[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

frfr@hgb-leipzig.de
Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Selbstporträt 2016-12-29 21-23-29 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 21-23-29 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-30 10-48-01 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-30 10-48-01 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 18-45-21 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 18-45-21 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 18-47-10 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 18-47-10 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 18-47-48 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 18-47-48 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 21-27-40 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Selbstporträt 2016-12-29 21-27-40 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31
Weizenfeld mit Zypressen, 1889, Öl auf Leinwand, Vincent van Gogh
Weizenfeld mit Zypressen, 1889, Öl auf Leinwand, Vincent van Gogh
Der Schrei, Edvard Munch, 1893, Tempera auf Pappe
Der Schrei, Edvard Munch, 1893, Tempera auf Pappe
Kunst 2 0
Geradenbild HGB Rundgang 2017 1 rahmenlosen Bilderhalter (53 EUR) bestellt Werkstatt AV-Labor Selbstporträt 2016-12-29 21-23-29 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31 2016-12-29 21-23-29-m.jpg kleinen Stromschlag bekommen, als ich Zeichenmaschine mit Finger berührte Selbstporträt 2016-12-30 10-48-01 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31 2016-12-30 10-48-01-k.jpg Arbeitszeit: 12:05-ABBRUCH anfänglich wurden keine Striche gezeichnet, Stift wurde nur hin und her bewegt Maschine neu gestartet 12:15-12:32 (17min) Selbstporträt 2016-12-29 18-45-21 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31 2016-12-29 18-45-21-k.jpg Stift von davor weiter benutzt 12:33-12:50 (17min) Stiftewechsel nach 1/2 Zeit Selbstporträt 2016-12-29 18-47-10 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31 2016-12-29 18-47-10-k.jpg 12:52-13:09 (17min) Selbstporträt 2016-12-29 21-23-29 13:12-13:30 (18min) Selbstporträt 2016-12-29 18-47-48 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31 2016-12-29 18-47-48-k.jpg 13:34-13:56 (ca. da abwesend) Selbstporträt 2016-12-29 21-27-40 (mz), Tusche auf Papier, 42x59.7cm, 31 2016-12-29 21-27-40-k.jpg 14:00-14:48 (ca.) Geschwindigkeit auf 52cm/s erhöht EMAIL an RAHMENBESTELLER SCHICKEN: Können die mir noch einen HAMA??? RAHMENLOSEN Rahmen mitbringen? Ich möchte nicht zweimal Versand bezahlen. Überweise das Geld dann auch sofort. (für mich: dann habe ich gleich den Rahmen, den ich verwenden würde, wenn ich 5 Stk. im Klassenraum gleichzeitig zeigen würde) wegen Ganzkörperporträt genaue Maße noch einmal abgenommen Motiv: 66x202cm Papierformat: 70x210cm (dann auch ohne störendem Strich) Vorschau 18mm Rahmen (nur Innenbereich) Vorschau 13mm Rahmen (nur Innenbereich) FÜR MICH: BEIDE VORSCHAUEN AUSDRUCKEN!!!!! UND VERGLEICHEN!!!! DANACH DANN BESTELLEN!!! bei 18mm evtl. mehr Raumtiefe, da seitlicher weißer Papierrand schmaler als Rahmen Motiv ist nicht ganz so schwarz wie Rahmen Modul 4 Prüfung Arbeiten weiter gesammelt und in Dokument abgelegt aktueller Stand Diplom Theorie Gespräch mit Oma
  • [Mikrofon erst nach Beginn Gespräch angeschaltet]
  • Ähm.
  • Diplomarbeit.
  • Genau. Theorie.
  • [kurze Pause]
  • Zweifel Zweifel an eigenen Arbeiten
  • Ähm. Also mir gehts darum, weil ich selbst immer an meinen eigenen Arbeiten… so zweifel, was die Bedeutung davon ist. Ob es sinnvoll ist das auszudrücken und warum es unbedingt andere Leute sehen sollen.
  • Mhm.
  • Ausstellungsbesucher
  • Warum ja ganz viele Künstler eben Ausstellungen machen. Ähm und weil ich da selbst diesen Zweifel Zweifel habe. Äh. Versuche ich jetzt halt irgendwie eine Antwort äh von den Leuten, die solche Ausstellungen besuchen. Und das sind ja meistens…
  • Mhm.
  • … oder die eben nichts mit Kunst zu tun haben, sondern…
  • Ja.
  • … maximal halt Bilder sich ansehen.
  • Mhm.
  • Und das sind ja die meisten Leute eben. Also es gibt ja… es gibt…
  • Ja.
  • Teilnehmer Kunstsystem
  • … im Endeffekt ein Kunstsystem, …
  • Mhm.
  • … in dem halt aktiv Leute teilnehmen. Das sind die Künstler. Das sind die Kunststudenten, die das ja noch lernen. Das sind die ähm Museumsdirektoren und die Kuratoren, die solche Ausstellungen dann machen.
  • Mhm.
  • Und die kennen sich ja alle in diesem Gebiet aus. Und die reden alle groß rum halt. Was es alles sein soll. Und was der Betrachter davon haben soll. Und so. Und am Ende…
  • Da wird viel hineininterpretiert.
  • Genau. Und am Ende ist es dann der Besucher, der äh äh entweder etwas damit anfangen kann oder nichts damit anfangen kann.
  • Ja.
  • Unverständnis bei Besuchern
  • Und mir kommts so vor, als äh könnten viele oftmals mit sowas gar nichts anfangen. Außer man liest sich halt Texte durch. Die Biografien und so weiter.
  • Mhm.
  • Aber die eigentliche Arbeit, um die es geht, …
  • Mhm.
  • … dass da große Fragezeichen sind oder so Antworten…
  • Naja. Als Laie würde man sich dann ein Bild ansehen und das vielleicht zum Ausdruck bringen, was man da empfindet. Gerade. Ohne zu wissen… von dem Künstler etwas zu wissen. Oder so. Oder was meinst du.
  • Stuhl als Kunstobjekt
  • Na das ist eben die Frage. Also wenn ich in eine zeitgenössische Ausstellung gehe, wo jetzt zum Beispiel dieser [zeigt auf einen Stuhl] Stuhl ausgestellt ist. Einfach so. Sagen wir es mal so. [BILD VON KUNST STUHL]
  • Mhm.
  • Und ähm und ich sehe diesen Stuhl, aber kann damit irgendwie nichts anfangen. Also es bewegt in mir nichts. So.
  • Mhm.
  • Für mich ist es ein Alltagsgegenstand. In dem Moment Moment. Und aber ein Kurator oder der Künstler… die haben ein riesen großes Ding in ihrer inneren Welt draus gemacht. So. Und das kommt beim Betrachter aber nicht an. Und entweder du liest dir dann einen langen Text durch.
  • Mhm.
  • Was der Künstler damit sagen will.
  • Mhm.
  • Oder es passiert bei dir nichts.
  • Mhm.
  • Und ich finde aber, solche Arbeiten, wo nichts von sich aus passiert, beim Menschen, sind eigentlich ähm … weiß nicht… Dann … dann haben die einem eigentlich erst einmal nichts zu sagen. Sondern der Künstler hätte es…
  • Ne, naja.
  • … gerne.
  • Beim Betrachter muss sich etwas regen
  • Was heißt, es passiert nichts. Also ich muss ja nicht über jeden Künstler etwas wissen. Aber trotzdem kann ja, wenn ich ein Bild betrachte, etwas in mir passieren. Also ich kann…
  • Ja.
  • … Empfinden ausdrücken. Oder oder… was weiß ich. Kritik. Oder was es so ist.
  • Das gehen wir gleich noch einmal durch. Wir sehen uns da ein paar Beispiele jetzt gleich…
  • Ja.
  • … an. Und du sagst halt, was dir spontan … genau, dabei einfällt.
  • Mhm.
  • Ob das für dich jetze schon zur Kunst zählt. Und warum es jetzt zum Beispiel…
  • Definition Kunst
  • Ja aber. Mit dieser Definition Kunst.
  • Ja.
  • Das hätte ich schon ganz gerne definiert. Also ich würde als Laie das so empfinden, äh, dass man meinetwegen Dinge aus der… äh Natur, oder aus der Wirklichkeit, auf Papier oder Leinwand bannt.
  • Mhm.
  • Also das… bringt. Wie auch immer.
  • Mhm.
  • Das wäre für mich… ja Kunst. Von der Natur auf Papier zu bringen. Und wie würdest du das definieren. Kunst. Das Wort. Oder…
  • Also das was man in der Natur sieht,…
  • Ja.
  • … was…
  • Oder Wirklichkeit.
  • … oder… oder äh Abbildung von Dörfern oder so. Wo man so den Alltag zeigt. Oder so. Sowas meinst du jetze?
  • Ne ich meine, dass man den Alltag…
  • Ja.
  • … direkt dann darstellt.
  • Okay.
  • Also Natur…
  • Okay.
  • … sieht. Oder Wirklichkeit sieht und das dann… äh… auf die Leinwand bringt.
  • Okay.
  • Oder aufs Papier bringt.
  • Und das wäre für dich jetzt Kunst.
  • Das würde ich denken. Das ist Kunst. Oder? Oder was ist das wirklich?
  • Na ich… ich hab da gar keine Antwort! Ähm ich ähm…
  • Na eigentlich müsstest du eine haben!
  • Ne.
  • Als Kunststudent.
  • Mit Definition schwer tun, da es einzwängt
  • Ja aber ich zweifel ja die ganze Zeit. Deshalb hab ich ja keine. Und ich hab auch das Gefühl, dass niemand in diesem… dort an der Hochschule halt einem äh sozusagen äh seine eigene Ansicht darüber sagen möchte. Weil das dann ja immer einzwängt. Und…
  • Ja.
  • … dann kommt jemand anderes und sagt "Aber warum zwängst du das ein?". Also warum sagst du jetze bei dir hört sozusagen Kunst dabei auf, ähm wenn es nicht mehr äh die Natur äh äh auf Leinwand äh darstellt. Und den Alltag und…
  • Mhm.
  • … das was man draußen sieht dann…
  • Ja und die Leinwand.
  • … wie bei einem Foto, ne?
  • Ja, genau.
  • Malerei als Vorläufer von Fotografie
  • Du siehst etwas und machst ein Knips und…
  • Aber in früheren Jahrhunderten gabs ja keine…
  • Ja.
  • … noch nicht die Fotografie. Also hat man das versucht auf Papier oder…
  • Das stimmt.
  • … Leinwand oder so…
  • Ja.
  • … zu bringen. Denke ich mal.
  • Das… das das hab ich ja auch so gelesen. Dass damals das der Grund war, warum eben Maler ähm auch äh… die hatten ja auch Aufträge, ne?
  • Ja.
  • Und sollten dann von irgendwelchen Herrschaften…
  • Ja eben.
  • … oder so ähm Porträts und…
  • Ja.
  • Krise der Malerei
  • … so machen. Und Landschaften abbilden und so. Die kamen dann halt in die Krise, als es dann Fotografie gab.
  • Ja.
  • Weil die ja in einer Sinnkrise waren. Und warum…
  • Und warum…
  • … malen wir überhaupt noch…
  • Ja.
  • … die Natur. Kopieren sie, wenn…
  • Mhm.
  • … es ganz andere Gerätschaften gibt, die…
  • Mhm.
  • … die das viel besser können. Und so.
  • Die das noch genauer machen. Ja.
  • Und ich glaube aber, das ist die Zeit, wo eben ein Wandel da stattfand.
  • Mhm.
  • Und zwar, dass die dann nicht mehr versucht haben oder die Idee nicht mehr die Natur zu kopieren. Sondern sondern die subjektive Wahrnehmung …
  • Mhm.
  • … von dem was man sieht hineinzubringen.
  • Mhm.
  • Weil das kann ja Fotografie in dem Moment Moment erst einmal nicht.
  • Ja.
  • Landschaft
  • So. Also wenn du eine Landschaft siehst, …
  • Ja.
  • … äh…
  • Was empfinde ich dabei. Das ist das subjektive…
  • Genau.
  • … eben.
  • Van Gogh
  • Genau. Wir können ja zum Beispiel … da fällt mir jetzt halt Van Gogh ein. Einfach als [Geräusche]… Ich hab jetzt noch nicht nachgeguckt, aber…
  • Ja.
  • … wir können ja "Van Gogh Landschaft" eingeben.
  • Ja.
  • Bei dem und bei anderen Künstlern von damals ist halt das gute… Die haben ja Motive …
  • Ja.
  • … genommen, die die Betrachter immer noch…
  • Mhm.
  • … verstehen.
  • Ja.
  • So.
  • Mhm.
  • Und das ist ja bei heutiger Kunst oft nicht mehr so.
  • Mhm.
  • Das da… [lange Pause]
  • Nemen wir mal das da. Da gibts auch was. Da müsste ich dann mal nachgucken äh wie das genau heißt. So. Du hattest jetzt gesagt, äh die Natur sozusagen kopieren. Also auf Leinwand bringen. Weizenfeld mit Zypressen, 1889, Öl auf Leinwand, Vincent van Gogh Vincent van Gogh weizenfeld-k.jpg
  • Ja.
  • Wir haben hier eine Leinwand. Höchstwahrscheinlich. Und Farben. So wie du…
  • Ja. Mhm.
  • … es dir vorstellst.
  • Mhm. [kurze Pause]
  • Ja.
  • Gehört das für dich noch dazu? Als… Weil das ist ja nicht mehr realistisch. Ne?
  • Unterschied realistische und subjektive (krank?) Malerei
  • Also das ist für mich nicht mehr realistisch. Äh es ist aber noch eine Landschaft zu erkennen. Die aber irgendwie für mich mehr merkwürdig… ja, fast ein bisschen krank… vorkommt.
  • Warum krank?
  • Weiß ich nicht. Weil man so die Wolken nicht sieht. Oder auch nicht die … die Strichführung. Oder…
  • Du meinst diese Wellenform.
  • Ja. Ja.
  • Wir können ja mal etwas näher ran gehen. So.
  • [räuspert sich] Ich muss die Brille erst einmal putzen.
  • Ich kanns noch näher ranzoomen.
  • Ja. Ne lass jetzt erst einmal das so.
  • Mhm.
  • Das ist ja schon ein Stückchen… Ja, also dieses Kornfeld. Oder so. Das könnte man direkt noch… ja… so empfinden. Und sehen. In der Wirklichkeit. Wie da der Wind so…
  • Mhm.
  • abartig als Beschreibung
  • … bisschen drüber fegt. Während die Bäume schon… und der Hintergrund… schon etwas abartig ist.
  • Mhm. Das sieht man hier halt ganz gut. Bei den … was sind das? Pappeln oder so.
  • Joa. Ne. Äh. Warte mal. Wie heißen die. Äh. Lebensbäume. Oder so.
  • Okay.
  • Ich weiß nicht, obs Pappeln… Wenns Laubbaum ist, dann könnte es eine Pappel sein.
  • Mhm.
  • Von der Form her.
  • Weil die bestehen ja auch aus den Strichen. Wie halt dieser … dieses Feld.
  • Ja.
  • Unten. Aber sie haben ja noch insgesamt sone äh sone Form. Ne? Sone…
  • Ein Strich kann naturalistisch oder abstrakt sein
  • Ja, aber die Striche sind ja echt. Irgendwie. Oder empfinde ich noch als echt. Äh. Diese Kornehren.
  • Weil die in Wirklichkeit…
  • Also weil das so… Joa. Das könnte so noch Wirklichkeit sein.
  • Mhm. Das hier dann zum Beispiel nicht mehr. Das sind diese Linien…
  • Und ja. Und das empfinde ich als… Gehts noch ein kleines bisschen größer?
  • Na es kommt drauf an, wohin du hinzoomen willst.
  • Ja. Ja gut. Gut gut gut. Ja. Ne das ist jetzt etwas unscharf.
  • Na das ist alles jetzt unscharf.
  • Ja. Weils zu groß ist. Ja.
  • Eine Vergrößerung.
  • Ja.
  • Die Berge, die sind…
  • Ja.
  • Ne?
  • Ne also das ist dann schon … nicht mehr so Natur.
  • Aber ich denke mal, dass das ist eben diese…
  • Insgesamt ist es…
  • Ja genau.
  • … ist es… ja schon noch … Es ist eine Naturnachbildung. Die aber, ja, nicht ganz natürlich ist.
  • Natur kopieren vs. empfinden
  • Warum denkst du aber, hat er das nicht nur kopiert.
  • [Räusper] Naja. Er empfindet das vielleicht anders. Als ich es empfinden…
  • Okay.
  • … würde.
  • Das wäre dann eben dieses subjektive. Ne?
  • Subjektive eben.
  • Wo ich gesagt hatte, das mit der Fotografie kam auf und vielleicht…
  • Ja.
  • … gabs…
  • Ja.
  • … ja dann … Ich weiß es nicht ganz genau.
  • Ja.
  • Aber warum soll man nur noch etwas kopieren. Gehts nicht eher darum, wie man die Natur wahrnimmt.
  • Das Empfinden.
  • Genau. Und ich denke, genau das war glaube ich auch mit sein Thema. Ich hatte vorhin mal kurz was drüber…
  • Ja.
  • … gelesen. Halt. So dieses…
  • Mhm.
  • … diese Wahrnehmung von der Natur und…
  • Ja.
  • … und diese Bewegung, die da drinne ist.
  • Ja.
  • Er ist ja dadurch bekannt geworden. Ne? Durch diese Bilder, wo er halt…
  • Und diese Strichführung.
  • … mit dieser Strichführung gearbeitet…
  • Ja.
  • … hat. Und so.
  • Schön und nicht schön
  • Ja. Aber wie gesagt. Das empfinde ich dann schon nicht mehr so schön. Während das Kornfeld für mich sehr schön ist. Oder sehr echt erscheint.
  • Sag mal schön. Du sagst jetzt schön. Also was… was ist für dich schön.
  • Also ähm. Naja. Man kann bei einem Bild von vorne herein ganz negative Empfindungen haben.
  • Mhm.
  • Es gibt ja nicht nur schöne harmonische Bilder. Sondern auch ganz… ja… hässliche oder die einem Angst einjagen. Oder oder…
  • Mhm.
  • … oder solche Bilder. Dann eben. Nich? Und dazu gehört das aber nun nicht!
  • Der Schrei
  • Ich tippe mal eben "Der Schrei" ein. Kennst du denke ich mal.
  • Nein. Das ist auch von Van Gogh?
  • Nenene. Ich muss auch gleich noch einmal gucken, wie der … wie der genau heißt. [kurze Pause]
  • Von ähm… Eduard Munk . Munk.
  • Ach Munk.
  • Ist ein ganz Bekanntes.
  • Naja gut. Also den Namen hab ich schon einmal gehört.
  • Das ist von 1893. Dieses Bild. Ich machs mal groß. Der Schrei, Edvard Munch Edvard Munch, 1893, Tempera auf Pappe schrei2-k.jpg
  • Ja.
  • Das ist ja jetzt ein riesen Bild. Also du hast gerade von schön äh geredet. Du erkennst die Landschaft noch.
  • Ja.
  • Schön, da echt
  • Für dich wäre es aber eher… also ist das Feld schön, weil es…
  • Ja.
  • … noch die…
  • Das ist für mich noch echt.
  • Genau. Wie es in echt ist. Deshalb…
  • Ja.
  • … findest du das halt schön.
  • Mhm.
  • Aber das ist halt schon zu zu abstrahiert für dich. Al…
  • Ja. Mhm.
  • Die Form ist halt… gibt nicht… also das Objekt wird nicht mehr so dargestellt, wie es eigentlich…
  • Ja.
  • … ist. Sondern ist ja schon abgewandelt.
  • harmonische / disharmonische Bilder
  • Also es ist schon noch harmonisch.
  • Ja.
  • Mit einem Stich Disharmonie. [lacht] Drinne. Sagen wirs mal so.
  • Ja.
  • Ja.
  • Auch mit den Farben.
  • Ja.
  • Ist ja ziemlich… äh… grell.
  • Ja die Farben gehen fast noch.
  • Ja. So das wäre jetzt halt… Wenn du sagst…
  • Ja.
  • … ist es für dich schön? Hässlich? Oder sag mal was dazu. Zum Schrei. [kurze Pause]
  • Zu dem Bild.
  • Der ist… Dieses Bild ist also für mich gar nicht mehr harmonisch. [kurze Pause]
  • Gar nicht schön. [11:42]
  • Wie leitest du das ab?
  • [pustet Luft aus]
  • Also das Gegenteil… hässlich. Oder…?
  • Hässliche Bilder
  • Hässlich ist wieder zu viel gesagt. Äh das Thema ist aber getroffen. Würde ich sagen. Wenn das "Der Schrei" heißt. Man sieht die Frau … ja… schreien. Den Mund weit auf. Und die Arme hoch gehoben. Aber es ist für mich also … tja… nicht mehr so richtig harmonisch.
  • Also du würdest es dir jetzt nicht unbedingt an…
  • Ich würde es …
  • …schauen im Museum. So länger davor stehen.
  • Generationenfrage
  • Ja. Also ich könnte mir vorstellen, das meine Generation vor… ja… sehr harmonischen Bildern ein bisschen länger ausharrt als vor disharmonischen Bildern eben.
  • Was bist du denn für eine Generation? Welches Jahr?
  • Jahrgang 31. Uralt.
  • Okay. Aber das ist ja von 1890… 93 oder so.
  • Ja.
  • Das ist ja noch älter. Also da gabs ja bereits viele solcher Bilder. Und Van Gogh hatte…
  • Ja.
  • … glaube ich auch in dem Zeitraum gelebt.
  • Ja.
  • Auflehnung gegen den Realismus
  • Es gab ja ganz viele Künstler, die genau…
  • Mhm.
  • … in dieser Zeit herumexperimentiert haben.
  • Ja.
[12:50]
1x daumennagellänge Whisky Alkohol