Kunsthistorisches Institut Heidelberg
Sommersemester 1997
Priv. - Doz. Dr. Hans Dieter Huber

Vorlesung
BROWSER, BUFFER, AND BITSLAG
Kunstgeschichte im Internet
Last Update: 29.05.97
Vorlesung VII: Webprojekte von Künstlern I:
ADAWEB NEW YORK
1. Einleitung
Der New Yorker Adaweb-Server ging im Februar 1995 ans Netz. Er hatte
es sich zur Aufgabe gemacht, für Künstler, Architekten, Komponisten,
Filmemacher, eine Station für Internetprojekte zur Verfügung
zu stellen. (Quelle)
1.2. Personen
gegründet von John Bortwick und Benjamin Weill (Spätherbst
1994)
Vivan Selbo, seit Sommer 1995 bei ada
Ainatte Inbal, bei ada seit Juli 1996
Cherise Fong, seit Sept. 1996, Webdesignerin
Andrea Scott, business development
Cheryl Kaplan (business and public relations)
1.3. Finanzierung
Digital City Inc. (Besitzer
von ada 'web)
Bestrebungen sind gegenwärtig im Gange, ada 'web in eine Stiftung
umzuwandeln.
1.4. Lokalisierung des Rechners
eine Sun Spark 20, an einer T1 Verbindung angeschlossen.
Standort NewYork, 22nd Street
(Live-Cam
des Offices)
(Foto vom 29.5.97 aus der Live-Cam-Seite von Julia
Scher)
Quelle dieser Angaben: e-mail vom 12.5.97
2. Verschiedene Ebenen des Servers: project, influx, context, exchange,
nota
2.1 project
2.2 influx
2.3. context
- Associations:
- Maciej Wisniewski:
Jackpot (Zufallsspiel)
happier days (ein Schreibwettbewerb?)
jodi %20Demo
parthenia (A
Global Monument, Domestic Violence Victim)
combinations (Sandra
Gering Gallery)
Drawing oN Air (dn/a) (Projekt
von Laura Trippi)
Purple Prose
(Magazin ,1992 in Paris gegründet)
Permanent Food
(Meta-Magazine aus Magazin-Seiten)
- Events:
- Strange
Days (Organisation und Moderation: Joshua Decter; Livepanel School
of Visual Arts, 26.3.1996; Texte von: Joshua Decter, Cari Pitman, David
A. Ross, Peter Schjeldahl, Benjamin Weil)
Technology in the '90s - 1997
(eine Diskussionsreihe von MoMA, Ada'web und Rhizome Internet; Texte von
Barbara London, Ken Feingold, Diller+Scofidio, Natalie Jeremijenko, Sawad
Brooks)
Technology
in the '90s - 1996 (Internetdiskussion mit Barbara London, Jane Veeder,
Julia Scher+Benjamin Weil, Jim Campbell, Simon Penny)
- Investigate:
(Informationen zu den assoziierten Künstlern und Galerien)
- Doug
Aitken
Matthew
Antezzo
Angela
Bulloch
Dominique
Gonzalez-Foerster
Felix
Gonzalez-Torres
Toland
Grinnell
Damien
Hirst
Jenny
Holzer
Karen
Kilimnik
Ben Kinmont
Charles
Long
Robbins
&Becher
Julia
Scher
Laura
Stein
Rirkrit
Tiravanija
Andrea
Zittel
3. Genauere Vorstellung der Projekte
- Jenny Holzer: Please
Change Beliefs
- Julia Scher: Welcome
to Securityland!
- Zunächst gelangt man auf einen sog. "Korridor", auf
dem man durch ein Tondokument begrüsst und durch eine strenge Sicherheitsbeamtin
(Julia Scher) empfangen wird. Es gibt fünf Buttons, durch die man
zu ein und derselben isometrischen Darstellung eines Bürogebäudes
gelangt.
- Auf dieser isometrischen Darstellung gibt es verschiedene Begriffe,
die verschiedene Zugangsmöglichkeiten eröffnen:
Corridor, Security Card Access, Elevator Control, CCTV Control, Intrusion
Detection, One House, Konsent Klinik, Predictive Engineering.
Man muß erkunden , wie man von dort weiterkommt.
- Fünf Ebenen:
- David Bartels: Arrangements
(benötigt Shockwave)
- Zwei Ebenen: compose und instructions
- Das Projekt ist noch in einem Versuchsstadium, aber bereits hochgradig
interaktiv
- Es geht darum, aus Buchstaben, Farben und Tönen selbst eine Komposition
zu machen und (später) einzusenden.
- Im Prinzip geht es um Synästhesie, um Schrift, Kunst und Musik
- Lawrence Weiner: Homeport
(requires "Palace" Software)
- Es handelt sich um eine Art Rätselspiel, dessen Gang man schwer
durchschaut.
- Vivian Selbo: Vertical
Blanking Interval
- Doug Aitken/Dean Kuipers: Loaded
5x (Info zu
Doug Aitken)
- Doug Aitken uses film and video to explore the space between commerical
and non-commercial creativity. His music videos run on MTV, his fast photographs
appear in Ray Gun and Interview and his art has been exhibited in Paris
at the Musée d'Art Moderne, in California the Santa Monica Museum
of Art and in New York at the Whitney Museum. (aus einem Quelltextinfo)
4. Zusammenfassung
Mit ada'web liegt wohl die älteste und gleichzeitig die beste Webstation
für künstlerische Projekte im WWW vor. Das zeigt einmal die hochkarätige
Auswahl der Künstler, zum anderen die intelligente, technisch gekonnte
Realisierung der spezifischen Möglichkeiten des WWW. Sehr in die Nähe
von ada'web kommt stadiumweb. Ein Vergleich mit den Internetprojekten der
documenta X dagegen, der Gegenstand der übernächsten Sitzung sein
wird, verdeutlicht die Klasse, Qualität und Spitzenstellung von ada'web.
5. Zusätzliche Literatur zum Thema:
Hans Dieter Huber: Welcome
to Securityland! Die Globalisierung von Kommunikation und Kultur im Internet.
in: kritische berichte. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften,
Jg. 25, Heft 1/1997, S. 70- 79
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