[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Tate Modern
Tate Modern
Balloon Dog, Jeff Koons, 1994-2000
Balloon Dog, Jeff Koons, 1994-2000
Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube
Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube
Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons
Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons
Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons
Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons
Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons
Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons
Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Allerdings leider erst dann. [hustet]
  • Also das heißt, du willst dir davor keine Sachen durchlesen oder ähm…
  • Nein, so generell würde ich es nicht sagen. Ich würds nicht ausschließen.
  • Ja klar, aber…
  • Aber…
  • … dich interessiert danach eher, dass wenn wenn wenn du über das … Handwerk Handwerk einen Zugang gefunden hast.
  • Tate London
  • Also ich kann dir noch ein zweites Beispiel geben. Ich war mal in Paris. Auch wieder in dem… Oder war das in London? Da war eine Ausstellung…
  • Du brauchst echt eine Jahreskarte. [beide lachen]
  • Ich ich glaube es war in London. Und zwar…
  • TATE. Meinst du.
  • Äh. Ich weiß nicht, ob es ähm in der … JA, es kann sein, dass ich sogar … dass es in der Tate-Galerie…
  • Da war ich [geht nah ans Mikrofon] dieses Jahr übrigens. Tate Modern tate-k.jpg
  • Pass auf.
  • Ein GROSSER Streit mit Christian.
  • Jedes Kind … äh… Jedes Kind hat schon einmal ein Luftbalon äh ähm zu einem Tier gebastelt bekommen.
  • Okay.
  • Und äh dort war eine Ausstellung…
  • KENNE ICH DOCH.
  • … mit großen…
  • Jeff Koons Jeff Koons
  • Das ist Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff Koons Jeff Koons. Ich vermute auch, dass das Jeff Koon ist. Ja. [Tippgeräusche]
  • Dann war der andere [im Gespräch davor] aber jemand anderes! [beide lachen]
  • Aber okay. Den kenne … das ist super. Okay.
  • Das ganze war dann eben halt äh…
  • Mach auf. Mensch. Ich will das noch einmal sehen!
  • Ja. Ganz kurz. Ähm also … also übergroße Figuren.
  • Ja. Ja. Und ganz krell.
  • Immer glänzend.
  • Ja.
  • Äh. Krelle Farben.
  • Ja.
  • Erste Frage: Material
  • Aber die selben Figuren. So und äh… Es hatte meine Aufmerksamkeit erregt, weil ich hatte äh äh ähm … Also es hat mich in dem Moment Moment erst einmal interessiert, weil ich dachte: Mit welchem Material hat er gearbeitet.
  • Super. Okay.
  • Es war so krass.
  • Was war das denn. Stahl oder so. Ne? Blech oder so? Was…
  • Ne.
  • … aufgeblasen wird? Und dann…
  • Ich… kann es dir jetzt gar nicht mal genau sagen. Ähm. Aber es muss leichter sein. Als ähm als…
  • Meine ich ja. Das ist eine ganz dünne Schicht halt. Die dann ausgedehnt…
  • Ja.
  • … wird durch… durch Luft reinpressen. Balloon Dog, Jeff Koons Jeff Koons, 1994-2000 dog-k.jpg
  • Was interessiert mich ein als Luftballon äh geknoteter Hund. Ja?
  • Ja.
  • Das interessiert mich überhaupt nicht. Und würde ich vielleicht auch nicht soviel künstlerisches darin äh erkennen. Ja?
  • Was meinst du mit künstlerisch? Warum ist ein Hund, der größer gemacht ist im Ballon, künstlerischer als ein kleiner?
  • Mhm.
  • Weil es künstlicherer, ungewöhnlicher ausschaut? Weil man es nicht auf der Straße begegnen würde?
  • Alltägliche in Kunst transformiert
  • Vielleicht wieder, weil das eine ist das alltägliche.
  • Genau. Was manche sich auch auf der Straße… Ja.
  • Ähm. Wie das Urinal das alltägliche. Oder eben der geknotete Hund auf einer Geburtstagsparty, wie das alltäglich ist. Anleitung Ballon-Hund knoten, Wolf Weidner, YouTube dog2-k.jpg Und das andere ist wieder dieses bewusste Gestalten. Dieses bewusste Schaffen von etwas Großem. Ähm. Vielleicht mit einem besonderen Material. Ähm.
  • Okay.
  • Mhm. Der Spiegel des Alltäglichen. Auf einmal auch wieder in so einen Raum gebracht. Gazing Ball (Farnese Hercules), 2013, Jeff Koons Jeff Koons kugel1-k.jpg Gazing Ball (Spranger Hercules, Deianira and Centaur Nessus), 2015, Jeff Koons Jeff Koons kugel2-k.jpg
  • Ein bisschen widersprechen tust du dich aber trotzdem. Weil du beim Urinal nämlich gesagt hast, da würde es dir sogar gefallen… vielleicht… wenn da der Alltag mit drinne sein würde. Urin. Oder selbst wenn es bloß gemalt ist. Bei dem Luftballon sagst du jetzt, dir reicht die normale Größe nicht aus. Sondern du brauchst ein ganz übergroßes Ding.
  • Nein. Vielleicht auch wenn es kleiner wäre. Nein nein. Das wollte ich damit nicht sagen. Ich sage nur: Das eine ist das alltägliche. Und ich sehe in dem alltäglichen weniger das künstlerische. Weniger…
  • Ja.
  • … den Aspekt Kunst.
  • Ja.
  • Ähm. Wenn jetzt aber jemand bewusst das Ganze aus dem Alltag herausnimmt…
  • Ja.
  • M.C. Escher M.C. Escher
  • … in einem anderen Raum zeigt. Vielleicht in einer anderen Größe. Vielleicht in einer anderen Materialität. Vielleicht in einem anderen Kontext. Dann gewinnt auch DAS für mich eine andere Bedeutung. Mhm. Zum Beispiel ähm … dieser Wasserhahn gezeichnet. Äh ähm wo Wasser läuft. Aber kein Zugangsrohr vorhanden ist. Jeder kennt ja irgendwie dieses Bild …
  • Von Maigret?
  • Äh. Also es gibt die…
  • Von Rene Maigret?
  • Es gibt sogar diese Installation dazu.
  • Okay.
  • Und es gibt auch Bilder dazu. Ja?
  • Sind das die grafischen Bilder? Sind das grafische? Dann ist das von ähm…
  • Das kann ich nicht… Das weiß ich nicht. Also also auf jeden Fall einmal gezeichnet. Der Wasserhahn, wo Wasser läuft aber kein Zugang ist. Ähm und das andere eben die Installation. Wo man sich fragt: Wieso läuft da permanent Wasser, obwohl ich gar nicht sehe, wo das Wasser herkommt. Also die Leitung…
  • Hast du da noch mehr Informationen. Oder gar nicht, jetze?
  • Ne. Das sind einfach nur Dinge, die …
  • … Dir noch einfallen.
  • So. Wen sollte ich jetzt finden [Google]? [2:06:00]
  • ESCHER wäre mir jetzt noch eingefallen. Der doch mit so optischen Täuschungen gearbeitet hat. Und wo dann…
  • Möglich. Ja. Aber wen sollte ich jetzt googeln? Mit den Knottieren?
  • ÄHM. Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff… ich glaube, das war Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff Koons Jeff Koons und der Kunstmarkt
  • Das ist nämlich der, der im Kunstmarkt… Der hat als Thema glaube ich dieses Geldding. Weißt du?
  • Ja. [beide gleichzeitig]
  • Jeff Koons Jeff Koons.
  • Jeff Koons Jeff Koons. Genau.
  • Koons Jeff Koons. Mit Doppel-O.
  • Genau. GENAU. Das ist der. GENAU das ist der.
  • Aber …
  • Diese Ausstellung …
  • … du siehst doch schon an seinem Grinsen… das ist… das ist ein Saleman.
  • Ja.
  • So jemand, der da wirklich ähm…
  • Und was da wirklich ganz geil ist: DAS habe ich selber gesehen. Hier.
  • Na öffne mal.
  • Michael Jackson mit dem äh… komplett in Gold. Mit dem Affen. Michael Jackson and Bubbles, Keramik, 1988, Jeff Koons Jeff Koons mjackson-k.jpg
  • Wo hast du das gesehen?
  • Äh. Ich glaube, das war in…
  • [sieht etwas auf der Website] Da war ich. In der Beyeler Foundation.
  • Ähm das war …
  • Da hatte ich auch einen Streit mit Christian gehabt.
  • Das war glaube ich auch in Paris. [kurze Pause]
  • Aber weißt du…
  • Aus Keramik.
  • … jetzt noch, was du da… Also du erinnerst dich jetzt daran. Das heißt, es hat schon einmal eine interessante… Also für dich eine Materialität oder so gehabt, die das im Gedächtnis liegen blieben ließ. Ne?
  • Also das das war einfach so verrückt. Das man sich IMMER wieder daran äh erinnert. Dass man das schon einmal gesehen hat. Ja.
  • Emotionalität kein Grund
  • Aber du gehst jetzt wieder halt von dem äh Erinnern aufgrund der … des Handwerks … der Materialität ähm aus. Und nicht ähm aufgrund etwas, was es in dir bewegt hat. Weißt du? Was … was es ausgelöst hat.
  • Naja. Das ich mich überhaupt daran erinnere, dass dass ist natürlich ein Zusammenspiel aus vielen Dingen.
  • Ja. JAJA. Aber das wäre aber trotzdem auch bei den anderen Sachen… Bei Uecker und so. Gab es etwas, was in dir drinne war, also was es ausgelöst… also was… was etwas auslöste bei dir. Hast du Tränen bekommen? Hast du ein…
  • Nein.
  • … Zittern bekommen? Oder so?
  • Gar nicht. Also als ich das Bild gesehen hab, hatte ich null Emotionalität. Null.
  • Okay.
  • Äh äh das das jetzt aus Keramik ist, dass hat mich damals auch wenig interessiert. Weil ich fands zu kitschig.
  • Okay. [2:07:50]
  • Äh. Ich habe jetzt gerade gelesen, dass es Keramik ist.
  • Also. Gefühl. Emotionen wäre für dich jetzt nicht etwas, was … was ein Faktor wäre für: Das ist gute Kunst. Oder so?
  • Ähm.
  • Weil dann würdest du ja nicht gute Kunst sehen.
  • In dem Moment Moment ist es nichts, was mich wirklich ähm … was ich mir noch ein zweites Mal hätte angucken wollen.
  • Aber du hast dich daran erinnert. Das heißt, da… sein Marketing hat funktioniert. Anscheinend.
  • Ich erinnere mich an vieles in meinem Leben. [lacht]
  • Naja. Aber jetzt im Gespräch äh erwähnst du ja…
  • Ja.
  • … ein paar Sachen, die dir einfallen.
  • Also das ist mir gerade eingefallen, weil … weil wir ja Jeff Koons Jeff Koons geöffnet haben. Und weils über Google äh über die Bildgalerie … war ja sofort verknüpft.
  • Ja.
  • Ne?
  • Dann geh aber noch einmal zu äh zu zu diesem Knotendings.
  • Ach hier. Schau mal.
  • Dem Ballonding.
  • Das ist auch…
  • Ja. Das war der selbe. Genau.
  • Das hängt zusammen, ja.
  • Aber dann geh jetzt noch einmal zu diesem Knotending.
  • Ja.
  • Weil das… finde ich jetzt halt interessant. Du hast einen SO offenen Kunstbegriff. Den ICH gar nicht habe. Den viele gerne hätten würden wollen. Mach mal groß. Irgendwie.
  • Ah. Es geht leider nicht größer.
  • Achso. Na doch. Du kannst doch rannzoomen. Es geht nur darum, dass wir ein großes Bild haben. Da haben wir eines. Okay. Ähm. Du hast es gesehen. Ne?
  • Ja.
  • So ungefähr.
  • Live. Genau.
  • Ähm… Du hast gesagt, die Materialität hat dich an… angesprungen. Deshalb …
  • Ja.
  • … fandest du es gut.
  • Also hier… was hier natürlich auch wieder ist…
  • Spiegelung.
  • Große Skulpturen und große Gemälde
  • Ich glaube man ähm … man kann mich scheinbar sehr schnell locken. Alleine mit Größe.
  • Mhm. Und Farbe.
  • Das… Das ist… Farbe weniger. Sondern … Mit GRÖSSE kann man sich … kann man mich locken. GROSSE Leinwände. Gerhard Richter Gerhard Richter. Bin ich sofort da.
  • Der… der fährt bestimmt mal…
  • Großes…
  • … ein Audi oder so.
  • [lacht] Großes äh… äh… hier eben auch [Google Suchergebnis]. Ähm.
  • Aber ist das WIRKLICH … Ist das wirklich ein schönes ähm ein schöner Zugang zu Kunst? Wenn du sagst ähm, die die Größe kann mich locken? Das Material kann mich locken? Das Handwerk Handwerk kann mich locken? Kann das das Einzige sein? Was halt gute Kunst für… also was Kunst machen sollte?
  • Ich habe nie…
  • Also handwerklich kann man ja ganz ganz viel machen.
  • Ich habe nie gesagt, dass … dass äh äh äh ähm … dass… dass… der Zugang, den ich habe zu diesen Gegenständen… zu diesen Werken… Dass ich daraus auch ableite, was gut und was schlecht ist. Also das kleine Gegenstände jetzt NIE gute Kunst sein können. Weil sie einfach diese Größe nicht haben.
  • Mhm. [2:10:05]
  • Das… das kann ich nicht … Das stimmt auch nicht.
  • Ne.
  • Kunst = subjektiv
  • Das würde ich NIE ableiten.
  • Das hab ich jetzt auch gar nicht so extrem gemeint.
  • Ja. Und ähm… Was ist gute und was ist schlechte Kunst.
  • Ja.
  • Also das liegt ja wirklich äh äh …
  • Das ist jetzt subjektiv.
  • … im Auge des Betrachters.
  • Ich meine, schon was…
  • Das ist extrem subjektiv.
  • … KUNST ist, ist subjektiv. Aber aber aber…
  • Aber ist es mir gefällig, oder… was nicht. Ne?
  • Genau. Aber da man das ja nicht klären kann, sagt man…
  • Ja.
  • … äh fragt man glaube ich eher, was ist denn gute Kunst. So. Und da kann man dann halt… NE. Bei guter Kunst da kannst du wieder objektiver rangehen. Deshalb fragen nämlich Kunsthistoriker und so weiter nach GUTER Kunst. Ich habe Bücher davon. Da gehts dann nämlich darum, wie die aufschlüsseln, warum ist das jetzt gute Kunst. Also technisch und… so weiter und so fort. Weißt du? Was … was macht das Bild…
  • Mhm.
  • … besonders gegenüber anderen Sachen. So. Das lese ich mir…
  • Mhm.
  • … auch noch einmal durch. Das ist ja ein gutes Ding. Ähm. Dich würde ich deshalb eher nicht fragen, was gute Kunst ist, sondern was dich halt berührt. Darum gehts ja. Was … NA… Oder berührt … dich berührts halt vom Material her. Das ist doch auch okay. Oder?
  • Mhm. Das Material selber berührt mich nicht.
  • NE. Aber die Größe. So.
  • Ähm.
  • Und die Größe ist doch etwas… ist ist… das Objekt.
  • Assoziationen aufgrund Größe
  • Das das das… ruft bei mir auf jeden Fall genau Assoziationen hervor. Gefühle hervor. Aufgrund der schieren Größe. Genau.
  • Okay.
  • Immer dieses Übermächte. Dieses äh nicht alltägliche. Äh äh… Dieses ähm… ja wie mit Lupe auf etwas heraufschauen. Ja?
  • Ja.
  • Also normalerweise wären das ja nur ganz kleine äh äh Knotentiere. Und auf einmal sind sie größer als ich selbst. Also auf einmal ändert sich auch der Spiegel. Man stelle sich mal vor, es wird äh in der Größe eine… Ameise abgebildet.
  • Mhm.
  • Da ist das Größenverhältnis aber umgekehrt. Ich bin geschrumpft. Die Ameise ist äh vergrößert.
  • Mhm.
  • Äh und auf einmal sehe ich ihre Werkzeuge, dieses Tiers, auf einmal extrem bedrohlich.
  • Mhm.
  • Obwohl ich umgekehrt war ich für sie bedrohlich.
  • Mhm.
  • Ähm. Und jetzt ist auf einmal ähm verkehrte Welt. Und äh alleine das schon macht mich neugierig. Ähm… weil es … weil es in mir Emotionen, Gefühle weckt. Die ich vorher nicht hatte. Ja.
  • Jeff Koons Jeff Koons = Geschäftsmodell?
  • Bei dem Jeff Koons Jeff Koons, glaube ich, vereinen sich einige Sachen. Die bei dir immer zu Tage kommen. Und zwar einmal Kunst ist gleich Geschäftsmodell.
  • Mhm.
  • Ist bei dem so.
  • Ja.
  • So wie ich den mitbekommen habe.
  • Ja. Er kleidet sich auch so. Ne?
  • Das meine ich ja. Wie… wie ein…
  • Er kleidet sich…
  • … Salesman. Und und und es geht wirklich um Geld.
  • … sehr erfolgreich.
  • Ja.
  • Und äh… Ja.
  • Ähm. Ausgangspunkt für Künstler hast du Begabung oder äh oder Können / Handwerk Handwerk genannt. Ist bei ihm… Also HANDWERK …
  • DAS MUSS MAN ERST EINMAL KÖNNEN!
  • Der Künstler arbeitet selber nicht mehr
  • Nein nein nein. Stopp. Er selber macht das nicht. Das sind alles Auftragsdinger. Der hat glaube ich seine ganze Gilde oder wie das heißt…
  • Das wusste ich gar nicht.
  • … um sich herum.
  • Das wusste ich nicht.
  • Das macht der wirklich nicht selbst.
  • Idee ist entscheidend
  • Aber es reicht ja die Idee. Das reicht ja schon aus.
  • DAS wäre jetzt das nächste gewesen. Gehört zu dir Handwerk Handwerk auch…
  • Ja.
  • … die Idee dazu?
  • Natürlich.
  • Oder ne… Begabung. Oder…
  • Begabung. Können. Und ich habe nie Handwerk Handwerk gesagt. Ich habe … ich hab gesagt Begabung und Können. Und das KÖNNEN ist ein Handwerk Handwerk. So. Aber er zum Beispiel KANN gute Ideen entwickeln. Er hat vielleicht etwas gesehen, was sich umsetzen lässt. Vielleicht hat er sogar Gegengecheckt, ob das marktfähig ist.
  • Na da kommst du zu Kunst ist gleich Geschäftsmodell. Das ist dein Ding. [kurze Pause]
  • Der stört mich übrigens. Ich glaube, den stören aber viele.
  • [lacht]
  • Aber … Aber er treibt es auf die Spitze! Das ist wieder cool. Weißt du? Der der der…
  • Mich hat er begeistert.
  • JA. Aber er treibts auf die Spitze. Deshalb finde ichs wieder gut.
  • Ja.
  • Also er spielt glaube ich genau damit sozusagen…
  • Mhm.
  • … wie wie macht man ein Image auf.
  • Mhm.
  • Und wie verdient man damit Millionen.
  • Ja.
  • Und und und am Ende gibts doch einen Spiegel. Also Leute kaufen sowas für Millionen oder so und äh … Da kann man sich dann schon fragen: Hallo, was ist das für ein System? Er macht zwar mit. Und er nutzt es aus. Aber gleichzeitig fragt… werden dann solche Fragen da gestellt.
  • Ja.
  • So.
  • Ja. [kurze Pause] [2:13:45]
  • Also er machts nicht selber. Das weiß ich. Er hat aber die Idee. Okay. Aber das ist übrigens… Übrigens ist das auch bei bei … diesem Pissoir so.
  • Ja.
  • Am Ende hat er es ja nicht selbst gemacht. Er hat lediglich seine… seine Signatur gegeben. Und er hatte die Idee dazu, das auszustellen. Oder in einem Salon sozusagen äh ähm einzureichen. Es wurde übrigens abgelehnt. Am Anfang. Von denen. Das war Neunzehnhundertundachtzehn. Oder was da stand. Ne?
  • Mhm.
  • So. Und wurde erst …
  • Neunzehnhundertsiebzehn.
  • Neunzehnhundertsiebzehn. Und wurde erst nachträglich, nachdem er äh äh bekannter wurde… Der hatte mehrere solcher Ready-mades gemacht. Also auch so Objekte, die aus dem Alltag sind. Und hat die in den Kunstraum reingestellt.
  • Ja.
  • Ähm. Und wurde erst nachträglich dann nach dem Krieg eigentlich äh äh äh wieder rausgeholt. Weil er bereits viele viele Jahre davor das macht hatte, was die nach dem Krieg gemacht hatten. Und zwar Objekte, die aus dem Alltag… kommen halt in den Kunstraum.
  • Das hatte ich vorhin auch versucht zu erklären. Dass halt der Kunstbegriff dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist.
  • Neues wird abgelehnt, aber wichtig für Fortschreiten
  • GLEICHZEITIG… Jetzt sind wir aber bei einer spannenden Sache! Auch wegen der neuen Musik vorhin. So ähm ähm, wo wir … ich jetzt auch nicht verstehe, warum wird die äh gefördert und gespielt, wenns ganz ganz wenige sich nur angucken. Die Sääle manchmal leer sind.
  • Ja.
  • DAS sind doch genau die Sachen, die eigentlich am ENDE äh ähm … INPUTS sind für NEUES. Nur DADURCH kann Neues entstehen! Das heißt ähm … dieses dieses Zeug hier… das gabs schon! Aber er hats noch einmal gemacht. Und er hat wirklich etwas Neues kreiert. Bei dem wurde es jetzt sofort ähm akzeptiert. Anscheinend. Aber bei … aber aber aber… bei diesem Pissoir wars am Anfang abgelehnt worden. Das hat doch äh das hat die Kunstwelt danach verändert. [kurze Pause] Hat es.
  • Mhm.
  • Van Gogh
  • UND. Oder nimm… äh… WÄHÄHÄHÄH [unverständlich] … Van Gogh nicht. DOCH. Van Gogh. Der wurde abgelehnt mit seinem Zeug, was er damals gemacht hat. Der war arm. Und hat…
  • Ja.
  • … sich zurückgezogen. Und DANACH war das erst was.
  • Ja.
  • Das heißt, es wurde Neues geschaffen, was DAMALS noch abgelehnt wurde, aber später dann halt RIESENGROSSE Kunst war. So. [2:15:30]