[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig

Anfänge der Kunst

Diplom Arbeit Frage nach dem WARUM Standpunkt Kinderzeichnung Psychiatrie und Kunst Anfänge der Kunst Gespräch mit mir #20
  • [Mittags, auf dem Bett.]
  • Ja. Es gibt … eine Frage, die mich die letzten Jahre beschäftigt hat.
  • Und zwar die Frage nach dem Ursprung!
  • Die sich, wie ich im Nachhinein sehe, sich eben auch in meinen Arbeiten widerspiegelt.
  • [Pause.]
  • Ich habe mir zum Beispiel … ähm … Ich habe mich mit Kinderzeichnungen auseinandergesetzt. Ich habe mit einem Kind gezeichnet. Ich habe das Kind … ein … eine riesen große Papierfläche … ähm … bemalen lassen.
  • Ich habe mir in Ausstellungen … äh … von Künstlern Arbeiten angesehen, die der Stil einer Kinderzeichnung … ähm … innewohnt.
  • Dann …
  • Ein anderer Abschnitt: Ich habe mich mit psychisch Kranken beschäftigt. Ähm … Mit deren Zeichnungen und deren künstlerischer Arbeit.
  • In Wien habe ich … äh … solche Künstler treffen dürfen. Ich durfte mit ihnen sprechen!
  • Ich habe in … Lausanne … Schweiz … eine …
  • [Schlucke.]
  • … eine Sammlung von Art brut Arbeiten gesehen. Auch in anderen Städten.
  • In Paris eine … eine Art Höhle! Als Kunstwerk.
  • Was mich auch wieder zu etwas anderem … ähm … führt: Und zwar zu … Höhlenmalereien!
  • In China habe ich Felszeichnungen gesehen. Gesehen heißt nicht bloß … äh … eben mal betrachtet. Sondern dann wirklich … äh … versucht zu verstehen.
  • Ähm … Den … Den … Den Stil wahrnehmen!
  • Das, was es ausdrücken … äh … tut, … ähm … er… erleben.
  • [Pause.]
  • Das sind drei Gebiete, die in den letzten Jahren bei mir … ähm … viel bewirkt haben.
  • Und die sind … diese Bewegungen … Das sind drei, die … wo ich behaupte, dass die Frage WARUM? auf keinen Fall im Vordergrund steht.
  • Die die etwas machen … in dem Moment Moment … egal ob … Ich denke … Höhlenmenschen, bei Kindern, bei psychisch Kranken: Sie machen es aus bestimmt irgendwelchen Gründen. ABER vielleicht … ähm … ist es gar nicht mal so GUT, … äh … zu … zu WISSEN, was jetzt der Grund ist.
  • Alleine am Ende zählt das, was man SEHEN kann.
  • Und das ist … war für mich … ähm … beeindruckend.
  • Auf allen drei Gebieten.
  • [Pause.]
  • Ich musste halt … LERNEN, dass, da ich auf der Suche nach etwas Ähnlichem für mich … ähm … war, … ähm … dass das gar nicht … ähm … MÖGLICH ist!
  • Sich BEWUSST anzueignen.
  • Also wie ein Kind zu zeichnen, heißt eben … äh … nicht, man IST ein Kind. Und … äh … zeichnet … äh … wie ein Kind.
  • Wie ein psychisch Kranker … äh … sich zu benehmen, heißt nicht, dass man … äh … dieselbe Qualität von Arbeit am Ende schafft.
  • Ähm … Seine Hand in Farbpigmente zu tauchen und … ähm … einen Abdruck auf einer Leinwand zu hinterlassen, ist nicht das selbe, wie … ähm … Handabdrücke … TAUSEND Jahre alte … Handabdrücke zu sehen … äh … an … an … an Felsen!
  • [Pause.]
  • Ich DURFTE also in diesem … äh … Verlauf der Zeit erfahren, dass das, was ich suche, nicht … ähm … BEWUSST passieren kann. Und ich denke, dass das auch der Hintergrund ist, warum so eine Frage … WARUM? … ähm … mich extrem … annervt!
  • Unglaublich annervt!
  • Inzwischen.
  • Weil DAS ist dieses mit dem WARUM. Das ist der fatale Fehler, den ich … äh … gemacht habe. Und den ich bestimmt immer noch mache. Ähm … Und den Menschen … ähm … allgemein machen werden.
  • Ähm … Anstatt einfach … ähm … etwas … ähm … zu akzeptieren!
  • Hinzunehmen!
  • Etwas … Und damit etwas zu schaffen, etwas zu machen, etwas zu modellieren, … äh … OHNE … ähm … es gleich wieder zu hinterfragen.
  • Oder bereits davor eine Art Konzept gemacht zu haben.
  • [Pause.]
  • Ich denke, dass Arbeiten erst dann, … ähm … für mich zumindestens …, etwas gewinnen. Und zwar … blödes Wort schon wieder, was ich schon einmal …
  • AUTHENTIZITÄT.
  • [Pause.]
  • Also etwas, wo … wo man … wo ich spüre: DAS ist … Das KOMMT wirklich aus jemandem heraus.
  • Und ist nicht bloß, … äh … weil ein Gedanke dahinter … äh … steht … Weil ein Text dazu steht … ähm … Kommt es. Sondern es KOMMT aus dem BILD heraus.
  • Und das suche ich.
  • [Pause.]
  • Ich habe mir auf drei Gebieten … ähm … von anderen, von Kindern, von psychisch Kranken, … äh … von den Höhlenmenschen, … äh … vieles angeguckt.
  • Und merke, mich … mich drängt es in … in so eine Richtung.
  • Nur ich kann es halt natürlich nicht … ähm … äh … bewusst steuern.
  • Habe ich mitbekommen.
  • Ich muss es auf mich zukommen lassen.
  • Aber zukommen lassen heißt eben, dass ich auf jeden Fall mit einer Frage aufhören tue.
  • [Pause.]
  • WARUM.
  • [Aufnahme Ende.]
(folgende Notizen von gestern) Modell 30:1 7cm = 210cm 3,33% von Originalgröße Umrechnung 180dpi auf 300dpi 180 = 100%, 1 = 0,56%, 300 = 166% 1. Setzung
Werkstatt Plastisches Gestalten weitergearbeitet
Museum Barberini, Potsdam
Museum Barberini, Potsdam
Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994)
Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994)
Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo
Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo
Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin
Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin
Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet
Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet
Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer
Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer
Ausstellung Museum Barberini Museum Barberini, Potsdam barberini-k.jpg über Munch Edvard Munch: mit expressiven, unwirklichen Farbigkeit beeindruckte er Malerkollegen der Brücke Sie boten ihm 1906 […] die Mitgliedschaft an. Diese lehnte er jedoch ab, da er sich in seinem Individualismus beeinträchtigt fühlte. "Mein Muschel-Engel", Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994) weiß grundierte Leinwand Teil der Arbeit Zentrum, traditionell Ort der Bedeutung und Raumtiefe, ungestaltet soll sich auf Seerosenbilder von Claude Monet Claude Monet beziehen Anfänge der Kunst Mein Muschel-Engel (Ausschnitt mit Handabdruck), Acryl auf Leinwand, 1986, Sam Francis (1923-1994) francis2-k.jpg mehrere Handabdrücke auf Bild entdeckt Abdrücke außerhalb Höhlenmalerei / Felsbilder (eingraviert) wirken immer stark kindlich (durch Farbigkeit?) bei Höhlenbildern überhaupt nicht (evtl. durch Untergrund Stein / Natur?) gravierte Handabdrücke meiner Erinnerung nach auch etwas länglicher, nicht so fleischig Diplom Theorie gesammelte Gesprächsfetzen: Diese Pointilismus-Bilder erinnern mich an Malen-nach-Zahlen. Werde ich mal ausprobieren! Ist das genial! ("Mein Muschel-Engel", Sam Francis) Schau, das mag Hasso Plattner sehr! > Sage mal, betreibst du hier Personenkult? > Ja? zu Bild von Richter: In den neueren Bildern ist der Rand beschmiert! (im Gegensatz zu Arbeiten aus den 1980er) Besucherin: Kann ja jeder! ("Abstraktes Bild", Gerhard Richter Gerhard Richter, 1984) wenig später: Das finde ich dann besser! ("Erstes Sprießen", 1960/61, Öl auf Leinwand) Dieses Hingeschmiere! (Alexander zum selben Bild) Besucher im Ausstellungsraum: (mit Audioguide beschäftigt) (mit fotografieren beschäftigt) (Massage) Vergleich Gemälde ("L'Inondation", 1873, Alfred Sisley) <> realer Ort und Gemälde ("Le Havre", 1885, Eugène Boudin) <> realer Ort Anfänge der Kunst Karneval, Öl und Sand auf Leinwand, Rufino Tamayo hoehlenmalerei-neu-k.jpg malt in Fläche, nicht in illusionistischem Tiefenraum Sand lässt Farbe matt und stumpf wirken, erinnert so an Höhlenmalerei Herme Jean d'Aire, Gips, ca. 1886, Auguste Rodin Auguste Rodin rodin-skulptur-k.jpg übergroße Hände und Füße Gipsausfertigungen dienten Bronzegießern als Vorlage Gesicht extrem fleischig, übertriebene Knochen, Augenhölen "Die Welle", Marmor, Auguste Rodin Auguste Rodin häufig in Marmorskulpturen Figuren nur unvollständig aus Stein herausgearbeitet betont auch Schöpferische des Bildhauers Hier kämpfen sich die Figuren kräftezehrend aus dem Stein frei. Diplom Theorie (zum Gespräch mit Oma) Getreideschober, Schnee, Sonnenlicht, Öl auf Leinwand, 1891, Claude Monet Claude Monet getreideschober-k.jpg bis ins 20. Jhd. schichteten Bauern abgeerntetes Getreide, für Winterzeit Monet Claude Monet bearbeitet Motiv Getreideschober in über 25 Gemälden weniger Motiv als Erfassung wechselnder Lichtverhältnisse stand im Vordergrund im Audioguide: Das Sujet ist für mich von untergeordneter Bedeutung; ich will darstellen, was zwischen mir und dem Objekt lebt. [Der Maler] musste sich […] von seinen Kollegen den Vorwurf anhören, er male nur Serien, um den Kunstmarkt zu bedienen. Tatsächlich verkauften sich die Serien auch sehr gut. Aber nicht nur Monet Claude Monet und seine Galeristen verdienten an den Gemälden der Getreideschober, sondern auch so mancher cleverer Bauer: Denn mitunter kam es vor, dass die Getreideschober abgetragen werden sollten, während Monet Claude Monet sie noch malen wollte. Es kostete den Maler daher einiges, seine Motive zu erhalten. passend zu Gespräch mit Alexander, Hitlergruß: Jahrhundertschritt, 1984/2006, Bronze, Wolfgang Mattheuer jahrhundertschritt-k.jpg geschichtlicher Hintergrund: rechte Hand mit Hitlergruß, linke Hand zur Faust geballt (mit rotem Band als Zeichen für Arbeiterklasse) zwei Zeichen für zwei totalitäre Weltanschauungen (Faschismus und Kommunismus) Zwei Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts, die mit ihrem totalen Anspruch auf den Menschen scheiterten, treffen aufeinander. Beide in einem Körper gefangen, woran dieser, durch den Riss in der Brust verdeutlicht, zu zerbersten droht. Dies versinnbildlicht den Kampf der Weltanschauungen in ihrer Gegensätzlichkeit und ihrer totalitären Parallele mit den körperlichen und seelischen Konsequenzen für den Menschen dieses Jahrhunderts.
Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich
Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich
Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien
Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien
Anfänge der Kunst aus Höhlenmalerei, Emmanuel Anati vergleicht Höhlenmalerei mit Kathedralen, "Kathedralen der Wüste" früheste Orte geistiger Sammlung Erinnerung und Identität wurden zelebriert heilige Orte entstanden an abgelegenen Stellen Verbindung von Mensch und Raum persönlich, ohne Öffentlichkeit, vollzogen häufig verborgen in Wüsten, auf Bergketten, in schwer zugänglichen Gebieten Mensch versucht mittels Formen, Zeichen und Farben mit Natur in Dialog einzutreten um Botschaften der ihn umgebenen Welt (Formen, Zeichen und Farben) zu verstehen Felsbilder (steht auch für Höhlenmalereien) sichtbarer Ausdruck Explosion künstlerischer Kreativität Felsbilder sind unbeweglich, bleibt dort, wo sie geschaffen wurden, finden damit meist keinen Eingang in Museen werden durch äußere Einflüsse unaufhaltsam abblättern und zerstört Zweifel Zweifel Eugene (anscheinend Künstler, verbrachte mit Author Zeit): Es gibt überhaupt nichts mehr zu entdecken. Alles, was ich malen wollte, ist schon vor Tausenden von Jahren entstanden. Was also bleibt uns Künstlern heute noch zu schaffen übrig? Jean (ebenfalls Künstler), Tage später zum Author: Jetzt habe ich verstanden, was ich tun werde. Noch nie im Leben hatte ich so viele Ideen. Ich habe vieles gesehen, wiedergefunden, entdeckt. Ich kann mich an die Arbeit machen. Ich habe etwas zu sagen. Und mein Publikum ist mir sicher, denn es trägt das, was ich sagen werde, bereits in sich. bevor Mensch Schrift erfand, war bildende Kunst Methode etwas im Gedächtnis zu behalten, Kenntnisse und Botschaften zu übermitteln Höhlenmalerei und Felskunst ist umfassendste Archiv der Menschheitsgeschichte vor der Schrift Abschnitt "Abstraktion, Synthese und Realisation" Fähigkeit menschlicher Spezies: Fähigkeit zur Abstraktion, zur Synthese und Idealisierung oder Mythologisierung kann in Form künstlerischen Schaffens Ausdruck finden zwingendes Bedürfnis Kunst zu schaffen seit direktem Vorfahren Homo sapiens sapiens Kunst: graphische Botschaften weiterzugeben bzw. zu empfangen 2 Etappen: (1) Übergang von Kenntnis eines Zeichens hin zur Absicht selbst Botschaft auszusenden (2) Übergang von Zeichen, deren Formen Natur nachahmen, zu von Menschen geschaffenen Zeichen können Natur nachahmen oder erfunden sein vermutlich hat Abstrakte für prähistorischen Menschen nicht existiert Kunst immer abstrakt, auch naturalistischste Abbildung Verwandlung eines Teils der Realität in bildliche Darstellung Abschnitt "Dynamik der Evolution und Bildkunst" Jäger und Sammler heute nur 1% Weltbevölkerung Ende 15. Jhd. 25% Weltbevölkerung vor 12.000 Jahren: 100% Jagdvölker Felsgravierung auf Boden einer Höhle, Bedeilhac, Frankreich hoehlenmalerei1-k.jpg Wahl der Orte und Technik der Bebilderung durch natürliche Formen vorgegeben visuelle Kunstwerke wie Felsbilder, Gravierungen und Plastiken wichtigste Zeugnis über Entwicklung menschlicher Denkweise in letzten 40.000 Jahren insgesamt wenige Individuen schufen viele Zeichnungen Produktion ist Anstrengung vieler Generationen Felskunst von nicht zivilisierten Völkern geschaffen endet normalerweise bei Aufkommen von Kommunikationsmittel Schrift 4 Kategorien von Felskunst: (1) Primitive Jäger Gebrauch von Pfeil und Bogen nicht bekannt (2) Höhere Jäger Kenntnis von Pfeil und Bogen (3) Hirten und Viehzüchter Völker, deren wichtigste Ökonomie Viehzucht ist (4) Komplexe Ökonomie Völker mit verschiedenen Wirtschaftssystemen (auch Ackerbau) Kriterien (basieren auf Thematik und Typologie): (1) Szenen figurativer Stil (schematisch oder abstrakt) (2) Bedeutung die wilden und domestizierten Tieren beigemessen wird (3) Symbole vorhanden oder nicht vorhanden Hypothese: Lebensweise hat universelle Auswirkungen auf Verhaltens- und Denkweisen, künstlerische Ausdrucksformen Felskunst ist globales Phänomen Typen wichtiger Darstellungen: (1) anthropomorph (menschengestaltig) (2) zoomorph (Gestalt von Tieren) (3) topographisch (4) Gebrauchsgegenstände und Waffen (5) Symbole und Ideogramme Landschaften und Darstellungen von Pflanzen sehr selten Thematik sehr begrenzt und repetitiv (sich wiederholend) Oberflächen: Höhlen, Felsüberhänge, freie Felswände Darstellung kann horizontal, vertikal, schräg, auf Boden oder auf Decke gezogen sein Dimensionen: große Tierdarstellungen (1,5-2m) fast ausschließlich bei Jägern zu finden bei großen Tierdarstellungen Menschendarstellung sehr selten Tierfiguren klein: Prozentsatz anthropomorpher Figuren höher alleinstehende Tierfiguren selten fast immer begleitet von Symbolen oder Ideogrammen (extrem abstrahiert) isolierte Figur hätte ohne Symbole keinen Sinn(?) in europäischen Palöolithikums stehen sich oft 2 Tierarten gegenüber Bison und Pferd André Leroi-Gourhan (1911-1986, frnz. Archäologe, Paläontologe, Paläoanthropologe und Anthropologe) mit Hypothese: Pferd ist männliches Symbol, Bison weiblich Metaphorische Syntax von Pferd und Rind, die sich gegenüberstehen, Höhle von Covalanas, Spanien hoehlenmalerei2-k.jpg Gegenüberstellung Pferd - Bison könnte Metapher sein in Tansania spielen Elefant und Giraffe ähnliche Rolle erscheinen oft zusammen, häufig dargestellte Tierformen Komposition und Szene enthüllen Denkweise geben keine naturalistische Wirklichkeit wider Komposition: in Gesasmtheit bekommt sie Sinn (weiter ab S. 31)
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
Kunstbegriff Anfänge der Kunst bei Höhlenmalereien aus ausklingender Altsteinzeit findet Trennung statt (zwischen magischer und mitteilender Kunstrichtung) in Südfrankreich und Nordspanien mit religiös-zauberischem Gehalt haben optisch-ästhetische Seite betont an ostspanischen Felswänden wollten eher etwas mitteilen zeigt 2 Möglichkeiten der Kunstbetätigung, mit Eigenarten bestimmter Völker weniger ein Fortschritt zu erkennen, als ein nebeneinander starker Kunstreiz geht von Behandlung Toter aus in mexikanischer Kultur wurde Asche des Toten oder Gebeine mit verarbeitet daraus sind Kunstgebilde, Figuren, Statuen entstanden Unzahl an Ritualen entstanden in Mexiko u.a. kleine Holzstatüttchen von Totem geschnitzt, verbrannt und beerdigt Schnitzwerk und Puppen u.a. als Ornamente verwendet Figuren sind oft Mischwesen behandeln Vorstellung von Mythen oder Auffassungen von Beziehung Mensch zu Tier weiterhin soziologische Anlässe als Auslöser für Kunstbetätigung wie Erntefeste, Siegesfeiern, Huldigungen von Häuptlingen, Fürsten und Königen Verehrung persönlicher Macht und Einfluss lebender und toter Herscher gehört zu stärksten Anreizen für Schaffen von Kunst soziologische Faktoren in höheren Gesellschaften mehr entwickelt als bei niedrigeren Gesellschaften, wo Zauberische größerer Einfluss hat daran knüpft Ästhetisierung des Schaffens an hat erst in Hochkulturen zur Verselbstständigung der Kunst als Leistung geführt nicht bewusst dazu entschlossen, eher durch Reize geweckt, ausgebildet, befördert Frage, ob das, was wir Kunst nennen, für Naturvölker auch Kunst ist frühere Ansicht, Kunst wäre aus dem Spiel hervorgegangen heute eher Zauberei als Auslöser für Kunst angesehen für Naturvölker war Kunst kein Spiel oder Zauberei Zauberei wird etwas bezeichnet, was im nachhinein als nicht logisch(?) bezeichnet wird im Moment Moment des Schaffens ist es etwas verständliches Begriffe wie Familie, Geld, Religion, Staat etc. müssen immer im Verhältnis zum Kultur- und Wirtschaftsleben einer Personengruppe gesehen werden Begriff Kunsthorizont und Kunstspähre Kunsthorizont: Ergebnis aus Zusammenwirken technischer Bedingtheit als Ergebnis aus Möglichkeiten der Kunstgestaltung in einer technischen Fortschrittsstufe zu betrachten Kunstspähre: konkrete Kunstgestaltung tritt als Ergebnis von Wechselbeziehungen in Erscheinung entscheidend bei Kunstspähre ist historisch einmalige individuelle Gestaltung traditionelle Techniken immer von geographischen Umweltbedingungen abhängig (weiter ab S. 259) Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Kann sein. Ja. Ist so. Ja.
  • Und er hatte dann aber bestimmt eben KEIN Geschäftsmodell dahinter. Und er hatte … weißt du, was du da so gesagt hattest …
  • Wovon hat er denn gelebt?
  • Ähm der hat von seinem Bruder glaube ich gelebt, der ihm immer wieder Geld gegeben hatte. Theo van Gogh Vincent van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh Vincent van Gogh theovangogh-k.jpg
  • Und das ist das, was ich gesagt hatte. Wenn …
  • Und er hat zurückgezogen dann gelebt. Das ist aber kein Geschäftsmodell. Da kann ich Hartz 4 auch als Geschäftsmodell …
  • Ja, wenn jemand keine … wenn jemand keine anderen Geldquellen hat …
  • Ja.
  • Ja? Dann ist er gezwungen mit dem was er schafft … mit seinen Händen schafft …
  • Mhm.
  • … auch Geld zu verdienen. Seinen Unterhalt zu verdienen.
  • Dann kommt er aber in eine Zwickmühle. Dann will er zum einen hochwertig … also Kunst schaffen, die sozusagen …
  • Der muss das in Einklang bringen. Ja. Genau.
  • Das kann man gar nicht glaube ich. Du bist dann da immer im-im-im…
  • Ich glaube man kann es wohl. Er konnte es.
  • Ich kann es nicht.
  • Aber Jeff Koons Jeff Koons konnte es.
  • Der hat aber das als Thema glaube ich genommen.
  • Das mag ja sein. Aber …
  • Und wenn du das als Thema nimmst, dann verarbeitest du das so.
  • Er hat … Das passt in unsere Zeit rein.
  • Ich meine, Richter hat das am Ende ja auch gemacht.
  • [lacht]
  • Weil er eben … weil es vielleicht doch ein Stück weit Berechnung ist. Also … auch der Markt ist berechenbar. Kunst = Kapital, Joseph Beuys Joseph Beuys, 1979 kunstkapital-k.jpg
  • [kurze Pause]
  • Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Robert Rauschenberg
  • Wollen wir kurz Gerhard Richter Gerhard Richter noch nehmen?
  • Ähm. Wir können über MEIN Bild sprechen.
  • Na das meine ich. Genau das … White Painting Robert Rauschenberg von Rauschenberg Robert Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung wohnungbild3-k.jpg
  • Du möchtest ja da auch ein Foto von machen.
  • Du hast ja hier zwei zwei Sachen. Du hast ein White Painting Robert Rauschenberg von …
  • Ja. Gerhard Richter Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung wohnungbild1-k.jpg
  • … von von von Rouschenbörg. Und du hast ein … ein ein wie heißen die Bilder von dem? Äh diese großen … Haben die irgendeinen Übertitel? Rakelbilder oder so?
  • Nein, es ist auf jeden Fall eine Rakeltechnik.
  • Rakeltechnik von Gerhard Richter Gerhard Richter. YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus rakeltechnik-k.jpg
  • Genau.
  • Zwei Originale hast du hier. Aber … naja, man sieht ja den Unterschied …
  • [lacht]
  • … anscheinend nicht. Außer das jetzt die Größe ein bisschen unterschiedlich ist. Vielleicht.
  • Vielleicht.
  • Du hast ja mal Gerhard Richter Gerhard Richter gesehen.
  • Ja.
  • So. Da war so ein großes Bild. Oder?
  • Ja.
  • Was … was … so in deiner Erinnerung … Was hat das bei dir so ausgelöst. Oder oder warum … oder was steckte dahinter. Was war dein … Zugang.
  • Das Kuriose war, das war auch in einer einer äh äh in der Tate Gallery in in London …
  • Mhm.
  • … war das. Ähm.
  • Großer Streit mit Christian. Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1 christiancollage-k.jpg
  • UND äh … auch wieder die SCHIERE Größe. Also anders. Ich muss sagen, ich kannte Gerhard Richter Gerhard Richter vorher gar nicht. Ich wollte in dieses Museum. Dieses Museum hat halt eine Dauerausstellung und äh eine äh Ausstellung ähm … für … bestimmte … also …
  • Ja.
  • … Themenausstellungen.
  • Ja.
  • So. Und ähm ich bin mit meiner Karte äh für die Dauerausstellung NICHT in seine Ausstellung reingekommen. OBWOHL es im selben Haus war.
  • Mhm.
  • Großes Bild von Richter
  • Sondern ich bin nur äh in den Vorraum gekommen, wo äh seine Kunst auf Postkarten und Plakaten und äh seine gedruckten Bücher äh ähm … Und im Foyer hing EIN einziges Bild.
  • Mhm.
  • Von ihm. Abgesperrt.
  • Mhm.
  • Äh äh ähm mit einer Kordel.
  • Mhm.
  • Und die Leute haben gekauft WIE VERRÜCKT! Und die Plakate die waren auch relativ teuer glaube ich. Zwanzig… dreißig Euro. Eins. Und das war mäßig klein, muss ich mal sagen. Ähm. Also äh äh diese Farbdrucke äh die haben überhaupt nicht so gewirkt wie das Original. Und ich hab mich gefragt: Mensch Leute, warum gebt ihr soviel Geld für etwas aus, was gar nicht wirkt?
  • Mhm.
  • Und ich stand vor diesem RIESIGEN Bild. Äh an dem übrigens viele vorbei gelaufen sind. Ich konnte es nicht verstehen. Weil es war wie so ein Kassenbereich äh gestaltet. Und ich war so beeindruckt. Von der GRÖSSE. Und, dass man Farbe über die Leinwand geschoben hat. Und das war äh wie Drei-De hat sich das angefühlt. Weil diese vielen vielen Farbschichten haben halt äh so Höhen und Tiefen abgebildet. Ähm. Dass man das so SEHEN konnte. Das war fass-bar. Gerhard Richter Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011 rakeltechnik2-k.jpg
  • Mhm.
  • Ähm. Äh und und diese Kombination … diese Farbigkeit … diese Größe … äh … dann noch, dass es Öl ist. Also ich mag einfach Öl unheimlich gerne. Ich würde Ölfarbe IMMER Acrylfarbe vorziehen. Äh. Ähm. Oder auch ähm Buntstiften. Oder was auch immer. Ähm. Äh. Und ich war so begeistert, dass ich … als ich nach Hause … ich hab mir seinen Namen gemerkt … Als ich nach Hause bin, dass ich mehr über ihn erfahren wollte.
  • Gerdie! Gerdie! Gerdie!
  • GEEEERDI! GERDIE! GERDIE! Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich autogrammkarte_508-k.jpg
  • Und ich bin in die äh Bibliothek gegangen, um mir dort eine DVD über ihn auszuleihen.
  • Da gabs … also da … du meinst aber nicht die letzte Dokumentation. Die hatte ich dann nämlich auch gesehen. Wo er in seinem Atelier ist, in dem neuen großen schönen …
  • NE. Nene.
  • Wo er dann geplant hat, die Ausstellung.
  • Ja. Nene. Ähm spannend war … das ist ja jetzt schon ein paar Jahre her … Äh ich hab geguckt, wer sind seine äh äh Kunstschüler. Weil äh er ist ja auch MEISTER. Und hat … ich weiß nicht, wie man das nennt, glaube ich … Meisterschüler oder sowas …
  • Könnt i och noch werden!
  • Und ich hab sofort ähm im Internet nach den ihren Arbeiten gesucht. Weil ich wollte schauen…
  • Ja.
  • … inwiefern SEINE Technik sich in IHRER Kunst wiederspiegelt.
  • Gabs da was? [2:20:00]
  • Norbert Bisky Norbert Bisky
  • Ähm. Äh nicht wirklich. Aber wo ich es gefunden habe, war äh äh von … ähm… von Norbert Bisky Norbert Bisky. Norbert Bisky Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann norbertbisky-k.jpg
  • Mhm.
  • Er war ja auch äh Meisterschüler von Baselitz . Glaube ich. Und der hat …
  • HA-GE-BE LEIPZIG.
  • Und der hat äh … auch Japaner sind dabei. Und da gibts welche, die eigenartiger Weise ähnliches machen wie äh Norbert Bisky Norbert Bisky.
  • Du kannst jetzt aber nicht sagen, ob das … Sondern es kann ja sein, dass sie gleichzeitig damit angefangen haben. Das passiert in der Kunstgeschichte auch manchmal, dass sie …
  • Sie waren zur selben Zeit …
  • … gleichzeitig …
  • … glaube ich sogar Meisterschüler bei bei Baselitz waren.
  • Okay.
  • Meisterschüler von Baselitz
  • Äh und äh dann hab ich geschaut, ob Baselitz diese spezielle Technik hat. Und habe sie auch nicht wiedergefunden. Und war aber trotzdem beeindruckt, dass scheinbar zwei Musterschüler äh…
  • Meisterschüler.
  • … so … oder Meisterschüler… äh in die ähnliche Richtung gegangen sind. Das hat mich total fasziniert. Ähm und das hab ich bei Gerhard Richter Gerhard Richter auch gesucht. Ähm und ich muss auch sagen, dass ich dann auch äh gesehen äh geguckt habe, was Gerhard Richter Gerhard Richter aktuell macht. Äh zum Beispiel diese kleinen äh farbigen Quadrate, die da aneinandergesetzt sind und sowas … Und ich …
  • Richter-Fenster am Kölner Dom
  • Pixel.
  • … muss sagen … mh?
  • Pixel, die in dem Dom … Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking richterpixel-k.jpg
  • Pixel, ja genau.
  • … auch sind.
  • Und ich muss sagen, dass mir… dass mich das weniger berührt hat. Das äh das das ich dachte: Okay. Mach was du willst. Aber wenn du mir einen Gefallen tun willst, mach weiterhin die Rakeltechnik. Bis an dein Lebensende. Mehr musst du nicht mehr machen. Damit begeisterst du mich. [kurze Pause]
  • Okay. Ganz kurz. Wieder Technik, das Material, die Größe war wieder irgendwie ein … Das finde ich schön! Dass wir sozusagen …
  • Das ist mein Zugang, ja.
  • Materialität im Vordergrund
  • Na das ist doch schön! Wir haben jetzt [unverständlich, 2:22:05] Jetzt frage ich dich … äh dass hat jetzt zwar nichts mehr mit dir zu tun, aber was denkst du darüber. Ähm denkst du, dass der Künstler, der das schafft, wie Richter auch, die MATERIALITÄT im Vordergrund sieht? So wie du das jetzt als Besucher siehst? Oder oder kannst du dir vorstellen, der Katalog ist so dick, weil da noch irgendwie tausend andere äh Gedankengänge drinne stehen. Die du als Besucher aber nie mitbekommst. Außer du ließt dir das extra durch. Und denkst du, dass das wichtig ist, das zu wissen, wenn du einen ganz anderen Zugang zu seiner Kunst gefunden hast?
  • Was war jetzt … was ist jetzt die Frage?
  • DAS KLANG SO SCHÖN! Mit Kommas und so!
  • [lacht]
  • Die FRAGE war: Denkst du, dass der Künstler, wie jetzt Gerhard Richter Gerhard Richter, ähm diese Rakelbilder auch NUR macht … jetzt nicht negativ gesehen … nur macht, weil sie so groß, so schön …
  • Um damit Geld zu verdienen?
  • Nein nein! Weil sie so groß, so schön aussehen. Und mehrere Schichten haben. Und das ist ja spannend so mit dem Material zu arbeiten. Oder kannst du dir vorstellen, wie bei dem Uecker … da kannst du mir gleich noch einmal sagen, was du gehört hast … äh ähm … ob es da noch eine andere Intention Intention gab. Also eine etwas äh etwas etwas AUSZUDRÜCKEN. Weil bei Uecker weiß ich, das war irgendwie nach dem Krieg oder so. Der hatte irgendwas erlebt und … Oder sowas. Und und … Oder bei Beuys Joseph Beuys. Das mit dem Fett und und äh mit dem äh äh und mit dem Filz. Wo er da mal selbst irgendwie Soldat war und es kalt war und er musste sich … Weißt du? Da gibts ja so Geschichten darüber.
  • Ja.
  • Denkst du, das gibt es bei solchen Bildern auch? Interessiert dich das überhaupt? Oder oder reicht dir dein eigener Zugang?
  • Rakeltechnik
  • Also ich … aus den Videos von von Gerhard Richter Gerhard Richter weiß ich, dass er lange gesucht hat. Äh nach einer Technik, äh die … mit der er sich anfreunden kann. Und dass er sich immer noch auf der Suche befindet. Also er experimentiert viel.
  • Ja. Aber aber was sucht der da.
  • Äh.
  • Was.
  • Ähm.
  • Das weiß ich jetzt nicht.
  • Genau. Ähm. Ich weiß, dass er ähm gerade bei den Rakelbildern, dass er sie auch als sehr körperlich empfindet. Er muss da auf eine Leiter steigen.
  • Mhm.
  • Er äh zieht, was sehr profan aus sieht, zieht Farbe über die Leinwand. Äh man muss erst einmal darauf kommen, nicht mehr traditionell den Pinsel zu nehmen, sondern auf einmal ähm eine Schiene zu nehmen, die man bestreicht und ganz glatt über über eine Leinwand zieht. Das ist etwas untypisches. Ja? Also ähm also ich weiß, dass es Spachteltechnik gibt.
  • Mhm.
  • Aber Rakeltechnik ist für mich mehr als einfach nur Spachteltechnik. Ähm.
  • Es gibt aber auch andere Beispiele, wo Künstler anders… nicht mit dem Pinsel, sondern dass dann die Farbe geschmissen haben oder es gibt…
  • Ja. Aber er hat das eben… also ich… also gerade Spachtel. Spachtel sind für mich immer ein bisschen kleiner. Ja?
  • Mhm.
  • Also maximal so dreißig Zentimeter.
  • Aus dem Baumarkt meinst du jetzt. LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi spachtel-k.jpg
  • Ja so Baumarktspachtel sind mir bekannt. Aber er schafft ja … hat ja ein neues Werkzeug geschaffen, was so groß wie seine Leinwand ist. Also teilweise über drei Meter.
  • Das ist doch bloß eine Leiste. Oder nicht?
  • Ja aber das muss man erst einmal schaffen! Diesen Sprung vom Pinsel hin zum Spachtel. Die Spachteltechnik gabs ja schon.
  • Ja.
  • Aber von der Spachteltas… äh Spachteltechnik WEG, hin zu dieser drei Meter langen Schiene, die dann auch mit Öl zu bestreichen. Öl hat ja… Öl ist ja ein ganz fantastisches Werkstoff an dieser Stelle. Weil es sich so leicht verarbeiten lässt. Und und so langsam trocknet. Ja?
  • Mhm.
  • Also nicht jedes Material ist geeignet für diese Technik.
  • Acrylfarbe würde zu schnell trocknen drauf.
  • Ja. Und natürlich auch, man muss gucken, wie schnell die Farben durchtrocknen. Ja? Also damit man dann das selbe Ergebnis produziert. Und da hat er auch glaube ich ganz lange experimentiert. Das heißt er hat eigentlich auch für mich vielleicht ein neues Handwerkszeug in dem Moment Moment gefunden. Und äh hat dann gemerkt: Das passt zu mir. Dann… in dem Video konnte ich beobachten, dass er nicht jeden Tag das selbe macht. Sondern es kommt auf seine Verfassung an. Und äh wenn er da jetzt eine Farbe drübergezogen hat, nimmt er sich die Zeit … er nimmt sich die Ruhe… er sucht den Abstand… und überlegt: Gefällt ihm das. Passt das zu ihm. [2:25:51]
HGB Rundgang 2017 verhüllt Arbeit verhüllt mit 4 Nägeln Holzplatte biegt sich dazwischen umsetzen morgen Kleber und Schraubzwingen (oder einfach Holzwerkstatt ausleihen) mitnehmen, kleben, danach wieder Nägel reinschlagen Herme Werkstatt Plastisches Gestalten Büste weiter mit Ohme und Bachmann bearbeitet Kunstbegriff Anfänge der Kunst aus Anfänge der Kunst (Konferenzbeitrag) von Richard Thurnwald, 1928 (a) Leitsätze (1) Kunst unterliegt Möglichkeiten Materialbewältigung hängt vom Stand der Technik ab (2) Kunst ist an soziale Bedingungen geknüpft Vertiefung und Spezialisierung hat Muße zur Voraussetzung Menschen müssen Kunst wünschen und schätzen Menschen, die nach Ansehen durch Prunk streben, kommen Kunst zugute (3)+(4) Ausgangspunkt [nicht verstanden] (5) u.a. in handwerkliche Erzeugnisse wird auch Gedanke künstlerischer Betätigung getragen künstlerischer Gehalt wird von sozialer Lebenslage und Geistesverfassung getragen (6) bei Kunst muss immer Kultursystem des jeweiligen Volkes berücksichtigt werden (b) Aufmerksamkeit auf primitive Kunst gerichtet expressionistische Kunst hat primitive Kunstmotive aufgenommen Psychoanalyse Sigmund Freud untersucht u.a. Sagen und Mythen moderne Tänze wie Gesellschaftstänze knüpfen u.a. an Negertänze, an ägyptische oder indische Motive an primitive Kunst im soziologischen Bereich untersucht heißt nicht sie ästhetisch zu betrachten untersucht wird soziologische Bedingtheit der Kunst Frage: Was sind überhaupt Anfänge? Anfangen setzt gewisses Fortschreiten voraus Frage, ob Kunst nicht selbst fortschreitet, sondern nur durch etwas anderes Technischer Fortschritt: wie bei Wissen wird Altem Neues hinzugefügt es entstehen Veränderungen, es wächst, vermehrt sich Beispiel primitiver Technik: Pflug anfangs Hacke vor Tier gespannt Abfolge des Fortschritts: Grabstock > Hacke > Pflug Pflug setzt auch Zähmung von Tier voraus Beispiel Flugzeug: Fahrrad > Konstruktion für Automobil > Benzinmotor > Flugzeug Fortschritt = irreversibel, unumkehrbarer Prozeß Kunst ist (vor allem) von Technik abhängig Malereien: Felswände müssen geglättet werden (wie in Höhlen in Nordspanien und Südfrankreich) heute notwendig Farben herstellen zu können bei primitiven Malereien meistens blaue Farbe nicht vertreten andere Frage bei primitiver Kunst: Woher kommt Andersartigkeit jender? Nur auf technische Unzulänglichkeit zurückzuführen? dazu kommt Betrachtung seelische und gesellige Formen des Lebens voneinander abhängig: gesellige Formen und Geistesleben auch erheblich von Technik abhängig Autor versucht Anlässe und Reize, die zu Formgebung und zu Kunststil führen, anzudeuten Gegenstand selbst betrachtet: das Materielle Gegenstände mit bestimmten Zwecken: mit funktioneller Überbetätigung sozialer Prozess immer im Hintergrund führende Einzelpersonen (wie bei Naturvölkern) schlägt neues Verfahren ein, findet Anklang, wird nachgemacht heutiges Beispiel: irgendein hervorragender Maler tritt mit etwas Neuem auf, wird bewundert, findet Anklang, wird nachgeahmt daraus ensteht Kunststil Entstehung sind soziale Prozesse, diesen gehen psychische Anlässe voraus Beispiel bei primitiver Kunst: Behandlung Leichen, Zauberei, totemische Vorstellungen über Abstammung vom Tier, über Verhältnisse zum Tier, … Mitteilungscharakter der Kunst ist nicht zu unterschätzen Mitteilungen können sich auf Hervorrufen von Gefühlen und Stimmungen beziehen oder über Umwege mit Beschreibung von Szenen erwecken Wirkungen von Mensch zu Mensch, von Gruppe zu Gruppe Zweiteilung: magische und mitteilende Kunstrichtung nur bei primitiver Kunst gehen sie vielfach ineinander über (weiter S. 254)