[X]Sie sehen gleich die Aufzeichnungen eines KunststudentenDiese sind subjektiv, unvollständig und nicht frei von inhaltlichen sowie othographischen Fehlern.(1) Ich möchte niemandem schaden. Ich möchte aber meine Studienzeit in all seinen Facetten festhalten.
(2) Mich interessieren dabei lediglich Informationen, die mit dem Studium an der Hochschule, mit Kunst allgemein und mit meiner künstlerischen Arbeit im Speziellen zu tun haben.
(3) Rechtschreibfehler und Fehlinformationen sind ungewollt Teil der Notizen geworden. Sie sind meinem aktuellen Wissensstand, der Konzentration in stundenlangen Sitzungen, meinen Ohren und den temporären schlecht lesbaren handschriftlichen Notizen geschuldet.
(4) Zitate sind nur markiert, wenn ich mir sicher bin, dass es genau so gesagt wurde. Da ich mich keines Aufnahmegerätes bediene, sind die Zitate natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist nicht böswillig. Es sind Äußerungen, die ich zum Beispiel sympathisch fand. Darüber dürfen sich Zitierte freuen!
(5) Ich bin auf der Suche. Die Frage Was ist Kunst? spielt in meinem Studium eine große Rolle. Auch meine künstlerische Arbeit hat immer die Suche und den Zweifel zum Thema. Deshalb nehme ich gerne in Einzelgesprächen mit Professoren, Werkstattleitern und Dozenten deren Sicht wahr und verarbeite diese später in den Notizen. Nur deshalb bin ich jetzt da, wo ich stehe. Wenn ich einen Hochschulangestellten also mit seiner Meinung darstelle, darf er sich freuen, aktiver Teil meiner künstlerischen Entwicklung zu sein.

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Klasse Bildende Kunst
HGB Leipzig
Porträt, Tusche auf Papier, Plotterzeichnung, 31
Porträt, Tusche auf Papier, Plotterzeichnung, 31
Kleines Porträt, Tusche auf Papier, 25x30cm, Plotterzeichnung, 31
Kleines Porträt, Tusche auf Papier, 25x30cm, Plotterzeichnung, 31
Kleines Porträt, Tusche auf Papier, 25x30cm, Plotterzeichnung, 31
Kleines Porträt, Tusche auf Papier, 25x30cm, Plotterzeichnung, 31
Studium 1 0
Geradenbild Werkstatt AV-Labor einfache Variante (1 Krümmung) HGB Rundgang 2017 Vorschau Geradenporträt mit Krümmung, für Tuschezeichnung im Format 42x59.4cm andere Versionen oder mit 60x80cm Rahmung, schwarz, mit Passepartout für HGB-Rundgang mit Aluminium-Rahmen, schwarz, rund 47 Euro + 3 Euro Materialkosten, 1/2h Arbeitszeit, Auflage 10 Stk. + 1 K.E. nicht zuschneiden, Papierformat fertig im Block kaufen Abstand zum Rand durch Plotter festgelegt Signatur, Auflage und Titel händisch mit Bleistift Linien auf zu plottenden Bereich begrenzen, so sind Ende dünn und wirken nicht abgeschnitten Vorschau Porträt, simuliert mit Tuschestift fast unbearbeitete Fotografie genommen Ganzkörper mit mehreren Kurven 17cm dickens rauhes Klebeband um Tuschestift Porträt, Tusche auf Papier, Plotterzeichnung, 31 kurvenbild1-m.jpg 1. Plott: 11:35-12:00 = 30min insgesamt 1 Stift bei 67x39cm Fläche 2. Blatt 12:00-12:20 = 20min danach Pinselspitze nicht mehr wirklich brauchbar bei 2. Blatt Tusche nicht mehr so stark 2. Blatt noch einmal kleiner umsetzen, mit dickeren Linien auf 25x30cm 2 Porträts nebeneinander geplottet Kleines Porträt, Tusche auf Papier, 25x30cm, Plotterzeichnung, 31 kurvenbild2-k.jpg Kleines Porträt, Tusche auf Papier, 25x30cm, Plotterzeichnung, 31 kurvenbild3-k.jpg 12:48-13:00 = 12min / 2 = 6min + 5min Bleistift Kreuz an Ecken geplottet danach mit Schneidemaschine auf 25x30cm geschnitten zwischendurch unter große Schneidematte mit anderen Blättern gelegt, zum glätten umsetzen nächstes Mal verscheidene Grade von Genauigkeit ausprobieren Kurven stärker und schwächer (näher an Gerade) mit mehr Kontrast 2x daumennagellänge Whisky Alkohol Diplom Theorie Gespräch mit Alexander
  • Äh äh …
  • Haben wir nun schon beantwortet [beide lachen]
  • Und zwar … und zwar das habe ich noch nie gehabt, äh, ähm ich war ein zweites Mal im Museum Pompeau und ähm…
  • Du kriegst bald eine Jahreskarte.
  • Voraussetzungen, sich auf Kunst einlassen können
  • … da, da war das so, dass äh äh wir zu zweit da waren. Aber ähm der andere der wollte sich ein anderes Mu… äh eine andere Ausstellung zuerst anschauen. Mich hatte allerdings diese Dauerausstellung interessiert. Ähm und ich war alleine unterwegs. Und ich stand vor einem riesen großen Gemälde. Vielleicht sechs Meter in der Höhe, vier Meter breit. Oder so. Es war riesig gezeichnet. Ähm und äh ich war einfach nur erschlagen, als ich davor stand. Und war auch schon dabei daran vorbei zu laufen. Und dachte aber, ich will das ganze mal auf mich wirken lassen. Und äh auf der gegenüberliegenden Seite stand ein Holzstuhl,…
  • Mhm.
  • … ich hab mich auf diesen Stuhl gesetzt und hab fast eine Stunde vor diesem Bild gesessen,…
  • Mhm.
  • und hab das auf mich wirken lassen.
  • Also im Normalfall wärest du daran vorbeigegangen. Aber da hast du dir dann einmal vorgenommen, jetzt bleibe ich mal stehen und gucke mal.
  • Weil ich eben die Zeit hatte in diesem Moment Moment.
  • Okay.
  • Weil ich wusste, dass äh äh äh ähm der andere länger in der anderen Ausstellung ist. Und ich wollte wahrscheinlich war mir in dem Moment Moment auch danach mich einfach setzen zu wollen.
  • Das ist interessant. Weil daran merkst du dann, dass äh dieses berühren, das kann man nicht einfach so antworten: „Das muss mich berühren“. Sondern dann ist eben wieder dieser Faktor, man muss sich erst einmal Zeit nehmen. Vielleicht manchmal, um berührt…
  • Genau.
  • … zu werden. Und das machen ja die meisten… das können ja die meisten zeitlich gar nicht machen. Weil sie eine Familie um sich herum haben, …
  • Genau.
  • … dann hetzen sie eher durch. Ne? Und können sich darauf nicht einlassen. Okay. Also man kann sich berühren lassen von vielem. Schafft es aber in dem Moment Moment vielleicht nicht. Auch in der Situation…
  • Genau. Das tolle war auf jeden Fall, dass ich äh…
  • Beschreib mal die Arbeit. Damit ich die vielleicht ähm finden kann.
  • Ähm. Ich weiß gar nicht ob du die… ob sie sich finden lässt. Ich kann auch gar nicht mehr…
  • Wars Malerei? Oder Zeichnung?
  • Es war Malerei. Und vielleicht ist das auch sehr bezeichnend, dass man sich… obwohl das ist jetzt schon drei Jahre…
  • Das… das ist doch okay.
  • … her. Oder so. Dass man sich ähm gar nicht mehr so arg daran…
  • Das ist egal, ob du dich an den Künstlernamen erinnern kannst.
  • … erinnern kann. Ähm. Es war auf jeden Fall Malerei. Es war eher dunkel gehalten. Mit dunklen Farben. Brauntönen. Ja? Mit Erdtönen gezeichnet. Ähm. Aber ich kann dir gar nicht mal genau sagen, was ich sogar darauf … was ich gesehen habe.
  • Mhm.
  • Verweilen verändert Wahrnehmung
  • Was es darstellen sollte. Ähm. Auf jeden Fall kann… auf jeden Fall weiß ich aber noch, emotional hats mich ziemlich berührt. Weil ähm, es hat, je länger ich davor gesessen hab, hat es sich verändert. In meiner Wahrnehmung.
  • Okay.
  • Erst Infokärtchen lesen, dann Kunst sehen
  • Uuund ähm was was viel s-c-h-ö-n-e-r gewesen ist, ist, dass ich äh parallel natürlich auch die Menschen beobachten konnte, die … die dort hingekommen sind. Also welche kurz davor standen. Welche die vorbei gelaufen sind. Welche die kurz äh halt gemacht haben und erst, bevor sie das Bild so richtig wahrgenommen haben, erst einmal gelesen haben, wie… wie ist der Titel, wie ist der…
  • Das nächste große Thema.
  • … Name. Andere die erst einmal äh ähm sich das angeschaut haben und anschließend nachlesen wollten, äh…
  • Wie hast du das gemacht?
  • Ja es ist … ich weiß es nicht. Wie es in dem Moment Moment war. Ich kanns dir nicht sagen. Äh, für mich war das aber ähm… an dem Tag… ich kanns dir nicht sagen, warum, aber mich hat als erstes die Rahmung interessiert.
  • Okay. [1:30:00]
  • Und zwar ich wollte wissen, äh äh also es war … [kurze Pause] ähm äh es war … es war ein Holzrahmen. Es war zwar draußen rumgesetzt. Da waren noch einmal zehn Zentimeter Platz.
  • Ein Schattenfugenrahmen ist das… [nicht verständlich, 1:30:30]
  • Ja genau, ein Schattenfugenrahmen.
  • … Leinwand…
  • Und mich hatte interessiert, ob die Leinwand halt an der Seite bemalt gewesen ist. Oder ob… Manche Künstler machen halt einen weißen oder schwarzen Rahmen. Und…
  • Na was… was war es? Na bei Gehard Richter…
  • Hier so ein schwarzer Rahmen. Ne? Und andere lassen halt son … son farbigen…
  • FÜR DIE GESELLSCHAFT, für die große Produktion, damits verkauft wird, wird normalerweise das Bild drumherum gemacht. Weil das die meisten heute hässlich finden, wenn dann äh nichts ist. Oder so.
  • Ja. Ähm, genau.
  • Es muss… drei de aussehen.
  • Mich hatte das damals so interessiert. Und äh ähm äh man hat gesehen, dass er halt nicht absichtlich um die Leinwand herum gemalt hat. Sondern man konnte halt so… äh äh die Farbreste erkennen. Am… am Rand.
  • Okay.
  • So also er hat auch die Farbreste nicht überstrichen, mit…
  • Okay.
  • … weiß oder schwarz. Und er hat auch nicht um den Rand gemalt.
  • Okay.
  • Sondern es waren einfach die R-e-s-t-e. Und das fand ich …
  • Okay.
  • … ganz spannend.
  • Aber das heißt, er hat sozusagen schon auf der Leinwand gemalt. Viele machen das glaube ich so, dass sie die Leinwand einfach irgendwo hinlegen und danach dann erst bespannen.
  • Jjj…
  • Es war also schon bespannt. Wenn du das jetzt so sagst.
  • Genau. Genau genau.
  • Okay. Weil… es ist ja nicht negativ… es ist ja nicht negativ, wenns …
  • Ja.
  • … am Rand bereits bemalt ist. Das heißt ja lediglich, dass er später dann erst aufgezogen…
  • Ja.
  • … wurde.
  • Ja genau. Kann so sein. Weiß ich nicht. Ähm… ähm… das weiß ich nicht. Aber was … was halt auch viel schöner dabei gewesen ist, war…
  • Warte mal… ich schau… ich hoffe ich habs nicht gelöscht. [lacht, schaut auf Rekorder]
  • Alexander als Aufsichtsperson
  • … ist, dass die, äh das man halt die Menschen beobachten konnte, die äh daran vorbeigelaufen sind. Ähm und wie… was die empfunden haben. Es gab auch welche, die die mehrere Minuten davor gestanden haben. Und was das g-a-n-z tolle war: auf einmal kamen Japaner auf mich zu und wollten mich zu dem Bild befragen. Weil … die hatten mich dort sitzen sehen und dachte, ich gehöre mit zur Ausstellung. Und ich passe auf dieses Bild auf. Oder ich gebe A-u-s-k-ü-n-f-t-e… zu dieser Ausstellung.
  • Okay.
  • Und äh hab mir in dem Moment Moment so total… und das war nicht … ist nicht nur einmal passiert. Sondern mehrmals. Ähm und das hat mich so reingezogen auf einmal. Und ich äh war dann auch ganz froh, dass äh…
  • Du hast aber nichts dann gesagt, oder darüber gesagt.
  • Naaa, ich hab halt gesagt, dass ich selber nur …
  • Wäre witzig gewesen, hättest du da irgendwas… [beide lachen, nicht verständlich, 1:32:30]
  • Hätt ich machen können. Aber ich dachte dann in dem Moment Moment: Die armen Kunststudenten, die da äh ihre paar Euro damit verdienen, dann halt diese … diese Kunst anderen erklären zu müssen. Die dann auch immer parat stehen. Ja?
  • Dir wars dann aber anscheinend in dem Moment Moment nicht wiss… äh äh nicht wichtig zu wissen, wie bei den Japanern jetze… äh was da dargestellt ist, wie und warum oder so. Oder?
  • Nein, also ich hab…
  • ABER aber aber du sahst jetzt so lange dort, weil du die anderen Leute beobachtet hast, weil du den Schattenfugenrahmen…
  • Genau.
  • … interessant fandest.
  • Genau.
  • Aber das Bild hast du betrachtet, sozusagen.
  • Natürlich. Das war ja der ausschlaggebende Punkt, warum ich…
  • Und was …
  • … da überhaupt geblieben bin.
  • Und was hat dich da berührt? Du hast das gesagt mit der Zeit kam das erst. Ne? Am Anfang wärst du dran vorbei gegangen, aber als du dich dann hingesessen hast, dir die Zeit gelassen hast, dann…
  • Kriterium Größe und Maltechnik
  • Also w-a-r-u-m ich eigentlich stehen geblieben bin, war die Größe. Die schiere …
  • Okay.
  • Größe. Die mich in dem Moment Moment beeindruckt hat.
  • Das würde ich jetzt wieder kritisch…
  • Und…
  • … sehen.
  • … mich hat die Maltechnik …
  • Die ist aber wichtig.
  • …interessiert. Die Maltechnik hat mich interessiert. Also äh ich hab schon geschaut, ob ich erkennen kann, äh in wievielen Schichten gezeichnet worden ist. Gemalt worden ist.
  • Also gings dir ums Handwerk Handwerk.
  • Und äh … DAS war glaube ich [stockt] … Das Gefühl dieses äh … dieses äh übergroßen Bildes.
  • Ja.
  • Anschließend halt auch dieses Interesse an dem Handwerklichen.
  • Ja.
  • Nämlich wie ist der Rahmen äh äh, wie ist das ver…
  • Ja.
  • … arbeitet. Äh äh sieht man die Pinselführung. Auf diesem großen…
  • Ja.
  • … Bild. Ähm mit welchen Pinseln überhaupt hat er…
  • Mhm.
  • … gearbeitet. Ja? Und je näher man … das hab ich übrigens auch bei anderen beobachten können, dass sie g-a-n-z nah bis fünf Zentimeter mit der Nase…
  • Mhm.
  • … an das Bild herangegangen sind. Wo es dann ja gar nicht mehr äh darum … um das große Ganze ging, sondern…
  • Mhm.
  • … wo man gucken wollte, ähm, welche Farbpigmente kann man erkennen. Oder welche…
  • Mhm.
  • … Pinselführung kann man erkennen. Und so. Äh da gabs viele, die…
  • Das… das ist auch spannend. Das mach ich ja auch.
  • … da rangegangen sind. Genau. Äh.
  • Um das halt selbst zu verstehen, wie so ein Bild aufgebaut ist. Und und aus was es besteht. Und so.
  • G-e-n-a-u. Genau.
  • Und welche Striche man sieht. Ob man Skizzen…
  • Erster Eindruck, das Wie und Was
  • Und da zeigt es ja wieder, dass in den Momenten eben äh Kunst auch viel mit Handwerk Handwerk zu tun hat.
  • ABER ja… das wirkt jetzt eher so, als wäre das Interesse eher an dem … ähm… an dem Materiellen.
  • Nicht an dem Was, sondern dem Wie.
  • Ja.
  • Ja. [1:34:45]
  • So.
  • Mag sein, dass man, also wenn man einmal…
  • IST JA NICHT SCHLIMM, aber…
  • Ich glaub, ich glaub das ist die nächste Stufe. Also die erste Stufe ist eben das Was. Ähm. Wenn man sich mit Kunst erstmalig beschäftigt, will man erst einmal gucken, was wird mir denn gezeigt. Ähm. Welche Wirkung hats auf mich. Und je… je öfter [es läutet] man sich mit…
  • [nicht verständlich]
  • … beschäftigt… ich muss mal eben an die Tür. [steht auf und redet weiter] Je öfters man sich mit Kunst beschäftigt, schaut man dann irgendwie nach dem Wie. Ne? [wird leider] Also wie … wie ist [wird noch leiser] es gemacht. [Aufnahme unterbrochen] [1:35:00]
  • Okay. Noch einmal ganz ganz kurz jetzt zu dem… Ich weiß jetzt gar nicht, wo wir geendet haben eigentlich.
  • Ja umso besser. Dadurch kannst du jetzt wieder strukturiert…
  • Neu anfan… JETZT FRAG ICH WIEDER DIE ERSTEN FRAGEN UND DU ANTWORTEST GANZ ANDERS. Als hätt ich zwei Alexanders besucht.
  • Ähm…
  • White Painting Robert Rauschenberg
  • Drei Sachen würde ich glaube ich noch machen. Einmal ganz kurz auf das White Painting Robert Rauschenberg bei dir im Raum zu sprechen kommen.
  • Mhm.
  • Einmal auf dein äh Gerhard Richter Gerhard Richter Bild…
  • Mhm.
  • … im Raum. Und einmal noch kurz zu m-e-i-n-e-n Arbeiten kommen. Wie DU das eigentlich siehst. Was du siehst und… ne?
  • Okay.
  • Das ist glaube ich ganz spannend.
  • Ja. [kurze Pause]
  • Ähm… Di… White Painting Robert Rauschenberg wird ganz kurz werden. Ich hab dir ja schon erklärt. Ich hab da jetzt in München eins gesehen halt. Das ist genauso weiß. Das ist aber glaube ich bemalt weiß. Die Leinwand sieht aber am Ende genauso aus. So. Ist ein riesen großes Bild. Wie das. Nur doppelt ähm … das hat zwei Leinwände nebeneinander. Aber das spielt jetzt keine Rolle. Du siehst also nur weiß. So wie hier. [kurze Pause] So. [lange Pause] Wenn du jetzt diese weiße Leinwand noch einmal weiß malen würdest, dann würde sie identisch sein. Vom Technischen… vom Handwerk Handwerk her. Ja? [lange Pause] Wo würdest du… Was würdest du jetzt denken? Was würdest du ähm … Was wäre für dich der Unterschied. Warum ist das Kunst. Vielleicht sagst du ja selber, das ist für dich auch Kunst. Wenn du es machst. Oder denkst du jetzt schon, wenn ICH sage, das ist ein White Painting Robert Rauschenberg, das ist Kunst, oder… gute Kunst sagen wir eher mal… na das ist ja schon wieder was ganz anderes…
  • Also. Mhm. Bevor es zu technisch wieder wird. Mal was ganz allgemeines. Bei mir hängt das jetzt drei Jahre glaube ich. Oder vier Jahre. Ähm. In weiß… weil … weil ich es halt mit Ölfarben bemalen möchte und zwar ähm mit zehn oder zwölf Lagen. Möchte ich zeichnen. Also will … will ich malen. Mit Farben überziehen. Und Ölfarben kostet auf dieser Größe natürlich auch. Das viel größere Problem ist, ich brauche eine Werkstatt. Ich brauche einen Raum, wo es durchtrocknen kann. Damits halt keine Risse bildet. Mhm. Hab ich nicht. Kann ich nur ähm unterm Dachgeschoss machen. Im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt. Ähm… Also ich… Wahrscheinlich wird es immer … weiß bleiben.
  • Das war auch die Begründung vom dem Rauschenberger. Es ist halt [beide lachen] weiß geblieben, weil er …
  • Ich weiß halt, dass es ähm Bilder gibt, die total schwarz sind.
  • Ja.
  • Ich weiß auch, dass es Bilder gibt, die [Räuspern] weiß sind. Übrigens Gerhard Richter Gerhard Richter hat auch…
  • Weiß i…
  • … schon ähm diese… diese Technik, die er anwendet. Und hat am Ende einfach weiß drüber gezogen.
  • Ja.
  • Wo man denkt: Hallo. Warum nimmst du denn vorher Grün, Rot, Blau. Wenn du es dann am Ende eh mit Weiß wieder überziehst.
  • Naja, wenn man die Farbe sieht dann…
  • Mhm. Naja, hat man glaube ich gar nicht. Also er hat eine sone Serie gemacht, ähm die am Ende wie Schnee aussehen. Mhm. Man hat Schattierungen sehen können. Aber eher so … schwarz gräulich.
  • Okay.
  • Weil… weil er nämlich als er angefangen hat diese Bilder [Räuspern] zu machen, … weil er sich nicht…, wußte er gar nicht, wohin es führt. Das war ein Prozess. Und am Ende wollte er halt ähm so sone Serie schaffen mit mit ähm Schneelandschaften, oder was das dann auch immer darstellen soll. Also ähm. Äh. Ich weiß halt, dass es schwarz und weiß gibt. Ähm. Das Interessante ist, die, die hier herkommen, und die gucken auf diese Wand, denen erkläre ich dann auch immer, dass ich da irgendwann mal etwas draus machen will. Aber f-a-s-t alle Reaktionen waren immer: Weiß sieht viel cooler aus. Ich würde es weiß lassen. Und das…
  • Weiße Leinwand als Dekoration
  • Warum, von der Dekoration her, oder…?
  • Ich weiß nicht was der Grund ist. Äh weil die Wand ist ja auch weiß. Also wenn ichs jetzt abhänge,…
  • Das ist schon ein Unterschied. Das sieht tot aus. Jetzt siehts lebendig, ne?
  • Ja also … das war wirklich u-n-g-e-l-o-g-e-n, ich möchte sagen, fast jeder der das bisher hier so hängen hat sehen, …
  • [unterbricht] ICH HABS NICHT GESAGT.
  • … und dem ich das beschrieben habe, der hat gesagt, er würde es weiß lassen. Äh äh… es sieht einfach cool aus. Ja?
  • Okay.
  • Wahrscheinlich auch etwas, was man nicht erwartet. Ja? Ähm hat ja im Vergleich zur Wand ist es ja schon überproportional groß. Und man erwartet es einfach nicht, dass jemand Geld in die Hand nimmt … und das HAT Geld gekostet, diese Größe …
  • Mhm.
  • White Painting Robert Rauschenberg kaufen = Luxusproblem und Mut
  • … in der Qualität. Man erwartet nicht, dass jemand Geld in die Hand nimmt und etwas weißes sich an die Wand macht. Ähm. Und das ist vielleicht auch etwas, äh was dann auch vielleicht ein Luxusproblem, oder auf einmal auch wieder ein… mhm… materielles Problem ist. Kaufe ich jetzt Kunst… weiße Bilder, …
  • Mhm.
  • … für sehr sehr sehr viel Geld…
  • Ja.
  • … und hänge mir das an die Wand. Das muss man sich auch leisten können!
  • Mhm.
  • Ähm. Und äh … Mut gehört vielleicht auch dazu. Ähm und von daher mag es durchaus Menschen geben, die darin Kunst sehen. Ich…
  • Wir wissen jetzt beide nicht, was dieser Rauschenberg Robert Rauschenberg damit machen wollte.
  • Ja.
  • Ich hab mich auch noch nicht informiert. Ich weiß, dass es im Museum hängt und das es deshalb als Kunst angesehen wird. So. Und das ist…
  • Ja.
  • … ein Museum, ein privates, wo man Eintritt bezahlen muss. Das heißt, die Kuratoren werden sich da schon sagen, dass das ein berühmtes Bild ist. Nicht weil der Gesetzgeber sagt, man muss ein Kunstwerk in … in den Räumen haben von…
  • Ja. [leiser] Ja.
  • … Rauschenberg Robert Rauschenberg.
  • Und ähm…
  • Aber es geht ja eher um DEINEN Zugang. Ne? Also was… was was… wenn du jetzt sowas weißes siehst, ähm… Kannst du da schon etwas empfinden? Also nachvollziehen, warum das Kunst…
  • NEIN. Nein.
  • … sein soll?
  • Genialität
  • Nein. [nicht verständlich, 1:40:00] Für mich äh äh fehlt es in dem Moment Moment halt, ähm, an der G-e-n-i-a-l-i-t-ä-t. Also an dem … diesen ähm… an, dass da etwas… das da jemand etwas geschaffen hat, was ich zum Beispiel nicht kann. Oder auf das ich nicht gekommen wäre. [1:40:15]