[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Vor dem Auftreten, 1879, Pastell auf Papier, Edgar Degas, aus Die Geschichte der Kunst von E.H. Gombrich, Notiz vom 15.4.2016
Vor dem Auftreten, 1879, Pastell auf Papier, Edgar Degas, aus Die Geschichte der Kunst von E.H. Gombrich, Notiz vom 15.4.2016
Portrait de Marie-Thérèse, 1937, Pablo Picasso © Succession Picasso
Portrait de Marie-Thérèse, 1937, Pablo Picasso © Succession Picasso
HGB Rundgang 2017 umsetzen 10:30-13:30 im Büro der Galerie Flächen im Erdgeschoss für Rundgang reservieren beide Flächen von 2015 reserviert umsetzen E-Mail an HGB-Galerie mit Daten zu Arbeiten, damit sie in Rundgang-Aushang erscheinen Herme Einzelgespräch Bachmann Holz muss noch besäumt werden (Borke muss ab) ca. 9cm dicke Bretter Mo oder Di zu Alberti Wolfgang Alberti, vlt. ab 13:00 (ab 10:00 Mo Transport Holz mit Bachmann) Gummiklüpfel bestellen, evtl. umtauschen Natura-Gips verwenden, bzw. Bachmann gibt mir noch Gips am Freitag Büste weiter glätten, Löcher füllen vor Fräsen: Nasenlöcher, Ohren, Augenbereich schließen Aufteilung: (1) Schultern komplett ab (2 Teile) (2) Rest an Mitte teilen (2 Teile) (3) Ohren ab, später hinzufügen) 5-8mm auf allen Seiten zusätzlich drauflassen Maße am Freitag abnehmen Einzelgespräch Alberti Wolfgang Alberti am Mo mit Holz vorbeikommen wir arbeiten ohne festen Terminen, zwischendurch Leimen wird über einige Tage gehen Einzelgespräch Ohme Blender Vertex = Eckpunkt Vertex löschen: EditModus -> Vertex-Ansicht Strg + Umschalt + Alt + M = zeigt alle Problemstellen an im Vertex-Modus: Alt+rechte Maustaste = versucht Kante weiterzugehen danach mit F Fläche schließen Lineal: Measurett auswählen 2 Vertex anklicken und "Segment" auswählen zeigt Abstand an N: öffnet numerischen Toolkasten T: Tools Meter-Einheit als Zentimeter nutzen, später umrechnen Werkstatt AV-Labor zwischendurch Kati wegen Schlüssel AV-Labor für Wochenend-Arbeiten angefragt am 6.1. abends plotten bis 15 Uhr anrufen bzw. in ihrem Büro vorbeikommen und Schlüssel abholen 13.+14.1. Ganzkörperporträt, mit neuen Tuschestiften 20.+21.1. auch noch möglich Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • Ägyptische Kunst vs. Picasso Pablo Picasso
  • Ich stelle mal dem ägyptischen Bild jetze von Picasso Pablo Picasso was äh entgegen hier.
  • [räuspert sich]
  • Wir nehmen jetzt… Ich hab jetzt mal…
  • Ja ne. Das kannste… Das kann man nicht…
  • DOCH. Das kann man.
  • Also…
  • Denn ich … Also was ich gelernt habe, ist, dass viele Künstler damals um diese Zeit halt…
  • Mhm.
  • Japanische Zeichnungen und Afrikanische Kunst
  • … von äh äh von japanischen Zeichnungen viel übernommen haben und von Afrikanern viel übernommen haben. Also auch diese Masken und so weiter.
  • Mhm.
  • Die… die haben die sozusagen als Vorbild teilweise genommen für ihre eigene Arbeit. Als Ins…
  • Die Japaner
  • …piration. Na diese Zeichnungen. Diese äh Tuschezeichnungen.
  • Mhm.
  • Weil… weil da war das besondere, dass … was wir ja auf diesem Feld gesehen hatten, mit diesen Leserinnen… oder wie das heißt…
  • Ja. Ja. Ehrenleserinnen.
  • Genau. Wo ich gesagt hatte, äh ganz links und ganz rechts äh ähm ist die Landschaft ganz äh also flach. Äh da ist nichts…
  • Abgeschnitten. F … abgeschnitten. Da ist kein…
  • Mhm. F … Haus oder sowas abgeschnitten. Und keine Weinleserin. Die abgeschnitten ist. So.
  • Mhm.
  • Äh also das ist ganz ganz harmonisch. Im Mittelpunkt. Und an der Seite…
  • Ja.
  • … geht es langsam raus. Und bei den japanischen äh Zeichnungen, die die haben zum Beispiel vieles angeschnitten einfach.
  • Mhm.
  • Am Rand. Und das war was ganz…
  • Da habe ich noch keine gesehen.
  • Nene.
  • Ich weiß nicht.
  • Und das war aber was ganz komisches für diese europäische Wahrnehmung. Dass überhaupt in einem Bild am äh Rand etwas angeschnitten werden kann.
  • Achso.
  • Das passt einfach nicht rein. Und viele Künstler damals eben … zu dieser Umbruchszeit … die haben sich das aber als Vorbild genommen. Und haben plötzlich selbst Sachen angeschnitten.
  • Hast du da nachher mal ein Beispiel?
  • Ja. Ich…
  • Lass uns erst einmal den Picass…
  • Ja okay.
  • Picasso Pablo Picasso.
  • Da gibts dann zum Beispiel nen Bild, was … aus dem Buch… wo halt äh ähm äh Mädchen tanzen. Und… Vor dem Auftreten, 1879, Pastell auf Papier, Edgar Degas, aus Die Geschichte der Kunst von E.H. Gombrich, Notiz vom 15.4.2016 degas-k.jpg
  • Ja.
  • … äh und und dieser Künstler um diese Zeit hat halt die Mädchen halt angeschnitten. Ganz ganz komisch. Am Bein.
  • Achso.
  • Am am Kopf. Und und das ist eben nicht mehr dieses harmonische. Was du auch meinst, ne?
  • Ja.
  • So. Sondern… aber aber die haben… die haben es nicht erfunden. Sondern die habens halt von…
  • [nicht verständlich, 1:04:45]
  • … hunderten von Jahren äh äh in anderen Gegenden, wo das bereits ganz ganz normal war, haben die das übernommen.
  • Mhm.
  • Für UNS war das komisch. Und was du jetze über über Ägypten gesagt hattest…
  • Ja.
  • … da gibt das… da war das halt normal, dass das im endeffekt so gemacht wurde. Und in … die europäische Sicht … hier klappt das halt nicht so.
  • Mhm.
  • Und und und die Künstler aus Europa haben aber genau DIE als Vorbild mitgenommen. Für ihre eigenen Arbeiten. Dann.
  • Aha.
  • Also die haben das übernommen.
  • Auch Ägyptische? Naja. Lass mal den Picasso Pablo Picasso hier… [lacht]
  • Genau. Ich zeig dir den jetzt halt.
  • Ja.
  • Komische Bilder von Picasso Pablo Picasso
  • Weil… weil du das mit dieser Frontalsicht oder…
  • Ja.
  • … das mit der Seitensicht da…
  • Ja.
  • … gesagt hattest.
  • Ja. Ja. Also ich weiß, wie berühmt der Picasso Pablo Picasso ist. Und das der unerschwinglich ist. Und ähm… ja. Der hat aber äh die Natur würde ich sagen total verunklimpft. Verhonepipelt. Ah. Manchmal hat er ja ne Brust auf die Stirn gemacht. Und das Auge auf die Brust. Oder was …
  • Mhm.
  • Entartete Kunst
  • … weiß ich. Also … mhm… das ist für MICH total entartet. Adolf…
  • Okay.
  • Ich lese… ich lese zur Zeit äh Mein Kampf.
  • Ja.
  • Und ich weiß nicht, ob Adolf Hitler sich mit Picasso Pablo Picasso beschäftigt hat.
  • Ich denke mal.
  • Ich könnte mir vorstellen, er hätte dazu gesagt, das ist entartete Kunst. Und da muss ich dem Hitler Recht geben.
  • Was heißt denn entartet jetze. Ich hab mich da jetzt noch gar nicht so richtig informiert.
  • Also äh…
  • Was steht denn da im Buch.
  • Ich empfinde entartete Kunst, wie das … das ist eben…
  • Mhm.
  • … überhaupt gar keine Natur mehr.
  • Was heißt denn entartet. Ent… also außerhalb der… Ent. Artet.
  • Mhm.
  • So als Wort. Meine ich jetzt.
  • Äh. Naja. Du hast eine Art. Mensch.
  • Okay.
  • Ja. Wo die Augen hier im Gesicht…
  • Ah okay.
  • … sind und nicht auf der Brust.
  • Okay.
  • Die Brust nicht auf der Stirn ist.
  • Okay.
  • Oder [räuspert sich] das ist…
  • Oder die Nase nicht seitlich gezeigt wird, …
  • Ja.
  • … die Augen nach vorne äh gerichtet sind.
  • Ja.
  • Oder irgendwie.
  • Also das ist… ja. Also das würde ich als entartete Kunst bezeichnen.
  • Mhm.
  • Und… und richtig hässlich. Ich weiß, dass ich jetzt in ein ganz schlimmes Fettnäpchen trete.
  • Ne. Nein. Wieso…
  • [lacht]
  • Du hast es ja schon einmal erwähnt. Und ich finde es ja gut. Ich meine, deshalb rede ich ja mit dir darüber.
  • Ja.
  • Da spricht ja jetzt nichts dagegen äh so so ein Wort zu nehmen. Ich denke mal du du hättest den jetzt äh außer Landes geschafft. Als du…
  • Ne ich hätte … Ich weiß, wie teuer der ist. Und das sich das gar keiner oder nur wenige leisten können.
  • Ja.
  • Ich weiß es. Aber trotzdem ist es für mich… ja… entartete Kunst.
  • Ja.
  • Eben, nicht?
  • Ja ich finde aber… Ich finds spannend, dass…
  • Lustig und kreativ, aber nicht schön
  • Na gut. Man kann es als lustig empfinden.
  • Ja.
  • Oder interessant. Oder kreativ.
  • Ja.
  • Ja?
  • Okay.
  • Aber äh … nicht als schön.
  • Okay.
  • Also lustig, kreativ, äh … was weiß ich. In der Richtung.
  • Mhm.
  • Aber äh nicht nicht schön. Das ist aber nicht hässlich.
  • Okay. Aber aber kannst du dir denn auch vorstellen, dass so ein Bildnis einer Frau äh ähm etwas ausdrücken sollte wie bei Van Gogh? Das er… das er … das er diese Wellen und diese Striche genommen hat. Oder bei dem Schrei. Wo der das auch in dieser Wellenform…
  • Na der hat sich bestimmt irgendwas vorgestellt. Der Picasso Pablo Picasso… Aber… man kommt nicht so richtig dahinter.
  • Mhm.
  • Was er sich vorgestellt hat.
  • Okay.
  • Wir sehen die ägyptische Malerei hier [zeigt auf den Bildschirm].
  • Ja.
  • Die ist von der Seite gemacht. Und da war ja auch diese äh äh dieses Ding. Die wollten Füße zum Beispiel nicht von vorne zeigen. Weil man von vorne…
  • Ja.
  • … die Füße nicht so erkennt, wie seitlich.
  • Ja.
  • Wir erkennen hier ja richtig Füße.
  • Ja genau.
  • Das selbe ist mit dem …
  • Gesicht.
  • … Gesicht halt.
  • Kopf.
  • Du siehst die Nase richtig. Die Augen sind ja häufig nach vorne, wie…
  • Ja.
  • … wir hier sehen.
  • Ja der Körper ist von vorne.
  • Genau. Und und und das Auge eben. Ne?
  • Ja.
  • Weil wir natürlich das Auge von vorne viel viel schneller sehen. Und so weiter.
  • Ja.
  • Und im Endeffekt genau das selbe hat doch Picasso Pablo Picasso hier gemacht. Er hat die Augen von vorne gemacht. Die Seite hat er von der äh äh … Die Nase hat er von der Seite gemacht, … Portrait de Marie-Thérèse, 1937, Pablo Picasso Pablo Picasso © Succession Picasso Pablo Picasso bildnis-k.jpg
  • Ja aber nicht nur einerlei! Während äh an den ägyptischen Bildern nur einerlei zu sehen ist. Also das… der seitliche Kopf.
  • Ja.
  • Und äh der frontale äh…
  • Brust. Genau.
  • … Körper. Und während Picasso Pablo Picasso hat alles versucht.
  • Aber er hats ja auch aus mehreren Perspektiven gemacht. Ne? Also so wie bei den Ägyptern. Die haben sich ja auch nicht an einer Perspektive gehalten. Sondern haben immer die gemacht, die für die…
  • Ja aber …
  • … am ausdrucksstärksten war.
  • Ja aber hier sind mehrere Varianten.
  • Ja, hier hat er noch mehr reingemischt.
  • Ja.
  • Er hat ja die Ägypter nicht bloß…
  • Ja.
  • … ko… kopiert. Sondern er hat dann halt ähm äh auch die beiden Augen äh schräger gemacht.
  • Ach du meinst, der hat sich da… die Ägypter… als Vorbild…
  • Ich denke, er hat die als Vorbild sich genommen. Was ich gesagt hatte. Dass die auch die afrikanischen …
  • Das weiß ich aber nicht.
  • Masken… Doch doch. Die hatten zumindestens diese …
  • Ja.
  • … afrikanischen Masken und so. Als Vorbilder.
  • Mhm.
  • Die haben diese … von Japan diese Sachen. Wo ich gesagt hatte. Äh … die die haben davon mitbekommen, weil es gab so Kolonialgeschäfte. In Europa. Da waren diese äh äh diese Zeichnungen als als Verpackung vorhanden. Und die haben …
  • Ja.
  • … diese Verpackungen dann… diese Zeichnungen gesammelt. Und haben sich davon inspirieren lassen.
  • Also falls du sone japanische Abbildung hast, können wir…
  • Ja.
  • … uns die ja nachher mal an…
  • Ja.
  • … gucken. Nicht?
  • Picasso Pablo Picasso ist für mich hässlich
  • Ja also wie gesagt. Der Picasso Pablo Picasso ist für mich hässlich [lacht] Und ich weiß in was für ein Fettnäppchen ich da trete.
  • Also Picasso Pablo Picasso ist für dich hässlich. Aber diese ägyptische Kunst, die auch mit dieser Perspektive … mit den unterschiedlichen…
  • Ja.
  • … Perspektiven arbeiten, die ist für dich…
  • Ja.
  • … wiederum…
  • Die ist ANDERS. Das ist eine andere Perpektive.
  • Na das sind andere Perspektiven. Aber das ist ja auch nicht diese realistische, wie man…
  • Nein.
  • … eine Figur sehen würde.
  • Nicht realistisch. Aber… anders als der Picasso Pablo Picasso. Also das sind … immerhin ist der Körper, der … ja… von vorne gezeigt wird. Während die Köpfe von der Seite. Und die Füße auch von der Seite…
  • Mhm.
  • … gezeigt werden,…
  • Mhm.
  • … ist der Körper von vorne. Das ist das charakteristische eigentlich von diesen ägyptischen…
  • Na und die Augen. Die finde ich halt immer ziemlich krass.
  • Ja.
  • Wenn die so nach vorne stechen.
  • Und äh bei Picasso Pablo Picasso … ja… die hat da wenigstens noch eine Brust an der richtigen Stelle. Und was weiß ich.
  • Was heißt denn an der richtigen Stelle. [1:10:35]
  • Das stimmt ja eben gar nicht. Die Brust ist da, wo WIR sie am besten sehen können. Als… Wir können jetzt nicht ranzoomen. Aber…
  • Ja.
  • … die ist ja dort … die ist ja im Profil sozusagen.
  • Ja.
  • Damit wir sie als Betrachter richtig erkennen können. Das heißt aber nicht, dass sie anatomisch an der korrekten Stelle ist.
  • Ja. Aber fast, würde ich sagen. Während es bei Picasso Pablo Picasso gar nicht ist.
  • Das stimmt. Da sind die total an der falschen Stelle, wo…
  • Das ist… ja und auch die Fingernägel. Das ist alles … also wie gesagt… sehr unrealistisch. Und…
  • Wir können später dann noch einmal darüber…
  • Ja.
  • … kurz reden.
  • Ja. Das ist gut. Fritzchen. Gehen wir erst einmal.
  • Ja.
  • Wollen wir die anderen nicht so … Wenn ich hoch komme. Sonst bleibe ich halt hier.
  • [lacht]
  • Uuuh!
  • [Pause]
  • Ahhh!
  • [Aufnahme unterbrochen]