Infobrief 1

Seit einigen Monaten hat an der HGB ein verstärktes Nachdenken über die Funktionen einer Hochschulgalerie eingesetzt. Bis die umgebaute Galerie der HGB 2001 wieder eröffnet wird, soll neben der Architektur auch ihre Programmatik neu überdacht werden.

In diesem Zusammenhang fand an der HGB am 14. Januar eine internationale Arbeitstagung statt, die sich mit den Perspektiven einer experimentellen Galeriearbeit beschäftigte, in der sich künstlerische Praxis und Theorie stärker miteinander verbinden.
Diese Tagung machte deutlich, inwiefern es möglich ist, die Aktivitäten der Galerie künftig durch die Arbeit von Projektgruppen zu ergänzen, die den Rahmen der Galerie nutzen, um sowohl theoretisch als auch praktisch zu spezifischen Themenkomplexen zu arbeiten, die sich insbesondere mit Fragen der Produktion, der Präsentation und der Rezeption künstlerischer Arbeit beschäftigen. (Eine Reflexion gegenwärtiger künstlerischer und kultureller Praktiken und ihrer gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die heute elementar zum Bestandteil künstlerischer Ausbildung gehört.)

Im Anschluß an die Tagung wurde seit Februar 2000 mit einer solchen Projektarbeit bereits begonnen. Studierende verschiedener Fachbereiche, die Interesse an der aktiven Mitgestaltung einer veränderten Galeriekonzeption haben, sammeln im Rahmen der von Alexander Koch betreuten Dresden-Berlin-Projekte gegenwärtig Erfahrungswerte für kommende Aktivitäten.
Die Dresden-Berlin-Projekte, die in enger Anbindung an das Seminar "Die Kunst des Öffentlichen" von Beatrice von Bismarck entstehen und in die im Laufe des Jahres weitere Studierende der HGB einbezogen werden sollen, suchen Kontakt zu einer über Leipzig hinausgehenden Öffentlichkeit und Kunstlandschaft. Sie legen ihren thematischen Fokus dabei auf
- das Herstellen von Öffentlichkeit,
- die Spezifik verschiedener Kunstorte und gesellschaftspolitisch orientierter Kunstpraxis,
- künstlerische Selbstorganisation und Netzwerkbildung.

Bei einer ersten "Feldforschung" in den beiden Nachbarstädten entstand im April ein Austausch u.a. mit der Reinigungsgesellschaft (Künstlergruppe in Dresden), Harald Kunde (Leiter des Kunsthaus Dresden), Kunst und Ökonomie (Studentische Arbeitsgruppe im Projektraum Berlin-Mitte), Jochen Becker (Künstler und Autor, Büro Bert, Berlin), Ulrike Kremeier (Kuratorin, Plattform Berlin), Sabeth Buchmann und Stefan Geene (Künstler/in und Autor/in, b-books, Texte zur Kunst), Patrick Huber (Künstler, Galerie Kunstfabrik am Flutgraben) und Rüdiger Lange (Kurator und Galerist, Loop - Raum für aktuelle Kunst).

Im Laufe des Jahres wird die Projektgruppe in Dresden und in Berlin aktiv werden und dabei die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit umsetzen. Mit diesem Infobrief will sie auf Ihre Tätigkeit aufmerksam machen und einen kurzen Einblick in ihre Arbeit geben.


Der Infobrief 1 enthält zudem die unter Basics > Statements gemachten Aussagen von Uli Gebert, Francis Hunger, Silke Koch, Nane Müller, Regine Müller-Waldeck, Britt Schlehahn, Sascha Schniotalla, Juliane Wenzl


>> zur Übersicht der Infobriefe

 

 


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