[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

frfr@hgb-leipzig.de
Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger
Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger
Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906
Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906
Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502
Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502
Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70x100cm für 3,90 EUR
Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70x100cm für 3,90 EUR
Kunst 1 0
Künstler-Signatur voll ausgeschrieben, abgekürzter Vor- und/oder Nachname, Anfangsbuchstabe (Monogramm), figürliches oder symbolisches Zeichen seit Antike bekannt, Vasenmaler Haltestelle an der Kunstakademie, Lackstift, Düsseldorf, Haltestelle Ratinger Tor, ca. 1983, Gereon Inger kuenstler-signatur4-k.jpg Verbreitung Künstlersignatur seit Renaissance mit veränderter Rolle Künstler Picasso Pablo Picasso Signatur, in einem Selbstbildnis, 1906 kuenstler-signatur2-k.jpg Picasso Pablo Picasso, nur Nachname mit Unterstrich, wirkt sehr selbstsicher gegenüber Vor- und Nachnamen bei mir: Fröhlich Dürer Signatur, im Bild Feldhase, 1502 kuenstler-signatur3-k.jpg Signatur passt gut zu Grafiken bei mir: FR, doppelt leicht nebeneinander, steht für FR-iedrich FR-öhlich vlt. anfangen mit Friedrich Fröhlich, zu F. Fröhlich, zu Fröhlich davor keine Signatur: unsichere Phase, eigene künstlerische Arbeit in Frage gestellt nach Fröhlich evtl. wieder keine Signatur: Vergänglichkeit akzeptiert, stehe über persönlichem Ruhm, Markierung würde zu verhüllten Arbeiten passen Plakat Künstlersignaturen, zusammengestellt von Annette Engels, 70x100cm für 3,90 EUR kuenstler-signatur1-k.jpg Archiv Sammlerstempel / Künstlersignaturen / Monogramme Standpunkt schon vor Jahren viel zu viel signiert, wahllos versuchen das rückgängig zu machen, übermalen, überzeichnen, ausschneiden auch wenn Verhüllung selber nicht das Kunstwerk: evtl. auf Rückseite signieren, stellvertretend für nicht sichtbare Arbeit Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • So und da gabs dann auch Sachen, wo ich dachte: Ja, jetzt ist das Bild fertig. Und er hat aber für sich festgehalten: Das ist nicht fertig. Und am Ende sah das Bild ganz anders aus.
  • Mhm.
  • Und genauso gabs auch Momente, wo er Farbe drüber gezogen hat und ich dachte: Naja, äh, auf Rot hätte ich jetzt nicht Gelb drübergezogen. Sieht ein bisschen kacke aus. Äh und er selber hat dann auch alles hingeworfen und hat gesagt: Heute ist nicht mein Tag! Also das hat mich beeindruckt.
  • Mhm.
  • Ähm also ähm … er … äh … er gibt schon mehr hinein. Aber um deine Frage zu beantworten: Ich glaube nicht, dass er in dem Moment Moment, als er das gemacht hat, … Achso. Du hattest … du wolltest ja wissen, ob er sich Gedanken über die Größe gemacht hat. Ich …
  • Ne. Größe nicht.
  • Also. Na du sagtest …
  • Ob es ihm vordergründig UM die Größe, um die Materialität, oder ob da noch irgendeine andere Intention Intention bei ihm…
  • Also ich glaube…
  • …war. Will er was verarbeiten? Oder keine Ahnung was.
  • Ja. Also…
  • Ich kenne ihn jetzt nicht so.
  • Ähm. Ich glaube, dadurch, dass er so viel experimentiert, auch mit unterschiedlichen Sachen… Er hat ja noch eine Zeit lang fotografiert.
  • Ja.
  • Also ganz weit weg von der Malerei. Er sucht halt seinen Weg. Und den sucht er glaube ich heute noch.
  • Als Millionär.
  • Äh ähm… Und äh… Ich glaube, dass er eben in dieser Form genau das gefunden hat, was er in dem Moment Moment finden wollte. Oder wo nach er gesucht hat.
  • Mhm.
  • Äh. Wo ich mir aber fast sicher bin, ist, dass… dass er auch diese Größe gewollt hat. Ähm … weil er vielleicht gemerkt hat, dass äh äh … dass äh die selbe Technik in klein passt nicht zu ihm. Wirkt nicht zu ihm. Ist nicht das Ergebnis, was er haben möchte. Ähm… und da bin ich mir fast sicher, dass er… JA, er hat nach der Größe gesucht.
  • Schaffen für Geschäftsidee
  • Er hat aber da… Also … Hat er dabei schon an eine Geschäftsidee gedacht? Oder so ans Geld verdienen? Deshalb die Größe? Oder denkst du, er hat die Größe gemacht, um mehr Ausdruck reinzubekommen. Was er … wo er denkt… mehr reinstecken zu können.
  • Also ich glaube, da muss man ganz doll differenzieren. In dem Moment Moment, wo er das gemacht hat, wollte er sich wahrscheinlich selbst verwirklichen. Und wollte … wollte zeigen… äh… welche Befähigung, welche Begabung er hat. Ja? Was er besser vielleicht machen kann als andere.
  • Mhm.
  • Alleinstellungsmerkmal
  • Vielleicht hat er auch nach einem Alleinstellungsmerkmal gesucht.
  • Das ist schon wieder Marke. Das ist schon wieder Geschäft.
  • Ich ich ich… weiß es nicht. Ob er sich genau diese Gedanken gemacht hat. Aber ich könnte es mir vorstellen. Wenn ICH es machen würde, würde ich so kopfmäßig rangehen. Deswegen bin ich vielleicht auch kein Künstler.
  • Krankenkassen-Mensch!
  • Auch kein Krankenkassen-Mensch! Äh. Was aber im Nachhinein sich herausgestellt hat… und das ist das Coole daran…, dass nämlich das, was er geschafft hat, ein Geschäftsmodell ist und auch marktfähig ist. Und das schaffen nur wenige… Künstler, die sich Künstler NENNEN. Nämlich genau das. Das schaffen SO wenige. Und er gehört dazu. Und er hats geschafft. Äh. Und das BEWEISST mir, dass, wenn jemand etwas macht, nur des Machens wegen, aber dieses Ding wird NIE einen materiellen Wert bekommen. Dieses Ding wird nie eine Marktfähigkeit bekommen. Dieses Ding wird sich nie zum Geschäftsmodell entwickeln. Dann wird das NIEMALS diese Aufmerksamkeit erregen. Da bin ich mir GANZ GANZ GANZ sicher.
  • Hat aber nichts damit zu tun, äh, also was du unter Kunst verstehst. Das ist lediglich geschäfts…
  • Das sind unterschiedliche Dinge. Also…
  • Okay.
  • Was ich unter Kunst fasse und äh was Kunst wird…
  • Aber Geld kommt VIEL bei dir vor. So. Geschäftsidee hast du ja als Grundlage… als Ausgangspunkt gesehen. So. Das ist…
  • Geschäftsmodell.
  • Geschäftsmodell. Kunst als Geschäftsmodell. Genau.
  • Kunst ist…
  • Ist…
  • … Geschäft.
  • … Geschäftsmodell.
  • Wie hab ichs gesagt?
  • Na KUNST IST GLEICH GESCHÄFTSMODELL.
  • Genau. Kunst ist auch… ist Geschäftsmodell. Genau.
  • Mhm.
  • Mhm. [kurze Pause]
  • Warte mal ganz kurz.
  • DENN WENN…
  • ICH FINDE…
  • … KEIN Geschäftsmodell wäre…
  • Ja.
  • … wenn der Künstler nicht den Anspruch hätte, damit Geld…
  • Ja.
  • … verdienen zu wollen, verdienen zu müssen… Ähm… Würde es irgendwann NICHT in den teuren Galerien, in den…
  • Ja.
  • … teuren Museen hängen.
  • Ja.
  • Es würde NICHT von Sammlern gesammelt werden und es würde nicht hinter Tresorräumen verschwinden. Es würde NICHT in äh Räumen hängen, die hochklimatisiert, hochgesichert sind. Ähm… ähm… ja. Punkt.
  • Geradenbilder als Marke
  • Ich äh hatte halt… also ich hab mir darüber auch schon Gedanken äh gemacht. Was wäre, wenn ich jetzt ähm äh plötzlich bekannt werde. Mit den Geradenbildern. Eben so. Und hab mir dann die selbe Frage bei Leuten gestellt, die eben schon bekannt, berühmt, mit irgendeinen…
  • IN diesen SEHE ich übrigens ein Geschäftsmodell.
  • Ich weiß! Ich weiß! Das hast du mir stän… ständig gesagt.
  • Ja.
  • Ähm… das…
  • Ich sehe auch einen Marktwert darin.
  • JA. Ich weiß. Aber das … Ich fühle mich extrem unwohl, wenn ich das … wenn ich darüber nachdenke, dass das zu einer Marke wird. Und ich am Ende… glaube ich… äh nur noch etwas schaffe, ähm, weil es eine Geschäftsmodell … weil ich es als Geschäftsmodell betrachte. Und nicht weil ich damit etwas ausdrücken oder etwas … etwas aus mir rausholen möchte. Was … was raus wollte. Warum… Wo ich halte DENKE, das Kunst etwas sein sollte, was… was irgendwie aus dem Künstler heraus WILL. So. Und nicht etwas, was … was … was die da draußen WOLLEN. Weißt du? Nicht… nicht extrinsisch. Sondern intrinsich. Sollte die Motivation … DENKE ICH… sein. Das wäre mein Ideal. So. Und wovon du aber immer redest, ist schon extrinsich. Also es kommt von Außen so. Die Bestätigung kommt. Also macht man noch mehr. Noch größer vielleicht. Äh noch mehr Bestätigung kommt. Man kann damit Geld verdienen. Das ist ein Geschäftsmodell. So. Ähm… Ich… [2:31:15] [kurze Pause]
  • Denkst du jetzt aber wirklich… ich meine, ich stehe dem halt kritisch gegenüber… Denkst du denn jetzt wirklich, dass … dass die Künstler, oder die Kunst, die nicht ähm nicht groß, nicht bekannt und nicht viel Geld kostet, dass die deshalb weniger äh Kunst ist? In dem TRICHTER weiter in …
  • Okay.
  • … In deiner TRICHTER-Idee ja nicht so weit vorkommen. Wie…
  • Meine Angst vor Bekanntheit
  • Ja. Also um es mal ganz … ganz HART äh zu formulieren. Äh, es tut mir Leid, dass du Angst hast, bekannt zu werden.
  • Das ist mein Minderwertigkeitskomplex.
  • Das … äh mal so ganz hart formuliert. Die Frage, die du gerade gestellt hast: Ähm, jeder kann sich selbst im Leben verwirklichen. Ja? Und und und wenn sich da jemand selbst verwirklichen will, in dem er Bildchen malt, äh Tonschälchen bastelt …
  • ACH SCHÖN! Das will ich auch!
  • Klangmelodien… äh… schafft.
  • So hobbymäßig meine ich! Einfach.
  • Ähm… ähm oder kleine Häkeldeckchen …
  • JA!
  • … macht. Oder ähm … für den Dackel kleine Söckchen strickt. Äh also jeder kann sich selbst verwirklichen, im Leben. ABER äh soll sich doch bitte nicht als KÜNSTLER bezeichnen.
  • Also die Sachen würdest du nicht gleich in ein Museum reinstecken. Sondern das soll halt jeder für sich selber sozusagen abmachen.
  • Das ist … das ist eigentlich ganz toll, dass äh äh, dass wenn man etwas macht, was ihm … was ihn befriedigt.
  • Ja.
  • Geld verdienen, um sich zu verwirklichen
  • Was ihn glücklich macht. Äh. Das hat man … das wird zunehmend seltener. Ja? Im Leben. Weil manche haben das Gefühl, sie müssten arbeiten gehen, äh, um äh Geld zu verdienen. Und äh sie verlieren so schnell aus dem Blick, dass das Geld eigentlich ja nur dazu dienen soll, um zu LEBEN. Nämlich um sich seine Träume zu verwirklichen. Ähm… ähm… Und wenn es jemanden gibt, der sagt, ich mache etwas, was mich glücklich macht, das macht mich aus, aber ich muss damit kein Geld verdienen. Ich bleibe mein Leben lang arm. Dann ist das schön. Aber…
  • Das kann trotzdem große Kunst sein. Oder nicht?
  • Äh.
  • NACHTRÄGLICH. Meinetwegen.
  • Es kann…
  • Nach dem Tod.
  • … in seinen Augen große Kunst.
  • Ja.
  • Ähm. Dadurch, dass es vielleicht den größeren Markt nicht zugänglich wird, äh, wird man nicht aufmerksam darauf. Und ähm es wird sich auch kein Sammlerwert BILDEN. Ähm. Ob es nach dem Tod…
  • Naja, das ist eigentlich uninteressant.
  • … dazu führt… Das weiß man nicht. Und vor allen Dingen: Der, der … derjenige, der das geschaffen hat, wirds nicht mehr erfahren. [kurze Pause]
  • Was ich ähm… Ich lese gerade ein Buch. Äh ähm… von ähm … Sol… Zola. Das Werk.
  • Mhm.
  • Und auch in anderen Büchern… Ich habe jetzt ein paar Bücher gelesen über Künstler, wie sie über über Kunst denken. Und das sind so manchmal äh Erzählungen. Wo erzählt wird von einem Künstler, von einem Maler und wie er lebt und und …
  • Ja.
  • Ideal: Kunst soll Künstler überleben
  • … und woran er zweifelt. Und so weiter. Und bei dem jetze… ähm… kommt für mich zum Beispiel raus, was ich sehr sehr mag, das ist halt so ein Ideal, dass äh dass der Künstler etwas schafft, ähm, was ihn überleben soll. Das … das ist irgendwie so der Drang, etwas bleibendes zu schaffen. Und das alles ähm eigentlich ziemlich schnell vergeht. Der Körper vergeht. Die Gedanken gehen weg. Aber wenn du halt eine Statue machst… das war noch von einem anderen Buch, was ich gelesen habe… ich suche das noch raus… ähm… äh… das überlebt in einem Kloster. Da gings um eine Marienstatue. Glaube ich. Das überlebt sein eigenes kleines irdisches Leben. Er kann sich sozusagen äh froh darüber sein, er hat etwas geschaffen, was die Welt überdauert. So. Das ist halt so… so eine Idee von: Kunst wäre etwas höreres. Etwas, was viel weiter reicht als ein menschliches Leben kann. Und wenn du halt von den Häkelsachen redest oder so, dann ist das halt etwas, was tatsächlich bloß in diesem einen Menschenleben etwas bedeutet. Wenn wir aber über große Skulpturen … also in Kirchen oder so… reden, dann ist das ja schon etwas, was geschaffen wird, was den Menschen überdauern soll. Die Generation. Und ich denke, genauso ist das auch bei solchen Werken, die dann groß gekauft werden. Irgendwie. Die werden ja nicht gekauft… spekulativ halt…, dass sie ähm wenn der Künstler tot ist, plötzlich auch nichts mehr wert sind. Sondern die werden ja maximal in ihrem Wert netterweise steigen. So. Ähm. Also dass das eine Motivation für einen Künstler ist, ähm, etwas zu schaffen… NICHT wegen des Geldes jetze… was es JETZT gibt. Sondern sondern wegen dem, dass es sein Leben… sein kurzes kleines irdisches Leben, überdauern wird. Kannst du das nachvollziehen? Als Idee? Ich hatte es jetzt halt bloß in einer Erzählung gehört und…
  • Mhm.
  • … war BEGEISTERT davon. So dieses … dieser DRANG halt äh ähm dieses kleine Leben zu … zu … WOBEI, in diesem … NE… Das war von Hermann Hesse. Narziss und Goldmund. Da ähm der hat dann aber eingesehen, ähm, dass auch diese Statuen irgendwann einmal ähm verschwinden werden. Und so weiter. Also das auch das vorbeigehen wird.
  • Ich kann es… Ich kann es nachvollziehen.
  • Wäre das für dich ein Grund, eine Motivation für einen Künstler, was zu machen? Außerhalb des Geldes?
  • Das mag auch… Das mag auch ein Baustein durchaus sein. Als als Antrieb. Als Motivationshilfe. Aber das ist mir zu eindimensional. Das ist mir zu … das ist mir zu flach gedacht. Weil …
  • Ich denke NUR flach.
  • … ähm… ähm… Auf der einen Seite zeigt es halt so ein bisschen Selbstzweifel auf… ähm…
  • Aber SOWAS von. Natürlich!
  • Wer bin ich. Was bin ich. Was macht mich aus.
  • Ja. Und was mach ich für ein Zeug da eigentlich?!
  • Was hinterlasse ich. Welchen Fußstapfen.
  • JA!
  • Und wenn man schaut, wie viele Milliarden… Wieviele Menschen leben eigentlich…
  • Ja.
  • … auf diesem Planeten?
  • Siebenirgendwasmilliarden.
  • Siebennochwasmilliarden. Äh äh.
  • AKTUELL. Es haben aber schon viel mehr gelebt. Ne?
  • Und und äh und wie schlimm wäre es, wenn jeder das Gefühl haben muss, er müsse was hinterlassen! Auf diesem…
  • Ja.
  • … Planeten. Ja?
  • Dann wäre die Umwelt kaputt.
  • Vergänglichkeit in der Kunst aufhalten
  • Und äh vor allen Dingen auch diese ANGST vor Vergänglichkeit.
  • Ja.
  • Die wir Menschen ja auch haben. Also auch die die Angst ähm unsere Jugend zu verlieren. Ja?
  • Die steckt… Das … das steckt übrigens in vielen Skulpturen und so weiter drinne. Wenn du dich als Junger fotografierst…
  • Natürlich.
  • … oder ein Objekt machst… Du … Da konservierst du die Jugend. Auch wenn sie tot ist.
  • Natürlich.
  • Aber du willst ein Bild festhalten. So.
  • Ähm.
  • Von damals.
  • Angst/Zweifel Zweifel als Antrieb
  • Aber das als Antrieb zu nehmen. Diese ANGST als Antrieb zu nehmen, dass mag ein Baustein sein…
  • Zweifel Zweifel.
  • Das mag auch … ja oder auch Zweifel Zweifel… mag auch in gewissen Situationen helfen. Aber ähm ich würde es niemals äh als Alleinstellungsmerkmal nehmen. Weil es gibt so viele andere Dinge die die auch mich überdauern. Also sei es darum, dass ich ein Kind zeuge. Das wird mich überdauern. Ähm… sei es, dass ich ein Haus baue. Das wird mich überdauern. Sei es, dass ich einen Wald anpflanze. Auch dieser wird mich um hunderte von Jahren überdauern. Ähm… äh… Also dieses ähm… Ja auch die Ägypter. Die hatten ja schon die Pharaonen. Die hatten ja wahrscheinlich auch schon dieses Verständnis, dass die Zeit, die danach kommt, ja?, dieses Überdauern und so… Ist mir zu… einfach. Aber ich kanns nachvollziehen. Ja.
  • Ja. Das führt auch gerade in eine falsche Richtung. Weil ich gerade merke, dass kriegst du als Ausstellungsbesucher nie mit. Wenn du so ein Bild siehst. Oder hier so [nicht verständlich, 2:38:30]
  • Das ist ja auch eine subjektive Einstellung. Des Künstlers.
  • Naja, aber der schafft das ja. Und du siehst das, was er geschaffen hat. Und wenn du nicht das siehst, warum er das geschaffen hat, …
  • Nagut. Der nächste sagt halt, äh, ich wurde in der Schule immer gehänselt und will jetzt beweisen, dass ich erfolgreicher bin als alle anderen. Aber das ist eben so eine … so ein subjektiver Ansporn. Den … den… den man nicht sehen kann. Ne?
  • Aber dir geht es jetze wieder um den Erfolg. Den hast du jetzt wieder reingebracht.
  • [räuspert sich] Naja. Wenn…
  • Mir ging… mir ging es um ZWEIFEL. [lacht]
  • Ja aber ganz ehrlich. Wenn KUNST wirklich den Künstler überdauert…
  • Ja.
  • … dann hat das doch was mit Erfolg zu tun.
  • ABER…
  • Denn wieviel Kunst wird GESCHAFFEN, was gerade den Künstler NICHT überdauert.
  • Im Keller mindestens schon.
  • Hobbykünstler Hobbykünstler und deren Potential
  • Also und vor allen Dingen… Ich habe jetzt äh äh äh ähm… Achja genau! Ähm… Bei uns auf Arbeit war so ein Fotowettbewerb ausgerufen. Und auch FOTOS können Kunst sein. Ähm und da hatte er äh äh geschrieben, dass er von TAUSEND Bildern, die er gemacht hat, EINS hat er jetzt gefunden, was so passt, was er jetzt auch zeigen will. Und womit er sich auch für diesen Wettbewerb beworben hat.
  • Das war aber ein Mitarbeiter bei dir. Also der…
  • Äh…
  • … eigentlich kein Künstler ist.
  • Genau. Aber sehr sehr professionell. Und äh das waren alles Mitarbeiter, die sich für diesen Fotowettbewerb äh beworben haben.
  • Okay.
  • Und ich war BEGEISTERT, wie… wieviele äh … was für POTENTIAL in den Mitarbeitern steckt. Also was die vielleicht als Hobby machen, wo ich sagen kann: Ey, ihr braucht das gar nicht als Hobby machen. Ihr könnt damit Geld verdienen. Ihr könnt professionell ähm Kalender gestalten. Ihr könnt damit Fotoleinwände machen. Ihr könnt… so TOLLE Sachen mit dem machen, was ihr da äh in eurem Hobby… äh … Freizeit macht.
  • DU siehst es wieder als Geschäftsmodell. Da haben wirs gerade wieder.
  • Ähm. Ihr könnt damit…
  • DAS IST OKAY. Ich wollte es nur noch einmal…
  • … Geld verdienen. Ja.
  • Ja.
  • Das hab ich gedacht in dem…
  • Okay.
  • … Moment Moment. Das hab ich gedacht.
  • Aber Geld verdienen ist ja nicht gleich Kunst.
  • Aber sie verdienen ihr Geld mit anderen Dingen. Aber genau… Genau… Das wäre das nämlich auch. Wenn man so ein Bild sieht, was den ersten Platz im Fotowettbewerb gemacht hat. Äh und dann jetzt in eine Dauerausstellung geht. Äh, bei den einzelnen Regionalstellen der… der Rentenversicherung. Äh oder vielleicht auch im öffentlichen Raum ausgestellt wird… Muss man schon sich die Frage gefallen lassen: Ist das nicht auch ein Künstler? Ja? Ist das nicht auch Kunst, was er dort geschaffen hat.
  • Hast du aber nicht vorhin gesagt, oder ich hab das gesagt, wenn es bloß einmalig ist oder so, dann dann muss etwas wiederholt werden. Da muss…
  • Also jemand, der TAUSEND Fotos macht um ein gutes zu finden…
  • … und nur EINMAL auszustellen.
  • … ist nicht … ist nicht der, der äh äh der der das nur einmal macht. Sondern er zeigt halt eine Wiederholungsabsicht. Und er wird weiter fotografieren. Er wird sich bei weiteren Wettbewerben beteiligen. Er wird weiterhin hoffen, dass seine Kunst … seine ART… sein Schaffen… gezeigt wird. Und damit äh gehört er schon einmal mit in diesen Trichter äh Kunst zu machen.
  • Einschränkung in Größe wegen fehlendem Atelier
  • Geschäftsmodell. [lacht] Tschuldigung. Ääähm… Dein kleines Bild. Warum hast du das gemacht? [2:41:25]