  • Mhm.
  • Aber das… Da fehlt ja noch irgendwie… Was geheimnisvolles. Oder… oder… oder etwas ungeklärtes. Oder so.
  • Mhm.
  • Das verstehe ich jetzt noch nicht.
  • [kurze Pause]
  • Okay. Wir können ja mal weitergehen.
  • Tschüß.
  • Muss man auf Done drücken, oder hier?
  • [Aufnahme Ende]
  • [vor der Arbeit zeigt ein Video, wie Künstler Felder abgetragen hat] [BILD VIDEO von Felder]
  • Mhm?
  • Was ist?
  • NEIN! Du hast jetzt genau das gesagt, was drinne ist. Und wir haben es im Video gesehen. So. Mehr… zeigt uns das Video erst einmal nicht. Wie es abgetragen wurde. Und ins Museum geschafft wurde. HIER steht jetzt, in dem Text: The spirit and sot however sprit and dispirs. Freedom is the only coordinate the heart can choose.
  • Sie wollen das übertrieben zu sagen. Dass… Wegen freedom. Hier. Das ist vielleicht deine drinneste Entscheidung. Ist auch so wie diese latidude und longtidude.
  • JA ABER SIEHST du denn dieses mit dem Freedom is the only coordinate the… the… heart…
  • Das ist zu… zu… zu… zu in Gehirn Dinger. Das kann man eigentlich durch diese Dinger nicht… das…
  • Ja das meine ich ja. Also in dem Text jetzt steht etwas drinne, was wir gar nicht… ähm… sehen können. Oder was wir gar nicht… äh… wahrnehmen. Wenn wir in dem Raum drinne sind. Da… da nehmen wir halt einfach bloß auf: Das ist ein Feld. Blablabla. Aber dieses mit dem Freedom und so weiter und so fort, dass… dass… Also ich habe das nicht gesehen. Hast du das gesehen?
  • Ja. Ich meine, dass ist eine Künstlerswerk. Aber wir können das… normale Menschen… können das nicht… äh… verstehen.
  • Ja aber WIR sind doch die Besucher. Und für die Besucher wurde das ja gemacht. Diese ganze Aktion.
  • Mhm.
  • Und das wundert mich eben.
  • Mhm.
  • Aber gut, dass du das auch nicht wahrnimmst. Weil ich sehe das nämlich nicht.
  • [kurze Pause]
  • Das ist dann wieder diese Interpretation, die der Künstler hat. Oder der Kurator hat. Oder so. Aber die bei dem Betrachter vielleicht überhaupt nicht ankommen. Außer das steht im Text drinne. Wie hier. Ich sehe es immer noch nicht.
  • Freedom is the coordinate. Und hier: auch freedom.
  • Koordinate?
  • Ja.
  • Das… Das Herz kann auswählen.
  • Ja.
  • Oh mein Gott Jesus.
  • [Aufnahme Ende]
  • [vor einem Beschreibungstext zu einer anderen Arbeit]
  • Sag einfach, was du eben gesagt hast.
  • Sie haben hier zu hochwertig geschrieben. Und so wie Menschen eine Literatur lesen. Und… äh… lest. Lest? Egal.
  • Lesen.
  • Lesen.
  • Ich verstehe nämlich das Englische auch nicht. Weil da mir zu viele Begriffe oder zu… Das ist zu verschachtelt.
  • [kurze Pause]
  • EUH.
  • [Aufnahme Ende]
  • [vor einer anderen Arbeit, die sehr einfach gemalt ist]
  • Das… äh… kann ich auch malen. Das ist so wie letztes Mal. Dass… ich habe bei dir eine… eine Gemälde gemalen. Das mit ganz einfach Linie. Mit ganz einfach diese Farbe aus… Dinger Stoff. Und… äh… Ja. Das… Ich glaube, dass kann jeder das machen. Aber vielleicht die Bedeutung hinter dieser Bilder kann man das nicht… äh… Jeder hat eine verschiedenes Gedanke.
  • [Aufnahme Ende]
  • [wegen unsichtbaren Grenzen, meine Gedanken dazu]
  • Das ging soweit, dass ich… äh… eine Aufsicht fragte… äh…: Can I sit down?
  • Als ich einen Stuhl sah und ich nicht wusste, ob man sich da jetzt hinsetzen darf oder nicht.
  • So wie dass es keine Abstandslinien oder so gibt. Dass man weiß, man darf nicht an die Arbeit ran.
  • Zuerst sieht es nämlich frei aus. Als dürfe man sich hier ranbewegen. Und danach wird man dann noch von der Aufsicht gestoppt.
  • [Aufnahme Ende]
Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Weißt du, was ich glaube? Wonach es aussieht?
  • [zieht Nase hoch]
  • Na da sind aber Arbeiten drinne, die ich gemacht habe.
  • Ja. Das mag ja sein.
  • Gute Arbeiten!
  • Aber hier… sechsundsiebzig mal fünfzig. [BILD]
  • Das… Das ist ein Doppelporträt.
  • Weißt du, was ich glaube?
  • Von mir.
  • [kurze Pause]
  • Erst der Erfolg. Dann… Dann… von wegen… äh… ähm… Ich HASSE euch dafür, dass ihr…
  • Aber die Geraden…
  • … mir hier jetzt Erfolg zuschreibt [?]…
  • [laut] Das hab ich nicht gesagt!
  • Und… pass auf… pass auf…
  • Ich bestrafe euch!
  • Ich BESTRAFE euch.
  • NEIN!
  • Ich bestrafe euch mit Verhüllung.
  • NEIN! Das stimmt nicht!
  • Und weißt du? Wenn du jetzt die selbe Größe verhüllt hättest…
  • [komische Geräusche]
  • Und zwar die Beingröße. Fünfzig mal einhundert. Dann hätte es… wäre es vielleicht ehrlicher gewesen. ABER… du spielst mit uns. Und dann kommt auf einmal… dreißig mal dreißig verhüllt. WEIL… Weil du DROHST nur mit der Verhüllung. Und was kommt danach? Die VIER Meter! Ja? Das war sozusagen nur die… das… das… der… Zwischenschritt. Zwischen achtzig Zentimeter und vier Meter. Ja? Und… äh… du… du DROHST uns einfach nur mit der Verhüllung. Und deswegen…
  • Die wird wiederkommen! Ich bin mir ganz ganz sicher.
  • Und deswegen ist das einfach nicht ernst zu nehmen. Diese Verhüllung.
  • OH… Aber SOWAS von ist die ernst zu nehmen.
  • Ja.
  • MEINE Vorstellung, als ich das gemacht habe, die war: Bis zum Lebensende ich werde das machen.
  • Ich weiß. Du hattest mir das auch mal erzählt und wolltest…
  • Und bei den Geradenbildern auch! Und bei den Kinderzeichnungen auch! Das sind immer… Während ich es mache…
  • Okay. Gehen wir zum nächsten über! Oder hast du noch eine Frage dazu?
  • [lacht] Nein, du kannst zum nächsten…
  • [kurze Pause]
  • Kinderzeichnungen
  • Das sind die Kinder… kindlichen Zeichnungen. Die ich halt in den letzten Monaten gemacht habe. Du musst jetzt nicht alle durchgehen. Einfach… das reicht ja. Da war ich bei Oma essen. [BILD KINDERZEICHNUNGEN OMA]
  • Ähm… Da waren Fliegen. Da war ein Baum, den ich geschnitten habe.
  • Pass auf. Ähm.
  • Und… Aber… warte mal… Aber… Nur damit du das… Das musst du jetzt immer im Zusammenhang mit den Geradenbildern, mit dem Erfolg, mit den verhüllten Arbeiten… das komplett zurücknehmen… und den Kinderzeichnungen, wo ich wieder versuche von vorne… naiv… anzufangen.
  • Ja. Ja.
  • Das ist so geil!
  • Warte! Diese ABFOLGE! Diese… dieses… Ah! Das gefällt mir! Das tut mir leid! [lacht] Okay. Erzähle. Du machst das Interview.
  • Was möchtest du denn wissen?
  • Was ist dein Eindruck davon. Oder was… was ist… äh… Was siehst du da. Ist das schon für dich Kunst? Oder ist das bloß Ge…Gekrakel. Ist das… ist das kindisch? Ist das… Ist das ernst zu nehmen?
  • [kurze Pause]
  • Ähm.
  • Ist das… Ist das bescheuert? Ist das… Ist das total klar, dass das kommen musste? Ähm… äh… erkennst du den Weg?
  • Ähm.
  • [kurze Pause]
  • Wenn es ausgestellt werden würde, dann würde ich ja nur diese Kinderzeichnungen sehen. Und nicht diese Entwicklung. Dort.
  • Ja.
  • Es… äh… Weil selten wird ein Ge… Gesamtwerk gezeigt. Das macht man eher posthum.
  • Ja.
  • Aber zu Lebzeiten ist das ja eher ungewöhnlich.
  • Dann müsste man auch noch Text dazu schreiben.
  • Äh.
  • Was das mit dem zu tun hat. Das sieht man ja normalerweise nicht.
  • Ähm. Wenn du…
  • Das erkennst du jetzt, weil ich es dir sage.
  • Kinderzeichnung = Kunst?
  • Wenn du jetzt jemand Fremden fragen würdest: Ist das Kunst. Würde ich halt immer sagen: Ja mensch… Kinderzeichnung… Äh… Naivität… Ähm… Einfachheit… Äh… äh…
  • Ja! Wieder zurück zum Leben! So und…
  • Nicht so auftrumpfen hier.
  • Einfachheit, Unbekümmertheit, Leben
  • All die Stichworte würden einem einfallen. Und vor allen Dingen… äh… würden viele auch… vielleicht auch ich… denken, äh,… Ne. Ich nicht. Und das will ich auch begründen. Würden denken: Kann ich auch! Kann meine dreijährige Tochter sogar besser. Ja? Äh. Aber… äh… eben genau diese Einfachheit, diese Unbekümmertheit, dieses… diese abstrakten Dinge im Leben. Die Kompliziertheit des Lebens können nur Kinder so vereinfacht darstellen. Und ich merke es an der Rechtswissenschaft. Das ist oft schwierig diese komplexen großen Zusammenhänge… äh… mit kleinen Worten… äh… äh… einfach darzustellen. Deswegen haben wir auch populistische Menschen. Wie sie jetzt gerade in den USA…
  • Mhm.
  • Oder auch in Italien und so… Gerade… Oder auch in Frankreich… an die Macht kommen. Äh… Haben es momentan so einfach. Weil Menschen sich überfordert fühlen. Von…
  • Mhm.
  • … von der Schnelligkeit des Lebens. Und… durch das… durch die Medien… Durch das Internet wird das alles komplizierter. Ähm… Und… ähm… Ich bin kein… kein Zeichner. Ich kann weder gut zeichnen. Noch schlecht zeichnen.
  • Ich kann auch nicht gut zeichnen. [lacht]
  • Deshalb habe ich das…
  • Ich kann gar nicht zeichnen. So. Und… ähm… ich beneide jeden… äh… Ja. Ich hatte das mal gemacht… ähm… Mit… mit dem vier… mit meinem vierjährigen Neffen. Ähm… Tiere zeichnen. Ja? Und äh die… die…
  • Psychologie… Ja. [BILD meine Zeichnung von Familie]
  • … gehen so unbefangen ran. Die können besser… Er kann besser ein Ti… einen Esel zeichnen. Oder ein Huhn. Als ich! Weil ich viel zu kompliziert… Eine Kuh. Ja? Weil ich viel zu kompliziert denke. Und anderen Menschen geht das genauso.
  • Mhm.
  • Da… Da kommt dieser Perfektionismus durch. Ähm. Und wenn man sagt: Zeichne doch mal bitte kindisch. Wirklich kindisch. Und nimm auch Farben die Kinder verwenden.
  • Mhm.
  • Ja? Äh…
  • Und das Blattformat. Und so weiter.
  • Genau. Dann sieht es unecht aus. Weil ich komme nicht mehr in diese Schiene rein.
  • Das…
  • Und deswegen finde ich halt… ist das auch eine Art von Kunst. Ähm. Zum einen. Äh. Sieht man es ja auch bei Kinderbuchauthoren. Eben genau so zu zeichnen, wie es Kinder auch…
  • Das ist…
  • … verstehen können.
  • … schwer.
  • Und es ist schwer.
  • Also am Anfang… ist es sehr sehr schwer. Wieder Sachen loszulassen.
  • Ja. [BILD VIDEO VON MIR]
  • Ich habe sogar ein Video von mir… äh… was ich aufgenommen habe… Wo ich gezeichnet habe. Und… äh… wo ich halt aufnehme… äh…
  • Ja.
  • … wie ich kindisch tue. So: [mit hoher Stimme] NAAAA… dann mache ich DIIIIES. Und so… Weißt du?
  • Ja.
  • Damit ich da wieder reinkomme.
  • Und weißt du? Mich würde… mich würden diese Zeichnungen, die ich hier sehe, würden mich extrem beeindrucken, wenn ich in eine Ausstellung gehe…
  • RIESENGROSS sehe!
  • Nein nein!
  • Achso.
  • Nein nein. Und ich weiß… Nein. Gar nicht. Gar nicht mal.
  • [lacht] In meiner Vorstellung war die ganz groß.
  • Im hohen Alter wieder kindlich Zeichnen
  • Und ich weiß, der Künstler ist sechzig siebzig Jahre alt.
  • ACH! OH! Ich will siebzig Jahre alt werden und DANN die kindlichen Zeichnungen… DANKE!
  • Und dann…
  • [lacht]
  • Und dann…
  • Das ist eine Geschäftsidee!
  • Dann wäre ich wirklich beeindruckt.
  • OH GEIL!
  • Hier hat jemand, der… der gelebt hat…
  • JA!
  • Der sich entwickelt hat… Der sich…
  • Wieder zum Ursprung zurück.
  • Der… der auch so beeinflusst worden ist. Im Leben. Ja?
  • Ja.
  • Unsere Handschrift verändert sich zum Beispiel im Laufe…
  • Ja.
  • … des Lebens. Ja?
  • Ähm.
  • Oder wieder zur Einfachheit.
  • Zum Beispiel… Weil ja heute viele mit dem Computer schreiben, haben… können sie gar nicht mehr schreiben.
  • Ja. Ich kann nicht mehr richtig schreiben.
  • Ja. Und man hat auch keine gute Schrift mehr… Und sowas. Ähm. Äh. Umso mehr würde es mich beeindrucken, wenn ich weiß, dass der Künstler eben alt ist. Ne?
  • Ich werde glaube ich gar nicht so alt.
  • Dieses Alter erreicht hat.
  • Ich werde… mit achtzig… ich VERSPRECHE es dir… Ich werde mit achtzig noch… äh… noch einmal anfangen zumindestens ein paar kindliche Zeichnungen zu machen.
  • [kurze Pause]
  • Also diese Vorstellung… Weißt du? Als ganz alter Mann… kurz vorm Sterbebrett wieder so kindlich zu zeichnen… Das kann zwar eine Angst ausdrücken. Jetzt. Aber es kann auch einfach wieder zurückgehen. So.
  • Mhm.
  • Und gleichzeitig wirst du ja Motive haben, als… als alter Mann, die ein Kind nicht hat. Ne? Du erlebst Sachen, die du dann festhälst. Oder so. Das machen ja Kinder auch nun einmal. Ihre Eindrücke und so. Du wirst sie ANDERS festhalten. Aber eben in einem sehr einfachen Stil.
  • Ja.
  • [kurze Pause] [anderes Geradenbild oder Collage, Ganzkörper, ganz groß]
  • Und die ist halt bis zur Decke. Deshalb gucke ich da auch so runter. Ein bisschen.
  • Mhm.
  • [Pause]
  • zerstückelte Collagen = Zweifel Zweifel
  • Das sind Collagen, die ich gemacht habe. [BILD COLLAGEN]
  • Die haben alle… weißt du… auch diese… diese Collage mit den Zerstückelungen. Das ist immer so dieses Zweifeln… so an… äh… äh… an dem Konzept Künstler. Weißt du… Was… Was bin ich da eigentlich jetzt. Und sich halt immer wieder so… äh… zu verformen halt.
  • Ja.
  • Hast du bei deinem HGB-Rundgang auch… äh… äh… ähm… ähm… Dinge anderer Studenten fotografiert? Das ich mir das mal angucken kann, was andere machen?
  • Zweitausendvierzehn gabs halt ein HGB-Rundgang, da habe ich ein paar… Ja. Gehe mal auf HGB-Rundgang.
  • Hier oben. Ja. Weil mich würde mal interessieren, was andere machen.
  • Klassenausstellung HGB Rundgang mit Geradenporträt
  • Achso. Da gibt es ja die Klassenwebsite. Die könnte ich dir mal zeigen.
  • Mhm.
  • [Tippgeräusche]
  • Kannst du mal hochgehen? Die Auss… Ne. Ne… da. Das.
  • [kurze Pause]
  • Ja.
  • [kurze Pause]
  • Und dann mal auf Ausstellungen.
  • [kurze Pause] [BILD RUNDGANG MIT GERADENBILD ÜBER WASCHBECKEN]
  • So und das war zum Beispiel die, wo das Geradenbild war. Über dem Waschbecken. So. Das sind die Arbeiten von den anderen. Da kannst du auch noch weiter gehen. Nächstes Bild. Und so.
  • [Pause]
  • Da hängt meine! Über dem Waschbecken!
  • [kurze Pause]
  • Schmach von Leipzig
  • Das war die SCHMACH! [lacht]
  • Was ist das hier hinten?
  • Das ist eine große Arbeit… [lacht]
  • Gefällt mir!
  • Äh. Der Typ gefällt mir! ÄH! Das wieder streichen aus dem Ding [Aufnahmegerät] hier!
  • Beides! Wahrscheinlich. [lacht]
  • [ganz leise] Wir waren im selben Bett in Venedig.
  • Aha.
  • Das war der.
  • Das ist… Was… was verwendet er dafür für eine Technik?
  • Das ist einer… der würde dir gefallen. Weil der sucht nämlich auch nach neuen Formen. Glaube ich. Irgendwie. Und das hat das mit einem Feuerlöscher Feuerlöscher rangespritzt. Und so.
  • Hat der auch einen Namen? Wie heißt der?
  • Ne. Das sage ich nicht.
  • Na sonst könnte ich mir den Namen googeln und…
  • Nein!
  • … vielleicht…
  • Nein!
  • … sogar schon Stücke von ihm sehen.
  • Nein! Du sollst von MIR kaufen. Nicht von ihm. [lacht]
  • [lacht]
  • Nein aber…
  • Gefällt mir.
  • Äh. Wir hatten… Warte mal! Wir hatten… ähm… äh… Ich habe da manchmal so Zitate hin… hingehangen. Von irgendwelchen Künstlern. Oder aus Büchern, wo es… wo es dann hieß von vor hundert Jahren… äh…
  • Ja. [BILD ZITAT KÜNSTLER ICH MÖCHTE VON…]
  • Äh. Ich… Ich möchte von meinen Artgenossen abgelehnt werden. Und so weiter und so fort. Und wir hatten da ganz ganz kurz Kontakt so darüber, dass er auch irgendwie so auf der Suche nach…
  • Durfte er sich aussuchen, wo… wo… wo er ausstellt?
  • Das war ein ganz großes Konfliktding. Bei mir. Denn die großen Arbeiten… die brauchen den Platz. Und die werden dann natürlich… ähm… zuerst aufgehangen.
  • Ja.
  • An der Stelle, wo sie gut aussehen.
  • Ja. Ich weiß.
  • Und da… MEINS war so klein, dass es mit anderen kleinen erst in der russischen Hängung sein…
  • Ja.
  • … sein… äh… sein sollte. Und deshalb habe ich es ja auch rausgenommen, während die ganze Klasse drinne war. Und dann gabs eine große Auseinandersetzung.
  • Ja.
  • Dann wurde es halt über den Waschbecken gehangen.
  • Das ist… Das ist übrigens… äh… äh… GENIAL… dass er das so gewählt hat. Weil alle anderen Arbeiten sind mehr oder weniger schwarz weiß. Ja?
  • Ja.
  • Achja. Das ist auch noch seine [Styropor-Skulptur].
  • Okay. Das nehme ich mal weg. So. Auf jeden Fall… dieser Raum weiß. Schwarze Jalousien. Nur dieses Holz und so. Da fällt das natürlich auf. Wenn man sich vorgestellt hätte, hier hängt noch ein farbiges und hier…
  • Ne. Das… das gänge gar nicht. Nene.
  • Und auch die Höhe. Finde ich ist…
  • Ja.
  • … spannend. Weil… äh… normalerweise… würde ich erwarten, dass solche großen Bilder auch höher gehängt werden.
  • Wirklich?
  • Äh… Ja.
  • Ich dachte die werden noch tiefer gehangen.
  • Äh… Also hier ist das halt das clevere… Also noch tiefer ist schwierig. Weil… weil dann können welche mit den Füßen dagegenstoßen.
  • Okay.
  • Und die große Kunst würde beschädigt werden.
  • Äh. Also auch Gerhard Richter Gerhard Richter hängt höher als das hier. Äh. Und äh… Ähm.
  • Unser Gerdie.
  • Ähm. Der Vorteil ist natürlich, weil er das so flach gehängt hat, äh, steht man… direkt mittig.
  • Ja.
  • Vom Blick her.
  • Das stimmt.
  • Und dadurch wirkt es größer.
  • Größer. Ja.
  • Und deswegen ist das clever. Wie er es aufgehängt… Hätte er es auf sechzig oder auf einen Meter hoch gehängt,…
  • Ja.
  • … hätte es eine andere Wirkung gehabt. Und es hätte kleiner gewirkt.
  • Das wirkt richtig klein, wenn du davor stehst. [Geradenbild überm Waschbecken]
  • Richtig. Weil es ist zu hoch gehängt.
  • Ja aber es ging nichts mehr anderes.
  • Ja.
  • Und… und das war das einzige, was noch der…
  • Und das ist eben clever gemacht. Von ihm. Also er scheint… vieles richtig zu machen.
  • DAS war übrigens mein… äh… meine Kritik an… an dem ganzen Ding. Oder… oder… oder danach wusste ich: Friedrich, beim nächsten HGB-Rundgang musst du was richtig großes machen. Weil wenn es groß ist…
  • Ja.
  • … dann muss es irgendwo aufgehangen werden, wo… wo es zentral ist. Alles andere sortiert sich dann danach.
  • [kurze Pause]
  • Die hat zum Beispiel eine extra Position da bekommen. DA hätte mein Bild hängen sollen. Aber das passt dann nicht mit dem schwarz weißen… äh… Glocken da oben.
  • Ja. Das war Moritz. Ne?
  • Nein. Das hier.
  • Achso.
  • Du musst hier nicht rumraten! [lacht]
  • Ne. Ich dachte so… Ich frage einfach mal. [lacht]
  • Ja.
  • [kurze Pause]
  • Und das ist hier Johannes? Oder was?
  • Mensch, frag mich doch jetzt hier keine Namen ab!
  • [lacht]
  • [lacht]
  • Die hängen da alle in der russischen Hängung. Rechts.
  • Ja. Okay.
  • Ne. Das heißt nicht russische Hängung. Sondern Petersburger Hängung.
  • Mhm.
  • [3:35:56]
  • Mehr Bilder gibts da nicht.
  • Wer war denn das jetzt hier? Der das gemacht hat?
  • Na…
  • Mehr Bilder gibts nicht? Also…
  • Ne anscheinend… Ich habe aber auf meiner Seite noch zwei drei Bilder…
  • [kurze Pause]
  • [Tippgeräusche]
  • Hier… die letzten Einträge sind ja von Zweitausendsiebzehn. Wo ich mir schon einmal Gedanken mache, was ich ausstellen will. [leiser] So kindliche Zeichnungen.
  • [Tippgeräusche]
  • Da ist vielleicht noch ein Bild.
  • [Tippgeräusche]
  • Das bin ich. Das ist Simon. [BILD von Rundgang mit Simon]
  • Und Simon hat das hier gemacht?
  • Nein!
  • Achso. Warte mal. Das hier vorne. Das sieht interessant aus. [BILD mit Gehirnen]
  • Die hat auch dann… ähm… den Sächsischen Preis bekommen. Oder so. Was du vorhin gesagt hattest,…
  • Ja.
  • … dass halt jedes Bundesland oder so halt solche Preise vergeben muss. Soundsoviel Geld für… Kunst zur Verfügung hat.
  • Ja.
  • Ausgeben muss.
  • Und… was ist sein Werk?
  • Von ihm?
  • Mhm. Für das er den Preis bekommen hat?
  • Ne. Nicht er. Das war eine sie.
  • Achso. Ist das eine Art Rosttechnik, die er dahinten verwendet hat?
  • Eine was für eine Technik?
  • Rost.
  • Was ist das.
  • Man kann… äh… Farben… äh…
  • Ne. Der hat das mit Feuerlöscher Feuerlöscher
  • … mit… mit…
  • … gemacht.
  • … speziellen Chemikalien…
  • Okay.
  • … äh… rosten lassen.
  • Okay.
  • Und dann sieht das aus wie Rost.
  • Okay. Nein. Der hat das… Feuerlöscher Feuerlöscher.
  • Und… eine total geniale Sache. Die ich mal… die du mal ausprobieren musst. Ähm. Zum Beispiel… Das hier zum Beispiel. Wäre viel cleverer gewesen, wenn er statt Gold…
  • Ach du meinst hier vorne.
  • Ähm.
  • Das war eine sie!
  • Ja. Auch… Nein nein. Ich meinte…
  • Achso.
  • … schon diese… Rosttechnik. Ist sepziell für Leinwände. Wo man… äh… die Farbe aufträgt, dann… ähm… irgendwelche Chemikalien und dann… ähm… chemische Prozesse entstehen…
  • Ja.
  • … und dann sieht das aus wie Rost.
  • Ja.
  • Äh. Und… und ich hätte zum Beispiel so einen… so was menschliches… sowas weiches… hätte ich metallisch dargestellt. Das ist ja hier dem Gold so…
  • Ja.
  • … nachempfunden. Allerdings… Gold ist zu billig, in dem Moment Moment. Ähm… sondern…
  • Du. Die Arbeit hat… mich gar nicht so interessiert.
  • Ich hätte… ich hätte das ganze rostfarben gemacht. Ja?
  • Ja.
  • Weil es dann… ähm… weil dieses metallische…
  • Ne aber… Hast du noch eine?
  • Ne. Ich glaube, das wars. Was ich da drauf habe.
  • Okay. Okay okay okay.
  • Das war aus einer Zeitung.
  • Ja.
  • Ich war in der Zeitung!
  • Zug fährt bald nach Leipzig ab
  • Okay. Neunzehn Uhr siebzehn. Wir müssen neunzehn Uhr fünfzig los…
  • Boah. Krass. Ne?`
  • Das heißt, in dreißig Miiiiiinuten.
  • Gibts denn noch ein Schlusswort hier eigentlich? Ich frage das jetzt…
  • Ich weiß ja nicht, was… was du noch wissen möchtest.
  • Na… Ich weiß jetzt… was du… ähm…
  • Was du… Darf ich mal eben auf deinen Notizzettel…
  • Ich muss auch noch einmal gucken.
  • Was so alles…
  • [kurze Pause]
  • Ähm.
  • [Blätterrascheln]
  • Es geht nicht darum, was der Interviewpartner denkt!
  • [lacht] Es geht nicht darum, was der Interviewpartner denkt. Das bist DU, oder?
  • [lacht]
  • [lacht mit]
  • [lacht lauter]
  • Jetzt weißt du meine eigentliche…
  • [lacht]
  • Ich wollte meine eigene Stimme hören.
  • [lacht]
  • [Blätterrascheln]
  • Kann ich das dann hier jetzt beenden?
  • Äh. Ich weiß ja nicht, ob du noch eine Frage hast.
  • Achso. Na… na weil… wie kann man… Willst du… Ne. Keine Zusammenfassung. Wir haben das jetzt ja. Du musst das jetzt nicht mehr sagen.
  • Die Schwierigkeit wird sein, aus den vielen Dingen…
  • [lacht]
  • … etwas zu machen!
  • Ich bin jetzt Wochen beschäftigt damit.
  • Das ist es.
  • Na ich werde jetzt erst einmal ab… na wie heißt das… das hier abschreiben. Oder wie heißt das?
  • Mhm. Das… sind dann hier… Ja weiß ich nicht. Dreihundert Seiten…
  • DREIHUNDERT?
  • Das kannst du nicht…
  • Aber Interviews machen doch ständig die Leute. Du.
  • Aber das… überlege mal. Wir haben jetzt hier vier Stunden gesessen. Und äh…
  • Mit Kanzlern würde doch auch vier Stunden geredet werden.
  • Über… Ja. Aber das… Also das alles abzutippen… ist zu viel. Das…
  • Aha.
  • Das kannst du voll…
  • Aha.
  • … vergessen.
  • Ich mache kein Diplom.
  • Ja.
  • [atmet tief ein] Jaaa. Ich glaube… Ich glaube schon, … Gibts hier auch eine Seite zwei? Wenn es eine Seite eins gibt?
  • [blättert]
  • Ähm…
  • Hier oben.
  • Ja. Ich glaube… Also alles das, was du aufgeschrieben hast… darüber haben wir auch gesprochen.
  • Ja. Denke ich auch.
  • Und zwar nicht in dieser Reihenfolge…
  • Ne. Aber das waren ja… Ich wusste halt so…
  • Aber…
  • … was so…
  • … das haben wir gemacht.
  • [kurze Pause]
  • Ist es okay, wenn ich… wenn ich diese mp3-Datei da auf meine Seite tue? Und ich würde deinen Namen aber noch vorher… äh… rausschneiden? Wo der auftaucht?
  • [kurze Pause]
  • Wenn du jetzt nicht genannt werden willst.
  • [kurze Pause]
  • Ich nenne dich Alexander. In der Diplomarbeit.
  • [lacht] Ja. Äh…
  • Das geht doch, oder?
  • Kannst du…
  • Alexander ist jetzt nicht… äh…
  • Ja. Kannst du… kannst du machen. Ja.
  • Und die mp3-Da… also da habe ich dich zweimal Alexander [Nachname entfernt] genannt. Jetzt dreimal!
  • [lacht]
  • [lacht]
  • Das ich das halt einfach raus… also einfach rausschneide. Oder so. Ich weiß nicht?
  • Äh ja. Das solltest du schon.
  • Ich würde halt…
  • Das solltest du schon.
  • Okay.
  • Weil… weil wir ja teilweise…
  • Genau.
  • … über private Dinge…
  • Genau. Genau.
  • … gesprochen haben. Und deswegen sollte es schon so sein.
  • Nur… Alexander… oder ein Synonym? Oder… ist mir egal!
  • Alexander.
  • Da müsste ich jetzt aber immer deine…
  • Alexander ist okay.
  • Okay.
  • Mhm.
  • Ich meine… dich kennst jetzt da niemand. Und so. Das ist…
  • Mhm.
  • Ich will es jetzt nicht auf meine Seite stellen, damit das andere unbedingt anhören. Sondern das ist halt… Weißt du. Dieser ganze Prozess… den siehst du da ja jetzt. Wie das da hin gekommen ist. So mit der Herme und so. Das gehört einfach irgendwie mit dazu.
  • [kurze Pause]
  • Der eine, der das nicht wollte, mit dem hatte ich halt eine kurze Auseinandersetzung. Seine… seine Notizen sind jetzt verhüllt. Auf der Seite. Die sind geschwärzt.
  • Achso. Du hast schon einmal so ein Interview gefügt, oder was.
  • Ne… Ähm. Einer hat mir seine Meinung gesagt. Und der fand das dann halt nicht gut, dass ich die… ähm… da raufgetan habe.
  • Mhm.
  • [kurze Pause]
  • Warte mal ganz kurz.
  • [kurze Pause]
  • [Tippgeräusche]
  • Was war da oben, wo Alexander stand?
  • Na Alexander besuchen. Heute. In Potsdam.
  • Achso.
  • Das ist… äh… eine Notiz… ähm… wo sich zwei Mitarbeiter… ähm… unterhalten.
  • Ach das. Ja. Darüber… das hattest du schon gesagt.
  • Und das ist die… äh… diese Notiz von dem Typen.
  • Mhm.
  • Der nicht…
  • Mhm.
  • … erscheinen will. Was ich nicht verstehe. Weil er bloß… ähm… mit Sebastian da markiert ist. Und nicht mit seinem vollen Namen. Und so. Aber okay.
  • Okay. Dann können wir das Interview beenden!
  • Okay.
  • [Klickgeräusche]
  • [direkt ins Aufnahmegerät, letzte Worte] Ich hasse euch alle!
  • Um neunzehn Uhr einundzwanzig.
  • [Aufnahme Ende]
Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • Na lass uns mal hier… am Eingang ist glaube ich ein richtiger.
  • [Blätterrascheln]
  • [Schrittgeräusche]
  • Ich frage mal gleich!
  • Na das ist eine richtige.
  • Woher willst du das wissen?
  • Das sieht man doch.
  • Ist das der richtige Feuerlöscher Feuerlöscher?
  • [laut, zur Aufsicht gewandt] Ist das der richtige Feuerlöscher Feuerlöscher?
  • [kommt näher] [nicht verständlich, evtl. "Das müsste der richtige sein"]
  • Okay [lacht]
  • Gespräch mit Aufsicht, nicht verständlich
  • [nicht verständlich]
  • Naja. Das heißt ja nichts. Da muss ja auch nichts drinne sein!
  • [lacht]
  • Das ist schon der richtige.
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm?
  • [nicht verständlich]
  • Achso!
  • [nicht verständlich] Original. [nicht verständlich]
  • Ja.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Der ist aber nicht geöffnet.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm. [Pause]
  • Können Sie noch einmal dieses Hammerdings hier anmachen?
  • Kann ich noch einmal anmachen.
  • Okay!
  • [nicht verständlich]
  • Ne. [nicht verständlich]
  • [nicht verständlich]
  • [laute Geräusche, Hammer und Bohrer schlagen gegen Styropor, Geräusch wie bei Kreide an Tafel]
  • [zwischendurch Leerlaufgeräusche]
  • [nach einer Weile] Reichts?
  • Ja.
  • Danke.
  • [lautes Leerlaufgeräusch]
  • [nicht verständlich]
  • Ja.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [Pause]
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] Eine Stunde lang. Dann gings nicht mehr. [irgendwas mit Chef und Künstler]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] [irgendwas mit Schrauben]
  • Okay.
  • Jetzt gehts aber wieder.
  • [nicht verständlich] Ich war ja im Museum. Fünfzehn Jahre. [nicht verständlich] Hausmeister.
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • Hilft da keiner. Ich bin kein Fachmann. Normale Aushilfe.
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Werden die Objekte vom Baumarkt… äh… gesponsort?
  • Weiß ich auch nicht. [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] [irgendwas mit "Sieben Stunden am Tag. Das schaffe ich nicht mehr"]
  • Mhm.
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] [irgendwas mit Krankheiten, "Fertig. Aus. Ende." und "Rentner"] [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • ["Aber Museum, da kann ich…"] [nicht verständlich, irgendwas mit Aufsicht]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [zu anderer Person: "Tschüß!"]
  • [Aufnahme unterbrochen, wir sind wieder alleine]
  • Aber das ist ja nicht von ihm.
  • Doch.
  • [redet gleichzeitig]
  • Das ist ein Brunnen. Der aber leer war. Ohne Wasser.
  • Das finde ich lustig.
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Und der hat so eine Pappe daruntergelegt und mit Acrylfarbe oder so vollgemacht. Erst mit blauer und dann mit roter. Oder so.
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Durch die Sonnenreflexion… ähm… hat das halt so eine Farbspiele auf dieser…
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Das war meine Schmach von Athen!
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Wie man das nennt. Temporäre Installation im öffentlichen Raum.
  • Aber das klingt gleich wieder so… hoch!
  • Aber… Bedeutung hat das nicht.
  • Das finde ich richtig cool.
  • Ist das ein richtiges Regal?
  • Ne. Das sind. Treppen. Reingesägt. Du konntest im Endeffekt die [nicht verständlich] da rein schieben.
  • [redet gleichzeitig weiter] Aber das ist… was… ein Alltagsgegenstand…
  • … auf der einen Seite…
  • Das liegt so am Boden?
  • Ne.
  • [nicht verständlich] Angeordnet. Also schon…
  • [nicht verständlich] Das ist dann ja… Da passt es nicht mehr in eine andere… andere Kategorie als Kunst. Eigentlich. Also es ist kein Design.
  • Das sieht ja schon schön aus!
  • Das ist kein… Also ich denke… kein Alltags…
  • [redet gleichzeitig]
  • [nicht verständlich, da Christian weiterredet] Nein. Das finde ich wirklich so… [nicht verständlich]
  • [redet gleichzeitig]
  • Ein Spiel!
  • Jaaa. Das ist ja schon wieder was reingedeutet…
  • Na sie spielen doch im Endeffekt.
  • … dass die Dinger jetzt spielen. Sie spielen ja nicht von sich aus. Sondern jemand hat sie so gemacht, dass sie so WIRKEN, als würden sie spielen.
  • Es geht ja gerade darum… [nicht verständlich, "weil sie Luft erzeugen"]
  • [redet gleichzeitig] Sie spielen nicht. Spielen kann kein Objekt. [redet weiter]
  • [versehentlich zwei Audiodateien gleichzeitig abgespielt, deshalb ständig gleichzeitig geredet] [ab "Aber das ist ja nicht von ihm." wiederholt transkribiert]
  • Aber das ist ja nicht von ihm. [BILD ARBEIT VON EVI IN GRIECHENLAND, wir sind wohl im Flur]
  • Doch.
  • Der hat… Das ist ein Brunnen. Der aber leer war. Mit ohne Wasser. Und der hat so eine Pappe darunter gelegt und die Pappe hat er davor mit Acrylfarbe oder so vollgemacht. Mit zwei. Mit blauer und mit roter oder so. Und durch die Sonnen… äh… Reflexion hat es dann halt solche Farbspiele auf der Fläche gegeben.
  • [kurze Pause]
  • Hier [zeigt auf andere Abbildung] siehst du ja die Pappe mit dem…
  • Mhm. Ja.
  • [seufzt] Das war von der Schmach von Athen.
  • Temporäre Installation im öffentlichen Raum.
  • Aber das klingt gleich wieder so hoch.
  • [kurze Pause]
  • Mal "cool", mal "langweilig"
  • Das finde ich richtig cool hier. [zeigt auf andere Arbeit] [BILD???? Leisten mit Farbe, die man reinschieben konnte]
  • Ist das ein richtiges Regal?
  • Ne. Das sind… Das ist halt ein Brett mit… mit… äh… also reingesägt. Und du kannst im Endeffekt diese kleinen Bretter da reinschieben. Und das… Und das ist aber dieses selbe Prinzip, dass auf der einen Seite…
  • Und das liegt so am Boden.
  • Ne. Das war jetzt an der Wand.
  • Also schon wie ein Regal.
  • [Blättergeräusch]
  • Ich meine… Das sieht ja schön aus. Ja?
  • Das hier finde ich schön… zum Beispiel schön. [BILD???]
  • Das hat sogar einen Funktionswert.
  • Ne. Überhaupt nicht! Hallo? Da tust du nichts rein.
  • Das KÖNNTEST du aber.
  • Nö. Das finde ich wirklich so richtig… also direkt ansprechend.
  • [leise] Das Licht in deinen Augen.
  • [Blattgeräusch]
  • Das hat auch was. [BILD???]
  • Nur langweilig!
  • Ab wann ist ein Feuerlöscher Feuerlöscher ein Feuerlöscher Feuerlöscher?
  • Na es geht ja gerade darum… ähm…, ab wann ist ein Feuerlöscher Feuerlöscher ein Feuerlöscher Feuerlöscher. Und wo siehst du den Unterschied zwischen einer Installation und zwischen einem…
  • [unterbricht, unverständlich, 1:30]
  • Na hier siehst du es ja jetzt. Aber denkst du, er funktioniert wirklich?
  • Natürlich!
  • Woher willst du das wissen? Nur weil der so aussieht?
  • Der funktioniert. Das steht nämlich nicht mit einer Nummer im… Dings.
  • Interessant. Für dich ist also alles Kunst, was mit einer Nummer belegt ist!
  • [lacht] Ja! Zumindestens in der Galerie oder Ausstellung. [kurze Pause]
  • Der ist offensichtlich zerstört.
  • [anderer Feuerlöscher Feuerlöscher]
  • [von weiter weg] Der ist kaputt. Und der andere ist [nicht verständlich, 1:52]
  • Aber gut. Interessant ist ja nur, dass er das Thema aufgreift. Das man in eine Galerie denkt… geht. Und sich erst einmal wundert: Ist das jetzt wirklich ein Feuerlöscher Feuerlöscher? Oder nicht?
  • Der erste. Meine ich.
  • Ja. Aber auch, dass er das auch als Thema nimmt.
  • Ne. Du fragst dich eher, wenn du rausgehst: Ist der erste Feuerlöscher Feuerlöscher wirklich ein richtiger, oder…
  • Ich frage mich das nicht!
  • Ich hab mich das jetzt gefragt.
  • [Pause]
  • Hier ist auch soetwas. Nur mit Mixern. [BILD?????]
  • Richtiger Künstler
  • Krass. Das wird mal ein richtiger Künstler.
  • Also für dich ist das ein richtiger Künstler?
  • Mir gefällt dieses… Spielerische. Einfach… ähm… Diese Formen, die dabei entstehen. Mit Techniken sowas machen.
  • Staubsauger.
  • [Blätterrascheln]
  • [Aufnahme Ende]
  • Kataloge sind… Also das, was er gemacht hat, sind schon interessant.
  • Was heißt interessant?
  • [kurze Pause]
  • Da bleibe ich stehen und gucke zu. In dem Sinne.
  • Ja. Das fand ich eben auch. Egal ob das jetzt dieser Hammer ist. Dieser Staubsauger. Oder so. Da finde ich das zum Beispiel… Okay. Das ist ein Objekt, da gehst du einmal rum und gehst dann weiter. Prinzipiell. Aber bei den… ähm… Bei diesen… ähm… Wie heißen die Dinger? Die sich im Wind drehen?
  • Na Ventilatoren!
  • Die Ventilatoren. Das ist halt ein Spiel. Da kannst du ziemlich lange einfach zugucken. So. Das sind halt so… so viele Begegnungen die da statt finden. Zwischen denen. Und zufällige Sachen. Für dich zumindestens. Oder hier, mit dem Ding, wo die sich gegenseitig da winden [Hammerbohrer]…
  • Ja. Also eigentlich [nicht verständlich] der eine nur das andere, aber…
  • Na das weißt du ja nicht.
  • [nicht verständlich, 41:0]
  • Nein. Das stimmt nicht! Äh. Dieser Hammer hat ja eine Schwere. Und dadurch bewegt er den… bewegt er diesen Akkuschrauber ja auch. An… äh… äh… In eine andere Richtung.
  • Ja. Aber er tut es ja nur… Eigentlich bewegt sich ja nur der Akkuschrauber.
  • Das weißt du am Ende nicht mehr.
  • Ja du weißt… Aber du weißt es ja. Weil da ist der Motor.
  • Woher willst du wissen, wo der Akkuschrauber aufhört? Wo hört der Akkuschrauber auf?
  • [kurze Pause]
  • IST nicht eigentlich… äh… Wenn… wenn du dieses Akkuding… da reintust… wird da nicht dieser Hammer zum Teil dieser Maschine?
  • Nein.
  • DOCH!
  • Das ist halt verbunden worden.
  • [lange Pause]
  • Also das Styropor würde ich mir noch einmal überlegen.
  • Aber das ist übrigens auch noch ein Aspekt. Der interessant ist.
  • Das findest du gut?
  • Dass du Styropor hast. Und eigentlich geht es ja darum, dass du zugucken sollst, wie der Akkuschrauber und der Hammer hier… was machen. Ne? Aber damit verändern sie ja auch… da… ihre Spielwiese. Quasi. Denn die schlagen ja trotzdem rein.
  • Na dann finde ich… hätte er da was anderes als Styropor nehmen müssen. Etwas, was sich…
  • Vielleicht ist das ja auch der Zweck!
  • [kurze Pause]
  • Was.
  • Nicht nur, dass es darum geht, sondern die machen dann ja trotzdem noch etwas.
  • Na die machen BILDER eigentlich. Ne?
  • Aber sie machen etwas, was ja nicht bezweckt war.
  • Naja. Doch. Das war bezweckt. Ich meine, es ist schon klar, wenn der Styropor verwendet, das wird damit ein bisschen… angekratzt.
  • Interessant HIER… um wieder das Wort zu benützen… ist ja, dass da weniger…
  • Nein HIER ist ganz ganz VIEL!
  • Da ist ganz viel.
  • Auf einer sehr… Ja. Interessant!
  • Also es gibt schon ein gewisses Muster. Und es macht was mit den Dingen.
  • Ich glaube nicht, dass es ein Muster gibt.
  • Och. Du siehst doch, dass da was passiert ist!
  • Ja aber wenn du es lange genug durchlaufen würdest, ich glaube, dann würde es an allen Stellen, außer an den Ecken halt, …
  • Es schlägt trotzdem…
  • … dagegen schlagen.
  • … rein. Es SCHLÄGT. Und WEHRT sich. Und MACHT was mit dem, wo es eigentlich bloß drinne sein sollte.
  • [kurze Pause]
  • Och. Du solltest Kurator werden!
  • [lacht]
  • [kurze Pause]
  • Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
  • [Pause]
  • abgehängtes Regal
  • Wir haben uns das hier noch nicht angeguckt! [BILD????]
  • Aber das ist zum Beispiel… Ja… Das sieht man auch im Keller. Wo man was abdeckt mit einer Plane.
  • Also krass. Du stehst echt so auf so spielerische Sachen, die dich… ähm… ähm… Na wie heißt das… audivisuell total… äh… fordern.
  • Ja! Aber das eben nicht. Das fordert mich nicht hier.
  • [kurze Pause]
  • Ich habe keine Ahnung.
  • Du weißt es nicht. [lacht] Weil es dich nicht fordert.
  • Es ist… auf jeden Fall einfacher. Das ist jetzt nichts kritisches. Aber es ist halt einfacher… ähm… Leute zu begeistern für etwas, wenn es sich halt bewegt. Oder wenn… Wenn da irgendwas ist, was da…
  • Ja aber das ist doch…
  • … in Aktion ist.
  • NEIN. Ich meine jetzt eben das halt. So diese… Maschinen, die sich bewegen. Das ist wie bei diesem Tin…Tingulin-Museum. Wo wir eigentlich hinwollten, auch. Da bewegt sich ja auch ganz viel. Bei den Maschinen.
  • Guck mal hier. Das…
  • Na das fordert dich intellektuell halt eher.
  • Ne. Das ist Alltag. Du gehst in deinen Keller. Du hast da Koffer stehen.
  • Du hast die Koffer aber nicht mit so einer Plane abgedeckt.
  • Na doch.
  • Aber nicht von allen Seiten!
  • Ja aber in dem Fall…
  • Und die… Und die Koffer sind normalerweise nicht so akkurat hingestellt. Also das hat ja so einen… wieder sowas ästhetisches an sich. Oder nicht?
  • Naja.
  • [kurze Pause]
  • Da gehst du einfach vorbei! Da rennst du gleich zum nächsten Feuerlöscher Feuerlöscher! Wenn du das siehst! [lacht]
  • Ich muss den Feuerlöscher Feuerlöscher hier noch einmal fotografieren.
  • Na dann weißt du doch aber nicht mehr… Na gut, der ist farblich schon ganz anders.
  • Wir wissen noch nicht, ob er doch ein Kunstobjekt ist.
  • Das ist kein Kunstobjekt!
  • Das kannst du nicht wissen! Tue… tue mal genau die selben Feuerlöscher Feuerlöscher daneben. Noch einmal. Wo würdest du dann sagen ist die Kunst und wo ist der reale Feuerlöscher Feuerlöscher, der eine Funktion haben soll?
  • Der ist der [nicht verständlich, 4:24]
  • Auch wenn der SELBE noch einmal daneben ist? Selbe Gestaltung.
  • Na dann sind das halt zwei! Ich meine, die Nothammer, die wir gesehen haben, die funktionieren ja auch alle.
  • Also wenn HIER ein Feuer ausbricht, dann nehme ich den, der so leicht gedetscht ist. Und sterbe dabei.
  • [kurze Pause]
  • Ich renne einfach raus.
  • [Aufnahme Ende, wir gehen aus der Ausstellung raus]
  • [in Freiburg]
  • Alter Mann zum Stuhl: Gehört das hier dazu?
  • Kannst du mir noch einmal den Satz sagen, den… den er [der Aufpasser] gesagt hat, dass ein Opa ihm gesagt hat, als er den Stuhl gesehen hat,… drinne, in der Ausstellung…
  • Das weiß ich nicht. Was hat er denn gesagt.
  • Ist das Kunst oder irgendwie sowas.
  • Gehört das hier dazu!
  • Genau!
  • [Auto fährt vorbei]
  • Das ist ja mein Paradebeispiel. Wieder dafür. Als… Als irgendein Stuhl halt in dem Raum ist…
  • Aber er meinte… Hier, der Aufsehern meinte ja: Manche sind ja schon verrückt, dass sie überhaupt solche Fragen stellen!
  • [lacht]
  • Was mich wiederum wundert. Wenn man die Objekte drinne gesehen hat.
  • Ist hier nicht der S-Bahnhof?
  • [kurze Pause]
  • Das ist wieder eine entscheidenere Frage! [lacht]
  • Essen-Frage
  • Wollen wir jetzt essen gehen?
  • Aber lass uns…
  • Die noch entscheidenere Frage…
  • … nicht zum Bahnhof fahren? Und gucken, wann…
  • Und dann essen gehen.
  • … der zurückfährt. Und dann entscheiden.
  • Aber wir können doch auch mit der Straßenbahn fahren.
  • Oder mit der S-Bahn!
  • [Krähe krächzt]
  • Du willst mit der S-Bahn, weil es inklusive ist.
  • Genau. Ausnutzung des Tickets.
  • [kurze Pause]
  • Wird das dann auch in die Arbeit geschrieben? [lacht]
  • [laut] JAWOHL! [lacht]
  • Ich schweige.
  • [Aufnahme Ende]
  • Am Frühstückstsich
  • [kurzes Gespräch beim Frühstückessen in seiner Baseler Wohnung]
  • Ich will jetzt in Ruhe frühstücken!
  • Ja. Ich habe doch gar nicht angemacht! Also was hast du gerade gesagt? [lacht]
  • Ich bin nicht blind!
  • [lacht] Was hast du gesagt?
  • Ich habe gesagt, du solltest dich näher… Ich empfehle. Du machst dir Gedanken…
  • [Geschirrgeklapper]
  • Markt und Kunst
  • … dazu: Kunst in Abhängigkeit von Kunstmarkt.
  • Verstehe ich nicht.
  • Denn ich finde, bei dir ist Kunst…
  • [Geräusche vom Bröttchenaufschneiden]
  • … Markt und Kunst… Das ist quasi eins.
  • Das stimmt doch überhaupt nicht. Das hab…
  • Das ist mein Empfinden.
  • Aber wie kommst du denn darauf. Ich… mir gefällts ja eben nicht. Dieses Gefühl, etwas zu schaffen, was dann im Wohnzimmer am Ende landet. Was ja im Endeffekt über den Kunstmarkt funktioniert. Also über Galerien oder so.
  • Na du hast aber immer die Kategorie… Wo kann etwas sein? Was kauft wer?
  • [Besteckt fällt auf Tisch]
  • Das habe ich von Alexander gelernt.
  • Und das ist ja der Markt.
  • Ja. Ich weiß.
  • Da gehts immer um Geld.
  • Aber das interessiert mich eigentlich gar nicht.
  • Kunst sollte unabhängig vom Markt sein
  • Aber ist Kunst nicht unabhängig davon?
  • Ja! Darum… Um das geht es mir ja eigentlich. Nur das Problem ist halt, dass, wenn du… wenn du nach dem Kunststudium da wirklich weitermachen willst und dann dich… äh… wirklich darum kümmern möchtest, dann MUSST du über das Geld nachdenken. Da kommst du gar nicht umhin. Du musst irgendwie da… Du musst… Oder du machst was anderes.
  • Aber wenn es jetzt um den Kunstbegriff geht… Da finde ich, sollte es unabhängig voneinander sein.
  • Ja. Aber dann will ich bitte schön auch, wenn… wenn… wenn ich da was gefunden habe, dass dann auch so umsetzen. Und nicht ständig hier… mir überlegen, wie kann ich damit jetzt noch Geld verdienen.
  • Ja aber du hast ja jetzt schon immer die Überlegung…
  • Ja. Blöderweise! Aber das lernt man auch da… während des Studiums.
  • [Geschirrgeklapper]
  • Also studiert ihr da im Grunde BWL.
  • Nein! Nein nein nein nein. Das ist… Das ist… ja nun an der Hochschule überhaupt nicht so. Aber es wird halt manchmal so an… gedeutet. So. Ja… Und… und… Und… äh… wie würdest du das jetzt rahmen, damit es jemand kauft? Oder wieviel willst du dafür…
  • Siehst du.
  • Das sind halt so kleine Gedanken.
  • Und selbst die letzte Ausstellung, wo ihr…
  • Naja. Das war ja komplett damit verbunden. Klar.
  • Na das hieß sogar so. Oder?
  • [mit vollem Mund] Natürlich. Hundert Euro Ausstellung. [BILD VON AUSSTELLUNG]
  • [kurze Pause]
  • Big Business
  • Big Business.
  • Und wer hat Big Business da gemacht?
  • [mit hoher Stimme, ganz laut] FRIIIIIEDRICH!
  • [kurze Pause]
  • Und wie hat er das geschafft?
  • Mit EHRLICHEN Verkäufen!
  • [Geschirrgeklapper]
  • [Essgeräusche]
  • Als Spende.
  • [kurze Pause]
  • Was ist denn?
  • Kannst du das jetzt wieder ausschalten. Ich möchte in Ruhe frühstücken. Ich sage jetzt auch nichts mehr über Kunst.
  • PÜH!
  • [Geschirrgeklapper]
  • [Geräusch im Hintergrund]
  • Das war die Katze.
  • Die ist einmal runtergerannt und als sie mich gesehen hat wieder hoch. [lacht]
  • Welche?
  • Die kleine.
  • [lacht] Oh. Ich glaube, sie mag dich nicht mehr.
  • [mit vollem Mund] Wieso? Mhm?
  • [lacht]
  • [Messergeräusche auf Keramik]
  • [Aufnahme-Ende]
Studium 2 0
Herme Werkstatt Plastisches Gestalten weiter an Holzbüste gearbeitet Diplom Theorie Einzelgespräch Daniels Dieter Daniels im 10. Semester Theorie-Arbeit fertigstellen im 11. Semester Praxis Daniels Dieter Daniels findet im roten Hinweis-Fenster auf Notizseite noch ungewollte Rechtschreibfehler auf Arthur Danto verwiesen Recherche Arthur Danto Arthur Danto (1924-2013, US-amerikanischer Philosoph und Kunstkritiker) Vertreter analytische Philosophie Themen Ästhetik, Kunsttheorie, Philosophie der Geschichte, Philosophie des Geistes, Handlungstheorie und Mystik Einflüsse von Hegel, Nietzsche Friedrich Nietzsche, Sartre und Wittgenstein Ludwig Wittgenstein ab 1945 Studium der Malerei und Geschichte, Ziel: Künstler werden Ausgangspunkt Kunsttheorie ist Frage: Was macht ein Objekt zum Kunstwerk? für Beantwortung Begriff Artworld (Kunstwelt) verwendet Kunstwelt als "losen Verbund von Personen", die in einen "Diskurs der Gründe" eintreten, der "den Status von Kunst auf Dinge überträgt" Kunstwerk erlangt erst Zutritt zur Kunstwelt durch kunsttheoretische Interpretation "Kunst ist eine Sache, deren Existenz von Theorien abhängig ist" These ausgelöst durch Ausstellungsbesuch, Andy Warhols Brillo Boxes Warhol Andy Warhol zeigte, dass ein Gegenstand einmal Kunstwerk und einmal Gebrauchsgegenstand sein kann aus E-Mail von Daniels Dieter Daniels: Dantos Ausgangspunkt ist die "fast schon lächerliche Nichtanwendbarkeit philosophischer Definitionen von Kunst auf die Kunst selbst", die "von den wenigen, die die Nichtanwendbarkeit als ein Problem wahrgenommen haben, auf die Nichtdefinierbarkeit der Kunst zurückgeführt wurde" (Arthur C. Danto, Die Verklärung des Gewöhnlichen, Frankfurt a. M. 1984, S. 12) Dantos Definition zum Einleitungstext: am Anfang verweisen auf persönl. Gespräche, nicht repräsentativ auf Auswertungsfragen eingehen (Muster,…), siehe Notizen 10.4. am Anfang meine E-Mail vom 15.11.2016 mit einbringen für mich: nach Kategorisieren Verlauf skizzieren, auch anhand Überschneidungen aktuell machen: (1) bis Ende April zuende transkribieren (Christian, Alexander, Wei) (2) Gepräche noch einmal komplett durchgehen, Bilder ergänzen, Kategorisieren, Stichpunkte anfügen (April, Mai) (3) Mai/Juni: Gespräche vergleichen, Überschneidungen finden, Verlauf festlegen im Juni Daniels Dieter Daniels kontaktieren, erste Ergebnisse zeigen Diplom Arbeit evtl. (auch nach telefonischem Gespräch mit Alexander heute) auch in Praxis-Arbeit mit einbringen (neben überhoher Herme, Arbeiten, Standpunkte) umsetzen Hans fragen, ob Latex für gestalterische Umsetzung geeignet (Sprechblasen wie auf Notizseite) Friedrich Fröhlich, zufrieden
Werkstatt Plastisches Gestalten Holzstapel in anderen Raum verlegt Holzbock von Bachmann erhalten, für Bearbeitung Holzbüste altes Holzstück abschrauben, bei meiner Büste Loch bohren und genauso befestigen evtl. Gipssack in Bock-Konstruktion legen, wegen Wackeln Mittwoch und Donnerstag für Werkstatt freihalten Diplom Theorie Christian zur Interviewauswertung meine Gespräche von Sozial- und Kulturforscher dem Bereich der interpretativ-verstehenden bzw. qualitativen Methoden zugeordnet qualitative Interviews mit Untertypen, wie narratives Interview oder problemzentriertes Interview Methoden für Auswertung: Kodierung, Typisierung und Interpretation Kodieren: Text aufbrechen, verstehen, Kategorien vergeben nachträglich in neue Ordnung bringen Interviewtext wird in Kodier-Text übersetzt, verkürzt, verallgemeinert verschiedene Ansätze: offenes, thematisches und theoretisches Kodieren Beispiel offenes Kodieren: Textteilen werden Verallgemeinerungen zugeordnet Fragen: Was wird gesprochen? Welche Personen sind beteiligt? Wie wird über Dinge gesprochen? Welche Aspekte werden (nicht) genannt? Wann? Wie lange? Wo? Kontext der Situation, des Phänomens, über das gesprochen wird. Warum? Wozu? Welche Beweggründe und Zwecke werden angegeben oder lassen sich vermuten? Womit? Welche Strategien werden eingesetzt? Verallgemeinerungen werden in weiteren Schritten immer weiter verallgemeinert es wird nach Muster in Daten gesucht Gespräch mit Christian
  • Nichts!
  • [lacht] Aber da gucke ich schon wieder lieber hin als auf den Wagen.
  • [kurze Pause]
  • Sagen… Sagen tut es mir jetzt nichts. Nicht viel.
  • Eigentlich soll sowas doch auch gar nichts sagen. Warum muss das immer etwas ausdrücken?
  • Es muss eine Bedeutung haben
  • Na ich es schon wichtig. Dass es… auch eine Bedeutung hat.
  • Aber… wenn… wenn… wenn… Wenn da eine Spielerei mit dem Hammer und dem Ding ist, dann ist das für mich ohne Aussage. Es muss nichts politisches sein. Gesellschaftskritisches. Es kann doch einfach mal ein Hammer sein! Der sich da bewegt.
  • Aber das lässt sich weiter denken. Der Hammer. Und das Ding. Weil dort siehst du, wie er eigentlich bewegt… die Bohrmaschine den Hammer. Aber manchmal gibt der Hammer der Bohrmaschine eben auch diese Bewegung. Es ist immer so… Wie wenn man zwei Leute aneinanderfesselt. Und die… die versuchen voneinander wegzukommen.
  • Nö. Soviel… Nö. Soviel würde ich da überhaupt nicht hineininterpretieren.
  • Aber…
  • Für mich ist es halt ein… schönes Spiel.
  • Also es gibt… Man kann sich darüber Gedanken machen. Oder es ist einfach schön, dem zuzugucken.
  • Du guckst als Mensch eben zu, weil… weil es etwas ist, was sich bewegt. Menschen gucken IMMER gerne zu, wenn sich etwas bewegt.
  • Ja.
  • [Pause]
  • [räuspert sich] Nummer sechs.
  • [Blätterrascheln]
  • Transportwagen Nummer eins.
  • Rollwagen. Seilbinde, Kletterseil. Zwölf Kartons.
  • Überhöhte Preisvorstellung
  • Tausendsechshundert.
  • Was? Was sind denn das für Preise?
  • [kurze Pause]
  • Jetzt aber ernst!
  • Das darfst du mich nicht fragen. Ich bin nicht der Künstler.
  • Naja. Es hat schon was. Also als es gemacht wurde, war es sicher cool zu sehen. Schade, dass man kein Video davon sieht.
  • Wieso. Der macht das dann hier fest, oder was. Automatisch.
  • Naja. Erst aufgebaut. Dann die Platte drüber. Das Seil miteinander verbunden und wenn du den Motor bedienst, dann wird es halt so gequetscht.
  • Also selbst die stabilen Kartons gehen da sozusagen kaputt.
  • Naja. Stabil… relativ.
  • [Pause]
  • Und dann hat der gestoppt und es hierher geschoben.
  • Naja. Er wird es hier aufgebaut haben.
  • [Pause]
  • Aber denkst du, es hat jetzt eine Bedeutung? Dieses…
  • Nö.
  • Aber mit diesem Zuquetschen? Und dann…
  • [kurze Pause]
  • Naja. Das ist…
  • [kurze Pause] Gut. Da gucke ich hin. Weil es mich erst einmal interessiert, wie es funktioniert. Wie kommt das so. Aber… Bedeutung hat das nicht.
  • [kurze Pause]
  • Es ist nicht gesellschaftskritisch. Oder…
  • Das gleiche wäre ja zum Beispiel nicht passiert, wenn die ganzen Dinger vollgewesen wären. Mit Büchern. Oder so. Dann hätte der das ja nicht quetschen können. Sind halt leere Kartons! Aber wer stapelt schon so leere Kartons?
  • [Pause]
  • Damit ist es natürlich wieder… aus dem Alltag eigentlich gerissen.
  • Na wir müssten uns da mal die Beschreibungen durchlesen. Vielleicht hat das ja irgendeinen gesellschaftskritischen…
  • Es gibt doch keine Beschreibung. So wirklich.
  • [kurze Pause]
  • Doch, hier! Die Arbeit Transportwagen Null Eins zeigt ebenfalls eine Eigenentwicklung des Künstlers.
  • Was heißt Eigenentwicklung des Künstlers?
  • Na was selber gemachtes! Offensichtlich mit Utensilien aus dem Baumarkt konstruiert, um auf möglichst geringer Fläche maximale Last transportieren zu können, transportiert das Objekt einen Zustand des Fragilen. Ein wenig zu lange den roten Knopf, der über…
  • [Blätterrascheln]
  • …dimensionierten Seilwände gedrückt, wird die Erfindung zum sicheren Transport von Kisten zur Schrottpresse. Mit der Tendenz zum Kippen.
  • [kurze Pause]
  • Wie mit einem Fotoapparat festgehalten, zeigt das Kunstwerk ein Kippen von etwas Nützlichem zu etwas Dysfunktionalem. Ein ähnliches Moment Moment interessiert Mün… [Name nich verstanden, 19:57] auch bei seinen Feuerlöschern. Naja. Da gehts schon um das Nächste.
  • Also du siehst hier schon was ganz anderes, wenn du die Beschreibung natürlich dazu…
  • Beschreibungstexte zu Arbeiten
  • Ne. Die Beschreibung habe ich jetzt gar nicht verstanden. Da wurden Wörter… äh… Substantive mit Ung-Endungen, mit Genetiven, mit… mit dem Moment Moment… Moment Moment wird ziemlich oft in der Kunst und gerne verwendet.
  • Ja aber das ist ja immer bei diesen Beschreibungstexten so. Die wirken ja immer ein bisschen…
  • Hast du da jetzt was verstanden?
  • NATÜRLICH habe ich das verstanden.
  • Jetzt erkläre es mir bitte noch einmal.
  • [Blätterrascheln]
  • Okay.
  • Das wurde jetzt mit richtig viel Bedeutung aufgeladen. Das ist dir schon bewusst, oder?
  • [lacht]
  • Etwas Nützliches. Das ist ja diese Konstruktion an sich. Also du hast etwas, womit du etwas verschieben kannst. Dann die Kisten. Mit denen du was transportieren kannst. Und ein Halteseil, damit es nicht umkippelt. Und hier im Text steht: Aber das Ganze überspannt… Also dieses Seil zu sehr gespannt… macht das Seil… also das etwas Nützliche… zu etwas… äh… was das ganze… ähm… verändert. Nämlich negativ verändert. Nämlich zu einer Schrottpresse macht. So steht es im Text.
  • JA. ABER WAS ist… Also wie kommst du darauf?!
  • Ich nicht! Das steht da!
  • [kurze Pause]
  • Aber würdest du als Besucher darauf kommen? Das SO extrem aufzuladen? Für mich war das jetzt halt… äh… Kartons übereinandergestapelt, die mit irgend so einer Presse…
  • Na das haben wir ja vorher gesagt. Das war ja das interessante. Als wir das vorher nicht gelesen hatten, sondern erst… also was ich zum Beispiel erst darin gesehen hatte, beschrieben… und… Aber das ist eben eine Interpretation, wie das der… Erschaffer dieses Dingens…
  • Ne. Ich glaube noch nicht einmal, dass der Erschaffer so… so… so… tief und so weit denkt. Das ist dann bloß der Kurator. Der so viel hinein interpretieren tut. Damit es für die Ausstellung relevant ist. Das es ausgestellt werden MUSS.
  • Da wäre ja das interessante, ihn zu fragen.
  • Das mache ich dann.
  • Sehr gut.
  • [kurze Pause]
  • Also woher die Texte rühren. Ne? Ob die sich das selbst ausgedacht haben. Oder ein Kurator.
  • Mhm.
  • [Pause]
  • Hier hast du wieder so eine Wand. Wo du gesagt hattest, bei dem anderen, das ist eine Duschwand. [Arbeit in Galerie in Basel]
  • Naja. Das ist aber ein bisschen anders. Ne? Das erinnert eher an…
  • Das ist noch nicht so groß.
  • Und das kleine…
  • Na das ist doch das [nicht verständlich, 21:59]
  • Wir haben jetzt hier Nummer fünf.
  • [Blätterrascheln]
  • Hausteil drei.
  • [Stimmen werden immer lauter, wir sind ruhig]
  • Er gibt sich Mühe
  • Er gibt sich zumindestens Mühe! [zur Hauswand]
  • Mühe mit was.
  • Naja. So ein Objekt überhaupt aufzustellen.
  • Ach. Wie ehrenvoll! Hätte er es nicht gemacht…
  • Na mach das mal! Ach. Das ist Styropor, oder?
  • Ja. Das ist… Üton[?], Holzputzplastik. Glas.
  • Ne. Das ist Stein! Kein Styropor.
  • Üton! Na siehst du das nicht? Dann ist das da drüben aber auch kein…
  • Dann wird es auch sowas sein. Genau.
  • Sicher. Wie leichter Stein.
  • [Pause]
  • Ja aber das ist doch zum Beispiel keine Grundlage. Bloß weil sich jemand Mühe gibt. Das macht man in der ersten Klasse! Zu sagen: Ja, er hat sich Mühe gegeben. Deshalb geben wir ihm eine gute Note. Aber hier… Pfff.
  • Naja. Jetzt… jetzt frage ich mich…
  • Wir sind hier bei den Erwachsenen!
  • Nein, jetzt frage ich mich aber zum Beispiel: Das ist doch eine große Variante von den kleinen, die wir da gesehen haben.
  • Ist es nicht.
  • Sind die kleinen jetzt die Entwürfe?
  • Hier sehen wir einen Teil von einer…
  • Von einem Haus.
  • Von einem Haus.
  • Also von einem oberen Bereich. Weil hier unten ist ja diese Dachplatte.
  • Na die könnte aber auch eine Kellertreppe abdecken.
  • [Pause]
  • Na aber sage jetzt mal was dazu. Wie das… Also immer in… in dem Feld… äh… was du als… ähm… Was du auch gestern gesagt hast. Was Kunst für dich sein sollte.
  • Das es etwas besonderes ist?
  • Was ja auch ziemlich einfach daher kommt. Es soll was besonderes sein So.
  • Ja. Aber was sehen wir hier. Wir sehen hier quasi wie schon in der Beschreibung… einen Teil von einem Haus.
  • Es geht nicht darum, was du siehst!
  • Das BESONDERE hier wäre ja, dass man ja normalerweise nicht einen Ausschnitt von einem Haus mal so sieht.
  • Ja.
  • [Stimmen werden lauter]
  • [kurze Pause]
  • PUNKT.
  • Du hast jetzt nicht wirklich irgendwas zu sagen dazu. Oder?
  • Ne, weil… es… ich…
  • Mir fällt gerade auch nichts ein.
  • Größe, zeitgenössische Kunst, sagt nichts
  • Die GRÖSSE beeindruckt natürlich. Dass jemand sowas großes dann macht. Aber es ist nicht SCHÖN. Es ist nichts… wo man lange verweilen möchte. Also nichts, wo ich lange verweilen möchte. Mit meinen Augen.
  • Es ist zeitgenössische Kunst.
  • Es ist so…
  • [Blätterrascheln]
  • Sagt nichts.
  • Es… Na gestern haben wir auch Bilder gesehen, ne? So. Das ist ja noch einmal was anderes. Da geht man von vorne herein darauf… äh… aus. So das hängt man sich… Das kann man sich hinhängen. Im Wohnzimmer oder so. Und das sind jetzt hier aber eher Objekte, die man sich nicht irgendwie hinhängen würde. Höchstwahrscheinlich.
  • Ja.
  • Oder hinstellen würde. Das sind dann…
  • [kurze Pause]
  • Ach ich weiß auch nicht.
  • Feuerlöscher Feuerlöscher
  • Hier haben wir noch einen Feuerlöscher Feuerlöscher!
  • [lacht]
  • Du sollst uns jetzt nicht hier durch die Ausstellung dirigieren! Sondern…
  • [lacht]
  • Offensichtlich…
  • Nein. Mit mir ganz allgemein darüber reden!
  • Nicht mehr benutzbar [der Feuerlöscher Feuerlöscher].
  • Lass uns noch einmal etwas über den Hammer… ähm… ähm… [BILD!!! Feuerlöscher Feuerlöscher]
  • Nummer sechszehn. Feuerlöscher Feuerlöscher Null Null Eins. Da denke ich, wenn ich es sehe… Es ist gut, dir zu erklären, wie dein eigener Feuerlöscher Feuerlöscher funktioniert. Weil der… der hat ja das selbe Prinzip.
  • [lacht]
  • Also du siehst da das Pulver. Was man immer mal auflockern sollte. Und wo kommt der Druck her? Na das sehe ich jetzt nicht.
  • Na die Flasche gibts ja nicht mehr.
  • Irgendwo müsste ja die Druckflasche noch sein.
  • [Pause]
  • Es ist ein… Es ist ein interessantes Objekt. Dadurch, dass es durchlöchert ist. Und es hat halt nicht…
  • Ich denke…
  • … mehr die Funktion eines Feuerlöschers. Anders als bei diesen Ventilatoren. Die sind ja noch voll funktionsfähig. Bloß anders hingehangen. Hier wurde der Feuerlöscher Feuerlöscher an sich schon… schon verfremdet. Also der ist für sich schon ein Kunstobjekt.
  • Ich denke nur, es hat bestimmt Spaß gemacht. Da die Löcher reinzubohren. Und immer zu bohren. Bohren bohren bohren. Bis da halt bestimmte Stücke herausbrechen. Und so. Also das war bestimmt lustig!
  • [Pause]
  • Kunst um der Kunst willen L’art pour l’art
  • Ich kann es bloß noch einmal sagen: Mir gefällt es ja, wenn jemand… ähm… etwas macht, weil er auch Spaß daran hat. Oder vielleicht nur des Spaßes wegen. Also der Lust wegen es zu tun. Und jetzt nicht darüber… äh… nachdenkt… äh… er… er möchte jetzt in der Gesellschaft etwas bewegen. Oder die politischen Situationen kritisieren. Oder so. Weißt du?
  • Mhm.
  • Das gefällt mir! Nur trotzdem muss ich dann halt fragen, ähm: Was hat das dann in einem Ausstellungskontext zu tun. Weißt du? Was ist jetzt der Unterschied zwischen dem, was du tust. Oder einem Kind oder so.
  • Mhm.
  • [Männerstimme, Aufsicht, kommt näher und fragt etwas zu dem Bohrerhammer, ich antworte]
  • Das war mal aus zwischendurch. Ja.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • [lacht]
  • [lacht]
  • [nicht verständlich]
  • Ja. [Mann verschwindet] [Pause]
  • Gehen wir mal zu dem Feuerlöscher Feuerlöscher? Gibt es überhaupt einen richtigen Feuerlöscher Feuerlöscher?
  • [lacht]
  • [lacht]
  • [27:27]
Verhüllte Arbeit, verschiedene Materialien, 23.0x31.7, 31
Verhüllte Arbeit, verschiedene Materialien, 23.0x31.7, 31
Diplom Theorie Gespräch mit mir #2
  • Die Arbeit soll sich bei der… ähm… Verhüllung halt nicht… äh… BEWEISEN… müssen. Verhüllte Arbeit, verschiedene Materialien, 23.0x31.7, 31 verhuellt2-k.jpg
  • Das heißt… Ich… Es kann zum einen natürlich… ähm… Angst sein. Nicht… ähm… Nicht… äh… nicht erkannt zu sein. Nicht anerkannt zu werden.
  • Auf der anderen Seite kann es aber auch einfach der… die… ähm… zeigen, dass man… DARÜBER steht.
  • [Pause]
  • Dass es eben nicht darauf ankommt, gesehen zu werden. Auch nicht bei Kunst. Zwangsweise.
  • Sondern, dass sie auch einfach für sich… leben kann.
  • [Klick-Geräusch]
  • Und gleichzeitig steckt natürlich in einer Veröffentlichung… äh… immer wieder dieser Drang halt, gesehen zu werden.
  • Dieser Zwiespalt eben, den ich auch schon vor zwei Jahren oder so aufgeschrieben hatte.
  • Den hole ich dann noch einmal raus.
  • DRANG des Veröffentlichens. Des Gesehen werdens.
  • Und gleichzeitig das Sichzurücknehmen.
  • WEIL ich weiß…
  • [kurze Pause]
  • … wie unbedeutend… Das ist nicht negativ gesehen… Wie unbedeutend die Arbeit eigentlich ist.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • [Klick-Geräusch]
  • Sollte ich irgendwann einmal eine… das… das Gefühl haben, eine Arbeit zu schaffen, egal mit welcher Technik…
  • [kurze Pause]
  • …, dass diese Arbeit… ähm… gesehen werden MUSS, … das sie etwas hat, was andere unbedingt erleben müssen. Sehen müssen. Und das sollte eben nicht oberflächlich bloß sein. Also das es eine Show ist.
  • Ähm.
  • Sondern das es wirklich ein…
  • [kurze Pause]
  • Dass da etwas geäußert wird, was halt…
  • … essentiell…
  • ist.
  • So.
  • Was das auch immer heißen mag. Ich glaube, das gibt es nicht. Wenn ich jetzt halt aktuell darüber nachdenke.
  • Aber sagen wir, es gibt so etwas. Dann spricht auch nichts dagegen, das zu veröffentlichen.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • [kurze Pause]
  • [Schluckgeräusch]
  • Das würde allerdings natürlich heißen, dass, von dieser… ich weiß nicht, ob man das so sagt,… individualistischen Kunst… Also der Kunst, die halt von einem Individuum gemacht wird… Die halt… äh… Technik eines Individuums trägt. Die die… äh… Gedanken eines Individuums inne haben. Und die auch… so verschlüsselt ist. Dass sie… ähm… NUR durch Erläuterung dem Publikum halt kundgetan werden kann.
  • Durch Sprache. Zum Beispiel.
  • Durch Schrift.
  • Weil sie sonst nicht verständlich wäre.
  • Von sich aus.
  • [kurze Pause]
  • Also ich würde dann von DIESER Art der Kunst abrücken. MÜSSEN. Höchstwahrscheinlich.
  • Ansonsten hätte sie eben wieder keine… ähm… Nichts, was… ähm… andere Menschen… ähm…
  • [kurze Pause]
  • … sofort…
  • … für sich selbst…
  • … daraus ziehen können.
  • [Klick-Geräusch]
  • [Pause]
  • [Klick-Geräusch]
  • [Pause]
  • Also ich denke… www… Selbst WENN es noch… Auch wenn das sehr primitiv ist… Aber wenn ich… so etwas wie bei den Höhlenmalereien schaffen… tue. Und zwar etwas EHRLICHES.
  • Was JETZT in der Zeit die Höhlenmalerei WÄRE. Also nicht, dass ich nur… ähm… aus Katalogen oder in Höhlen, wo ich vielleicht bald hinfahre, oder in China, im Helan-Gebirge,… ähm… die Felszeichnungen… Wenn ich das nicht bloß ABZEICHNE.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Oder NACH-ÄFFE.
  • So wie bei den kindlichen Zeichnungen.
  • Wo ich ja immer noch den Stil… äh… BEWUSST kopiere.
  • Also wenn ich etwas schaffe, was… äh… zeitgenössische Höhlenmalerei… ist.
  • [kurze Pause]
  • Wo ich mich wirklich im Hier und Jetzt ausdrücke. Das haben nämlich die Höhlenmenschen damals auch gemacht. Die haben ja nicht… äh… nachgeäfft. Sondern die haben halt ihren aktuellen Standpunkt dargelegt.
  • [kurze Pause]
  • Ihre aktuellen Wünsche, Hoffnungen, oder… ähm… Träume,… ähm… Erlebnisse.
  • Ähm.
  • Erkenntnisse…
  • Wenn ich DAS schaffe, dann würde ich das zum Beispiel… DENKE ich mir… wirklich veröffentlichen.
  • Egal wie primitiv das am Ende anssieht. Oder… Also wie einfach.
  • Es MUSS einfach sein. Denke ich.
  • Es kann NICHTS… äh…
  • Auch die Technik denke ich mir, muss… einfach nachvollziehbar sein.
  • [Pause]
  • Zeitgenössisch heißt jetzt bei der Technik natürlich… Es kann neben Papier, was schon… äh… länger genutzt wird,… ähm… auch mit Maschine zu tun haben. Oder mit Computer.
  • Ähm.
  • Mit Internet!
  • Warum nicht? Das ist zeitgenössich.
  • Wird zwar nicht… äh… lange überdauern, wie bei den Höhlenmalereien.
  • Aber das ist der aktuelle… Das ist die aktuelle Technik.
  • Das ist DAS, womit man etwas ausdrücken kann. Heutzutage.
  • Das war halt früher nicht so.
  • Aber ich möchte jetzt nicht bloß auf Wände zeichnen. Ähm. Weil sie das damals gemacht haben. Das war ja auch bereits ein Fortschritt. Wenn man das so sieht. Die haben… Oder die haben zumindestens Höhlen entdeckt und haben dort gelebt und gearbeitet.
  • [Pause]
  • Das war aber der damaligen… äh… Zeit geschuldet. Also dem damaligen… ähm… Fortschritt.
  • Heute sind wir halt weiter. Heute gibt es andere Möglichkeiten sich auszudrücken. Deshalb spricht eigentlich auch nichts dagegen, sich damit auszudrücken.
  • Das wäre zeitgenössisch.
  • In der Technik.
  • [Pause]
  • Dann ist halt noch die Frage… ähm… Gibt es…
  • [Pause]
  • Gibt es ein Thema, was… ich…
  • NEIN. Anders. Ich würde denken, dass es aber bei dem Thema, also WAS ich ausdrücke, es NICHT zeitgenössisch sein darf.
  • Denn das ist wieder bloß eine… kann man so sagen… Mode?
  • [kurze Pause]
  • [Vogelgezwitscher]
  • Was kurz aufkommt.
  • Was dann wieder weggeht.
  • Ähm. Was im Nirvana verschwindet.
  • [Vogelgezwitscher]
  • Sondern das muss etwas sein, jetzt kommt wieder dieses Wort, essentiell… Also was den Menschen… BEWEGT.
  • Den Menschen bewegt, denke ich mir, dass, was ihn seid hundert… tausend… zehntausend… vierzigtausend Jahren bewegt.
  • Oder bewegen KANN.
  • [Straßenlärm]
  • [Pause]
  • GLEICHZEITIG…
  • Also bewegen. So. Was bewegt einen Menschen?
  • Seit… äh… seit… jeher.
  • Ganz primitiv, ganz einfach: Hunger.
  • Also Essen.
  • [Pause]
  • [Schluckgeräusche]
  • Hunger. Essen. Jagen. Am Anfang. Heute ist es… äh… der Supermarkt.
  • Einkaufen gehen.
  • Den Tag allgemein verbringen.
  • Eine… Die Gesellschaft bewegt den Menschen.
  • [Pause]
  • Das Nachdenken bewegt den Menschen.
  • Das ERFINDEN bewegt ihn.
  • [kurze Pause]
  • Wie damals… So auch heute.
  • [Vogelgezwitscher]
  • Sich BEWEGEN.
  • [Vogelgezwitscher]
  • Über Sinn nach…
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • …denken.
  • [kurze Pause]
  • Manchmal einfacher mit Religion begründet. Manchmal komplexer.
  • Aber deshalb nicht unbedingt… ähm… WAHRER… Oder nicht… ähm… nicht… ähm… BERUHIGENDER.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Solche Dinge halt.
  • [kurze Pause]
  • Die schon immer Menschen bewegt haben.
  • Die vom ganz einfachen gehen. Also vom: Ich habe hunger. Halt zu dem… ähm… sich Essen beschaffen. Entweder jagen oder… ähm…
  • [kurze Pause]
  • … Pflanzen sammeln.
  • Oder jetzt eben in den Supermarkt reingehen.
  • Dass das auch etwas rudimentäres ist.
  • Und… äh… so kann ich mir genauso gut vorstellen, wäre jetzt eine zeitgenössische Höhlenmalerei… ähm… wenn ich… äh… meinen Alltag…
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • … äh… darstelle.
  • Dass ich in den Supermarkt reingehe. Dass ich dort für eins neunzig… äh… keine Ahnung… mir Käsescheiben hole.
  • [Krähe krächzt]
  • Oder Fleisch.
  • Was keinen Bezug mehr zum Tier hat.
  • [Schluckgeräusche]
  • Keinen sichtbaren… äh… Bezug.
  • [kurze Pause]
  • Das sind natürlich dann alles Sachen, die… Jetzt kommen wir glaube ich zum…
  • [Vogelgezwitscher]
  • … zum Motiv.
  • Die VERSTÄNDLICH sind. Für andere. Für die Betrachter.
  • [Vogelgezwitscher]
  • Das heißt, es wäre keine…
  • [Krähe krächzt]
  • … Kunst… Künst…, die sehr abstrakt ist.
  • Denn abstrakt heißt, dass es weniger verständlich wird.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Es heißt, es müsste irgendwie was gegenständliches haben.
  • Wenn es jetzt…
  • [Krähe krächzt]
  • … um den Supermarkt geht. Ähm. Muss erkennbar sein, dass es der Supermarkt ist. Dass es… Das hat nichts mit zeitgenössisch zu tun, sondern das ist halt… ähm…
  • Ein Mensch im Alltag muss erkennen können,… äh… wo Aldi anfängt. Wo es aufhört, wo REWE kommt. Äh. Wo die Straßenbahn… äh… gerade langfährt.
  • So.
  • Das ist nicht alles abstrakt. Sondern das ist gegenständlich.
  • [kurze Pause]
  • Da findet sich der Mensch zu recht.
  • Das heißt: Es muss gegenständlich sein.
  • ZUMINDESTENS… äh… das… das… Hauptverlangen muss es sein.
  • [kurze Pause]
  • Und mit gegenständlich meine ich jetzt nicht, dass es… ähm… ähm… perfekt… äh… eine dreidimensionale Form… äh… ähm… äh… hat. Ob das jetzt eine Zeichnung, ein Gemälde oder eine Skulptur ist. Oder so. Von Menschen, die in den Supermarkt gehen.
  • Sondern… Jetzt wieder die Parallele zu den Höhlenmenschen… Ähm. Es muss eine Form sein, die verständlich ist.
  • Und auch eine Strich… ein Strichmännchen ist verständlich.
  • Komischer Weise.
  • Es ist… es IST ja abstrakt. Es ist abstrahiert.
  • Der Mensch ist abstrahiert.
  • Aber man versteht es… es trotzdem!
  • [kurze Pause]
  • Komischer Weise.
  • Finde ich jetzt.
  • [kurze Pause]
  • Es wurde vereinfacht.
  • [Pause]
  • Oder ein Tier erkennt man auch in diesen… äh… Höhlenzeichnungen.
  • [Schluckgeräusch]
  • [Pause]
  • Das heißt, dieses… dieses… dieses Motiv DARF einfach gezeichnet sein.
  • Darf reduziert sein.
  • Es muss halt so reduziert sein, dass es… äh… ähm… verständlich ist. Immer noch.
  • [kurze Pause]
  • UND… auch noch wichtig… denke ich mir… Es muss… ähm…, wieder ein Wort, worüber ich jetzt viel nachdenken müsste, … EHRLICH… reduziert sein.
  • [Pause]
  • Bei den Höhlenmenschen denke ich mir,… die HABEN so gezeichnet, weil sie damals halt so zeichnen konnten.
  • So wie bei Kindern. Die zeichnen halt so, wie sie zeichnen tun.
  • Oder darüber nachzudenken. Warum sie das jetzt machen. Es passiert halt einfach. Das ist halt im Lernprozess… irgendwie so verankert, dass man von… dass man irgendwann darauf kommt, dass halt der Mensch… äh… zwei Beine hat. Einen Oberkörper hat. Ähm. Ähm.
  • Zwei Arme. Die man vielleicht auch noch biegen kann.
  • Einen Kopf!
  • Und so weiter und so fort.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Das PASSIERT einfach mit der Zeit. Dass man das hinzufügt.
  • [kurze Pause]
  • Ab einem gewissen Moment Moment passiert das aber nicht mehr von alleine!
  • Habe ich so den Eindruck.
  • Sondern dann sind plötzlich andere Menschen daran beteiligt. An der eigenen Entwicklung.
  • Das heißt, die… der Kindergarten. Die Schulzeit. Ähm.
  • Der Kunstunterricht. Oder jetzt halt… äh… äh… die Kunsthochschule.
  • [Schluckgeräusch]
  • Da bekommt man Input von anderen. Und ändert darauf hin seine Arbeit.
  • [kurze Pause]
  • Jetzt wäre halt interessant,… ähm…
  • [Vogelgezwitscher, Rabe krächzt]
  • … etwas…
  • [Pause]
  • … darzustellen,… In der Form, wie ich es machen würde,…
  • [Pause]
  • … In einer ehrlichen Form. Ohne halt… von AUSSEN zu viel hineingetan zu haben.
  • Also. Was MÜHE macht.
  • MÜHE würde bei mir zum Beispiel bedeuten… äh… Menschen… äh… realistisch… äh… zu zeichnen.
  • In den Akt… Also… Kursen… Das fand ich langweilig! Ich konnte das vielleicht einmal machen oder so. Danach konnte ich einfach nicht mehr. Und wollte nicht mehr. Das hat mich einfach überhaupt nicht interessiert.
  • [Pause]
  • Das heißt, dass wäre etwas, wo… wo ich dann sagen muss: Nein, mir geht es nicht darum, etwas… jemanden… ähm… realistisch… äh… zu zeichnen.
  • Sondern ich muss halt die Form finden, wo ich das Gefühl habe, sie kommt aus MIR heraus. Und wird mir nicht von außen vorgegeben.
  • Von außen vorgegeben sind mir jetzt eben auch dieses kindliche Zeichnen!
  • Wo ich ja gucke, wie machen das Kinder. Und ich äffe das nach!
  • Von außen vorgegeben sind mir jetzt auch die Höhlenzeichnungen.
  • Von außen vorgegeben aber eben auch das, was ich an der Hochschule sehe.
  • [Pause]
  • Interessanterweise haben Kinder… haben für mich Höhlenmenschen… haben für mich psychiatrisch… äh… äh… Kranke… ähm… äh… eine Form, die von… IHNEN selbst… kommt. Ohne dass sie groß darüber nachdenken.
  • DAS sind… DAS ist die Form, die ich eigentlich selbst für mich suche.
  • [Pause]
  • Jetzt ist dann halt die Frage: Bringt es etwas sie nachzumachen? Und dann zu etwas Eigenem zu kommen?
  • Oder müsste ich nicht von mir aus… jetzt schon… eigentlich… äh… auch das hinter mir lassen und… äh… schauen, was… Was passiert, wenn ich den Stift in der Hand habe.
  • Wo… wo liegt da mein… mein Drang. Wenn ich einen… wenn ich einen Menschen vor mir sehe. Ähm.
  • Wie würde ich ihn zeichnen. Ohne, dass ich… äh… zu viele Gedanken da hineinlege. Dass ich zuviel über eine Komposition, die mir ja nicht inne wohnt,… ähm… hineinlege.
  • [Pause]
  • Vielleicht sollte ich so rangehen.
  • Dann kommt keine kindliche Zeichnung bei heraus. Also wo man sagen würde: Das kommt vom Kind. Jetzt von der Form her. Von dem Aufbau her. Und so weiter.
  • Ähm.
  • Das ich keinen psychiatrisch Kranken… ähm… nachmachen tue.
  • Das ich aber auch eben keine… ähm… nicht primitive Form verwende, weil ich mir sage: So hat das angefangen. Und so sollte ich jetzt weitermachen. Sondern… zeitgenössisch und auf mich bezogen. Wäre es halt, dass ich… äh… das benutze, was HEUTE mir zur Verfügung steht. Und was ich auch nutze schon.
  • Ohne groß darüber nachzudenken.
  • Und das ist zum Beispiel heute… Bei vielen ist es… das Handy. Smartphone. Bei mir wäre es jetzt immer noch ein Notebook.
  • Zum Beispiel.
  • Das benutze ich ja sehr sehr viel.
  • [Vogelgezwitscher]
  • Das heißt, es spräche vieles dafür, das als… auch als… ähm… als Technik, als Grundlage dafür zu nehmen.
  • Und nicht jetzt irgendwie gerolltes Papier. Weil ich das interessant finde. Weil es die Chinesen verwendet haben.
  • Pergament. Oder… bei den Ägyptern. Und so.
  • Egal wie interessant ich das finde. Aber es ist halt nicht das, was aus MIR… äh… aus meinem Alltag… ähm… herauskommt.
  • Sondern das ist etwas, wo ich in einen Künstlerbedarfladen gehen muss. Wo ich suchen muss. Wo ich Geld dafür bezahle. Ehe ich es habe.
  • Es muss etwas sein, was… DA IST.
  • [kurze Pause]
  • So oder so.
  • [Autogeräusche]
  • Das ich das nutze.
  • [Vogelgezwitscher]
  • [Klick-Geräusch]
  • [kurze Pause]
  • Ich denke, langsam komme ich… diesem… Wort "ehrlich" einen Schritt wieder näher.
  • [Pause]
  • Ich werde mir jetzt noch Gedanken machen, was… oder aufschreiben eher… was denn Untergründe, also Papier, Notebook, also digital, ähm… Leinwand. Was denn von MIR jetzt ähm…
  • Ehrlich ist halt… ist ein blöder Begriff. Was halt… Was ich halt verwenden sollte. Weil es… Weil ich es eh schon verwende. Weil es da ist. Und weil… Ohne mir groß Gedanken darüber zu machen.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Und neben dem Untergrund wäre halt die Technik. Was ist denn da… Was ist denn da… Was schon da ist, ohne mir groß Gedanken zu machen. Jetzt.
  • Wäre jetzt, wenn ich… eine Maschine außen vorlasse… wären das meine Hände.
  • Mit den handhabe ich jeden Tag! Es passiert ständig etwas. Und ich… Und ich kreife mit meinen Händen. Ich ziehe mit meinen… äh… Händen!
  • Die Finger bewege ich ständig!
  • Das heißt: Die Hände sind… ja… etwas, was ich auch wie die Urmenschen… be… benutze.
  • [kurze Pause]
  • Und als Erweiterung wäre das halt eine Tastatur.
  • Eine Maus.
  • Die ich aber heute eben zeitgenössisch… ähm… benutzen tue.
  • Das heißt, dass ich da einfach so eine Auflistung mache von… von… von Untergründen. Techniken. Von… von Themen! Die mich jetzt etwas angehen.
  • Und gleichzeitig aber auch mir aufschreiben, dass ich… ähm… einem anderen hinterher hinken möchte. Also einem Kind. Einem Kranken. Einem Höhlenmenschen.
  • Ähm.
  • Sondern das ich versuche… eben…, dass zu finden, was aus mir selbst eigentlich den Drang hat, herauszukommen.
  • An Thema. An Technik.
  • [Aufnahme Ende]
Diplom Theorie Gespräch mit Friseurin
  • [nach Gedächtnis aufgeschrieben]
  • [Jacke abgelegt, vor Spiegel hingesetzt.]
  • [Friseurin streift Kittel über mich.]
  • Waschen?
  • Nein nein.
  • Wie möchtest du es haben?
  • Ganz kurz. An den Seiten. Oben etwas länger.
  • Was heißt kurz?
  • 6mm?
  • 6mm.
  • [Sie fängt an zu schneiden]
  • Gerade Mittagspause?
  • Nein nein. Ich bin Student.
  • Also immer Pause.
  • [lächelt]
  • Was studierst du?
  • Kunst. An der HGB. Kennen Sie die?
  • Nein. Kunst…
  • Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit über Kunst.
  • Darüber kann man viel schreiben?
  • Es gibt ganze Bücher voll!
  • Wirklich? Aha.
  • [kurze Pause]
  • Kunst… Kunst ist für mich, wenn ein Konditormeister eine Torte herstellt.
  • Das ist schon Kunst? Eher Handwerk Handwerk, oder?
  • Ja. Kunst eben. Das kann ich selber nicht!
  • Oder dieses da [zeigt auf Plakat mit frisiertem Frauengesicht]
  • Das Plakat?
  • Nein. Die Frisur!
  • Das ist schon Kunst? Für mich ist es Handwerk Handwerk.
  • Nein. Kunst!
  • Bei Kunst müsste noch… irgendwas interpretiert werden können. Irgendeine Frage sein. Ein Gefühl transportiert werden. Oder so. Halt etwas, was mehr als bloßes Handwerk Handwerk ist.
  • Aha.
  • Nein.
  • Das ist Kunst.
  • [kurze Pause]
  • Graffiti kann schön sein.
  • Außer die Hauswand gehört einem selber.
  • Es gibt richtig schöne Graffiti. Wo ich sagen würde: Das ist Kunst.
  • Kennen Sie Pissoirs? Die Toiletten-Dinger? Das ist große Kunst!
  • Aha. Alles kann Kunst sein?
  • Prinzipiell ja.
  • Aha. Wirklich? Alles?
  • Ja! Es muss nur Menschen geben, die das so bezeichnen.
  • Aha.
  • [schneidet weiter, schaut immer wieder über den Spiegel in meine Augen, zweifelnd]
  • Dieser Hundertwasser… Den verstehe ich nicht.
  • Wie kommen Sie darauf? Der mit den Häuserfassaden?
  • Ja. Oder die Bilder. Die verstehe ich nicht. Das ist halt… gezeichnet. Wie bei Kindern.
  • Das ist interessant. Bin ich gerade dabei. Ich studiere Kunst im 10. Semester und versuche wie ein Kind zu zeichnen.
  • Aha. Für mich ist das Gekrakel.
  • Mein Sohn kann nicht zeichnen. Er ist richtig gut im Fußball. Aber er kann nicht zeichnen.
  • Jede Zeichnung von Kindern hat was. Denke ich.
  • Ne. Nicht bei ihm. Er hat eine sechs in Kunst bekommen.
  • Eine sechs? Das geht?
  • Ja!
  • Das ist aber Unterricht. Das gefällt mir auch nicht. Da wird einem gesagt, welchen Stil man nehmen oder welches Motiv man malen soll. Das ist nicht schön. Die müssten freier arbeiten können. Sich ausdrücken können!
  • Naja. Einige malen aber einfach nicht gut.
  • Oder singen!
  • Die können das halt nicht.
  • Sprachlich äußern ist auch Ausdruck.
  • Naja.
  • Macht Acht Euro Neunzig.
  • Zehn.
Ventis, 2017, Ventilatoren, Bewegungsmelder, Verteilersteckdosen, Verlängerungskabel, Evgenij Gottfried (Video)
Ventis, 2017, Ventilatoren, Bewegungsmelder, Verteilersteckdosen, Verlängerungskabel, Evgenij Gottfried (Video)
Hammerhammer, 2017, Evgenij Gottfried
Hammerhammer, 2017, Evgenij Gottfried
Akkuhammer, 2017, Evgenij Gottfried (Video)
Akkuhammer, 2017, Evgenij Gottfried (Video)
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Daheim (NOCH FOTO VON AUSSTELLUNG FINDEN! Julien Fettkötter
Daheim (NOCH FOTO VON AUSSTELLUNG FINDEN! Julien Fettkötter
Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • [am nächsten Tag nach Freiburg gefahren, Ausstellungsbesuch]
  • [Anfang nicht aufgenommen]
  • Arbeit Ventis
  • […] finde ich lustig.
  • Sag noch einmal was.
  • [Klappergeräusche im Hintergrund]
  • Das finde ich lustig. Ventis, 2017, Ventilatoren, Bewegungsmelder, Verteilersteckdosen, Verlängerungskabel, Evgenij Gottfried (Video) ventis-k.jpg
  • [Pause]
  • Ne, man hat hier diese Ventilatoren. Die sind halt einfach nicht in der Funktion, wie sie eigentlich wäre. Aufgehängt. Die bewegen sich. Knallen manchmal gegeneinander.
  • [Pause]
  • Wie würdest ihr denn in der Kunst das nennen? Eine Installation?
  • Ja.
  • [Pause]
  • Spielerei, ohne Bedeutung, aber lustig
  • Aber… Bedeutung hat das nicht.
  • Na das ist eine Choreographie. Ne?
  • [nicht verständlich, 0:40] Aber… Es ist einfach was… ein Alltagsgegenstand. Anders… [Pfff] angeordnet.
  • Na und dadurch ist es dann ja … passt es nicht mehr in einen andere Kategorie als Kunst. Eigentlich. Es ist kein Design. Weil es ja in dem Moment Moment nicht schön aussieht. Es ist kein Alltags… also es ist kein Gegenstand, den man benutzen so würde.
  • Ja.
  • Sondern das sind halt jetzt so Objekte, die… äh… für sich selbst… in ihrem Rahmen halt… SPIELEN.
  • [Klappergeräusche]
  • Jaaa. Das ist ja schon wieder was reingedeutetes.
  • Ja aber sie spielen doch im Endeffekt.
  • Sie spielen ja nicht von sich aus. Sondern jemand hat sie so gemacht, dass sie so WIRKEN, als würden sie spielen.
  • Nö. Sie spielen ja mit sich selbst, weil sie Luft erzeugen.
  • Aber sie spielen doch nicht. Spielen kann kein Objekt. Du siehst einfach Dinge, die schweben halt im Raum, weil die nun einmal sowas wie einen Propeller haben. Der sie schwingen lässt. Jemand hat sie so angeordnet. Deshalb wirkt das so. Das ist ja schon eine Interpretation, dass es spielt.
  • [Pause]
  • Aber wie ich eben schon sagte: Ich finde es halt lustig.
  • [Klappergeräusch]
  • [Pause]
  • Was [das Thema] wir gestern hatten… Das hat natürlich schon was besonderes. Und hebt sich ab von dem, was man sonst sieht.
  • Was DU siehst. Sowas haben glaube ich ganz viele in der Kunst hier gemacht.
  • Jaaa. Aber was man nicht im Alltag sieht. Meine ich.
  • Du siehst es vielleicht weniger in einer Ausstellungsgalerie [Verkaufsgalerie?]. Ne? Wobei du das hier ja auch kaufen kannst.
  • Ja?
  • Ja. Stand auf der Preisliste drauf. DU hast den Zettel!
  • Nö. Ich habe den kleinen. Den anderen hast du. Irgendwo. Vielleicht.
  • Und der da [zeigt auf einen Ventilator]… das ist auf jeden Fall der Friedrich. [lacht] Der rattert durch die Gegend.
  • [mit hoher Stimme] Ihr könnt mich mal!
  • Genau so!
  • Nummer fünfzehn.
  • [Blätterrascheln]
  • Evgenij Gottfried.
  • Von Evgenij ist das auch? Oh mein Gott Jesus. Da hat er ja alle Werke, die wir uns angucken.
  • Ventilatoren. Bewegungsmelder. Verteilersteckdosen. Verlängerungskabel. Preis auf Anfrage.
  • Das erste [andere Arbeit] hatten wir ja jetzt auch schon von ihm gesehen.
  • Fragste ihn mal, was das [unverständlich]
  • Hammer. Hammerhammer. Das hatten wir gesehen. Hammerhammer, 2017, Evgenij Gottfried freiburg8-k.jpg
  • Ne. Das ist zweimal…
  • Das ist Nummer drei.
  • Akkuhammer.
  • Akkuhammer.
  • Akkuhammer. Hammer. Schrauben. Akkuhammer, 2017, Evgenij Gottfried (Video) akkuhammer-k.jpg
  • Aber was sollst du denn… Was kriegst du für achthundert?
  • Na… das ganze Ding. Mit dem…
  • Mit dem Styrophor. Und wo soll ich das hintun?
  • In deinen Keller. Und wenn du nicht mehr kannst, dann … Ich meine. Das schaute lustig aus. Das mit dem Hammer.
  • Na wir gehen da noch einmal hin. Noch einmal angucken.
  • Okay. Was haben wir denn da in der Ecke.
  • Warte doch mal.
  • [Aufnahme unterbrochen]
  • Was?
  • Es passt in keine andere Kategorie, also ist es Kunst
  • Es geht um die Frage, was Kunst ist.
  • Na was sagst du denn jetzt, wenn du das so siehst. Ist das… Also… Was ist daran jetzt für dich Kunst. Oder …
  • Wie du schon sagtest… Natürlich ist das… es passt in keine andere Kategorie als … so nennt man es… Kunst.
  • [Pause]
  • Künstlich. Gemachtes.
  • [Pause]
  • Ja. Es ist eben eine Verdrehung von… von der Normalwelt.
  • [Pause]
  • Ist das für dich gute Kunst?
  • Was heißt das.
  • Wir wissen ja noch nicht einmal, was Kunst ist. Also… wenn du das schon in irgendeine Kategorie reinstopfst…
  • Wir haben ja gestern eher so … gehangene Sachen gesehen.
  • Naja. Ich … Also… Ästhetisch gesehen ist es jetzt nicht … nicht wirklich schön.
  • Aber beim Hammer schon!
  • Aber es ist interessant.
  • Beim Hammer war es aber auch ästhetisch schön.
  • Ja. Aber… Aber das hier ist halt schon was interessantes. Bewegung. Aber das Objekt an sich… Ne? Da hängen hier diese Kabel herum.
  • Na das gehört ja dazu.
  • Das bewegt sich so. Und so ein Ventilator an sich ist ja auch kein schönes Objekt.
  • [Pause]
  • SCHÖN wäre zum Beispiel, wenn … wenn da jetzt was drum gebaut unten wäre.
  • Dann machst du wieder zu viel rein. Das MUSS so einfach bleiben. Wie beim dem Hammerding. Es DARF einfach bloß ein Akkuschrauber und Hammer sein. Mehr nicht.
  • Aber wer sagt, dass es so sein muss.
  • Funktion von Gegenstand umgedeutet
  • NEIN. Aber so konzentriert es sich doch auf die … eigentliche Funktion von Ventilatoren. Die aber halt… äh… anders gebraucht sind.
  • Das ist aber nicht die Funktion von Ventilatoren.
  • Die Funktion vom Ventilator ist: Luft zu erzeugen.
  • Ja aber… Um…
  • So.
  • … zu kühlen!
  • Genau. Und die kühlen ja auch im endeffekt. Aber die kühlen sich gegenseitig. Weil der Luftstrom, der geht ja…
  • Ne…
  • Die sollen einen nicht kühlen. Sondern der Luftstrom, der soll einen frisch machen. So. Die machen sich sozusagen gegenseitig frisch.
  • Ne. Hier gehts doch darum, dass sie sich durch den Luftstrom, der erzeugt wird, bewegen.
  • JA!
  • Aber sie kommen halt nicht so weit.
  • [nicht verständlich, 6:02]
  • DUSCH. [lacht]
  • Und der eine, der bewegt sich halt ein bisschen schneller. Guck mal die anderen.
  • Der andere ist ein Authist. Ne. Links in der Ecke! Der gar nichts macht.
  • Na der macht da so sein Ding [lacht].
  • [lacht] [mit hoher Stimme] Hach! Hier könnt mich mal!
  • [Pause]
  • Interessant, nicht schön
  • Also sagen wir es so. Ich finde es interessant. Aber nicht schön.
  • Aber was bedeutet das jetzt für die Kunst?
  • Naja…
  • WAS heißt INTERESSANT. Das ist ein Scheißwort.
  • Wieso.
  • Interessant.
  • Na ich gucke gerne zu. Also ich bleibe hier auch gerne fünf Minuten länger stehen. Das meine ich mit interessant.
  • Danach bist du erkältet.
  • Ne DU.
  • Dann hat es ja eine Wirkung auf dich.
  • Weil da die ganzen Bakterien herumgewirbelt werden.
  • Oh mein Gott Jesus!
  • [Klappergeräusche]
  • [Pause]
  • [Schlag gegen die Wand]
  • [lacht]
  • Na die heißen sich gegenseitig auf. Ne?
  • Die gehen ja richtig aufeinander los. Ne?
  • [Pause]
  • [BUMM]
  • Na das ist halt … Selbst der authistische.
  • Der bewegt sich jetzt nicht. Guckt zu.
  • [Klappergeräusche]
  • Jetzt fällt der von der Decke. [lacht]
  • Die Frage ist ja auch, will er, dass es GENAU so angeordnet ist?
  • Na hat er ja gemacht.
  • Hat der das vorher irgendwo getestet?
  • Na ich glaube, dass ist auch zufällig irgendwie.
  • [Pause]
  • Jetzt ist wieder Ruhe.
  • Naja. Das ist halt… Das ist auch interessant. Zu sehen, was sich hier so für eine Dynamik entwickeln kann. Und das kann man ja vorher nicht so planen. Das hier dann in einem bestimmten Moment Moment… hier viel Bewegung herrscht. Oder eben kaum.
  • Ja aber was sagt dir das denn jetzt.
  • Es sagt nicht viel! Du siehst einfach ein Objekt in einem anderen… KONTEXT. Und…
  • Mein Lieblingswort!
  • Und… es passiert was. Hier passiert halt was. Es ist halt nicht langweilig. So wie man auf Wasser guckt. Was durch den Bach plätschert.
  • [kurze Pause]
  • Ich würde es als schöne Spielerei betrachten.
  • Es ist NICHT schön. Aber es ist eine…
  • Na doch!
  • … Spielerei.
  • Aber was heißt Spielerei?
  • Eine interessante Spielerei.
  • [stöhnt]
  • Aber was… Aber was… Ab wann wird aus einer Spielerei … was… was… was als Kunst bezeichnet werden würde?
  • Naja. Da du gesagt hast… Das ist in dem Fall…
  • Das ist ein Kunstraum.
  • Das hattest du ja schon gesagt.
  • Also ist es Kunst Hier ist der Ausschluss. Es hat keine wirkliche Funktion. Und so weiter. Also ist es Kunst.
  • Dann kann es auch eine Spielerei sein. Einfach.
  • Wenn ein Kind irgendwas macht äh…, dann… dann wird das auch als Spielerei angesehen. Nicht als Kunst.
  • Mhm. Okay. Kunst kann Spielerei sein. Muss es aber nicht.
  • Ich… Mir gefällt es ja, wenn es als Spiel selbst wahrgenommen wird. Und wenn der Künstler das halt so als… ausschlaggebenden Punkt hatte.
  • Wichtig ist nur, nicht zu sagen, dass das Zeug hier SPIELT.
  • Für unsere Augen spielt es.
  • Aber ja nicht freiwillig. Und es sind ja Objekte.
  • Was heißt freiwillig.
  • SPIELEN kann doch nur ein MENSCH.
  • Sagst du. Und Affen?
  • Oder menschenähnliche Wesen.
  • KATZEN?
  • [lacht] Säugetiere!
  • Warte mal. Was gibts denn noch. Schlangen oder so?
  • Die spielen bestimmt nicht.
  • [lange Pause]
  • Na gehen wir weiter.
  • [09:30]
  • Zum Feuerlöscher Feuerlöscher? freiburg1-k.jpg
  • [ich schaue anscheinend nach Informationen] Ne, ich habe schon geguckt.
  • Vierzehn.
  • [kurze Pause]
  • Feuerlöscher Feuerlöscher im Kunstraum
  • Feuerlöscher Feuerlöscher.
  • Wenn es HIER mal brennt!
  • Vor allem war weiter vorne doch noch einer.
  • Der war aber echt!
  • Zweimal Feuerlöscher Feuerlöscher.
  • [Tür knallt]
  • Das finde ich halt… Also ich weiß nicht, was es hier ist. Aber… ne? Das ist doch immer dieses… ne?… Hauptding. Wenn man in eine Galerie kommt… in eine zeitgenössische… und da ist ein Feuerlöscher Feuerlöscher. Weil da nun einmal einer sein muss. Da kommt dann auch immer wieder der Kommentar, von mir selbst: [mit hoher Stimme] Hach! Das ist jetzt Kunst! So. Weil das halt in einer Galerie steht. Wird der Feuerlöscher Feuerlöscher nicht gleich als Feuerlöscher Feuerlöscher wahrgenommen. Sondern kann genauso gut ein Kunstobjekt sein.
  • Hier ist der aber verändert.
  • Ja. Hier greift er es ja aber auf. Da hast du das Feuersymbol. Hier hast du die Feuerlöscher Feuerlöscher.
  • Die sind aber ineinander geschweißt.
  • Gibts die vielleicht so?
  • Ne.
  • Sicher?
  • Eigentlich sind die ja einzeln so. Mit Nebenflasche und Hauptbehälter [oder falsch verstanden, 10:34]
  • Der hat sich hier so viel Mühe gegeben.
  • [kurze Pause]
  • Aber warum hat er das gemacht. DAS ist ja die Frage.
  • [Blätterrascheln] Das hier zum Beispiel. Das finde ich… Spittel.
  • Was heißt Spittel?
  • Naja. Blödsinn eher.
  • Das ist doch jetzt… Was soll denn das einem sagen?!
  • Naja. Das ist jetzt bei den Ventilatoren nicht anders.
  • Das ist lustig!
  • Das ist lustig, okay.
  • [lacht]
  • Und das hier… Da bleibt man doch nicht stehen. Und will sich das für immer und ewig angucken.
  • Naja. Aber bei den Ventilatoren bist du halt…
  • [nicht verständlich, 11:08]
  • Nein. Bei den Ventilatoren da ist halt eine Aktion. Du bist halt ein Mensch, der reagiert auf… ähm… auf Bewegung.
  • Ja. Und da passiert HIER ja gar nichts. Das ist noch nicht einmal schön.
  • [kurze Pause]
  • Das ist…
  • Du kannst da nicht mehr drinne sehen?
  • Nö.
  • Ich auch nicht. Aber ich frage.
  • Ich sehe da nicht viel.
  • Aber reicht das nicht? Einfach bloß zwei Feuerlöscher Feuerlöscher, die ineinander geschweißt sind? Warum muss das jetzt mehr sein?
  • Ja aber warum… Warum zum Beispiel… Warum sollte das jetzt jemand für die größte Kunst der Welt halten?
  • Warum sollte jemand sich die Ventilatoren angucken, wie sie sich gegenseitig Wind geben?
  • [von weiter weg] Weil es lustig ist.
  • Lustig als Argument dafür, dass man hinguckt
  • Aber lustig ist… kann doch nicht bloß das einzige Argument für… das ist jetzt Kunst… sein.
  • Das ist ja nicht die Argumentation dafür, dass es Kunst ist. Sondern dass du hinguckst.
  • Also sind wir jetzt in der Ausstellung nicht, weil es Kunst ist, sondern weil man da hingucken kann.
  • Ja.
  • Was ganz einfaches eigentlich.
  • Das ist doch für den Alltagsmenschen wichtig. Findet er es schön oder nicht. Würde er es sich in sein eigenes… Wohnzimmer hängen…
  • Würdest du die Ventilatoren…
  • … oder nicht.
  • … in dein Wohnzimmer hängen? [lacht]
  • Na das würde mir auf die Nerven gehen. Außerdem hätte ich überall [lacht] blaue Flecken.
  • [lacht]
  • Es gibt [dafür] ja schon die Katze.
  • Na die fände es…
  • Die fände es…
  • … lustig!
  • … lustig! [beide lachen]
  • Die würde sogar sagen [mit hoher Stimme]: Hach! Das ist Kunst!
  • [kurze Pause]
  • Okay.
  • Hier hast du ganz viele. freiburg4-k.jpg
  • Ah okay. Wir wären fast vorbeigegangen.
  • [kurze Pause]
  • Nothämmer im Kunstraum
  • Nächstes Objekt. Nummer dreizehn. Sieben Nothämmer mit Halterung.
  • [kurze Pause]
  • Schön. Ne?
  • [kurze Pause]
  • Nummer sieben… Also der unterste… ist ein bisschen auf den Schuss. [evtl. falsch verstanden, 12:46]
  • [kurze Pause]
  • Also auch hier wieder: Wir haben einen Gegenstand, wie wir ihn sonst im Bus oder so finden. In einem anderen Kontext. Und gleich sieben Mal.
  • [Pause]
  • Doch… Das hat jetzt was ästhetisches.
  • Das ist doch nicht ästhetisch.
  • Finde ich.
  • Der eine ist doch ganz woanders.
  • Naja. Das macht… Komposition nennt man dann das.
  • Das Objekt an sich ist ja kein schönes.
  • Findest du nicht?
  • Es ist rot. Hat was… äh…
  • Diese Verchromung?
  • … metallisches.
  • Ja.
  • [Pause]
  • Etwas, was es schützt. Aber…
  • [kurze Pause]
  • Schön ist das nicht.
  • [Pause]
  • Dann haben wir hier… freiburg5-k.jpg
  • [Blätterrascheln]
  • Das sieht man ja alltäglich irgendwo. Wo halt Müll gelagert wird.
  • [lacht]
  • Das ist jetzt ein Objekt.
  • Okay. Guckt man da hin?
  • Wir anscheinend jetzt ja.
  • Ich meine… Sowas siehst du in ähnlicher Form immer wieder an den Straßen.
  • Mit so einer roten Schnur zugemacht?
  • Wieso… Aber wenn da irgendwo halt … alte Kleider herumliegen. Oder Müll.
  • Ja aber das sieht jetzt hier ja nicht… ähm… müllig aus.
  • Naja. Da ist was zerknäultes auf einer Platte. Festgehalten mit einem Spanngurt.
  • [Pause]
  • Und?
  • [Pause]
  • [Auto fährt vorbei]
  • Ich frage mich: Was bringt das jetzt.
  • Willst du jetzt mit so einer Grundsatzdiskussion hier kommen.
  • Nein nein.
  • [kurze Pause]
  • Handwerklich und besonders
  • DAS ist doch schon wieder was anderes. Daheim (NOCH FOTO VON AUSSTELLUNG FINDEN! Julien Fettkötter daheim-k.jpg Das ist… Oh. Sieben, acht, neun, zehn. Elf…
  • Styrophor, farbig. Mit kleinen Objekten…
  • Haus fünf bis neun.
  • [Blätterrascheln]
  • [kurze Pause]
  • Das mit dem Holz finde ich glaube ich am… ne… hier mit dem Steinchen. Wobei. Das längt wieder zu sehr ab. Dann lieber so etwas.
  • Da haben wir…
  • [Pause]
  • Das ist ist PVC. Üton. [Blätterrascheln]
  • Ich finde, das lenkt zu sehr ab. Lieber sowas hier.
  • Ja gut. Das ist ja für jedes anders.
  • Ne dann das gelbe Steinchen. Das ist für Schwule!
  • [kurze Pause]
  • Da ist zumindestens handwerklich was da. Ne? Das gibt es bestimmt nicht so im… Baumarkt. Oder?
  • Genau. Da ist was genommen worden…
  • Das ist jetzt kein Readymade Ready-made.
  • Stein… Und dann wurde noch was verändert.
  • Das ist kein Stein. Das ist Styrophor.
  • Oder Styrophor. Das steht da ja. Styrophor.
  • Da wurde nichts verändert. Da wurde eine ganze Fassade drauf ge… staltet.
  • Also da hat wieder schon jemand etwas besonderes geschaffen.
  • [kurze Pause]
  • Halt… verschiedene… Häuser. Hauseingänge.
  • [Blätterrascheln]
  • Für verschiedene Funktionen. Ladeneingang. Eines, was man eher am Bahnhof sieht. Ein Haus…
  • Aber was sagt dir das jetzt?
  • [16:05]
Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • [beim Essen im Kaufhaus auf Dachterasse aufgenommen]
  • [Straßengeräusche, laute Sirenen]
  • Meine Sicht: vieles nicht verständlich
  • Christian hat mich ja vorhin gefragt [räusper], was ich daraus… äh… lerne oder ziehe. Aus dem Gespräch, was wir hatten. Richtig?
  • [Geschirrklapper]
  • Stimmt.
  • Okay. Und beim Fahrrad fahren fiel mir jetzt ein, dass es mir tatsächlich etwas gebracht hat.
  • [lacht leise]
  • Und zwar ging ich bisher immer davon aus, das war meine Annahme, dass… ähm… dass der normale Besucher, also wie ein Christian oder wie ein Alexander, die halt lediglich mal kurz in den Kunstraum…
  • … Oder…
  • … schauen…
  • … die Oma.
  • Oder die Oma.
  • Dass die einfach kene… keine… keine Ahnung haben und total primitiv halt rangehen. Wie mit Sätzen: Das kann ich ja auch! Oder… ähm… Ach, dass… dass… ähm… äh… Oder ganz schnell begeistert sind. Nur weil es groß ist. Nur weil es schräg ist. Oder nur weil es eben… ähm… bunt ist.
  • [zieht Rotze hoch] [Frau lacht im Hintergrund]
  • Und aber eigentlich das meißte überhaupt nicht… ähm… äh… verstehen können.
  • Individualismus als Begründung
  • So. Und… äh… jetzt habe ich aber mitbekommen… ähm…, dass die KUNST einfach eine ganz andere geworden ist. Also diese zeitgenössische Kunst zumindestens. Wenn ich mir betrachte… äh… in den Kirchen die Gemälde, die ja auch heute als Kunst angesehen werden. Ähm… Die waren ja für die Masse gemacht! Also das heißt, die haben eine Geschichte erzählt. Und die Masse, die nicht lesen konnte, die sollte denen sozusagen etwas zeigen.
  • [Geschirrgeklapper]
  • Die sollte die Gläubigen halt… äh… zu… zusammen halten. In dem Kirchenraum. So. Und das verstehen die ja alle. Das heißt, da haben die nicht gefragt: Hä. Was soll das denn. Und so.
  • [Kinderstimme]
  • Sondern es war halt leicht verständliche Kost.
  • HEUTE leben wir aber in einer anderen Gesellschaft. Zumindestens hier. Und zwar ist sie sehr sehr individualistisch.
  • Das heißt, wenn wir eine Arbeit sehen, wie jetzt in der Galerie, … äh… mit den Baumarkt… ähm… äh… Strukturen. Ähm. Dann sehen wir halt eine Arbeit von EINEM Künstler. Äh. Und der hat NICHT unbedingt… äh… die… äh… die Symbolik genommen, oder Gedanken gehabt, die jetzt alle… äh… gleich haben. Sondern… sondern die kommen halt aus einer ganz ganz eigenen… äh… Welt heraus.
  • [Geschirrgeklapper]
  • Sicherlich natürlich… äh… bestückt mit… äh der Umgebung in der er lebt. Das beeinflusst einen ja immer.
  • [kurze Pause]
  • Als Beispiel hatten wir vorhin halt das mit dem Arnold Böcklin. Ähm. Die… Die Toteninsel. Wo ja Christian noch so gesagt hatte, das verstehst du. Das…
  • [kurze Pause]
  • Was hast du da gesagt? Bei… bei der Toteninsel?
  • Ja.
  • Das… Das ist für dich Kunst oder…
  • Eingeengte Interpretationsmöglichkeit
  • Und die Interpretationsmöglichkeiten sind halt eingeengt.
  • Genau. Darum ging es. Weil nämlich bei der Toteninsel werden halt Symbole verwendet, die auch zur damaligen Zeit, denke ich mir zumindestens, verstanden wurden. Zum Beispiel welche… ähm… äh… welche Art vom Baum benutzt wird. Was… was… äh… Was das Wasser bedeutet. Was der Übergang… äh… be… äh… bedeutet. Ähm. Das verstehen halt auch noch sehr sehr viele Menschen.
  • So. Weil das… Weil das sehr… Weiß nicht. Weil das… Weil das Zeichen sind, die halt… äh… die man lernt. Mit der Zeit. So… So wie wir eben lernen… ähm… äh… Was ist ein Baum. Was ist ein Strauch. Oder was ist eine Blume. So etwas definieren zu können. Eben.
  • Und… äh… bei der zeitgenössischen Kunst ist es halt anscheinend häufig so, dass es eben nicht… äh… mehr… Oder nicht mehr Symbole… äh… ähm… be… benutzt werden, die alle dann gleich verstehen sollen. Sondern sie kommen halt aus einer eigenen… äh… Welt. Aus einer Künstlerwelt. Und die verstehen halt nicht alle. Und das ist überhaupt nicht negativ!
  • Das dachte ich ja immer erst.
  • Es GIBT halt bloß dann ein paar, die das verstehen oder die sich damit auseinander setzen. Die lange Texte dazu lesen. Die Künstlergespräche führen. Und die dann Einblick in diese… äh… Welt erhalten. Aber das heißt halt nicht, dass das… ähm… ähm… Dass, wenn jetzt jemand sagt: Äh, das verstehe ich nicht… Und was ist daran Kunst? Und so. Dass das jetzt… ähm… schlecht ist. Dass er das sagt. Das PASSIERT halt einfach, wenn man… wenn man etwas macht, was… was… äh… Wie bei… Eben nicht wie bei Verkehrszeichen oder so. Was halt nicht Allgemeingültig ist. Und gleichzeitig ist das, was ja bei Christian… der hat das etwas anders empfunden… Aber wo ich halt sagen würde: Genau das macht es eben jetzt aus!
  • Du tauchst halt indem du in so eine Ausstellung gehst, in eine GANZ bestimmte Künstlerwelt ein. Und… äh… Und kannst dich in dem Moment Moment… äh… mit deinen EIGENEN Gedanken natürlich auch, damit auseinandersetzen.
  • Und das ist nicht so… würde ich jetzt direkt so sagen… langweilig. Wie wenn du in eine Gemäldegalerie gehst. Wo du nur Landschaften siehst. Oder so. Und aus der Romantik. Ähm. Ein bisschen verklehrt vielleicht. Mit einem Mond. Ähm. Mit Sonnenuntergang. Und so. Ähm. Das gefällt mir auch und würde ich mir auch gerne aufhängen. Aber es ist halt eine ganz andere… Oder man setzt sich ganz anders damit auseinander.
  • [Pause]
  • Also ich finde es überhaupt nicht negativ, dass… ähm… nicht mehr negativ, dass ich… äh… dass sich Alltagsmenschen, nennen wir sie jetzt mal so, [räusper], eher immer abwertend… ähm… Was ich jetzt zumindestens mitbekomme habe… dazu äußern.
  • Das ist halt einfach so. Das ist in… individualistisch und… äh… da kommt das halt vor. Dass das die meißten eben nicht verstehen. Wenn man sich nicht damit auseinandersetzt.
  • Auf der anderen Seite finde ich es natürlich nicht schön… äh…, dass dann so ein kleiner Kreis um die Künstler entsteht. Ähm. Ein INSIDER-Kreis. Sozusagen. Und die wollen sich im Endeffekt auch ein bisschen abheben. So. Die verstehen etwas, was andere nicht verstehen. Äh. Die geben viel Geld… äh… dafür aus… ähm.
  • Kunst ist elitär
  • Das ist elitär!
  • Das ist elitär.
  • So. Das… Das ist halt… Das ist die negative Seite von…
  • [kurze Pause]
  • … INDIVIDUALISMUS!
  • Ja!
  • [kurze Pause]
  • Entsteht dadurch vielleicht sowas… sowas elitäres, was eben nicht alle verstehen und… äh…
  • Ja aber das ist ja auch… ähm… mit Geld verbunden. Monitär. E… Elite.
  • Ja aber elitär heißt doch immer, es ist eine Auswahl!
  • [unverständlich, 5:25]
  • Ja aber es ist doch immer eine Auswahl.
  • Ja. Das ist eine…
  • … eine kleine Gruppierung,…
  • Ich verstehe Elite…
  • … die sich…
  • ja immer so: Da stellt sich jemand über andere.
  • GENAU! Genau. Aber das kannst du doch nur, wenn… wenn eben Kunst… Kunst gemacht wird… äh…, die eben NICHT von allen verstanden wird. Und in dem Moment Moment, wenn du Geld hast und dich mit dem Galeristen triffst und ihm sagst, du hast Interesse daran, und der redet mit dir,….
  • Ja.
  • … Verstehst du plötzlich Sachen, die andere nicht verstehen. Und du fühlst dich… halt gleich besser.
  • Und dann kaufst du das halt. Das… Das ist jetzt natürlich jetzt nicht…, dass der Künstler das deshalb gemacht hat. Aber… da kannst du vielleicht elitär mit Kunst verbinden. Mit der heutigen zeitgenössischen Kunst.
  • Ja.
  • Das ist… Das ist… Das ist… vielleicht das, was es noch VERSTÄRKT. Weißt du? Diese Strömung.
  • [kurze Pause]
  • Was davor jetzt nicht unbedingt… würde ich sagen… äh… äh… ist. Wenn du kirchliche Arbeiten oder sozialistische ansiehst. Oder… HÖHLENMALEREI. Oder so. Das… Das hat nichts elitäres an sich. Das sollten die Massen verstehen.
  • Und deshalb kann… konn… können… können sich jetzt Menschen, die Geld haben, nicht damit… äh… abgrenzen. Und sozusagen zeigen: Schaut her Leute, ich habe jetzt dieses Gemälde bei… bei mir… äh… von der Ma… Madonna oder so. Das ist uninteressant. Eher. Außer das ist halt ein ganz berühmtes. Sondern wenn du heute sagst: Hier, du hast einen komischen… äh… blauen… blauen… äh… ne blaue Farb… Farbfläche… und das ist von diesem… äh… Klein. Mit dem Kalvin Klein Blau. Oder wie das heißt. Ähm. Dann setzt du dich ab. Die meißten verstehen es nicht.
  • Ja.
  • Aber du verstehst es und… äh… und du verstehst es, weil du… weil du sozusagen Kunstkenner kennst. Die die das beigebracht haben. Und… du hast viel Geld dafür ausgegeben.
  • [Straßengeräusche]
  • [Pause]
  • Der normale Betrachter KANN es halt nicht verstehen
  • Also es gibt… ähm äh… dass der normale Mensch eben… äh… NAJA… der Alltagsmensch… Also der jetzt nicht im Kunstraum… äh… drinne ist… Das sehe ich gar nicht mehr negativ. Dass er es gar nicht verstehen KANN. So.
  • Was halt noch die Frage ist: Ist dieses mit dem elitären, mit… äh… dass sich da Leute sozusagen abgrenzen wollen, von der Menge, in dem… Naja. Okay. Mal gucken.
  • [Abbruch Aufnahme]
Studium 1 0
Studienreise 中国 Diplom Theorie Aufnahme von heute früh Gespräch mit mir
  • Ich denke ich suche… das…
  • [Pause]
  • Oder nein. Ich suche…
  • [Pause]
  • Nein. Ich MÖCHTE…
  • [Pause]
  • … aus dem Grund etwas machen, etwas zeichnen, etwas aufnehmen, so wie ich mir vorstelle, dass das der Grund war, warum die Höhlenmenschen …
  • [Straßenbahngeräusche]
  • … oder jetzt in China die im Helan-Gebirge … die dort gelebt haben… diese Felszeichnungen gemacht haben.
  • [Pause]
  • Ich denke das ist ein sehr… ich weiß nicht, ob man das so sagt … uriger Grund. Ähm. Einerseits wird da vielleicht etwas religiöses dahinter gewesen sein. Oft. Aber ich denke auch einfach nur… Alltagsgeschichten. Oder Erlebnisse mit … ähm … Begegnungen, mit … ähm… Tieren. Mit anderen Menschen. Dann halt ausgedrückt in … in Köpfen.
  • [Pause]
  • Oder bei Tieren auch … äh… in kleinen Erzählungen. Oder eben im Helan-Gebirge, als ich gesehen habe, was ich jetzt denke, dass es das war, ähm… wie ein Mensch einen anderen Menschen getötet hat. Ich weiß nicht, obs stimmt. Aber es wirkte jetzt so. Als ich mir das angeguckt hab. Ich fand diese Zeichnung… diese Felszeichnung … fand ich sehr sehr gut.
  • Und dann…
  • [Pause]
  • Was ich ebenfalls urig finde, was keine Geschichte erzählt in dem Sinne… sind wirklich die Hand…abdrücke.
  • [Pause]
  • Auch ebenfalls dort gesehen.
  • Und ich weiß, dass es in Spanien in den… in … in einer Höhle auch viele Handabdrücke geben soll. Auf andere Art dann natürlich. Im Helan-Gebirge waren die halt ein…graviert. Wie man das auch immer bezeichnet. Eingeschlagen. In den Stein.
  • [Pause]
  • Und sie zeugen halt nicht bloß davon, dass Menschen existiert haben, sondern sie zeugen vor allem davon, dass ein Individuum… da war. Und diese Hand ist ja immer irgendwie, denke ich, so ein Ausdruck von… Ich weiß nicht. Ich stelle mir vor, … ähm…: Ich war hier. ICH BIN HIER GEWESEN.
  • Es ist sowas wie so ein Gruß. Wie so ein … Handheben. Wenn man sich… äh… weiß nicht… trifft.
  • Die Hand ist das irgendwie, was… ähm… mit dem man einer anderen Person begegnen kann. Mit der man aktiv wird. Und wenn ich mir jetzt vorstelle eben, dass so ein Handabdruck von vor tausend… zweitausend… dreitausend Jahren dort… äh… exisitert. IMMERNOCH. Den eine Person hinterlassen hat. Dann ist das… HAMMER.
  • Und genau so etwas suche ich. Für mich selbst. Eben der… der Grund… den Grund, warum die Menschen damals… ähm… etwas gemacht haben.
  • Und NICHT, wie ich es jetzt halt erlebe… oder was ich zumindestens DENKE, dass es so ist. Ähm. Dass vieles in… äh… in der Kunst gemacht wird… ähm… Ich weiß nicht. Um ausgestellt zu werden. Um GESEHEN zu werden. Ähm.
  • [Straßenbahngeräusche]
  • Um Geld zu verdienen. Ähm. Um… vor anderen Leuten halt ähm… gut dazustehen. Und sich auch ein… naja… sich besser zu stellen. Ich weiß es nicht, was der Grund jetzt ist. Aber mir kommt es häufig so vor, als würden halt Sachen gemacht werden… ähm…, die… ähm… die… AUFFALLEN sollen.
  • [kurze Pause]
  • Sei es in der GRÖSSE. Sei es in der Farbigkeit. In der… in der Technik. In…
  • [Schluckgeräusch]
  • … also in der Machart.
  • Oder in dem GEHABE. Des Künstlers. Wie er sich halt vor anderen gibt. Diese Inszenierung.
  • Das ist mir alles so… Ich weiß nicht. Ich glaube, das erfüllt mich nicht.
  • [Motoradgeräusche]
  • Und ich erlebe es ja eben auch bei den Geradenbildern. Wo ich mich jetzt wieder… äh… langsam frage: Warum mache ich sie. So. Was…
  • [kurze Pause]
  • Warum bin ich studenlang… ähm… dabei… äh… die Motive zu entwickeln. Und warum… ähm… bin ich dann auch stundenlang dabei… ähm… sie… ähm… mit dem Plotter umzusetzen. Und WARUM stelle ich sie aus? Und genau das… Nein.
  • Mir fallen ZWEI Sachen ein, die…
  • [kurze Pause]
  • … wo ich denke, dass sie… dass ich mit denen bereits… äh… bei den… zum Beispiel Höhlenmenschen… angekommen bin. Und zwar bei dem sehr urigen Grund.
  • Das ist zum einen die Notizseite.
  • [kurze Pause]
  • UND das sind die Gespräche über Kunst. Die ich transkribiere. Beide haben gemeinsam, dass ich… äh… NICHT das Gefühl habe, mich zu verstellen.
  • Bei der Notizseite meine ganzen Gedanken, die ich… äh… zu den eigenen Arbeiten auch habe. Auch meine Standpunkte, die ich da ver… äh… veröffentliche.
  • [Autogeräusche]
  • Im Endeffekt der WELT. Auch wenn ich das auch nicht deshalb mache. Aber die ich dort halt noch einmal sozusagen in STEIN haue.
  • Ähm. Die kommen… die kommen in der Wortwahl, die kommen in… ähm… in ihrer ganzen manchmal vielleicht totalen Primitivität und BLÖDHEIT… ähm… kommen sie wirklich aus MIR.
  • [beim transkribieren schreit ein Mann auf der Straße]
  • [beim transkribieren Sirenen im Hintergrund]
  • Ähm. Ich habe da keinen… keine Bücher mir davor durchgelesen. Habe mir Wörter herausgeschrieben, die ich verwenden sollte. Ähm. Das sind einfach… Das sind die Gedanken, die mir halt KOMMEN.
  • [kurze Pause]
  • Und auch wie ich… also das ich… also in welchen Ausstellungen ich war. Was ich erlebt habe. In welchen Kursen und so. Das sind ALLES wirklich Sachen, die… die ich erlebt habe. Die ich gesehen habe. Und… ähm… ich überhöhe da meiner Meinung nach NICHTS.
  • [Straßenbahngeräusche]
  • Und das… damit… Mit diesen Notizen, mit diesen Tagebucheinträgen, habe ich für MICH schon etwas gefunden, was halt extrem… ein scheiß Wort… AUTHENTISCH ist.
  • Ähm. Ebenfalls ein blödes Wort… äh… EHRLICH… sind.
  • Wo ich auch selbst eben nicht das Gefühle habe, dass ich… äh… nur etwas… äh… schauspielere. So TUE als ob.
  • [Straßenbahngeräusche]
  • [kurze Pause]
  • Äh. Um… zum Beispiel… als Grund vor anderen zu Gefallen. Oder Geld zu verdienen. Ähm. Oder oder oder.
  • [kurze Pause]
  • Und das SELBE… ist mir eben bei den Gesprächen über Kunst mit anderen aufgefallen. Und zwar NICHT mit… äh… bei Gesprächen eben mit… äh… Leuten, die auch in den Kunst… im Kunstsystem drinne sind. Sondern wirklich mit Bekannten… ähm… und mit [Schluckgeräusche] Verwandten.
  • [kurze Pause]
  • Ähm. Mit denen ich… EINFACH reden kann. Ohne so zu tun, als ob… ich etwas wüsste, was sie nicht wüssten und was ich unbedingt mitteilen muss.
  • [Pause]
  • Und ich erlebe es ja jetzt beim Transkribieren eben, dass dieses… ÜBERSETZEN… von der Sprache in die Schrift…, diese… diese INTENSITÄT noch einmal steigert.
  • Also bei der Sprache gibt es ja viele… äh… Lücken. Oder Überschneidungen. Und… Also wenn zwei reden, jetzt. Und wenn… Sobald ich das halt niederschreibe… äh… wird das halt… ähm… äh… wird jedes WORT… wichtig.
  • Es fällt nichts aus. Jedes Wort hat dann… äh… ist… ist genau da halt wichtig. Dass es da war. Und jede Lücke, jede Pause, die ich dokumentiere, hat dann ebenfalls eine Wichtigkeit.
  • [Pause]
  • Und…
  • [Pause]
  • … mir GEFÄLLT dann wiederum, dass ich es nicht erst geschrieben… also dass ich es nicht bloß niedergeschrieben hab. Weil das heißt, es könnte auch sein, dass ich mir davor Gedanken gemacht habe, WIE schreibe ich es. Wie bei den Notizen eben. Ähm. Auch wenn ich da jetzt sagen würde, dass es eigentlich nicht der Fall war.
  • [Pause]
  • SONDERN… dadurch, dass es eben erst ein gesprochenes Wort war und… äh… bei Sprache ich nicht viel Zeit habe, oder… äh… davor drüber nachzudenken, wie sage ich es jetzt. Sondern es kommt einfach RAUS. Gerade im… Gefecht. Also während eines Gespräches.
  • Anders als jetzt. Bei dieser Aufnahme zum Beispiel. Wo ich eben schon manchmal merke, wie ich überlege, wie ich den Satz jetzt… ähm… konstruieren sollte. Welche Wörter ich verwenden sollte.
  • Beim GESPRÄCH eben ist es nicht so. Da fließt das eine in das andere. Und… äh… man KANN gar nicht mehr drüber nachdenken, wie sage ich es jetzt. Man SAGT es einfach so, wie es… wie man es bereits KANN. Wie man es sagen TUT.
  • [kurze Pause]
  • Eh schon sagen tut.
  • Und sei es noch so einfach. Seien es Wörter, die… die… ähm… die… BLÖD sind. Wenn man sich überlegt, dass es… äh… vor einem Publikum gesagt werden würde. Oder so.
  • Ähm. Es KOMMT, wie es KOMMT.
  • Das ist dieses… ebenfalls wie bei den Notizen… dieses EHRLICHE. Dieses AUTHENTISCHE. Und das noch einmal halt dann niedergeschrieben.
  • [Pause]
  • WOW.
  • [Pause]
  • Da finde ich wirklich, dass da… DASS ist das, was ich…
  • [Straßenbahngeräusche]
  • … bisher bei mir gut finde. Diese beiden Sachen.
  • Bei den anderen kommen mir immer wieder Zweifel Zweifel auf. Weil da die Begründung, warum ich etwas mache, eben… ähm… sehr… sehr PLATT sind.
  • Und ich DENKE eben, dass… bei den Urmenschen, bei den Höhlenzeichnungen, bei Stein… äh… zeichnungen und so…
  • [kurze Pause]
  • … ebenfalls dieses… dieses EINFACHE, dieses NUR AUSDRÜCKEN, was man… äh… was man SIEHT. Was man… äh… DENKT. Was… äh… ähm… was man sich für eine Welt kreiert hat. Das DASS da noch im Vordergrund steht.
  • [kurze Pause]
  • Und nicht dieses… ähm… Ich denke eben… Also die haben ja nicht diese… diese Zeichnungen… äh… da gemacht, behaupte ich jetzt, um… um anderen zu gefallen. Um halt ein Wow!-Effekt zu haben. Um… äh… um… um die Technik beweisen zu können. Was man alles drauf hat.
  • [kurze Pause]
  • Ich glaube, das ist wirklich… Auch mit den Händen! Komme ich wieder zurück. Die Hände sind halt wirklich ein Ausdruck von… ICH WAR HIER. Und DAS… ähm… WAR ICH. Und nicht: So sollte ich rüber kommen. Oder: Das wollten andere von mir sehen.
  • [Pause]
  • Mit ALLEN Fehlern. Mit allen DUMMHEITEN, die man äußert. Und mit allen… äh… falschen… ähm… LINIEN, die man zeichnet. Vielleicht. Auch als Kind. Äh. Wie man einen Menschen eigentlich nicht zeichnen würde. Oder wo Professor… ein Lehrer… sagen würde: Das ist falsch! Die Perspektive ist falsch! Ähm. Das ist zu klein! Das ist zu groß! Ähm. Hier stimmt die Farbe nicht!
  • Und man SIEHT auch den Fehler. Ne?
  • Wenn man das nicht… äh… wirklich gelernt hat. Über Jahre hinweg. Man zeichnet eben nun einmal so. Dann GIBT es Fehler. Und dieses SEHEN,… dass man das auch WAHRNIMMT. Das sind FEHLER, die sind zwar nicht gewollt, aber sie sind DA. Und deshalb IST gerade diese Zeichnung so… extrem authentisch. Also… aus dem Leben heraus.
  • [Pause]
  • DAS suche ich noch.
  • [Pause]
  • Ich denke, deshalb auch diese kindlichen Zeichnungen. Wo ich ja bisher immer eher… äh… jemanden nachahme. Und zwar das Kind.
  • [Pause]
  • Aber ich denke… In diese Richtung würde ich gehen wollen.
  • Und ich schaffe es halt gerade bisher NUR… also GUT eben… nur mit den… Aufzeichnungen. Mit dem Tagebuch. Äh. Und mit den…
  • [Straßenbahngeräusch]
  • … Gesprächen über Kunst. Mit… äh… anderen Menschen.
  • [kurze Pause]
  • Wo ich in dem Moment Moment was ich sage, sage. Und was ich transkribiere. Und das Wort steht dann fest.
  • [kurze Pause]
  • Und wird nicht bearbeitet.
  • [lange Pause]
  • Das suche ich glaube ich jetzt noch.
  • [kurze Pause]
  • In der bildenden Kunst.
  • [kurze Pause]
  • Für mich.
  • [Aufnahme Ende]
Central Academy of Fine Arts, Peking
Central Academy of Fine Arts, Peking
Männerkörper (mit Studenten im Kurs bearbeitet), Jiabo Sun, 2012
Männerkörper (mit Studenten im Kurs bearbeitet), Jiabo Sun, 2012
Ke Cheng (Personenname = Titel Arbeit), Gips, 1996, Wang Wei
Ke Cheng (Personenname = Titel Arbeit), Gips, 1996, Wang Wei
Männerkörper (Übung), 2015, Harz gefärbt, Wen Xu
Männerkörper (Übung), 2015, Harz gefärbt, Wen Xu
Männerkörper (mit Studenten im Kurs bearbeitet), 1999, Jiabo Sun
Männerkörper (mit Studenten im Kurs bearbeitet), 1999, Jiabo Sun
Großer Bart, 2011, Lammhaut und Harz, Zhanfeng Wang
Großer Bart, 2011, Lammhaut und Harz, Zhanfeng Wang
Junges Porträt, 2009, Gips und künstliche Haare, Die Cao
Junges Porträt, 2009, Gips und künstliche Haare, Die Cao
Ich heute in Beijing, 2016, Holz, Peng Song
Ich heute in Beijing, 2016, Holz, Peng Song
Abend, Shuang Zheng, 1962, Holz einfarbig
Abend, Shuang Zheng, 1962, Holz einfarbig
Studienreise 中国 Ausstellung Central Academy of Fine Arts, Peking academypeking25-k.jpg (Übersetzung nachträglich, evtl. fehlerhaft) Central Academy of Fine Arts, Peking Männerkörper (mit Studenten im Kurs bearbeitet), Jiabo Sun, 2012 academypeking27-k.jpg Ke Cheng (Personenname = Titel Arbeit), Gips, 1996, Wang Wei academypeking1-k.jpg Männerkörper (Übung), 2015, Harz gefärbt, Wen Xu academypeking4-k.jpg Werkstatt Plastisches Gestalten Konstruktion mit Stahlgeflecht für Ganzkörper-Skulpturen aus Ton Männerkörper (mit Studenten im Kurs bearbeitet), 1999, Jiabo Sun academypeking6-k.jpg Jiabo Sun Großer Bart, 2011, Lammhaut und Harz, Zhanfeng Wang academypeking8-k.jpg weitere Ansicht Junges Porträt, 2009, Gips und künstliche Haare, Die Cao academypeking11-k.jpg weitere Ansicht Ich heute in Beijing, 2016, Holz, Peng Song academypeking14-k.jpg verhüllt Tür im Ausstellungsraum Diplom Theorie Wandinstallation Sprechblasen und Bilder für mögliche Darstellung Theorie-Arbeit Papier auf leicht schneidbare Platten geklebt teilweise mit dickerer Platte hervorgehoben "Gebäude nacheinander gebaut", 1962, Hua Li Enstehung Druck-Arbeit in 4 Schritten Abend, Shuang Zheng, 1962, Holz einfarbig academypeking21-k.jpg Künstlerviertel Dashanzi Peking Van Gogh in Fäden (Daten nicht gemerkt) Frau sitzend (Daten nicht gemerkt)
Gestaltung Gespräche über Kunst überarbeitet
Gestaltung Gespräche über Kunst überarbeitet
Ort - Weiss Schwarz Weiss Schwarz, 2009, Acryl / Aluminium, 302x156x125cm, Imi Knoebel
Ort - Weiss Schwarz Weiss Schwarz, 2009, Acryl / Aluminium, 302x156x125cm, Imi Knoebel
Quadratisch. Praktisch. Gut. Ritter Sport.
Quadratisch. Praktisch. Gut. Ritter Sport.
GALERIE FRAGEN, VON WEM DIE ARBEIT IST, WAR nicht in Listen aufgeführt
GALERIE FRAGEN, VON WEM DIE ARBEIT IST, WAR nicht in Listen aufgeführt
GALERIE FRAGEN, VON WEM DIE ARBEIT IST, WAR nicht in Listen aufgeführt
GALERIE FRAGEN, VON WEM DIE ARBEIT IST, WAR nicht in Listen aufgeführt
OGVDS-GW (enlarged) #2, 2016, Acrylic, oil paint, pencil, watercolour and wax on linen on wood, 135x100x4cm, Andrew Bick
OGVDS-GW (enlarged) #2, 2016, Acrylic, oil paint, pencil, watercolour and wax on linen on wood, 135x100x4cm, Andrew Bick
Diplom Theorie (mit Notizen von vorgestern) Gestaltung Gespräche über Kunst überarbeitet gespraechueberkunst-k.jpg max. 3 Spalten, größere Schrift Kommentare für alle Gespräche weiter überarbeiten Sprechblasen später noch teilen, wenn 2 Themen hintereinander umsetzen Idee für Theorie-Arbeit: auf halbtransparentem Papier drucken, Sprechblasen farbig oder wie Internetseite mit farbigem Hintergrund, Zitate von was.ist.artou.de dafür auf halbtransparentem Papier Gespräch mit Christian
  • Hinweis. Im Kunstmarkt wäre das die zweitteuerste Arbeit, die wir hier in dieser…
  • Ich würde sie sofort kaufen.
  • … Ausstellung sehen.
  • Die ist echt cool.
  • [laut aber neutral] Fünfunddreißigtausend Franken.
  • Was wäre das in Euro?
  • Das sind etwaaa… Mhm… Naja… Dreißigtausend und ein bisschen mehr.
  • Entschuldige mal. Also. Nur mal so. Daran siehst du doch, …
  • Das heißt "Der Traum von Panama".
  • Ja, das habe ich gerade gelesen.
  • Das ist doch echt krass, dass…
  • Neunzehnhundertsiebenundsiebzig.
  • Das ist doch eine kindliche Zeichnung. So vom Stil her.
  • Ja.
  • Aber übergroß. Und daran siehst du doch… Also ich weiß jetzt nicht, ob der Preis real ist und … und ich kenne sie jetzt nicht. Aber das… das hat… dieses Kindliche. Dieses Ursprüngliche. Wie bei den Hölenmalereien. Dass das die Menschen vielleicht immer noch extrem fasziniert. Und … und deshalb stelle ich mir auch vor, wenn eine kindliche Zeichnung… übergroß… für so teuer angekauft wird… angekauft werden würde…, dann kannst du auch eine verhüllte Arbeit extrem teuer verkaufen. Was man nicht mehr sieht.
  • Beziehung Kunstmarkt Gesellschaft
  • Ja aber was ist denn die Kunst? Dann gehts ja wieder um den Markt.
  • Wo. Bei der Verhüllung oder hier?
  • Na bei beiden.
  • Bei der kindlichen…
  • Du argumentierst ja mit Geld.
  • NEIN. Ich … ich würde jetzt so…
  • Weil wir reden ja jetzt nicht [darüber], was der Kunstmarkt ist.
  • Naja. Aber er spiegelt … Aber der Kunstmarkt spiegelt ja schon so die Gesellschaft ähm oder die Beziehung der Gesellschaft zur Kunst irgendwie. Oder nicht der Gesellschaft, aber einer… einer höheren Schicht. Die sich… die sichs leisten…
  • So viel Geld…
  • … kann.
  • … hat und nicht weiß, was sie tun soll.
  • [kurze Pause]
  • Weil Gold ist schon gekauft.
  • [lacht kurz auf]
  • Das ist übrigens die teuerste Arbeit die wir hier sehen. Ort - Weiss Schwarz Weiss Schwarz, 2009, Acryl / Aluminium, 302x156x125cm, Imi Knoebel gespraech3-16-k.jpg
  • [Blätterrascheln]
  • Ähm. Für zweihundertsechzigtausend Franken.
  • Wie heißt die?
  • [Blätterrascheln]
  • Mhm. Knoebel.
  • Ne. Die Arbeit!
  • Achso. Die heißt Ort - Weiss Schwarz…
  • [KNIPS]
  • … Weiss Schwarz.
  • Komisch. Die finde ich gar nicht mal so…
  • Acryl… Aluminium.
  • Entschuldige mal. Das sind ähm ein fünftel Million.
  • [Pause]
  • Ja.
  • [Pause]
  • Baumarktästhetik
  • Ne sorry. Dann finde ich die kindliche Zeichnung … würde ich nehmen.
  • Das… Das ist doch einfach… Da würde ich sagen: Das ist KRANK.
  • Das ist wie die verhüllte Arbeit. Wenn… wenn die für dreißigtausend Euro verkauft werden würde.
  • [männliche Stimme im Hintergrund]
  • Das ist doch… Das hat überhaupt…
  • [Blätterrascheln]
  • … nichts mehr mit Kunst zu tun.
  • WARTE MAL. Das ist aber das SELBE Material. WIRKLICH das selbe Material. Wie da die… diese Leisten. Von dem, was du noch so schön fandest. Cool fandest.
  • Ja aber das ist ja nicht mal schön.
  • Weil das dir zu einfach ist? Zu quadratisch? Zu praktisch? Quadratisch. Praktisch. Gut. Ritter Sport. rittersport-k.jpg
  • Zu baumarktmäßig? Das ist wieder interessant. Es sind alles Baumarktartikel. Aber zu diesen Objekten, die auch diese Baumarktästhetik in… in sich haben. Von der Form her. Also… also das sie rechteckig sind. Und so ordentlich sind. Die gefallen dir nicht. Aber wenns dann schräg wird…
  • Na ich habs mir noch nicht einmal richtig angeguckt. Aber wenn ichs von der Perspektive …
  • [beide lachen]
  • … sehe, finde ichs halt furchtbar!
  • Das sind die Vorurteile! Deshalb gehen wir jetzt mal hin. [kurze Pause]
  • [von weiter weg] Na willst du das [Infoblatt] eigentlich aufheben?
  • Jaja. Ich nehms mit. [Pause] [Schrittgeräusche einer Frau]
  • In Kunst gehen
  • Ob man reingehen darf? Ja?
  • NEIN.
  • Hallo. Da sind Fußabdrücke. [Schrittgeräusche einer Frau]
  • Vielleicht gehören sie ja dazu! [lacht]
  • Das ist wieder eine interessante Frage. Wenn… wenn man so etwas sieht… ähm ähm… Kann man das Begehen oder nicht.
  • [kurze Pause]
  • DOCH. Man darf es begehen. Sonst wäre…
  • Aber warum willst du da jetzt unbedingt rein. Denkst du, du wirst transformiert?
  • NEIN. Aber das ist so etwas wie… wie bei der Grenze vorne. Die wir überschritten haben. Die fandest du als etwas besonderes. Weil… weil du ja in dem Moment Moment über … über die Arbeit gelaufen bist und MIT der Arbeit…
  • [unverständlich, 39:12]
  • … verschwommen bist.
  • Da kann man ja fast sagen: Ein Fahrstuhl ist schöner! [Geräusche aus anderem Raum]
  • Jetzt bin ich in der Arbeit.
  • [Hall von Stimme gedämpft] Na toll. Und wie ist das Gefühl?
  • [kurze Pause]
  • Geh mal rein! Ich glaube, daran fühlst…
  • Naja. Ich bin jetzt schon negativ eingestellt.
  • [kurze Pause]
  • Nein aber du bist doch in… in einem extra Raum.
  • Nö.
  • Mensch das ist so, als würdest du in ein Öl-Gemälde hineintauchen.
  • Das ist so, wie wenn ich in die Dusche hineingehe.
  • [kurze Pause]
  • [Stimme gedämpft] Das könnte eine gute Dusche sein.
  • [lacht]
  • Dassssssss…
  • [kurze Pause]
  • Das ist spittel. Das ist blödsinn.
  • [kurze Pause, Schrittgeräusche]
  • Also jetze bin ich unsicher. Ich würde zum einen gerne die kindliche Zeichnung kaufen. Aber ich würde sogar das nehmen. Weil die ist mir wieder zu … gegenständlich. Also zu sehr ähm…
  • [unterbricht, nicht verständlich, 40:07]
  • WARTE MAL. WARTE MAL. Diese kindliche Zeichnung ist zu sehr auf das SEHEN, auf das SCHÖNE… weißt du? Also du hängst es dir gerne über den Sofa. Sozusagen.
  • Ja!
  • Passt nicht in Wohnung
  • Das krit… Das sehe ich jetzt wieder ein bisschen kritisch. Ich würde sie zwar eigentlich gerne nehmen, aber gleichzeitig finde ich dann so etwas, was… was… was… was… was irgendwie sehr abweisend ist… Das würdest du nicht in deine Wohnung äh … reintun. Das ist zu groß. Das ist zu sperrig. Und es sieht eigentlich nicht schön aus. Von der Ästhetik… von draußen her. Weil es eine Baumarktästhetik ist.
  • Aber das ist ja vielleicht das gute. Weil für mich, als Alltagsmensch, ist das keine Kunst. Weil es … Es passt nicht!
  • Deshalb würde ich es ja wieder…
  • Für den Kunstmarkt und für Händler ist es vielleicht was besonderes. Weils nicht passt. Weils der normale Mensch nicht akzeptiert.
  • Interessant ist, dass wir morgen ja nach Freiburg fahren und mein Kommilitone Kommilitone … die … die… da geht die Ausstellung auch um Baumarktästhetik. Deshalb nehme ich dieses Wort jetzt ständig in den Mund! Weil ich das neu gelernt habe! Mit der Ästhetik und Baumarkt!
  • [fängt an zu lachen]
  • Wir lachen alle!
  • [beide lachen] [kurze Pause]
  • [von weiter weg] Das ist halt cool. Ich meine, das kann man sich hinhängen.
  • DAS findest du cool? Das ist auch Plattware!
  • JA, aber das ist…
  • Ja sag! Ich will jetzt die…
  • Na das macht…
  • Begründung.
  • … den Raum fröhlich. Wenn…
  • [KNIPS]
  • … man sich das zu Hause aufhängt.
  • [kurze Pause]
  • Dir gehts jetze darum, dass es den Raum aufhellt. Und nicht um die Arbeit an sich.
  • Nö.
  • [Pause]
  • Ich bin jetzt echt…
  • Ich meine da ist ja sogar noch mehr drinne. Wenn man hingeht hat man…
  • Wir waren schon wieder nicht nah dran!
  • [vor der Arbeit]
  • Wo denn?
  • Na ist das nicht ein Foto da im Hintergrund?
  • Ach das sind mehrere Schichten?
  • Ja. Ich meine, das hat irgendwas…
  • Das ist doch Wachs irgendwie.
  • DAS… Hier muss man ja sogar sagen… also ich… ähm…
  • MAN.
  • [lächelt] Das ist cool gemacht!
  • [kurze Pause]
  • Wir müssen Batterien einkaufen.
  • [kurze Pause]
  • Nach der Ausstellung.
  • Was braucht das für Batterien?
  • Ne ich öffne das jetzt nicht!
  • [beide lachen]
  • Ich hab sowas zu Hause. Wir fahren dann noch einmal schnell zu mir.
  • Ne. Wir können zu… zu Mikro. Oder wie die heißen. Einfach schnell hin!
  • Ah. Wir gehen dann ja sowieso was essen. Im Kaufhaus! JETZT GEHTS WIEDER UM DAS ESSEN!
  • [lacht]
  • Ich bin wirklich hin und hergerissen. Ich würds gerne selbst…
  • Das ist jetzt aber dein Problem!
  • WARTE MAL. Ja. Aber wir reden doch jetzt darüber. Ich würde gerne so kindlich zeichnen.
  • Ich finde das aber cool.
  • Ich würde gerne so kindlich zeichnen. Auf der anderen Seite sehe ich das eben jetzt mit dem Sofa hier…
  • Das hat nichts mit der Fragestellung zu tun.
  • Welche denn.
  • Naja. Was ist Kunst. Das ist ja jetzt dein Ding.
  • Na aber wir reden ja über MICH. HIER GEHTS NUR UM MICH EIGENTLICH! [lacht] DESHALB FAHRE ICH NACH BASEL!
  • Guck mal! Das ist doch cool! GALERIE FRAGEN, VON WEM DIE ARBEIT IST, WAR nicht in Listen aufgeführt gespraech3-17-k.jpg
  • Das finde ich jetzt wieder… Aber das ist wieder zu sehr …
  • Das ist wie der Teppich. Aber das ist cool.
  • Ne. Das verstehe ich nicht. Das ist so Sechziger.
  • Das… Da… Da gribbelts sogar bei mir.
  • WARUM.
  • Na weil ich das gut finde. Ich weiß nicht warum.
  • Also dann finde ich aber diese schräge…, die du noch… mit dem roten Punkt… Die finde ich jetzt besser.
  • Na nachdem ich das gesehen habe, kribbelts sogar mehr als bei dem! [lacht]
  • Jetzt entscheide dich mal!
  • [beide lachen]
  • Aber das finde ich cool. Das würde ich mitnehmen und…
  • HÄÄÄÄ?
  • … mir hinhängen.
  • Das ist klein. Das wird an die Wand gehangen.
  • Das ist gut gemacht. Es hat Farbe. Und es ist irgendwie… Da kann man sich eher drinne verlieren und so.
  • Es ist aber auch handwerklich nicht gerade ähm… also glatt gemacht. Man sieht halt die Pinselstriche.
  • Ne. Das ist gut!
  • Was er ja will!
  • Das ist halt nicht so billig gemacht wie bei diesem komischen Chaos-Ding.
  • [Ausruf des Erstaunens] Evgenij hat das hier her! Der war ganz stolz darauf, ähm… ähm… äh… das er das so schräg ähm ähm gemacht… GALERIE FRAGEN, VON WEM DIE ARBEIT IST, WAR nicht in Listen aufgeführt gespraech3-18-k.jpg
  • Das ist ein Detail.
  • Das zeig ich ihm. Na das ist wichtig! Der war vielleicht hier!
  • Der war bestimmt nicht hier.
  • [KNIPS]
  • [kurze Pause]
  • [43:45]
  • Wollen wir doch mal was dazu lesen.
  • [Blätterrascheln]
  • Ne. Die sind hier nicht. Ach doch.
  • Ach das ist von der Galerie dann hier. Deren Showroom. Das hat nichts mit da vorne. Mit der Ausstellung zu tun.
  • Ja aber das ist da. Das ist da.
  • [Blätterrascheln]
  • Das gibts nicht!
  • Das ist… das ist von einem Kind gemacht. Bestimmt!
  • [beide lachen]
  • Wieso ist das nicht hier.
  • Das was du besonders gut findest gibts nicht.
  • Das gibts gar nicht!
  • [Blätterrascheln]
  • [kurze Pause]
  • Ne. Das ist von einer anderen Ausstellung.
  • [Schritte von Aufsichtsperson, weit weg]
  • Schade.
  • [Schritte von Aufsichtsperson, kommt näher]
  • [Blätterrascheln]
  • [Schritte von Aufsichtsperson, ganz nah]
  • [Männerstimme: Grüße Sie!]
  • Hallo.
  • Guten Tag.
  • [Blätterrascheln]
  • [ganz leise] Schade. Nicht.
  • Na okay. Jetzt fragst du mich.
  • Die Frage jetzt… Warte. Nenene. Ich frage. Die Frage ist ja, warum bewirkt das bei mir …
  • Das wundert mich.
  • … gar nichts.
  • Mich wunderts, dass es bei dir was bewirkt.
  • Warum.
  • Ich… Ich hab nur verstanden das… mit dem roten Punkt… was bei dir bewirkt. Einfach wegen der Größe. Weils schräg ist. Weils … weils… weils etwas räumliches ist. Nicht Plattware sozusagen ist.
  • Ja. Das ist ja eher eine Plastik. Hier ist es ja eher ein Bild.
  • Das ist auch eine… Das ist ein Halbding. Weil es ist ja eben kein einfaches Bild. Sondern es hat ja mehrere Schichten.
  • Ja aber…
  • Das ist doch Wachs drüber. Oder irgendsoetwas. Du siehst die Pinselstriche und so. Hier sind mehrere…
  • [kurze Pause]
  • [müdes] Hach. Ich finde das so Siebziger!
  • Ja!
  • Das ist bestimmt auch hier … Das ist zweitausend … ne wann ist das? Das hier ist von… Ne. Zweitausendsechzehn. Krass. Das ist so bauhaus. Du. Das sind die Konstruktivisten. Oder… oder wie die…
  • Das mag ich ja zum Beispiel nicht. OGVDS-GW (enlarged) #2, 2016, Acrylic, oil paint, pencil, watercolour and wax on linen on wood, 135x100x4cm, Andrew Bick gespraech3-19-k.jpg
  • … hießen.
  • Na hier gefallen mir die Linien.
  • [lacht] Weil du ein Linienmensch bist!
  • [Pause]
  • [KNIPS]
  • [Tür fällt ins Schloss]
  • [lacht]
  • Sollen wir dann gehen?
  • Ja. Batterie aufladen.
  • Komm!
  • [unverständlich, 46:02]
  • [Aufnahme beendet]
  • [Aufnahme Anfang, vor der Galerie]
  • [Straßengeräusche]
  • Was hast du gerade gefragt?
  • Ich habe gefragt: Bringt dir das was. Hast du das Gefühl, du gewinnst hier Erkenntnisse.
  • [kurze Pause]
  • Ich überlege.
  • [Motorrad fährt vorbei]
  • Also die Arbeiten an sich nicht. Außer dass ich jetzt halt wieder eine Idee habe, wegen kindlicher Zeichnung. Also groß machen.
  • Also für dich selber, was du machen könntest.
  • Jaja. Okay. Aber das habe ich ja immer, wenn ich in eine Ausstellung gehe. Aber warte mal…
  • [Schlüsselrascheln]
  • … ich überlege gerade. Also was du gesagt hast, über unsere Diskussion.
  • Ja.
  • [kurze Pause]
  • Naja. Sie bestärkt mich vor allem darin… auch schon bei Alexander…, dass es eigentlich am Ende nur darauf ankommt, dass ihr fasziniert von etwas seid. Von der Oberfläche. Das heißt entweder es muss groß sein. Es muss schräg sein. Es muss halt für dich etwas besonderes sein.
  • Obwohl die Leinwand nicht groß ist. [Arbeit in Galerie]
  • Das wundert mich eben noch. Und die Arbeiten gibts in dem Katalog gar nicht.
  • [lacht]
  • Die gibts gar nicht. Die sind nicht da! Ne, aber die fand ich halt… Die haben mich auch angesprochen. Sofort. Die haben sogar etwas bewirkt.
  • [Reißverschluss-Geräusch]
  • Naja, das war gar nichts.
  • Das sag ich jetzt nicht nur, um anti zu sein.
  • Komm wir fahren jetzt zum ESSEN.
  • Was wollen wir denn essen.
  • Wir gehen zu Mikro.
  • Ne ich will aber mich irgendwie wo hinsetzen.
  • Jaja. Ne wir gehen…
  • Ne im Mikro kaufen wir jetzt bloß die…
  • Da kann man…
  • … Batterien.
  • … schön auf dem … Wir gehen in ein Kaufhaus.
  • Achso. Da wo man sich oben auf die Terasse setzt.
  • Ja.
  • [Glockenbimmeln]
  • Ich habe hunger.
  • [lacht]
  • Willst du noch was sagen?
  • Ne. Aber das wird doch nicht aufgezeichnet!
  • NATÜRLICH!
  • Schreibst du das dann auch auf?
  • [fröhlich] Ja!
  • Das du hunger hast? [lacht]
  • WEIL… Als… Als ich … Als… Als ich bei Oma war, in der Pension, da kam dann plötzlich Elke rein. Johanna kam rein. Und dann haben die sich über Lidl unterhalten. Über…
  • [lacht]
  • … über irgendwelche Pillen, die Oma äh bekommen sollte von Johanna. Und äh… und… und über Pullover, die ich von Olaf bekommen könnte. Hatte Elke mich gefragt.
  • [Kinderstimmen]
  • Das wurde ALLES mit aufgezeichnet. Und DAS… Und das finde ich aber gerade das gute. Weil wir haben zwar über Kunst geredet, aber eigentlich ist das… kommt dann der Alltag wieder rein. Weißt du? So ganz normale primitive Fragen. Und so.
  • Na gut. In so einer Galerie kommt jetzt nicht der Alltag…
  • Na wir haben jetzt über Essen geredet.
  • Ja aber wir sind ja draußen. Am Fahrrad.
  • Und haben drinne angefangen über Essen zu reden.
  • NATÜRLICH! Weil das eine wichtige Sache ist!
  • [Aufnahme Ende]
Transition, 2017, industrial metal shelve and plywood, Ricardo Alcaide
Transition, 2017, industrial metal shelve and plywood, Ricardo Alcaide
New Concrete (over colours), 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and concrete, 39x30x5cm each, Ricardo Alcaide
New Concrete (over colours), 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and concrete, 39x30x5cm each, Ricardo Alcaide
Kartoffelbild 8, 2011, Acryl / Aluminium, 248.3x251x9cm, Imi Knoebel
Kartoffelbild 8, 2011, Acryl / Aluminium, 248.3x251x9cm, Imi Knoebel
Der Traum von Panama, 1977, Pencil and pastel chalk on paper, 300x150cm, Marianne Eigenheer (*1945)
Der Traum von Panama, 1977, Pencil and pastel chalk on paper, 300x150cm, Marianne Eigenheer (*1945)
Studium 1 0
Diplom Theorie notiert (nachts aufgewacht, Gedanken aufgeschrieben) Überlegungen zum Stil je Person 1 Textfarbe Gespräche vermischen, je nach Themengebiet zusammenbringen (1) zwischendurch Zitate von anderen aus Sammlung in Comic Sans oder Courier New, immer mit Was ist für Sie Kunst? vorangestellt u.a. Karl Schönenberg, 2010: kunst finde ich cool Marielle Brune, 2008: Kunst ist, wenn man in den Flur scheißt, Salzstangen hinein steckt und sagt der Igel wohnt jetzt hier! Robert Hailwax, 2011: Picasso Pablo Picasso hat eine Definition für Kunst gefunden, als er auf die Frage was ist Kunst antwortete: SCHAU AUF DEN PREIS 2008: Wer das liest ist doof. Kunst ist, was gefällt. Ulf Spuhl, 2008: Das Innerste nach außen stülpen… Penismann, 2011: deine Mama ist Kunst Helena Frei, 2011: ALLES, ohne wenn und aber. Michael Malina, 2010: Kunst ist, wenn Seele dahinter ist. manfred von der alm, 2011: ficken scheisen ja gibs mir bitch // ficken scheisen ja gibs mir bitch // ficken scheisen ja gibs mir bitch // ficken scheisen ja gibs mir bitch […] Chaywa Walter, 2009: viel bla - bla um Scheinbar so wichtig Ding ----wenn einem da nicht der Himmel auf den Kopf fällt Peniskopf, 2011: Johannes ist Gay Manuel Abraham, 2008: Zuweilen erzeugt sie in uns ein AH oder OH, oft ein HÄH? und manchmal ein AHA! Gottfried Renz, 2011: Die Lösung steht in diesem Buch: Was ist KUNST? - Eine Definition von Gottfried Renz, 92 Seiten mit Tabellen. ISBN 978-3-8391-7183-7 Petr Puff, 2012: deine Mudda Rudolph Klappermann, 2010: kunst ist doof Peter Kraus, 2008: Ein Fragezeichen hansi langton, 2011: deine mutter stinkt ihr schweine habt kenny getötet etz werde ich mioch rechen schwammkopf spongebob schwammkopf spongebob schwammkopf spongebob schwammkopf […] 2008: Ein schönes Bild asime-sunke, 2013: weis ich nicht Pablo Picasso Pablo Picasso, 2010: Kunst ist doof. Hatice Ünsal, 2010: Ich bin Kunst Peter Norton, 2008: ist unheimlich teuer :-) Ina Dick, 2008: Etwas schönes! mhhh… atakan.atalay, 2010: malen zeichnen Franz S., 2010: Kunst ist schön. Anneli, 2012: Kunst ist was zu Kunst erklärt wurde (2) ICH Ick oder Iche statt Ich Ne statt Nein Weißte statt Weißt du bissle statt bisschen Warte mal! [lacht] [grinst] [lächelt] (3) ALEXANDER [?] (4) OMA [?] (5) CHRISTIAN mit KNIPS!, wenn ich Foto mit Handykamera von besprochener Arbeit mache [flüstert] zwischendurch Essen auf Terasse von Kaufhaus (wo genau, was war das? + Cola), Selbstgespräch über Erkenntnis Telefonat Frau im Hintergrund Gehgeräusche, auf Sofa setzen (6) zwischendurch Arbeiten, die in Ausstellungen gesehen, einsetzen (mit Bild und Tageslink) wie: 6.3.2016, Tate Modern, London: Fountain, Marcel Duchamp Marcel Duchamp oder ohne Zeitangabe, nur Ort (zieht sich dann durch gesamten Text, Ortswechsel, aber selbes Themengebiet als roten Faden) Gespräch mit Christian
  • [nicht verständlich, 23:20]
  • […] Mit den Fluchtwegen-Schildern oder den…
  • [lacht]
  • … Feuer[nicht verständlich]
  • [Pause]
  • Das ist ja richtig groß hier.
  • [kurze Pause]
  • Na okay. Wir können doch schon einmal festhalten… Diese Ausstellung, egal ob wir jetzt einen Text gelesen haben oder nicht, geht es um einen Künstler der mit ähm … irgendwas mit dem Baumarkt macht. Also mit Materialien, die du da kaufen kannst. Mit Baumarkt-Ästhetik. Mit ähm… Lager-Ästhetik. Mit ähm… Lacken. Und das der das dann halt ähm verarbeitet. Aber so, dass du es eigentlich nicht nutzen würdest. Also wie dieses kleine Regal, was wir eben gesehen haben. Anders bei dem [zeigt auf die Arbeit], würde ich sagen. Außer die Kisten, die sind geschlossen. Die kannst du nicht öffnen. Das ist eine verhüllte Arbeit eigentlich! Transition, 2017, industrial metal shelve and plywood, Ricardo Alcaide gespraech3-9-k.jpg
  • verhüllte Arbeit
  • Ja. Das ist eine verhüllte Arbeit.
  • Scheiße.
  • [lacht]
  • Verbrennen!
  • [KNIPS]
  • [kurze Pause]
  • Na gut. Und… ein Merkmal ist noch, es ist wirklich alles… es hat irgendwas…
  • HAMMER. Sind das verhüllte Arbeiten hier? New Concrete (over colours), 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and concrete, 39x30x5cm each, Ricardo Alcaide gespraech3-10-k.jpg
  • Oder ist das… Ne. Das ist eine Betonfläche, die davorgemacht wurde.
  • Sinnloses = Kunst
  • Das hat etwas…
  • [kurze Pause]
  • … sinnloses.
  • Was heißt das?
  • Na hat keine richtige Funktion.
  • [KNIPS]
  • Das ist vielleicht auch eine Definition von Kunst. Ein Merkmal.
  • Na doch. Es … Wenn … wenn du es siehsts, hats ja eine Funktion. Du siehst es. Also ist es zum SEHEN gemacht.
  • Ja aber würde ich das wirklich wahrnehmen? Also ist es nicht nur, um den Raum zu verschönern? Aber eigentlich … wenns nicht da wäre, wäre es auch nicht…
  • ENTSCHULDIGUNG. Wir gehen gerade durch die Galerie und SEHEN die Arbeiten. Das heißt, wir betrachten sie…
  • Nein. Ich meine, dass ich es nicht zu Hause hinhängen würde.
  • Nein. Es geht jetzt darum, wir sehen sie jetzt ja hier. Das heißt, wir gucken uns die an. In dem Moment Moment hats eine Funktion. Sie füllt unseren Tag. Wir gehen hier hin. Wir gucken sie uns an. Wir reden darüber.
  • Alles was da hängt wird zur Kunst
  • Da könnte man ja alles hier her hängen.
  • [kurze Pause]
  • Das ist wie mit der Kinderzeichnung von Emma. Die hing doch dann auch in der Klasse. Und alle… mehrere Leute haben sich das angeguckt.
  • Wenn DAS die Definition von Kunst ist, dann… PFFF. Bitte.
  • Das machts zumindestens…
  • Machen wir doch, was wir wollen!
  • Es machts zumindestens leich…
  • [nicht verständlich, 25:30]
  • Es machts zumindestens leichter, wenn…
  • Katzen!
  • [lacht]
  • Es machts zumindestens leichter, wenn etwas im … im definierten Kunstraum steht. Weißt du? Dann würdest du per… perse sagen: Okay. Das gehört zum…
  • Das finde ich cool! Kartoffelbild 8, 2011, Acryl / Aluminium, 248.3x251x9cm, Imi Knoebel gespraech3-12-k.jpg
  • [Schritte]
  • Jetzt lass mal mich [zuende reden]…
  • Kindliche Zeichnung [erblicke eine andere Arbeit] Das ist cool! Der Traum von Panama, 1977, Pencil and pastel chalk on paper, 300x150cm, Marianne Eigenheer (*1945) gespraech3-11-k.jpg
  • Weil es kinderähnlich ist?
  • JA! Sorry, aber das finde ich wirklich…
  • … cool.
  • … gut. Jetzt kommen wir zu den interessanten. [lacht]
  • Wir sagen also, alles was wir gerade gesehen haben, war nicht so interessant.
  • [KNIPS]
  • Und das findest du jetzt cool.
  • Mhm.
  • Was siehst du da?
  • [KNIPS]
  • Oder wa… warum ist es für dich jetzt cool? Oder was heißt cool für dich. Ist es gut? Ist es schlecht? Ist es … ist es hipp? Ist es…
  • Das finde ich gut.
  • WAS heißt gut? Das ist wieder so ein Wort, was…
  • Na. Ich habe es gesehen und hab gesagt: Das ist gut! [lacht]
  • [26:25]
  • Aber was löst es in dich … in dir aus? Warum… warum denkst du das in dem Moment Moment.
  • Na. Das hat diesen… großen roten Punkt. Und ähm… breiten Linien.
  • Der große rote Punkt heißt bloß, dass es schon gekauft wurde.
  • [beide lachen]
  • Es hat sich selber gekauft!
  • Und dann hat es diese weiße Fläche. Okay. Ich würde die weiße Fläche anders machen. Aber…
  • Okay. Ich würde jetzt mal…
  • Das hat jetzt etwas, das nimmt mich ein.
  • Okay. Und weißt du warum?
  • Warum?
  • Wir überlegen jetzt mal. Bleib doch mal hier stehen!
  • Ich bleibe. Kann ich mich dahin setzen?
  • Nein!
  • Ja okay. Lass uns hier hinsetzen. Dafür ist es ja da.
  • Vielleicht auch nicht! [lacht]
  • Also. Zu den Arbeiten da vorne. Die im Endeffekt ähm auf einem… also… Farbe auf einer Fläche darstellt. Also ganz normale typische Bilder. Da hast du noch gesagt: Ne, nicht wirklich. Wenn du dir das hier anblickst, dann plötzlich schon. Das heißt: Es kann auch hängen für dich. Aber hier ist halt nicht bloß diese weiße Fläche da vorne, sondern das ist eine… eine Skulptur. Im Endeffekt. Weil das mehrere Ebenen hat. Ne? Weil du rumgehen kannst. Es ist plastisch.
  • Und es hat was besonderes.
  • Du meinst von der Form?
  • Besonders, da groß
  • Schon… nein nein. Schon durch die Größe.
  • Da vorne waren aber auch große Bilder.
  • Ja, aber die… die haben mich nicht eingenommen. DAS hat was besonderes. Weil es groß ist. Es hat mehrere Ebenen. Das ist… Das spricht mich einfach auch an!
  • Und es ist kein Designobjekt. Ne?
  • Nö.
  • Das würde noch viel einfacher aussehen. Glaube ich. Das sieht jetzt schon…
  • Das hat ein bisschen … Das hat auch irgendwas verworrenes, nicht gleichmäßiges.
  • ABER es sind weiterhin Baumarkt… ähm…
  • Ja.
  • … Artikel. Also das ist das SELBE Material wie vorne. Nur das es anders kombiniert wurde.
  • Ja.
  • [Mann telefoniert im Hintergrund]
  • Ja. Ich … Ich weiß jetzt auch nicht, ob das unbedingt Kunst ist.
  • Also ich würds mir schon in meine Loft reinhängen!
  • ICH sage einfach: Das spricht mich hier an. Und damit… Wenn jetzt jemand mir sagt: Okay. Das … das ist das größte Kunstwerk der ganzen Welt, dann könnte ich mich eher damit anfreunden, dass es DAS ist, als die Sachen, die wir davor gesehen haben.
  • Bloß weil die minimalisticher waren? Und für dich einfacher nachzuvollziehen, wie man sie herstellt? Weil du ja da gesagt hattest, als Begründung: Ja! Das kann ich auch! Im Endeffekt.
  • Ich erinnere an das Regal Chaos. Oder nicht Regal. Aber dieses…
  • [blättert durch die Liste]
  • … diese…
  • Du musst mich nicht daran erinnern. Wir waren gerade da! [lacht]
  • Diese Regenbogendinger.
  • Es war furchtbar gemacht! Du siehst Bleistiftgekritzel. Die Farben sind nicht…
  • Okay. Wir gehen jetzt hier ran!
  • Die Farben sind nicht kom…
  • Komm her! Ich muss das hier [Aufnahmegerät] vor dich halten! [lacht]
  • Wir sehen bestimmt Bleistiftgekritzel. Wir sehen zumindestens: Unsauber gearbeitet. So. Was ich gut finde. Hier äh… hier siehst du Pinselspuren. Die halt nicht in diese Fläche rein… also in diese Linienstruktur reinpassen.
  • [von weiter weg] Ja aber irgendwie kann ich damit leben. Weil es irgendwie auch eine Struktur hat. [kommt näher] Das andere war einfach: Ich muss jetzt schnell was zimmern. Und ich hänge es dann wohin.
  • Aber das kann doch auch schnell gezimmert sein.
  • Sehr furchtbar, furchtbar und nicht so furchtbar
  • Ja, vielleicht. Aber … Es ist halt … nicht so furchtbar.
  • [lacht laut] Bei dir gibts bloß SEHR furchtbar, furchtbar und nicht so furchtbar.
  • [beide lachen]
  • Ja!
  • [kurze Pause]
  • Wenn man sich überlegt… vorne dieses Dreieck. Dieses kleine. Das hätte ich noch so als … Designobjekt gesehen. NUR was dagegen sprach, waren die Löcher.
  • [lacht kurz auf]
  • Das schaute eben nicht mehr ähm… nicht mehr sehr sehr sauber aus.
  • Mhm.
  • Bei … bei dem, was du … jetzt nicht mehr so furchtbar findest…
  • [lacht]
  • … das hat zum Beispiel … es hat zwar was von Design. Aber es ist nicht mehr so zum schön anschauen. Sondern das ist halt ne Plastik. Irgendwie. Die … die verwirrt eher. Ne?
  • Ja.
  • Aber jetzt nicht negativ, schlimm ist. Sondern …
  • [kurze Pause]
  • Aber die kann ich mir halt auch in der Wohnung vorstellen. Deshalb ist es eigentlich wieder keine …
  • Warum gefällt dir das.
  • Kindliche Zeichnung
  • [zeigt auf die kindliche Arbeit]
  • Na weil das so kindlich ähm… wieder so mit einfachen ähm Stiften gemacht ist. Die du auch wieder überall bekommst. Und das ist groß. Was ein Kind nicht machen würde. Ne? Also sondern…
  • Also ist das was besonderes.
  • Das besondere… D…D… Das hab ich mir auch schon überlegt. WENN ich kindliche… kindlich zeichnen sollte, sollte ich eigentlich überdimensioniert zeichnen. Das heißt, ich benutze die Ästhetik von Kindern. Aber gleichzeitig äh nehme ich das, was ich jetzt neu habe, und zwar die Größe… Ich bin ja größer geworden… Ich habe ein anderes Verhältnis zu… zu der Blattgröße… Was die als A Vier zum Beispiel sehen, ist für mich ein A Zwei Blatt. Oder A Eins Blatt.
  • Also du siehst schon das… das Kriterium Besonderheit. Etwas besonderes… zu sein, zu machen… ein Merkmal von Kunst ist.
  • GENAU. Wenn … Aber es reicht ja schon, wenn ich kindlich ZEICHNE. Dann ist es ja etwas besonderes. Ich kopiere zwar eigentlich bloß. Aber es ist etwas besonderes, weil ich es eben nicht als Kind mache. Sondern als erwachsener Mensch. Der eigentlich ähm… viel viel mehr ähm… schon Technik drauf hätte. Aber sich wieder zurückwerfen lässt in so eine kindliche Struktur.
  • Mhm.
  • Das… Das reicht schon als etwas besonderes. Aber das heißt noch lange nicht, dass es der Betrachter auch als etwas besonderes ansieht. Weil für die ist es vielleicht bloß eine kindliche Zeichnung. Oder eine Kinderzeichnung. Also von einem Kind.
  • Ja.
  • Die würden es vielleicht gar nicht mal äh… erkennen. Weißt du? Aber es ist etwas besonderes. Für … OKAY. Es gibt dann zwei Sachen. Es kann etwas besonderes sein im Schaffensprozess. Also was bloß der Künstler sieht. So wie wenn du kindlich zeichnest. Oder es kann etwas besonderes sein, wenn der Besucher das siehst und halt sagt: Oh. Das hängt jetzt ganz schräg oder so. Es ist halt etwas besonderes! MUSS aber eigentlich nichts besonderes sein. Weil der Künstler sich irgendwie bloß einer Ästhetik bedient hat, die andere auch nehmen.
  • Aha.
  • [kurze Pause]
  • Meine Sprechblasen werden wieder ein bissle länger.
  • [kurze Pause]
  • Na das ist ja schon in Ordnung. Du beschäftigst dich ja auch mehr mit dem Thema.
  • Was ich halt hier jetze …
  • Also für mich… Darf ich das noch einmal erwähnen? Ist ja… Kunst, wenn es jetzt um die…
  • [ins Mikrofon] Er unterbricht mich jetzt in meinem Monolog!
  • … Frage geht…
  • [kurze Pause]
  • Intuitive Entscheidung
  • Es ist ja auch eine intuitive Entscheidung. Es ist ja… quasi in mir angelegt ist. Wie wenn du sagst: Entscheidung - Ist das ein Baum oder kein Baum. Das… das ist ja eigentlich auch wie eine intuitive Sache. Bloß das wir da viel mehr Erfahrung damit haben. Das das ein bisschen eindeutiger ist. Aber wenn ich jetzt hier gefragt werde, dann ist das auch eine Intuition. UND die Intuition basiert ja bei mir darauf: Finde ich etwas SCHÖN? Etwas SCHÖNES spricht mich an. Würde ich es mir hinhängen? Dann würde ich es für mich wählen. Und ich wähle ja nur etwas, was ich auch als … schön empfinde. Oder… was… was mir in irgendeiner Form etwas BEDEUTET. Und wenn das NICHT da reinpasst… in diese… in diese Findung… Also wenn … dass ich mich intuitiv äußern kann, dann lehne ich es halt schon eher ab.
  • [32:55]
  • [Blätterrascheln]
  • Würdest du dir diese kindliche Zeichnung, die ich jetzt mal so betiteln würde, äh… hinhängen?
  • [Pause]
  • PFFF.
  • Also ich würde sie mir nicht kaufen und hinhängen. Wenn sie mir jemand geben würde, würde ich sie mir schon hinhängen. Nehmen wir mal an… ähm… was weiß ich… irgendein Kind was ich kenne macht das jetzt für mich.
  • Kinder würden nicht so groß zeichnen
  • EIN KIND WÜRDE NIE SO GROSS…
  • [lacht]
  • … ARBEITEN.
  • NAJA! Wenn man dem die Möglichkeit gibt? Welche Eltern geben…
  • Nein!
  • … dem Kind schon so ein großes Stück Papier?
  • Ein Kind kann gar nicht äh … ähm… mit dem… mit dem Körper… mit seinen… mit… mit dem Armumfang…
  • Du legst es doch auf den Boden! Und das Kind kann drauf herumlaufen.
  • Ja aber es entstehen doch keine großen Kreise. Es werden immer kleine Kreise. Weil der Armumfang einfach zu …
  • Hast du…
  • … klein ist.
  • Hast du schon einmal Kinder gesehen, wenn sie auf der Straße mit Kreide malen?
  • Hab ich einmal gesehen. Bis der Bus vorbeikam!
  • [beide lachen]
  • Auf dem Fußweg! Oder wo sie malen können.
  • Ja da malen sie auch größer.
  • WIRKLICH?
  • NATÜRLICH!
  • Ich dachte immer, die haben ein kleines Blickfeld.
  • Du gibst … du gibst denen die Möglichkeit, dass sie sowas machen können.
  • Okay. Dann werde ich Emma jetzt so ein großes Blatt geben.
  • Ey cool! Ich geb ihr mal wirklich ein großes Blatt! Ich nehme eine riesen große Rolle mit!
  • Und legst sie auf den Boden.
  • Und leg es auf die… auf den Boden und …
  • Sie kann machen was sie will.
  • … große Stifte. Und und sie darf da rübergehen und einfach mal groß zeichnen.
  • Mach das mal!
  • DAS ist eine gute Idee.
  • Und ich glaube, das ist nämlich schon ein Punkt. Sie bekommt immer diese A4-Blätter. Dann sollen sie mal machen.
  • Ich dachte ja eher immer, ähm… äh ähm… Ich meine, ein kleines Kind hat nun einmal einen kleineren … kleines Sichtfeld vielleicht.
  • Sie kann doch mit dem Stift PUUUUCH [Ausdruck für…] Das ganze Bild abgehen.
  • Die Frage ist, ob es das macht. Oder ob es sich verkriecht in äh… in eine Ecke. Weil es sich da wohl fühlt.
  • Das hängt bestimmt auch wieder vom Kind ab.
  • [34:25]
  • Die einen werden das machen. Die anderen nicht. Warum weiß ich jetzt ja nicht.
  • Aber das ist jetzt interessant. Weil das wäre für mich jetzt eigentlich ein Alleinstellungsmerkmal von einem älteren Menschen gewesen. Das er groß arbeiten kann. Im Gegensatz zu einem Kind. Aber wenn jetze hier Emma plötzlich auch ganz groß machen würde… dann können wir uns jetzt fragen: Hats [die Arbeit in der Galerie] vielleicht ein Kind gemacht?
  • [lacht]
  • Wenn… Wenn wir das hier vor uns sehen.
  • Wollen wir mal…
  • Wie heißt denn die Arbeit?
  • [kurze Pause]
  • [Blätterrascheln]
  • Was mir bei der übrigens gefällt, ist, dass die extrem im Gegensatz zu allen anderen ist. Ne?
  • [Blätterrascheln]
  • Ja.
  • Vielleicht gehört sie hier gar nicht dazu.
  • Sie hebt sich damit ab. Das war ja auch schon ein … Das ist übrigens auch, was ich heute schon sagte.
  • Hebt sich zu den anderen Arbeiten ab.
  • Sie hebt sich ab.
  • Sie gehört gar nicht dazu! Das ist eine ganz andere Arbeit hier.
  • Ich finde die hier gar nicht.
  • Ich gucke mal eben vorne.
  • Aber vielleicht liegt [verschwindet im Hintergrund]
  • [Pause]
  • Marianne Eigenheer.
  • [Mann redet laut im Hintergrund]
  • [KNIPS]
  • [Pause]
  • [KNIPS]
  • [Pause]
  • [KNIPS]
  • [35:50]
Rainbow of Chaos Nr. 2, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, Ricardo Alcaide
Rainbow of Chaos Nr. 2, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, Ricardo Alcaide
Rainbow of Chaos Nr. 2 (Ausschnitt), 2016, Ricardo Alcaide
Rainbow of Chaos Nr. 2 (Ausschnitt), 2016, Ricardo Alcaide
Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • Was passiert denn mit den ganzen Objekten…
  • Rote Punkte
  • Da sind hier irgendwo die roten Punkte.
  • Genau.
  • Na wenn hier rote… rote Punkte sind, dann sind die weg.
  • Es GIBT keine Punkte.
  • [lacht]
  • Es gibt nicht einmal Titel.
  • Das ist ein Kriterium. Ob da ein roter Punkt ist oder nicht.
  • Nein! Da geht es ja nur darum, wurde es gekauft. Aber da gehts einfach um den Kunstmarkt.
  • Selbst… selbst dann sagt es noch lange nicht, dass es jetzt gute Kunst ist. Das heißt bloß, dass jemand sich dafür interessiert. Und es halt bei sich hinhängen will. Überm Sofa. Zum Beispiel. Das… das wäre ich jetzt zum Beispiel. Der sich Gedanken macht. Passt das in meine Wohnung oder nicht. Aber das heißt halt nicht, dass es gute Kunst ist. Sondern lediglich, dass es ein schönes Wohnaccessoir ist. Und womit man noch ein wenig angeben kann. Vielleicht.
  • [laute Stimmen im Hintergrund]
  • Die werden ja lauter! Jetzt MÜSSEN WIR AUCH LAUTER WERDEN!
  • [lacht]
  • Also?
  • [kurze Pause]
  • Na gehen wir mal weiter.
  • Wieso. Wir können noch zum Café.
  • Na ich will jetzt noch nach hinten!
  • Na okay. Wir gehen noch nach hinten.
  • Na warte mal. Ich will erst einmal hier durch.
  • [Frauenstimme im Hintergrund: Ja.]
  • furchtbar baumarktmäßig
  • Furchtbar! Rainbow of Chaos Nr. 2, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, Ricardo Alcaide gespraech3-7-k.jpg
  • Nein! Ich finde… du… du siehst bei allen eine… glatte Oberfläche. Schonmal. Das heißt, dass… dass ist etwas verbindendes. Von… von den Arbeiten.
  • Als ich klein war, hab ich so kleine Schiffe versucht zu bauen. Mit mehreren Hölzern, die ich übereinander genagelt…
  • Das sieht so baumarktmäßig aus. Das stimmt.
  • Für mich waren das auch Schiffe. Wenn ich sie heute sehen würde wären es keine Schiffe.
  • Nein. Ich dachte, du willst jetzt darauf anspielen, dass das halt ähm… ähm… einzelne… Holzteile sind, die vielleicht nicht ganz zusammenpassen. Die dann zusammen montiert wurden, …
  • Nicht passend!
  • … eine Komposition gemacht wurde. Naja. Auch ein bissle halt mit der Farbe und so. Aber das ist ja alles aus Absicht gemacht. Behaupte ich jetzt mal.
  • Mhm. Wenn ICH das irgendwo finden würde… ja? Ich würde das wegschmeißen!
  • [kurze Pause]
  • Ist das nicht eine Schrift hier?
  • [kurze Pause]
  • Du?
  • Mhm?
  • Ist das eine Schrift?
  • Wo ist die Schrift.
  • [KNIPS]
  • Der macht manchmal hier Fotos zwischendurch.
  • [KNIPS]
  • Na hier, diese Zeichen. Ha. Es. Kenne ich nicht. Das kenne ich auch nicht. Das erinnert mich an die Konstellationen-Bilder. Nur dass das hier cool aussieht.
  • Das ist Zufall.
  • Und warum ist es Zufall? Weil es eine sehr einfache äh äh …
  • Hier steht Reinbow of Keios.
  • Warte mal!
  • Und warum ist es Zufall Wei? Äh Christian? [grinst] Weil es eine sehr einfache…
  • In einer Gruppe mit dem Chinesen.
  • [beide lachen]
  • Weil das sehr einfache Formen sind. Und sehr einfaches Material. Was sich halt bei vielen Künstlern, die damit arbeiten, immer irgendwie überschneiden wird. Weißt du?
  • [kurze Pause]
  • Auf Chaos [Titel der Arbeit "Rainbow of Chaos N2"]. Und Chaos wäre für mich … wären für mich jetzt diese einzelnen Bretter. Die halt nicht speziell dafür gemacht vielleicht wurden.
  • Aber jetzt wirst du ja gelenkt. Weil du den Titel gelesen hast.
  • Das ist noch die nächste Frage. Was hättest du gesehen ohne dem Titel.
  • Na ich habe mich ja jetzt eher auf einzelne Sachen konzentriert. Ich habe eher gedacht: Pfff. Furchtbar.
  • Und was denkst du jetzt, wenn du den Titel siehst?
  • Es wird nicht besser.
  • Wie heißt das? Rainbow of … Chaos.
  • Nummer 2!
  • Okay.
  • Es wird nicht besser.
  • [kurze Pause]
  • Also hier ist ja der Punkt… Wenn ich dieses Chaos machen würde, würde ich es sogar noch schöner machen.
  • Ich finds aber gerade cool. Diese ganzen kleinen Zeichnungen. Hier drauf. Mit dem Wo muss genau was sein und so. Das zeigt ja eher, dass das eben ein… geführter Chaos ist. Also dass das nicht ähm bloß zufällig so ist. Sondern der hat halt markiert, wo das sein soll. Und danach hat er es dann festgemacht. Rainbow of Chaos Nr. 2 (Ausschnitt), 2016, Ricardo Alcaide gespraech3-8-k.jpg
  • Absichtlich unsauber
  • Naja. Man könnte auch sagen, er hat unsauber gearbeitet.
  • NEIN. Das hat er eben nicht. Oder er hat das erst nachträglich gemacht. Das kann natürlich sein.
  • Ich gucke mal hier…
  • Er hat erst unsauber gearbeitet und dann…
  • Ja aber das ist doch Absicht! Du sollst ja die Spuren sehen, die derjenige da gemacht hat. Das machts doch…
  • Warum soll ich das.
  • Na ansonsten wäre es wirklich nur noch ein Designobjekt. Was halt schön aussieht. Und so hat es noch eine Geschichte. Und die Geschichte, die ist hier in dem Moment Moment auf diesem Ding drauf. Geschrieben.
  • Das hat doch nichts besonderes!
  • Hast du das schon einmal gesehen?
  • [kurze Pause]
  • Nö.
  • Dann ist es ja was besonderes.
  • Acha [sarkastisch]. Alles was ich noch nicht gesehen habe, ist was besonderes.
  • Für dich ja!
  • Nö.
  • Für dich doch! Oder warum ist das für dich nichts besonderes.
  • [20:00]
  • Kann ich selbst machen!
  • Weil ich das selber… genau so produzieren könnte.
  • Die Toteninsel kannst du auch machen. Du brauchst halt…
  • Ne. Die kann ich nicht machen.
  • … nur ein bisschen Übung.
  • Da… da fehlt mir auch …
  • … Handwerk Handwerk.
  • Handwerk Handwerk.
  • Aber das… hatten wir doch schon.
  • Aber da fehlt mir natürlich auch …
  • Den Blick.
  • … die Idee.
  • Die Komposition!
  • Und der Wille. Aber hier… ich meine… da kann ich mich hinstellen und kann es einfach zimmern. Wenn mir langweilig ist. Und quasi so ein bisschen rummalen.
  • Bloß deins hängt nicht in der Galerie.
  • Ja das ist ja der Punkt! Aber wie kommst du dahin?
  • Also ich würde jetzt hier zum Beispiel so…
  • Und…
  • Ich würde jetzt hier zum Beispiel so kleine Figürchen, die ich so finde, irgendwie noch so trapieren. Wie ein kleines Regal.
  • Wo du das jetzt wieder sagst… Das hängt nicht in der Galerie. Mein … Nichtgemachtes.
  • Kunst ist, was der Markt als Kunst definiert
  • [lacht]
  • Dann merkt man ja wieder: Vielleicht geht es ja sehr… um den MARKT. Für dich ist Kunst, …
  • [KNIPS]
  • … was der Markt als Kunst definiert. Hier sagt der Markt: Das ist Kunst! Wir können dafür Achtzehntausendfünfhundert Franken verlangen. Aber das ist doch…
  • Aber verlangen heißt ja nicht, dass man es bekommt.
  • Okay. Natürlich kann man jetzt sagen: Was der Markt als Kunst definiert… Das ist die Kunst.
  • Na das finde ich eigentlich irrelevant. Was der Markt sagt.
  • Ja aber darüber hast du doch gerade darauf angespielt.
  • NEIN! Ich… Was der Markt sagt… das sagt ja nicht, dass es gute Kunst ist. Das heißt lediglich, dass es reiche Leute gibt, die dafür viel Geld ausgeben. Weil sie gehört haben, dass das gute Kunst sein soll. Es kann ja auch äh… gute Kunst sein, die nicht gekauft wird. Weils einfach noch niemand mitbekommen hat.
  • Was ist denn gut und schlecht. Also an Kunst.
  • Na das wäre jetzt ja wieder eine individuelle Entscheidung. Die DU fällen musst.
  • Ja aber ich… ich dachte, es geht erst einmal um die Frage: Ist das überhaupt Kunst für mich, oder nicht.
  • Na du hast gesagt, es ist für dich irgendwie etwas, was du selbst machen kannst.
  • [spricht wieder leiser] Das ist ja für mich nichts. Keine.
  • Auch in Verbindung mit diesem großen hier? Wo du noch …
  • Das ist sehr interessant! Dieses Ding.
  • [kurze Pause]
  • Gehen wir weiter?
  • Ja bitte.
  • Gabs nicht in dem Kunstmuseum dieses eine…
  • Hier denke ich noch…
  • … das mit den Regalen? Weißt du noch, was ich meine?
  • Nein.
  • Wo… wo wir mit der Frau waren. Und danach im Café.
  • In dem Schaulager?
  • Ne. In diesem Kunstmuseum.
  • Mit der Sabine!
  • Genau. Und wo dann Regale so herumstanden. Und ähm abgebrannt glaube ich leicht. Ne?
  • Das weiß ich nicht mehr.
  • Okay.
  • Wenn ich das sehe, denke ich an meinen Keller
  • Wenn ich DAS sehe, denke ich an meinen Keller. [Arbeit Settlements Nr. 10, 2016, metal shelf composition with various construction objects, Ricardo Alcaide, evtl. Bild später einscannen, da nicht fotografiert]
  • Hast du da SO kleine Regale?
  • Ne. Nicht ganz so kleine. Aber ein bisschen größer. Aber auch ein bisschen hoch.
  • Aber das ist ja eben kein Regal mehr. Mit der Funktion eines Regals.
  • Wieso nicht.
  • Kannst du da was reintun?
  • Da wurde doch was reingetan.
  • Es ist etwas, was du äh… reintun würdest, um es zu lagern und dann später wieder zu nutzen?
  • Vielleicht.
  • Was war DAS jetzt für eine Antwort! [lacht]
  • Naja guck mal. Du kannst doch die Platten da rausnehmen.
  • Ne. Kannst du gar nicht mal. Weil die Platte höher ist als das Regal.
  • Aber das. Ich hab ja auch nur gesagt, es erinnert mich an… meinen Keller.
  • Na das ist doch gut. Das heißt, es gibt eine Verbindung zwischen dir und zwischen dieser Arbeit.
  • [sehr leise] Ja aber es ist … PFFF…
  • [23:18]
Museum von Arzt Ole Worm, Kopenhagen
Museum von Arzt Ole Worm, Kopenhagen
Präparatearrangement mit klagenden Kinderskeletten, Konkrementen und Gefäßausgüssen, von Anatom Frederik Ruysch
Präparatearrangement mit klagenden Kinderskeletten, Konkrementen und Gefäßausgüssen, von Anatom Frederik Ruysch
Muskelmann, Mitte 19. Jhd., Jacques-Eugène Caudron (1818-1865, Bildhauer), Skulpturensammlung Dresden
Muskelmann, Mitte 19. Jhd., Jacques-Eugène Caudron (1818-1865, Bildhauer), Skulpturensammlung Dresden
Gesichtsschädel mit aufmodellierten anatomischen Strukturen in Wachs, A & P Seifert, Berlin, 19. Jhd., Wachs-Trockenpräparat
Gesichtsschädel mit aufmodellierten anatomischen Strukturen in Wachs, A & P Seifert, Berlin, 19. Jhd., Wachs-Trockenpräparat
Rechter Unterarm mit Wachsinjektion der Arterien, 1898, kombiniertes Trocken-Injektionspräparat, Inv.-Nr. ANA2006/511
Rechter Unterarm mit Wachsinjektion der Arterien, 1898, kombiniertes Trocken-Injektionspräparat, Inv.-Nr. ANA2006/511
Gesichtsurne aus Liebenthal bei Marienburg in Westpreußen, 1871
Gesichtsurne aus Liebenthal bei Marienburg in Westpreußen, 1871
Critical, 2015, industrial lacquer on mdf panel, Ricardo Alcaide
Critical, 2015, industrial lacquer on mdf panel, Ricardo Alcaide
Toteninsel, 1880, Arnold Böcklin, Kunstmuseum Basel
Toteninsel, 1880, Arnold Böcklin, Kunstmuseum Basel
System, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, 140x170cm, Ricardo Alcaide
System, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, 140x170cm, Ricardo Alcaide
Unsettled, 2017, 50 numbered and signed bricks, Ricardo Alcaide
Unsettled, 2017, 50 numbered and signed bricks, Ricardo Alcaide
Recherche Anatomisches Museum (zur Ausstellung von gestern, aus Ausstellungs-Katalog) Kunst- und Wunderkammern im 16. und 17. Jhd. von Adeligen, Kirchenmännern, Kaufleuten, Ärzten, Apothekern Wunderwerk göttlicher Schöpfung sollte gezeigt werden Museum von Arzt Ole Worm, Kopenhagen museum-worm-k.jpg Ole Worm (1588-1654, Arzt) zeigt aber auch Endlichkeit des Seins Memento mori - Gedenke deines Endes im Barock weit verbreitetes Appell oft Präparate eindrucksvoll präsentiert wie klagende und musizierende Kinderskelette Präparatearrangement mit klagenden Kinderskeletten, Konkrementen und Gefäßausgüssen, von Anatom Frederik Ruysch ruysch-k.jpg Anatomisches Theater: römischem Kollosseum nachempfunden Anaton steht in der Mitte, seziert und demonstriert Leichnam den Studenten mit Ziel Körper in all seinen Formen und Funktionen zu ergründen neben Studenten auch Laien, wie Würdenträger und interessierte Bürger Anatom stellt Leib des Menschen als Wunderwerk Gottes vor Muskelmann, Mitte 19. Jhd., Jacques-Eugène Caudron (1818-1865, Bildhauer), Skulpturensammlung Dresden muskelmann-k.jpg Muskelmänner beliebte anatomische Studienobjekte in Künstlerstudios in Früher Neuzeit (16.-17. Jhd.) Gesichtsschädel mit aufmodellierten anatomischen Strukturen in Wachs, A & P Seifert, Berlin, 19. Jhd., Wachs-Trockenpräparat gesichtsschaedel-k.jpg Rechter Unterarm mit Wachsinjektion der Arterien, 1898, kombiniertes Trocken-Injektionspräparat, Inv.-Nr. ANA2006/511 unterarm-k.jpg Ziel Pathologen: vom toten Körper auf Krankheitsprozesse im Lebenden zurückschließen Gesichtsurne aus Liebenthal bei Marienburg in Westpreußen, 1871 gesichtsurne-k.jpg Rudolf Virchow publizierte über Mützenurnen(?) Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • In der Galerie
  • Wieso hast du gerade gestöhnt, als du das Bild gesehen hast?
  • Schönes Objekt ist keine Kunst
  • [flüstert] Das ist keine Kunst. Das ist ein schönes Objekt. Wie … ein schönes Design-Objekt.
  • [KNIPS] Critical, 2015, industrial lacquer on mdf panel, Ricardo Alcaide gespraech3-2-k.jpg
  • Kunst ist das nicht.
  • Das hängt jetzt aber in einer Kunstgalerie.
  • Naja. Aber deswegen ist es ja nicht Kunst.
  • Für mich schon.
  • Was ist für dich daran jetzt so besonders.
  • Warum ist es ein Design-Objekt.
  • Naja. Weil es schön ist. Also ich würde mir das hinhängen.
  • ECHT?
  • Vielleicht.
  • [beide lachen]
  • Ich denke gerade durch diese Löcher wird es dann wieder zu etwas, was ein Designer sich nicht hängen würde. Weil die ja eher…
  • Nö. Die zeigen ja vielleicht, dass es früher mal was anderes war.
  • Achso?
  • Und äh vorher eine andere Funktion hatte.
  • Die hat er nicht erst nachträglich reingemacht? Das dachte ich gerade.
  • Naja. Das weiß man jetzt ja nicht.
  • Na du kannst schon recht haben.
  • Na aber schau. Das ist einfach ein… Dreieck mit ähm… ein paar Linien. Gefärbt. Fast wie eine Straßenkarte.
  • [Straßenbahn fährt vorbei]
  • Aber nichts besonderes.
  • Na doch. Würdest du denn sowas machen?
  • [kurze Pause]
  • Nö. Aber ich KÖNNTE.
  • Dann ist es doch aber…
  • [beide lachen]
  • Das Graffiti draußen kannst du auch machen.
  • Ja. Das ist ja der Punkt. Aber da hab ich gesagt ist ja das besondere, dass man ja schon in die Illegalität geht. Das [zeigt auf das Bild] hat für mich nichts besonderes.
  • Dann zeig mir mal was besonderes!
  • Na wir müssen gucken.
  • [kurze Pause, rascheln, wir gehen durch den Raum]
  • Das mit den Löchern war aber aus Absicht.
  • [jemand hustet]
  • Sagst DU.
  • WEIL hier jetzt auch Löcher drinne sind.
  • Was ist das denn überhaupt.
  • Red mal lauter! Ich höre dich nicht!
  • [Pause]
  • Naja. Es schaut fast aus wie so eine Fließenwand.
  • [Geraschel, Mikrofon kommt an Jacke]
  • Mit Fugen.
  • Vor allem nicht… grundiert! Oder? Sonst würde das nicht hier abplatzen.
  • Na das ist doch gewollt!
  • Also kein Design, sondern Kunst!
  • [nicht verständlich, zu leise, 2:40]
  • Mhm. Ich weiß nicht.
  • Und ich sehe mich drinne. Das ist gut.
  • Naja. Siehst du aber… das ist so…
  • [zieht die Nase hoch]
  • Toteninsel von Böcklin
  • Für mich ist Kunst eher das, was man zu… die Toteninsel.
  • Warum das?
  • Vom Böcklin. Toteninsel, 1880, Arnold Böcklin, Kunstmuseum Basel toteninsel-basel-k.jpg
  • Das finde ich besonders.
  • [Die Toteninsel von Arnold Böcklin, gesehen u.a. im Kunstmuseum Basel, 6.8.2014 ]
  • Warum.
  • Besonders = Komposition und gegenständlich
  • Na die Komposition.
  • Hier hast du auch eine!
  • Ja aber da ist… es gegenständlich, was man dort sieht. Und hier nicht.
  • Das ist eine Mauer. Das ist gegenständlich.
  • Der [Böcklin] hat sich halt Gedanken gemacht!
  • [zeigt auf das Bild] Der nicht?
  • Nö.
  • Das ist doch auch nicht wahllos.
  • Interpretationsmöglichkeiten zu viele
  • Naja. Psch. Das ist ziemlich frei hier die Interpretation, die da jeder reinstecken kann. Während die Toteninsel, die hat … die hat schon … gibt eher was vor. Schränkt eher ein. Das hier ist wahllos. Jeder kann da was eigenes hinein interpretieren.
  • Aber bei der Toteninsel hat die Gesellschaft im Endeffekt jener Zeit vorgegeben, was die Symbole bedeuten. Und das wurde dann in das Bild hineingetan.
  • Ja!
  • Das ist doch eigentlich langweilig! Das ist was gewöhnliches! Hier [deutet auf das Bild] würde ich sagen ist zum Beispiel eine… eine Sprache, die du nicht sofort verstehst. Also die sozusagen von jemanden gemacht wurde…
  • Es gibt keine. Weil jeder … derjenige, der das macht… versteht was darunter. Vielleicht. Aber jeder, der sich es anguckt, hat ja seine eigene Sicht.
  • Das ist doch super!
  • Ja aber…
  • Bei der Toteninsel wird im Endeffekt alles vorgekaut. Was … was die Bäume bedeuten. Was dieser äh dieser… dieser Weg für eine Geschichte hat… vom Festland zur Insel.
  • Ja!
  • Das ist Geschichte!
  • Es ist gefasst. Eingefasst! Und in der… ich meine, du weißt es sicherlich… es gibt ja diese verschiedenen Versionen. Alle sind ein bisschen anders. Weil das Ding an sich gibt es ja nicht.
  • Welches Ding?
  • Diese Insel. Es gibt halt…
  • DOCH. Es gibt ein Vorbild.
  • Na aber das ist da so ein Friedhof. Der hat ja…
  • Wo denn?
  • Na bei Venedig!
  • Achso.
  • [lacht]
  • Das wusste ich gerade nicht.
  • [lacht mit] Der… der hat … der hat ja … der hat ja keinen Berg.
  • Warst du da?
  • Ja, ich war schon da.
  • AUF der Insel.
  • Ja.
  • Wie kommt man da drauf?
  • Mit dem… mit diesen Booten.
  • [lacht] Das ist ein Touriding oder was.
  • Na eben nicht. Aber wir wollten einen Ruhepol, als wir da waren.
  • Und da sind bloß Gräber.
  • Ja.
  • Und das hat auch der als Vorbild…
  • Gedankengänge Künstler und Betrachter sollten sich ähneln
  • Naja, das war eines der Punkte. Aber warum hat er die anderen Elemente reingemacht… Das weiß ich nicht. Ich will nur damit sagen … ähm… Er hat ja auch was zusammengestellt. Aber etwas eingeschränktes. Wo die … die Gedanken von allen, die sich das angucken, ja ähnlich sind… in eine ähnliche Richtung gehen. Hier [Arbeit in der Galerie] das ist… Pfff… Wie meine Gefühlslage ist und mit welchem Hintergrund ich hier herkomme, sehe ich da was anderes.
  • Und ist das jetzt komisch? Für dich, oder was?
  • [kurze Pause] Ja! Das ist für mich halt … Das ist zu frei. Zu offen. Hier brauchst du wieder einen Erklärungstext.
  • Nö. Du siehst doch ein Muster! Das reicht doch als …
  • Das ist die Kom…
  • … Komposition!
  • Das ich da eine Komposition habe?
  • Und das ist ein Spiegelbild. Du siehst dich selbst. Diese Reflexion.
  • Och. Ist das gewollt?
  • NATÜRLICH ist das gewollt.
  • Wieso.
  • Na sonst kann der ja… der hat ja das Material extra ausgesucht.
  • Naja, aber…
  • Das ist ja Klavierlack. Oder sowas.
  • Warum hat er dann keinen Spiegel drangebaut.
  • Für mich wäre da jetzt ein Spiegel drinne.
  • [Geräusche, da Mikrofon an Kleidung reibt]
  • [wir gehen weiter]
  • [KNIPS] System, 2016, industrial lacquer paint on mdf panel and cardboard, 140x170cm, Ricardo Alcaide gespraech3-4-k.jpg
  • [kurze Pause]
  • [KNIPS]
  • Ich traue mich nicht rüber.
  • [wir stehen vor der nächsten Arbeit]
  • zu hoher Preis für Kunstwerk
  • Was ist denn das?
  • [Blättergeräusche]
  • Das ist der Preis für die Arbeit.
  • [flüstert] Unglaublich!
  • [kurze Pause]
  • [flüstert noch leiser, damit die Aufsicht nichts hört] Achtzehntausendfünfhundert Franken.
  • Die haben hier auch acht Prozent Steuer?
  • Mhm. Für irgendwelchen Mist.
  • [kurze Pause]
  • Du brauchst noch einen Kaffee! Lass uns das mal durchgehen! [blättert durch Papierliste]
  • Nimm das mal mit.
  • Ich nehme es nachher mit.
  • Ne. Wir können das gleich durchgehen.
  • Über Kunst laufen
  • Wer geht zuerst rüber? Ich will keine Alarmanlage hören.
  • Hier gibts doch keine Alarmanlage.
  • Okay. Ich gehe einfach.
  • [Schrittgeräusche über Ziegel]
  • [8:00]
  • Jetzt bist du über KUNST gelaufen.
  • Das hat aber was cooles.
  • Warum.
  • Keine Kunst, oder doch? Mit Symbolkraft
  • Das ist auch keine Kunst. Aber es hat was symbolisches. Du gehst in einen Raum und du siehst das auf dem Boden…
  • Ja, jetzt fühle ich mich irgendwie auf der anderen Seite.
  • Mhm. Das teilt etwas. Aber es hat eher was … pfff…
  • Na du bist ja nicht drauf geblieben.
  • Naja… Vielleicht ist das doch Kunst. Es macht… es ist halt was besonderes. Es macht was mit dir.
  • Was denn.
  • Es ist wie eine Grenze.
  • [kurze Pause]
  • Symbolisch. [Geräusche beim Blättern durch die Liste]
  • [schaut raus] Funktioniert die Tankstelle noch?
  • Ja.
  • [Blattgeräusche]
  • [lautes Telefonklingeln]
  • [aus dem Hintergrund: Hallo!]
  • Das sind fünzig Steine. Und sie sind ähm… alle wie unterschrieben.
  • [KNIPS] Unsettled, 2017, 50 numbered and signed bricks, Ricardo Alcaide gespraech3-5-k.jpg
  • Was sind sie?
  • Unterschrieben. Nummeriert und unterschrieben.
  • Dadrunter.
  • Wo das ist…
  • Okay. Na das ist ja dann für den Kunstmarkt.
  • Na ich meine… die Wirkung ist halt cool. Es teilt. Du machst dir Gedanken. Kann ich da jetzt rüber? Oder nicht?
  • Es ist halt was anderes als jetzt ein… Bild, was an der Wand hängt. Weil das halt so … so normal ist.
  • Es hebt sich halt damit ab.
  • Meine ich ja.
  • Damit hat es was besonderes.
  • Aber wenn du bloß das jetzt in dem Raum hättest… wäre das vielleicht wieder zu wenig.
  • Nur was besonderes, da im Kunstraum
  • Wenn du vielleicht nicht … vielleicht wirkt es nur in dem Kontext. Ob es in einer Galerie… oder ob es in einem Museum wäre. Wenn es einfach irgendwo ist…
  • Wenns irgendwo draußen in der Stadt wäre, wäre es vielleicht irgendwie lahm [vlt. falsch verstanden, 9:50]
  • Du würdest halt nicht automatisch drüber laufen.
  • Es wäre halt einfach ein architektonisches… ähm…
  • Manche würden es einfach nicht sehen. Aber das stimmt. Die Wirkung wäre anders. Aber HIER … in dem Kontext… hat es aber eine bestimmte Wirkung auf dich.
  • Na das ist wieder so ein schwammiges…
  • Du fühlst dich wirklich erst auf der einen, dann auf der anderen Seite. Das hat da ja was trennendes. Eigentlich symbolisiert es mehr oder weniger das, was auch Grenzen sind.
  • Aber diese Gedanken kommen dir dann ja nur, WEIL es in einer Kunstgalerie ist. Und nicht, wenn es draußen ist. Da sind wir über die Straße gelaufen, da hast du dir kein Zeichen genau angeguckt. Könnte das irgendwie eine Grenze sein? Oder so.
  • Ja. Außer es stünde ein Schild, was mir sagt: Hier!
  • Wenn du hier jetzt aber in der Galerie nen Zebrastreifen rein machen würdest, dann wäre dieser Zebrastreifen in dem Moment Moment auch etwas, worüber du mehr nachdenken würdest. Über Übergang. Über Grenze. Äh Vorfahrt. Keine Ahnung was.
  • Bleiben wir mal bei dem Kriterium für MICH. Ne? Hier geht es ja um MEINE…
  • NE. Das ist ein GESPRÄCH. Wir diskutieren beide zusammen. Ich will meine Stimme auch hören.
  • Äääh. Die ist wieder öfters zu hören als meine.
  • Wir sehen es an den Sprechblasen.
  • Das besondere … und egal was du jetzt… Das besondere kann natürlich auch in einem bestimmten Kontext erst etwas besonderes sein. Aber es ist ja trotzdem etwas besonderes.
  • Auch in der Galerie ist es [die Ziegel-Arbeit] was besonderes.
  • Ja.
  • Anders als das Bild.
  • Mehr Kunst, weniger Kunst, Graubereich
  • DAS ist mehr als Kunst… als das Bild.
  • Was ist MEHR ALS KUNST.
  • Na das macht es mehr zur Kunst. Entschuldigung.
  • Wieso. Was ist denn MEHR und was ist WENIGER Kunst.
  • [kurze Pause]
  • Naja. Vielleicht …
  • Was ist denn Kunst.
  • [flüstert] Das weiß ich nicht.
  • Wieso nimmst du dann so ein Wort in den… in den Mund. [aus dem Hintergrund, die Aufsicht telefoniert: ICH HAB ZWAR…]
  • Ich glaube, für mich gibt es schon so eine Abstufung. Wo ich sagen würde… das ist jetzt nicht schwarz und weiß. Es gibt für mich ja keine klare Definition. Deswegen kann ich nicht sagen: Das ist auf jeden Fall Kunst. Okay. Das kann ich sagen. Dann würde ich sagen: Mhm, das vielleicht. Wie das Graffiti da! Das ist… das ist so ein Graubereich. Es gibt Dinge, wo ich eindeutig sagen würde: NEIN.
  • Aber will der Graffiti-Typ der Gesellschaft etwas mitteilen? Oder bloß eine Marke hinterlassen. Wie ein Hund.
  • Das wissen wir jetzt ja auch nicht.
  • Na ich weiß es gerade bei Graffiti allgemein nicht. Ob das… also warum die das machen.
  • Dort war es ja eher ein Text als Geschmiere.
  • Ist ist ein Täg. Das nennt man Täg. Die hinterlassen ihre Signatur.
  • Es gibt … So ein richtiges Graffiti ist ja schon eher ein bildliches Ding.
  • [kurze Pause]
  • Denke ich.
  • Naja, aber die Frage ist, warum die das…
  • [lautest Telefonklingeln]
  • … machen. Ist es im endeffekt das selbe, wie wenn ein Künstler in einer Galerie ausstellt? Er dann sozusagen Zeichen hinterlässt? Was aber SEHR temporär ist. Weil es ja auch bloß eins zwei Monate…
  • [lautes Telefonklingeln]
  • … da sein wird. Was DU wieder… Wo du vorhin gesagt hattest… Das sollte beständig sein. Oder so…? Das ist es hier ja aber nicht! Das ist es hier ja aber nicht! Diese einzelnen Dinger sind NUR in DIESEM Raum in DIESER Länge genau JETZT so. Und die werden nie wieder genau so ausgestellt werden. Das heißt, sie sind nicht beständig.
  • Aber sie sind immer fünfzig… und nicht einfach…
  • Das weißt du nicht. Die sind jetzt hier fünfzig. Weil die vielleicht genau hingepasst haben. Und die Zahl fünfzig…
  • Hier steht aber fünfzig.
  • Ja weil das fünfzig Dinger sind.
  • Fünfzig.
  • Man bezahlt für fünfzig oder für eins?
  • Na für das Ding!
  • Zeig mal. Das glaube ich nicht.
  • [Blattrascheln]
  • MENSCH.
  • Hier ist es.
  • Price upon request.
  • [Stimme der Aufsicht ins Telefon: Und dann habe ich noch…]
  • Ich glaube aber nicht, dass die Zahl fünfzig jetzt so wichtig ist.
  • Und es ist ja genau abgemessen.
  • JA WEIL… Die geben IMMER die Daten davon an. Ähm äh wie groß ist die eigentliche Arbeit. Das heißt nicht, dass… das gewollt ist.
  • Also stellst du das jetzt in Frage oder was?
  • [lacht]
  • Weil DU das nicht in Frage stellst!
  • [beide lachen]
  • [kurze Pause]
  • Kriterium, überhaupt zu fragen, ob es Kunst ist
  • Ist das auch ein Kriterium?
  • Was.
  • Das ich es in Frage stellen kann.
  • Ne das du überhaupt auf den Gedanken kommst, es in Frage zu stellen, ist das Kunst oder nicht. Da draußen in der Landschaft bist … da stellst du NICHTS in Frage. Da sagst du nicht: Ist das ein Baum? Ist das kein Baum? Hier fragst du halt …
  • Weil es halt eindeutig definiert ist. Das ist etwas…
  • Definition eindeutig
  • WER definiert das eindeutig.
  • Das es ein Baum ist oder nicht.
  • Das es ein Baum ist oder kein Baum.
  • Die Biologen werden dafür schon eine eindeutige Definition gefunden haben.
  • Aber wir selbst haben in unserem Kopf abgelegt, ab wann ist ein Baum ungefähr ein Baum. Ab wann ist es ein Strauch. Ab wann ist es eine… Blume.
  • Ja.
  • [Frau im Hintergrund ins Telefon: Okay.]
  • Da gibts aber auch Grenzbereiche.
  • Okay. Hier ist es natürlich schwieriger. Weil, wie wir ja alle wissen, deswegen bist du ja auch so unsicher und machst überhaupt so eine Befragung, mhm… Es gibt keine eindeutige Definition. Deswegen kannst du nicht einfach sagen, für dich, ja das ist … das ist das jetzt. Das ist jetzt Kunst. Und das ist das nicht.
  • Es ist aber in einer Kunstgalerie. Deshalb ist es für mich automatisch Kunst. Ob das jetzt gute oder schlechte…
  • Für mich nicht.
  • NEIN! Da würde ich zum Beispiel unterscheiden zwischen… ist das gute…
  • [Frau im Hintergrund: Mache ich.]
  • … oder keine gute Kunst. Aber es IST Kunst. Weil es in einer Galerie ausgehangen wird. Und so definiert wurde. Von anderen. Dann ist es ja per se … dann IST es Kunst. Wenn jemand sagt, es ist Kunst, dann ist es für ihn Kunst. Zumindestens wenn es einer sagt, ist es Kunst.
  • Das KÖNNTE dann Kunst sein.
  • Es geht nur darum, was DU darin siehst. Gute Kunst oder nicht so…
  • Je nach Galerie ist es Kunst oder Geldkunst
  • Nein nein nein. Das entscheidende ist ja, wenn es in einer Galerie ist… GALERIE repräsentiert das… den Kunstmarkt.
  • Das stimmt nicht.
  • Für mich.
  • Es kommt auf die Galerie drauf an.
  • Da sehe ich hier [in der Liste] GELD.
  • Das stimmt.
  • Also ist das hier eine…
  • Es gibt aber auch Kunstvereine, die haben ihre Räume.
  • Das ist aber was anderes. Das ist dann ein Raum, ein Ausstellungsraum.
  • So wie hier!
  • Hier ist das aber eine Galerie. Hier geht es darum zu verkaufen.
  • Das kaufen Leute?
  • [kurze Pause]
  • Repräsentant des Marktes
  • Ja. Hier geht es doch um … und deswegen ist das wie die Art Basel.
  • [flüstert wieder]
  • Das ist eine Repräsentation des Marktes.
  • Aber das ist extrem dort. Finde ich.
  • So und für die geht es ja um eine andere Frage. Die können natürlich festlegen: Wir stellen das aus. Und können sagen: Für uns ist das hier Kunst. Und vielleicht auch für Leute, die hier einfach denken: Okay, alles was in der Kunstgalerie ist, muss Kunst sein.
  • Der Raum muss bezahlt werden! Der Strom! Der Künstler muss bezahlt werden! Viele müssen ja denken es ist Kunst und kaufen es für diese tausenden von … von Franken.
  • Ja aber warum … Es muss keine Kunst sein. Es kann ja auch ein Designobjekt sein.
  • Aber niemand gibt für ein Designobjekt soviel Geld aus. Das ist ein UNIKAT. Das ist vielleicht noch einmal ein Unterschied zu einem Designobjekt. Wo ich sagen würde, es ist meistens eine Auflage.
  • Das ist ja die nächste Frage. Wir wissen ja überhaupt nicht, ob überhaupt jemand was nimmt.
  • [15:45]
Graffiti an Hauswand, in Basel gefunden
Graffiti an Hauswand, in Basel gefunden
Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • [Straßengeräusche]
  • [Lachen]
  • Was ist Kunst?
  • Achso, der [das Aufnahmegerät] macht schon. Okay. [lacht] Also ich fange jetzt mal so an, wie ichs bei den anderen gemacht habe. Ich wollte dir erst einmal sagen, warum ich das mache. Und zwar möchte ich selbst herausfinden, was ist eigentlich Kunst für die Leute, die halt nicht äh in… die nicht in in den Kunstkreisen drinne sind. Also in Museen, in Galerien. Die selbst keine Künstler sind. Sondern die ab und zu mal eine Ausstellung besuchen und sich dann da halt herablassend äh unterhalten.
  • [Glockengeläut]
  • Und du bist so einer.
  • Ich bin herablassend. Willst du damit sagen.
  • [lacht] Wenn wir zeitgenössische Kunst sehen: Ja.
  • Okay.
  • Und deshalb werden wir heute auch in Galerien zeitgenössische Kunst sehen und äh wir werden halt gucken, im Gegenzug zu morgen zum Beispiel, … ne, morgen auch. Eigentlich wollten wir ja in das Kunstmuseum…
  • Kriterium Besonderheit / muss sich abheben
  • Aber warum sagst du, dass das herablassend ist.
  • Na wenn… na wenn so ein Spruch kommt wie: [mit hoher Stimme] Das kann ich ja auch! Oder…
  • Na das ist eben ein Kriterium für mich. Ist das dann schon herablassend?
  • Das man es selbst auch kann. Und das …
  • Ja.
  • … das von denen ausgestellt wird und von dir aber nicht…
  • Na Kunst sollte ja schon irgendwie was besonderes sein. Oder?
  • Was heißt "besonders"?
  • Naja. Was … was ich eben nicht kann. Was ich nicht mal eben an meinem Küchentisch produzieren kann.
  • [Auto fährt vorbei]
  • Dann meinst du handwerklich.
  • Ja.
  • Etwas besonderes.
  • Es muss schon… es muss… es muss sich abheben.
  • Aber du hast doch vorhin noch gesagt, ähm ähm, dass wäre doch dann nur Handwerk Handwerk.
  • Aber das wurde ja nicht aufgezeichnet!
  • JETZT haben wir es aber hier aufgenommen!
  • [beide lachen]
  • Was hab ich noch einmal gesagt?
  • Irgendwas mit Handwerk Handwerk!
  • Ah. Wir wissen es also gar nicht! Das ist gut.
  • [kurze Pause]
  • Ja. Das war wegen dem Mann im Keller.
  • [kurze Pause]
  • Hä?
  • Na der Mann im Keller!
  • [beide lachen]
  • In der Uni. Der da der einzige Künstler ist! [meint Mitarbeiter der HGB]
  • Achso! Okay. [lacht]
  • Okay. Aber herablassend… das ist ja schon wertend.
  • Wir haben jetzt noch keine Kunst gesehen. Deshalb können wir gerade noch nicht so richtig reden. Lass uns doch dann erst einmal in die Galerie gehen…
  • Graffiti
  • Na DAS da könnte doch vielleicht Kunst sein! [zeigt auf Graffiti]
  • WAS.
  • Das ist etwas, das hebt sich ab.
  • WAS denn?
  • Na das Graffiti.
  • Welches Graffiti?!
  • [beide lachen]
  • Na die Schmiererei! Graffiti an Hauswand, in Basel gefunden gespraech3-1-k.jpg
  • Einige sehen das ja heutzutage als Kunst an.
  • Naja. Warum ist das keine Kunst. Das hebt sich ab. Das… das… die Fassade wurde dadurch verändert.
  • Aber verstehst du das?
  • Natürlich nicht!
  • Und kannst du das nicht auch?
  • Ich sehe da jetzt auch keinen großen Sinn drinne. Und ich könnte es wahrscheinlich auch, aber…
  • Also ist es für dich keine Kunst!
  • … da ist schon der Punkt: Würde ich das machen? Wahrscheinlich nicht.
  • Weil du Angst hast.
  • Es hebt sich ab
  • Ja. Aber das ist schon einmal gegen die Konvention. Gegen das Gewöhnliche. Damit…
  • Heute nicht mehr.
  • Damit hebt sichs ab.
  • Heute aber nicht mehr.
  • Aber es hebt sich ab.
  • Ja.
  • Du gehst nicht einfach an eine Wand. Die machen das ja auch nicht tagsüber.
  • Tschuldigung. Der mit dem Hund geht gerade einfach vorbei. Ohne es zu betrachten. Für den ist das einfach bloß ähm Müll.
  • Ja, aber gehen wir von der Perspektive aus…
  • DIESER MANN AUCH!
  • Derjenige, der das gemacht hat.
  • Der macht ein Foto davon. Heimlich.
  • Derjenige, der das gemacht hat, für den war das schon … der hat sich Gedanken gemacht. Okay. Der hat sich ja nicht gedacht, er malt das jetzt da dran.
  • Er hat auch nicht die Höhe berechnet. Und nicht wie das in der Umgebung…
  • Ja!
  • … wirkt. Sondern…
  • Er hat sich Gedanken gemacht. Er hat gedacht: Okay, ich warte bis es dunkel ist und nicht so viele Leute auf den Straßen … weil das ist ja… man macht das halt nicht. Ne? Man kann dafür ja auch bestraft werden. Aber… ich mache da etwas. Und ich verändere etwas bestehendes. Und jetzt hebt sich das ab. Weil die Fassade ist nicht mehr so normal.
  • Ich glaube sowas nennt man Street Art Kunst.
  • Ja, aber das ist halt … das hat etwas… BESONDERES.
  • Es ist aber nicht im Kunstraum.
  • Vielleicht können wir da für mich ein Merkmal von Kunst sehen. Dass es sich äh abhebt. Von dem Gewöhnlichen.
  • Ist das nicht langweilig, wenn das ein Kriterium davon ist? Dass es sich abhebt?
  • Nur eins.
  • Meinst du mit Abheben von … von von … der natürlichen äh Alltagsumgebung? Also wo Sachen geschaffen werden… eine Straße, damit man da langgeht, von Ort A zu B kommt… Sondern dass es etwas ist, was halt nicht sein müsste dort…
  • Ich meine halt eher, dass es halt etwas ungewöhnliches ist.
  • Was heißt denn "ungewöhnlich".
  • Etwas… ANDERES. Ich meine… ich meine jetzt ja nicht nur, was ich im Straßenraum sehe. Sondern auch, was irgendwo an einer Wand hängt.
  • Wo fängt Ungewöhnliches an?
  • Der Baum sieht ja aber auch schön anders aus.
  • Ja. Vielleicht ist der ja auch Kunst.
  • Und diese… diese Architektur ja eigentlich auch.
  • Na Architektur kann ja auch Kunst sein.
  • Ja aber dann ist das jetzt ein Kriterium, was nichts mit Kunst zu tun hat.
  • [kurze Pause]
  • Das es anders ist. Was normalerweise nicht da…
  • Sagt wer. Aber ging es nicht um die Frage, was für MICH Kunst ist?
  • Ja aber doch nicht bloß. Oder? Es muss ja noch was anderes sein.
  • Ähm muss ich jetzt auch äh aus der Sicht der Anderen denken?
  • [Autogeräusche]
  • Land Art
  • Es gibt doch aber glaube ich Künstler, die machen etwas, was sich eben äh äh einschmiegt in die Landschaft. Was eben NICHT auffällt. Also zum Beispiel bei Land Art oder so. Die… die arbeiten mit dem Sand, das dann wieder später von irgendeiner Flut oder so überflutet wird. Das ist ja sozusagen nichts, was jetzt etwas ähm … auffälliges wäre.
  • Ja das ist für mich auch keine Kunst. Das bleibt ja nicht. Also Kunst sollte auch schon etwas sein, was einen gewissen bleibenden Charakter hat.
  • Kunst muss bleibend sein
  • Jetzt sind wir beim Bleibenden. Wie lange soll denn das bleiben. Damit es bei dir Kunst ist?
  • Na das weiß ich nicht. Aber so… was ich in den Sand male und was sofort wieder weg ist… das ist so… Okay, ich habe was in den Sand gemalt. Macht der dann noch ein Foto?
  • Am Ende malt der [Graffiti-Künstler] aber auch bloß was in den Sand. Und das hält halt ein paar Jahre. Dann wirds aber überstrichen.
  • [zustimmend] Ja.
  • Und was in der Galerie hängt ist nach fünfzig Jahren vielleicht überhaupt nicht mehr äh bekannt. Weil der tot ist und die Galerie auch weg.
  • Ja.
  • [Autogeräusche]
  • Und was ist dann daran bleibend?
  • Na eben nicht.
  • Naja!
  • Aber bleibend im Sinne von … es soll jetzt nicht bloß zehn Sekunden da sein.
  • Na DAS ist wieder so eine… eine… sone freie ähm Wahl an … an Zeiteinheit.
  • Ja.
  • Was ist bleibend und was ist kurzfristig da.
  • Ja.
  • Für mich wäre bleibend, wenn es… wenn es tausende von Jahren bestehen bleibt. Zum Beispiel. FÜR MICH ist es eigentlich bleibend, wenn äh wenn es über die Erd… Erdendauer existiert. Also noch ein paar Milliarden Jahre.
  • Geht das?
  • Voyager Golden Record
  • Geht… na wenn du irgendwas in den Kosmos reinschießt.
  • Okay.
  • Das war ja mal meine Idee.
  • [Autogeräusche]
  • Na haben die nicht sowieso irgendeine Kiste in den Weltall geschickt?
  • Na das war diese Voyager. Das war keine Kiste. Das war eine Schallplatte. Mit Stimmen drauf. Von Menschen. Mit Natur. Ähm… mit Zeichnungen, damit irgendwelche Aliens dann irgendwann mal wissen, dass wir hier auf der Erde Leben haben. Und uns überfallen können.
  • Aber das bleibt dann auch für immer.
  • Aber das sieht ja jetzt niemand. Wir gehen mal davon aus, dass es keine anderen gibt, die das jemals sehen werden. Das heißt, es ist auch bloß etwas, was für die Menschheit gemacht wurde. Damit wir das GEFÜHL haben, wir hätten etwas getan.
  • Mhm.
  • Für … für die Ewigkeit.
  • [kurze Pause]
  • Gehen wir jetzt in die Galerie?
  • Genau.
  • [Straßenbahngeräusche]
  • [Aufnahme Ende]
Feuerlöscher 003, 2015, 2 Feuerlöscher, Lack, Florian Münchow
Feuerlöscher 003, 2015, 2 Feuerlöscher, Lack, Florian Münchow
Feuerlöscher 001, 2015, Feuerlöscher, gebohrt, Lack, Florian Münchow
Feuerlöscher 001, 2015, Feuerlöscher, gebohrt, Lack, Florian Münchow
Feuerlöscher, Künstler unbekannt
Feuerlöscher, Künstler unbekannt
Nothammer 1+3+3, 2015, 7 Nothämmer mit Halterung, Florian Münchow
Nothammer 1+3+3, 2015, 7 Nothämmer mit Halterung, Florian Münchow
Transportwagen 001, 2015, Rollwagen, Seilwinde, Kletterseil, 12 Kartons, Florian Münchow
Transportwagen 001, 2015, Rollwagen, Seilwinde, Kletterseil, 12 Kartons, Florian Münchow
Hausteil 3, 2017, Ytong, Holz, Putz, Plastik, Glas, Julien Fettkötter
Hausteil 3, 2017, Ytong, Holz, Putz, Plastik, Glas, Julien Fettkötter
o.T., u.a. 2 Umzugskartons, Künstler unbekannt
o.T., u.a. 2 Umzugskartons, Künstler unbekannt
Diplom Theorie Gespräch mit Christian Ausstellung GANG 3 Kunsthaus L6, Freiburg (Gespräch transkribieren in kommenden Tagen) (1) für Diplom-Arbeit: Spruch von altem Mann über den Stuhl (2) Aufsichtsperson: erste 2 Besucher an diesem Tagen (3) zur Vernissage viele, aber mit Alkohol Alkohol ich: da wird Kunst doch gleich viel schöner (4) redet ausgiebig über seine Rente, seine Schmerzen, über seinen kleinen Aufsichtsraum nebenan auf Badisch(?) ich verstehe fast nichts, nicke aber immer wieder, er wiederholt sich nach einer Weile (5) Feuerlöscher Feuerlöscher als Thema aufgegriffen ich sehe erst beim Verlassen den eigentlichen Feuerlöscher Feuerlöscher Frage zweifelnd: Ist der jetzt echt und wenn ja: eine künstlerische Arbeit? u.a. mit Arbeiten von Evgenij Baumarkt als Inspirationsquelle für Künstler, Untersuchungsgegenstand von Gesellschaft Evgenij Gottfried überlässt den Maschinen ihre Autonomie und erzeugt eine elektrokinetische Choreografie, Julien Fettkötter behauptet sich mit einem Selbstbau-Überwachungsturm und Florian Münchow stellt die deutsche Gründlichkeit mit absurden Bauzeichnungen auf eine ästhetische Probe. Seine Installation mit Ventilatoren erweckt ebenfalls Maschinen zum Leben. Von der Decke hängend mittels Kabel zu einem organischen Ganzen verwachsen, bilden sich verschiedene Charakterzüge der einzelnen Ventilatoren aus. Sofort ist man geneigt, jedem Ventilator eigene Eigenschaften zuzuschreiben, die ein Machtgefüge innerhalb einer Gruppe darstellen: Wenige breiten sich aus, verdrängen andere, einige stehen im Abseits, ausgeschlossen - und dennoch ist jeder einzelne über die Bewegungsmelder fremdgesteuert durch die jeweils Anderen. Feuerlöscher Feuerlöscher 003, 2015, 2 Feuerlöscher Feuerlöscher, Lack, Florian Münchow freiburg1-k.jpg Feuerlöscher Feuerlöscher 001, 2015, Feuerlöscher Feuerlöscher, gebohrt, Lack, Florian Münchow freiburg2-k.jpg Feuerlöscher Feuerlöscher, Künstler unbekannt freiburg3-k.jpg Die bearbeiteten Feuerlöscher Feuerlöscher in Korrespondenz mit dem hauseigenen steigert deren destabilisierende Wirkung sowie deren charakterlichen Eigenschaften. (?) Nothammer 1+3+3, 2015, 7 Nothämmer mit Halterung, Florian Münchow freiburg4-k.jpg Transportwagen 001, 2015, Rollwagen, Seilwinde, Kletterseil, 12 Kartons, Florian Münchow freiburg5-k.jpg Hausteil 3, 2017, Ytong, Holz, Putz, Plastik, Glas, Julien Fettkötter freiburg6-k.jpg o.T., u.a. 2 Umzugskartons, Künstler unbekannt freiburg7-k.jpg Hammerhammer, 2017, Evgenij Gottfried
Critical, 2015, Ricardo Alcaide, Lack auf MDF
Critical, 2015, Ricardo Alcaide, Lack auf MDF
Installations-Ansicht, Ricardo Alcaide, 2017
Installations-Ansicht, Ricardo Alcaide, 2017
Rainbow of Chaos Nr. 2, 2016, Ricardo Alcaide, Farbe auf MDF auf Karton(?)
Rainbow of Chaos Nr. 2, 2016, Ricardo Alcaide, Farbe auf MDF auf Karton(?)
Diplom Theorie Gespräch mit Christian Ausstellung Ricardo Alcaide von Bartha, Basel NOTIZEN SPÄTER VERVOLLSTÄNDIGEN, HANDYFOTOS NEHMEN Critical, 2015, Ricardo Alcaide, Lack auf MDF alcaide0-k.jpg Installations-Ansicht, Ricardo Alcaide, 2017 alcaide1-k.jpg Rainbow of Chaos Nr. 2, 2016, Ricardo Alcaide, Farbe auf MDF auf Karton(?) alcaide2-k.jpg
Studienreise 中国 notiert Museen in China (Reise vom 17.-28.3.) (1) 上海市 (Shànghǎi Shì / Shanghai) a) 莫干山路50号 (Künstlerviertel M50, 50 Moganshan Road) Gelände ehemaliger Textilfabrik zahlreiche Künstler, angezogen von billigen Mieten viele Kunstgalerien und Ateliers b) 龙美术馆 (Pinyin Lóng Měishùguǎn / Long Museum) zeitgenössische chinesische Kunst und moderne chinesische Kunst Fotografieren verboten Öffnungszeiten: DI-SO 10:00-17:30, letzter Einlass 17:00 Adresse: LONG MUSEUM, No.210, Lane 2255, Luoshan Road, Pudong District, Shanghai c) 上海博物馆 (Shanghai-Museum) Überblick über chinesische Kunst und Kultur, 130.000 Artefakte u.a. Bronze-Stücke, Keramiken, Münzen, Gemälde und Kalligraphien Öffnungszeiten: MO-SO 9:00–17:00, letzter Eintritt 16:00, kostenfrei Bamboo, Orchid and Rock, Tusche auf Papier, Qing (1644-1911), Zheng Xie, Shanghai-Museum "Head of Kashyapa", Tang (AD 618-907), Holz d) 中华艺术宫 (Zhōnghuá Yìshù Gōng / China Art Museum) chinesische Kunst seit Ende 19. Jhd. Öffnungzeiten: DI-SO 10:00-18:00 oder 09:00-17:00 (?) e) 上海当代艺术馆 (MOCA Shanghai, People's Park, 231 Nanjing Xi Lu) Öffnungzeiten: SO-DI 10:00-18:00, FR-SA 9:00-19:00 Chinesische und internationale zeitgenössische Kunst f) 上海外滩美术馆 (Shànghǎi Wàitān MěishùguǎnRockbund Art Museum / Rockbund Art Museum) Öffnungzeiten: DI-SO 10:00-18:00 aktuell Song Dong Song Dong (*1966 in Peking, Vertreter chinesischer Konzeptkunst Konzeptkunst) Arbeit basiert auf biografischen Erlebnissen thematisiert, wie kulturelle und geschichtliche Ereignisse und politische, wirtschaftliche Umstände auf individuelles Leben auswirken Diplom Theorie E-Mail an Christian: Wegen Gespräche über Kunst: Wir teilen das in 3 kürzere Abschnitte ein. 1) Schweizer Berge (Kunstmuseum Basel, am Donnerstag): Bogen von Romantik zum Expressionismus (noch gegenständlich) 2) Kunsthaus L6 (Freiburg, Freitag): Kunststudenten Kunst 3) Tinguely (Samstag vormittags): Künstler mit Zeichnungen, Skulpturen, Gedanken vorgestellt Wir könnten jeweils max. 1h über das Gesehene und deine Gedanken dazu reden. Das sind drei ganz unterschiedliche Kunstdinger. Da können wir gut vergleichen! In Freiburg vlt. direkt in Ausstellung, ansonsten im Cafe oder bei euch.
Geradenbild (mit Notizen von Freitag) Blumen gekauft Versuche in Geraden umzuwandeln zwischendurch händisch versucht da oft Wert 0 und 255 nicht erreicht Graustufenbereich mit map begrenzt Winkel in x-Richtung durch map jeweils etwas erhöht Kontrast (Länge und Anzahl) erhöht einfache Konstruktion, einige Geraden stark verlängert längere Geraden zufällig Vorlage letzter Stand Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Das sind ja auch Dornen. Das passt total.
  • Genau. Aber irgendwie ist das auch mit den Nägeln. Dann vielleicht auch die Füße.
  • Und die Muskel äh Strenge dort.
  • Dieses Schlacksige (?)
  • Genau.
  • Genau. Dieses Gezerrte.
  • Ja.
  • Dieses äh… Und dadurch, dass es hier abgeschnitten ist… Es sieht auch so ein bisschen… Es sieht gar nicht wie liegend aus. Es sieht wie hängend aus,
  • Es sollte ja hängend sein.
  • Ja. Und äh… ähm. Ich denke ja, dass äh… dass das hier … wenn du jetzt zu mir kommst…
  • Ich hab mir das vorgestellt in der Kirche. Kirchentag oder so.
  • Niesche Geradenbilder
  • Dafür gibts eine Niesche. Damit kann man Geschäft machen. Plus: Du KANNST das. Das ist… da steckt auch mehr drinne. Und deswegen Erfolg. Und deswegen …
  • LIEBSTER ALEXANDER.
  • [lacht]
  • Du… das ist super. Du zeigst mir gerade dieses zweite Bild hier. Was du gemacht hast. Geschäft… dann diese Kunst oder Muse. Und so weiter. Ist das nicht perfekt? Das ich dieses Bild gemacht habe…
  • Umgekehrt.
  • … nach … umgekehrt. Ich hatte zuerst…
  • Zuuufall.
  • … Ich wollte… ich hatte …
  • Zuuufall.
  • Ich hatte den Drang es zu machen. Ohne mir auch bloß einen Gedanken über Geschäft, über…
  • Zuuufall.
  • NEIN. Warte doch mal! Und ist das nicht wunderschön, wenn man etwas schafft und danach mitbekommt: Ach, das kann ich jetzt ja auch noch verkaufen. Weil es anderen auch… Das ist … Dis… Dis … Dis wollte ich! Und und und…
  • Mhm.
  • Daran siehst du … Du siehst im NACHHINEIN etwas, was man kaufen kann. Aber du kannst dir sicher sein, ich hatte mir im vorhinein keine Gedanken darum gemacht. Deshalb ist es für mich äh äh kann … ist die Wahrscheinlichkeit, dass das … Kunst ist… für mich… also gute Kunst … höher, als wenn ich anders herum rangegangen wäre. Da wäre vielleicht…
  • Ja.
  • … was langweiliges herausgekommen.
  • Ja.
  • Wo ich mir vorher gesagt habe: Menschen würden das kaufen. Aus dem und dem Grund. Weil ich einen Markencheck gemacht habe oder so.
  • Ja.
  • Aber das konnte nur rauskommen, weil ich mir eben KEINE Gedanken über die Menschen gemacht habe.
  • Ja. Ja. Und ich würde das Bild auch gar nicht Beine nennen. Weil …
  • Ne. Das…
  • Weil äh …
  • Das war jetzt halt… Hab ich das Beine genannt?
  • Beine. Und äh Tinte auf Papier. Okay.
  • Achso.
  • Aber Beine. Dreißig.
  • Ne. Nenene. Das war nicht der Titel.
  • Stell dir vor, der Titel wäre wirklich…
  • Ohne Titel [grinst]
  • Der Titel wäre…
  • O Punkt T Punkt.
  • … wirklich äh… "Gekreuzigt".
  • Ne das muss noch nicht einmal sein. Man siehsts. Es muss nicht Jesus Jesus sein. Es muss nicht gekreuzigt sein. Weißt du? Das sind Sachen, die man sieht. Das musst du im Titel nicht noch einmal erklären.
  • Aber … Gekreuzigt … wäre noch krasser.
  • Gekreuzigt?
  • [leise] Ja.
  • Gekreuzt. Ne.
  • Nein. Gekreuzigt. Damit man auf Jesus Jesus kommt.
  • Aber du… du kommst automatisch auf Jesus Jesus. Du siehst ihn da..
  • Du ja anscheinend nicht.
  • DOCH! Ich hab ihn doch gesehen! Aber ich brauche den Titel nicht dazu.
  • Wo hast du ihn gesehen.
  • Na in der Arbeit! Hallo? Deshalb hab ichs doch gemacht! Ich setze mich mit Jesus Jesus gleich.
  • Dann… Wirklich?
  • Das ist zu Ostern entstanden. Da habe ich Musik gehört. Da habe ich äh äh da habe ich glaube ich ein Bild von ihm gesehen. Da war ich so fasziniert von…
  • ACHSO. Ich dachte, du warst gerade überrascht, dass meine Asso…
  • NEIN!
  • …ziation gewesen ist…
  • Nein! Und ich war so… Ich … Ich… warte mal… Ich hab … Ich … Ich hab so eine Statue von Jesus Jesus gesehen.
  • Ja.
  • Und der gekreuzigt war. Und ich fand das so… dieses… dieses Leidende… dieses Aufopfernde… und worauf dieses ganze Christentum irgendwie fußt… Das eine Person dieses Leid… dieses diese Qual von allen übernommen hat … sich dafür geopfert hat. Und ich hab… ich hab mich da SO drinne wiedergesehen! Irgendwie. Egal ob du das jetzt glaubst oder nicht. Und wollte das unbedingt umsetzen.
  • Das mit den Füßen war also absicht, ja?
  • Und das war zu Ostern. Natürlich war das Absicht. Ich … Ich meine… ich äh ich musste mich sogar im Liegen fotografieren und musste dann die Füße dann halt noch einmal äh äh äh übereinander tun, damit das genau so ausschaut. Ich habe mir Bilder angeschaut. Wie …
  • Aha.
  • Wie äh wie das gekreuzigt überhaupt aussieht und so.
  • Dann… Respekt. [kurze Pause] Respekt
  • Deshalb finde ich eben den Titel "Gekreuzigt" … muss gar nicht sein. Man siehts. Ich habs gesehen. Du hast es ja auch gesehen. Sofort. Wenn man diesen Hintergrund hat.
  • Größe Geradenbild
  • Gut. Und das hätte ich gerne in groß. Fünfzig mal Einhundert ist mir zu klein.
  • [Nuschlen, nicht verständlich, 3:16:30]
  • Ich hätte das gerne äh… Zwei Meter hätte ich es schon gerne.
  • Und schon sind wir aus dem ersten schönen Model bei deinem zweiten.
  • Ja.
  • Wo jetzt die Geschäftsidee kommt und dann wird das Bild gemacht.
  • Ja.
  • Und schon ist SCHLUSS. Nächstes Bild bitte!
  • Also wenn du mal einen einen … jemanden suchst, der das erfolgreich vermarkten kann, dann … dann mach es nicht selbst.
  • Gut.
  • Genau. [3:17:00]
  • Verhüllen als Reaktion auf Geschäftsgedanken
  • So. Das Verhüllen war die Reaktion darauf. Jetzt weißt du ja, warum ich es gemacht habe.
  • Ja. Weiß ich.
  • Weil genau solche Leute wie du plötzlich kamen und ich … ich mich da in eine Richtung gedrängelt habe. Und…
  • Ja.
  • … und NICHT wollte, dass ich jetzt nur noch etwas schaffe…
  • Ja.
  • weil es ähm… weil es gekauft werden würde.
  • Ja.
  • Das war ECHT mein Problem.
  • Ja.
  • Und das hing dann halt…
  • Du willst…
  • … in der Ha Ge Be.
  • Du willst … du hast ein Problem damit erfolgreich zu sein.
  • JA. Aber weil ich denke, dadurch zerstöre ich das, was ich als gute Kunst bezeichnen würde. In mir drinne.
  • Unbegründet.
  • Für mich ist es TOTAL begründet. Weil ich…
  • Ja.
  • Geld verändert Kunstwerk
  • … weil ich … weil ich… weil ich ähm gefühlt… ich ähm ich glaube, dass es soweit kommt, sobald ich damit Geld verdiene, werde ich anders malen, anders zeichnen, als ich es aktuell tue. Und damit lasse ich mich sozusagen beeinflussen vom Geld. Und das möchte ich irgendwie einfach nicht.
  • Das… Also ich glaube, Gerhard Richter Gerhard Richter hat das auch gesehen, was du gerade beschrieben hast.
  • Das wollte ich vorhin schon fragen.
  • Diese Angst äh…
  • Genau.
  • Ich…
  • Ich denke, das hat jeder, der Erfolg hat. Du.
  • Ich kann mich an ein Interview erinnern, was er aktuell macht.
  • Ja.
  • Und seine aktuelle Kunst hat GAR NICHTS mit ähm Öl zu tun. Hat NICHTS mit Leinwänden zu tun. Hat nichts mit Malerei zu tun.
  • War das… mit Glas? Den großen schwarzen Glasflächen?
  • Ne. Ja ja! Es hat mit Glas zu tun. Aber nicht schwarz.
  • Oder diese schrägen, die dann so…
  • Ja.
  • Okay.
  • Und es hat auch nichts mit Rakeltechnik zu tun.
  • Ja. Ich weiß.
  • Ich glaube äh da sagt er auch äh äh dass er sich vielleicht verbrannt oder benutzt fühlt.
  • Und ICH fühle mich schon benutzt, BEVOR ich überhaupt bekannt geworden bin! [lacht]
  • Aber… Aber … was er macht… Er zieht sich nicht zurück. Und verhüllt seine. Ja? Und tut jetzt so, als ob er etwas schafft, was andere nicht sehen dürfen. Sondern er wendet sich einfach einem anderen…
  • [lacht immer noch]
  • … experimentellen Feld zu. Er sucht was neues. Und DA…
  • [lacht]
  • … hast du ein Problem. Gut, du machst gerade das mit dieser … mit dieser äh äh … mit dieser…
  • Kinderzeichnung.
  • Nein nein.
  • [lacht] Das kommt als nächstes!
  • Du machst gerade das mit diesen Skulpturen.
  • Ja.
  • Aber ich weiß …
  • Mit der Herme.
  • … nicht, ob du dazu gezwungen wurdest oder ob das jetzt ein neues experimentelles Feld für dich ist.
  • Selbstverherrlichung und Zweifel Zweifel bei Herme
  • Die HERME ist doch genau das, was du gerade sagst. Ich, der vier Meter hoch an an an der Decke hast ist, … diese Selbstverherrlichung und gleichzeitig dieser Zweifel Zweifel.
  • Hast du dir das…
  • Man wurde hochgehoben von diesem Publikum.
  • Ja.
  • Und zweifelt daran! Will man das überhaupt? Und man guckt zweifelnd …
  • Hast du dir das neue Thema selbst gesucht oder …
  • Ja.
  • … musstest du es dir suchen.
  • Nein.
  • Weil es von dir verlangt wurde.
  • Nein. Das das das ist die GANZE Zeit mein Thema. Das Zweifeln. Was mache ich da. Und warum mache ich das. Und möchte ich das für das Publikum machen.
  • Okay.
  • Deshalb waren die Geradenbilder, wo ich von Anfang an erst einmal gehen wollte.
  • Ja.
  • Dann kamen die verhüllten Sachen, weil ich …
  • Ja.
  • Kinderzeichnungen
  • … ich zweifel hatte, äh ähm jetzt gehts nur noch ums Geld. Und dann kamen wir zu den Kinderzeichnungen. Wo ich wieder zum Ursprung der Kreativität irgendwie zurück wollte.
  • Ja.
  • Wo ich mir sagte: Das kanns jetzt auch nicht gewesen sein. [3:19:30]
  • Ja.
  • Mein Antrieb: Zweifel Zweifel
  • Das ist ALLES Zweifel Zweifel. Als Überthema. Deshalb wollte ich eigentlich meine Diplomarbeit über Zweifel Zweifel schreiben. Da gabs auch schon jemanden, der das gemacht hat. Aber ich denke aber, … weißt du? Deshalb … deshalb frage ich EUCH ja. Jetzt.
  • Weißt du…
  • Euch. Weil … weil weil ich natürlich hoffe, durch eure Ansichten die ihr habt äh, dass es mir auch was Neues bringt. Weißt du? Wo ich einen Anschlusspunkt oder so finde.
  • Weißt du, wovor ich Angst habe?
  • [lacht] Das ich keine Rente bekomme? Das kann sein.
  • Nein nein.
  • Solltest du aber.
  • Alexanders Angst
  • Ich hab … Ich hab in Teilen … Angst … vor… vor deiner Größe. Vor deiner Genialität. Und … Ich will dich gar nicht loben!
  • [lacht] Tust du aber!
  • Ähm… weil das, was du mir gerade zeigst und das, was du gerade beschrieben hast, das sieht wie eine Gesamtshow… wie ein Lebenswerk aus.
  • Das fiel mir auch auf.
  • Und das macht man erst in der Retroperspektive. Wo man im Nachhinein erkennt, dass äh wie so ein roter Faden sich durchzieht.
  • Ja.
  • Bei Gerhard Richter Gerhard Richter zum Beispiel finde ich die die Brüche zu stark. Weil er zu stark mit unterschiedlichen Materialien arbeitet. Und weil… äh auch bei Baselitz. Das sich das nicht wie so ein roter Faden durch durch durch die Kunst zieht.
  • Weil die vielleicht das Geschäft ähm doch mehr im Vordergrund haben. Bei mir ist es eben die persönliche Ebene, die nun einmal rein menschlich ist.
  • Du bist noch viel zu jung! Du bist zu jung für diese Retroperspektive. Weißt du? Äh du … also … es es es klingt ja fast schon so, als würde man posthum, wenn du mal nicht mehr da bist, äh nicht nur ein Werk …
  • Ja.
  • … zum Werk erklärt wird, sondern … das große Ganze!
  • Ja.
  • Gesamtwerk Fröhlich
  • Diese Gesamtshow. Das Gesamtwerk.
  • Na ich sehe eigentlich nur das Aktuelle als Werk.
  • Und davor habe ich gerade so ein bisschen Angst. Vielleicht auch unheimlichen Respekt. Und ähm… Ich habe dich mal erlebt, wie du Orgel spielen kannst. Wie du Klavier spielen kannst. Und war davon…
  • Das macht auch Spaß.
  • … extrem begeistert.
  • Das macht Spaß!
  • So habe ich dich kennengelernt. Danach habe ich gesehen, wie… wie du programmierst. Dass du dir das selbst beigebracht hast. Da habe ich halt auch gemerkt, dass du … dass in dir … unheimlich viel Potential steckt. Und wenn ich jetzt auch noch DAS mir angucke… das ist gar nicht so… Ich wäre so der Mensch… äh ein Projekt und dann das nächste. Und dann ist abgeschaltet. Und so.
  • Das ist diese Variante sag ich dir.
  • Mag ja sein. Und das, was du mir gerade zeigst… das macht mir Angst.
  • Lebendig, da Geschäftsmodell verweigert
  • Aber ist das nicht gerade das total lebendig spannende? Weißt du… Hätte ich dir jetzt nur Sachen ge… gezeigt, wo eine Geschäftsidee war und und dann sagst du deine Meinung dazu… Aber ist nicht gerade der WEG … wie wir gerade darüber geredet haben… Ist das nicht einzigartig? Was bloß SO funktionieren kann?
  • Nein.
  • Indem man NICHT ein Geschäft …
  • Nein.
  • … machen will? Sondern eben sein sein sein sein INNERES nach AUSSEN…
  • Nein.
  • … kehren möchte. Doch. Ich finde…
  • Ich werde arm sterben
  • Wenn… wenn du so weiter machst wie bisher… und soviel Angst hast vor vor Bekanntheit…
  • Ja.
  • … vor Erfolg.
  • Ja.
  • Wirst du genau diesen Erfolg nicht zu Lebzeiten erleben.
  • Und TROTZDEM entsteht ganz viel bei mir. Das ist das SCHÖNSTE.
  • Das mag sein.
  • Ich dachte, ich wäre geblockt.
  • Aber du musst…
  • Weißt du?
  • Aber du wirst NIE dieses Feedback haben, was dir dann vielleicht erst nach deinem Tode…
  • Das ist mir egal.
  • … dann zukommt.
  • Gefühl statt Geschäftsidee
  • Dann muss ich ehrlich sagen: Das ist mir egal. Dann … Weißt du? Aber weißt du… Weißt du, warum es mir jetzt noch egal ist? Weil ich WÄHREND ich DAS schaffe… die verhüllten Arbeiten, die Kinderzeichnungen und die Geradenbilder… weil ich da jetzt halt richtig drinne stecke gerade. Und das ist ein GEFÜHL … das kannst du mit einer Geschäftsidee NICHT aufwiegeln. Da gehts dann ums Geld. Da gehts um einen monitären Erfolg. Um Begeisterungschaffen beim Publikum. HIER merke ich wirklich, da passiert was in mir DRINNE. Weißt du? Und das griege ich NICHT durch Geld. Und das gefällt mir so. Das… das will ich nicht missen. [kurze Pause, zeigt auf ein Bild?] Das ist ein schönes Bild. Das hängt jetzt auch bei mir. Ich werde das jetzt auch wieder zum Plotter gehen… Ich habe nächste Woche jetzt einen Termin. Da kann ich dann…
  • Weißt du …
  • Da mache ich dann wieder Geradenbilder.
  • Weißt du, was ich sagen würde? Dass du mit deinen verhüllten Bildern kokettiert… kokettiert hast.
  • Was heißt denn das?
  • Das ist mir jetzt gerade aufgefallen.
  • Ich will nicht schon wieder im Duden nachgucken.
  • Schlag noch mal nach.
  • Ne bitte! Sags mir ganz kurz.
  • Größe und Herme
  • Ähm. Pass auf. Und zwar… Ich mag ja Größe. Und ich habe gerade mal geg… Du hast mir erzählt von den äh äh von den Skulpturen… oder an der Skulptur, an der du gerade arbeitest.
  • Ja. Vier Meter hoch.
  • Vier Meter hoch.
  • BIS zur Decke muss es sein.
  • Groß… groß groß.
  • Ja. Bis zur Decke.
  • Auch deine Beine… selbst wenn sie mir nicht groß genug sind…
  • Die sind aber Original.
  • Ja, aber hundert Zentimeter. Und jetzt pass auf.
  • Das ist Zufall, dass das die erste Arbeit [Website, verhüllte Arbeiten] ist, aber da gibts ja noch mehr. Die sind größer.
  • Okay. Das was ich sehe halt nur, verhüllte Arbeit, dreiundzwanzig…
  • Dreiundzwanzig. Ja.
  • Mal dreiunddreißig Zentimeter. Warum denn…
  • verhüllte Arbeiten
  • OH das ist … du bringst mich gerade auf eine Idee!
  • Warum denn nicht drei mal zwei Meter verhüllt?
  • Nein nein nein! Du bringst mich gerade auf eine Idee. Ich wollte tatsächlich mal das so groß machen. Aber wie DU das gerade sagst. Die Verhüllung klein. Einfach nur kleine zarte Verhüllungen. Nicht so bombastisch und riesig. Und aufwühlend. NEIN! Einfach nur… zurücknehmend. Weißt du? Sich zurücknehmen. Nicht so… nicht so auf… die sind nämlich größer.
  • Sechzig mal Achzig ist immer noch kleiner als die Beine und… [schaut auf Website] größer wirds leider nicht.
  • Nein. [3:24:30]
Ganzkörperporträt wird aufgehangen
Ganzkörperporträt wird aufgehangen
Ansicht Flurarbeiten, mit schwarzen Klebestreifen-Geraden
Ansicht Flurarbeiten, mit schwarzen Klebestreifen-Geraden
Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Stell dir vor, da ist jemand, der mit Nägeln… seine Muse hat er mit gefunden. Übrigens… Uecker fand das irgendwie auch ganz toll, Nägel in Vagina, Nägel am Auge, Nägel in der Nase. Ja? Also er er hat da so eine gewisse Affinität zum Nageln. Ja? Ähm. Stell dir vor, die Muse, die die die … die der jenige für sich gefunden hat, sind halt Nägel und er… Und da sage ich ihm jetzt: Toll. Nimm dieses Thema auf und suche diese Niesche. Suche das Geschäftsmodell.
  • Das finde ich schön!
  • Hör zu!
  • Von DA nach DA. Aber NICHT von DA nach DA!
  • Pass auf. Und ähm … äh… dann mag das vielleicht sehr sehr schwierig sein. Vom Nagel in die Geschäftsidee zu kommen. Weil vielleich der Nagel gerade nicht äh äh zeitgemäß ist.
  • WENN er es aber ist, dann hat er GLÜCK. Und dann ist es Erfolg. Dann müsste er sich…
  • Und genau …
  • … nicht anpassen.
  • Genau das will ich dir gerade zeigen.
  • Und ich glaube, das konnte ER.
  • Deswegen wollte ich dir ja gerade zeigen, warum es umgekehrt eben auch erfolgreicher ist. So zu denken.
  • [zeigt auf Bilder] So meinst du. Hier? So das Zweite?
  • Äh. Das hier. Ja.
  • DAS IST ERFOLGREICHER. Das ist mir KLAHAR. Das musst du mir doch nicht beweisen.
  • Achso, ich dachte…
  • Das WEISS ich.
  • … ich muss es dir beweisen.
  • NEIN!
  • Achso.
  • Kunst mißbrauchen
  • Das WEISS ich. Aber ich komme mit dem GEDANKEN nicht klar.
  • Ja aber das ist ja…
  • Das ich die Kunst mißbrauche…
  • Ja.
  • … um Geld zu machen. Es müsste genau anders herum sein. Kunst MACHEN und…
  • Ja.
  • … zufälliger Weise kann man damit dann auch noch Geld verdienen.
  • Ja aber…
  • Das ist mein Ideal.
  • Das musst du ja nicht mir sagen. Sondern deinem Psychologen.
  • Wieso Psychologen. Ich komme damit ja super klar. Ich verstehe bloß deine äh… Ich verstehe nicht, wie du aus Kunst, was etwas sehr sehr subjektives… sehr sehr Emotionales eigentlich ist… versuchst, ein Geschäftsmodell zu machen. Etwas, wie… wie ein Bäcker. Wie äh ein Kioskbesitzer. Oder was auch immer. Damit du stellst das eine Stufe.
  • Naja, weil…
  • Als wäre sozusagen…
  • Naja, ich glaube, dass der Künstler von etwas LEBEN muss.
  • Das stimmt. Aber er kann auf sehr sehr niedrigem Niveau prinzipiell leben. Wenn er sich sagt, das stört ihn nicht. Ähm hauptsache er kann halt etwas machen, wo…
  • Okay.
  • … mit er sich ausdrücken kann.
  • Dann ist er aber beschränkt in seiner Kunst. Stell dir vor… pass… stell dir vor, du findest deine Muse in großen Flugzeugen. In…
  • Ich hoffe nicht.
  • … jeglicher Form. Du wirst dir diese Kunst niemals leisten können.
  • Ja.
  • Äh. Und du wirst deine Ideen…
  • Ja.
  • … das was du hast, wirst du… also kommst… du schaffst dir selber GRENZEN. Du schaffst dir eine Decke, durch die du nicht durchkommst.
  • BEIDE… BEIDE Vorschläge, die du machst, haben ihre Vor- und Nachteile. Hier sehe ich den RIESENGOSSEN Nachteil, dass Kunst wirklich bloß ein Nebenprodukt ist. Was zufälliger Weise da sein muss, damit man ein Geschäft hat. Hier gibt es den Nachteil, dass es sein kann, dass du begrenzt bist. Weil du das Geld dann einfach nicht hast. Wenn du ständig bloß deine Kunst siehst und dann das Geschäft.
  • Genau diese…
  • Das sehe ich doch auch! Aber trotzdem finde ich diesen Weg viel symphatischer als den.
  • Und genau diesen Dissenz… da…
  • [schrill] Was?
  • … kannst du … Das kannst du ja im Duden nachschlagen. Und genau diesen Dissenz kannst du dann in deiner …
  • Das ist Herabwürdigung.
  • [lacht] … Kannst du dann in deiner Master…
  • DIPLOMARBEIT.
  • … Diplomarbeit äh zeigen. Und äh ähm auch ableiten. Also entwickeln. [3:03:00]
  • Ich rege mich auf
  • Ich habe echt seit Wochen nicht mehr solche komischen … WIRKLICH… das ist ernst gemeint. Wo ich am liebsten so… so rumkrallen…
  • Aber deswegen…
  • … würde.
  • Aber ich glaube, dass wusstest du vorher. Bevor du das Interview gemacht hast.
  • JA ABER wusste nicht, dass dass ich mich darüber so aufrege. Dass du mir das noch einmal so erklärst. Aber es ist SCHÖN, dass ich dich jetzt … einen klaren Blick daraufin habe.
  • Ja.
  • Das ist gut.
  • Echt.
  • Aber ich wollte noch ganz ganz kurz jetzt zu meinen Arbeiten. Damit…
  • Ja.
  • … du darüber…
  • Wie ist denn die Seite?
  • DREI Sachen will ich dir zeigen.
  • Ja. Wo…
  • Meine Arbeiten
  • Na gib mal Friedrich Fröhlich bei Google ein.
  • Ja.
  • Ich bin ja inzwischen online. [Tippgeräusche]
  • Das… das krasse wird, wenn ich jetzt mit dir so ein Gespräch führe und ich überlege mir mit Oma auch so etwas zu führen… Es geht am Ende nicht nur… also nicht wirklich um die Frage, was ist Kunst eigentlich, sondern es geht ganz allgemein darum, wie ähm Kunst … Was ist … Was… und Wo und Wie. So. Weißt du? Irgendwie… Was ist deine Welt… Dein Blick auf die Kunst allgemein.
  • Also … mein Tipp. Mhm. Wenn du Interviews führen willst, musst du … müssen es geführte Interviews sein. Es müssten … es müssen Strukturen…
  • Aber es ist doch viel schöner, wenn das so… Du wolltest doch keine Struktur drinne haben. Vorhin. Du hast dich unter Druck gefühlt. Oder so. Als als ich meine Liste hatte!
  • Ich kann bloß sagen … also, um eine gewisse Auswertbarkeit, Vergleichbarkeit, herzustellen, musst du natürlich bestimmte Fragen immer wieder identisch stellen. Und musst dann schauen, wie die Antworten aussehen.
  • Das mache ich ja auch.
  • Wenn du… Okay. Super.
  • A… Aber ich baue es auf deinem Interview übrigens auf. Ich gucke mir an, welche welche Fragen haben sich da ergeben…
  • Dann fühle ich mich geschmeichelt.
  • … Wie hast du drauf geantwortet. Naja und dann werde ich dann natürlich Oma auch so äh … Was hälst du eigentlich… und so … Natürlich.
  • Ja.
  • So. Ich mags eher, wenn wir das so langsam raus…
  • Ja.
  • …finden, als ich da so ein Katalog aufführe. Geh mal auf den Link da rauf. [kurze Pause] [3:05:00]
  • So. Es sind drei… Also, worum es mir jetzt geht: Dass du dir die drei Arbeitsgruppen äh anschaust. Drei Beispiele halt davon. Und mir halt sagst, äh … was … was denkst du darüber. Ohne, dass ich jetzt mehr darüber halt gesagt habe. Ist das für dich gute Kunst. Ist das …
  • Wo muss ich denn jetzt hin klicken?
  • Ich wollte erst einmal reden. [lacht] Warte mal. Es ist erst einmal eine wunderschöne Seite. Wir müssen aber escapen, weil die ewig lang ist. [kurze Pause] Jetzt bricht der gerade… Achja, hier habe ich übrigens einen Jahreskalender eingeführt.
  • Ja aber das wolltest du mir ja nicht zeigen.
  • JA… Ich wollte Begeisterung zeigen! So. Und zwar sind es diese drei Werkgruppen. Einmal die verhüllten Arbeiten.
  • Ja.
  • Die Geradenbilder.
  • Ja.
  • Und Kinderzeichnungen.
  • Aber als ich das geöffnet habe, hab ich was von Gipstechnik gesehen. Und mich interessiert das Gips viel stärker, als diese anderen langweiligen Themen.
  • Nein, aber da gehen wir gleich hin. Gips war übrigens mit der Herme. Ja?
  • Also darf ich das mal sehen?
  • Ja, ich zeigs dir. [kurze Pause]
  • Arbeit Herme
  • Das ist übrigens der aktuelle Kopf.
  • Ach das hat doch schon einmal was haptisches. Siehst du, dadurch würdest du schon … alleine dadurch würdest du schon meine Aufmerksamkeit … Und auch schon durch das Material Gips … Bekommst du schon meine Aufmerk…
  • Äh. Das ist erst einmal Ton.
  • … samkeit.
  • Davon mal abgesehen.
  • Aber das ist äh schon einmal sehr … individuell.
  • Also das ist jetzt … du musst es dann natürlich von hinten sehen. Jetzt das ist der aktuelle Zustand. So wars mal. So hab ich mich dann da positioniert. Mich selbst liebend… verliebt … [nicht verständlich, 3:06:25]. So wars noch vom Anfang. Ganz am Anfang. Hier sind die ganzen Hermen dann. Hier Gips… äh… Abdruck vom Kopf, wollte ich da machen.
  • Aber wer ist das?
  • Friedrich.
  • Wirklich?
  • Ja. Und so hats angefangen. Also es hat mit den Gipsdingern angefangen.
  • Ja.
  • Und hier wie ich mir die Herme im Klassenraum dann…
  • Ja.
  • … vorstelle. Und ein paar Vorbilder habe ich…
  • Ja. Ja. Und wo ist jetzt das Ergebnis? Das aktuelle?
  • Na das aktuelle ist erst einmal der Kopf. [BILD SOCKEL] Und der Kopf wird dann halt auf einen ganz ganz großen Sockel gestellt.
  • Ja. Ne. Ich möchte mal das sehen, was jetzt aktuell ist. Ist das jetzt das aktuelle?
  • Ja, genau. [Tippgeräusche]
  • Ja. Es sieht ziemlich cool aus.
  • Das wird aber noch abgeschnitten. Weil eine Herme ist normalerweise so…
  • Ja.
  • … , dass die Arme dann halt nicht da sind.
  • Und wenn du das hier noch mit Bronze überziehst, hat das auch noch einen materiellen Wert. Weil du hast … du verwechselst immer… ähm… ähm…
  • Ich denke Bronz…
  • [nicht verständlich, 3:07:18] … mit Materiel. Also oder oder ähm du verwechselst oder …
  • Ne. Herme. Ne. Hermen werden oft in Marmor gemacht. Das…
  • Ja.
  • … hat natürlich einen Grund. Weil die Hermen zeigen halt oft berühmte Persönlichkeiten.
  • Ja.
  • Oder welche, die halt … so Gelehrte und so.
  • Ja.
  • Und … und Marmor ist teuer. Und…
  • Ja.
  • … ein großer Marmorblock ist noch teurer. Und deshalb machen wir das in Marmor.
  • Alexander über Notizseite
  • Übrigens gefällt mir die Programmierung… Also hier an der Stelle die die ähm…
  • Seite.
  • … die Seite nicht. Diese Gliederung. Weil sie.. [BILD SCREENSHOT FRFR]
  • Gefällt mir total!
  • Dieses kleine blaue auf grau.
  • Ja! Das ist total kreativ!
  • Ne.
  • Das ist so richtig HIP!
  • Total unübersichtlich.
  • Aber das gefällt mir gerade. Das wollte… Ich wollte eben…
  • Ähm.
  • … nicht so einen professionellen Geschäftsmodellidee haben.
  • Und das es hier auch so … wenn ich es wegziehe. Und…
  • JA! Das ist gut!
  • So dass ich das hier überlagern würde…
  • Das wollte ich!
  • … das gefällt mir gerade nicht.
  • Ich wollte kein Geld damit verdienen.
  • Da gabs schon einmal andere Seiten, die besser ausgesehen haben.
  • DIE gefällt mir richtig richtig gut. Glaubs mir.
  • Ich kenne das ja auch schon von anderen Seiten.
  • Ja.
  • So.
  • So.
  • Jetzt soll…
  • Das wollte ich dir gar nicht zeigen.
  • Zeig mir die drei Sachen, damit ich jetzt darüber …
  • Arbeit Geradenbilder
  • Also ich zeige dir erst einmal die Geradenbilder. [BILD GERADENBILD] [kurze Pause]
  • Ja. Mache mal gleich drei Links auf. Geraden… Damit ich …
  • Aber guck noch nicht hin, okay?
  • Nein nein.
  • Guck… Guck jetzt weg. [Pause]
  • Okay. [kurze Pause]
  • Okay. Ich soll jetzt also…
  • Da kannst du hier jetzt durch äh fahren.
  • Ich… ich fange mit den Geradenbildern…
  • Genau.
  • … an. Ja?
  • Gehe einfach bloß … das sind bloß zwei drei Sachen, die ich dir jetzt…
  • Ja.
  • … vorstelle. [kurze Pause]
  • Du kannst dich wieder hinsetzen.
  • [lacht] Ich bin jetzt aufgeregt!
  • [lacht]
  • Jemand betrachtet meine Werke! [kurze Pause] Ich glaube, dass wars schon, oder? Da gibts noch eins. Das ist jetzt das falsche Beispiel sozusagen. Aber … einfach mal das jetzt. Wobei, da ist schon die Verhüllung drinne. [BILD SELBSTBILDNIS IN TÜRRAHMEN] Nimm mal lieber das. [BILD BEINE]
  • Geradenbild Beine und Jesus Jesus
  • Weißt du, warum mir das gefällt?
  • Na das ist gut. Dann haben wir doch schon mal was. ACHNE. Jetzt hab ich dir ausgerechnet die Werkgruppe gezeigt, wo du gleich wieder eine Geschäftsidee … äh Modelldings hier hast.
  • Nein. Und zwar … und zwar … Die erste Assoziation, die ich hatte ist Jesus Jesus.
  • Ja. Zu Ostern.
  • Und zwar der gekreuzigte Jesus Jesus. Äh äh wie hier durch den Fuß so genagelt…
  • Ja.
  • Äh und das spannende ist: Normalerweise sieht man Jesus Jesus immer von vorn. Auf das Kreuz. Noch nicht einmal oben…
  • Ganz oben.
  • Aber aber auch wie er dort so auf dem Kreuz…
  • Ja.
  • … hängt. Da hat ja auch immer diese diese äh… wenn du vorne bei mir äh schaust äh … im Flur hängt so ein Jesus Jesus.
  • Ja.
  • Wir gehen mal ganz kurz gucken. Ich zeige dir das mal. Ganz kurz, was ich meine. Damit du es auch verstehst. Ähm. [mit Mikrofon in Flur] [BILD von Alexander Kreuz im Flur, mir schicken lassen] Man hat hier diese gekreuzten Füße.
  • Ja. [3:09:50]
  • Und man kennt diese Bilder immer nur von vorne. Und als ich das Bild gesehen hab, dachte ich, dass ist genau die selbe Stellung… nur von hinten.
  • Okay.
  • Siehst du das?
  • Ich finde die jetzt langweilig. Die sieht ziemlich… Also das sieht nicht sehr leidend aus. Das sieht einfach nur hinge…
  • Ja aber was ich…
  • …stellt aus.
  • … halt und äh äh … das finde ich zum Beispiel [Alexander verschwindet]
  • Meine neue Sicht auf eigenes Bild
  • Du hast das von HINTEN gesehen? Das hab ich gar nicht gesehen.
  • Ja und das ist zum Beispiel auch etwas, womit der Künstler rechnen muss.
  • Das hat NIEMAND gesehen.
  • Ja, das ist vielleicht doch etwas, was der Künstler… womit der Künstler rechnen muss… Dass hinterher MEHR geseh…
  • HUCH! Jetzt sehe ich das gerade auch!
  • …en wird.
  • Das ist dieses Bein, was hinten ist!
  • Ja!
  • Und das ist vorne!
  • Ja! Ja!
  • WOW! Das funktioniert auch!
  • Ja! Und … und das ist … und das ist etwas, was wirklich…
  • So transparent.
  • … Kunst ist. Weil jeder kennt diese Figur.
  • Ja.
  • Jeder weiß, wie diese Beine gekreuzt aussehen… die Füße gekreuzt aussehen. Und jetzt wird auf einmal etwas von… von einer anderen Perspektive gezeigt.
  • Ja.
  • Nämlich von hinten.
  • Das hast bisher nur DU gesehen.
  • Ja, das habe ich gesehen. Aber das war meine Assoziation. Und… und ich finde auch, dass muss sich ein Künstler gefallen lassen. Weil…
  • Dagegen habe ich doch gar nichts.
  • … du bist immer so… so von wegen… ICH hab mir darüber Gedanken gemacht.
  • JA. Hab ich auch.
  • ICH wusste, warum ich es mache. Und daraus erwächst Kunst. Daraus erwächst etwas besonderes. Und das derjenige, der sich das aber anschaut, vielleicht eine ganz andere Assoziation hat. Und das vielleicht die andere Assoziation auch deswegen … EHER als Kunst und als etwas besonderes wahrgenommen wird, als das, was der KÜNSTLER sich selber… oder der Schaffende sich selber vorgestellt hat.
  • Das war ja vorhin dieses Ding. Dass du immer die Materialität bei den Arbeiten siehst und das dir das…
  • Und man kann…
  • … gefällt, aber gar nicht weißt, was der Künstler selber…
  • Und ich…
  • Deshalb ist das auch okay.
  • Ich bin mal … Ich fand das gerade ganz toll, was ich gesagt habe. Und zwar: Ich finde…
  • Selbstverliebt.
  • Unterschied Schaffender und Künstler
  • … äh… Ich finde den Begriff und zwar der SCHAFFENDE… viel schöner, als der KÜNSTLER. WEIL der SCHAFFENDE wird erst dann zum Künstler, wenn nämlich die Außenstehenden ihn dazu machen.
  • Ne. Das gefällt mir nicht.
  • Und das gefällt mir VIEL besser.
  • NE.
  • Das gefällt mir viel besser.
  • Ich will ja in meiner kleinen Kammer sein können…
  • Und das…
  • … ohne gesehen zu werden. Und trotzdem…
  • Und das…
  • … das Gefühl zu haben…
  • … möchte ich auch, dass das DRINNE [in den Notizen] steht, dass ich nämlich sage, …
  • Wird gelöscht!
  • … dass … dass Kunst erst zu…
  • Gelöscht.
  • … Kunst gemacht wird. Wärend das andere nur der Schaffende ist, der etwas schafft. Äh und ähm…
  • Hä. Der Schaffende braucht aber kein Publikum. Das meinst du jetzt.
  • Genau. Genau.
  • Dann bin ich ein Schaffender.
  • JA! Und kein Künstler. Und ich finde das viel treffender. Und passender, als…
  • DANN BIN ICH JETZT Friedrich Fröhlich, Schaffender. So.
  • … als äh… Und das ist überhaupt nicht abwertend!
  • NEIN NEIN NEIN NEIN NEIN! Aber du unterscheidest jetzt halt zwischen Kunst äh … die gesehen wird. Und Kunst, die äh… die nur die Person siehst, die das macht.
  • Ja. Und da sind wir doch bei deinen Verhüllten. Wo keiner…
  • Das ist ja jetzt die nächste … nächste Gruppe.
  • Ja. Wo man es nicht wahrnehmen konnte. Wo man gar nicht einschätzen konnte… Ist das jetzt Kunst…
  • Das ist schön. Ja.
  • … oder kann das weg.
  • Ja.
  • Ja. Äh und und … Ich … Also…
  • Lass uns erst einmal das hier…
  • Gut. Zu diesem Bild.
  • Genau. Mit den Geraden.
  • Äh. A [Buchstabe] diese Geraden… weil vielleicht ist auch diese Assoziation dabei, weil wir vorhin von diesen Nagelbildern gesprochen haben…
  • JA.
  • Das ist auch ein Nagelbild.
  • Oder bei Jesus Jesus. Das mit der Krone. Ne?
  • Ja. [3:12:45]
Herme notiert nach Telefonat mit Bachmann zu Alberti Wolfgang Alberti fahren Holz für linke Kopfhälfte auf 105,744mm (106mm) hobeln HGB Rundgang 2017 notiert in Hochschule bringen: Hartmetallbohrer, Hammer, Dübel 6x30, Schrauben 4,5x40 mit Hartmetallbohrer 6mm Löcher für Aufhängung bohren Tiefe mind. 45mm Ganzkörperporträt wird aufgehangen rundgang7-k.jpg Ansicht Flurarbeiten, mit schwarzen Klebestreifen-Geraden rundgang8-k.jpg Löcher für Hängung Ganzkörper schief, neue Löcher gebohrt Holz Rückseite Flügeltürrahmen platzt wegen Schrauben leicht, am Donnerstag Schrauben mit Klebeband umschließen am Donnerstag schauen, dass Kopierer und Flyer verschwunden sind ansonsten Hausmeister fragen
HGB Rundgang 2017 Künstler-Signatur Arbeiten im Klassenraum signiert Signatur: Friedrich Fröhlich F nur nach rechts horizontale Striche etwas krakelig geschrieben auf verhüllter Arbeit Rückseite Holzkasten auf Selbstbildnis auf Transparentfolie ebenfalls Rückseite Holzkasten Geradenbild mit 1/5 Auflage (5. Stk. ist Künstler-Exemplar) andere Geradenbilder zum Nachhängen in Büro gebracht Hausmeister gesprochen wegen Bohren im Flur und Abhängen der Infotafeln Tafeln werden heute abmontiert wenn am Donnerstag noch eine hängt neben meiner Wand, ihn fragen, ob er sie auch noch abmachen kann Herme kurz mit Bachmann wegen Fräsen gesprochen da Probleme mit Daten dauert Start Fräse noch mit Alberti Wolfgang Alberti wegen maximale Dicke Holz bei Dickenfräse gesprochen maximal 20cm, bei 17cm also kein Problem Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Es… Ich wollte ausprobieren, ob ich das, was ich bei Gerhard Richter Gerhard Richter gesehen und beobachtet habe, ob ich das nachmachen kann. Und äh weil Ölfarbe so teuer ist …
  • Achso, damit du das mal kennenlernst [evtl. falsch übersetzt, 2:41:40]
  • … und mir die Werkstatt, das Atelier, fehlt, …
  • Okay.
  • … wollte ich es erst einmal in klein ausprobieren. Um es dann ins Große zu übersetzen.
  • Das war ja auch dann deine Idee, dass ich bei eBay solche Sachen vertickere, groß mache. Und dort verkaufe. Teuer. Ne? Irgendwann hattest du mir das mal gesagt.
  • Ich … Ich hab zu dir gesagt, dass äh … dass man äh mit äh äh äh Kunstkopien relativ leicht Geld verdienen…
  • Mhm.
  • Künstler kopieren
  • … kann. Indem man einfach Künstler kopiert. Kunstarbeiten kopiert.
  • Dann bin ich ja selbst keiner mehr!
  • Äh. Und diese verkauft.
  • Dann bin ich kein Künstler mehr.
  • Auf diesen Zug von Gerhard Richter Gerhard Richter… also diese Rakeltechnik… sind ja schon viele aufgesprungen. Man findet da auch Videos auf Youtube, WIE das gemacht wird.
  • Hast du mir gezeigt. Ja.
  • Äh. Und diese Menschen bekommen teilweise vi… viel … teilweise tausend zweitausend Euro für ein Bild.
  • Mhm.
  • Sie haben weder die Technik selbst erschaffen. Äh ähm.
  • Das wars schon.
  • Äh sie hatten auch diese Idee… diese Begabung nicht. Äh sie sind eben auf diesen … auf dieses Geschäftsmodell, was es … Im nachhinein hats sich eben als Geschäftsmodell auch gezeigt. Oder es hat gezeigt, dass es geeignet ist für … um um Werte anzulegen. Es hat materiellen Wert. Äh. Es beinhaltet einen Geldwert. Das haben sie gesehen und kopieren es jetzt erfolgreich. Und verdienen äh damit … Geld.
  • Ich kann mir eben nicht vorstellen, dass der Künstler ähm von sich aus sagt, das ist ein Geschäftsmodell für ihn. Das kann ich mir nicht vorstellen.
  • Nein! Nein. Aber es hat sich als Geschäftsmodell …
  • ERWIESEN. JA!
  • … als geeignet erwiesen.
  • Aber wenn DU ihn jetzt fragen würdest: Äh ähm sehen Sie das selber als Geschäftsmodell. Denkst du, er antwortet mit Ja?
  • Inzwischen wird Gerhard Richter Gerhard Richter sagen: Ja.
  • Das ist ein Handwerk Handwerk.
  • Weil andere …
  • Sozusagen.
  • Weil andere die es ihm nachmachen, haben es ja bewiesen. Dass man alleine mit der Kopie seiner Arbeiten Geld verdienen kann.
  • Ja aber das heißt ja nicht, dass er seine eigenen Arbeiten als Geschäftsmodell betrachtet. Als Geld sozusagen. Dinge, mit denen man ein Geschäft macht. So.
  • Naja…
  • KANN ja immer noch sein, dass es ihm um etwas anderes geht!
  • Das EINE ist… Das EINE ist das des abstrakten Geschäftsmodells. Das andere ist, ob er es als Geschäftsmodell BETREIBT. Gerhard Richter Gerhard Richter wird vielleicht sagen: Äh ja, abstrakt dürfte es geeignet sein, weil man kann mit meinen … Wenn ich jetzt sagen will, ich brauche morgen nen nen Porsche. Dann äh werde ich mich zwei Wochen jetzt hinstellen. Werde dieses Bild machen. Und kann mir davon einen Porsche leisten.
  • SO denkst du, denken DIE.
  • Ähm. Nein. Würde … Ich glaube, so würde er sagen.
  • Okay.
  • Muße
  • Das heißt also, es ist abstrakt geeignet als Geschäftsmodell. Wenn er ein Porsche braucht, macht er ein Bild. Er tauscht das Bild gegen einen Porsche. Materieller Wert gegen Materieller Wert. Und er hats. Wenn… Allerdings wird er mir sofort sagen: Aber ich brauche es ja gar nicht. Ich bin ja gar nicht drauf angewiesen. Das heißt, ich werde nur DANN ein Bild malen, wenn mir danach ist. Wenn meine Muße da ist. Wenn mein Innerstes der Meinung ist: Du musst jetzt noch einmal so ein Rakelbild machen. DANN werde ich das machen. Klar. Er hat inzwischen, weil er halt finanziell frei ist, andere Möglichkeiten. Wenn er achtzehn gewesen wäre… wenn er jetzt achtzehn gewesen wäre, ähm, und er muss überlegen, wie kauft er nächste Woche die Ölfarbe ein. Ich ich glaube, ein son Bild kostet vier-fünftausend Euro. Nur an Ölkosten.
  • Mhm.
  • Geld verdienen, um überhaupt Kunst schaffen zu können
  • Nur an Farbe. Ja? Das heißt also: Wie will er sich denn das nächste Bild leisten? Er muss also erst einmal eins machen. Damit er das Geld für das nächste Bild hat. Ähm. Da würde er als Achtzehnjähriger sagen: Ja, logisch. Ich werde jetzt eins machen. Kaufe für viertausend Euro Farbe. Verkaufe das Bild für fünfzehntausend. Habe dann wieder viertausend für eine Farbe und von dem Gewinn kann ich mir mein Brötchen Sonntags kaufen. [kurze Pause] [2:45:00]
  • Ich habe eine kleine Hoffnung. [lacht] Gerade gespührt. [lacht] Dass da doch noch mehr dahinter schlummert. Weil du nämlich gerade gesagt hattest, ähm, bräuchte er das Geld jetzt nicht, um sich das Auto leisten zu können, äh ähm dann muss immer noch eins sein. Und zwar eine Muße. Oder oder oder das Verlangen halt das jetzt herzustellen. Ne?
  • Ja.
  • So. Und das ist ja komplett frei von Geld. Von Geschäft. Von Kunstmarkt. Dieses Verlangen etwas … also dieses diese Muße. Äh sich die Zeit zu nehmen und etwas zu schaffen. Vielleicht Freude beim Schaffensprozess zu haben.
  • Mhm.
  • Ich DENKE nämlich, dass er gar nicht, während er es schafft, gar nicht an einen Porsche oder so denkt. Ich glaube der … diejenigen, die das groß machen, die die die die … die die denken in dem Moment Moment bloß an das, was sie gerade machen.
  • Ja. Okay.
  • Und … Das war mir aber ganz wichtig! Dass dass … dass eben die Kunst NICHT das… ein Geschäftsmodell ist. Sondern hinter hinter dem Schaffen von Kunst steckt eben vielleicht doch etwas anderes.
  • Ja.
  • Als dieses Geschäft. Sondern etwas ganz menschlich … ähm würdevolleres. Weißt du?
  • Mhm.
  • Nicht… nicht so konsumorientiert. Irgendwie.
  • Ja.
  • Das kam gerade raus! Das fand ich schön!
  • Ja.
  • Oder… oder bin ich da total falsch gerade auf dem Dampf…? Aber du hast es mit der Muße gesagt. Und das war KOMPLETT anderer… Ansatz … Das sieht so aus, als wäre das Geschäftsmodell lediglich äh ähm … was DANACH kommt. Dann. Das ist ja in Ordnung. Wenn…
  • Ja.
  • So, aber das DAVOR. Die Kreativität. Diese Muße… und so. Dass DAS immer noch da sein muss. Und das hat nichts mit Geld zu tun.
  • Alexanders Erfolgsmodell
  • Okay. [räuspert sich] Ich habe hier mal ein ganz einfaches äh ähm ähm … ein ganz einfaches ähm Erfolgsmodell aufgeschrieben. Was ich äh jedem Kunststudenten mit auf dem Weg geben möchte. Ja? Man hat DREI Möglichkeiten.
  • [ins Mikrofon] Er meint MICH damit. [2:46:45] [laute Raschelgeräusche]
  • Also. Was hab ich gemacht. Ich habe einmal ein Quadrat gezeichnet. Da hab ich Muße reingeschrieben. Dadrunter hab ich ein Dreieck gezeichnet und habe Geschäft geschrieben. Und darunter habe ich äh das Viereck mit Muße PLUS das Dreieck Geschäft IST GLEICH Erfolg. Und wenn…
  • Das sieht aus wie das Bauhaus Bauhaus-Logo.
  • … Und wenn du mich fragst… Äh … Sollte ich mein zukünftiges äh äh Dasein ähm damit verbringen, nur noch Dinge zu machen, zu denen ich Muße habe, würde ich auf jeden Fall sagen: Nein. Weil äh du pokerst damit. Das ist wie russisches Roulet. Entweder du verarmst. Oder du hast Glück und wirst damit erfolg…
  • Das machen aber die meisten Künstler, ne?
  • …reich.
  • Und deshalb sind die meisten Künstler arm.
  • Ja. Und deswegen hab ichs durchgestrichen und hab gesagt, es wäre NICHT der Tipp, den ich dir oder den ich allen anderen Kunststudenten geben würde, wenn…
  • Mein Herz blutet!
  • … ihr die Schule verlässt. Das weiß ich. DU glaubst nämlich auf genau DIESES Feld setzen zu müssen. Das Zweite…
  • Das ist so wie so ein Traum. Weißt du?
  • Das Zweite ist das Dreieck Geschäft. Also halt Geschäftsmodell. [Flüßigkeit wird in eine Tasse gegossen]
  • Niesche suchen
  • Suche dir eine Niesche. Mache Kunst für diese Niesche. Mache Kunst im Sinne von Geschäft.
  • [stöhnt]
  • Verdiene damit Geld. Werde ganz schnell reich. WILL ich gar nicht! Du versuchst es mir manchmal zu UNTERSTELLEN!
  • Das wird rausgestrichen.
  • Das WILL ich überhaupt nicht.
  • Das wird rausgestrichen! Gecuttet!
  • Was ich aber möchte, ist, ähm… Vielleicht hab ichs sogar falsch aufgezeichnet. Was ich aber möchte, ist, SUCHE dir eine Niesche. Suche dir ein Geschäftsmodell. Verbinde es mit deiner Muße. Also bring das in Einklang. Und du wirst erfolgreich sein. Du wirst eine GARANTIE haben. Weil es halt eine Niesche ist. Weil es halt ein Geschäftsmodell ist. Du wirst erfolgreich im geldlichen Sinne sein. Weil … Du wirst NIE mehr Probleme haben zu überlegen, wie finanziere ich meine nächste Ausstellung. Wie finanziere ich äh meine nächste Leinwand. Ähm. Und du wirst auch deine Muße brauchen, ähm, um dich zu motivieren. Um dieses Selbstverständnis weiter zu entwickeln. Ähm… um auch eine Begründung für dein … für deine Kunst zu haben. Aber kombiniere es und du wirst erfolgreich sein.
  • So. Nur ganz kurz zusammenfassen. Damit ich es richtig verstanden habe. Bitte berichtige mich. Ich habe bisher immer alles falsch gesagt. Das ist mir jetzt klar.
  • [ins Mikrofon] Also sagt er [Alexander] es JETZT, wo es aufgenommen wird.
  • Bei dir klingt es jetzt so, als ginge es nicht darum, ähm etwas zu Schaffen, WEIL man es gut zu Geld machen kann. Also das das nicht im Vordergrund steht. Ein Geschäft… Also weißt du… Och ich will jetzt ein Geschäft haben, also mache ich Kunst. So. Sondern du sagst es jetzt so, ähm ähm, man sollte bereits ähm etwas schaffen äh, was einem liegt, wo man man sich ausdrücken kann. Was sein Material ist. Und wenn das GLEICHZEITIG noch bei den Leuten gut ankommt, dann mach daraus, aus dem, was du eh schon gerne machst, ein Geschäft. Aber NICHT das man etwas schafft, WEIL es im Geschäft gut läuft. Hab ich das richtig verstanden? Was ja sehr sehr gut ist. [kurze Pause]
  • Ne.
  • Also okay. Dann ist das… [nicht verständlich, 2:49:45]
  • Weil du hast es genau umgekehrt gemacht.
  • [lacht]
  • Ich hatte… ich hatte…
  • [lacht] Ich hätte es jetzt gut gefunden!
  • Also… Also es ist übrigens ganz clever. Und zwar äh ist das glaube ich immer etwas, was man wissenschaftlich untersuchen könnte. Nämlich…
  • Mit Dreieck und Quadrat!
  • … nämlich ähm folgendes. Ich habe erst gezeichnet, ähm, nimm deine Muße…
  • [ungläubig, leise] Das Geschäft?
  • … das, was du gut kannst, …
  • Ja?
  • … und versuche auf dem Feld, was du gut kannst, äh ein ein ein eine Niesche zu suchen. Und dann wirst du erfolgreich sein.
  • Aber so hab ich das doch gerade gesagt. Oder?
  • Ich glaube aber… Ja, das hast du gerade auch gesagt. ICH habe aber etwas anderes behauptet. Meine Theorie ist: Mache es umgekehrt. Nämlich: Ähm, suche dir ERST EINMAL eine Niesche.
  • [lacht laut]
  • Gucke, ob du …
  • [lacht]
  • … Geld verdienen KÖNNTEST.
  • [lacht] NEEIN!
  • PLUS… ähm… schaue, ob du überhaupt die Begabung und das KÖNNEN dafür hast. Und dann wirst du erfolgreich sein.
  • Geschäftsmann, kein Künstler
  • Dann bin ich aber KEIN KÜNSTLER! ECHT NICHT!
  • Was?
  • DANN… dann bin ich ein Saleman. Ein Businessman.
  • Aber das ist meine Empfehlung an die Kunststudenten. Um erfolgreich zu sein.
  • JA, aber dann ist es keine Kunst!
  • Das ist sozusagen…
  • Geldkunst
  • Dann ist es keine Kunst die rauskommt! Sondern das ist Geldkunst!
  • Okay.
  • Die rauskommt.
  • Und zwar ist das, was ich hier gerade gemacht habe, …
  • Ich will, ich mache mich hier gerade [unverständlich, 2:51:00]
  • Und zwar ist das, was ich gerade gemacht habe, dein Businessplan.
  • Ich bin hier wirklich…! [lacht]
  • Dafür möchte ich auch Geld hier haben, ne? Für diese Beratung.
  • [lacht] Das wird gescannt.
  • Ich … Ich hab hier… Du kannst das gerne fotografieren.
  • Ich nehme das mit.
  • Und zwar habe ich ähm habe ich hier gerade ein ein äh äh BUSINESSPLAN aufgestellt. Äh. Für für Kunst…
  • [lacht laut]
  • …studenten…
  • Ich will das gar nicht hören jetzt!
  • … WIE man Erfolg hat. Ich will dir ein Beispiel geben. Und zwar folgendes…
  • Wirklich erst Geschäftsidee und dann Kunst?
  • WARTE MAL! WARTE MAL! Ganz ganz kurz. Ich will doch jetzt… JA… Das ist jetzt deine Idee von wie man erfolgreich werden kann. Erst die Geschäftsidee haben und dann Kunst machen, die darauf basiert. Und dass man dann damit Geld verdienen kann. Gut so. [kurze Pause] Denkst du WIRKLICH, dass diese großen Werke, also außer bei dem jetzt… Jeff Koons Jeff Koons, da kann ich mir das sogar vorstellen… aber das jetzt bei Gerhard Richter Gerhard Richter oder so, dass die WIRKLICH entstanden sind, weil er eine Geschäftsidee hatte und danach dann die Kunst gemacht hat?
  • [atmet tief]
  • Weil er Geld verdienen wollte? Ich KANNS mir… Warte mal. Ich KANNS mir nicht … Ich wills noch einmal sagen: Ich kanns mir nicht vorstellen.
  • Ja.
  • Aber bei niemanden. Kann ich mir das vorstellen.
  • Dann musst du natürlich Gerhard Richter Gerhard Richter fragen. Aber folgendes. Ähm… Ich frage mich, WIE kann ich mir jeden Monat äh Öl und Leinwände und Werkstatt im Wert von vier-fünftausend Euro monatlich leisten, wenn ich nicht etwas … verkaufe. Also das geht auch mit Hartz Vier nicht.
  • Ja.
  • Mit sechshundert Euro.
  • Dann müssen wir da ganz ganz langsam rangehen. Warte mal ganz kurz. Dann gehen wir jetzt davon aus, er hat kleiner angefangen. So. Die… die konnten sich vielleicht … wir wissen es jetzt nicht. Aber die konnten sich verkaufen. Er hat ein bisschen mehr Geld bekommen. Also konnte er sich größere Leinwände kaufen. [2:52:30]
  • Er ist sozusagen mit den Schritten größer geworden.
  • Ja. Ja.
  • Und jetzt kanns natürlich sein, dass sich das Verhältnis umdreht. Ne? Also das … das zuerst sozusagen die Muße, diese äh äh diese Tatkraft Kunst machen zu wollen dabei war, äh äh ähm … So und dann kam: Oh, dass kann sich ja auch gut verkaufen. Und das am Ende, wo es dann immer größer wurde, ging plötzlich das Geschäft ÜBER diese Muse rüber. Dass also sozusagen das Geschäft plötzlich äh über der Kunst stand. Auch wenn die Kunst am Anfang immer noch ähm ohne Geschäft eigentlich funktionierte. So kann ich es mir noch vorstellen. Bei denen, die ganz ganz viel Geld damit verdienen. Dass am Anfang aber immer noch sozusagen nicht das Geschäft stand, sondern…
  • Ja. Ja.
  • AUSSER bei dem [Koons Jeff Koons]. Nimm den echt raus.
  • Ja. Ja. Man man man kann… Man kann natürlich bestimmte Fragen wirklich nur an an an den Ausnahmen erst einmal sichtbar machen. Ja? Wenn ich jetzt sage: Ich will das jetzt nachmachen. Das ist auch manchmal etwas …
  • Ja.
  • Bestimmte Dinge sind einfach schwierig nachzumachen. Weil sie viel Geld kosten.
  • DER HAT es nur gemacht, WEIL es Aufmerksamkeit…
  • Ja.
  • … ist. Weil es Geld…
  • Ja.
  • Das ist mir klar!
  • Nur mal angenommen, jemand sagt: Das ist eine Niesche. Das wollen Leute auch in ihrem Vorgarten…
  • Das ist eine Niesche. Ja.
  • … haben. Mal angenommen. Ja?
  • Das kann bloß er oder Leute, die sich damit schon auskennen.
  • Da muss man natürlich GELD haben, um sowas auch erst einmal … Also ich meine, man muss erst einmal zwanzig von diesen Exponaten schaffen, bis man auch zufrieden ist. Bevor man gemerkt hat, das ist die Technik.
  • Ja. Klar.
  • Das ist die Farbe. So mache ichs haltbar. Ja? So kann ich es transportieren. Ähm. Aber woher soll ich denn das Geld nehmen…
  • Ja.
  • … wenn ich nicht … irgendeine Einnahmequelle …
  • Ja.
  • … habe?
  • Dann hat er aber natürlich ein besseres Geschäftsmodell als dieser Gerhard Richter Gerhard Richter. Weil ich meine, am Ende haste dann ein Rakel und hast Ölfarben. Wenn du das willst, du brauchst bloß Zeit…
  • Ja.
  • … viel Muse da reinzu…
  • Ja. Ja.
  • … stecken. Aber … du gehst schon wieder …
  • Alexanders Rat an Kunststudenten
  • Aber das muss man doch … Das muss man doch den Kunststudenten SAGEN! Leute, ihr ihr müsst euch überlegen, wie könnt ihr im nächsten Monat äh eure Farbe bezahlen.
  • [ins Mikrofon] Hört bitte alle nicht zu!
  • Das könnt ihr nicht mit … Das könnt ihr nicht mit Hartz Vier bezahlen.
  • [lacht] Machen aber ganz viele!
  • Äh. Ja. Und deswegen sind sie ja auch… Dümpeln sie vor sich hin!
  • NEIN! Viele verdienen mit anderem ihr Geld und machen dann halt äh frei Kunst. Ohne … Weil weil sie vielleicht WOLLEN, dass ihre Kunst nicht BEFLECKT wird von diesem Gedanken äh äh das Geld steht am Ende im Vordergrund. Bei dem, was sie schaffen. Das WOLLEN viele glaube ich gar nicht. Also ich wills zumindestens nicht. Da würde ich mich schlecht fühlen. Du kannst dir das gar nicht vorstellen! Weil… Ich… Ich glaube, viele wollen das nicht als Geschäftsidee wahrhaben. Du redest jetzt natürlich davon. Das ist dann Erfolg für dich. Und so weiter und so fort. Aber ich glaube, das wollen viele gar nicht.
  • [will unterbrechen]
  • DAS SCHÖNSTE IST DOCH… Das Optimalste wäre, wenn ich es nicht WILL…
  • Dann…
  • Optimal, wenn das, was ich mache, erfolgreich ist
  • NEIN NEIN NEIN NEIN! Wenn ich es nicht will. Nicht tue. Und wirklich nur das mache, was ich mache. Und DANN das plötzlich gesehen wird. Erfolgreich wird. Und ich wirklich dann für mich halt weiterhin das machen kann, was ich will. Und das würde erfolgreich. Dann habe ich doch das auch geschafft. Aber ich habe nicht das Businessmodell dadrüber gelegt. Von Anfang an. DAS wäre mir wichtig. [kurze Pause] Das ist ein Spagat…
  • DANN…
  • … am Ende.
  • Dann haben wir … dann haben wir aber auch diese Definition, dass es eigentlich kein kein … KÜNSTLER im berufstechnischen Sinne gibt. Also… Künstler ist kein Berufsbegriff. Weil ähm…
  • Ist es auch nicht. Aber Berufskünstler.
  • … Weil dann haben wir zum Beispiel doch den Maurer. Den wir heute schon einmal hatten. Der eben sein Geld mit Mauern verdient. Und das Geld, was am Monatsende übrig bleibt, das verwendet er eben in meinetwegen Kunst. Rakeltechnik. Oder hier diese Luftballons. Äh und hat sich da dann auch irgendwann einen Namen damit gemacht. Dann ist er Maurer UND Künstler zugleich.
  • Mhm.
  • So. Und dann kommt man aber auch in diese Sphäre, wo eben das doch manchmal eben gesagt wird: Du machst in deiner Freizeit … Du arbeitest bei der [Firmennamen ausgelassen] und in der Freizeit fotografierst du. Also da da liegt das immer so nah, das so abzutun. So semiprofessionell.
  • Mhm.
  • Ähm. Hobbymäßig. Das… das ist doch niemand, der Berufsfotograf ist. Oder der den ganzen Tag fotografiert. Ähm… das ist so diese diese Einstellung. Oft. Das man sagt: Künstler ist man entweder zu hundert Prozent oder gar nicht. So. Und wenn du aber sagst, dass hundertprozentige Künstler es gar nicht gibt, weil die müssen eben acht Stunden am Tag bei Kaufland an der Kasse sitzen und irgendwelche Fleischsachen über die Kassenteke ziehen, damit sie am Abend noch eins zwei Stündchen Zeit haben, um … weil sie sonst das Geld nicht hätten für…
  • Das ist jetzt deine EXTREME Vorstellung davon.
  • Ja.
  • Ich meine, jetzt schau mich doch mal an. Ich bin Programmierer und verdiene mit wenigen Stunden genug Geld, damit ich mir den Rest des Tages eigentlich mit dem, was ich würde wollen.
  • Du bist in gewisser Weise auch priviligiert. Ne? Also gucke dir doch mal deine Kommilitonen … Schau dich mal in deiner Klasse um. Und sage mir, womit die anderen in deiner Klasse tagsüber Geld verdienen, damit sie anschließend äh äh Kunst machen können. Und dann wirst du nicht viele finden, die so leicht so schnell Geld verdienen. Ne? Ähm äh. Ich glaube, es ist einfach NAIV zu denken, ich studiere da vier fünf Jahre und äh bin dann auf dem Markt und äh äh äh… Nur weil ich mich Künstler nennen darf… so quasi durch Urkunde… BIN ich auch ein Künstler.
  • Ne. Du kannst dich ja auch Künstler nennen, ohne einen Beruf…
  • Das ist mir zu zu kurz gedacht. Ne? Und und es ist wirklich … also ich wollte dir einfach mal…
  • ICH WOLLTE DIR aber… bevor du… Ich wollte dir sagen… Ich will dir bloß sagen, dass mein Eindruck von der Hochschule ist, wo ich jetzt Kunst studiere, der ist, dass die gar nicht das ZIEL haben, dass du am Ende auf dem Kunstmarkt bist.
  • Ja.
  • WARTE mal kurz.
  • Das glaube ich auch.
  • Da gäbe es dann mehr Kurse, wo es ums Geld verd…
  • Ja.
  • …ienen, um Marke Ich und so weiter… Da gabs einen ganz kleinen Kurs und so weiter.
  • Ja.
  • SONDERN DA… das finde ich aber so sympathisch.
  • Nein.
  • Ausdrücken, nicht Geld verdienen wollen
  • WARTE DOCH MAL! Das finde ich aber eben so symp… sympathisch. Weil da gehts wirklich eher darum, was willst DU eigentlich. Was willst du eigentlich ausdrücken? Worum geht es dir? Und das es nicht darum geht, was die ANDEREN in dir gerne hätten wollen. Wofür sie viel Geld ausgeben wollen. Das würde mich TOTAL nerven!
  • Das hat natürlich auch eine juristische Komponente. Stell dir vor, sie müssten garantieren, dass sie nach dieser Ausbildung äh qualifizierte Künstler auf dem Markt bringen. Die dann Geld verdienen können. Ja?
  • Das könn… das kann aber keiner. Ein Jurastudium kann das auch nicht…
  • Ja aber da gibts…
  • … leisten.
  • … Statistiken, das halt eine gewisse… auch bei den Be We Ellern … eine bestimmte Prozentzahl von diesen Menschen werden irgendwann einmal in diesen ganz klassischen…
  • Ja.
  • … Klischeeberufen arbeiten. Als Richter…
  • Ja.
  • … als Staatsanwalt, als äh ähm ähm Rechtsanwalt. Oder als Firmenanwalt. Und werden damit ihr Auskommen haben. Ein GUTES Auskommen.
  • Ja.
  • Hochschule kann Erfolg garantieren
  • Das kann diese Hochschule, je besser sie ist, kann sie das teilweise sogar GARANTIEREN. Das macht Harward zum Beispiel. Ja?
  • Ja.
  • Oder Princton. Die können garantieren, dass sechzig Prozent der Abgänger erfolgreich sein …
  • Ja.
  • … werden.
  • Vielleicht WILL das aber gar nicht eine Kunsthochschule gar nicht. Vielleicht hat sie im Hintergrund gar nicht dieses GELDLICHE.
  • Sie kann es nicht LEISTEN.
  • Sie WILL es vielleicht gar nicht! Das ist MEIN Blick.
  • Sie kann das niemals garantieren.
  • Okay. Du … du denkst, sie kann es nicht leisten, nicht garantieren. Und ich sage: Sie will es vielleicht gar nicht. Dann haben wir jetzt aber zwei unterschiedliche …
  • Das ist einfach nur ein cleverer Schachzug…
  • … Ansichten.
  • … es nicht zu wollen. Weil sie es nicht kann.
  • Du … Du siehst mich als Ausrede. Also das ich das als Ausrede verwende. Ich sehe das als ehrliche Antwort. WARUM muss die Kunst automatisch etwas mit Geld zu tun haben. Oder Geldverdienen haben wollen.
  • Ja.
  • Das MUSS… das …
  • Ja.
  • Das SOLLTE sie doch gar nicht.
  • Ich…
  • WEIL … WARTE MAL WARTE MAL! Dann wären wir doch wieder bei dem Punkt äh, wo ich meinte äh ähm würde… also entsteht nicht erst… also wenn Kunst abgelehnt wird. Und später dann erst berühmt wird, oder so. Oder … oder wenn du etwas ganz neues schaffst, was von den Leuten eben noch nicht verstanden wird. Dann kann es trotzdem äh der START von etwas ganz Neuem gewesen sein, worauf ganz ganz viel anderes danach fußen wird. Aber dieses Neue wäre doch nie entstanden, wenn du wirklich auf ner Marketingschule gewesen wärest. Namens Kunststudium. Wo du halt eigentlich bloß lernst, wie schaffst du es, in dem Kunstmarkt äh viel Geld zu verdienen.
  • Das ist ja nur eine ANNAHME von dir.
  • Ja. Von dir war das aber auch eine Annahme. Ich weiß zwar nicht was [lacht], aber … JETZT werde ich hier wild! SO!
  • [lacht]
  • Äh…
  • Wir machen…
  • Das schöne ist doch äh, dass du mich nicht überzeugen musst. Von deiner Ansicht. Sondern du wolltest mich interviewen, wie ICH bestimmte…
  • [unterbricht laut] ICH ESSE WEITERHIN BÄRCHEN. PÄRCHEN. [lacht]
  • Alexanders Theorie
  • Ja. Pass auf. Ich wollte dir meine Theorie… [lautes Rascheln] … noch einmal erklären, warum ich… [Rascheln wird lauter] … warum ich nicht Quadrat…
  • [lacht]
  • … plus Dreieck, sondern Dreieck plus Quadrat…
  • Das hab ich schon verstanden. Aber es stört mich richtig.
  • Ja, ich wollte es dir aber noch einmal … noch einmal sagen. Weil es mir wichtig ist. [3:00:20]
Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger
Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger
Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906
Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906
Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502
Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502
Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70x100cm für 3,90 EUR
Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70x100cm für 3,90 EUR
Kunst 1 0
Künstler-Signatur voll ausgeschrieben, abgekürzter Vor- und/oder Nachname, Anfangsbuchstabe (Monogramm), figürliches oder symbolisches Zeichen seit Antike bekannt, Vasenmaler Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger kuenstler-signatur4-k.jpg Verbreitung Künstlersignatur seit Renaissance mit veränderter Rolle Künstler Picasso Pablo Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906 kuenstler-signatur2-k.jpg Picasso Pablo Picasso, nur Nachname mit Unterstrich, wirkt sehr selbstsicher gegenüber Vor- und Nachnamen bei mir: Fröhlich Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502 kuenstler-signatur3-k.jpg Signatur passt gut zu Grafiken bei mir: FR, doppelt leicht nebeneinander, steht für FR-iedrich FR-öhlich vlt. anfangen mit Friedrich Fröhlich, zu F. Fröhlich, zu Fröhlich davor keine Signatur: unsichere Phase, eigene künstlerische Arbeit in Frage gestellt nach Fröhlich evtl. wieder keine Signatur: Vergänglichkeit akzeptiert, stehe über persönlichem Ruhm, Markierung würde zu verhüllten Arbeiten passen Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70x100cm für 3,90 EUR kuenstler-signatur1-k.jpg Archiv Sammlerstempel / Künstlersignaturen / Monogramme Standpunkt schon vor Jahren viel zu viel signiert, wahllos versuchen das rückgängig zu machen, übermalen, überzeichnen, ausschneiden auch wenn Verhüllung selber nicht das Kunstwerk: evtl. auf Rückseite signieren, stellvertretend für nicht sichtbare Arbeit Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • So und da gabs dann auch Sachen, wo ich dachte: Ja, jetzt ist das Bild fertig. Und er hat aber für sich festgehalten: Das ist nicht fertig. Und am Ende sah das Bild ganz anders aus.
  • Mhm.
  • Und genauso gabs auch Momente, wo er Farbe drüber gezogen hat und ich dachte: Naja, äh, auf Rot hätte ich jetzt nicht Gelb drübergezogen. Sieht ein bisschen kacke aus. Äh und er selber hat dann auch alles hingeworfen und hat gesagt: Heute ist nicht mein Tag! Also das hat mich beeindruckt.
  • Mhm.
  • Ähm also ähm … er … äh … er gibt schon mehr hinein. Aber um deine Frage zu beantworten: Ich glaube nicht, dass er in dem Moment Moment, als er das gemacht hat, … Achso. Du hattest … du wolltest ja wissen, ob er sich Gedanken über die Größe gemacht hat. Ich …
  • Ne. Größe nicht.
  • Also. Na du sagtest …
  • Ob es ihm vordergründig UM die Größe, um die Materialität, oder ob da noch irgendeine andere Intention Intention bei ihm…
  • Also ich glaube…
  • …war. Will er was verarbeiten? Oder keine Ahnung was.
  • Ja. Also…
  • Ich kenne ihn jetzt nicht so.
  • Ähm. Ich glaube, dadurch, dass er so viel experimentiert, auch mit unterschiedlichen Sachen… Er hat ja noch eine Zeit lang fotografiert.
  • Ja.
  • Also ganz weit weg von der Malerei. Er sucht halt seinen Weg. Und den sucht er glaube ich heute noch.
  • Als Millionär.
  • Äh ähm… Und äh… Ich glaube, dass er eben in dieser Form genau das gefunden hat, was er in dem Moment Moment finden wollte. Oder wo nach er gesucht hat.
  • Mhm.
  • Äh. Wo ich mir aber fast sicher bin, ist, dass… dass er auch diese Größe gewollt hat. Ähm … weil er vielleicht gemerkt hat, dass äh äh … dass äh die selbe Technik in klein passt nicht zu ihm. Wirkt nicht zu ihm. Ist nicht das Ergebnis, was er haben möchte. Ähm… und da bin ich mir fast sicher, dass er… JA, er hat nach der Größe gesucht.
  • Schaffen für Geschäftsidee
  • Er hat aber da… Also … Hat er dabei schon an eine Geschäftsidee gedacht? Oder so ans Geld verdienen? Deshalb die Größe? Oder denkst du, er hat die Größe gemacht, um mehr Ausdruck reinzubekommen. Was er … wo er denkt… mehr reinstecken zu können.
  • Also ich glaube, da muss man ganz doll differenzieren. In dem Moment Moment, wo er das gemacht hat, wollte er sich wahrscheinlich selbst verwirklichen. Und wollte … wollte zeigen… äh… welche Befähigung, welche Begabung er hat. Ja? Was er besser vielleicht machen kann als andere.
  • Mhm.
  • Alleinstellungsmerkmal
  • Vielleicht hat er auch nach einem Alleinstellungsmerkmal gesucht.
  • Das ist schon wieder Marke. Das ist schon wieder Geschäft.
  • Ich ich ich… weiß es nicht. Ob er sich genau diese Gedanken gemacht hat. Aber ich könnte es mir vorstellen. Wenn ICH es machen würde, würde ich so kopfmäßig rangehen. Deswegen bin ich vielleicht auch kein Künstler.
  • Krankenkassen-Mensch!
  • Auch kein Krankenkassen-Mensch! Äh. Was aber im Nachhinein sich herausgestellt hat… und das ist das Coole daran…, dass nämlich das, was er geschafft hat, ein Geschäftsmodell ist und auch marktfähig ist. Und das schaffen nur wenige… Künstler, die sich Künstler NENNEN. Nämlich genau das. Das schaffen SO wenige. Und er gehört dazu. Und er hats geschafft. Äh. Und das BEWEISST mir, dass, wenn jemand etwas macht, nur des Machens wegen, aber dieses Ding wird NIE einen materiellen Wert bekommen. Dieses Ding wird nie eine Marktfähigkeit bekommen. Dieses Ding wird sich nie zum Geschäftsmodell entwickeln. Dann wird das NIEMALS diese Aufmerksamkeit erregen. Da bin ich mir GANZ GANZ GANZ sicher.
  • Hat aber nichts damit zu tun, äh, also was du unter Kunst verstehst. Das ist lediglich geschäfts…
  • Das sind unterschiedliche Dinge. Also…
  • Okay.
  • Was ich unter Kunst fasse und äh was Kunst wird…
  • Aber Geld kommt VIEL bei dir vor. So. Geschäftsidee hast du ja als Grundlage… als Ausgangspunkt gesehen. So. Das ist…
  • Geschäftsmodell.
  • Geschäftsmodell. Kunst als Geschäftsmodell. Genau.
  • Kunst ist…
  • Ist…
  • … Geschäft.
  • … Geschäftsmodell.
  • Wie hab ichs gesagt?
  • Na KUNST IST GLEICH GESCHÄFTSMODELL.
  • Genau. Kunst ist auch… ist Geschäftsmodell. Genau.
  • Mhm.
  • Mhm. [kurze Pause]
  • Warte mal ganz kurz.
  • DENN WENN…
  • ICH FINDE…
  • … KEIN Geschäftsmodell wäre…
  • Ja.
  • … wenn der Künstler nicht den Anspruch hätte, damit Geld…
  • Ja.
  • … verdienen zu wollen, verdienen zu müssen… Ähm… Würde es irgendwann NICHT in den teuren Galerien, in den…
  • Ja.
  • … teuren Museen hängen.
  • Ja.
  • Es würde NICHT von Sammlern gesammelt werden und es würde nicht hinter Tresorräumen verschwinden. Es würde NICHT in äh Räumen hängen, die hochklimatisiert, hochgesichert sind. Ähm… ähm… ja. Punkt.
  • Geradenbilder als Marke
  • Ich äh hatte halt… also ich hab mir darüber auch schon Gedanken äh gemacht. Was wäre, wenn ich jetzt ähm äh plötzlich bekannt werde. Mit den Geradenbildern. Eben so. Und hab mir dann die selbe Frage bei Leuten gestellt, die eben schon bekannt, berühmt, mit irgendeinen…
  • IN diesen SEHE ich übrigens ein Geschäftsmodell.
  • Ich weiß! Ich weiß! Das hast du mir stän… ständig gesagt.
  • Ja.
  • Ähm… das…
  • Ich sehe auch einen Marktwert darin.
  • JA. Ich weiß. Aber das … Ich fühle mich extrem unwohl, wenn ich das … wenn ich darüber nachdenke, dass das zu einer Marke wird. Und ich am Ende… glaube ich… äh nur noch etwas schaffe, ähm, weil es eine Geschäftsmodell … weil ich es als Geschäftsmodell betrachte. Und nicht weil ich damit etwas ausdrücken oder etwas … etwas aus mir rausholen möchte. Was … was raus wollte. Warum… Wo ich halte DENKE, das Kunst etwas sein sollte, was… was irgendwie aus dem Künstler heraus WILL. So. Und nicht etwas, was … was … was die da draußen WOLLEN. Weißt du? Nicht… nicht extrinsisch. Sondern intrinsich. Sollte die Motivation … DENKE ICH… sein. Das wäre mein Ideal. So. Und wovon du aber immer redest, ist schon extrinsich. Also es kommt von Außen so. Die Bestätigung kommt. Also macht man noch mehr. Noch größer vielleicht. Äh noch mehr Bestätigung kommt. Man kann damit Geld verdienen. Das ist ein Geschäftsmodell. So. Ähm… Ich… [2:31:15] [kurze Pause]
  • Denkst du jetzt aber wirklich… ich meine, ich stehe dem halt kritisch gegenüber… Denkst du denn jetzt wirklich, dass … dass die Künstler, oder die Kunst, die nicht ähm nicht groß, nicht bekannt und nicht viel Geld kostet, dass die deshalb weniger äh Kunst ist? In dem TRICHTER weiter in …
  • Okay.
  • … In deiner TRICHTER-Idee ja nicht so weit vorkommen. Wie…
  • Meine Angst vor Bekanntheit
  • Ja. Also um es mal ganz … ganz HART äh zu formulieren. Äh, es tut mir Leid, dass du Angst hast, bekannt zu werden.
  • Das ist mein Minderwertigkeitskomplex.
  • Das … äh mal so ganz hart formuliert. Die Frage, die du gerade gestellt hast: Ähm, jeder kann sich selbst im Leben verwirklichen. Ja? Und und und wenn sich da jemand selbst verwirklichen will, in dem er Bildchen malt, äh Tonschälchen bastelt …
  • ACH SCHÖN! Das will ich auch!
  • Klangmelodien… äh… schafft.
  • So hobbymäßig meine ich! Einfach.
  • Ähm… ähm oder kleine Häkeldeckchen …
  • JA!
  • … macht. Oder ähm … für den Dackel kleine Söckchen strickt. Äh also jeder kann sich selbst verwirklichen, im Leben. ABER äh soll sich doch bitte nicht als KÜNSTLER bezeichnen.
  • Also die Sachen würdest du nicht gleich in ein Museum reinstecken. Sondern das soll halt jeder für sich selber sozusagen abmachen.
  • Das ist … das ist eigentlich ganz toll, dass äh äh, dass wenn man etwas macht, was ihm … was ihn befriedigt.
  • Ja.
  • Geld verdienen, um sich zu verwirklichen
  • Was ihn glücklich macht. Äh. Das hat man … das wird zunehmend seltener. Ja? Im Leben. Weil manche haben das Gefühl, sie müssten arbeiten gehen, äh, um äh Geld zu verdienen. Und äh sie verlieren so schnell aus dem Blick, dass das Geld eigentlich ja nur dazu dienen soll, um zu LEBEN. Nämlich um sich seine Träume zu verwirklichen. Ähm… ähm… Und wenn es jemanden gibt, der sagt, ich mache etwas, was mich glücklich macht, das macht mich aus, aber ich muss damit kein Geld verdienen. Ich bleibe mein Leben lang arm. Dann ist das schön. Aber…
  • Das kann trotzdem große Kunst sein. Oder nicht?
  • Äh.
  • NACHTRÄGLICH. Meinetwegen.
  • Es kann…
  • Nach dem Tod.
  • … in seinen Augen große Kunst.
  • Ja.
  • Ähm. Dadurch, dass es vielleicht den größeren Markt nicht zugänglich wird, äh, wird man nicht aufmerksam darauf. Und ähm es wird sich auch kein Sammlerwert BILDEN. Ähm. Ob es nach dem Tod…
  • Naja, das ist eigentlich uninteressant.
  • … dazu führt… Das weiß man nicht. Und vor allen Dingen: Der, der … derjenige, der das geschaffen hat, wirds nicht mehr erfahren. [kurze Pause]
  • Was ich ähm… Ich lese gerade ein Buch. Äh ähm… von ähm … Sol… Zola. Das Werk.
  • Mhm.
  • Und auch in anderen Büchern… Ich habe jetzt ein paar Bücher gelesen über Künstler, wie sie über über Kunst denken. Und das sind so manchmal äh Erzählungen. Wo erzählt wird von einem Künstler, von einem Maler und wie er lebt und und …
  • Ja.
  • Ideal: Kunst soll Künstler überleben
  • … und woran er zweifelt. Und so weiter. Und bei dem jetze… ähm… kommt für mich zum Beispiel raus, was ich sehr sehr mag, das ist halt so ein Ideal, dass äh dass der Künstler etwas schafft, ähm, was ihn überleben soll. Das … das ist irgendwie so der Drang, etwas bleibendes zu schaffen. Und das alles ähm eigentlich ziemlich schnell vergeht. Der Körper vergeht. Die Gedanken gehen weg. Aber wenn du halt eine Statue machst… das war noch von einem anderen Buch, was ich gelesen habe… ich suche das noch raus… ähm… äh… das überlebt in einem Kloster. Da gings um eine Marienstatue. Glaube ich. Das überlebt sein eigenes kleines irdisches Leben. Er kann sich sozusagen äh froh darüber sein, er hat etwas geschaffen, was die Welt überdauert. So. Das ist halt so… so eine Idee von: Kunst wäre etwas höreres. Etwas, was viel weiter reicht als ein menschliches Leben kann. Und wenn du halt von den Häkelsachen redest oder so, dann ist das halt etwas, was tatsächlich bloß in diesem einen Menschenleben etwas bedeutet. Wenn wir aber über große Skulpturen … also in Kirchen oder so… reden, dann ist das ja schon etwas, was geschaffen wird, was den Menschen überdauern soll. Die Generation. Und ich denke, genauso ist das auch bei solchen Werken, die dann groß gekauft werden. Irgendwie. Die werden ja nicht gekauft… spekulativ halt…, dass sie ähm wenn der Künstler tot ist, plötzlich auch nichts mehr wert sind. Sondern die werden ja maximal in ihrem Wert netterweise steigen. So. Ähm. Also dass das eine Motivation für einen Künstler ist, ähm, etwas zu schaffen… NICHT wegen des Geldes jetze… was es JETZT gibt. Sondern sondern wegen dem, dass es sein Leben… sein kurzes kleines irdisches Leben, überdauern wird. Kannst du das nachvollziehen? Als Idee? Ich hatte es jetzt halt bloß in einer Erzählung gehört und…
  • Mhm.
  • … war BEGEISTERT davon. So dieses … dieser DRANG halt äh ähm dieses kleine Leben zu … zu … WOBEI, in diesem … NE… Das war von Hermann Hesse. Narziss und Goldmund. Da ähm der hat dann aber eingesehen, ähm, dass auch diese Statuen irgendwann einmal ähm verschwinden werden. Und so weiter. Also das auch das vorbeigehen wird.
  • Ich kann es… Ich kann es nachvollziehen.
  • Wäre das für dich ein Grund, eine Motivation für einen Künstler, was zu machen? Außerhalb des Geldes?
  • Das mag auch… Das mag auch ein Baustein durchaus sein. Als als Antrieb. Als Motivationshilfe. Aber das ist mir zu eindimensional. Das ist mir zu … das ist mir zu flach gedacht. Weil …
  • Ich denke NUR flach.
  • … ähm… ähm… Auf der einen Seite zeigt es halt so ein bisschen Selbstzweifel auf… ähm…
  • Aber SOWAS von. Natürlich!
  • Wer bin ich. Was bin ich. Was macht mich aus.
  • Ja. Und was mach ich für ein Zeug da eigentlich?!
  • Was hinterlasse ich. Welchen Fußstapfen.
  • JA!
  • Und wenn man schaut, wie viele Milliarden… Wieviele Menschen leben eigentlich…
  • Ja.
  • … auf diesem Planeten?
  • Siebenirgendwasmilliarden.
  • Siebennochwasmilliarden. Äh äh.
  • AKTUELL. Es haben aber schon viel mehr gelebt. Ne?
  • Und und äh und wie schlimm wäre es, wenn jeder das Gefühl haben muss, er müsse was hinterlassen! Auf diesem…
  • Ja.
  • … Planeten. Ja?
  • Dann wäre die Umwelt kaputt.
  • Vergänglichkeit in der Kunst aufhalten
  • Und äh vor allen Dingen auch diese ANGST vor Vergänglichkeit.
  • Ja.
  • Die wir Menschen ja auch haben. Also auch die die Angst ähm unsere Jugend zu verlieren. Ja?
  • Die steckt… Das … das steckt übrigens in vielen Skulpturen und so weiter drinne. Wenn du dich als Junger fotografierst…
  • Natürlich.
  • … oder ein Objekt machst… Du … Da konservierst du die Jugend. Auch wenn sie tot ist.
  • Natürlich.
  • Aber du willst ein Bild festhalten. So.
  • Ähm.
  • Von damals.
  • Angst/Zweifel Zweifel als Antrieb
  • Aber das als Antrieb zu nehmen. Diese ANGST als Antrieb zu nehmen, dass mag ein Baustein sein…
  • Zweifel Zweifel.
  • Das mag auch … ja oder auch Zweifel Zweifel… mag auch in gewissen Situationen helfen. Aber ähm ich würde es niemals äh als Alleinstellungsmerkmal nehmen. Weil es gibt so viele andere Dinge die die auch mich überdauern. Also sei es darum, dass ich ein Kind zeuge. Das wird mich überdauern. Ähm… sei es, dass ich ein Haus baue. Das wird mich überdauern. Sei es, dass ich einen Wald anpflanze. Auch dieser wird mich um hunderte von Jahren überdauern. Ähm… äh… Also dieses ähm… Ja auch die Ägypter. Die hatten ja schon die Pharaonen. Die hatten ja wahrscheinlich auch schon dieses Verständnis, dass die Zeit, die danach kommt, ja?, dieses Überdauern und so… Ist mir zu… einfach. Aber ich kanns nachvollziehen. Ja.
  • Ja. Das führt auch gerade in eine falsche Richtung. Weil ich gerade merke, dass kriegst du als Ausstellungsbesucher nie mit. Wenn du so ein Bild siehst. Oder hier so [nicht verständlich, 2:38:30]
  • Das ist ja auch eine subjektive Einstellung. Des Künstlers.
  • Naja, aber der schafft das ja. Und du siehst das, was er geschaffen hat. Und wenn du nicht das siehst, warum er das geschaffen hat, …
  • Nagut. Der nächste sagt halt, äh, ich wurde in der Schule immer gehänselt und will jetzt beweisen, dass ich erfolgreicher bin als alle anderen. Aber das ist eben so eine … so ein subjektiver Ansporn. Den … den… den man nicht sehen kann. Ne?
  • Aber dir geht es jetze wieder um den Erfolg. Den hast du jetzt wieder reingebracht.
  • [räuspert sich] Naja. Wenn…
  • Mir ging… mir ging es um ZWEIFEL. [lacht]
  • Ja aber ganz ehrlich. Wenn KUNST wirklich den Künstler überdauert…
  • Ja.
  • … dann hat das doch was mit Erfolg zu tun.
  • ABER…
  • Denn wieviel Kunst wird GESCHAFFEN, was gerade den Künstler NICHT überdauert.
  • Im Keller mindestens schon.
  • Hobbykünstler Hobbykünstler und deren Potential
  • Also und vor allen Dingen… Ich habe jetzt äh äh äh ähm… Achja genau! Ähm… Bei uns auf Arbeit war so ein Fotowettbewerb ausgerufen. Und auch FOTOS können Kunst sein. Ähm und da hatte er äh äh geschrieben, dass er von TAUSEND Bildern, die er gemacht hat, EINS hat er jetzt gefunden, was so passt, was er jetzt auch zeigen will. Und womit er sich auch für diesen Wettbewerb beworben hat.
  • Das war aber ein Mitarbeiter bei dir. Also der…
  • Äh…
  • … eigentlich kein Künstler ist.
  • Genau. Aber sehr sehr professionell. Und äh das waren alles Mitarbeiter, die sich für diesen Fotowettbewerb äh beworben haben.
  • Okay.
  • Und ich war BEGEISTERT, wie… wieviele äh … was für POTENTIAL in den Mitarbeitern steckt. Also was die vielleicht als Hobby machen, wo ich sagen kann: Ey, ihr braucht das gar nicht als Hobby machen. Ihr könnt damit Geld verdienen. Ihr könnt professionell ähm Kalender gestalten. Ihr könnt damit Fotoleinwände machen. Ihr könnt… so TOLLE Sachen mit dem machen, was ihr da äh in eurem Hobby… äh … Freizeit macht.
  • DU siehst es wieder als Geschäftsmodell. Da haben wirs gerade wieder.
  • Ähm. Ihr könnt damit…
  • DAS IST OKAY. Ich wollte es nur noch einmal…
  • … Geld verdienen. Ja.
  • Ja.
  • Das hab ich gedacht in dem…
  • Okay.
  • … Moment Moment. Das hab ich gedacht.
  • Aber Geld verdienen ist ja nicht gleich Kunst.
  • Aber sie verdienen ihr Geld mit anderen Dingen. Aber genau… Genau… Das wäre das nämlich auch. Wenn man so ein Bild sieht, was den ersten Platz im Fotowettbewerb gemacht hat. Äh und dann jetzt in eine Dauerausstellung geht. Äh, bei den einzelnen Regionalstellen der… der Rentenversicherung. Äh oder vielleicht auch im öffentlichen Raum ausgestellt wird… Muss man schon sich die Frage gefallen lassen: Ist das nicht auch ein Künstler? Ja? Ist das nicht auch Kunst, was er dort geschaffen hat.
  • Hast du aber nicht vorhin gesagt, oder ich hab das gesagt, wenn es bloß einmalig ist oder so, dann dann muss etwas wiederholt werden. Da muss…
  • Also jemand, der TAUSEND Fotos macht um ein gutes zu finden…
  • … und nur EINMAL auszustellen.
  • … ist nicht … ist nicht der, der äh äh der der das nur einmal macht. Sondern er zeigt halt eine Wiederholungsabsicht. Und er wird weiter fotografieren. Er wird sich bei weiteren Wettbewerben beteiligen. Er wird weiterhin hoffen, dass seine Kunst … seine ART… sein Schaffen… gezeigt wird. Und damit äh gehört er schon einmal mit in diesen Trichter äh Kunst zu machen.
  • Einschränkung in Größe wegen fehlendem Atelier
  • Geschäftsmodell. [lacht] Tschuldigung. Ääähm… Dein kleines Bild. Warum hast du das gemacht? [2:41:25]
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
Kunstbegriff Anfänge der Kunst bei Höhlenmalereien aus ausklingender Altsteinzeit findet Trennung statt (zwischen magischer und mitteilender Kunstrichtung) in Südfrankreich und Nordspanien mit religiös-zauberischem Gehalt haben optisch-ästhetische Seite betont an ostspanischen Felswänden wollten eher etwas mitteilen zeigt 2 Möglichkeiten der Kunstbetätigung, mit Eigenarten bestimmter Völker weniger ein Fortschritt zu erkennen, als ein nebeneinander starker Kunstreiz geht von Behandlung Toter aus in mexikanischer Kultur wurde Asche des Toten oder Gebeine mit verarbeitet daraus sind Kunstgebilde, Figuren, Statuen entstanden Unzahl an Ritualen entstanden in Mexiko u.a. kleine Holzstatüttchen von Totem geschnitzt, verbrannt und beerdigt Schnitzwerk und Puppen u.a. als Ornamente verwendet Figuren sind oft Mischwesen behandeln Vorstellung von Mythen oder Auffassungen von Beziehung Mensch zu Tier weiterhin soziologische Anlässe als Auslöser für Kunstbetätigung wie Erntefeste, Siegesfeiern, Huldigungen von Häuptlingen, Fürsten und Königen Verehrung persönlicher Macht und Einfluss lebender und toter Herscher gehört zu stärksten Anreizen für Schaffen von Kunst soziologische Faktoren in höheren Gesellschaften mehr entwickelt als bei niedrigeren Gesellschaften, wo Zauberische größerer Einfluss hat daran knüpft Ästhetisierung des Schaffens an hat erst in Hochkulturen zur Verselbstständigung der Kunst als Leistung geführt nicht bewusst dazu entschlossen, eher durch Reize geweckt, ausgebildet, befördert Frage, ob das, was wir Kunst nennen, für Naturvölker auch Kunst ist frühere Ansicht, Kunst wäre aus dem Spiel hervorgegangen heute eher Zauberei als Auslöser für Kunst angesehen für Naturvölker war Kunst kein Spiel oder Zauberei Zauberei wird etwas bezeichnet, was im nachhinein als nicht logisch(?) bezeichnet wird im Moment Moment des Schaffens ist es etwas verständliches Begriffe wie Familie, Geld, Religion, Staat etc. müssen immer im Verhältnis zum Kultur- und Wirtschaftsleben einer Personengruppe gesehen werden Begriff Kunsthorizont und Kunstspähre Kunsthorizont: Ergebnis aus Zusammenwirken technischer Bedingtheit als Ergebnis aus Möglichkeiten der Kunstgestaltung in einer technischen Fortschrittsstufe zu betrachten Kunstspähre: konkrete Kunstgestaltung tritt als Ergebnis von Wechselbeziehungen in Erscheinung entscheidend bei Kunstspähre ist historisch einmalige individuelle Gestaltung traditionelle Techniken immer von geographischen Umweltbedingungen abhängig (weiter ab S. 259) Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Kann sein. Ja. Ist so. Ja.
  • Und er hatte dann aber bestimmt eben KEIN Geschäftsmodell dahinter. Und er hatte … weißt du, was du da so gesagt hattest …
  • Wovon hat er denn gelebt?
  • Ähm der hat von seinem Bruder glaube ich gelebt, der ihm immer wieder Geld gegeben hatte. Theo van Gogh Vincent van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh Vincent van Gogh theovangogh-k.jpg
  • Und das ist das, was ich gesagt hatte. Wenn …
  • Und er hat zurückgezogen dann gelebt. Das ist aber kein Geschäftsmodell. Da kann ich Hartz 4 auch als Geschäftsmodell …
  • Ja, wenn jemand keine … wenn jemand keine anderen Geldquellen hat …
  • Ja.
  • Ja? Dann ist er gezwungen mit dem was er schafft … mit seinen Händen schafft …
  • Mhm.
  • … auch Geld zu verdienen. Seinen Unterhalt zu verdienen.
  • Dann kommt er aber in eine Zwickmühle. Dann will er zum einen hochwertig … also Kunst schaffen, die sozusagen …
  • Der muss das in Einklang bringen. Ja. Genau.
  • Das kann man gar nicht glaube ich. Du bist dann da immer im-im-im…
  • Ich glaube man kann es wohl. Er konnte es.
  • Ich kann es nicht.
  • Aber Jeff Koons Jeff Koons konnte es.
  • Der hat aber das als Thema glaube ich genommen.
  • Das mag ja sein. Aber …
  • Und wenn du das als Thema nimmst, dann verarbeitest du das so.
  • Er hat … Das passt in unsere Zeit rein.
  • Ich meine, Richter hat das am Ende ja auch gemacht.
  • [lacht]
  • Weil er eben … weil es vielleicht doch ein Stück weit Berechnung ist. Also … auch der Markt ist berechenbar. Kunst = Kapital, Joseph Beuys Joseph Beuys, 1979 kunstkapital-k.jpg
  • [kurze Pause]
  • Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Robert Rauschenberg
  • Wollen wir kurz Gerhard Richter Gerhard Richter noch nehmen?
  • Ähm. Wir können über MEIN Bild sprechen.
  • Na das meine ich. Genau das … White Painting Robert Rauschenberg von Rauschenberg Robert Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung wohnungbild3-k.jpg
  • Du möchtest ja da auch ein Foto von machen.
  • Du hast ja hier zwei zwei Sachen. Du hast ein White Painting Robert Rauschenberg von …
  • Ja. Gerhard Richter Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung wohnungbild1-k.jpg
  • … von von von Rouschenbörg. Und du hast ein … ein ein wie heißen die Bilder von dem? Äh diese großen … Haben die irgendeinen Übertitel? Rakelbilder oder so?
  • Nein, es ist auf jeden Fall eine Rakeltechnik.
  • Rakeltechnik von Gerhard Richter Gerhard Richter. YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus rakeltechnik-k.jpg
  • Genau.
  • Zwei Originale hast du hier. Aber … naja, man sieht ja den Unterschied …
  • [lacht]
  • … anscheinend nicht. Außer das jetzt die Größe ein bisschen unterschiedlich ist. Vielleicht.
  • Vielleicht.
  • Du hast ja mal Gerhard Richter Gerhard Richter gesehen.
  • Ja.
  • So. Da war so ein großes Bild. Oder?
  • Ja.
  • Was … was … so in deiner Erinnerung … Was hat das bei dir so ausgelöst. Oder oder warum … oder was steckte dahinter. Was war dein … Zugang.
  • Das Kuriose war, das war auch in einer einer äh äh in der Tate Gallery in in London …
  • Mhm.
  • … war das. Ähm.
  • Großer Streit mit Christian. Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1 christiancollage-k.jpg
  • UND äh … auch wieder die SCHIERE Größe. Also anders. Ich muss sagen, ich kannte Gerhard Richter Gerhard Richter vorher gar nicht. Ich wollte in dieses Museum. Dieses Museum hat halt eine Dauerausstellung und äh eine äh Ausstellung ähm … für … bestimmte … also …
  • Ja.
  • … Themenausstellungen.
  • Ja.
  • So. Und ähm ich bin mit meiner Karte äh für die Dauerausstellung NICHT in seine Ausstellung reingekommen. OBWOHL es im selben Haus war.
  • Mhm.
  • Großes Bild von Richter
  • Sondern ich bin nur äh in den Vorraum gekommen, wo äh seine Kunst auf Postkarten und Plakaten und äh seine gedruckten Bücher äh ähm … Und im Foyer hing EIN einziges Bild.
  • Mhm.
  • Von ihm. Abgesperrt.
  • Mhm.
  • Äh äh ähm mit einer Kordel.
  • Mhm.
  • Und die Leute haben gekauft WIE VERRÜCKT! Und die Plakate die waren auch relativ teuer glaube ich. Zwanzig… dreißig Euro. Eins. Und das war mäßig klein, muss ich mal sagen. Ähm. Also äh äh diese Farbdrucke äh die haben überhaupt nicht so gewirkt wie das Original. Und ich hab mich gefragt: Mensch Leute, warum gebt ihr soviel Geld für etwas aus, was gar nicht wirkt?
  • Mhm.
  • Und ich stand vor diesem RIESIGEN Bild. Äh an dem übrigens viele vorbei gelaufen sind. Ich konnte es nicht verstehen. Weil es war wie so ein Kassenbereich äh gestaltet. Und ich war so beeindruckt. Von der GRÖSSE. Und, dass man Farbe über die Leinwand geschoben hat. Und das war äh wie Drei-De hat sich das angefühlt. Weil diese vielen vielen Farbschichten haben halt äh so Höhen und Tiefen abgebildet. Ähm. Dass man das so SEHEN konnte. Das war fass-bar. Gerhard Richter Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011 rakeltechnik2-k.jpg
  • Mhm.
  • Ähm. Äh und und diese Kombination … diese Farbigkeit … diese Größe … äh … dann noch, dass es Öl ist. Also ich mag einfach Öl unheimlich gerne. Ich würde Ölfarbe IMMER Acrylfarbe vorziehen. Äh. Ähm. Oder auch ähm Buntstiften. Oder was auch immer. Ähm. Äh. Und ich war so begeistert, dass ich … als ich nach Hause … ich hab mir seinen Namen gemerkt … Als ich nach Hause bin, dass ich mehr über ihn erfahren wollte.
  • Gerdie! Gerdie! Gerdie!
  • GEEEERDI! GERDIE! GERDIE! Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich autogrammkarte_508-k.jpg
  • Und ich bin in die äh Bibliothek gegangen, um mir dort eine DVD über ihn auszuleihen.
  • Da gabs … also da … du meinst aber nicht die letzte Dokumentation. Die hatte ich dann nämlich auch gesehen. Wo er in seinem Atelier ist, in dem neuen großen schönen …
  • NE. Nene.
  • Wo er dann geplant hat, die Ausstellung.
  • Ja. Nene. Ähm spannend war … das ist ja jetzt schon ein paar Jahre her … Äh ich hab geguckt, wer sind seine äh äh Kunstschüler. Weil äh er ist ja auch MEISTER. Und hat … ich weiß nicht, wie man das nennt, glaube ich … Meisterschüler oder sowas …
  • Könnt i och noch werden!
  • Und ich hab sofort ähm im Internet nach den ihren Arbeiten gesucht. Weil ich wollte schauen…
  • Ja.
  • … inwiefern SEINE Technik sich in IHRER Kunst wiederspiegelt.
  • Gabs da was? [2:20:00]
  • Norbert Bisky Norbert Bisky
  • Ähm. Äh nicht wirklich. Aber wo ich es gefunden habe, war äh äh von … ähm… von Norbert Bisky Norbert Bisky. Norbert Bisky Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann norbertbisky-k.jpg
  • Mhm.
  • Er war ja auch äh Meisterschüler von Baselitz . Glaube ich. Und der hat …
  • HA-GE-BE LEIPZIG.
  • Und der hat äh … auch Japaner sind dabei. Und da gibts welche, die eigenartiger Weise ähnliches machen wie äh Norbert Bisky Norbert Bisky.
  • Du kannst jetzt aber nicht sagen, ob das … Sondern es kann ja sein, dass sie gleichzeitig damit angefangen haben. Das passiert in der Kunstgeschichte auch manchmal, dass sie …
  • Sie waren zur selben Zeit …
  • … gleichzeitig …
  • … glaube ich sogar Meisterschüler bei bei Baselitz waren.
  • Okay.
  • Meisterschüler von Baselitz
  • Äh und äh dann hab ich geschaut, ob Baselitz diese spezielle Technik hat. Und habe sie auch nicht wiedergefunden. Und war aber trotzdem beeindruckt, dass scheinbar zwei Musterschüler äh…
  • Meisterschüler.
  • … so … oder Meisterschüler… äh in die ähnliche Richtung gegangen sind. Das hat mich total fasziniert. Ähm und das hab ich bei Gerhard Richter Gerhard Richter auch gesucht. Ähm und ich muss auch sagen, dass ich dann auch äh gesehen äh geguckt habe, was Gerhard Richter Gerhard Richter aktuell macht. Äh zum Beispiel diese kleinen äh farbigen Quadrate, die da aneinandergesetzt sind und sowas … Und ich …
  • Richter-Fenster am Kölner Dom
  • Pixel.
  • … muss sagen … mh?
  • Pixel, die in dem Dom … Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking richterpixel-k.jpg
  • Pixel, ja genau.
  • … auch sind.
  • Und ich muss sagen, dass mir… dass mich das weniger berührt hat. Das äh das das ich dachte: Okay. Mach was du willst. Aber wenn du mir einen Gefallen tun willst, mach weiterhin die Rakeltechnik. Bis an dein Lebensende. Mehr musst du nicht mehr machen. Damit begeisterst du mich. [kurze Pause]
  • Okay. Ganz kurz. Wieder Technik, das Material, die Größe war wieder irgendwie ein … Das finde ich schön! Dass wir sozusagen …
  • Das ist mein Zugang, ja.
  • Materialität im Vordergrund
  • Na das ist doch schön! Wir haben jetzt [unverständlich, 2:22:05] Jetzt frage ich dich … äh dass hat jetzt zwar nichts mehr mit dir zu tun, aber was denkst du darüber. Ähm denkst du, dass der Künstler, der das schafft, wie Richter auch, die MATERIALITÄT im Vordergrund sieht? So wie du das jetzt als Besucher siehst? Oder oder kannst du dir vorstellen, der Katalog ist so dick, weil da noch irgendwie tausend andere äh Gedankengänge drinne stehen. Die du als Besucher aber nie mitbekommst. Außer du ließt dir das extra durch. Und denkst du, dass das wichtig ist, das zu wissen, wenn du einen ganz anderen Zugang zu seiner Kunst gefunden hast?
  • Was war jetzt … was ist jetzt die Frage?
  • DAS KLANG SO SCHÖN! Mit Kommas und so!
  • [lacht]
  • Die FRAGE war: Denkst du, dass der Künstler, wie jetzt Gerhard Richter Gerhard Richter, ähm diese Rakelbilder auch NUR macht … jetzt nicht negativ gesehen … nur macht, weil sie so groß, so schön …
  • Um damit Geld zu verdienen?
  • Nein nein! Weil sie so groß, so schön aussehen. Und mehrere Schichten haben. Und das ist ja spannend so mit dem Material zu arbeiten. Oder kannst du dir vorstellen, wie bei dem Uecker … da kannst du mir gleich noch einmal sagen, was du gehört hast … äh ähm … ob es da noch eine andere Intention Intention gab. Also eine etwas äh etwas etwas AUSZUDRÜCKEN. Weil bei Uecker weiß ich, das war irgendwie nach dem Krieg oder so. Der hatte irgendwas erlebt und … Oder sowas. Und und … Oder bei Beuys Joseph Beuys. Das mit dem Fett und und äh mit dem äh äh und mit dem Filz. Wo er da mal selbst irgendwie Soldat war und es kalt war und er musste sich … Weißt du? Da gibts ja so Geschichten darüber.
  • Ja.
  • Denkst du, das gibt es bei solchen Bildern auch? Interessiert dich das überhaupt? Oder oder reicht dir dein eigener Zugang?
  • Rakeltechnik
  • Also ich … aus den Videos von von Gerhard Richter Gerhard Richter weiß ich, dass er lange gesucht hat. Äh nach einer Technik, äh die … mit der er sich anfreunden kann. Und dass er sich immer noch auf der Suche befindet. Also er experimentiert viel.
  • Ja. Aber aber was sucht der da.
  • Äh.
  • Was.
  • Ähm.
  • Das weiß ich jetzt nicht.
  • Genau. Ähm. Ich weiß, dass er ähm gerade bei den Rakelbildern, dass er sie auch als sehr körperlich empfindet. Er muss da auf eine Leiter steigen.
  • Mhm.
  • Er äh zieht, was sehr profan aus sieht, zieht Farbe über die Leinwand. Äh man muss erst einmal darauf kommen, nicht mehr traditionell den Pinsel zu nehmen, sondern auf einmal ähm eine Schiene zu nehmen, die man bestreicht und ganz glatt über über eine Leinwand zieht. Das ist etwas untypisches. Ja? Also ähm also ich weiß, dass es Spachteltechnik gibt.
  • Mhm.
  • Aber Rakeltechnik ist für mich mehr als einfach nur Spachteltechnik. Ähm.
  • Es gibt aber auch andere Beispiele, wo Künstler anders… nicht mit dem Pinsel, sondern dass dann die Farbe geschmissen haben oder es gibt…
  • Ja. Aber er hat das eben… also ich… also gerade Spachtel. Spachtel sind für mich immer ein bisschen kleiner. Ja?
  • Mhm.
  • Also maximal so dreißig Zentimeter.
  • Aus dem Baumarkt meinst du jetzt. LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi spachtel-k.jpg
  • Ja so Baumarktspachtel sind mir bekannt. Aber er schafft ja … hat ja ein neues Werkzeug geschaffen, was so groß wie seine Leinwand ist. Also teilweise über drei Meter.
  • Das ist doch bloß eine Leiste. Oder nicht?
  • Ja aber das muss man erst einmal schaffen! Diesen Sprung vom Pinsel hin zum Spachtel. Die Spachteltechnik gabs ja schon.
  • Ja.
  • Aber von der Spachteltas… äh Spachteltechnik WEG, hin zu dieser drei Meter langen Schiene, die dann auch mit Öl zu bestreichen. Öl hat ja… Öl ist ja ein ganz fantastisches Werkstoff an dieser Stelle. Weil es sich so leicht verarbeiten lässt. Und und so langsam trocknet. Ja?
  • Mhm.
  • Also nicht jedes Material ist geeignet für diese Technik.
  • Acrylfarbe würde zu schnell trocknen drauf.
  • Ja. Und natürlich auch, man muss gucken, wie schnell die Farben durchtrocknen. Ja? Also damit man dann das selbe Ergebnis produziert. Und da hat er auch glaube ich ganz lange experimentiert. Das heißt er hat eigentlich auch für mich vielleicht ein neues Handwerkszeug in dem Moment Moment gefunden. Und äh hat dann gemerkt: Das passt zu mir. Dann… in dem Video konnte ich beobachten, dass er nicht jeden Tag das selbe macht. Sondern es kommt auf seine Verfassung an. Und äh wenn er da jetzt eine Farbe drübergezogen hat, nimmt er sich die Zeit … er nimmt sich die Ruhe… er sucht den Abstand… und überlegt: Gefällt ihm das. Passt das zu ihm. [2:25:51]
Tate Modern
Tate Modern
Balloon Dog, Jeff Koons, 1994-2000
Balloon Dog, Jeff Koons, 1994-2000
Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube
Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube
Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons
Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons
Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons
Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons
Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons
Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons
Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Allerdings leider erst dann. [hustet]
  • Also das heißt, du willst dir davor keine Sachen durchlesen oder ähm…
  • Nein, so generell würde ich es nicht sagen. Ich würds nicht ausschließen.
  • Ja klar, aber…
  • Aber…
  • … dich interessiert danach eher, dass wenn wenn wenn du über das … Handwerk Handwerk einen Zugang gefunden hast.
  • Tate London
  • Also ich kann dir noch ein zweites Beispiel geben. Ich war mal in Paris. Auch wieder in dem… Oder war das in London? Da war eine Ausstellung…
  • Du brauchst echt eine Jahreskarte. [beide lachen]
  • Ich ich glaube es war in London. Und zwar…
  • TATE. Meinst du.
  • Äh. Ich weiß nicht, ob es ähm in der … JA, es kann sein, dass ich sogar … dass es in der Tate-Galerie…
  • Da war ich [geht nah ans Mikrofon] dieses Jahr übrigens. Tate Modern tate-k.jpg
  • Pass auf.
  • Ein GROSSER Streit mit Christian.
  • Jedes Kind … äh… Jedes Kind hat schon einmal ein Luftbalon äh ähm zu einem Tier gebastelt bekommen.
  • Okay.
  • Und äh dort war eine Ausstellung…
  • KENNE ICH DOCH.
  • … mit großen…
  • Jeff Koons Jeff Koons
  • Das ist Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff Koons Jeff Koons. Ich vermute auch, dass das Jeff Koon ist. Ja. [Tippgeräusche]
  • Dann war der andere [im Gespräch davor] aber jemand anderes! [beide lachen]
  • Aber okay. Den kenne … das ist super. Okay.
  • Das ganze war dann eben halt äh…
  • Mach auf. Mensch. Ich will das noch einmal sehen!
  • Ja. Ganz kurz. Ähm also … also übergroße Figuren.
  • Ja. Ja. Und ganz krell.
  • Immer glänzend.
  • Ja.
  • Äh. Krelle Farben.
  • Ja.
  • Erste Frage: Material
  • Aber die selben Figuren. So und äh… Es hatte meine Aufmerksamkeit erregt, weil ich hatte äh äh ähm … Also es hat mich in dem Moment Moment erst einmal interessiert, weil ich dachte: Mit welchem Material hat er gearbeitet.
  • Super. Okay.
  • Es war so krass.
  • Was war das denn. Stahl oder so. Ne? Blech oder so? Was…
  • Ne.
  • … aufgeblasen wird? Und dann…
  • Ich… kann es dir jetzt gar nicht mal genau sagen. Ähm. Aber es muss leichter sein. Als ähm als…
  • Meine ich ja. Das ist eine ganz dünne Schicht halt. Die dann ausgedehnt…
  • Ja.
  • … wird durch… durch Luft reinpressen. Balloon Dog, Jeff Koons Jeff Koons, 1994-2000 dog-k.jpg
  • Was interessiert mich ein als Luftballon äh geknoteter Hund. Ja?
  • Ja.
  • Das interessiert mich überhaupt nicht. Und würde ich vielleicht auch nicht soviel künstlerisches darin äh erkennen. Ja?
  • Was meinst du mit künstlerisch? Warum ist ein Hund, der größer gemacht ist im Ballon, künstlerischer als ein kleiner?
  • Mhm.
  • Weil es künstlicherer, ungewöhnlicher ausschaut? Weil man es nicht auf der Straße begegnen würde?
  • Alltägliche in Kunst transformiert
  • Vielleicht wieder, weil das eine ist das alltägliche.
  • Genau. Was manche sich auch auf der Straße… Ja.
  • Ähm. Wie das Urinal das alltägliche. Oder eben der geknotete Hund auf einer Geburtstagsparty, wie das alltäglich ist. Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube dog2-k.jpg Und das andere ist wieder dieses bewusste Gestalten. Dieses bewusste Schaffen von etwas Großem. Ähm. Vielleicht mit einem besonderen Material. Ähm.
  • Okay.
  • Mhm. Der Spiegel des Alltäglichen. Auf einmal auch wieder in so einen Raum gebracht. Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons Jeff Koons kugel1-k.jpg Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons Jeff Koons kugel2-k.jpg
  • Ein bisschen widersprechen tust du dich aber trotzdem. Weil du beim Urinal nämlich gesagt hast, da würde es dir sogar gefallen… vielleicht… wenn da der Alltag mit drinne sein würde. Urin. Oder selbst wenn es bloß gemalt ist. Bei dem Luftballon sagst du jetzt, dir reicht die normale Größe nicht aus. Sondern du brauchst ein ganz übergroßes Ding.
  • Nein. Vielleicht auch wenn es kleiner wäre. Nein nein. Das wollte ich damit nicht sagen. Ich sage nur: Das eine ist das alltägliche. Und ich sehe in dem alltäglichen weniger das künstlerische. Weniger…
  • Ja.
  • … den Aspekt Kunst.
  • Ja.
  • Ähm. Wenn jetzt aber jemand bewusst das Ganze aus dem Alltag herausnimmt…
  • Ja.
  • M.C. Escher M.C. Escher
  • … in einem anderen Raum zeigt. Vielleicht in einer anderen Größe. Vielleicht in einer anderen Materialität. Vielleicht in einem anderen Kontext. Dann gewinnt auch DAS für mich eine andere Bedeutung. Mhm. Zum Beispiel ähm … dieser Wasserhahn gezeichnet. Äh ähm wo Wasser läuft. Aber kein Zugangsrohr vorhanden ist. Jeder kennt ja irgendwie dieses Bild …
  • Von Maigret?
  • Äh. Also es gibt die…
  • Von Rene Maigret?
  • Es gibt sogar diese Installation dazu.
  • Okay.
  • Und es gibt auch Bilder dazu. Ja?
  • Sind das die grafischen Bilder? Sind das grafische? Dann ist das von ähm…
  • Das kann ich nicht… Das weiß ich nicht. Also also auf jeden Fall einmal gezeichnet. Der Wasserhahn, wo Wasser läuft aber kein Zugang ist. Ähm und das andere eben die Installation. Wo man sich fragt: Wieso läuft da permanent Wasser, obwohl ich gar nicht sehe, wo das Wasser herkommt. Also die Leitung…
  • Hast du da noch mehr Informationen. Oder gar nicht, jetze?
  • Ne. Das sind einfach nur Dinge, die …
  • … Dir noch einfallen.
  • So. Wen sollte ich jetzt finden [Google]? [2:06:00]
  • ESCHER wäre mir jetzt noch eingefallen. Der doch mit so optischen Täuschungen gearbeitet hat. Und wo dann…
  • Möglich. Ja. Aber wen sollte ich jetzt googeln? Mit den Knottieren?
  • ÄHM. Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff… ich glaube, das war Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff Koons Jeff Koons und der Kunstmarkt
  • Das ist nämlich der, der im Kunstmarkt… Der hat als Thema glaube ich dieses Geldding. Weißt du?
  • Ja. [beide gleichzeitig]
  • Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff Koons Jeff Koons. Genau.
  • Koons Jeff Koons. Mit Doppel-O.
  • Genau. GENAU. Das ist der. GENAU das ist der.
  • Aber …
  • Diese Ausstellung …
  • … du siehst doch schon an seinem Grinsen… das ist… das ist ein Saleman.
  • Ja.
  • So jemand, der da wirklich ähm…
  • Und was da wirklich ganz geil ist: DAS habe ich selber gesehen. Hier.
  • Na öffne mal.
  • Michael Jackson mit dem äh… komplett in Gold. Mit dem Affen. Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons Jeff Koons mjackson-k.jpg
  • Wo hast du das gesehen?
  • Äh. Ich glaube, das war in…
  • [sieht etwas auf der Website] Da war ich. In der Beyeler Foundation.
  • Ähm das war …
  • Da hatte ich auch einen Streit mit Christian gehabt.
  • Das war glaube ich auch in Paris. [kurze Pause]
  • Aber weißt du…
  • Aus Keramik.
  • … jetzt noch, was du da… Also du erinnerst dich jetzt daran. Das heißt, es hat schon einmal eine interessante… Also für dich eine Materialität oder so gehabt, die das im Gedächtnis liegen blieben ließ. Ne?
  • Also das das war einfach so verrückt. Das man sich IMMER wieder daran äh erinnert. Dass man das schon einmal gesehen hat. Ja.
  • Emotionalität kein Grund
  • Aber du gehst jetzt wieder halt von dem äh Erinnern aufgrund der … des Handwerks … der Materialität ähm aus. Und nicht ähm aufgrund etwas, was es in dir bewegt hat. Weißt du? Was … was es ausgelöst hat.
  • Naja. Das ich mich überhaupt daran erinnere, dass dass ist natürlich ein Zusammenspiel aus vielen Dingen.
  • Ja. JAJA. Aber das wäre aber trotzdem auch bei den anderen Sachen… Bei Uecker und so. Gab es etwas, was in dir drinne war, also was es ausgelöst… also was… was etwas auslöste bei dir. Hast du Tränen bekommen? Hast du ein…
  • Nein.
  • … Zittern bekommen? Oder so?
  • Gar nicht. Also als ich das Bild gesehen hab, hatte ich null Emotionalität. Null.
  • Okay.
  • Äh äh das das jetzt aus Keramik ist, dass hat mich damals auch wenig interessiert. Weil ich fands zu kitschig.
  • Okay. [2:07:50]
  • Äh. Ich habe jetzt gerade gelesen, dass es Keramik ist.
  • Also. Gefühl. Emotionen wäre für dich jetzt nicht etwas, was … was ein Faktor wäre für: Das ist gute Kunst. Oder so?
  • Ähm.
  • Weil dann würdest du ja nicht gute Kunst sehen.
  • In dem Moment Moment ist es nichts, was mich wirklich ähm … was ich mir noch ein zweites Mal hätte angucken wollen.
  • Aber du hast dich daran erinnert. Das heißt, da… sein Marketing hat funktioniert. Anscheinend.
  • Ich erinnere mich an vieles in meinem Leben. [lacht]
  • Naja. Aber jetzt im Gespräch äh erwähnst du ja…
  • Ja.
  • … ein paar Sachen, die dir einfallen.
  • Also das ist mir gerade eingefallen, weil … weil wir ja Jeff Koons Jeff Koons geöffnet haben. Und weils über Google äh über die Bildgalerie … war ja sofort verknüpft.
  • Ja.
  • Ne?
  • Dann geh aber noch einmal zu äh zu zu diesem Knotendings.
  • Ach hier. Schau mal.
  • Dem Ballonding.
  • Das ist auch…
  • Ja. Das war der selbe. Genau.
  • Das hängt zusammen, ja.
  • Aber dann geh jetzt noch einmal zu diesem Knotending.
  • Ja.
  • Weil das… finde ich jetzt halt interessant. Du hast einen SO offenen Kunstbegriff. Den ICH gar nicht habe. Den viele gerne hätten würden wollen. Mach mal groß. Irgendwie.
  • Ah. Es geht leider nicht größer.
  • Achso. Na doch. Du kannst doch rannzoomen. Es geht nur darum, dass wir ein großes Bild haben. Da haben wir eines. Okay. Ähm. Du hast es gesehen. Ne?
  • Ja.
  • So ungefähr.
  • Live. Genau.
  • Ähm… Du hast gesagt, die Materialität hat dich an… angesprungen. Deshalb …
  • Ja.
  • … fandest du es gut.
  • Also hier… was hier natürlich auch wieder ist…
  • Spiegelung.
  • Große Skulpturen und große Gemälde
  • Ich glaube man ähm … man kann mich scheinbar sehr schnell locken. Alleine mit Größe.
  • Mhm. Und Farbe.
  • Das… Das ist… Farbe weniger. Sondern … Mit GRÖSSE kann man sich … kann man mich locken. GROSSE Leinwände. Gerhard Richter Gerhard Richter. Bin ich sofort da.
  • Der… der fährt bestimmt mal…
  • Großes…
  • … ein Audi oder so.
  • [lacht] Großes äh… äh… hier eben auch [Google Suchergebnis]. Ähm.
  • Aber ist das WIRKLICH … Ist das wirklich ein schönes ähm ein schöner Zugang zu Kunst? Wenn du sagst ähm, die die Größe kann mich locken? Das Material kann mich locken? Das Handwerk Handwerk kann mich locken? Kann das das Einzige sein? Was halt gute Kunst für… also was Kunst machen sollte?
  • Ich habe nie…
  • Also handwerklich kann man ja ganz ganz viel machen.
  • Ich habe nie gesagt, dass … dass äh äh äh ähm … dass… dass… der Zugang, den ich habe zu diesen Gegenständen… zu diesen Werken… Dass ich daraus auch ableite, was gut und was schlecht ist. Also das kleine Gegenstände jetzt NIE gute Kunst sein können. Weil sie einfach diese Größe nicht haben.
  • Mhm. [2:10:05]
  • Das… das kann ich nicht … Das stimmt auch nicht.
  • Ne.
  • Kunst = subjektiv
  • Das würde ich NIE ableiten.
  • Das hab ich jetzt auch gar nicht so extrem gemeint.
  • Ja. Und ähm… Was ist gute und was ist schlechte Kunst.
  • Ja.
  • Also das liegt ja wirklich äh äh …
  • Das ist jetzt subjektiv.
  • … im Auge des Betrachters.
  • Ich meine, schon was…
  • Das ist extrem subjektiv.
  • … KUNST ist, ist subjektiv. Aber aber aber…
  • Aber ist es mir gefällig, oder… was nicht. Ne?
  • Genau. Aber da man das ja nicht klären kann, sagt man…
  • Ja.
  • … äh fragt man glaube ich eher, was ist denn gute Kunst. So. Und da kann man dann halt… NE. Bei guter Kunst da kannst du wieder objektiver rangehen. Deshalb fragen nämlich Kunsthistoriker und so weiter nach GUTER Kunst. Ich habe Bücher davon. Da gehts dann nämlich darum, wie die aufschlüsseln, warum ist das jetzt gute Kunst. Also technisch und… so weiter und so fort. Weißt du? Was … was macht das Bild…
  • Mhm.
  • … besonders gegenüber anderen Sachen. So. Das lese ich mir…
  • Mhm.
  • … auch noch einmal durch. Das ist ja ein gutes Ding. Ähm. Dich würde ich deshalb eher nicht fragen, was gute Kunst ist, sondern was dich halt berührt. Darum gehts ja. Was … NA… Oder berührt … dich berührts halt vom Material her. Das ist doch auch okay. Oder?
  • Mhm. Das Material selber berührt mich nicht.
  • NE. Aber die Größe. So.
  • Ähm.
  • Und die Größe ist doch etwas… ist ist… das Objekt.
  • Assoziationen aufgrund Größe
  • Das das das… ruft bei mir auf jeden Fall genau Assoziationen hervor. Gefühle hervor. Aufgrund der schieren Größe. Genau.
  • Okay.
  • Immer dieses Übermächte. Dieses äh nicht alltägliche. Äh äh… Dieses ähm… ja wie mit Lupe auf etwas heraufschauen. Ja?
  • Ja.
  • Also normalerweise wären das ja nur ganz kleine äh äh Knotentiere. Und auf einmal sind sie größer als ich selbst. Also auf einmal ändert sich auch der Spiegel. Man stelle sich mal vor, es wird äh in der Größe eine… Ameise abgebildet.
  • Mhm.
  • Da ist das Größenverhältnis aber umgekehrt. Ich bin geschrumpft. Die Ameise ist äh vergrößert.
  • Mhm.
  • Äh und auf einmal sehe ich ihre Werkzeuge, dieses Tiers, auf einmal extrem bedrohlich.
  • Mhm.
  • Obwohl ich umgekehrt war ich für sie bedrohlich.
  • Mhm.
  • Ähm. Und jetzt ist auf einmal ähm verkehrte Welt. Und äh alleine das schon macht mich neugierig. Ähm… weil es … weil es in mir Emotionen, Gefühle weckt. Die ich vorher nicht hatte. Ja.
  • Jeff Koons Jeff Koons = Geschäftsmodell?
  • Bei dem Jeff Koons Jeff Koons, glaube ich, vereinen sich einige Sachen. Die bei dir immer zu Tage kommen. Und zwar einmal Kunst ist gleich Geschäftsmodell.
  • Mhm.
  • Ist bei dem so.
  • Ja.
  • So wie ich den mitbekommen habe.
  • Ja. Er kleidet sich auch so. Ne?
  • Das meine ich ja. Wie… wie ein…
  • Er kleidet sich…
  • … Salesman. Und und und es geht wirklich um Geld.
  • … sehr erfolgreich.
  • Ja.
  • Und äh… Ja.
  • Ähm. Ausgangspunkt für Künstler hast du Begabung oder äh oder Können / Handwerk Handwerk genannt. Ist bei ihm… Also HANDWERK …
  • DAS MUSS MAN ERST EINMAL KÖNNEN!
  • Der Künstler arbeitet selber nicht mehr
  • Nein nein nein. Stopp. Er selber macht das nicht. Das sind alles Auftragsdinger. Der hat glaube ich seine ganze Gilde oder wie das heißt…
  • Das wusste ich gar nicht.
  • … um sich herum.
  • Das wusste ich nicht.
  • Das macht der wirklich nicht selbst.
  • Idee ist entscheidend
  • Aber es reicht ja die Idee. Das reicht ja schon aus.
  • DAS wäre jetzt das nächste gewesen. Gehört zu dir Handwerk Handwerk auch…
  • Ja.
  • … die Idee dazu?
  • Natürlich.
  • Oder ne… Begabung. Oder…
  • Begabung. Können. Und ich habe nie Handwerk Handwerk gesagt. Ich habe … ich hab gesagt Begabung und Können. Und das KÖNNEN ist ein Handwerk Handwerk. So. Aber er zum Beispiel KANN gute Ideen entwickeln. Er hat vielleicht etwas gesehen, was sich umsetzen lässt. Vielleicht hat er sogar Gegengecheckt, ob das marktfähig ist.
  • Na da kommst du zu Kunst ist gleich Geschäftsmodell. Das ist dein Ding. [kurze Pause]
  • Der stört mich übrigens. Ich glaube, den stören aber viele.
  • [lacht]
  • Aber … Aber er treibt es auf die Spitze! Das ist wieder cool. Weißt du? Der der der…
  • Mich hat er begeistert.
  • JA. Aber er treibts auf die Spitze. Deshalb finde ichs wieder gut.
  • Ja.
  • Also er spielt glaube ich genau damit sozusagen…
  • Mhm.
  • … wie wie macht man ein Image auf.
  • Mhm.
  • Und wie verdient man damit Millionen.
  • Ja.
  • Und und und am Ende gibts doch einen Spiegel. Also Leute kaufen sowas für Millionen oder so und äh … Da kann man sich dann schon fragen: Hallo, was ist das für ein System? Er macht zwar mit. Und er nutzt es aus. Aber gleichzeitig fragt… werden dann solche Fragen da gestellt.
  • Ja.
  • So.
  • Ja. [kurze Pause] [2:13:45]
  • Also er machts nicht selber. Das weiß ich. Er hat aber die Idee. Okay. Aber das ist übrigens… Übrigens ist das auch bei bei … diesem Pissoir so.
  • Ja.
  • Am Ende hat er es ja nicht selbst gemacht. Er hat lediglich seine… seine Signatur gegeben. Und er hatte die Idee dazu, das auszustellen. Oder in einem Salon sozusagen äh ähm einzureichen. Es wurde übrigens abgelehnt. Am Anfang. Von denen. Das war Neunzehnhundertundachtzehn. Oder was da stand. Ne?
  • Mhm.
  • So. Und wurde erst …
  • Neunzehnhundertsiebzehn.
  • Neunzehnhundertsiebzehn. Und wurde erst nachträglich, nachdem er äh äh bekannter wurde… Der hatte mehrere solcher Ready-mades gemacht. Also auch so Objekte, die aus dem Alltag sind. Und hat die in den Kunstraum reingestellt.
  • Ja.
  • Ähm. Und wurde erst nachträglich dann nach dem Krieg eigentlich äh äh äh wieder rausgeholt. Weil er bereits viele viele Jahre davor das macht hatte, was die nach dem Krieg gemacht hatten. Und zwar Objekte, die aus dem Alltag… kommen halt in den Kunstraum.
  • Das hatte ich vorhin auch versucht zu erklären. Dass halt der Kunstbegriff dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist.
  • Neues wird abgelehnt, aber wichtig für Fortschreiten
  • GLEICHZEITIG… Jetzt sind wir aber bei einer spannenden Sache! Auch wegen der neuen Musik vorhin. So ähm ähm, wo wir … ich jetzt auch nicht verstehe, warum wird die äh gefördert und gespielt, wenns ganz ganz wenige sich nur angucken. Die Sääle manchmal leer sind.
  • Ja.
  • DAS sind doch genau die Sachen, die eigentlich am ENDE äh ähm … INPUTS sind für NEUES. Nur DADURCH kann Neues entstehen! Das heißt ähm … dieses dieses Zeug hier… das gabs schon! Aber er hats noch einmal gemacht. Und er hat wirklich etwas Neues kreiert. Bei dem wurde es jetzt sofort ähm akzeptiert. Anscheinend. Aber bei … aber aber aber… bei diesem Pissoir wars am Anfang abgelehnt worden. Das hat doch äh das hat die Kunstwelt danach verändert. [kurze Pause] Hat es.
  • Mhm.
  • Van Gogh
  • UND. Oder nimm… äh… WÄHÄHÄHÄH [unverständlich] … Van Gogh nicht. DOCH. Van Gogh. Der wurde abgelehnt mit seinem Zeug, was er damals gemacht hat. Der war arm. Und hat…
  • Ja.
  • … sich zurückgezogen. Und DANACH war das erst was.
  • Ja.
  • Das heißt, es wurde Neues geschaffen, was DAMALS noch abgelehnt wurde, aber später dann halt RIESENGROSSE Kunst war. So. [2:15:30]
Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 14-28-47, evtl. Auflage 5 + 1 KE
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Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 15-01-01, evtl. Auflage 5 + 1 KE
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Sommerbaum, 2006, Edmont Kies
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Recherche Rahmung Kosten Rahmung (1) A4-Format, ohne Distanzleiste: 20 EUR (2) A4-Format, Distanzleiste: 31 EUR (3) Sonderformat (A4-Format + 1cm o.ä. dazu, damit Papierarbeit komplett sichtbar), Distanzleiste: 46 EUR (4) Sonderformat (A2-Format + 1cm o.ä. dazu), Distanzleiste: 96 EUR umsetzen Rahmenhersteller fragen, ob sie Papiermuster für Leisten und Rückkarton zuschicken können (Reinweiß, Naturweiß, Altweiß) HGB Rundgang 2017 beide rahmenlose Bilderhalter verwerten, danach A2-Arbeiten mit Klammern befestigen ebenfalls bei Ganzkörper-Collage, danach weitere Collage mit Klammern und Tonpapier dahinter befestigen Preis nach Rundgang für A2-Arbeiten nicht mehr 100 EUR sondern 400 EUR (Unikat bzw. Auflage 1 + 1 KE, mit Distanz-Rahmung 500 EUR) umsetzen doch nur 1 A2-Selbstporträt ausstellen, dafür Auflage 5 + 1 KE? dann würde der Gesamtpreis immerhin an 1 Unikat herankommen heute Vorlage erstellen und kommenden Freitag / Samstag umsetzen Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 14-28-47, evtl. Auflage 5 + 1 KE 2017-01-21 14-28-47_vorschau-k.jpg Vorschau Selbstporträt 2017-01-21 15-01-01, evtl. Auflage 5 + 1 KE 2017-01-21 15-01-01_vorschau-k.jpg Preis nach Rundgang für A4-Bildvorlagen (mit Distanz-Rahmung, Auflage 5 + 1 KE): 250 EUR Diplom Theorie Gespräch mit Oma heute beendet umsetzen zum Gespräch noch alle besprochenen Arbeiten raussuchen von Gespräch mit Alexander bleibt noch 1:40h zu transkribieren bei 5min = 1min Gespräch: 500min transkribieren = 8 1/3h (4 Tage mit je 2h transkribieren) Gespräch mit Oma
  • Hier hätte ich jetzt…
  • Und auch nicht bei diesem Schezan oder…
  • Ja.
  • … wie der hieß da.
  • Ja.
  • Nicht?
  • Also das Ding ist. Was ich bei den Beispielen, die ich immer zeige,…
  • Mhm.
  • Technik wird Künstler zugeschrieben
  • … die haben halt alle irgendwie einen Stil oder eine Technik, die denen irgendwie zugeschrieben wird.
  • Mhm.
  • Also bei Picasso Pablo Picasso das mit den Frauen, die jetzt zum Beispiel, wo man alles…
  • Ja.
  • … noch sehen kann. Aus unterschiedlichen Perspektiven. Und man weiß sofort: Das ist doch glaube ich Picasso Pablo Picasso.
  • Ja.
  • Wenn man ihn sieht. So. Und das… und und … und und dir gefallen halt Bilder irgendwie, wo… die keinen besonderen Stil haben. Keine besondere Technik. Sonder…
  • Ja. Genau.
  • Dargestelltes wichtiger als Stil
  • … die halt etwas zeigen und und die weniger einen Hinweis auf den Künstler geben. Als auf eine Szene. Auf… als ein geschichtliches…
  • Ja.
  • … äh… Ereignis. Sozusagen.
  • Ja.
  • Das ist ja wie bei den ägyptischen Dinger.
  • Künstler uninteressant
  • Ja. Der Künstler interessiert mich…
  • Ja.
  • … da tatsächlich nicht.
  • Ja, okay.
  • Sondern das Bild. Eben.
  • Das ist ja wie bei den ägyptischen Bildern.
  • Ja.
  • Ich meine, da interessiert dich dann auch das Bild, der Inhalt. Nicht, wer das gemacht…
  • Mhm.
  • … hat. Jetzt. Unbedingt.
  • Ne. Ich glaube, das weiß man auch gar nicht.
  • Ja, ne. Ja genau. Na weil das in dem Moment Moment wahrscheinlich unwichtig ist.
  • Ja.
  • Also dir gehts nicht darum, da jemanden ausfindig zu machen.
  • Ja.
  • Das besondere da herauszukehren.
  • Ne ich glaube, die Künstler kennt man nicht mehr.
  • Ne. Das waren halt Handwerker, ne? Damals.
  • Ja. Das könnte so sein. [räuspert sich]
  • Kunststudenten sollen eigenen Stil entwickeln
  • Also heutige Künstler oder Kunststudenten, die… hab ich das Gefühl, den… den den wird halt beigebracht, einen EIGENEN Stil… eine EIGENE Technik zu…
  • Mhm.
  • … entwickeln. Ein EIGENES Inhaltsding. Also das…
  • Ja.
  • … nach außen hin… Das ist wie eine Marke. Das die nach außen hin wissen, …
  • Mhm.
  • … du hast das gemacht.
  • Ja.
  • Und das kann jetzt gut oder negativ sein. Ähm. Aber das heißt natürlich, dass immer wieder irgendwelche Sachen reinkommen, die du jetzt zum Beispiel dann nicht verstehst. Weil die…
  • Mhm.
  • … zu besonders sind. Sozusagen. Wieder nicht…
  • Mhm.
  • … nicht allgemeingültig. Ne? [21:00]
  • Und so… die eben nur so Farbklekse, OHNE Bild. Also jetzt meine ich auch noch nicht einmal dieses Symetrische oder…
  • Mhm.
  • … Geometrische. Äh. Was man ja auch oft sieht. Also das sagt mir dann eben auch nichts.
  • Mhm. [kurze Pause]
  • [räuspert sich] [kurze Pause]
  • Mein Geradenporträt
  • Dann kommen wir zu dem Bild. Den Rahmen jetzt mal nicht beachten.
  • [lacht]
  • Nur das Bild.
  • Ja. Na das war ja hier die besondere Technik. Ähm.
  • Das Geradenbild.
  • Mit den geraden…
  • Das Selbstporträt.
  • Gestaunt
  • … Strichen. Und äh da habe ich ja eben gestaunt, dass man daraus solche tollen Bilder eben machen kann.
  • Aber du sollst jetzt nicht bewerten, weil ICH das gemacht hab. Sondern wirklich…
  • Ne.
  • … weil… weil DAS ist im Endeffekt aus Linien. Entstanden.
  • Ja nur aus Linien.
  • Mit denen du prinzipiell erst einmal gar nichts anfangen könntest.
  • Ne. Genau.
  • Weil da die Technik wieder im Vordergrund…
  • Ja.
  • … steht. Oder der Stil.
  • Und manche Sachen…
  • Ja.
  • … davon … die sagen mir wahrscheinlich auch nichts. Aber ähm … viele Linien ergeben eben tatsächlich ein BILD.
  • Mhm.
  • Und das ist das interessante dabei. Sogar richtige Augen. Richtiger Blick. Und…
  • Mhm.
  • Van Gogh vs. Ich
  • … richtiger Ausdruck, …
  • Bei Van Gogh war das aber auch so.
  • … was dabei herauskommt.
  • Van Gogh hat viele … viele Striche genommen und hat daraus Selbstbildnisse geformt. Oder halt Landschaften. Ne?
  • Mhm.
  • So. Das ist das Selbe nur halt jetzt nicht Malerei.
  • Ne. Das würde ich auch nicht als Malerei bezeichnen.
  • Das ist Grafik eben. Ja.
  • Oder ich weiß nicht, als was…
  • Zeichnung.
  • … ich das bezeichnen…
  • Zeichnung.
  • äh äh… eine Zeichnung würde… würde… das hat nichts mit Rembrandt oder irgendwie kann man das ja nicht vergleichen.
  • Mhm.
  • Ähm das ist eine völlig andere Technik eben. Kein Gemälde.
  • Mhm.
  • Sondern ähm ja … was mathematisches. Oder oder …
  • Ne muss ja noch nicht einmal sein.
  • Oder oder oder so dann eben. Nicht? [räuspert sich] [23:00]
  • Aber was ist jetzt … also kannst du damit jetzt mehr anfangen als mit einem Bild von … von ähm… von Van Gogh?
  • Ja.
  • Wo wir das auch mit den Linien gesehen haben? Wo du gesagt hast…
  • Ja.
  • Getreide = Linien
  • … bloß dieses dieser dieses Getreidefeld unten… damit kannst du was anfangen.
  • Ja.
  • Weil so Getreide für dich aussieht. Weil der arbeitet mit Strichen.
  • Mhm.
  • Farbigen.
  • Ja.
  • Malerei. Das ist jetzt aber egal. Ob Malerei für mich. Oder so was.
  • Ja.
  • Sondern …
  • Ja im Moment Moment kann ich mit dem Bild ja noch mehr anfangen. Als mit den Strichen von…
  • WARUM. Das sind Striche.
  • Jaja. Von Van Gogh.
  • Weil es ein Bildnis ist? Eine eine Person? Die dargestellt ist? Ne. Eigentlich nicht. Weil Picasso Pablo Picasso hat ja auch eine Frau dargestellt.
  • Ja. Mit der kann ich nun wieder nichts anfangen. [lacht] Ja.
  • Picasso Pablo Picasso / Van Gogh vs. Ich
  • Okay. Bei Picasso Pablo Picasso haben wir… er hat die Form äh äh ähm sehr verzerrt. Oder?
  • Ja.
  • So. Bei Van Gogh… der hat die Form vereinfacht. Indem er halt äh äh statt ganz kleine Minipunkte, die man ja nicht sieht, …
  • Mhm.
  • … halt äh ähm lange… dicke Linien genommen…
  • Mhm.
  • … hat. Und trotzdem waren halt die Bilder natürlich ähm gemalt. Also ähm äh nicht … nicht kopiert. Von der Natur. Sondern …
  • Ja. Ja.
  • … neu gemacht. So.
  • Ja.
  • Hier, bei diesem Geradenbild, steckt ja ein Foto dahinter. Also wirklich ein Abbild…
  • Mhm.
  • … von mir.
  • Mhm.
  • Und das wurde bloß in Geraden umgewandelt. Das sieht also sehr fotorealistisch aus, wenn du es von Weitem …
  • Ja.
  • … betrachtest. Ne?
  • Jaja. Also wie gesagt. Ich würde das nicht mit anderen Bildern vergleichen wollen. Weil es…
  • Na MUSST du aber.
  • … total andere Technik ist. Und und… das ist eben … das bewundere ich eben. Das dabei ein BILD herauskommt.
  • Ja.
  • Nur Gerade.
  • Ja. Aber weiter spricht dich das jetzt nicht an? Irgendwie. Außer, dass die Technik sich sehr hervorhebt. [kurze Pause]
  • MUSS es nicht.
  • Naja. Das Bild hier schon. Aber aber da waren so einige dabei, die hätten mich nicht angesprochen. Eben.
  • Mhm.
  • Lebendiges Bild durch Blick, Mund, Wangen
  • Und das Bild… ja das ist … ist lebendig. Das ist … ja… ja… anatomisch richtig. Oder was weiß ich.
  • Warum lebendig.
  • Ja weiß ich nicht. Der Blick. Äh äh. Die Mundhaltung. Und dann sieht man hier von den Wangen wie so ein bisschen von der Muskulatur. Oder so.
  • Mhm.
  • Also…
  • Bewegung
  • Warum siehst du HIER… also ich MÖCHTE das. Ich MÖCHTE Bewegung mit den Linien darstellen.
  • Ja.
  • Darum ging es mir.
  • Achso.
  • Warum warum erkennst du hier die Bewegung, …
  • Ja.
  • … aber warum siehst du die bei Van Gogh nicht. Bei seiner… bei bei seinem Landschaftsbild. Wo ja auch sozusagen die Linien die…
  • Ja. Da sehe ich in dem Getreidefeld.
  • Ja.
  • Eine Bewegung. Wo der Wind da so so drüber geht. Und das andere… tja. [kurze Pause] Naja. Es ist nicht natürlich. Aber wie gesagt. Ich möchte diese Bilder NICHT mit den anderen vergleichen. Weil das so eine total andere Technik ist.
  • Naja. Aber wenns dir bloß um die Technik geht…
  • Das ist ja kein Gemälde! Kein Gemälde.
  • Das ist eine Zeichnung.
  • Oder Zeichnung.
  • Ne. Das ist eine Zeichnung.
  • Ach das nennt sich auch Zeichnung.
  • Das ist eine Zeichnung. Natürlich.
  • Mhm.
  • Da ist er ja mit einem Stift sozusagen die Linien nachgegangen.
  • Mhm. Aha.
  • Kinderzeichnungen
  • Dann nehmen wir äh … eine Zeichnung.
  • Mhm.
  • Da wo ich bei dir war.
  • Ja. Mit … was Emma gemalt hatte. Oder?
  • Ne. Was ICH gemalt habe.
  • Ach als… Ja.
  • Jetzt habe ichs ja geschafft, dass du denkst, das ist von einem Kind.
  • [lacht] Ja.
  • Zeichnung "Bei Oma zu Besuch"
  • Heißt "Bei Oma zu Besuch".
  • Mhm. [26:30]
  • Das hast du ja auch. Ich habe dir da ja nen …
  • Ja stimmt. Das hast du gemalt. Mit dem Besen hier. Ja.
  • Was ist da bei dir … Was schwirrt da durch den Kopf.
  • Mhm.
  • Schön ist es nicht?
  • [räuspert sich]
  • Proportional ähm… so harmonisch auch nicht höchstwahrscheinlich.
  • Ne. Also ich würde sagen… das eben als Kinderzeichnung ansehen. Und das Kind sieht eben schon allerlei. Das sieht da einen Kopf. Einen Besen. Ne dicke fette Oma. Oder was das da sein soll. [lacht] Ja. Oder so. [räuspert sich] Aber es ist eine Kinderzeichnung. Und dann sind da … was weiß ich. Fliegen. Oder…
  • Mhm.
  • … oder Bienen. Oder irgendsowas.
  • Mhm.
  • Da noch.
  • Fliegen. Ja.
  • Ja.
  • Wenn du das jetzt aber mal so vergleichst. Eben mit mit den realistischen … also den realistischen Malereien. So.
  • Ja.
  • Zugang zu kindlichen Zeichnungen
  • Du kannst mit denen natürlich mehr anfangen.
  • Ja.
  • Das weiß ich jetzt. So.
  • Ja.
  • Aber hast du hier einen Zugang, WEIL es kindlich aussieht? Weil es ja sozusagen aus einem… dem normalen Menschen sozusagen herauskommt. Wenns noch klein ist. Darum… darum gings mir ja im Endeffekt.
  • Ja.
  • Etwas zu machen, was jeden Menschen etwas angeht.
  • Ja.
  • Weil jeder Mensch das als Kind gemacht hat. Wenn er Stifte und ein Papier bekommen hat. So. Also das du auch einen Zugang dazu findest. Ne? Und das nicht fremd bleibt.
  • Also. Ne. Da finde ich schon einen Zugang. Und du müsstest jetzt eben Emmas Zeichnungen sehen. Die jetzt richtige Köpfe malt. Mit Augen. Und Mund. Und so.
  • Mhm.
  • Also. [räuspert sich]
  • [klickt durch die kindlichen Arbeiten] Nur mal durchblättern… Ne ich gucke jetzt erst einmal.
  • [lacht leise] Dann aber alles deine Gemälde. [lacht]
  • Ja.
  • Ja.
  • Das sieht nicht kindlich aus. Das auch nicht. Das vielleicht noch hier.
  • Fahrrad.
  • Mhm.
  • Mhm.
  • Aber einen wirklichen Zugang hast du…
  • Sonne in kindlicher Zeichnung und bei Mondrian
  • Im Hintergrund eine Sonne.
  • Ja.
  • Naja…
  • WIESO siehst du HIER die Sonne, aber bei Mondrian nicht.
  • Bei wo?
  • Beim … bei Mondrian. Wo wir uns das Waldbild angesehen haben. Wo der große gelbe Fleck oben rechts war. Wo ich dann noch sagte, das könnte die Sonne oder Mond sein. Und du hast es erst…
  • Achso diese Waldlandschaft. Ja.
  • Ja.
  • Ne. Weiß ich nicht. Warum ich den nicht gesehen hab.
  • Na da war ja ein riesen großer gelber Fleck.
  • Aha. Na gut. Dann hab ichs nicht kapiert. [kurze Pause] Ja.
  • Na kann das vielleicht sein, dass du hier die Symbole der Kinder sozusagen in diesem Bild ähm ähm … was du gelernt hast sozusagen… Das Kinder so zeichnen. Und was es dann sein könnte. Sozusagen… hier direkt damit verknüpfen kannst. Und nicht erst…
  • Wahrscheinlich.
  • … in eine fremde äh so ganz neu denken musst?
  • Äh. Ja. Sicherlich ist das, was ein Kind sich vorstellt. Die Sonne ist ja groß.
  • Es war heiß vielleicht. Deshalb ist die Sonne groß. Ne?
  • Mhm. Gut. Da im Wald hab ich sie nicht erkannt. Und so eine RICHTIGE schöne Landschaft… äh… hast du da irgendwie ein Beispiel? [räuspert sich]
  • Na ich nehme mal ein Beispiel von einem … [Tippgeräusche]
  • klassischen… Maler.
  • [Tippgeräusche]
  • [30:00]
  • Bild vom Hobbykünstler Hobbykünstler interessant
  • Ach dieser einzelne Baum. Der ist auch schön. Ja.
  • Wo. Hier?
  • Der hier.
  • Hier. Äh das ist von einem Hobbykünstler Hobbykünstler. Glaube ich. Sommerbaum, 2006, Edmont Kies sommerbaum-k.jpg
  • Mhm.
  • Ah da gucken wir uns das an.
  • Na muss nicht sein.
  • Doch. Doch. Deshalb gucken wir uns das jetzt an.
  • [lacht] [räuspert sich]
  • Es geht ja nicht darum…
  • Ich meine, ich hätte das…
  • … die riesen große Kunst, sondern …
  • … schon einmal gesehen. Ja.
  • Hier steht äh Landschaft von Edmund Kies. Kenn… kenne ich jetzt nicht. Wird irgendein Künstler sein, der jetzt halt aktuell lebt. Oder Künst… oder Hobbykünstler Hobbykünstler oder so…
  • Ich weiß gar nicht, ob das eine Arkatie ist. Ich glaube nicht.
  • Was… was kommt dir da. Was … was unterscheidet das.
  • [lacht] Also der Baum hat eine schöne Form. Hat verschiedene… ja… Stämme. Äh… man erkennt aber keine Einzelheiten. Keine Blätter. Während die Wiese von der Entfernung… die empfindet man … ja… als ganz real. Mit Strichen, von Gräsern oder…
  • Mhm.
  • …oder oder so.
  • Also wieder die Striche sind die Gräser sozusagen.
  • Ja.
  • Übersetzen.
  • Ja. Und der Kontrast von diesen Zweigen und dem Schatten von dem Baum. Und dazwischen…
  • Mhm.
  • … etwas helleres. Das… das ist schon einmal sehr schön. [räuspert sich]
  • Und es ist harmonisch. Das Bild. Ne?
  • Der Himmel … Ja. Der Himmel und Baum… das würde ich als harmonisch ansehen.
  • Nö. Ich auch, ja. Ich würde es als langweilig ansehen.
  • Na gut. Dann ist alles, was langweilig ist, für mich harmonisch.
  • Ne. Das würde ich…
  • [lacht]
  • Nene. Die anderen Bilder fand ich ja auch gut. Die wir am Anfang … Aber das ist für mich…
  • Ja.
  • … halt ein … weiß nicht, was man… was du dir vielleicht über das Sofa…
  • Mhm.
  • … oder in den Flur… irgendwo hinhängst. Als … es soll halt schön aussehen. Ohne, dass man drüber nachdenken muss. Oder?
  • Ja. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich mir jetzt überhaupt noch ein Bild hinhängen würde. [lacht]
  • Na du hast ja ganz viele Bilder. Ja.
  • Harmonische und schöne Kunst
  • Ja. Also für mich ist es harmonisch.
  • Mhm.
  • Ja.
  • Aber du würdest halt sagen, das ist schöne schöne Kunst.
  • Joa.
  • Okay.
  • Joa. [kurze Pause] Und wie nennt sich das hier?
  • Na Baum in Landschaft oder so. Ich werde dann noch einmal nachgucken. Ich habs ja jetzt abgespeichert.
  • Mhm.
  • SOMMERBAUM heißt das.
  • [räuspert sich] Na gut, der Maler ist mir gar kein…
  • Ne… das ist gar nischt. Also das ist jetzt nichts, der irgendwie…
  • Ja.
  • … groß sein wird.
  • Naja, ich…
  • Aber darum gehts ja nicht.
  • … hab da so auf deiner Liste…
  • Es geht um das Bild jetzt. Ne?
  • Mhm. [räuspert sich]
  • Ähm wollen wir noch mehr danach gucken, oder ich zeigt dir einfach noch mal…
  • Na eins vielleicht noch.
  • Okay.
  • Dann müssen wir glaube ich uns da mal wieder rausbegeben. [kurze Pause]
  • Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich
  • Wir können noch einmal von ähm… na wie heißt der … Der Mönch am… Der Mönch am Meer. Von… Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich. Der sagt dir doch was, oder?
  • Der sagt mir was. Aber ähm… [hustet]
  • Das war dieser Romantiker. Glaube ich.
  • Ja.
  • Hier hast du eine Landschaft.
  • Barock. Ne ne. Rockoko oder… Barock oder irgendsowas.
  • So. Das ist ein gutes Bild.
  • [ganz laut und erfreut] JA. Das ist das bekannte!
  • Ja.
  • [immer noch erfreut] JA. Das ist Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich?
  • Genau. Weil da jetzt auch die Frage nach der Schönheit …
  • JA.
  • … mir stellte.
  • Ausgesprochen schön
  • Das empfinde ich als ausgesprochen schön.
  • Auch wenn es ein bisschen …
  • Harmonisch. Gestellt vielleicht. Aber das ist ist sehr harmonisch.
  • Aber findest du das schön vom Bildinhalt, oder…
  • Ja.
  • Aber es sieht ein bisschen düster… trüst… dü… äh…
  • Die vertrockneten Äste da.
  • Ja.
  • Das sieht sehr schön aus. Realistisch. Unten ist der Baum noch grün. Ja. Oben ist er am vertrocknen. Dann das Gebirge im Hintergrund. Dann da so eine… ein bisschen Wasser. Also das… das würde ich als sehr harmonisch ansehen. [räuspert sich]
  • Mhm.
  • Was steht da noch so da? Von dem Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich? Wo gehört der hin? Ist das ein…
  • Na der …
  • … Romantiker, oder…
  • Romantiker. Ja. Denke ich mal.
  • Oder…
  • Oder… wie heißen die, die…
  • … Rocko… Rocko… Rockoko.
  • Nene.
  • Und Barock gibts dann nach Caspar David Friedrich Caspar David Friedrich. Was steht denn da…
  • Frühromantik.
  • Frühromantik.
  • Also Romantik.
  • Ja.
  • Gefühlige Ausdruckskunst
  • Ne. Das sollst du dir gar nicht durchlesen. [kurze Pause] Gefühlte Ausdruckskunst. Ne?
  • GEFÜHLIGE…
  • Gefühlige Ausdruckskunst.
  • Ja. Ja. Joa.
  • Das war halt wieder so realistisch. Du konntest was sehen. Das war der Natur nachgeahmt.
  • Ja.
  • Obs die jetzt wirklich gab, darum gehts nicht. Sondern es ist nur in dem…
  • Ja.
  • … Bild kommt es so rüber, als wäre es …
  • Ja.
  • … natürlich. Sozusagen.
  • Ja.
  • Okay.
  • Konservativ
  • Also ich bin da ganz… konservativ. [lacht leise] Wahrscheinlich. [räuspert sich]
  • verhüllte Arbeiten
  • Dann müssen wir die verhüllte gar nicht durchgehen.
  • Mhm?
  • Dann müssen wir die verhüllte Arbeit gar nicht durchgehen.
  • [lacht laut] Ne.
  • Okay. Weil du da ja gar nichts mehr siehst.
  • Ne. Da kann ich auch nichts mit anfangen.
  • Na vielleicht ist dahinter ne Landschaft drinne.
  • Ja du hast ja gesagt, du warst ehrlich, du hast da ein Bild auch äh reingetan.
  • Ja, was ich sehr gut fand.
  • Naja. Aber wenns keiner sieht? Da hat ja keiner was davon.
  • Naja, aber wieso. Dann kannst du dir was realistisches vorstellen. Jemand anderes kann sich einen Picasso Pablo Picasso vorstellen. Weil er eher darauf steht.
  • Aber da würde ich dann sagen, würde ich das Bild ja ganz gerne sehen wollen. Was da hinter ist.
  • Aber so gut ist das Bild gar nicht. Das heißt, es ist doch besser, es ist in deiner Fantasie drinne. Da hats mehr …
  • Öh. Ja. Also ich meine, da brauche ich mir ja nie was angucken. Also da würde ich schon sagen, wenn da ein Bild drinne ist, dann würde ich das gerne sehen wollen.
  • Ich wollte halt ALLEN Leuten gefallen.
  • [lacht] Ja. Gut. [kurze Pause] Ja. Aber du hast ja jetzt was reingemalt. Nicht?
  • Naja, das sag ich nicht.
  • Doch. Du hast dann auch gesagt, ein dreiteiliges hast du. Und wo du…
  • Achso, ein Triptychon.
  • auf jeder Seite dann auch… oder…
  • Ja. Oder was ich jetzt machen will.
  • ein Triptychon. Mhm.
  • Wenn man es öffnet, dass … genau.
  • Ja. [räuspert sich] [kurze Pause]
  • Na okay. Wir haben dann ja schon abgearbeitet, was für dich Kunst ist. Oder?
  • [lacht] Ja. Ich denke schon. Nicht? Ja.
  • Ich habs aber halt noch nicht…
  • Was ist für DICH Kunst?
  • Was ist für DICH Kunst? Was … äh für dich ist das also … Was was was … bezeichnest du als Kunst?
  • Na ich bin halt so im Zwiespalt. Weil ich es eben nicht weiß und weil ich ähm … weil halt jeder eine andere Ansicht hat.
  • Naja. Gut.
  • Und ich verstehe halt deine Begründung, warum du das als schön empfindest.
  • Als harmonisch.
  • Als harmonisch. Natürlich und so.
  • Ja.
  • Und ich meine Picasso Pablo Picasso wollte nicht harmonisch sein. Bestimmt. Der wollte ja sozusagen verzerren. Und das es schräg aussieht.
  • Und auffallen.
  • Und die Leute da hinschauen.
  • Ja. Ja wie gesagt. Man kann ihn als als lustig oder kreativ bezeichnen. Aber nicht als schön.
  • Okay.
  • Also für MICH eben. Ja?
  • Alles kann Kunst sein
  • Mhm. Na für mich kann blöderweise jetzt alles Kunst sein. Es muss bloß jemand sagen und es muss jemand glauben.
  • [lacht]
  • Naja, ist ja so.
  • Naja gut. Ja.
  • Ich glaube, ich hab dir das mit dem Pissoir gezeigt. Würde ich das jetzt nicht…
  • Mhm.
  • … das aus dem Kunstunterricht kennen… so…, dann wäre das für mich irgendwie eine Verarsche. Das da jemand ein Pissoir…
  • Mhm.
  • … reinstellt und sagt…
  • Ja.
  • … das ist Kunst. Weil er eine Unterschrift noch reingibt. So.
  • Gut. Das ist für mich also auch keine Kunst.
  • Ja?
  • Nein.
  • Und ich hab halt mein…
  • Das ist für mich SCHRECKLICH. Fast. Muss ich sagen.
  • Ja?
  • Ein Pissoir. Ja.
  • Ich hab halt auch mein Problem mit … mit halt den Arbeiten … oder einigen Arbeiten von den Kommilitonen. Ne? Wenn ich Abfalleimer sage. Wo Papier reingeschmissen wird.
  • Ja.
  • Sowas.
  • Ja.
  • Das ist…
  • Also da finde ich die Putzfrauen sehr realistisch. Dann.
  • Ja das fand ich auch gut. Ja.
  • [lacht] Ja. [räuspert sich]
  • Aber das interessante ist halt…
  • Ist da jemand? Oder nicht.
  • Ja.
  • Ich glaube, wir müssen dann mal…
  • Ja gleich.
  • … wieder.
  • Ich finde…
  • Ja.
  • … das das interessante ist halt, selbst an der Hochschule gibt es halt irgendwie so zwei Richtungen. Einmal…
  • Mhm.
  • … ähm ähm äh die, die halt eher das … also die Natur sozusagen nachahmen. Oder oder oder sie ähm… also wenn es jetzt um Porträt geht… das man das Porträt…
  • Mhm.
  • … so malt oder so äh den Kopf formt … also in Ton, …
  • Ja.
  • … dass der halt äh realistisch wirkt.
  • Ja.
  • Und äh etwas darstellt. So was du jetzt auch bei diesen ähm…
  • Emmas zerknautschter Zettel
  • Gib mal diesen zerknautschten Zettel. Da hat … dann war sie wütend… ne, also das geht nicht mehr. Da hatte sie nämlich was gemalt. Und zum ersten Mal eben ein Gesicht. [Papierrascheln] Mit mit äh ja richtig Augen und mit lachendem Mund. Also äh … vielleicht hat sie noch draußen irgendwelche Bilder.
  • Wieso hast du das aufgehoben?
  • Ich wollte es aufheben.
  • Na jetzt hast du es ja.
  • Ne. Und sie… sie hats dann auf einmal zerknautscht. Als sie bei mir drinne war.
  • Na kann ichs mitnehmen? Dann mache ichs wieder glatt. Und schicks dir dann wieder zu.
  • Ne. Dann kannst du es behalten. Als Kinderzeichnung.
  • Okay. [39:25]
  • Oder oder so.
  • Ja.
  • Ich wollte es nämlich DIR zeigen. Und darum hab ich mich sehr geärgert, als da da Emma … die kriegt dann immer so Anfälle. [lacht] Aber hier dein … deine Karte… wo hab ich denn die. Die muss ich draußen auf dem Tisch noch gelassen haben. Da wo äh jetzt Johanna zuletzt saß.
  • Mhm.
  • Irgendwo. Denn hier ist es nicht drinne. Die müsste ja größer sein.
  • Na ist egal.
  • Na gucken wir da noch einmal auf dem Tisch. Und dann würde ich sagen, wir … jetzt gucken wir mal raus.
  • Ja.
  • Ja. Ich weiß nicht, ob ich dir jetzt geholfen habe. Und…
  • Omas Grenzen
  • Na ich kenne jetzt deine Grenzen. Ich kann sie noch nicht so ganz ähm … ich verstehe jetzt noch nicht…
  • Mhm.
  • … so ganz, wie du halt ägyptische Kunst, die ja auch sehr abstrahiert und sehr…
  • Ja.
  • … verzerrt ist, weil die Körper so gar nicht existieren, …
  • Alltagsgespräche [Johanna betritt das Zimmer]
  • Wollt ihr hierbleiben? Oder mit essen? Ihr könnt auch nachher essen.
  • Nein, wir essen mit. Ja.
  • Ja?
  • Ja.
  • Wenns okay ist.
  • Jetzt muss ich noch einmal fragen… Diese Aftereight …
  • Hab ich dir gerade mitgebracht.
  • Achso. Ja. [Elke betritt ebenfalls den Raum]
  • Hat Friedrich irgendwie Interesse an…
  • Ja.
  • Friedrich…
  • Und hast du die Rechnung?
  • Können wir später machen, Oma.
  • Ja.
  • Müssen wir jetzt nicht machen.
  • Und ich wollte an sich drei große haben. Aber…
  • Drei große gabs nicht.
  • Gabs nicht. Also im Lidl gibts nur … nicht Aftereight, sondern After… Mind. Ne Ne.
  • Ich hab dir…
  • … Schoko.
  • deine Tabletten mitgebracht. Die Schwestern haben sie mir geklaut.
  • Dankeschön. Da bin ich aber froh.
  • Ähm… hat Friedrich … Hast du Interesse an Hemden? An Pulovern und so?
  • Ich glaube nicht.
  • Du glaubst nicht. Weil Olaf… der hat aussortiert. Ja.
  • Oh. [versucht auf zu stehen]
  • Na gut. Macht, wie ihr wollt.
  • [stöhnt] Ja, ich meine, wenn du das da mitnehmen willst… also … Aber vielleicht hat ja irgendwie noch eine andere Zeichnung da. [Aufnahme Ende]
30:00-41:00 = 54min transkribiert 5min = 1min Gespräch
Adam und Eva, 1504, Kupferstich, Albrecht Dürer
Adam und Eva, 1504, Kupferstich, Albrecht Dürer
Adam sucht Eva (entblößt), 2015, RTL
Adam sucht Eva (entblößt), 2015, RTL
RTL-Adam mit ungewolltem Scham-Gefühl (Ausschnitt), 2015, RTL
RTL-Adam mit ungewolltem Scham-Gefühl (Ausschnitt), 2015, RTL
Adam (Jan Jaroszek) und Eva (Sarah Sophia Meyer), Schauspiel Stuttgart, 2012
Adam (Jan Jaroszek) und Eva (Sarah Sophia Meyer), Schauspiel Stuttgart, 2012
Diplom Theorie Einzelgespräch Daniels Dieter Daniels Gespräch mit Oma und Alexander kurz vorgestellt methodisches Konzept verfassen darin Frage "Warum diese Herangehensweise?" nachgehen mein Interesse an dieser Form erläutern warum welche Gesprächspartner (nur Bekannte / Verwandte, keine Fremden) Was soll bei dieser Stichprobe an Erkenntnis herauskommen (für mich, für andere)? aktuelle eigene Meinung über Kunst aufschreiben (soll ich sofort machen, da später noch stärker von Gesprächspartnern beeinflusst) Entwicklung eigener Meinung Formen von gesprächsbasierten Untersuchungen ansehen, wie Platon Dialoge "Diskursanalyse" "Der eigene Aufbruch", Susan Baumgartl Methodik ansehen 70er Jahre Fragestellung sehr aktuell u.a. Leute über Duchamp Marcel Duchamp befragt (leider nur auf französisch) Unterschriften für Vorträge / Hausarbeiten erhalten HGB Rundgang 2017 Collage Ganzkörperporträt mit aus Kalender gerissenem Papier als Feigenblatt, gerahmt, in Klassenraum testweise aufgehangen kurz mit Kommilitone Kommilitone über Scham geredet nimmt selbst nicht an Klassenausstellung teil Recherche Feigenblatt (Notizen von morgen) in bildender Kunst zum Verbergen der Geschlechtsteile nackter Personen diente (Altes Testament) Überwindung Schamgefühl Adam und Eva, 1504, Kupferstich, Albrecht Dürer adam-eva-k.jpg siehe auch "Adam und Eva", 1825/62, Kopien nach d. Genter Altar, um 1432 , 2.11.2016 teilweise bei Restauration antiker Statuen und Bildern nachträglich hinzugefügt Adam sucht Eva (entblößt), 2015, RTL adam-eva2-k.jpg RTL-Adam mit ungewolltem Scham-Gefühl (Ausschnitt), 2015, RTL adam-eva3-k.jpg Feigenblatt dient als Verbergen von moralisch angreifbarer Eigenschaft Gegenstand Feigenblatt als Ablenkungsmanöver, "einen Deckmantel umhängen" Redewendung "Kein (Feigen)blatt vor den Mund nehmen" Adam (Jan Jaroszek) und Eva (Sarah Sophia Meyer), Schauspiel Stuttgart, 2012 adam-eva4-k.jpg Website friedrichfroehlich.de weiter überarbeitet Schriftarten Courier New und Arial 2 Gespräche in Navigation, Studium-Link Newsletter-Formular neben Strichzeichnungen und Geradenbilder auch FORM - FARBE und Schwarze Fläche Statt "Zeichnungen" "Tagebuch" für kindliche Zeichnungen u.a. verhüllte Arbeiten mit Übersichtseite Ramses-Porträt mit MouseOver-Friedrich eingefügt
Recherche Holzwerkstatt (da ich Namen von Maschinen in Holzwerkstatt ständig verwechsel) Abrichthobel bzw. Abrichte: Maschine, mit der man Holzseite eben macht Dickenhobel: Maschine, mit der man gegenüber liegende Fläche parallel und auf eine einstellbare Dicke hin bearbeitet Hobeln: Bearbeitungsverfahren mit definierter Schneide Schleifen: Verfahren mit undefinierter Schneide Flachdübelfräse: schmale Schlitze in Holz, siehe 12.1. Flachdübel bzw. Lamello: verbindet die beiden Bauteile miteinander Bezeichnung Holzteile: Block oder Stücke von Balken je nach Breite-Dickenverhältnis auch als Leiste bezeichnen Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • Das andere sind ja seine…
  • Findest du den Blick realistisch?
  • … Jünger. Der guckt ja… der guckt nach oben…
  • Mit riesen großen Augen.
  • Realistisch / Unrealistisch / Betont
  • … in den Himmel. Also das ist nicht unrealistisch. Äh, wenn man nach oben guckt, …
  • [hustet]
  • … könnte man diesen Augenaufschlag so haben.
  • Mir kommt es aber so vor als … als hätte El Greco das äh stärker gemacht,…
  • Ja. Ja.
  • … damit du als Betrachter noch mehr diese äh…
  • … diese Augen anguckst.
  • … diese… genau. Genau.
  • In die Richtung. Himmelsrichtung.
  • Genau. Für mich ist es eben nicht realistisch. Ich glaube also meine Augen die wären kleiner, würde ich so nach oben gucken.
  • Ja. Na vor allem… die Augen nicht. Der Lied…
  • …schatten.
  • …schatten.
  • Der ist extrem.
  • Der ist zu betont. Das stimmt.
  • Genau. Aber damit du das als Betrachter eben noch verstärkt wahr nimmst.
  • Es ist fast, als ob er eine Brille auf hätte.
  • Mhm.
  • Noch eine starke gerandete[?, 11:33] Brille eben. Nicht? Ja.
  • Und ich meine… komm. Auch die Hände sind viel zu groß. Die sind ja insgesamt größer als sein ganzer Kopf.
  • Ja und zu fraulich.
  • Ja.
  • Äh, sind gar keine kräftigen Männerhände. Würde ich sagen.
  • Ja.
  • Dann eben, nicht? Die erscheinen sehr groß.
  • Und das…
  • Das stimmt.
  • Und das ist viel zu dick. Sein Arm. Ne? Der ist ja wieder fast so dick wie sein gesamtes Gesicht. Wenn du das jetzt mal so über…
  • Achso. Ja.
  • …trägst.
  • Ja.
  • Aber… was sagt dir das? Das das das das heißt ja, dass es eben nicht um dieses äh dieses realistische … dieses Kopieren von der Natur äh…
  • Mhm. [kurze Pause]
  • Für mich ist das wieder so symbolisch aufge…
  • Ja.
  • …baut.
  • Also das symbolische ist dabei.
  • Aber richtig stark! Ne?
  • Mhm.
  • Also es ist ja Jesus Jesus. Ich meine, das ist ein Bild …
  • Mhm. [kurze Pause]
  • Symphatische Bilder
  • Aber das Bild ist mir nicht unsymphatisch… [beginnt anzufangen zu lachen] … muss ich sagen.
  • Das ist aber interessant. Das ist von fünfzehnhundert nochwas.
  • Ja.
  • Das ist ja uralt. So.
  • Ich brauche die Jahreszahl jetzt gar nicht unbedingt wissen.
  • Naja, ich weiß nicht. Hätte ich das jetzt nicht gesagt… äh… vielleicht hättest du dann doch angemerkt: Die Hände sind viel zu groß. Und so.
  • Naja. Das weißt du von hier aus noch gar nicht einmal. Ich weiß nicht.
  • Na doch. Das sieht man schon. Das ist ja riesig fett hier. Also wenn ich meine Hände so halten würde… hier… die gehen ja fast weg… in meinem ganzen Gesicht.
  • Mhm.
  • Die verschwinden ja. Hier sind die ja doch doppelt so lang.
  • Das könnte sein. Ja. Also. Die Proportion, die weiß ich dann nicht so.
  • Das hier ist ja noch einmal interessant. Warte mal.
  • [räuspert sich] Aber das sind eben so frauliche Hände. Würde ich sagen.
  • Ja.
  • Und da guckt ein Bein… Unterschenkel oder irgendwas…
  • Ne. Das ist ein Arm. Von jemand anderem. Und der zieht an dieser Kette hier.
  • Achso.
  • Hier ist so eine Kette.
  • Achja. Da ist eine Kette.
  • Und hier greift er rein.
  • Ja.
  • Ich weiß jetzt nicht, was genau der da macht. Das ist… Ich denke mal, dass ist der Moment Moment, wo die Soldaten Jesus Jesus halt äh zum…
  • … gefangen nehmen.
  • … Kreuz bringen. Oder zum Kreuz bringen und das ganze Volk ist dahinter…
  • Mhm.
  • … und will ihn gekreuzigt sehen.
  • [räuspert sich] Warte mal.
  • Oder wo das Volk gefragt wird, vom König, ähm, äh äh wollt ihr das er gekreuzigt wird? Und das Volk, das ist halt äh ähm aufgebracht. Und sagt dann: Ja.
  • Aber mit der Kette… da habe ich doch gar nichts in Erinnerung.
  • Ich… ich doch auch nicht. Jetzt. Aber irgendwas wird es heißen.
  • Mhm.
  • Sonst hätte der das jetzt nicht gemacht.
  • Da ist eine Frau. Mit Zopf.
  • Na das wird die Maria sein. Ne?
  • Ja. Vielleicht. Die Maria Magdalena. Und das ist die Mutter. Wahrscheinlich.
  • Achso.
  • Die auch Maria heißt. [räuspert sich] [14:15]
  • Und der macht hier schon einmal Schrauben in Holz höchstwahrscheinlich rein. Oder? [kurze Pause] Das ist doch ein Holzstück hier.
  • Ja. Könnte sein.
  • Entweder er schraubt rein oder … ich weiß jetzt auch nicht.
  • Ja. Ist das schon ein Stück vom Kreuz?
  • Ja. Ja genau. Das denke ich jetzt halt auch.
  • Ich weiß es nicht.
  • Wenn der da jetzt zum Kreuz gebracht wird.
  • Ist da was im Hintergrund vom Kreuz zu sehen? Ne. Nicht?
  • Na wir gucken mal im Titel. [kurze Pause] El Greco und Werkstatt. Entkleidung Christi.
  • Aha. Ach darum zieht er an dem Gürtel. Oder oder…
  • Ja.
  • … oder Dings.
  • Da hing der dann nackig am …
  • Mhm.
  • … Kreuz. [kurze Pause] Aber es ist jetzt nicht so ein extremes Beispiel. Das stimmt. Dann… was hattest du für einen Namen genannt? Von einem alten… Künstler? Ne, gerade eben.
  • Rembrandt
  • Cranach. Oder oder…
  • Ja. Cranach der Ältere.
  • Oder Rembrandt. Oder… irgendso einen…
  • Na dann nehmen wir mal Rembrandt. [Tippgeräusche] [15:03]
  • [räuspert sich] [Tippgeräusche] [kurze Pause]
  • Das sind ja alles Porträts.
  • Da. Jetzt kommt. Ja. Porträts.
  • Sehr viele Porträts. [kurze Pause]
  • Da ist jemand im Vorraum [vom Pensionszimmer]. [lacht] [kurze Pause]
  • Nachtwache.
  • Mhm.
  • Die Nachtwache. Sechzehnhundertzweiundvierzig.
  • [nicht verständlich, 15:48]
  • Ich öffne es mal kurz.
  • Ja. Da kann ich … da erkenne gar nichts. Weiß man da einen Hintergrund?
  • Warum?
  • Äh ne. Was das darstellt eben?
  • Ich empfinde mehr bei Rembrandt als bei Picasso Pablo Picasso
  • Na okay. Darum gehts jetzt ja gar nicht. Es geht ja darum, was du damit ähm anfangen kannst. Wenn du es siehst.
  • Mhm.
  • Wenn du das jetzt im Museum siehst… was… was äh würde … Ist es so wie bei Picasso Pablo Picasso? So ein Frauenbild, wo du…
  • Ne. Ne. Das ist hier anders. Das ist ansprechender. Oder da empfinde ich mehr als bei Picasso Pablo Picasso. [räuspert sich]
  • Warum empfindest hier mehr?
  • Weiß ich nicht warum. Da sind… da ist … ja… das ist natürlich dargestellt. In der Tracht. Oder was weiß ich. Von dem Jahrhundert. Da stimmen die Proportionen.
  • Das würde ich gar nicht mal sagen. Die Männder dahinten sind ja fast so groß wie…
  • Ja.
  • … hier vorne.
  • Mhm. Naja gut. Also sagen wir mal. Ich habe jetzt die beiden hier vorne…
  • Ja.
  • … mir angesehen. [räuspert sich] Ja. Die vordere Reihe. Die ist ungefähr … die hintere Reihe… ja, die können aber auch irgendwo drauf stehen.
  • Mhm.
  • Auf einer Stufe oder was weiß ich. [räuspert sich]
  • Aber hier äh ähm ist es für mich nicht äh realistisch. Weil hier wird ja die Personengruppe im Vordergrund durch Licht…
  • Ja.
  • … hervorgehoben.
  • Ja.
  • Sie wird ja verstärkt dargestellt als die im Hintergrund.
  • Ja.
  • Die sind ja blasser.
  • Mhm.
  • So. Das ist also kein… kein Abbild der Realität. Sondern schon so, dass du als äh Betrachter, wie bei den Leserinnen… wie bei den Weinleserinnen… halt darauf guckst.
  • Ja.
  • Weil die im Zentrum stehen. Weil die angeleuchtet…
  • Ja.
  • … sind.
  • Realistisch / Unrealistisch
  • Ja. Ist okay. Aber die Szene ist trotzdem irgendwie realistisch dargestellt. Im Gegensatz zu…
  • Mhm.
  • … Picassos Figur… oder was weiß ich.
  • Mhm.
  • [räuspert sich] Also das würde ich insgesamt als … ja… das klingt wieder primitiv… als schön, oder angenehm empfinden.
  • Das ist auch glaube ich ein riesen großes Bild. Also…
  • Ja. Steht hier… Die Maße [unverständlich, 18:00]
  • Fast vier Meter.
  • Oho.
  • Also drei mal vier Meter.
  • Ja. Ja. Mensch. Ja. Das ist ja groß. [räuspert sich]
  • Na wir müssen uns das jetzt gar nicht hier durchlesen.
  • Mhm.
  • Weil es geht ja eher darum, wenn du es siehst…
  • Ne. Ich gucke…
  • … was dann… was dann bei dir…
  • Mhm. Ja. Die Stelle ist erleuchtet. Das ist richtig. Ja. [räuspert sich] Und das heißt ja auch Nachtwarte.
  • Ja.
  • Und die anderen stehen in der Nacht.
  • Rembrandt vs. Picasso Pablo Picasso / Mondrian
  • Ich verstehe noch nicht so ganz, warum du bei Picasso Pablo Picasso oder bei Mondrian oder… Also wenn das so ein Landschaftsbild ist, wie wir bei dem Buch jetzt gesehen haben, warum bei dir da so so ein Schild vorgeht. Und bei so einem Bild, wo halt auch so Figuren dargestellt sind, also einfach weils realistisch ist und du sofort … das in deine …
  • Ja. Also Picasso Pablo Picasso geht nicht in mich ein. Also.. also da ist gar nichts da. Ich weiß, wie schief ich da liege. [lacht]
  • Nö. Wieso.
  • Doch. Total schief.
  • Werden ja vielleicht viele denken.
  • Ich weiß ja, wie wertvoll der ist. Aber… mich spricht der nicht an.
  • Es geht ja nicht ums geldliche. Das ist jetzt ja lediglich der Marktdings.
  • Naja, ich meine…
  • Das es da viele haben wollen. Weil sie denken, dass das…
  • Aber das ist ja irgendwo ein Hinweis auf auf auf die …
  • … auf die Zeit.
  • … den Inhalt, die Zeit. Oder ja… Auf das Wertvolle der Malerei. Oder so. Und das kann ich eben nicht nachempfinden, bei Picasso Pablo Picasso. [19:39]
jeweils 3 Holzbalken miteinander verleimt
jeweils 3 Holzbalken miteinander verleimt
damit Holzblöcke beim Leimen nicht verrutschen ... (?)
damit Holzblöcke beim Leimen nicht verrutschen ... (?)
Klasse +0 +1Studium 1 0
Diplom Theorie mit Daniels Dieter Daniels für Dienstag Termin vereinbart umsetzen Text Einleitung und aktueller Stand Gespräche über Kunst mit Alexander und Oma vorstellen Unterschriften für Vortrag Gerry Schum und Hausarbeiten Readymade Ready-made und Narzissmus Narzissmus einsammeln umsetzen Meyer-Krahmer E-Mail schreiben wegen Unterschrift Vortrag Dieter Roth Dieter Roth / Rölli für Solaris Werkstatt Holzwerkstatt jeweils 3 Holzbalken miteinander verleimt bloecke1-k.jpg jeweils 2 Blöcke von gestern miteinander verleimt Oberfläche von Kleberesten befreit damit Holzblöcke beim Leimen nicht verrutschen … (?) bloecke4-k.jpg mit [NAME VERGESSEN] kleine Einkerbungen auf beiden Blöcken erzeugt, Holzstück reingelegt(?) gegenüberliegende Seiten geleihmt und wieder mit Schraubzwingen aneinander gedrückt nächste Woche die Schulterblöcke machen
Komposition mit Rot, Schwarz, Gelb, Blau und Grau, 1921, Piet Mondrian
Komposition mit Rot, Schwarz, Gelb, Blau und Grau, 1921, Piet Mondrian
Selbstporträt 2017-01-06 13-58-48, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-58-48, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 14-02-18, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 14-02-18, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-52-09, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-52-09, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-46-26, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
Selbstporträt 2017-01-06 13-46-26, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31
HGB Rundgang 2017 Büro der Galerie Daten zu den Arbeiten im Erdgeschoss per E-Mail zugeschickt mit Halbe Rahmen telefoniert, muss mit 10kg rechnen Verpackung nicht sehr viel größer als Rahmen, also noch händisch transportabel Rahmen 70x210cm bestellt kommenden Freitag und Samstag neues Ganzkörperporträt machen E-Mail an Kati, da telefonisch nicht erreicht wegen Schlüsselübergabe, für heutige Arbeit im AV-Labor Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • [Nach dem Essen]
  • [Aufzeichnung erst nach Beginn Gespräch angefangen]
  • … Wo ich nichts mit anfangen kann eben. [räuspert sich]
  • Genau. Das hier?
  • Na gut
  • Das ist so ein ähnliches Bild. Das ist auch von diesem Piet Mondrian.
  • Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, Notiz vom 14.11.2015 Komposition mit Rot, Schwarz, Gelb, Blau und Grau, 1921, Piet Mondrian mondrian-k.jpg
  • Kunstrichtung Mondrian
  • Und was ist das für ein [nicht verständlich, 0:11]?
  • Das ist eine Kunstrichtung gewesen.
  • Mhm. Mooondriaaan…
  • Mondrian ist der Künstlername.
  • …stil.
  • Das ist die… das ist die Kunstrichtung.
  • Mhm.
  • Und da taucht er unter anderem halt mit diesen Arbeiten auf. Und er hat halt ziemlich viel so diese…
  • Ja.
  • … geometrischen… geometrischen und Farb…
  • Kein Bild / Bild
  • Ja. Ja mit diesem Geometrischen… War ja eben gar nicht schlecht, nicht? Aber [räuspert sich] … Es ist eben kein Bild.
  • Mhm. Also nichts, wo du etwas erkennst halt.
  • Gehts dir darum? [Pause]
  • Doch ich erkenne schon was. Aber
  • Aber aber was erkennst du.
  • Ach. Naja. Ein Muster.
  • Okay.
  • Ein Muster, kein Bild.
  • Okay.
  • Ja?
  • Und der hatte aber anfänglich auch äh solche Sachen gemalt.
  • Ja.
  • Und davor hatte der glaube ich sogar realistisch gemalt. Ich weiß jetzt nicht genau.
  • Da erkenne ich… da erkenne ich schon eher was drauf. Aber das ist nicht sehr realistisch.
  • Ne, aber erinnert wieder so an Van Gogh. Ne?
  • Mhm.
  • Also auch mit Linien…
  • Ja.
  • … und Strichen.
  • Ja. Hast du das hier geknickt?
  • Ja gerade eben.
  • [räuspert sich] [Pause] Ja. Etwas anders dann eben auch, ne?
  • Ist aber auch ein Bild. Für dich. Oder nicht.
  • Doch. Das… das ist ein Bild. Aber ich kann nicht viel mit anfangen.
  • Weil du es nicht harmonisch findest, oder…?
  • [räuspert sich]
  • Ich will bloß verstehen, warum du damit nichts anfangen kannst.
  • Mhm. Ja das will ich ja selber verstehen. [lacht]
  • Was erkennst du denn. Also was…
  • Also ich erkenn… ich erkenne eigentlich nur ein paar Bäume.
  • Okay.
  • Äh… Fußboden. Und dahinter scheint aber wahrscheinlich noch mehr zu sein. Was ich …
  • Das erkenne ich jetzt auch nicht.
  • … Was ich jetzt wie so visuell einfach mit meinen Augen oder Brille nicht erk…
  • Das könnte die Sonne oder Mond sein. Ne?
  • Was ich da nicht so erkenne.
  • Hier äh der Titel ist WALD.
  • Ja gut. Einen Wald würde ich…
  • Ja.
  • … würde ich noch akzeptieren. Ja. Aber manches eben … wie gesagt… sehe … sehe ich sowieso nicht mehr so richtig.
  • Mhm.
  • [räuspert sich]
  • Na ich wollte dir das jetzt nur mal zeigen. Das äh…
  • Mhm. Mhm. Kann ich zuschlagen?
  • Ägyptische Kunst
  • Ja, genau. Was mich ja jetzt interessiert hatte, war, dass du zu den ägyptischen Sachen, was wir jetzt hier sehen, …
  • Ja.
  • … gesagt hast, dass du das ähm als… ich weiß nicht… als Kunst … als als ähm…
  • Naja gut. Eben alte ägyptische…
  • Alte ägyptische…
  • … Kunst.
  • Aber trotzdem akzeptierte … gut akzeptieren kannst. Du. Also du es sozusagen…
  • Ja.
  • … spannend findest. Oder dir anguckst. Oder…
  • Ja. Ja. Und das sind ja alles hier Götter. Die dargestellt sind. Und das ist das Lebenszeichen.
  • Mhm. [Geräusche, Bild wird auf Tisch hin und her bewegt]
  • Das ist eine Waage. Ja aber ich kann nicht mehr sagen, was das für für Götter hier … hier sind.
  • Aber warte mal. Das ist doch interessant. Also hier deut… hier versuchst du gerade zu deuten. Oder mir zu sagen, was das ist. Das das ein Gott Jesus ist und so weiter.
  • Ja.
  • Obwohl du das als als Betrachter, der sich überhaupt nicht mit ägyptischer Kunst auskennt, gar nicht nicht sehen würde. Für den ist das halt nur irgendwie eine Figure, die irgendwas komisches auf … auf dem Kopf trägt. Was so aussieht wie ein Tierkopf.
  • Ja.
  • [3:42]
  • So.
  • Ja aber das ist eine Gottheit.
  • GENAU. Aber das sagst du. Weil du das Wissen darüber hast.
  • Ja.
  • Wissen macht Kunst zu Kunst
  • So. Jetzt… und jetzt ist ja die Frage… ähm bei zeitgenössicher Kunst, wie jetze bei diesem Pissoir oder so…
  • Mhm.
  • … da hast du das Wissen nicht darüber. Was das jetze … was… warum dieses Pissoir jetzt ausgestellt wird. Und was das sozusagen aussagen soll. Und deshalb verstehst du es nicht. Und und siehst es nicht als Kunst an. Irgendwie.
  • Ja.
  • Und hier aber … weißt… weißt du, was ich meine? Also hier hast du sozusagen ne Hintergrundinformation, die du mir jetzt ja sozusagen…
  • Ja.
  • … sagst.
  • Mhm.
  • Und ich glaube, deshalb kannst du dieses Bild nachvollziehen.
  • Naja, nachvollziehen ist wieder zu viel gesagt.
  • Ne, aber…
  • Weil ich es ja nicht genau weiß, was das für ein äh Gott Jesus… äh dazu weiß ich zu wenig. Und das…
  • Aber du guckst es dir zumindestens an und…
  • Ja. Ein Ägypter, äh, der … Oder soll das eine Frau sein? Das weiß ich jetzt nicht.
  • Eine Frau denke ich mal.
  • Ja. Ja gut. Also ich … dazu habe ich wieder zu wenig Hintergrund…
  • Aber mit der Waage, mit der Gerechtigkeit höchstwahrscheinlich…
  • Ja.
  • In die Waagschale legen.
  • Das gibts ja bei uns auch.
  • Oder oder mit der Seele.
  • [räuspert sich]
  • Vielleicht. Das ist die Seele. Und das ist so ein Gegenstand zum… so ein Gegengewicht. Leben, Tod vielleicht. Keine Ahnung.
  • Also ich meine jetzt, das sind ja die Hieroglyphen.
  • Ja.
  • Wenn ich die übersetzen könnte, dann wüssten wir halt mehr. [lacht]
  • Symbolismus
  • Aber das strotz ja auch vor… Symbolismus. Ne?
  • Ja.
  • So. Und und das ist ja bei bei bei vielen Kunstwerken, die du nicht verstehst, die jetzt…
  • Mhm.
  • … gemacht werden, vor hundert Jahren vielleicht. Oder vor fünfzig Jahren, auch der Fall. Aber aber man versteht es halt nicht, wenn man kein Hintergrundwissen hast… hat. So.
  • Ja. Das das ist aber auch viel eine Gefühlssache bei mir. Muss ich sagen. [kurze Pause] Also die haben alle diese Lebenszeichen da in der Hand. Es blendet hier gerade so. [räuspert sich] [kurze Pause] Hier. Das ist … Ach. König oder Gottheit. Ne. [räuspert sich] Das könnte … König sein, Oberägypten. Oder Unterägypten. Äh mit dieser Patsche. Und mit diesem…
  • Mhm.
  • … Zeichen. Die sie manchmal auch über Kreuz halten. Und das sind wahrscheinlich seine Frauen. Und Kinder. Oder so. Also das ist sicherlich irgendein ägyptischer König.
  • Mhm.
  • Die haben diese… ja… Krone oder Doppelkrone.
  • Pharao.
  • Pha… äh gut. Pharao. Auf ägyptisch. Pharao. [räuspert sich]
  • Und kannst du jetzt noch einmal dieses Gesamtbild dir einfach so angucken? Weil darum gehts ja jetzt. Dass du… dass du … also hier bei bei bei bei…
  • Mhm.
  • … Van Gogh und so hast du gesagt, das ist nicht schön. Das ist nicht har… das ist nicht harmonisch. Oder so. Für dich. Außer dieses Feld. Ähm. Weißt du? Also Begründung dafür, …
  • Mhm.
  • … dass du es nicht ähm nicht ähm … damit nicht soviel anfangen kannst.
  • [zögernd] Ja.
  • Und was ist jetzt hier zum Beispiel, was du bei den naturalistischen Bildern gesehen hast… als harmonisch … als schön…
  • Mhm.
  • Was … warum guckst du dir das gerne an. Oder warum warst du äh in Ägypten und hast dich dafür interessiert. Für diese ganzen äh…
  • Tja.
  • … Zeichen. Für die Malerei.
  • Weil diese Kunst eben noch viel viel älter ist. Als die europäische Kunst.
  • Okay. Also hatte das eher… so ein… [7:04]
  • Wissensdurst
  • … wissenschaftlichen äh…
  • Wissen… Wissensdurst. So.
  • Ja. Also…
  • Was die vor tausenden von Jahren mal gedacht haben. Und wie sie das dargestellt haben. Oder… wie deren Leben…
  • Genau.
  • … war.
  • Sagen wir mal… ich habe das dann mehr wissenschaftlich gesehen.
  • Okay.
  • Gefühlsmäßig kann … weiß ich jetzt auch nicht. Dazu weiß auch zu wenig, wer diese Gottheiten eben sind.
  • Mhm. Ne aber das ist ja gut. Dass du es nicht weißt.
  • Ja.
  • Dadurch betrachtest du ja eher das Bild. Als…
  • Mhm.
  • … als den Inhalt. So wie du ja auch diese äh diese zeitgenössichen…
  • Ja.
  • … Arbeiten eher … das Bild betrachtest als den Inhalt zu… zu wissen.
  • Mhm. [7:36] Und das sind die … wie heißen die… die Kartuschen oder was. Wo eben auch die Namen drauf stehen.
  • Mhm.
  • Also wo diese… das sind vier… vier Kinder. Aber es sind ja nur drei Kartuschen. Das wird für den König sein. Also … gut also ich … ich kanns nicht sagen. [räuspert sich] [lange Pause]
  • Picasso Pablo Picasso und ägyptische Kunst
  • Ich finde es halt wirklich interessant, dass Picasso Pablo Picasso … dieses äh Frauen…
  • Ja.
  • … bild, wo ja auch… selbst wenn…
  • Ja.
  • … es ein bisschen mehr ver… verschoben war und so… War aber auch aus mehreren Perspektiven gemacht. Und für dich…
  • Ja.
  • … war das einfach nicht mehr ähm…
  • Ne.
  • … Das ist…
  • Ne.
  • … einfach nichts.
  • Ich weiß nicht wieso.
  • Ja, aber das ist ja das… weil hier sag… hier hier hier sagst du jetzt ja nicht: Hä, die Beine sind jetzt so komisch gestellt. Das geht gar nicht mit dem Oberkörper überein. Und warum hat der jetzt eine Maske auf? Ich meine, wenn jetzt Picasso Pablo Picasso da jemanden mit einer Maske darstellt, dann…
  • Mhm.
  • … verstehst… also dann kannst du es nicht nachvollziehen. Und hier nimmst du es einfach als Gegeben hin. Weil es was historisches ist.
  • Ja.
  • Was vor tausenden von Jahren mal gemacht wurde.
  • Ja.
  • Und hier betrachtest du das wissenschaftlich. Eher.
  • Ja.
  • Also die Bildinformation willst du sozusagen…
  • Ja. So könnte man es …
  • Also kann man das gar nicht mal vergleichen.
  • Ne. Man kanns nicht mit europäischer Kunst…
  • Okay.
  • … vergleichen eben.
  • Aber die europäische Kunst, die die äh die verwischt ja vor hundert … vor zweihundert Jahren ungefähr eben mit afrikanischer, mit japanischer… also die wird ja …
  • Mhm.
  • … GLOBALER. Da kommen ja ganz andere Einflüsse plötzlich.
  • Und so ganz alte Künstler. Hast du die da auch da. Was weiß ich. Wie Cranach. Oder oder oder Rembrandt.
  • Können wir uns auch angucken. Ja.
  • Oder sowas. [räuspert sich]
  • El Greco
  • Ich hab einen Alten. Ähm warte mal. El Greco heißt der.
  • Kreko.
  • El Greco. Grieche.
  • Ach El Greco. Aha.
  • Und ich finde, dass der … warte mal, ich tippe das mal hier ein… [Tippgeräusche] Der hat fünfzehnhunderteinundvierzig ist der geboren.
  • Mhm.
  • Also sehr sehr alt schon.
  • Mhm.
  • Eigentlich in einer Zeit, wo die ja…
  • [räuspert sich] [9:40]
  • … wo die … das war ja diese christliche Kunst da glaube ich damals. Ne?
  • Fünfzehnhundert. Ja.
  • Also wo solche… wo solche Bilder halt ähm…
  • Mhm.
  • … so üblich…
  • Mhm.
  • … waren. Und…
  • Heilige Lukas.
  • El Greco und Moderne Kunst
  • Er zeichnet… also er malt aber ganz ganz anders. Und zwar finde ich, malt der so, wie heute ähm oder wie… wie damals äh zu Van Goghs Zeiten oder so vielleicht irgendwelche Leute gemalt hätten. So. Das ist ja… [Tippgeräusche] Also jetzt nur mal angucken. Vom Stil her. [Tippgeräusche] Das ist ja nicht realistisch. Oder?
  • Bildanalyse Entkleidung Christi, El Greco [BILD VON BILD?]
  • Mhm. Aber fast.
  • Aber…
  • Oder zum Teil. Ja.
  • Aber übertrieben. Die Farben. Sehr kantig.
  • Äh. Ja. Gut. Da ist der Rote Mittelpunkt. Und die anderen Farben fallen eben nicht so auf. Das sind wahrscheinlich nicht die Hauptfi… äh Hauptfiguren. Soll das Jesus Jesus sein?
  • Ich denke mal. Ja.
  • [räuspert sich]
  • Jaja. Klar.
  • Ja. [10:45]
Geradenbild Werkstatt AV-Labor Beginn ca. 18:00, Ende 19:40 100 / 4 = 25 min. je Maschinenzeichnung Videoaufzeichnung Selbstporträt 2017-01-06 13-58-48, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 13-58-48-m.jpg nur noch 2 volle Tuschestifte Selbstporträt 2017-01-06 14-02-18, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 14-02-18-k.jpg mit 40cm/s Selbstporträt 2017-01-06 13-52-09, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 13-52-09-k.jpg zu Selbstporträt 2017-01-06 13-58-48: bei insgesamt dünerem Auftrag ist sichtbar, dass unterer Bereich noch zarter gezeichnet wird Grund mir unbekannt Stiftewechsel Selbstporträt 2017-01-06 13-46-26, Tusche auf Papier, Maschinenzeichnung, 31 2017-01-06 13-46-26-k.jpg unten rechts nachträglich ein paar kleine schwarze Striche entfernt am Automaten Kaffee mit Zucker geholt 2017-01-06 13-49-54 einige Striche unten entfernt Ergebnis nicht gut, rechte Augenbraun zu stark ausgeprägt 2017-01-06 13-51-10 abgebrochen, da Tusche immer weniger wird
Vor dem Auftreten, 1879, Pastell auf Papier, Edgar Degas, aus Die Geschichte der Kunst von E.H. Gombrich, Notiz vom 15.4.2016
Vor dem Auftreten, 1879, Pastell auf Papier, Edgar Degas, aus Die Geschichte der Kunst von E.H. Gombrich, Notiz vom 15.4.2016
Portrait de Marie-Thérèse, 1937, Pablo Picasso © Succession Picasso
Portrait de Marie-Thérèse, 1937, Pablo Picasso © Succession Picasso
HGB Rundgang 2017 umsetzen 10:30-13:30 im Büro der Galerie Flächen im Erdgeschoss für Rundgang reservieren beide Flächen von 2015 reserviert umsetzen E-Mail an HGB-Galerie mit Daten zu Arbeiten, damit sie in Rundgang-Aushang erscheinen Herme Einzelgespräch Bachmann Holz muss noch besäumt werden (Borke muss ab) ca. 9cm dicke Bretter Mo oder Di zu Alberti Wolfgang Alberti, vlt. ab 13:00 (ab 10:00 Mo Transport Holz mit Bachmann) Gummiklüpfel bestellen, evtl. umtauschen Natura-Gips verwenden, bzw. Bachmann gibt mir noch Gips am Freitag Büste weiter glätten, Löcher füllen vor Fräsen: Nasenlöcher, Ohren, Augenbereich schließen Aufteilung: (1) Schultern komplett ab (2 Teile) (2) Rest an Mitte teilen (2 Teile) (3) Ohren ab, später hinzufügen) 5-8mm auf allen Seiten zusätzlich drauflassen Maße am Freitag abnehmen Einzelgespräch Alberti Wolfgang Alberti am Mo mit Holz vorbeikommen wir arbeiten ohne festen Terminen, zwischendurch Leimen wird über einige Tage gehen Einzelgespräch Ohme Blender Vertex = Eckpunkt Vertex löschen: EditModus -> Vertex-Ansicht Strg + Umschalt + Alt + M = zeigt alle Problemstellen an im Vertex-Modus: Alt+rechte Maustaste = versucht Kante weiterzugehen danach mit F Fläche schließen Lineal: Measurett auswählen 2 Vertex anklicken und "Segment" auswählen zeigt Abstand an N: öffnet numerischen Toolkasten T: Tools Meter-Einheit als Zentimeter nutzen, später umrechnen Werkstatt AV-Labor zwischendurch Kati wegen Schlüssel AV-Labor für Wochenend-Arbeiten angefragt am 6.1. abends plotten bis 15 Uhr anrufen bzw. in ihrem Büro vorbeikommen und Schlüssel abholen 13.+14.1. Ganzkörperporträt, mit neuen Tuschestiften 20.+21.1. auch noch möglich Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • Ägyptische Kunst vs. Picasso Pablo Picasso
  • Ich stelle mal dem ägyptischen Bild jetze von Picasso Pablo Picasso was äh entgegen hier.
  • [räuspert sich]
  • Wir nehmen jetzt… Ich hab jetzt mal…
  • Ja ne. Das kannste… Das kann man nicht…
  • DOCH. Das kann man.
  • Also…
  • Denn ich … Also was ich gelernt habe, ist, dass viele Künstler damals um diese Zeit halt…
  • Mhm.
  • Japanische Zeichnungen und Afrikanische Kunst
  • … von äh äh von japanischen Zeichnungen viel übernommen haben und von Afrikanern viel übernommen haben. Also auch diese Masken und so weiter.
  • Mhm.
  • Die… die haben die sozusagen als Vorbild teilweise genommen für ihre eigene Arbeit. Als Ins…
  • Die Japaner
  • …piration. Na diese Zeichnungen. Diese äh Tuschezeichnungen.
  • Mhm.
  • Weil… weil da war das besondere, dass … was wir ja auf diesem Feld gesehen hatten, mit diesen Leserinnen… oder wie das heißt…
  • Ja. Ja. Ehrenleserinnen.
  • Genau. Wo ich gesagt hatte, äh ganz links und ganz rechts äh ähm ist die Landschaft ganz äh also flach. Äh da ist nichts…
  • Abgeschnitten. F … abgeschnitten. Da ist kein…
  • Mhm. F … Haus oder sowas abgeschnitten. Und keine Weinleserin. Die abgeschnitten ist. So.
  • Mhm.
  • Äh also das ist ganz ganz harmonisch. Im Mittelpunkt. Und an der Seite…
  • Ja.
  • … geht es langsam raus. Und bei den japanischen äh Zeichnungen, die die haben zum Beispiel vieles angeschnitten einfach.
  • Mhm.
  • Am Rand. Und das war was ganz…
  • Da habe ich noch keine gesehen.
  • Nene.
  • Ich weiß nicht.
  • Und das war aber was ganz komisches für diese europäische Wahrnehmung. Dass überhaupt in einem Bild am äh Rand etwas angeschnitten werden kann.
  • Achso.
  • Das passt einfach nicht rein. Und viele Künstler damals eben … zu dieser Umbruchszeit … die haben sich das aber als Vorbild genommen. Und haben plötzlich selbst Sachen angeschnitten.
  • Hast du da nachher mal ein Beispiel?
  • Ja. Ich…
  • Lass uns erst einmal den Picass…
  • Ja okay.
  • Picasso Pablo Picasso.
  • Da gibts dann zum Beispiel nen Bild, was … aus dem Buch… wo halt äh ähm äh Mädchen tanzen. Und… Vor dem Auftreten, 1879, Pastell auf Papier, Edgar Degas, aus Die Geschichte der Kunst von E.H. Gombrich, Notiz vom 15.4.2016 degas-k.jpg
  • Ja.
  • … äh und und dieser Künstler um diese Zeit hat halt die Mädchen halt angeschnitten. Ganz ganz komisch. Am Bein.
  • Achso.
  • Am am Kopf. Und und das ist eben nicht mehr dieses harmonische. Was du auch meinst, ne?
  • Ja.
  • So. Sondern… aber aber die haben… die haben es nicht erfunden. Sondern die habens halt von…
  • [nicht verständlich, 1:04:45]
  • … hunderten von Jahren äh äh in anderen Gegenden, wo das bereits ganz ganz normal war, haben die das übernommen.
  • Mhm.
  • Für UNS war das komisch. Und was du jetze über über Ägypten gesagt hattest…
  • Ja.
  • … da gibt das… da war das halt normal, dass das im endeffekt so gemacht wurde. Und in … die europäische Sicht … hier klappt das halt nicht so.
  • Mhm.
  • Und und und die Künstler aus Europa haben aber genau DIE als Vorbild mitgenommen. Für ihre eigenen Arbeiten. Dann.
  • Aha.
  • Also die haben das übernommen.
  • Auch Ägyptische? Naja. Lass mal den Picasso Pablo Picasso hier… [lacht]
  • Genau. Ich zeig dir den jetzt halt.
  • Ja.
  • Komische Bilder von Picasso Pablo Picasso
  • Weil… weil du das mit dieser Frontalsicht oder…
  • Ja.
  • … das mit der Seitensicht da…
  • Ja.
  • … gesagt hattest.
  • Ja. Ja. Also ich weiß, wie berühmt der Picasso Pablo Picasso ist. Und das der unerschwinglich ist. Und ähm… ja. Der hat aber äh die Natur würde ich sagen total verunklimpft. Verhonepipelt. Ah. Manchmal hat er ja ne Brust auf die Stirn gemacht. Und das Auge auf die Brust. Oder was …
  • Mhm.
  • Entartete Kunst
  • … weiß ich. Also … mhm… das ist für MICH total entartet. Adolf…
  • Okay.
  • Ich lese… ich lese zur Zeit äh Mein Kampf.
  • Ja.
  • Und ich weiß nicht, ob Adolf Hitler sich mit Picasso Pablo Picasso beschäftigt hat.
  • Ich denke mal.
  • Ich könnte mir vorstellen, er hätte dazu gesagt, das ist entartete Kunst. Und da muss ich dem Hitler Recht geben.
  • Was heißt denn entartet jetze. Ich hab mich da jetzt noch gar nicht so richtig informiert.
  • Also äh…
  • Was steht denn da im Buch.
  • Ich empfinde entartete Kunst, wie das … das ist eben…
  • Mhm.
  • … überhaupt gar keine Natur mehr.
  • Was heißt denn entartet. Ent… also außerhalb der… Ent. Artet.
  • Mhm.
  • So als Wort. Meine ich jetzt.
  • Äh. Naja. Du hast eine Art. Mensch.
  • Okay.
  • Ja. Wo die Augen hier im Gesicht…
  • Ah okay.
  • … sind und nicht auf der Brust.
  • Okay.
  • Die Brust nicht auf der Stirn ist.
  • Okay.
  • Oder [räuspert sich] das ist…
  • Oder die Nase nicht seitlich gezeigt wird, …
  • Ja.
  • … die Augen nach vorne äh gerichtet sind.
  • Ja.
  • Oder irgendwie.
  • Also das ist… ja. Also das würde ich als entartete Kunst bezeichnen.
  • Mhm.
  • Und… und richtig hässlich. Ich weiß, dass ich jetzt in ein ganz schlimmes Fettnäpchen trete.
  • Ne. Nein. Wieso…
  • [lacht]
  • Du hast es ja schon einmal erwähnt. Und ich finde es ja gut. Ich meine, deshalb rede ich ja mit dir darüber.
  • Ja.
  • Da spricht ja jetzt nichts dagegen äh so so ein Wort zu nehmen. Ich denke mal du du hättest den jetzt äh außer Landes geschafft. Als du…
  • Ne ich hätte … Ich weiß, wie teuer der ist. Und das sich das gar keiner oder nur wenige leisten können.
  • Ja.
  • Ich weiß es. Aber trotzdem ist es für mich… ja… entartete Kunst.
  • Ja.
  • Eben, nicht?
  • Ja ich finde aber… Ich finds spannend, dass…
  • Lustig und kreativ, aber nicht schön
  • Na gut. Man kann es als lustig empfinden.
  • Ja.
  • Oder interessant. Oder kreativ.
  • Ja.
  • Ja?
  • Okay.
  • Aber äh … nicht als schön.
  • Okay.
  • Also lustig, kreativ, äh … was weiß ich. In der Richtung.
  • Mhm.
  • Aber äh nicht nicht schön. Das ist aber nicht hässlich.
  • Okay. Aber aber kannst du dir denn auch vorstellen, dass so ein Bildnis einer Frau äh ähm etwas ausdrücken sollte wie bei Van Gogh? Das er… das er … das er diese Wellen und diese Striche genommen hat. Oder bei dem Schrei. Wo der das auch in dieser Wellenform…
  • Na der hat sich bestimmt irgendwas vorgestellt. Der Picasso Pablo Picasso… Aber… man kommt nicht so richtig dahinter.
  • Mhm.
  • Was er sich vorgestellt hat.
  • Okay.
  • Wir sehen die ägyptische Malerei hier [zeigt auf den Bildschirm].
  • Ja.
  • Die ist von der Seite gemacht. Und da war ja auch diese äh äh dieses Ding. Die wollten Füße zum Beispiel nicht von vorne zeigen. Weil man von vorne…
  • Ja.
  • … die Füße nicht so erkennt, wie seitlich.
  • Ja.
  • Wir erkennen hier ja richtig Füße.
  • Ja genau.
  • Das selbe ist mit dem …
  • Gesicht.
  • … Gesicht halt.
  • Kopf.
  • Du siehst die Nase richtig. Die Augen sind ja häufig nach vorne, wie…
  • Ja.
  • … wir hier sehen.
  • Ja der Körper ist von vorne.
  • Genau. Und und und das Auge eben. Ne?
  • Ja.
  • Weil wir natürlich das Auge von vorne viel viel schneller sehen. Und so weiter.
  • Ja.
  • Und im Endeffekt genau das selbe hat doch Picasso Pablo Picasso hier gemacht. Er hat die Augen von vorne gemacht. Die Seite hat er von der äh äh … Die Nase hat er von der Seite gemacht, … Portrait de Marie-Thérèse, 1937, Pablo Picasso Pablo Picasso © Succession Picasso Pablo Picasso bildnis-k.jpg
  • Ja aber nicht nur einerlei! Während äh an den ägyptischen Bildern nur einerlei zu sehen ist. Also das… der seitliche Kopf.
  • Ja.
  • Und äh der frontale äh…
  • Brust. Genau.
  • … Körper. Und während Picasso Pablo Picasso hat alles versucht.
  • Aber er hats ja auch aus mehreren Perspektiven gemacht. Ne? Also so wie bei den Ägyptern. Die haben sich ja auch nicht an einer Perspektive gehalten. Sondern haben immer die gemacht, die für die…
  • Ja aber …
  • … am ausdrucksstärksten war.
  • Ja aber hier sind mehrere Varianten.
  • Ja, hier hat er noch mehr reingemischt.
  • Ja.
  • Er hat ja die Ägypter nicht bloß…
  • Ja.
  • … ko… kopiert. Sondern er hat dann halt ähm äh auch die beiden Augen äh schräger gemacht.
  • Ach du meinst, der hat sich da… die Ägypter… als Vorbild…
  • Ich denke, er hat die als Vorbild sich genommen. Was ich gesagt hatte. Dass die auch die afrikanischen …
  • Das weiß ich aber nicht.
  • Masken… Doch doch. Die hatten zumindestens diese …
  • Ja.
  • … afrikanischen Masken und so. Als Vorbilder.
  • Mhm.
  • Die haben diese … von Japan diese Sachen. Wo ich gesagt hatte. Äh … die die haben davon mitbekommen, weil es gab so Kolonialgeschäfte. In Europa. Da waren diese äh äh diese Zeichnungen als als Verpackung vorhanden. Und die haben …
  • Ja.
  • … diese Verpackungen dann… diese Zeichnungen gesammelt. Und haben sich davon inspirieren lassen.
  • Also falls du sone japanische Abbildung hast, können wir…
  • Ja.
  • … uns die ja nachher mal an…
  • Ja.
  • … gucken. Nicht?
  • Picasso Pablo Picasso ist für mich hässlich
  • Ja also wie gesagt. Der Picasso Pablo Picasso ist für mich hässlich [lacht] Und ich weiß in was für ein Fettnäppchen ich da trete.
  • Also Picasso Pablo Picasso ist für dich hässlich. Aber diese ägyptische Kunst, die auch mit dieser Perspektive … mit den unterschiedlichen…
  • Ja.
  • … Perspektiven arbeiten, die ist für dich…
  • Ja.
  • … wiederum…
  • Die ist ANDERS. Das ist eine andere Perpektive.
  • Na das sind andere Perspektiven. Aber das ist ja auch nicht diese realistische, wie man…
  • Nein.
  • … eine Figur sehen würde.
  • Nicht realistisch. Aber… anders als der Picasso Pablo Picasso. Also das sind … immerhin ist der Körper, der … ja… von vorne gezeigt wird. Während die Köpfe von der Seite. Und die Füße auch von der Seite…
  • Mhm.
  • … gezeigt werden,…
  • Mhm.
  • … ist der Körper von vorne. Das ist das charakteristische eigentlich von diesen ägyptischen…
  • Na und die Augen. Die finde ich halt immer ziemlich krass.
  • Ja.
  • Wenn die so nach vorne stechen.
  • Und äh bei Picasso Pablo Picasso … ja… die hat da wenigstens noch eine Brust an der richtigen Stelle. Und was weiß ich.
  • Was heißt denn an der richtigen Stelle. [1:10:35]
  • Das stimmt ja eben gar nicht. Die Brust ist da, wo WIR sie am besten sehen können. Als… Wir können jetzt nicht ranzoomen. Aber…
  • Ja.
  • … die ist ja dort … die ist ja im Profil sozusagen.
  • Ja.
  • Damit wir sie als Betrachter richtig erkennen können. Das heißt aber nicht, dass sie anatomisch an der korrekten Stelle ist.
  • Ja. Aber fast, würde ich sagen. Während es bei Picasso Pablo Picasso gar nicht ist.
  • Das stimmt. Da sind die total an der falschen Stelle, wo…
  • Das ist… ja und auch die Fingernägel. Das ist alles … also wie gesagt… sehr unrealistisch. Und…
  • Wir können später dann noch einmal darüber…
  • Ja.
  • … kurz reden.
  • Ja. Das ist gut. Fritzchen. Gehen wir erst einmal.
  • Ja.
  • Wollen wir die anderen nicht so … Wenn ich hoch komme. Sonst bleibe ich halt hier.
  • [lacht]
  • Uuuh!
  • [Pause]
  • Ahhh!
  • [Aufnahme unterbrochen]
Marmorkopie d. Laokoon-Gruppe, Vatikanische Museen
Marmorkopie d. Laokoon-Gruppe, Vatikanische Museen
Dresdner Knabe, Römische Kopie nach Bronzewerk des Polyklet oder seiner Schule, gegen 430 v. Chr.
Dresdner Knabe, Römische Kopie nach Bronzewerk des Polyklet oder seiner Schule, gegen 430 v. Chr.
Grabkammer der Nefertari, Gattin des Ramses II., Szene: Der Gott Re-Harakleti und Amentit, die Göttin des Okzidents, um 1298–1235 v. Chr.
Grabkammer der Nefertari, Gattin des Ramses II., Szene: Der Gott Re-Harakleti und Amentit, die Göttin des Okzidents, um 1298–1235 v. Chr.
Büste der Nofretete, Berlin, Ägyptisches Museum
Büste der Nofretete, Berlin, Ägyptisches Museum
Hausaltar, Neues Reich 18. Dynastie, um 1345 v. Chr.
Hausaltar, Neues Reich 18. Dynastie, um 1345 v. Chr.
Diplom Theorie Gespräch mit Oma transkribiert zwischen 11:40 und 13:00 (dazwischen Wäsche aufgehangen) 42:00 - 55:00 = 13min 1min in 5min transkribiert
  • Der hat anders unterschrieben. Der heißt ja gar nicht so hier. Äh… R… Matt.
  • Das sehe ich überhaupt nicht.
  • Neunzehnhundertsiebzehn.
  • Mhm.
  • Unbekannter Künstler vs. berühmter Künstler
  • Der hat halt … also… was ich noch weiß, ist, dass er ähm ähm es ging um eine Ausstellung. Und um eine Einreichung. Damals.
  • Mhm.
  • Und er hat diese Arbeit halt eingereicht.
  • Mhm.
  • Er war selbst irgendwie Teil von der Kom… äh Kom… äh Kommission oder so. Und wollte aber nicht, dass diese Arbeit mit ihm in Verbindung gebracht wird. Und hat deshalb einen ganz anderen Namen genommen.
  • Syn…
  • Synonym.
  • Mhm.
  • So. Ein Künstlername.
  • Mhm.
  • Niemand wusste, dass es von ihm ist. Und es wurde dort abgelehnt. So.
  • Mhm.
  • Und er hat irgendwie glaube ich auch damit gearbeitet, was ist, wenn da jemand äh den niemand kennt, sozusagen, so ein Pissoir ein…
  • Ja.
  • … äh einreicht. Ist das dann Kunst? Und wenns ein Bekannter gemacht hätte, vielleicht wäre es dann mehr akzeptiert worden. Oder so.
  • Kunst im weitesten Sinne
  • Also ich meine… Kunst… als Kunst kann man es im weitesten Sinne vielleicht äh begreifen.
  • Was heißt Kunst im weitesten Sinne?
  • Naja. Da kann man ja alles nehmen. Nachttöpfe oder oder Pissoire. Oder…
  • Wurde auch schon gemacht.
  • Oder oder was … was weiß ich. [räuspert sich] Wenn die dann so dargestellt werden. Aber äh… ich empfinde nichts Schönes dabei.
  • Das passiert ja aber häufig. Ne? Heute wird ja alles… Kann alles prinzipiell Kunst sein.
  • [räuspert sich] Gut. Mhm.
  • Also ich… Also das ist ja mein Problem. Zum Beispiel, dass, wenn ich etwas ähm auf den Tisch stelle…
  • Ja.
  • … und ich bin Kunststudent. Sagen wir mal, ich bin Künstler. Ich tue etwas auf den Tisch.
  • Ja.
  • Dann wird es prinzipiell schon einmal eher als Kunst wahrgenomme, dass ich was auf den Tisch stelle und was ich da…
  • Mhm.
  • … raufstelle, als wenns… als wenn du das zum Beispiel machst.
  • Ja.
  • Äh und ich kann mich dann gar nicht dav… davon befreien. Das es keine Kunst sei. Weil wenn … sobald du Künstler bist…
  • Mhm.
  • wird das, was du machst, irgendwie mit zu deinem künstlerischen Schaffen da gezählt.
  • Also wenn du dir einen Blumenstrauß auf den Tisch stellst, dann ist schon die Vase mit Blumenstrauß Kunst.
  • Das könnte eine Kunstper… performance sein. Dieser Moment Moment, dieses…
  • Ja.
  • … Hinstellens könnte man bei mir als Performance sehen. Wenn du es machst, ist es vielleicht, weil du eine schöne Vase auf den Tisch haben willst, mit… mit…
  • Ja. Also mit Vasen und Blumen ist das noch anders. Aber nicht hier mit… Klos.
  • Klos.
  • [lacht] [räuspert sich]
  • Also das ist jetzt ein Extrembeispiel. So. Aber es gibt ja viele, die heute…
  • [lacht]
  • … Sachen aus dem Alltag nehmen. Tische, Stühle und so weiter. Und die kommen halt in den Kunstraum.
  • Mhm.
  • Abfalleimer im Klassenraum
  • Ich hab halt noch dieses eine Beispiel, dass ein Kommilitone Kommilitone von mir halt ein äh äh ähm ein Abfalleimer in die Ausstellung reingebracht hatte, wo…
  • Ja.
  • … wo äh wo er Papier reingeknüllt hatte, …
  • Ja.
  • … und ähm … und das wurde dann des nachts von von der Putzkolonne ge…
  • [lacht laut]
  • … leert. Und mit einem neuen ähm einer neuen Plastiktüte rüber…
  • Ja. Ja.
  • … gestülpt. So.
  • Ja. So wie er hier…
  • Genau.
  • … steht.
  • Genau so schaute der im endeffekt aus.
  • Ja.
  • Also die Putzkolonne hat es nicht als Kunst wahrgenommen.
  • Ja.
  • Sondern als Mülleimer, der voll war.
  • Ja. Das kann ich verstehen.
  • Das kann ich auch äh auch…
  • [lacht]
  • … verstehen. Aber halt…
  • Oder nachvollziehen.
  • … Genau. Aber im Kunst… also im Kunst…system, wenn es das abgeschlossene System ist, könnte das eben prinzipiell Kunst sein. Man muss es dann bloß erklären…
  • Mhm.
  • … können. Warum das Kunst ist.
  • Ja. Gut. Ist für mich dann keine mehr.
  • Ja.
  • [45:30]
  • Da bin ich… sehr altmodisch. Wahrscheinlich.
  • Aber was heißt, es ist für dich keine mehr?
  • [kurze Pause]
  • Wie machst du das aus? Also warum… warum ist das… kann das keine mehr sein?
  • Naja. Also ich muss was… was angenehmes empfinden. Oder ne. Ne, muss nicht immer…
  • Vorhin hast du ja gesagt, es muss nicht…
  • Ich muss etwas empfinden können
  • … es muss nicht immer angenehm sein. Nein. Also ich muss aber etwas bei empfinden. Und und bei Pissoires empfinde also wirklich nichts.
  • Na du bist kein Mann.
  • [lacht] Jaha. Genau.
  • Okay.
  • Gut. Das könnte ich sicherlich manchmal gebrauchen. Oder wenn ich ein Mann wäre. Aber… [räuspert sich]
  • Es ist ja immerhin ein Gegenstand aus dem Alltag. Ne?
  • Ja.
  • Also nicht so abstrakt, wie bei Mondrian. Wo du nur noch irgendeine…
  • Ja.
  • … äh Komposition hattest. Womit ich…
  • Ja.
  • … auch nichts mehr mir bildlich vorstellen…
  • Ja.
  • … kann.
  • Mhm.
  • Aber hier kann ich mir noch etwas aus dem…
  • Gut. Man kann sich was…
  • … Alltag vorstellen.
  • Ja. Gut.
  • Aber klar. Es ist halt jetze nicht irgendwie das…
  • Ja.
  • es in einem etwas bewegt. Oder… bei mir nicht.
  • Also ich würde mich im Museum nicht vor ein Pissoir stellen.
  • Okay.
  • [lacht laut]
  • Das stand da aber.
  • [lacht immer noch]
  • Es stand da aber.
  • [räuspert sich] Auch wenn ich ein Mann wäre, würde ich das nicht tun. [lacht]
  • Ich wollte noch einmal ganz kurz hier gucken. [schaut in seine Notizen]
  • Oma. Steht…
  • Genau.
  • … da.
  • Omas Kunsterfahrung
  • Nein. Ich wollte dich noch fragen, äh, wo du in deinem Leben mit Kunst in Berührung ge… äh gekommen bist. Wir reden ja gerade über… Ne. Jetzt nicht durchlesen! Wir reden ja über Arbeiten, die wir jetze durchgehen. Gerade.
  • Ja.
  • Aber was ist denn deine… Hast du das auf Reisen in Ägypten oder so … Was was hast du da gesehen. Und …
  • Naja. Also früher hab ich schon mal … ja… Museen besucht. Das… Und ja. Und auf meinen Reisen, wenn ich jetzt an Griechenland denke, diese fantastischen Plastiken. Äh. Ja. Das waren aber keine…
  • [tippt etwas ein]
  • … Gemälde. Sondern eben diese wunderschönen Körper. Die da geformt sind.
  • Loakoon-Gruppe
  • Laokoon. Hast du die…
  • Ja. die Laokoon-Gruppe.
  • Die haben wir hier zum Beispiel. Marmorkopie d. Laokoon-Gruppe, Vatikanische Museen b_hgbleipzig-9-m.jpg
  • Ja.
  • Die hab ich als Gipsabguss gesehen bloß.
  • Gipsabguss Marmorkopie im Schlossmuseum Weimar, Notiz vom 9.9.2014
  • Gipsabguss Marmorkopie im Schlossmuseum Weimar, Notiz vom 9.9.2014
  • Gipsabguss Marmorkopie im Lindenau-Museum Altenburg, Notiz vom 18.9.2014
  • Ja. Ich auch. Wahrscheinlich. Und…
  • Aber der … da da da da steht ja der Abguss vom Original in Rom. Ne? Und von dem haben die anderen die Abgüsse dann…
  • Ja.
  • … gemacht.
  • Ich hab einen in Odessa gesehen. Da gibt es ja eine Nachbildung.
  • Wo ist Odessa? In Griechenland.
  • Ne. Das ist in Russland. Am Schwarzen…
  • Okay.
  • … Meer.
  • Aber das wird dann… aber das wird dann…
  • Also am westlichen Schwarzen…
  • Ja.
  • … Meer.
  • Okay.
  • Hab ich das gesehen
  • [48:00]
  • Ich weiß nicht. Ich glaube noch in irgendeiner Ausstellung. Oder was weiß ich.
  • Mhm.
  • Oder so.
  • Na der wurde ja ziemlich häufig ab… abge…
  • Ja.
  • … abgegossen. Also…
  • Ja.
  • kopiert.
  • Also das ist für mich… Ja… einfach harmonisch. Und schön.
  • Und ist auch ne Geschichte, ne?
  • Dresdner Knabe
  • Es muss auch… Es muss auch nicht die … die Gruppe nur sein. Auch die… was weiß ich… wenn du ein Apollon oder irgendwas … da hast. Diese schönen… Körper, die die Griechen eben…
  • Ja.
  • da dargestellt haben. Oder die Athena. Oder oder so. [räuspert sich]
  • [Pause]
  • [Tippgeräusche]
  • Da können wir auch mal gucken. Ich glaube, der ist aus der Zeit.
  • Da ist er doch schon. Dresdner Knabe, Römische Kopie nach Bronzewerk des Polyklet oder seiner Schule, gegen 430 v. Chr. dresdnerknabe-k.jpg
  • Dresdner Knabe. Römische Kopie der frühen Kaiserzeit. Nach einem Bronzewerk des Polykled. Oder seiner Schule gegen vierhunderdreißig vor Christi.
  • Ja das ist.. könnte aber der Apoll sein. Nicht? Oder?
  • Ich gucke noch einmal nach. Ja. Na hier wirds bloß als Knabe bezeichnet. So.
  • Achso. Mhm.
  • [Tippgeräusch]
  • Naja gut. Sowas ähnliches gibts dann auch. Aber das … das hat mir sehr gefallen. Das…
  • Also…
  • … war in Griechenland. In Ägypten… das kann man gar nicht mit Europa dann äh wieder vergleichen. Die haben eine ganz andere äh Kunst…
  • [Tippgeräusche]
  • …vorstellung. Oder Auffassung. Aber auch eigentlich zum Teil der schön.
  • Skulpturen: Wirklichkeit oder Harmonie
  • Jetzt ist es aber interessant.
  • Ja.
  • Weil jetze haben wir uns ja griechische Skulpturen angeguckt.
  • Ja.
  • Und die sind ja… natur… äh naturalistisch. Würde ich jetzt mal sagen.
  • Ja.
  • So. So. Obwohl es ja noch nicht einmal stimmt. Ich weiß inzwischen, dass die Proportionsverhältnisse …
  • Ja.
  • … von Zeit zu Zeit immer wieder unterschiedlich waren.
  • Ja.
  • Da gings also nicht darum, wirklich die Wirklichkeit …
  • Ja.
  • … so darzustellen. Sondern halt ein harmonisches …
  • Ja.
  • … Verhältnis zu finden. Egal…
  • Naja. Aber die haben schon… anatomisch da nachgebildet. Also ich meine… die Arme. Sie sie jetzt abgeschlagen haben, die müssen bis zum Untersch… bis zum Oberschenkel…
  • Ja.
  • … so drei viertel Oberschenkel reichen. Die existieren hier aber nicht mehr. Also das ist schon eigentlich … Auch der Brustkorb. Das ist…
  • Es sieht für uns…
  • … anatomisch sehr… ja, reel.
  • Ja.
  • Würde ich sagen. Für mich eben.
  • Ja.
  • [räuspert sich]
  • [Tippgeräusche]
  • Aber da können wir uns noch einmal die Laokoon-Gruppe anschauen.
  • Ja.
  • Denn da bin ich mir jetzt zum Beispiel nicht mehr so ganz sicher, ob sie so ähm… ob man sich so pos… hinstellen kann.
  • Naja. Das weiß ich auch nicht.
  • Ja.
  • Das kann ich auch nicht sagen.
  • Naja aber das ist dann halt die Frage.
  • Ja.
  • Wollten die die Reali… also das realistisch darstellen, …
  • Mhm.
  • … oder oder vielleicht doch eben so, dass es für uns so aussieht als ob, aber eigentlich ist es gar nicht machbar.
  • Also das soll ja der Vater mit seinen Söhnen sein. Äh. Ja die kämpfen da um ihr Leben. Die Schlange bringt sie wohl alle um. Dann.
  • Mhm.
  • Nicht?
  • Weil er irgendwie ähm ähm … War das Troja?
  • Ist bestraft…
  • Weil er die warnen wollte. Na der wollte die warnen. Äh äh, dass sie mit dem…
  • Achso.
  • … Trojanischen Pferd da gleich reinkommen und das wollte aber die eine Göttin nicht. Irgendwie. Und die hat dann halt die Schlange da geschickt und die sollte ihn dann ähm als…
  • Achso.
  • … als… was ist er? Kein Prophet. Sondern ähm…
  • Wie…
  • Na er war ein … ähm.
  • Also die Trojaner wollte er warnen?
  • Genau.
  • Vor was?
  • Na vor dem Trojanischen Pferd.
  • [kurze Pause]
  • Achso.
  • Was so …
  • Achso. Ja. Da waren dann ja die Griechen äh drinne. In diesem Holzpferd.
  • Genau. Genau. Und äh das wollte die eine Göttin halt äh verhindern.
  • Die Athene.
  • Ich denke mal. Ja.
  • Mhm.
  • Und deshalb hat äh hat sie ihn halt und seine Söhne dann töten lassen. So. Das ist halt diese … diese…
  • Ja.
  • … Szene jetzt. Die winden sich halt noch so…
  • Ja.
  • … so und versuchen dem Tod zu…
  • Ja.
  • … entkommen.
  • Ja. Also ich meine, die… die Söhne sind vielleicht auch zu erwachsen dargestellt. Wenn man das will. Aber insgesamt ist das also … ja, eine schöne … für MICH eine schöne Komposition.
  • Was mir gerade auffällt… Es ist harmonisch. Es ist schön.
  • Ja.
  • Aber…
  • Aber?
  • Größenverhältnisse bei Laokoon-Gruppe
  • … sind die Söhne nicht viel zu klein?
  • [kurze Pause]
  • Im Verhältnis zu dem äh zu dem Vater? Der ist ja fast doppelt so groß.
  • Äh. Ja. Also die die Proportionen von den Kindern… die stimmen nicht.
  • Ja. Aber es sieht halt im Gesamten…
  • Ja.
  • … eben gut aus. Oder?
  • Sieht gut aus.
  • Aber das meine ich eben.
  • [unverständlich, 51:55]
  • Es geht vielleicht gar nicht darum, drei Personen in äh…
  • Ja.
  • … in der selben Größe darzustellen. Wie sie eigentlich wären. Sondern halt in eine Spannung auf zu…
  • Ja gut.
  • … auf zu bauen.
  • Die Kinder könnten schon ein bisschen kleiner sein. Aber … da hast du recht. Die Kinderköpfe sind FAST genauso groß wie von Erwachsenen. Die Körper sind eben anders…
  • Ja.
  • … proportioniert. Dann eben. Nicht?
  • [kurze Pause]
  • Also hier … das war doch bei dieser christlichen Kunst äh immer so. Dass… dass … dass Personen, die wichtiger waren, größer dargestellt wur…
  • J…
  • …den, …
  • …a.
  • … als andere.
  • Ja. Könnte sein.
  • So könnte ich mir das hier jetzt auch vorstellen.
  • Ja.
  • Weil er hat ja im endeffekt die…
  • Ja.
  • Er war die Hauptperson in diesem Spiel.
  • Mhm.
  • Und die Söhne waren halt noch dabei. Und der Blick sollte aber auf ihn am Ende…
  • Mhm.
  • … gehen. So.
  • Ja.
  • Als… als…
  • Aber wir waren gerade bei der ägyptischen Kunst.
  • Ja.
  • Wir haben jetze Beispiele, die halt nat… natürlich aussehen. Was ja deine…
  • Ja. Ja.
  • … was vorhin deine erste Antwort war.
  • [unterbricht] Das ist Griechisch. Von wem ist die eigentlich gemacht.
  • Muss ich mal gucken. Ich glaube, da gibts keinen Künstler. Direkt. Sondern
  • Laokoon-Gruppe.
  • Warte mal. Darstellung des Todeskampfs Laokoons und seiner Söhne in der bildenden Kunst. Nene. Warte mal. Ich gucke.
  • Von Plinius dem Älteren…
  • Ne.
  • …besonders gelobt.
  • Genau. Warte mal ganz kurz.
  • [kurze Pause]
  • Hier.
  • [murmelt unverständlich, 53:00]
  • Ne. Wiedergefunden. Also ich glaube, der … die die haben da gar keinen…
  • Es existiert keinen.
  • … Künstler. Ne. Das Original gibts eh nicht mehr.
  • Achso.
  • In… In Rom steht nur noch der äh Abguss vom Original.
  • Ja.
  • So. Und von dem Abguss haben die… sind diese ganzen…
  • Überall … Ja.
  • … Abgüsse. Oder es ist kein Abguss. Es ist eine Marmor-Kopie. Glaube ich. Ist das da.
  • Ja. Gut.
  • Also da gibts jetzt hier gar keinen … gar keinen ähm …
  • Im Auftrag.
  • Ja.
  • Ja. Ne gut. Dann muss ichs auch nicht wissen.
  • Na ich gucke trotzdem noch einmal nach. Das interessiert mich.
  • Also ich… das vergesse ich dann ja eh. [lacht]
  • Ägyptische Kunst
  • [am Bildschirm erscheint wieder das Pissoir]
  • Jetze vom…
  • Das blöde … [lacht laut]
  • … Pissoir weg und von dem auch weggesehen. Aber von dem. So. Du hattest … wir hatten jetzt die griechische…
  • Ja.
  • [am Bildschirm erscheint ein naturalistisches Bild]
  • … Statuen. Wir haben jetzt diese Abbilder. Und das ist halt etwas, was wir wiedererkennen.
  • Ja.
  • Was aus der Natur kopiert sein könnte.
  • Ja.
  • Und was dann auf dem Bild oder als Statue halt wieder…
  • Ja. Ja.
  • … gegeben wird.
  • Und das ist in der ägyptischen Kunst ganz anders.
  • Ganz anders. Aber trotzdem hattest du mir vorhin so das Gefühl gegeben, als wäre die ägyptische Kunst eben doch für dich etwas…
  • Ja.
  • … SCHÖNES. Feines. Was du jetzt ja aber sozusagen dem äh dem Van Gogh, der ja auch abstrakter gewesen ist…
  • Ja.
  • … ein bisschen abgesprochen hattest. Das du das nicht schön …
  • Ja.
  • … findest. Aber … Wir gucken uns jetzt mal hier … und du kannst derweilen reden.
  • So ganz… krass… mit nicht schön [möchte mich korrigieren]. Ja.
  • [Tippgeräusche]
  • Was… ähm… Wie heißt denn der eine große äh ähm Pha…
  • Ramses.
  • Ramses.
  • Ramses der Zweite.
  • [Tippgeräusche]
  • [Pause]
  • Malerei gucken wir uns vielleicht mal an. Ne? Das ist ein Bild.
  • [Tippgeräusche]
  • Na das ist jetze…
  • Ramses der Zweite. Ja. Der ist ja mumifiziert. Und auch Tuta… an…
  • Den meine ich.
  • …amon.
  • Wie schreibt man den?
  • Tut… Tutenschamon.
  • …schamon-Grab. Okay.
  • Das war aber … ja… ein Kindpharao. Der war nur achtzehn Jahre. Und …
  • [55:00]
  • Das ist diese Büste von… Aber äh… ich mag…
  • Der ist eigentlich …
  • … die Abbildungen eigentlich eher.
  • … der ist eigentlich nur bekannt geworden durch sein Grab.
  • Ja.
  • Das eben noch nicht ausgeraubt war. Während alle anderen Gräber von diesen Mumien ja ausgeraubt waren.
  • Dann nehmen wir einfach mal das Erste hier. Als Beispiel. Grabkammer der Nefertari, Gattin des Ramses II., Szene: Der Gott Jesus Re-Harakleti und Amentit, die Göttin des Okzidents, um 1298–1235 v. Chr. ramseszwei-k.jpg
  • [räuspert sich]
  • [55:15]
  • Grabkammer der Nefertari
  • Maler der Grabkammer der Nefertari: Grabkammer der Nefer…
  • Nefertari.
  • …tari.
  • Ja.
  • Gattin des Ramses des Zweiten. Szene Der Gott Jesus Sowieso …
  • Die Göttin…
  • … und die Göttin und so weiter.
  • Ja.
  • Ich speichere es mir jetzt erst einmal. Und wir gucken uns das mal an.
  • [Tippgeräusche]
  • So.
  • Ja.
  • [unterbricht] Warum ist das für dich … was du eben gesagt hattest. Ähm. Schön. Ägyptische Kunst allgemein.
  • Schön, auch wenn anders als europäische Kunst
  • Mhm. Ist die schön.
  • Findest du es schön? Oder …
  • [kurze Pause]
  • Naja. Äh. Die ist mit der europäischen Kunst überhaupt nicht zu vergleichen. Die haben ja eine andere… eine ganz andere Darstellungs- und Malweise. Da sieht man die Gestalten eigentlich nur seitlich.
  • Frauen werden immer etwas kleiner dargestellt. Als die Männer.
  • Das war wie bei der…
  • Ja.
  • … christlichen. Wo ich gesagt hatte…
  • Ja.
  • Wobei. Hier ist die glaube ich gleich groß. Ne? Das war auch bei der einen Frau von äh von dem einen …
  • Ja.
  • … Pharao. Die auch immer gleich groß äh gezeigt wurde. Irgendwie. Ich weiß jetzt nicht genau.
  • Ach. Von dem Amun … von dem …
  • Irgendwas mit Sonne war das. Glaube ich.
  • Ja. Ja der der Sonnenanbeter.
  • Da gibts in Berlin so eine ähm…
  • Ach. Mensch. Wie heißt der. Amun…
  • Ich habs im Buch gerade noch…
  • Ja.
  • … gelesen. Vorhin. Ich weiß gerade auch nicht. Ja.
  • Ja. Naja. Bloß ähm… Der ist ja auch nicht als Mensch dargestellt, sondern als ein ein Gott Jesus. Dieser Viervogel…
  • Mhm.
  • …gott. Weiß ich jetzt nicht. Welcher das war. Und dann hat der noch… ja… ein Sonnen… Sonnenring mit einer Schlange oder was…
  • JA HIER! Das ist ja eine Schlange. Ne?
  • Ja. Also ich weiß aber nicht, welchem Gott Jesus der nachgebildet ist.
  • Mhm.
  • Das müsste aber in der Beschreibung bestimmt stehen.
  • Gucken wir mal eben. Das war… hier oben. Der Gott Jesus Re-Harakleti und Amentit, die Göttin… ne. Also das…
  • [leise] Der Ochsi…
  • Das ist aber nicht der Sonnengott. Ne?
  • Mhm. Ne. Wie heißt denn der Pharao. Der ganz junge Pharao, der plötzlich eine … die monotoistische Weltreligion da kreiert hat.
  • Ach.
  • Ähm. Wie… wie heißt die ägyptische äh Königin, die…
  • [Tippgeräusche]
  • … die immer als schöne Nofretete dargestellt wird. Das war die Frau von dem.
  • Ah… Aman… Am… Der hat sich dann umbenannt.
  • Ich gucke das mal nach. Das ist… das sind jetzt ja bloß so Wissens… äh… details.
  • Nofretete, nicht so schön wie dargestellt
  • Naja, aber wenn du Nofretete nachguckst, diese…
  • Okay.
  • … schönste Frau. Wo man überall in jedem Museum diese Büste sieht. Die aber in Wirklichkeit gar nicht so schön gewesen sein soll. Wie… wie sie immer hier beschrieben wird.
  • Ja, die ist in Berlin gewesen jetze. Büste der Nofretete, Berlin, Ägyptisches Museum nofretete-k.jpg
  • Ja. Ja. Und der Mann. Wie heißt der? Amum…
  • Ach. MENSCH. Bin ich blöd.
  • [Tippgeräusche]
  • Mann.
  • [lacht]
  • Ehemann.
  • ECHNATON.
  • ECHNATON. Ach. Ja.
  • Okay. Da gucken wir mal nach…
  • Ja.
  • Echnaton.
  • Und der war an sich… der wurde immer sehr hässlich dargestellt. Mit diesem großen Mund und so. Ja, also man kann die nicht vergleichen. Die ägyptische…
  • Das meine ich…
  • Ja.
  • … hier. Ich mache das mal groß.
  • … vergl…
  • [58:45]
  • Das. Das meinte ich eigentlich. Da. Hausaltar, Neues Reich 18. Dynastie, um 1345 v. Chr. hausaltar-k.jpg
  • Gesehen am 30.8.2014, Ägyptisches Museum Berlin, Notiz
  • …vergleichen mit der Europäischen Kunst.
  • Und das…
  • Und da… spricht die ägyptische Kunst einen doch irgendwie an.
  • So. Das hatte ich gesehen. In Berlin halt hier.
  • Und ich … das hab ich… hab ich das nicht an der Wand hängen? Bei mir zu Hause? Die Beiden?
  • Ne. Das ist etwas anders.
  • Ägyptische Kunst und van Gogh Vincent van Gogh
  • Interessant ist jetzt bei dem… Das ist ja gar nicht dieses ägyptische, was wir gerade gesehen hatten. Was so seitlich und ganz streng ist und so, ne?
  • Mhm.
  • Sondern hier sind ja schon so… so rundere Formen. Drinne. Ne?
  • Ja.
  • Das ist zwar noch seitlich.
  • Ja. Und die Kinder werden eben immer so unproportiert und klein dargestellt.
  • Mhm.
  • Ja.
  • Aber warum würdest du denn sagen, dass das jetze für dich äh noch Kunst ist und wenns jetzt aber nen äh nen Van Gogh ein bissle schräg malt so… dann ist es für dich halt nicht mehr nachvollziehbar.
  • Na gar nicht mehr nachvollziehbar äh kann ich nicht sagen. Aber… ja. Ich weiß es nicht. Es gefällt mir einfach nicht. Es ist … es fehlt die richtige Harmonie. Die ist ja hier auch nicht. Das ist ja hier ganz anders.
  • Aber was… was ist denn nun das hier. Wo du sagst, ähm, das ist für dich trotzdem schö… sympatisch… Wie nennt man das.
  • Hast du ein farbliches?
  • Von dem jetzt?
  • Naja, so…
  • Von ägyptischen?
  • Ja. Denn das gefällt mir grad auch nicht so.
  • [lacht]
  • Das gefiel mir.
  • [Tippgeräusche]
  • Aber ich hab jetzt nicht von dem glaube ich jetzt etwas. Wenn ich danach jetzt suche, sehen wir halt diese Bilder, die wir alle…
  • Ja.
  • … kennen.
  • Und die Nofretete? Die hast du aber dann mal. Nicht?
  • [Tippgeräusche]
  • Ich weiß nicht. Kam die in Bildern vor?
  • Ja. Jetzt kommt sie schon. Ja.
  • Naja. Das ist aber immer diese Büste. Die dargestellt wird.
  • Ja. Das ist das bekannte eben.
  • Ja.
  • Ja. Und so schön… und so schön soll sie in Wirklichkeit eben gar nicht gewesen sein. Wie sie da immer dargestellt wird. Und beschrieben wird. Als die schönste Frau.
  • Das sollen Landvermesser sein. Stand da gerade.
  • Aha.
  • Ich gucke da noch einmal nach, was das genau ist. Das wäre jetze so ein Bild, was du eigentlich meinst, ne? Also so ein ägyptisches?
  • Ja.
  • Oder was ja auch bloß ganz zeilenartig ist. Wo ganz viele solcher …
  • Ja. Vielleicht übernimmt man da auch einfach ähm… ja… Urteile. Oder Empfindungen von anderen. Aber ähm…
  • Na komischer Weise zählst du das ja sozusagen … ich denke mal… mit zur schönen Kunst. Oder so. Weil es so alt ist schon. Und sozusagen…
  • Ja wahrscheinlich.
  • … schon in die Geschichte eingegangen ist. Oder?
  • Ja wahrscheinlich. Weil man von Ägypten gar nichts anderes erwartet. Also wenn ich jetzt nur europäische Maler hätte, …
  • Ja.
  • … die würde ich anders vergleichen, als wenn so ein ägyptisches Bild dazwischen ist. Wo auch die Diener und alles dann immer klein und die die Kinder zu klein dargestellt …
  • Mhm.
  • Elke betritt das Zimmer
  • [Es klopft an der Tür]
  • … werden. Das ist total unrealistisch. Ne?
  • [laut] Herein!
  • Hallo?
  • Hallo? Essen ist…
  • Ach Hallo.
  • … fertig.
  • Ja. [lacht] Elke.
  • Ihr interviewt gerade?
  • Ja.
  • Ja. Ja. Also ich wünsche ein frohes Fest.
  • Ja ich dir auch. Frohe Weihnachten. Ne?
  • Ja. [lacht]
  • Ich wollte sagen, das Essen ist angerichtet.
  • Achso.
  • Es ist angerichtet. Hallo Friedrich.
  • Ja ist gut.
  • Frohe Weihnachten, ja? [lacht]
  • Dann unterbrechen wir.
  • Wir nehmen gerade auf.
  • Oh Gott Jesus.
  • [lacht]
  • Das ist mir peinlich. Naja gut. Also…
  • Wir kommen dann, nich? Wir unterbrechen. Für Essen tuen wir ALLES. [lacht]
  • Tür zumachen?
  • Wie?
  • Soll ich Tür zumachen?
  • Öh. Ich denke, dass wir ruhig dann auch rüber gehen. Dann. Nicht? Wir können ja nachher noch einmal.
  • Ja aber noch fünf Minuten.
  • Ja. Na okay.
  • Ja.
  • [1:02:50]
Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • Also ich denke, wir müssen uns das jetzt nicht direkt durchlesen.
  • Ja.
  • Zu ihrer Zeit nicht anerkannt
  • Aber aber was…
  • [unterbricht]
  • … ich gehört habe, ist bei Van Gogh und so, dass das halt Maler damals waren, die schon darum kämpfen mussten anerkannt zu werden.
  • Ja.
  • Also er ist ja glaube ich zu seiner Zeit gar nicht anerkannt …
  • Ja.
  • … gewesen. Er hatte einen Bruder, der in finanziert hatte. Und der war dann irgendwie …
  • Ja. Mhm.
  • … lebte zurückgezogen. Erst nachdem er gestorben war, haben…
  • Ja. Mhm.
  • … dann irgendwie die Menschen plötzlich alle erkannt, was… was sein Werk für die Kunst …
  • Ja.
  • … so bedeutet.
  • Gut. Also er ist zu seiner Zeit nicht anerkannt worden.
  • Genau.
  • Ja.
  • Ähm. Ich lese gerade auch ein Buch.
  • Mhm.
  • Französischer Salon
  • Da gehts um den französischen Salon. Ähm. Den offiziellen… und zwar, wo Werke gezeigt wurden, die auch äh ähm… von der Öffentlichkeit ähm…
  • [hustet]
  • … getragen wurden. Da waren halt natur… vor allem naturalistische Bilder. Porträts. Und so weiter…
  • Mhm.
  • … dargestellt. Und dann soll es damals noch diesen… diesen äh äh ähm … den Salon der Abgelehnten gegeben haben.
  • Mhm.
  • Und da waren zum Beispiel eben solche Werke von…
  • Ja.
  • Leuten, die damals in der Öffentlichkeit…
  • Also so wie ich es…
  • … noch ausgelacht wurden.
  • Wie ich es heute noch empfinde.
  • Genau.
  • So sind sie zu ihrer Leb… zu ihren Lebzeiten empfunden…
  • Genau.
  • … worden.
  • Ich hab da auch äh äh Aussprüche…
  • Mhm.
  • … äh rausgeschrieben. Wie die in der Presse halt auseinander gerissen wurden.
  • Ja.
  • Also also wie die sich darüber lustig gemacht haben, wie die gemalt haben.
  • Ja.
  • Was für Themen und äh… Also die haben es damals eben auch nicht verstehen wollen.
  • Mhm. Ja.
  • So und das war halt ne Minderheit, die das sozusagen für sich glaube ich als…
  • Mhm.
  • Neue Wege in der Kunst
  • … als ähm… also als Ziel irgendwie hatte. Die vorhatten die Malerei zu verändern. Und das war mit ihrer eigenen Sicht dann. Also das war damals eben auch schon ein Pro… Problem. Was…
  • Ja. Also ist der auch zu seiner Zeit nicht anerkannt worden. Wie ich ihn jetzt empfinde. Obwohl ich nicht sagen kann, das ist nun durchweg hässlich. Oder oder ganz schlecht. Oder so. So empfinde ich es noch nicht.
  • Mhm.
  • Also etwas Toleranz ist dann wahrscheinlich schon dabei. Aber eben … ja nicht so richtig.
  • Mhm.
  • [lacht]
  • Toleranz
  • Aber kann die Toleranz auch daher rühren, dass du noch überhaupt etwas erkennst? Also du erkennst ja noch Landschaft. Ne?
  • Ja. Das mag sein. Ich kann noch etwas damit anfangen.
  • Genau.
  • Ja. Da hast du Recht. Ja.
  • Dann nehmen wir jetzt mal ein Bild, womit du vielleicht gar nichts mehr anfangen kannst.
  • [lacht] [Tippgeräusche]
  • [räuspert sich]
  • Piet Mondrian
  • Wir müssen jetzt nicht gleich ein ganz Extremes nehmen. Sondern wir nehmen erst einmal von Piet Mondrian …
  • [hustet]
  • Nehmen wir einfach mal gleich das Erste. Es geht jetzt nicht darum, wer das ist. Ähm.
  • Ja.
  • Und warum er das gemacht hat.
  • Mhm.
  • Sondern bloß was du siehst und …
  • Was ich dabei empfinde. Eben.
  • Ja. Genau. Genau. Kom… Das heißt Komposition mit Rot, Gelb, Blau und Schwarz. Von Neunzehnhundertzwanzig.
  • Also Farbkompo…
  • Genau.
  • …sition.
  • So. Der hat ganz viele solcher Bilder gemacht.
  • Mhm.
  • Was passiert gerade bei dir. Wenn du das siehst.
  • Bild vs. Farbkomposition
  • Also das würde ich erst einmal nicht als ein Bild empfinden. Sondern… Ja. Eine Farbkomposition.
  • Was ist für dich ein Bild?
  • Ja… wie eine Landschaft. Oder wie…
  • Okay.
  • … eine äh Bild… na… Menschendarstellungen. Oder die…
  • Okay.
  • …se arbeitenden da… was du da gezeigt hast.
  • Mhm.
  • Oder die äh… Ährenleserinnen. Sowas ist für mich ein Bild. Und das ist … ja… kein Bild. Aber eine Farbkomposition. Wobei … Ja… Orange, Gelb und Schwarz dominiert. Weiß … Weiß ist da noch dabei.
  • Mhm.
  • Da ist ein Ton drinne. Ja?
  • Ich denke mal. So ein Grau.
  • Ja. Bläulich. Also die Farben gefallen mir. [räuspert sich]
  • Würdest du es als Design ansehen? Also als Wohndekoration? Weiß nicht. Wäre mir jetzt einge…
  • Ne.
  • …fallen.
  • Ja. Man könnte es an die Wand machen. Oder oder oder was weiß ich. Als Tapete.
  • Ja.
  • Aber selbst das würde ich nicht als Tapete nehmen.
  • Okay. Weils ein bisschen zu extrem ist.
  • Es ist… zu krass. Da wären die Farben zu krass wieder.
  • Ja. [36:35]
  • Mondrian und Bettwäsche
  • Aber ich hätte jetzt zum Beispiel diese [fässt Bettwäsche an]… das sind ja auch sozusagen Muster.
  • Ja.
  • Auf dem… auf dem Bett.
  • Ja. Ja. [räuspert sich]
  • Erk… Passiert da überhaupt irgendwas bei dir. Oder ist das jetzt einfach nur eine Farbkombination. Und das wars jetzt sozusagen. Wenn du es im Museum sehen würdest und…
  • Also ich glaub, es passiert innerlich da nichts.
  • Gar nichts.
  • Oder…
  • Na bei mir… bei mir passiert auch nichts!
  • [lacht]
  • Anscheinend passiert da bei Leuten was. Und ähm ich kanns auch nicht ganz nachvollziehen.
  • Mhm.
  • Äh ich mein, ich hab mich jetzt über ihn informiert schon. Und so. Und und… aber es ist halt wieder nicht… Wenn man das Bild alleine sieht… so… das ist ähm …
  • Blau und Gelb sind ja Ergänzungsfarben. Soviel weiß ich noch.
  • Mhm. Da…
  • kein Empfinden beim Betrachten
  • Aber es passiert ja innerlich … äh ist da kein Empfinden. Richtig da.
  • Ja.
  • Die Farben sind nicht unangenehm. Es ist eine schöne Farb…
  • Mhm.
  • …kom… komposition. Aber nicht für eine Tapete. Oder für eine Tischdecke. Oder oder so.
  • Mhm.
  • Also [räuspert sich] eine Spielerei.
  • Mhm.
  • Oder weiß nicht, wie ich es nennen soll.
  • Mhm.
  • [räuspert sich]
  • Spielerei
  • Würdest du es auch als Spielerei ansehen, wenn ähm… wenn du weißt, dass er das sein Leben lang zum Beispiel gemacht hat? Also… Oder was bezeichnest als Spielerei. Was man eben mal macht und aus Jux? Oder…
  • Also ein Leben lang kann man es ja nicht mehr als Spielerei ansehen. Tja. Da empfindet der Maler wahrscheinlich was. Oder…
  • Er will was zeigen. Oder so.
  • Ja. Was was was aber nicht bei jedem ankommt.
  • Mhm. Na so ein… Diese Muster werden ja heute äh ähm äh sozusagen Missbraucht. Indem sie auf Tassen gedruckt werden.
  • Ja.
  • Was weiß ich. Weils halt einfach schön ausschaut. Irgendwie. Und man sich das irgendwie gut hinstellen kann.
  • Ja.
  • Bauhaus Bauhaus
  • So. Das ist glaube ich vom Bauhaus Bauhaus
  • Naja.
  • … mit den… ne? Mit den…
  • Mit Bauhaus Bauhaus da hab… bin ich auch so ein bisschen verquer eigentlich.
  • Ja. Aber die haben ja eben mit diesen…
  • Ja.
  • … Farb… Farbkompositionen… ne? Und…
  • Mhm.
  • … äh und äh wie Farben miteinander spielen. Die Formen. Rechtecke. Äh Kreise. Und so weiter.
  • Ja.
  • Das ist jetzt für dich also schon ein Extrembeispiel. Wo du sagen würdest, damit kannst du eigentlich nichts mehr anfangen. Und das wäre für dich jetzt…
  • Also das passt. Ja. Ich denke … ja. Es ist… nicht hässlich. Aber ich empfinde dabei ja eigentlich nichts. Also ich würde es nicht als Bild bezeichnen.
  • Ja. Als Farbkomp…
  • Für mich … ja… würde ich es nicht als Bild bezeichnen.
  • Okay.
  • [räuspert sich]
  • Du hattest auch schon am Anfang das gesagt mit… Kunst ist für dich ähm das wenn etwas auf eine Leinwand mit Farbe oder so… geführt wird.
  • Joa.
  • Nur mal ganz kurz. Das ist ja Leinwand. Höchstwahrscheinlich. Und Farbe.
  • Ja. Das muss noch nicht einmal Farbe sein. Es genügt auch … was weiß ich. Wie eine Bleistiftzeichnung. Grau. Ohne Farben.
  • Ja.
  • Das kann für mich auch schon schön sein.
  • Okay. Also alle möglichen äh äh…
  • Ja ich bin mit… Als ich Kind war, bin ich mit meinem Vater studenlang durch Dresden gefahren. Nur durch Trümmer. Eine Trümmerlandschaft. Also wenn man die darstellt, das ist äh … ja nichts Schönes, aber wenn man die auf eine Leinwand bringen könnte, könnte das sehr ansprechend sein. So ein Bild.
  • Mhm.
  • Gute Kunst heißt nicht unbedingt s