[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

frfr@hgb-leipzig.de
Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Diplom Theorie Gespräch mit Christian
  • Na lass uns mal hier… am Eingang ist glaube ich ein richtiger.
  • [Blätterrascheln]
  • [Schrittgeräusche]
  • Ich frage mal gleich!
  • Na das ist eine richtige.
  • Woher willst du das wissen?
  • Das sieht man doch.
  • Ist das der richtige Feuerlöscher Feuerlöscher?
  • [laut, zur Aufsicht gewandt] Ist das der richtige Feuerlöscher Feuerlöscher?
  • [kommt näher] [nicht verständlich, evtl. "Das müsste der richtige sein"]
  • Okay [lacht]
  • Gespräch mit Aufsicht, nicht verständlich
  • [nicht verständlich]
  • Naja. Das heißt ja nichts. Da muss ja auch nichts drinne sein!
  • [lacht]
  • Das ist schon der richtige.
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm?
  • [nicht verständlich]
  • Achso!
  • [nicht verständlich] Original. [nicht verständlich]
  • Ja.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Der ist aber nicht geöffnet.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm. [Pause]
  • Können Sie noch einmal dieses Hammerdings hier anmachen?
  • Kann ich noch einmal anmachen.
  • Okay!
  • [nicht verständlich]
  • Ne. [nicht verständlich]
  • [nicht verständlich]
  • [laute Geräusche, Hammer und Bohrer schlagen gegen Styropor, Geräusch wie bei Kreide an Tafel]
  • [zwischendurch Leerlaufgeräusche]
  • [nach einer Weile] Reichts?
  • Ja.
  • Danke.
  • [lautes Leerlaufgeräusch]
  • [nicht verständlich]
  • Ja.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [Pause]
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] Eine Stunde lang. Dann gings nicht mehr. [irgendwas mit Chef und Künstler]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] [irgendwas mit Schrauben]
  • Okay.
  • Jetzt gehts aber wieder.
  • [nicht verständlich] Ich war ja im Museum. Fünfzehn Jahre. [nicht verständlich] Hausmeister.
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • Hilft da keiner. Ich bin kein Fachmann. Normale Aushilfe.
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Werden die Objekte vom Baumarkt… äh… gesponsort?
  • Weiß ich auch nicht. [nicht verständlich]
  • Okay.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] [irgendwas mit "Sieben Stunden am Tag. Das schaffe ich nicht mehr"]
  • Mhm.
  • Mhm.
  • [nicht verständlich] [irgendwas mit Krankheiten, "Fertig. Aus. Ende." und "Rentner"] [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • ["Aber Museum, da kann ich…"] [nicht verständlich, irgendwas mit Aufsicht]
  • Mhm.
  • [nicht verständlich]
  • Mhm.
  • [zu anderer Person: "Tschüß!"]
  • [Aufnahme unterbrochen, wir sind wieder alleine]
  • Aber das ist ja nicht von ihm.
  • Doch.
  • [redet gleichzeitig]
  • Das ist ein Brunnen. Der aber leer war. Ohne Wasser.
  • Das finde ich lustig.
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Und der hat so eine Pappe daruntergelegt und mit Acrylfarbe oder so vollgemacht. Erst mit blauer und dann mit roter. Oder so.
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Durch die Sonnenreflexion… ähm… hat das halt so eine Farbspiele auf dieser…
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Das war meine Schmach von Athen!
  • [redet gleichzeitig weiter]
  • Wie man das nennt. Temporäre Installation im öffentlichen Raum.
  • Aber das klingt gleich wieder so… hoch!
  • Aber… Bedeutung hat das nicht.
  • Das finde ich richtig cool.
  • Ist das ein richtiges Regal?
  • Ne. Das sind. Treppen. Reingesägt. Du konntest im Endeffekt die [nicht verständlich] da rein schieben.
  • [redet gleichzeitig weiter] Aber das ist… was… ein Alltagsgegenstand…
  • … auf der einen Seite…
  • Das liegt so am Boden?
  • Ne.
  • [nicht verständlich] Angeordnet. Also schon…
  • [nicht verständlich] Das ist dann ja… Da passt es nicht mehr in eine andere… andere Kategorie als Kunst. Eigentlich. Also es ist kein Design.
  • Das sieht ja schon schön aus!
  • Das ist kein… Also ich denke… kein Alltags…
  • [redet gleichzeitig]
  • [nicht verständlich, da Christian weiterredet] Nein. Das finde ich wirklich so… [nicht verständlich]
  • [redet gleichzeitig]
  • Ein Spiel!
  • Jaaa. Das ist ja schon wieder was reingedeutet…
  • Na sie spielen doch im Endeffekt.
  • … dass die Dinger jetzt spielen. Sie spielen ja nicht von sich aus. Sondern jemand hat sie so gemacht, dass sie so WIRKEN, als würden sie spielen.
  • Es geht ja gerade darum… [nicht verständlich, "weil sie Luft erzeugen"]
  • [redet gleichzeitig] Sie spielen nicht. Spielen kann kein Objekt. [redet weiter]
  • [versehentlich zwei Audiodateien gleichzeitig abgespielt, deshalb ständig gleichzeitig geredet] [ab "Aber das ist ja nicht von ihm." wiederholt transkribiert]
  • Aber das ist ja nicht von ihm. [BILD ARBEIT VON EVI IN GRIECHENLAND, wir sind wohl im Flur]
  • Doch.
  • Der hat… Das ist ein Brunnen. Der aber leer war. Mit ohne Wasser. Und der hat so eine Pappe darunter gelegt und die Pappe hat er davor mit Acrylfarbe oder so vollgemacht. Mit zwei. Mit blauer und mit roter oder so. Und durch die Sonnen… äh… Reflexion hat es dann halt solche Farbspiele auf der Fläche gegeben.
  • [kurze Pause]
  • Hier [zeigt auf andere Abbildung] siehst du ja die Pappe mit dem…
  • Mhm. Ja.
  • [seufzt] Das war von der Schmach von Athen.
  • Temporäre Installation im öffentlichen Raum.
  • Aber das klingt gleich wieder so hoch.
  • [kurze Pause]
  • Mal "cool", mal "langweilig"
  • Das finde ich richtig cool hier. [zeigt auf andere Arbeit] [BILD???? Leisten mit Farbe, die man reinschieben konnte]
  • Ist das ein richtiges Regal?
  • Ne. Das sind… Das ist halt ein Brett mit… mit… äh… also reingesägt. Und du kannst im Endeffekt diese kleinen Bretter da reinschieben. Und das… Und das ist aber dieses selbe Prinzip, dass auf der einen Seite…
  • Und das liegt so am Boden.
  • Ne. Das war jetzt an der Wand.
  • Also schon wie ein Regal.
  • [Blättergeräusch]
  • Ich meine… Das sieht ja schön aus. Ja?
  • Das hier finde ich schön… zum Beispiel schön. [BILD???]
  • Das hat sogar einen Funktionswert.
  • Ne. Überhaupt nicht! Hallo? Da tust du nichts rein.
  • Das KÖNNTEST du aber.
  • Nö. Das finde ich wirklich so richtig… also direkt ansprechend.
  • [leise] Das Licht in deinen Augen.
  • [Blattgeräusch]
  • Das hat auch was. [BILD???]
  • Nur langweilig!
  • Ab wann ist ein Feuerlöscher Feuerlöscher ein Feuerlöscher Feuerlöscher?
  • Na es geht ja gerade darum… ähm…, ab wann ist ein Feuerlöscher Feuerlöscher ein Feuerlöscher Feuerlöscher. Und wo siehst du den Unterschied zwischen einer Installation und zwischen einem…
  • [unterbricht, unverständlich, 1:30]
  • Na hier siehst du es ja jetzt. Aber denkst du, er funktioniert wirklich?
  • Natürlich!
  • Woher willst du das wissen? Nur weil der so aussieht?
  • Der funktioniert. Das steht nämlich nicht mit einer Nummer im… Dings.
  • Interessant. Für dich ist also alles Kunst, was mit einer Nummer belegt ist!
  • [lacht] Ja! Zumindestens in der Galerie oder Ausstellung. [kurze Pause]
  • Der ist offensichtlich zerstört.
  • [anderer Feuerlöscher Feuerlöscher]
  • [von weiter weg] Der ist kaputt. Und der andere ist [nicht verständlich, 1:52]
  • Aber gut. Interessant ist ja nur, dass er das Thema aufgreift. Das man in eine Galerie denkt… geht. Und sich erst einmal wundert: Ist das jetzt wirklich ein Feuerlöscher Feuerlöscher? Oder nicht?
  • Der erste. Meine ich.
  • Ja. Aber auch, dass er das auch als Thema nimmt.
  • Ne. Du fragst dich eher, wenn du rausgehst: Ist der erste Feuerlöscher Feuerlöscher wirklich ein richtiger, oder…
  • Ich frage mich das nicht!
  • Ich hab mich das jetzt gefragt.
  • [Pause]
  • Hier ist auch soetwas. Nur mit Mixern. [BILD?????]
  • Richtiger Künstler
  • Krass. Das wird mal ein richtiger Künstler.
  • Also für dich ist das ein richtiger Künstler?
  • Mir gefällt dieses… Spielerische. Einfach… ähm… Diese Formen, die dabei entstehen. Mit Techniken sowas machen.
  • Staubsauger.
  • [Blätterrascheln]
  • [Aufnahme Ende]
  • Kataloge sind… Also das, was er gemacht hat, sind schon interessant.
  • Was heißt interessant?
  • [kurze Pause]
  • Da bleibe ich stehen und gucke zu. In dem Sinne.
  • Ja. Das fand ich eben auch. Egal ob das jetzt dieser Hammer ist. Dieser Staubsauger. Oder so. Da finde ich das zum Beispiel… Okay. Das ist ein Objekt, da gehst du einmal rum und gehst dann weiter. Prinzipiell. Aber bei den… ähm… Bei diesen… ähm… Wie heißen die Dinger? Die sich im Wind drehen?
  • Na Ventilatoren!
  • Die Ventilatoren. Das ist halt ein Spiel. Da kannst du ziemlich lange einfach zugucken. So. Das sind halt so… so viele Begegnungen die da statt finden. Zwischen denen. Und zufällige Sachen. Für dich zumindestens. Oder hier, mit dem Ding, wo die sich gegenseitig da winden [Hammerbohrer]…
  • Ja. Also eigentlich [nicht verständlich] der eine nur das andere, aber…
  • Na das weißt du ja nicht.
  • [nicht verständlich, 41:0]
  • Nein. Das stimmt nicht! Äh. Dieser Hammer hat ja eine Schwere. Und dadurch bewegt er den… bewegt er diesen Akkuschrauber ja auch. An… äh… äh… In eine andere Richtung.
  • Ja. Aber er tut es ja nur… Eigentlich bewegt sich ja nur der Akkuschrauber.
  • Das weißt du am Ende nicht mehr.
  • Ja du weißt… Aber du weißt es ja. Weil da ist der Motor.
  • Woher willst du wissen, wo der Akkuschrauber aufhört? Wo hört der Akkuschrauber auf?
  • [kurze Pause]
  • IST nicht eigentlich… äh… Wenn… wenn du dieses Akkuding… da reintust… wird da nicht dieser Hammer zum Teil dieser Maschine?
  • Nein.
  • DOCH!
  • Das ist halt verbunden worden.
  • [lange Pause]
  • Also das Styropor würde ich mir noch einmal überlegen.
  • Aber das ist übrigens auch noch ein Aspekt. Der interessant ist.
  • Das findest du gut?
  • Dass du Styropor hast. Und eigentlich geht es ja darum, dass du zugucken sollst, wie der Akkuschrauber und der Hammer hier… was machen. Ne? Aber damit verändern sie ja auch… da… ihre Spielwiese. Quasi. Denn die schlagen ja trotzdem rein.
  • Na dann finde ich… hätte er da was anderes als Styropor nehmen müssen. Etwas, was sich…
  • Vielleicht ist das ja auch der Zweck!
  • [kurze Pause]
  • Was.
  • Nicht nur, dass es darum geht, sondern die machen dann ja trotzdem noch etwas.
  • Na die machen BILDER eigentlich. Ne?
  • Aber sie machen etwas, was ja nicht bezweckt war.
  • Naja. Doch. Das war bezweckt. Ich meine, es ist schon klar, wenn der Styropor verwendet, das wird damit ein bisschen… angekratzt.
  • Interessant HIER… um wieder das Wort zu benützen… ist ja, dass da weniger…
  • Nein HIER ist ganz ganz VIEL!
  • Da ist ganz viel.
  • Auf einer sehr… Ja. Interessant!
  • Also es gibt schon ein gewisses Muster. Und es macht was mit den Dingen.
  • Ich glaube nicht, dass es ein Muster gibt.
  • Och. Du siehst doch, dass da was passiert ist!
  • Ja aber wenn du es lange genug durchlaufen würdest, ich glaube, dann würde es an allen Stellen, außer an den Ecken halt, …
  • Es schlägt trotzdem…
  • … dagegen schlagen.
  • … rein. Es SCHLÄGT. Und WEHRT sich. Und MACHT was mit dem, wo es eigentlich bloß drinne sein sollte.
  • [kurze Pause]
  • Och. Du solltest Kurator werden!
  • [lacht]
  • [kurze Pause]
  • Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
  • [Pause]
  • abgehängtes Regal
  • Wir haben uns das hier noch nicht angeguckt! [BILD????]
  • Aber das ist zum Beispiel… Ja… Das sieht man auch im Keller. Wo man was abdeckt mit einer Plane.
  • Also krass. Du stehst echt so auf so spielerische Sachen, die dich… ähm… ähm… Na wie heißt das… audivisuell total… äh… fordern.
  • Ja! Aber das eben nicht. Das fordert mich nicht hier.
  • [kurze Pause]
  • Ich habe keine Ahnung.
  • Du weißt es nicht. [lacht] Weil es dich nicht fordert.
  • Es ist… auf jeden Fall einfacher. Das ist jetzt nichts kritisches. Aber es ist halt einfacher… ähm… Leute zu begeistern für etwas, wenn es sich halt bewegt. Oder wenn… Wenn da irgendwas ist, was da…
  • Ja aber das ist doch…
  • … in Aktion ist.
  • NEIN. Ich meine jetzt eben das halt. So diese… Maschinen, die sich bewegen. Das ist wie bei diesem Tin…Tingulin-Museum. Wo wir eigentlich hinwollten, auch. Da bewegt sich ja auch ganz viel. Bei den Maschinen.
  • Guck mal hier. Das…
  • Na das fordert dich intellektuell halt eher.
  • Ne. Das ist Alltag. Du gehst in deinen Keller. Du hast da Koffer stehen.
  • Du hast die Koffer aber nicht mit so einer Plane abgedeckt.
  • Na doch.
  • Aber nicht von allen Seiten!
  • Ja aber in dem Fall…
  • Und die… Und die Koffer sind normalerweise nicht so akkurat hingestellt. Also das hat ja so einen… wieder sowas ästhetisches an sich. Oder nicht?
  • Naja.
  • [kurze Pause]
  • Da gehst du einfach vorbei! Da rennst du gleich zum nächsten Feuerlöscher Feuerlöscher! Wenn du das siehst! [lacht]
  • Ich muss den Feuerlöscher Feuerlöscher hier noch einmal fotografieren.
  • Na dann weißt du doch aber nicht mehr… Na gut, der ist farblich schon ganz anders.
  • Wir wissen noch nicht, ob er doch ein Kunstobjekt ist.
  • Das ist kein Kunstobjekt!
  • Das kannst du nicht wissen! Tue… tue mal genau die selben Feuerlöscher Feuerlöscher daneben. Noch einmal. Wo würdest du dann sagen ist die Kunst und wo ist der reale Feuerlöscher Feuerlöscher, der eine Funktion haben soll?
  • Der ist der [nicht verständlich, 4:24]
  • Auch wenn der SELBE noch einmal daneben ist? Selbe Gestaltung.
  • Na dann sind das halt zwei! Ich meine, die Nothammer, die wir gesehen haben, die funktionieren ja auch alle.
  • Also wenn HIER ein Feuer ausbricht, dann nehme ich den, der so leicht gedetscht ist. Und sterbe dabei.
  • [kurze Pause]
  • Ich renne einfach raus.
  • [Aufnahme Ende, wir gehen aus der Ausstellung raus]
  • [in Freiburg]
  • Alter Mann zum Stuhl: Gehört das hier dazu?
  • Kannst du mir noch einmal den Satz sagen, den… den er [der Aufpasser] gesagt hat, dass ein Opa ihm gesagt hat, als er den Stuhl gesehen hat,… drinne, in der Ausstellung…
  • Das weiß ich nicht. Was hat er denn gesagt.
  • Ist das Kunst oder irgendwie sowas.
  • Gehört das hier dazu!
  • Genau!
  • [Auto fährt vorbei]
  • Das ist ja mein Paradebeispiel. Wieder dafür. Als… Als irgendein Stuhl halt in dem Raum ist…
  • Aber er meinte… Hier, der Aufsehern meinte ja: Manche sind ja schon verrückt, dass sie überhaupt solche Fragen stellen!
  • [lacht]
  • Was mich wiederum wundert. Wenn man die Objekte drinne gesehen hat.
  • Ist hier nicht der S-Bahnhof?
  • [kurze Pause]
  • Das ist wieder eine entscheidenere Frage! [lacht]
  • Essen-Frage
  • Wollen wir jetzt essen gehen?
  • Aber lass uns…
  • Die noch entscheidenere Frage…
  • … nicht zum Bahnhof fahren? Und gucken, wann…
  • Und dann essen gehen.
  • … der zurückfährt. Und dann entscheiden.
  • Aber wir können doch auch mit der Straßenbahn fahren.
  • Oder mit der S-Bahn!
  • [Krähe krächzt]
  • Du willst mit der S-Bahn, weil es inklusive ist.
  • Genau. Ausnutzung des Tickets.
  • [kurze Pause]
  • Wird das dann auch in die Arbeit geschrieben? [lacht]
  • [laut] JAWOHL! [lacht]
  • Ich schweige.
  • [Aufnahme Ende]
  • Am Frühstückstsich
  • [kurzes Gespräch beim Frühstückessen in seiner Baseler Wohnung]
  • Ich will jetzt in Ruhe frühstücken!
  • Ja. Ich habe doch gar nicht angemacht! Also was hast du gerade gesagt? [lacht]
  • Ich bin nicht blind!
  • [lacht] Was hast du gesagt?
  • Ich habe gesagt, du solltest dich näher… Ich empfehle. Du machst dir Gedanken…
  • [Geschirrgeklapper]
  • Markt und Kunst
  • … dazu: Kunst in Abhängigkeit von Kunstmarkt.
  • Verstehe ich nicht.
  • Denn ich finde, bei dir ist Kunst…
  • [Geräusche vom Bröttchenaufschneiden]
  • … Markt und Kunst… Das ist quasi eins.
  • Das stimmt doch überhaupt nicht. Das hab…
  • Das ist mein Empfinden.
  • Aber wie kommst du denn darauf. Ich… mir gefällts ja eben nicht. Dieses Gefühl, etwas zu schaffen, was dann im Wohnzimmer am Ende landet. Was ja im Endeffekt über den Kunstmarkt funktioniert. Also über Galerien oder so.
  • Na du hast aber immer die Kategorie… Wo kann etwas sein? Was kauft wer?
  • [Besteckt fällt auf Tisch]
  • Das habe ich von Alexander gelernt.
  • Und das ist ja der Markt.
  • Ja. Ich weiß.
  • Da gehts immer um Geld.
  • Aber das interessiert mich eigentlich gar nicht.
  • Kunst sollte unabhängig vom Markt sein
  • Aber ist Kunst nicht unabhängig davon?
  • Ja! Darum… Um das geht es mir ja eigentlich. Nur das Problem ist halt, dass, wenn du… wenn du nach dem Kunststudium da wirklich weitermachen willst und dann dich… äh… wirklich darum kümmern möchtest, dann MUSST du über das Geld nachdenken. Da kommst du gar nicht umhin. Du musst irgendwie da… Du musst… Oder du machst was anderes.
  • Aber wenn es jetzt um den Kunstbegriff geht… Da finde ich, sollte es unabhängig voneinander sein.
  • Ja. Aber dann will ich bitte schön auch, wenn… wenn… wenn ich da was gefunden habe, dass dann auch so umsetzen. Und nicht ständig hier… mir überlegen, wie kann ich damit jetzt noch Geld verdienen.
  • Ja aber du hast ja jetzt schon immer die Überlegung…
  • Ja. Blöderweise! Aber das lernt man auch da… während des Studiums.
  • [Geschirrgeklapper]
  • Also studiert ihr da im Grunde BWL.
  • Nein! Nein nein nein nein. Das ist… Das ist… ja nun an der Hochschule überhaupt nicht so. Aber es wird halt manchmal so an… gedeutet. So. Ja… Und… und… Und… äh… wie würdest du das jetzt rahmen, damit es jemand kauft? Oder wieviel willst du dafür…
  • Siehst du.
  • Das sind halt so kleine Gedanken.
  • Und selbst die letzte Ausstellung, wo ihr…
  • Naja. Das war ja komplett damit verbunden. Klar.
  • Na das hieß sogar so. Oder?
  • [mit vollem Mund] Natürlich. Hundert Euro Ausstellung. [BILD VON AUSSTELLUNG]
  • [kurze Pause]
  • Big Business
  • Big Business.
  • Und wer hat Big Business da gemacht?
  • [mit hoher Stimme, ganz laut] FRIIIIIEDRICH!
  • [kurze Pause]
  • Und wie hat er das geschafft?
  • Mit EHRLICHEN Verkäufen!
  • [Geschirrgeklapper]
  • [Essgeräusche]
  • Als Spende.
  • [kurze Pause]
  • Was ist denn?
  • Kannst du das jetzt wieder ausschalten. Ich möchte in Ruhe frühstücken. Ich sage jetzt auch nichts mehr über Kunst.
  • PÜH!
  • [Geschirrgeklapper]
  • [Geräusch im Hintergrund]
  • Das war die Katze.
  • Die ist einmal runtergerannt und als sie mich gesehen hat wieder hoch. [lacht]
  • Welche?
  • Die kleine.
  • [lacht] Oh. Ich glaube, sie mag dich nicht mehr.
  • [mit vollem Mund] Wieso? Mhm?
  • [lacht]
  • [Messergeräusche auf Keramik]
  • [Aufnahme-Ende]