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"Grenzüberschreitung", "Interdisziplinarität" und "Vernetzung" sind Schlagworte
zahlreicher Diskurse in der Gegenwart. In Theorie und Praxis kennzeichnen sie
eine Entwicklung, die auch das Verhältnis zwischen der Kunst und den unterschiedlichen
Disziplinen der Geistes- und Naturwissenschaften prägt.
Wie aber ist der Dialog zwischen der Kunst und anderen gesellschaftlichen Bereichen zu
beschreiben? Gibt es künstlerische Kompetenz auf vormals außerkünstlerischem Terrain? Werden
die Grenzen der Kunst überschritten? Ist der Kontext der Kunst dehnbar und verschiebbar? Oder
findet auf der Grundlage eines erweiterten Verständnisses des Ästhetischen ein interkontextueller
Prozeß statt, der einen konstruktiven Dialog zwischen künstlerischer Praxis und dem jeweils Anderen
ermöglicht.

Wir haben Künstler, Kunstvermittler, Geistes- und Naturwissenschaftler nach Leipzig eingeladen, um
die Schnittstellen einer möglichen Vernetzung der Disziplinen zu diskutieren. Fünf Fragen stehen im
Zentrum der Diskussion:

Was bedeutet Interkontextualität für die Kunst (und die Anderen) der Gegenwart?
Welche Arbeits- und Rezeptionsweisen werden durch interkontextuelle Ansätze möglich
- und welche Vermittlungen dadurch nötig?
Was sind die Perspektiven und wo liegen die Grenzen künstlerischer Kompetenz auf
(oder verbunden mit) vormals außerkünstlerischem Terrain?
Welche Ansätze in der Gegenwart erscheinen diesbezüglich wesentlich und was sind ihre
historischen Vorläufer?
An welchen Stellen werden bei dieser Befragung die originären Konturen der Disziplin Kunst
spürbar?
Am 16. und 17. Oktober 1998 in der alten Handelsbörse zu Leipzig.
Veranstaltet vom Kunstverein postvacuum Leipzig.
Konzeption und Durchführung: Alexander Koch und Marcel Bühler.
Gefördert durch den KUNSTFONDS e.V., Bonn.