[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

frfr@hgb-leipzig.de
Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Theo van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
Kunst = Kapital, Joseph Beuys, 1979
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
White Painting von Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi
Kunstbegriff Anfänge der Kunst bei Höhlenmalereien aus ausklingender Altsteinzeit findet Trennung statt (zwischen magischer und mitteilender Kunstrichtung) in Südfrankreich und Nordspanien mit religiös-zauberischem Gehalt haben optisch-ästhetische Seite betont an ostspanischen Felswänden wollten eher etwas mitteilen zeigt 2 Möglichkeiten der Kunstbetätigung, mit Eigenarten bestimmter Völker weniger ein Fortschritt zu erkennen, als ein nebeneinander starker Kunstreiz geht von Behandlung Toter aus in mexikanischer Kultur wurde Asche des Toten oder Gebeine mit verarbeitet daraus sind Kunstgebilde, Figuren, Statuen entstanden Unzahl an Ritualen entstanden in Mexiko u.a. kleine Holzstatüttchen von Totem geschnitzt, verbrannt und beerdigt Schnitzwerk und Puppen u.a. als Ornamente verwendet Figuren sind oft Mischwesen behandeln Vorstellung von Mythen oder Auffassungen von Beziehung Mensch zu Tier weiterhin soziologische Anlässe als Auslöser für Kunstbetätigung wie Erntefeste, Siegesfeiern, Huldigungen von Häuptlingen, Fürsten und Königen Verehrung persönlicher Macht und Einfluss lebender und toter Herscher gehört zu stärksten Anreizen für Schaffen von Kunst soziologische Faktoren in höheren Gesellschaften mehr entwickelt als bei niedrigeren Gesellschaften, wo Zauberische größerer Einfluss hat daran knüpft Ästhetisierung des Schaffens an hat erst in Hochkulturen zur Verselbstständigung der Kunst als Leistung geführt nicht bewusst dazu entschlossen, eher durch Reize geweckt, ausgebildet, befördert Frage, ob das, was wir Kunst nennen, für Naturvölker auch Kunst ist frühere Ansicht, Kunst wäre aus dem Spiel hervorgegangen heute eher Zauberei als Auslöser für Kunst angesehen für Naturvölker war Kunst kein Spiel oder Zauberei Zauberei wird etwas bezeichnet, was im nachhinein als nicht logisch(?) bezeichnet wird im Moment Moment des Schaffens ist es etwas verständliches Begriffe wie Familie, Geld, Religion, Staat etc. müssen immer im Verhältnis zum Kultur- und Wirtschaftsleben einer Personengruppe gesehen werden Begriff Kunsthorizont und Kunstspähre Kunsthorizont: Ergebnis aus Zusammenwirken technischer Bedingtheit als Ergebnis aus Möglichkeiten der Kunstgestaltung in einer technischen Fortschrittsstufe zu betrachten Kunstspähre: konkrete Kunstgestaltung tritt als Ergebnis von Wechselbeziehungen in Erscheinung entscheidend bei Kunstspähre ist historisch einmalige individuelle Gestaltung traditionelle Techniken immer von geographischen Umweltbedingungen abhängig (weiter ab S. 259) Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Kann sein. Ja. Ist so. Ja.
  • Und er hatte dann aber bestimmt eben KEIN Geschäftsmodell dahinter. Und er hatte … weißt du, was du da so gesagt hattest …
  • Wovon hat er denn gelebt?
  • Ähm der hat von seinem Bruder glaube ich gelebt, der ihm immer wieder Geld gegeben hatte. Theo van Gogh Vincent van Gogh, Öl auf Pappe, 1887, Vincent van Gogh Vincent van Gogh theovangogh-k.jpg
  • Und das ist das, was ich gesagt hatte. Wenn …
  • Und er hat zurückgezogen dann gelebt. Das ist aber kein Geschäftsmodell. Da kann ich Hartz 4 auch als Geschäftsmodell …
  • Ja, wenn jemand keine … wenn jemand keine anderen Geldquellen hat …
  • Ja.
  • Ja? Dann ist er gezwungen mit dem was er schafft … mit seinen Händen schafft …
  • Mhm.
  • … auch Geld zu verdienen. Seinen Unterhalt zu verdienen.
  • Dann kommt er aber in eine Zwickmühle. Dann will er zum einen hochwertig … also Kunst schaffen, die sozusagen …
  • Der muss das in Einklang bringen. Ja. Genau.
  • Das kann man gar nicht glaube ich. Du bist dann da immer im-im-im…
  • Ich glaube man kann es wohl. Er konnte es.
  • Ich kann es nicht.
  • Aber Jeff Koons Jeff Koons konnte es.
  • Der hat aber das als Thema glaube ich genommen.
  • Das mag ja sein. Aber …
  • Und wenn du das als Thema nimmst, dann verarbeitest du das so.
  • Er hat … Das passt in unsere Zeit rein.
  • Ich meine, Richter hat das am Ende ja auch gemacht.
  • [lacht]
  • Weil er eben … weil es vielleicht doch ein Stück weit Berechnung ist. Also … auch der Markt ist berechenbar. Kunst = Kapital, Joseph Beuys Joseph Beuys, 1979 kunstkapital-k.jpg
  • [kurze Pause]
  • Alexanders Bilder von Richter und Rauschenberg Robert Rauschenberg
  • Wollen wir kurz Gerhard Richter Gerhard Richter noch nehmen?
  • Ähm. Wir können über MEIN Bild sprechen.
  • Na das meine ich. Genau das … White Painting Robert Rauschenberg von Rauschenberg Robert Rauschenberg, Bild in seiner Wohnung wohnungbild3-k.jpg
  • Du möchtest ja da auch ein Foto von machen.
  • Du hast ja hier zwei zwei Sachen. Du hast ein White Painting Robert Rauschenberg von …
  • Ja. Gerhard Richter Gerhard Richter Bild in seiner Wohnung wohnungbild1-k.jpg
  • … von von von Rouschenbörg. Und du hast ein … ein ein wie heißen die Bilder von dem? Äh diese großen … Haben die irgendeinen Übertitel? Rakelbilder oder so?
  • Nein, es ist auf jeden Fall eine Rakeltechnik.
  • Rakeltechnik von Gerhard Richter Gerhard Richter. YouTube-Video über Rakeltechnik, Marc Ballhaus rakeltechnik-k.jpg
  • Genau.
  • Zwei Originale hast du hier. Aber … naja, man sieht ja den Unterschied …
  • [lacht]
  • … anscheinend nicht. Außer das jetzt die Größe ein bisschen unterschiedlich ist. Vielleicht.
  • Vielleicht.
  • Du hast ja mal Gerhard Richter Gerhard Richter gesehen.
  • Ja.
  • So. Da war so ein großes Bild. Oder?
  • Ja.
  • Was … was … so in deiner Erinnerung … Was hat das bei dir so ausgelöst. Oder oder warum … oder was steckte dahinter. Was war dein … Zugang.
  • Das Kuriose war, das war auch in einer einer äh äh in der Tate Gallery in in London …
  • Mhm.
  • … war das. Ähm.
  • Großer Streit mit Christian. Christian zusammengesetzt, Collage auf Papier, W10-1 christiancollage-k.jpg
  • UND äh … auch wieder die SCHIERE Größe. Also anders. Ich muss sagen, ich kannte Gerhard Richter Gerhard Richter vorher gar nicht. Ich wollte in dieses Museum. Dieses Museum hat halt eine Dauerausstellung und äh eine äh Ausstellung ähm … für … bestimmte … also …
  • Ja.
  • … Themenausstellungen.
  • Ja.
  • So. Und ähm ich bin mit meiner Karte äh für die Dauerausstellung NICHT in seine Ausstellung reingekommen. OBWOHL es im selben Haus war.
  • Mhm.
  • Großes Bild von Richter
  • Sondern ich bin nur äh in den Vorraum gekommen, wo äh seine Kunst auf Postkarten und Plakaten und äh seine gedruckten Bücher äh ähm … Und im Foyer hing EIN einziges Bild.
  • Mhm.
  • Von ihm. Abgesperrt.
  • Mhm.
  • Äh äh ähm mit einer Kordel.
  • Mhm.
  • Und die Leute haben gekauft WIE VERRÜCKT! Und die Plakate die waren auch relativ teuer glaube ich. Zwanzig… dreißig Euro. Eins. Und das war mäßig klein, muss ich mal sagen. Ähm. Also äh äh diese Farbdrucke äh die haben überhaupt nicht so gewirkt wie das Original. Und ich hab mich gefragt: Mensch Leute, warum gebt ihr soviel Geld für etwas aus, was gar nicht wirkt?
  • Mhm.
  • Und ich stand vor diesem RIESIGEN Bild. Äh an dem übrigens viele vorbei gelaufen sind. Ich konnte es nicht verstehen. Weil es war wie so ein Kassenbereich äh gestaltet. Und ich war so beeindruckt. Von der GRÖSSE. Und, dass man Farbe über die Leinwand geschoben hat. Und das war äh wie Drei-De hat sich das angefühlt. Weil diese vielen vielen Farbschichten haben halt äh so Höhen und Tiefen abgebildet. Ähm. Dass man das so SEHEN konnte. Das war fass-bar. Gerhard Richter Gerhard Richter beim Arbeiten, Ausschnitt Film, 2011 rakeltechnik2-k.jpg
  • Mhm.
  • Ähm. Äh und und diese Kombination … diese Farbigkeit … diese Größe … äh … dann noch, dass es Öl ist. Also ich mag einfach Öl unheimlich gerne. Ich würde Ölfarbe IMMER Acrylfarbe vorziehen. Äh. Ähm. Oder auch ähm Buntstiften. Oder was auch immer. Ähm. Äh. Und ich war so begeistert, dass ich … als ich nach Hause … ich hab mir seinen Namen gemerkt … Als ich nach Hause bin, dass ich mehr über ihn erfahren wollte.
  • Gerdie! Gerdie! Gerdie!
  • GEEEERDI! GERDIE! GERDIE! Autogrammkarte #508, Friedrich Fröhlich autogrammkarte_508-k.jpg
  • Und ich bin in die äh Bibliothek gegangen, um mir dort eine DVD über ihn auszuleihen.
  • Da gabs … also da … du meinst aber nicht die letzte Dokumentation. Die hatte ich dann nämlich auch gesehen. Wo er in seinem Atelier ist, in dem neuen großen schönen …
  • NE. Nene.
  • Wo er dann geplant hat, die Ausstellung.
  • Ja. Nene. Ähm spannend war … das ist ja jetzt schon ein paar Jahre her … Äh ich hab geguckt, wer sind seine äh äh Kunstschüler. Weil äh er ist ja auch MEISTER. Und hat … ich weiß nicht, wie man das nennt, glaube ich … Meisterschüler oder sowas …
  • Könnt i och noch werden!
  • Und ich hab sofort ähm im Internet nach den ihren Arbeiten gesucht. Weil ich wollte schauen…
  • Ja.
  • … inwiefern SEINE Technik sich in IHRER Kunst wiederspiegelt.
  • Gabs da was? [2:20:00]
  • Norbert Bisky Norbert Bisky
  • Ähm. Äh nicht wirklich. Aber wo ich es gefunden habe, war äh äh von … ähm… von Norbert Bisky Norbert Bisky. Norbert Bisky Norbert Bisky in Ausstellung, 2013, Foto Christian Zimmermann norbertbisky-k.jpg
  • Mhm.
  • Er war ja auch äh Meisterschüler von Baselitz . Glaube ich. Und der hat …
  • HA-GE-BE LEIPZIG.
  • Und der hat äh … auch Japaner sind dabei. Und da gibts welche, die eigenartiger Weise ähnliches machen wie äh Norbert Bisky Norbert Bisky.
  • Du kannst jetzt aber nicht sagen, ob das … Sondern es kann ja sein, dass sie gleichzeitig damit angefangen haben. Das passiert in der Kunstgeschichte auch manchmal, dass sie …
  • Sie waren zur selben Zeit …
  • … gleichzeitig …
  • … glaube ich sogar Meisterschüler bei bei Baselitz waren.
  • Okay.
  • Meisterschüler von Baselitz
  • Äh und äh dann hab ich geschaut, ob Baselitz diese spezielle Technik hat. Und habe sie auch nicht wiedergefunden. Und war aber trotzdem beeindruckt, dass scheinbar zwei Musterschüler äh…
  • Meisterschüler.
  • … so … oder Meisterschüler… äh in die ähnliche Richtung gegangen sind. Das hat mich total fasziniert. Ähm und das hab ich bei Gerhard Richter Gerhard Richter auch gesucht. Ähm und ich muss auch sagen, dass ich dann auch äh gesehen äh geguckt habe, was Gerhard Richter Gerhard Richter aktuell macht. Äh zum Beispiel diese kleinen äh farbigen Quadrate, die da aneinandergesetzt sind und sowas … Und ich …
  • Richter-Fenster am Kölner Dom
  • Pixel.
  • … muss sagen … mh?
  • Pixel, die in dem Dom … Richter-Fenster im Südquerhaus (Ausschnitt), Kölner Dom, Foto Raimond Spekking richterpixel-k.jpg
  • Pixel, ja genau.
  • … auch sind.
  • Und ich muss sagen, dass mir… dass mich das weniger berührt hat. Das äh das das ich dachte: Okay. Mach was du willst. Aber wenn du mir einen Gefallen tun willst, mach weiterhin die Rakeltechnik. Bis an dein Lebensende. Mehr musst du nicht mehr machen. Damit begeisterst du mich. [kurze Pause]
  • Okay. Ganz kurz. Wieder Technik, das Material, die Größe war wieder irgendwie ein … Das finde ich schön! Dass wir sozusagen …
  • Das ist mein Zugang, ja.
  • Materialität im Vordergrund
  • Na das ist doch schön! Wir haben jetzt [unverständlich, 2:22:05] Jetzt frage ich dich … äh dass hat jetzt zwar nichts mehr mit dir zu tun, aber was denkst du darüber. Ähm denkst du, dass der Künstler, der das schafft, wie Richter auch, die MATERIALITÄT im Vordergrund sieht? So wie du das jetzt als Besucher siehst? Oder oder kannst du dir vorstellen, der Katalog ist so dick, weil da noch irgendwie tausend andere äh Gedankengänge drinne stehen. Die du als Besucher aber nie mitbekommst. Außer du ließt dir das extra durch. Und denkst du, dass das wichtig ist, das zu wissen, wenn du einen ganz anderen Zugang zu seiner Kunst gefunden hast?
  • Was war jetzt … was ist jetzt die Frage?
  • DAS KLANG SO SCHÖN! Mit Kommas und so!
  • [lacht]
  • Die FRAGE war: Denkst du, dass der Künstler, wie jetzt Gerhard Richter Gerhard Richter, ähm diese Rakelbilder auch NUR macht … jetzt nicht negativ gesehen … nur macht, weil sie so groß, so schön …
  • Um damit Geld zu verdienen?
  • Nein nein! Weil sie so groß, so schön aussehen. Und mehrere Schichten haben. Und das ist ja spannend so mit dem Material zu arbeiten. Oder kannst du dir vorstellen, wie bei dem Uecker … da kannst du mir gleich noch einmal sagen, was du gehört hast … äh ähm … ob es da noch eine andere Intention Intention gab. Also eine etwas äh etwas etwas AUSZUDRÜCKEN. Weil bei Uecker weiß ich, das war irgendwie nach dem Krieg oder so. Der hatte irgendwas erlebt und … Oder sowas. Und und … Oder bei Beuys Joseph Beuys. Das mit dem Fett und und äh mit dem äh äh und mit dem Filz. Wo er da mal selbst irgendwie Soldat war und es kalt war und er musste sich … Weißt du? Da gibts ja so Geschichten darüber.
  • Ja.
  • Denkst du, das gibt es bei solchen Bildern auch? Interessiert dich das überhaupt? Oder oder reicht dir dein eigener Zugang?
  • Rakeltechnik
  • Also ich … aus den Videos von von Gerhard Richter Gerhard Richter weiß ich, dass er lange gesucht hat. Äh nach einer Technik, äh die … mit der er sich anfreunden kann. Und dass er sich immer noch auf der Suche befindet. Also er experimentiert viel.
  • Ja. Aber aber was sucht der da.
  • Äh.
  • Was.
  • Ähm.
  • Das weiß ich jetzt nicht.
  • Genau. Ähm. Ich weiß, dass er ähm gerade bei den Rakelbildern, dass er sie auch als sehr körperlich empfindet. Er muss da auf eine Leiter steigen.
  • Mhm.
  • Er äh zieht, was sehr profan aus sieht, zieht Farbe über die Leinwand. Äh man muss erst einmal darauf kommen, nicht mehr traditionell den Pinsel zu nehmen, sondern auf einmal ähm eine Schiene zu nehmen, die man bestreicht und ganz glatt über über eine Leinwand zieht. Das ist etwas untypisches. Ja? Also ähm also ich weiß, dass es Spachteltechnik gibt.
  • Mhm.
  • Aber Rakeltechnik ist für mich mehr als einfach nur Spachteltechnik. Ähm.
  • Es gibt aber auch andere Beispiele, wo Künstler anders… nicht mit dem Pinsel, sondern dass dann die Farbe geschmissen haben oder es gibt…
  • Ja. Aber er hat das eben… also ich… also gerade Spachtel. Spachtel sind für mich immer ein bisschen kleiner. Ja?
  • Mhm.
  • Also maximal so dreißig Zentimeter.
  • Aus dem Baumarkt meinst du jetzt. LUX Spachtel rostfrei, 5.79 EUR, Obi spachtel-k.jpg
  • Ja so Baumarktspachtel sind mir bekannt. Aber er schafft ja … hat ja ein neues Werkzeug geschaffen, was so groß wie seine Leinwand ist. Also teilweise über drei Meter.
  • Das ist doch bloß eine Leiste. Oder nicht?
  • Ja aber das muss man erst einmal schaffen! Diesen Sprung vom Pinsel hin zum Spachtel. Die Spachteltechnik gabs ja schon.
  • Ja.
  • Aber von der Spachteltas… äh Spachteltechnik WEG, hin zu dieser drei Meter langen Schiene, die dann auch mit Öl zu bestreichen. Öl hat ja… Öl ist ja ein ganz fantastisches Werkstoff an dieser Stelle. Weil es sich so leicht verarbeiten lässt. Und und so langsam trocknet. Ja?
  • Mhm.
  • Also nicht jedes Material ist geeignet für diese Technik.
  • Acrylfarbe würde zu schnell trocknen drauf.
  • Ja. Und natürlich auch, man muss gucken, wie schnell die Farben durchtrocknen. Ja? Also damit man dann das selbe Ergebnis produziert. Und da hat er auch glaube ich ganz lange experimentiert. Das heißt er hat eigentlich auch für mich vielleicht ein neues Handwerkszeug in dem Moment Moment gefunden. Und äh hat dann gemerkt: Das passt zu mir. Dann… in dem Video konnte ich beobachten, dass er nicht jeden Tag das selbe macht. Sondern es kommt auf seine Verfassung an. Und äh wenn er da jetzt eine Farbe drübergezogen hat, nimmt er sich die Zeit … er nimmt sich die Ruhe… er sucht den Abstand… und überlegt: Gefällt ihm das. Passt das zu ihm. [2:25:51]