[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Ganzkörperporträt, neuer Entwurf
Ganzkörperporträt, neuer Entwurf
mögliche Hängung 2 Arbeiten im Erdgeschoss
mögliche Hängung 2 Arbeiten im Erdgeschoss
Die Quelle, Öl auf Leinwand, 1911, Arnold Lyongrün
Die Quelle, Öl auf Leinwand, 1911, Arnold Lyongrün
Die Ährenleserinnen,
1857, Öl auf Leinwand, Jean-François Millet © RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans
Die Ährenleserinnen, 1857, Öl auf Leinwand, Jean-François Millet © RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans
Die Brücke von Mantes, zw. 1868 und 1870, Öl auf Leinwand, Jean-Baptiste Camille Corot
Die Brücke von Mantes, zw. 1868 und 1870, Öl auf Leinwand, Jean-Baptiste Camille Corot
HGB Rundgang 2017 Ganzkörperporträt, neuer Entwurf ganzkoerperportraet_entwurf-m.jpg mögliche Hängung 2 Arbeiten im Erdgeschoss vorschau_hgbrundgang2017-k.jpg mit 3mm-dickem schwarzen Klebeband (anstatt Schnur) dann ohne Hängung Fotoabzüge umsetzen im Klassenraum zuvor ausprobieren Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • Von Arnold Lyongrün, Die Quelle. Die Quelle, Öl auf Leinwand, 1911, Arnold Lyongrün lyongruen-k.jpg
  • Lyongrün kenne ich gar nicht.
  • Ich kenns auch nicht. Ich gucke dann einfach noch einmal nach, was das… So.
  • Kannst du ein bisschen näher kommen? [undefinierbare Geräusche]
  • Das ist eigentlich ein schlechtes Bild. Von der Qualität her.
  • Also. Das ist schon einmal nicht scharf dargestellt.
  • Na das ist ja jetzt die Abbildung.
  • Ja. [kurze Pause] Da muss… ich passen, was das sein soll. Also das könnten… wie Pappeln sein. Und was… was ist das? Wasser?
  • Na das… naja… das ist hier Wasser. Das ist ein…
  • Man sieht die…
  • … Wasserfall.
  • … achja, die Spiegelung. Sieht man da.
  • Genau. Das ist… die Landschaft halt und Pappeln.
  • Ja. Mit diese Landschaft kann ich jetzt nichts…
  • Ja ne, dann…
  • … anfangen.
  • "Die Ährenleserinnen" und Harmonie
  • … nehmen wir ein anderes Bild. Ne, wir nehmen mal ein anderes Bild. Das ist, finde ich jetzt, auch nicht so gut. So. Warte mal. [Tippgeräusche]
  • [Schluckgeräusche]
  • Da haben wir doch jetzt viele. Das können wir hier mal nehmen.
  • Wie ist das mit den alten … Ach hier. Das hatte ich… das hatten wir zu Hause.
  • Ja, das kenne ich gerade auch.
  • [freut sich]
  • So mal gucken hier. Das ist genau…
  • Die Ährenle…
  • Die Ährenle…
  • …serinnen. Die Ährenleserinnen, 1857, Öl auf Leinwand, Jean-François Millet © RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans aehrenleserinnen-k.jpg
  • als Radierung, nach 1857 von Jean-Frédéric Schnyder
  • …serinnen. Genau. Das war im Buch auch gerade drinne, was ich eigentlich…
  • Ja und das…
  • … mitbringen wollte.
  • … hatten wir auch zu Hause mal. Eine ganze Zeit lang. Hängen.
  • Ich gucke dann noch einmal nach, was …
  • Ja.
  • … das, woher das…
  • Ich weiß jetzt nicht, von wem…
  • Das ist … das ist egal. Es geht ja erst einmal darum, was du da…
  • Ja. Ja. Also gut. Ich kenne das von früher. Das empfinde ich als… ja… sehr schön. Harmonisch. Man guckt in die Weite. Im Vordergrund drei Frauen, die arbeiten. Ein Dorf ist zu sehen. [räuspert sich] Und… sind das hier Heuhaufen…
  • Ja.
  • … oder Bäume?
  • Ne. Heuhaufen.
  • Aja. Und hier ist dann ein Heuwagen. Ja, also das würde ich als… [kurze Pause] … als …
  • Schön?
  • …naja…
  • Harmonisch.
  • … harmonisch empfinden. Auf jeden Fall.
  • Aber denkst du auch, dass es in Realität so ausschaute? Oder nur auf dem Bild jetzt? Weil du vorhin davon sprachst, die Natur kopieren oder auf Leinwand…
  • Ja.
  • …bringen.
  • Also ich meine, die haben die richtige Stellung. Wie die die Ähren lesen. Die schneiden sie ja nicht ab. Da ist der Mäher schon drüber gegangen und…
  • Mhm.
  • … die lesen die.
  • Mhm.
  • Und das glaube ich schon, dass die das der Natur abgesehen ist.
  • Aber auch jetzt diese Stellung von den Personen, dass sie…
  • Ja.
  • …. so symmetrisch zur Seite. Und die so leicht bückend…
  • Ja.
  • … nach vorne.
  • Ja. Das ist … finde ich realistisch. Die ist noch nicht ganz unten. Hat aber ihre Schürze um, wo dann die Ehren eingesammelt werden. Und die sind eben gerade beim Bücken.
  • Mhm.
  • Also das empfinde ich schon als realistisch.
  • Komposition in naturalistischer Malerei
  • Mir fällt jetzt gerade bloß auf… das sähe halt hier vielleicht komisch aus, wenn hier jetzt noch irgendwie ein Haus anfangen würde. Hier hinten.
  • Ja.
  • Und das aber zur Hälfte abgeschnitten wäre. Also wenn du jetzt ein Foto hier von gemacht hättest…
  • Ja.
  • … von der Situation. Wäre äh wäre das hier vielleicht nicht ganz frei gewesen. Hier, am Anfang.
  • Ja.
  • Und hier wäre das nicht in den Bäumen verlaufen. Sondern die Häuser wären hier vielleicht noch an der Ecke gewesen. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Maler das eben nicht harmonisch fand. Das das Bild dann irgendwie so…
  • Mhm.
  • … zerrissen… so cut aussieht.
  • Also du meinst…
  • Und er wollte…
  • … in der Wirklichkeit…
  • … irgendwie…
  • … noch mehr vielleicht drauf…
  • Ich kanns mir vorstellen.
  • … war. Er hats gerafft.
  • Ich kanns … Auch gerade das diese drei Personen so richtig schön…
  • Ja.
  • … im Zentrum sind.
  • Ja.
  • Und und ihr Blick ja von der rechten Seite in den Mittelpunkt geht. Und die ja sozusagen auch dort arbeiten, wo sie hinblickt.
  • Ja. Ja. Also das… das ist schon schön. Die die Arbeiterin [räuspert sich] oder Ehrenleserinnen, die sind im Mittelpunkt. Und das andere ist Beiwerk. Aber angenehmes Beiwerk.
  • Ja.
  • Ergänzendes Beiwerk.
  • Und wo hing das?
  • Das hing bei uns immer. Das Bild habe ich ewig. Weiß nicht…
  • Also in klein. Fotografie?
  • … wo es abgeblieben ist. Ne. Das muss eine Fotografie gewesen sein.
  • Ja. Und wer hatte das angeschafft?
  • Meine Mutter. Oder so.
  • Okay.
  • Weiß nicht wo das abgeblieben ist. [räuspert sich] [25:50] Also das … Und wo hin gehört das? In den Realismus.
  • Jaja. Oder Naturalismus. Ich gucke dann noch einmal nach.
  • Ja.
  • Ich speichere mir das einfach ab und dann…
  • Mhm.
  • Sag dir dann auch noch einmal, was das ist. [Pause]
  • Marke Van Gogh
  • Ja. Ich meine, da sieht man schon den Unterschied. Also äh…
  • Zu Van Gogh.
  • Die Darstellung der der Landschaft und und die Frauen, die da arbeiten. Und hier ist das so ein … Abweichen von der Natur.
  • Ich kann mir aber vorstellen, dass man im Nachhinein dieses Bild von Van Gogh eher…
  • Mhm.
  • … einem Van Gogh zusprechen kann.
  • Ja.
  • Wegen dem… wegen der Technik. Wegen dem Stil, was er gemacht hat. Ne?
  • Ja.
  • Als dieses Bild. Das kann für mich jetzt jeder x-beliebige Maler damals ge… gewesen sein.
  • Wer ist es denn nun?
  • Das weiß ich jetzt ja noch gar nicht mal. Ich gucke da noch einmal nach.
  • Ja.
  • Aber wir sehen es ja jetzt nicht an… an dem Gemälde. Ne?
  • Ne. Also das würde ich NIE für ein Van Gogh halten eben.
  • Ja aber … du könntest mir jetzt auch noch nicht einmal sagen, das könnte der und der sein. Weil so eine Abbildung, die die ist ja sehr…
  • Mhm.
  • … sehr ähm schwammig. Also der Natur nachgebildet und…
  • Ja, das könnte jeder gemacht haben.
  • Genau. Naja, jeder ders kann. Ne?
  • Ja gut.
  • Das muss man auch sagen. Aber das hat halt keinen…
  • JEDER der ein Künstler ist. [lacht]
  • Genau. Aber das hat halt kein … keinen eigenen Stil.
  • Ja.
  • Eigener Charakter in Kunstwerk
  • Also keinen eigenen Charakter, wo du sagen würdest, …
  • Gut.
  • … das würde ich dem zuschreiben.
  • Ja.
  • Und bei dem …
  • Das muss es für mich aber auch nicht haben.
  • … Van Gogh…
  • Bei einem Bild. Das muss…
  • Ja.
  • … keinen eigenen Charakter haben. Denke ich mal.
  • Ja. Na das krasse ist ja aber, viele Künstler streben ja sowas an. Sich…
  • Ja.
  • … äh… Die sagen zwar nicht, sie wollen eine Marke aufbauen. Aber schon so ihre eigene Vorstellung und ihre eigene Technik…
  • Also wenn ich das jetzt im Museum sehen würde… Ich weiß nicht, vor welchem Bild ich länger stehen würde. Wahrscheinlich vor diesen Ährenleserinnen.
  • Mhm. Ich finde hier halt auch… Es ist eine Geschichte noch. Ne?
  • Ja.
  • Also du kannst da viel viel mehr so entdecken. Wohin die Blicke gehen. Was sie machen. Was im Hintergrund passiert.
  • Jean-Baptiste Camille Corot
  • Und wie kriegst du jetzt raus, wer das was? Monet Claude Monet? Oder so…
  • Das willst du jetzt unbedingt wissen.
  • Ja.
  • Okay. Dann warte.
  • Monet Claude Monet ist das nicht. Ne?
  • Nene. Wir gucken erst einmal hier, ob das… [Pause] Wir machens anders. Warte mal. [Tippgeräusche] Wir tun das Bild mal in die Google Bildersuche. [Tippgeräusche] Und das ziehen wir hier rein. Mal gucken, was jetzt hier passiert.
  • Jetzt sehe ichs gar nicht.
  • Ne, das wird noch geladen.
  • Achso. [räuspert sich]
  • Hier haben wir ihn. Ich spreche ihn jetzt falsch aus. Schin Baptis Kamil Korot.
  • Das hab ich nie gewusst wahrscheinlich. Wie der heißt. Der…
  • … War ein französischer Landschaftsmaler.
  • Ja.
  • Passt jetzt ja zu dem Motiv.
  • Ja. Der Schule von Barbizon. Also gut. Den … den Namen habe ich wahrscheinlich nie gewusst.
  • Ja. Aber ihr hattet trotzdem ein Bild halt. Von dem.
  • Ja. Und wie hieß der? Jan Baptis Nochmal Kamil Koro.
  • Koro. Okay.
  • Na denke ich mal. Wenn der Franzose ist. [räuspert sich] [Tippgeräusche]
  • Okay. Das ist jetzt eine ganze Werkliste.
  • Von dem Ko…
  • Genau.
  • …ro.
  • Mal sehn, was der noch so gemacht hat.
  • Mhm.
  • Also ein Landschaftsmaler.
  • Ja.
  • Und solche Bilder würdest du dir halt höchstwahrscheinlich … länger angucken oder…
  • Ja, auf jeden Fall. Würde ich… würde ich denken.
  • Aber was sagt dir so ein Bild jetze. Also du siehst ein… ich denke mal, du siehst … du denkst jetzt ein Abbild der Natur sozusagen zu sehen. Was er jetzt gesehen hat, hat er noch einmal auf Leinwand getan und das… Die Brücke von Mantes, zw. 1868 und 1870, Öl auf Leinwand, Jean-Baptiste Camille Corot mantes-k.jpg
  • Naturalistisches Bild entspricht nicht Realität
  • Ja. Ob das nun wirklich ganz natur… äh …ell ist und der Natur nachgemacht ist, oder ob da ein Bogen mehr oder weniger ist… Was weiß ich. Die Brücke…
  • Ja.
  • … anders.
  • Oder hier auch ein Baum dazwischen fehlt.
  • Ja. Oder oder so. Also das interessiert dann eigentlich nicht so. Es ist einfach realistisch eben. Nicht? Oder schön. Der der hat wahrscheinlich auch nicht dagestanden. Der auf seinem Bot.
  • Mhm.
  • Oder so.
  • Nicht die ganze Zeit, als es gemalt wurde.
  • Das hat der bestimmt auch dazu gemacht. Nehme ich an.
  • Ja. [30:00]
  • Aber die Art äh des Bildes eben.
  • Ich speichere mir das Bild mal ab. [Tippgeräusche]
  • Jetzt ist die Frage halt, ähm, … Also ich weiß jetzt halt, was für Bilder…
  • … Ich mag.
  • … dir gefallen.
  • Ja.
  • Und was du … ich weiß nicht, du hattest am Anfang gesagt, was du als Kunst empfindest.
  • J… J… Ja.
  • Aber würdest du jetzt dem anderen die Kunst absprechen…
  • NEIN.
  • Dass das nicht die gute Kunst ist. Oder…
  • Äh nein. Kunst würde ich auch nicht beim Schrei oder oder bei äh dem Van Gogh absprechen. Aber es ist … andersartig. Also … [kurze Pause] Also dem… den empfinde ich irgendwie … Ja… etwas… ja ich hab das Wort krank vorhin benutzt.
  • kranker Van Gogh und Munch Edvard Munch
  • Der war glaube ich. Na der hat sich doch ein Ohr abge… äh ähm… abgemacht.
  • Ja und…
  • Und ist dann auch irgendwann irgendwo gestorben.
  • Und hat wahrscheinlich suizid da gemacht.
  • Ja.
  • Aber. Diese Malweise. Die ist eben für mich ja… entspricht nicht einem gesun… Ich weiß nicht, wie ich da drauf komme. Wieso ich darauf komme. Der Schrei ist wieder anders.
  • Der hatte dann aber glaube ich auch so … bei dem Schrei bestimmt auch so Probleme. Psychisch.
  • Was war denn das für einer.
  • Ich gehe noch einmal darauf.
  • Wie hieß der?
  • Dieser Norweger.
  • Achso.
  • Edward Munk.
  • Ja.
  • Ich rufs gerade auf.
  • Mhm.
  • Symbolismus
  • Wars hier… Norwegischer Maler und Grafiker des Symbolismus. Also… Und Sym…
  • Mhm.
  • …bolismus heißt ja, die wollten mit dem Bild etwas…
  • Ja. Symbolisch darstellen.
  • … darstellen.
  • Nicht realistisch.
  • Der Schrei ist ja sowas.
  • Ja.
  • Genau. [Tippgeräusche] [32:00]
  • … expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne.
  • … eines epochemachenden Neuschöpfers.
  • Heute sind seine Eigenart und sein Status auch im übrigen Europa und in der Welt anerkannt. Ja wie ist der zu seiner Zeit gesehen worden. [Tippgeräusche]
  • Wir gucken mal hier. Erfolg und Krisen.
  • Achso. Steht dann auch immer.
  • Gibts.
  • Ja. [32:30]