[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Die Steinklopfer, Öl auf Leinwand, 1849 (zerstört), Gustave Courbet
Die Steinklopfer, Öl auf Leinwand, 1849 (zerstört), Gustave Courbet
Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • Nun nicht mehr die … der Realismus. Das war ja das, was du noch meinst. Mit die Landschaft und die Natur darstellen
  • Mhm.
  • Porträts und so weiter. Und die haben sich ja dagegen aufgelehnt. Gegen äh gegen…
  • Ja.
  • … das, was der Kaiser halt als als…
  • Als schön empfunden haben.
  • Genau.
  • Idealvorstellung im realistischen Porträt
  • Ja. Ja. Ja gut. In die Porträts… da ist bestimmt auch viel, ja, Idealvorstellungen noch mit reingeflossen. Ob die immer so ausgesehen haben, äh…
  • Mhm.
  • … das bezweifel ich auch. Eben.
  • Also das sie schöner gemacht wurden.
  • Ja. Sicherlich ist da so ein bisschen…
  • Eitelkeit.
  • … nachgeholfen worden. Denke ich mal. Nicht?
  • Ja. Also du findest das Bild jetzt nicht schön. Aber kannst du dir vorstellen, …
  • Also hässlich wäre auch wieder…
  • Ja [unverständlich, 13:30]
  • Ne. Hässlich…
  • Das meinst du auch gar nicht. Das ist ja nicht negativ hässlich.
  • Ne. Hässlich ist das… Doch hässlich ist schon was negatives. Aber das ist…
  • Das meinst du glaube ich nicht.
  • Nein. Es ist nicht hässlich.
  • Ja.
  • Aber auch nicht ganz harmonisch.
  • Harmonisch. Was heißt…
  • Und es ist…
  • … harmonisch für dich?
  • Ausgeglichen.
  • Okay.
  • Äh. Ja jetzt fehlen mir all die Eigenschaftswörter…
  • Ne, du …
  • … die man dazu braucht.
  • … kannst das ja umschreiben. Es geht ja darum, wie du…
  • Mhm.
  • … das…
  • Disharmonie = wirklichkeitsfremd
  • Etwas Wirklichkeitsfremd. Ist es auf jeden Fall. Ja. Öhm. Vielleicht kannst du mir ja mal so ein ganz… was harmonisches… Du weißt bestimmt, was ich…
  • Ich kann dir ganz was disharmonisches zeigen. Alles was heute gemacht wird.
  • Ja.
  • Ich…
  • Ja.
  • Wir rufen mal sowas auf.
  • Irgendwas, was man… was allgemein jeder Laie oder jeder…
  • Genau.
  • … Doofe. Jeder…
  • Kunstauffassung Realismus
  • Wir geben mal "Kunst Realismus". So.
  • Ja.
  • Das ist nämlich jetzt dieser.
  • Also ich trete bestimmt in alle Fettnäppchen, die …
  • Ich mache das auch!
  • … es gibt.
  • Ich auch.
  • Ich weiß das.
  • Ich auch. Ne. Ich doch auch.
  • Ja.
  • Ich spreche halt mit dir, weil ichs selbst…
  • Ja.
  • … das erfahren möchte. Ich wollte nur mal ganz ganz kurz zu diesem Bild, vom Schrei…
  • Ja. Mhm.
  • Kannst du dir… Also wenn du… wenn du sagst, "Der Schrei" ist gut abgebildet. Also du siehst, dass die…
  • Ja, das…
  • … Frau schreit.
  • … Thema ist gut getroffen.
  • Genau. Äh ähm.
  • Es ist künstlerisch vielleicht gut.
  • Das Bild schreit
  • Ja. Aber sagst du, es ist gut getroffen, wenn du nur diesen Ausschnitt hier siehst. [mit Hand alles außer schreiende Person abgedeckt] Und sie schreit. Also wo du bloß die Person siehst. Oder sagst du, sie schreit, wenn du das gesamte Bild siehst.
  • Also weil du die Überschrift genannt hast, oder den Bildtitel genannt hast, würde ich das ganze Bild schon… ja, mit akzeptieren.
  • Als "Der Schrei".
  • Als "Der Schrei".
  • Mhm.
  • Natürlich…
  • Das sehe ich auch so.
  • … äh die Umgebung ist Zusatz. Und die Frau ist das eigentliche… ja… die die die wofür es ja eigentlich den Titel gegeben hat.
  • Ja. Aber aber. Die Form, die die Frau hier einnimmt. Dieser geschwungenen.
  • Ja. Ja.
  • Das wird doch irgendwie in die Natur, so sehe ich das jetzt, hier mit übertragen.
  • Ja.
  • Das heißt, die diese…
  • Die Linienführung.
  • Genau.
  • Ja gut. Man müsste auf viel mehr achten. Auf Linienführung.
  • Ja.
  • Und so. Ja. Das mache ich natürlich am Anfang als Laie nicht.
  • Ne.
  • Aber wenn ich darauf aufmerksam gemacht werde, dann sehe ich diese Linienführung schon.
  • Und Farben? [kurze Pause]
  • Was fällt dir denn farblich auf.
  • Ja. Die sind … ja, wie wie würde man das nennen. Wiederstreitend. Äh.
  • Sehr kontrast…
  • Sehr kontrastreich.
  • Sehr hart.
  • Von… von diesem Braunrot zu Blaugrün oder so.
  • Ja.
  • Ähm. Ja. Das passt aber zum Thema. Würde ich sagen.
  • Genau.
  • Nicht?
  • Also…
  • Ja.
  • … das wollte ich bloß fragen.
  • Ja.
  • Ob du diesen Schrei nur bei der Person siehst, ne?
  • Ja.
  • Oder ob du in eventuell auch im Gesamtbild wieder entdecken kannst.
  • Ja also ich würde das im gesamten Bild doch schon sehen.
  • Mhm.
  • Die Person in der Hauptsache. Aber das ganze Bild ist…
  • Mhm.
  • … entspricht dem Thema.
  • Kannst du dir vorstellen, dass äh ähm, wenn wenn wenn du eher realistische ähm Abbildungen magst, also damit etwas anfangen kannst, die als schön empfindest… Wenn dort es einen Maler gegeben hätte, der einen Schrei darstellen möchte. Kannst du dir vorstellen, dass du genauso ähm äh diesen Schrei spühren kannst? Wie bei diesem Bild? Wo der gesamte Schrei ja in den Farben, in der Komposition, in dieser geschwungenen Technik und so rüberkommt? [BILD EVTL. VON PLASTIK KOPF IM MDBK Schrei?]
  • Da müsste ich das Bild sehen. [17:20]
  • Okay.
  • Das weiß ich so nicht.
  • Da müssten wir mal gucken. Vielleicht finden…
  • Mhm.
  • … noch irgendwas.
  • Münk Munk Munk
  • Und von wem ist das jetzt?
  • Von Münk. Münich.
  • Munk. Mhm.
  • Ich kann den Namen nicht richtig aussprechen. Wir können ja …
  • Einfach Munk.
  • Munk.
  • Ja. Wo steht… Ach Munk.
  • Munk. Edward Munk.
  • Münich.
  • Munk. Münk. Das ist ein … was steht hier… norwegischer Maler.
  • Aha. Munsch. Munsch eigentlich. Achtzehnhundertdreiundneunzig. Mhm.
  • Das soll ein expressionistisches Meisterwerk sein.
  • Mhm.
  • Expressionismus
  • Expressionistisch. Sagt dir das was? Als Latein…
  • Ja. Nicht realistisch. Sondern expressionistisch. Ach. Ja wie wird es denn hier übersetzt.
  • Ja.
  • Also nicht… nicht wirklichkeitsgetreu. Würde ich sagen. Oder? Moment Moment. Lateinisch expressio. Ausdruck.
  • Na ließ laut vor.
  • [liest vor] Ihre Anfänge und Vorläufer finden sich im ausgehenden 19. Jahrhundert. Wie der Impressionismus Impressionismus, der Symbolismus und der Fau…
  • Fau…
  • …vismus. Damit kann ich nichts anfangen. … Ist der Expressionismus eine Bewegung gegen die Tendenzen des Naturalismus.
  • Und ich glaube, du … dir… du bist im Naturalismus…
  • Das wird so sein.
  • Ja.
  • Ja. [räuspert sich] Im Expressionismus überwiegt die expressive Ebene gegenüber der ästhetischen, appellativen und sachlichen Ebene. Der Künstler möchte sein Erlebnis für den Betrachter darstellen.
  • Das reicht. Glaube ich. Als …
  • Jaja.
  • Was du halt, diesen Naturalismus glaub ich…
  • Ja.
  • … als schön empfindest, versucht hier der Künstler eben davon wegzukommen. Und seinen…
  • Ja.
  • … seine eigene subjektive Sicht…
  • Ja und Empfindung da…
  • … reinzubringen. Genau.
  • … reinzukriegen.
  • Und ich finde, das ist in diesem Schrei…
  • Ja.
  • … sehr gut gelungen. Ne?
  • Ja.
  • Und ich denke genauso in diesem Van Gogh Bild eben.
  • Ja.
  • Das die Natur nicht mehr realistisch dargestellt ist. Sondern… sondern eher die Bewegung, seine Empfindung darüber…
  • Ja.
  • mit reingebracht hat.
  • Und hast du auch realistische Bilder?
  • Ja.
  • [lacht]
  • Realismus als Kunst. Kannst ja noch einmal diesen kurzen Abschnitt hier…
  • Ja. Realismus von lateinisch realis, die Sache betreffend, res … Sache, Ding, bezeichnet in der Kunstgeschichte eine Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Europa einsetzende neue Kunstauffassung, die sich gegen Darstellungen des Klassizismus und der Romantik wandte. [kurze Pause] Klassizismus. Ja. Da habe ich die griechischen klassischen schönen Körper da in Erinnerung.
  • Mhm.
  • Und… ja.
  • Hier als Thema vielleicht… Sie propagiert Alltäglichkeit und Sachlichkeit. Ne? Also die haben…
  • Ja.
  • Alltag in der Kunst
  • … den Alltag… hier haben wir von Gustav Korbet "Die Steineklopfer". Die Steinklopfer, Öl auf Leinwand, 1849 (zerstört), Gustave Courbet steinklopfer-k.jpg
  • Ja.
  • Als Beispiel. Also die haben den Alltag von den Menschen…
  • Ja.
  • … sozusagen mit reinbringen wollen.
  • Mhm.
  • Und ich glaube, das war noch nicht einmal ein Thema von den äh von den äh Königen, Kaisern. Oder den Herrschern. Die wollten…
  • Ja.
  • … eher die schöne Landschaft, schöne äh äh…
  • Und sich selber.
  • … Selbstdarstellungen und so…
  • Mhm.
  • Und das waren eben auch schon…
  • Mhm.
  • … wieder Leute, die irgendwie plötzlich ein ganz anderes Thema mit ansprechen…
  • Mhm.
  • … wollten. Das wird als … als als zweite Revolution oder so bezeichnet. In einem Buch.
  • Ja. Also die arbeitende Bevölkerung und naja die die die künstlerisch interessierte Bevölkerung der Unterschicht [oder Unterschiede?; 20:30]
  • Wir gucken uns mal den Naturalismus an. Weil ich glaube, das war das, was du eher als … [kurze Pause] … Ist eine Strömung von circa 1850 bis 1900…
  • … Ist aber als Epochenbegriff in der Bildenden Kunst weniger scharf als in der Literatur. Neben dem Naturalismus als Epochenbegriff, als Entsprechung zum Naturalismus in der Literatur, spricht man auch allgemeiner von Naturalismus als einer Darstellungsweise, unabhängig von Zeit und weltanschaulichem Hintergrund. Wenn es um die Absichten geht, die mit einer solchen Darstellungsweise verfolgt werden, spricht man oft eher von Realismus.
  • Da waren wir gerade. Ne?
  • [räuspert sich]
  • Wir können uns einfach mal ein Bild angucken. Wir gucken uns mal das hier direkt an.
  • Mhm. [21:15]