Infobrief 2

Die Dresden-Berlin-Projekte laden ein zu einem Informationsaustausch.
3 Tage Präsentationen, Vorträge und Gespräche zu Künstlerischen Selbstorganisationen im Dresdner und Leipziger Kunstfeld.

Die Veranstaltung ist eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer Neukonzeption der Galeriearbeit der HGB. Diese Neukonzeption hat das Ziel, die Funktionen und Handlungsfelder der an einer Hochschule angesiedelten Galerie zu erweitern und zu spezifizieren.

Es geht dabei um die Frage, auf welche Weise die Hochschulgalerie zum Ausgangspunkt für eine Projektarbeit werden kann - die einen Beitrag zur Verknüpfung von Theorie und Praxis leistet, - die die Rahmenbedingungen der Produktion und der Präsentation von Kunst reflektiert, - die eine Brücke schlägt einerseits zwischen der Ausbildungssituation und dem realen Kunstfeld außerhalb der Akademie und andererseits zwischen verschiedenen künstlerischen, kuratorischen und anderen kulturellen Tätigkeiten.

Es geht also darum, die Hochschulgalerie als einen Ort der experimentellen Projektarbeit zu sehen, an dem ein umfangreiches Nachdenken über das Arbeiten im Kunstfeld, über dessen Rahmenbedingungen und über dessen Öffentlichkeit möglich ist. Da ein solches Nachdenken zwar längst zu den Standards künstlerischer Praxis gehört, jedoch erst allmählich Einzug in den Hochschulalltag hält, kann von einer Erweiterung der künstlerischen Ausbildung gesprochen werden. Um diese Erweiterung schrittweise zu entwickeln, fanden an der HGB im Januar 2000 ein Blockseminar zur »Kunst der Ausstellung« (von Beatrice von Bismarck) und eine Arbeitstagung zu den »Perspektiven einer Theorie und Praxis verbindenden Galeriearbeit« statt. Im Anschluß daran formierte sich im Rahmen der »Dresden-Berlin-Projekte« eine Arbeitsgruppe, die im Laufe des Jahres Ausstellungs-Projekte in Berlin und in Dresden durchführt. Sie befasst sich dabei mit der Frage nach dem Herstellen von Öffentlichkeit (einer Thematik, die auch für eine (Hochschul)Galerie von zentraler Bedeutung ist) und entwickelt sich in Anbindung an das Seminar »Kunst des Öffentlichen« (von Beatrice von Bismarck).
Da es nicht nur die staatlichen und die privatwirtschaftlichen Institutionen sind, die Öffentlichkeit schaffen, sondern zunehmend auch die Künstlerinnen und Künstler selbst, konzentrierte sich die Projektgruppe schnell auf die Frage nach Künstlerischer Selbstorganisation, die sie nun in Dresden öffentlich thematisiert (siehe den Fragenkatalog).

Das Projekt »3 Tage« versteht sich als ein Forum für eine weiterführende Diskussion über Selbstorganisationen, über das Herstellen von Öffentlichkeit im Rahmen einer Galeriearbeit an der Hochschule und zur Vernetzung der Hochschulen, der Studierenden und der jungen Kunstszene in Dresden und Leipzig. Das dort ausgestellte Material bietet dafür den Rahmen und Ausgangspunkt.
Der Fragenkatalog entstand anlässlich eines Workshops mit Julie Ault am 1./2. und am 19./20. Juni in Leipzig und Berlin. Er dient als Fahrplan für die Ausstellung und die Diskussion in Dresden - zu der wir herzlich einladen möchten!

Herstellen von Öffentlichkeit: Künstlerische Selbstorganisation

4. bis 6. Juli im AHB-Haus Dresden (Carolinenstr. 1a / Albertplatz)

Die Dresden-Berlin-Projekte laden ein zu einem Informationsaustausch.
3 Tage Präsentationen, Vorträge und Gespräche zu Künstlerischen Selbstorganisationen im Dresdner und Leipziger Kunstfeld.
Die Veranstaltung dient zum einen der Information und Diskussion über verschiedene Modelle, Motivationen und Probleme selbstorganisierter Kunstpraxis. Zum anderen hat sie sich zum Ziel gesetzt, auf diesem Wege eine Kontaktaufnahme zwischen dem jungen Dresdner und Leipziger Kunstfeld zu initiieren und einen intensiveren künstlerischen Austausch zwischen den beiden Städten anzuschieben.

Den Rahmen der dreitägigen Veranstaltung bildet eine Ausstellung, mit der eine thematische Auswahl von Leipziger Projekten, Kunsträumen und Initiativen vorgestellt wird.

Fragen:
- Was will Künstlerische Selbstorganisation? Was schließt sie aus? Was schließt sie ein?
- Ist Selbstorganisation zwangsläufig kollektiv?
- Folgen wir privatem Interesse oder hat die Thematik eine gesellschaftliche Dimension?
- Wie alternativ sind Alternativen wirklich?
- Wo laufen Selbstorganisationen Gefahr instrumentalisiert zu werden und wo instrumentalisieren sie ihrerseits vorhandene Strukturen?
- Welche Optionen hat Selbstorganisation innerhalb einer Institution?
- Wann wirkt Selbstorganisation Imagefördernd, wann Imageschädigend?
- Welche Auswirkung hat Selbstorganisation auf die ästhetische Produktion?
- Hat Selbstorganisation immer auch etwas mit Solidarität zu tun?
- In welchem Verhältnis stehen Selbstorganisationen heute zu historischen Vorläufern? Und was sind ihre Perspektiven?
- Welches Verhältnis besteht zwischen Selbstorganisation und politischen Fragestellungen? Wann ist sie eine Form der Opposition?
- Was ist der Unterschied zwischen künstlerischen Selbstorganisationen und Künstler-Innengruppen?

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Seiten der Dresden-Berlin-Projekte.

>> zur Übersicht der Infobriefe

 

 


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